""i^ J-fcsÄ-s« %-^-^!.mt.,:,rt TJ^h-^i- 1 ^Ji*^-V '.^-«^•'â– â– ^^,. ' -yi^ t . = .''!'•" >;^*^ yt fc A- der Steinbrand des Weizens auch durch wildwachsende Gräser, insbesondere durch den Brand des Lolchgrases verbreitet werden könne. Dem gegenüber zeigt der Verf., dass sowohl Tilletia Caries Tul. wie Tilletia laevis Kühn nur auf culti- virtem Weizen vorkommen und dass alle auf wildwachsenden Gräsern gefundenen Steinbrandformen anderen, sehr von jenen zu unter- scheidenden Tilletiaarten angehören. Kühn (Halle). Burnett, Charles Henry, Aspergillus in the human ear (Aspergillus im menschlichen Ohre). [Scientific american. Suppl. N. 208. vol. VIII, 1879, p. 3312, m. Holzschnitten.] W reden in Petersburg schrieb zuerst ausführlicher über Pilz- vegetation im Ohre und nach ihm heisst die dadurch herbeigeführte Krankheit Myringomycosis aspergillina. Nach Burnett kommt be- sonders häufig Aspergillus nigricans (ob A. nigrescens Hob. gemeint ist? Ref.) im Ohre vor, viel weniger Asp. glaucus. Wittmack (Berlin). Brummer, J., Maul- und Klauenseuche- ähnliche Krank- heitserscheinungen, hervorgerufen durch (mit Polydesraus exitiosus) befallenen Raps. (Königsberger land- und forstw. Zeitg. 1880. p. 4 [aus: Der Thierfreund].) 1. Die Sporen des Rapsverderbers finden in den mit der Aussenwelt in Berührung stehenden Schleimhäuten der Thiere Bedingungen zum Keimen und können dann im darunter liegen- den Gewebe durch ihr Mycel Entzündungen veranlassen. 2. Die Sporen sind nicht im Stande, die Klauenhaut ohne Weiteres anzugreifen; es muss eine Verwundung (hier durch Raps- stoppeln) vorhergehen. 3. Die Sporen vermögen wahrscheinlich in die Epidermis fein- häutiger Euter ('? Ref.) einzudringen. Wittmack (Berlin). Höhnel, Franz Ton, Beiträge zur technischenRohstoff- lehre. I. Ueber den Bau und die Abstammung der Tillandsia- faser. (Dingler's polytechn. Journal. Decb. 1879. 4 Seiten. IL Zur Unterscheidung der Farbhölzer. (Ebenda. Jan. 1880. 6 Seiten.) 2 — 18 — I. Die Tillandsiafaser , das beste Crin vegetal, wurde bisher von den Luftwurzeln der Tillandsia usneoides abgeleitet. Verf. zeigt, dass sie nur von den hängenden Zweigen herrührt, die in der Mitte einen festen Sklerenchymfasercylinder, der 8 Gefässbündel führt, besitzen. Die Mittheilung enthält eine kurzgefasste Anatomie dieser Zweige, aus der Folgendes hevorgehoben sei: die Zweige sind ganz mit schönen schildförmigen, schon von Wiesner gefundenen Haaren bedeckt. Die Stengelepidermis, sowie die der Blattscheideninnen- seite zeigt den gewöhnlichen Bau, die übrige zeigt den bekannten Bau der Bromeliaceen, Die verdickt^ Aussenwand der Schild- haare zeigt keine Spur einer Cuticula. Siebröhren gelang es nicht nachzuweisen in den sehr kleinen Gefässbündeln der Stengel. Der Centralcylinder der Stengel stellt die „Faser" dar. Die Blätter besitzen eine geschlossene Blattscheide, sind halbstielrund und ent- halten 3 Bündel und viele Raphidenschläuche. IL Verf. macht auf einige makroskopische bisher in der Boh- stofflehre wenig beachtete Merkmale und Eigenschaften der Farb- hölzer (Fernambuk, mindere Rothhölzer, indisches und afrikanisches Sandelholz, Blauholz, Sappanholz, Gelbholz, Fiset, Berberisgelbholz und Camwood) aufmerksam, z. B. auf den sehr charakteristischen Längenquerschnitt, der durch 10 Holzschnitte erläutert wird; auf die am Tangentialschnitte ganz regelmässige Anordnung der Mark- strahlen bei Fernambuk- und Sandelholz (s. auch Wigand, Phar- macognosie); letzteres Verhältniss z. B. wurde bisher in der Anatomie gar nicht berücksichtigt. Auf Grund solcher und anderer z. Th. weniger auffallenden Merkmale wird eine scharfe Unterscheidung ge- nannter Hölzer durchgeführt. v. Höhnel (Wien). Drummond, A. T., Canadian Timber Trees, their distribution and preservation. (from the Report of the Montreal Horticult. Society and Fruit Growers' Association). Montreal 1879. 18 S. 8°. Mit 1 Karte. Das botanische Interesse dieser Schrift, deren Hauptzweck eine Mahnung zur Erhaltung und Schonung des Nutzholzreichthums Canada's ist, concentrirt sich auf die Angaben über das Vorkommen der Holzarten, deren nördliche Grenzen auf der Karte verzeichnet sind. Ein Auszug aus diesen Daten lässt sich nicht wohl geben; doch glaubt Ref. seiner Pflicht am besten damit zu genügen, wenn er hier (zumeist an der Hand von Michaux fil. Hist. des arbres for. de l'Amer. sept.) die wissenschaftlichen Namen der vom Verf. nur mit den einheimischen Benennungen aufgeführten Arten angiebt: Buttonwood = Platanus occidentalis L. Chestnut = Castanea - 19 — vulgaris Lam. v. americana. Black Walnut = Juglans nigra L. Butternut = Juglans cinerea L. White Oak =^ Quercus alba L. Basswood = Tilia americana L. Red Oak = Quercus rubra L. Yellow Birch = Betula lutea Mich. (= B. lenta W. var.) White Birch = Betula populifolia Willd. White Ash = Fraxinus ameri- cana L. Black Ash = Fraxinus sambucifolia Lam. Beech = Fagus ferruginea Michx. (Auf der Karte ist mit südlicherer Grenze auch eine Blue Beech verzeichnet, vielleicht Michaux's F. silvestris, eine Form der Vorigen?). Iron Wood = Ostrya virginica Willd. Sugar Maple = Acer nigrum Michx. (= A. saccharinum Michx.). Aspen = Populus tremuloides Michx. (und P. grandidentata?). Balsam Poplar = Populus balsamifera L. White Elm == Ulmus americana Willd. Red Cedar = Juniperus virginiana L. White Cedar = Thuja occidentalis L. Hemlock = Abies canadensis Michx. Tamarac = La- rix pendula Salisb. White Pine = Pinus Strobus L. Red Pine = Pinus resinosa Sol. Pitch Pine = Pinus rigida Mill. Banksian Pine = Pinus hudsonica Poir. Prantl (Aschaffenburg). Schirmer, Anbau-Versuche mit Stachelginster, ülex eu- ropaeus L. (Zeitschr. des landw. Central- Vereins der Prov. Sachsen, 1880. p. 17.) Der Aubauversuch befriedigt. In frischem Zustande hat der Stachelginster etwa denselben Nährwerth wie Rothklee, nimmt aber mit schlechterem Boden fürlieb und dauert viel länger aus. Wittmack (Berlin). Kühn, Jul. u. Liebscher, Bericht über Versuche mit rüben- müden Böden, welche im Jahre 1879 in mehreren Wirth- schaften der Provinz Sachsen ausgeführt wurden. (Neue Zeitschrift f. Rübenzucker-Industrie v. Scheibler Nr. IV. 1880, p. 1. Alle Versuche zeigten, dass die Rübenmüdigkeit durch Nema- toden veranlasst wird. Jede Düngung mit Kali bei rübenmüdem Boden ist weggeworfenes Geld. Am besten scheint es, erst nach 3 Jahren wieder Rüben auf demselben Boden zu bauen. Wittmack (Berlin). Salomon, Karl, Handbuch der höheren Pflanzencultur, — Bo- tanische Gärtnerei. 80. 453 S. Stuttgart (Ulmer) 1880. (Band VI der „Bibliothek für wissensch. Gartencultur".) Verf. bespricht in gedrängter Form zunächst einige Hauptpunkte der Gärtnerei, wie z. B. die Bestäubung, Befruchtung und Hybri- dation, die Krankheiten und Feinde der Pflanzen u. s. w., worauf 90 natürliche (nach Endlicher's System) Familien mit ihren Haupt- gattungen und Arten, soweit sie in europäischen Gärten ange- — 20 — troffen werden, in Bezug auf botanische Merkmale, genaue Angabe des Vaterlandes, Nutzanwendung und ganz insbesondere rücksicht- lich ihrer Culturerfordernisse höchst sorgfältig abgehandelt werden. In einem Anhange finden sich noch bemerkenswerthe Mittheilungen über Schling- und Kletterpflanzen, schönblühende Stauden und Blatt- pflanzen und endlich über Zimmeraquarien. Göze (Greifs wald). Borodin, J. Die neuesten Fortschritte der Botanik in den Jahren 1877—79 (in russischer Sprache betitelt: „Noweischie iisspechi botaniki 1877—1879"). 180 S. 8». St. Petersburg 1880. Ein Referat über die im Verlauf der Jahre 1877 — 79 erschienenen hervorragendsten Arbeiten aus dem Gebiete der Anatomie, Morpho- logie und Physiologie der Pflanzen: die in demselben Zeiträume erschienenen Arbeiten aus dem Gebiete der Pflanzen-Paläontologie, -Geographie und -Systematik werden darin aber nicht besprochen, Gobi (St. Petersburg). Litteratur.* Bohnen sieg, (x. C. W. et Burck, W., Eepertorium annuura literaturae botanicae periodicae. Tom V. 8. Haarlem (Erven Loosjcs) 1880. M. 8. 80. Gervais, P., Nouvelles planches murales d'histoire naturelle; Texte explicatif. Botanique. 14 planches, 63 p. Corbeil (Crete), Paris (Masson) 1880. 18 Fr. Nadejde, I. — Elemente de Botanicä, conform programei actuale pentru clasa II gimnasialä, 8. 95 p. Jasi (Daniel) 1880. 1. 1, 50 b. Acta liorti Petropolitani. Tom. VI. Fase. 1. 8. St. Petersburg -Leipzig (Voss' Sort.) 1880. M. 5. 80. Bailloii, H., Errorum Decaisnea norum graviorum vel minus cognitorura centuria quarta. Decas. 1— 10. 8. 15 p. 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Die Keimung ging ganz gut von statten: die Wurzel verlängerte sich bedeutend und trieb zahlreiche Seitenwurzeln; das Stämmchen er- reichte eine Höhe von 20 cm. und trug mehrere normale Blätter. — Im Herbste gingen die" Wurzeln, von ihrer Spitze angefangen, zum Theil zu Grunde, und auf den übrig gebliebenen Theilen derselben erschienen zahlreiche, 1 — 3 mm. lange, anfangs weiss aussehende, dann sich bräunende Auswüchse. Schon eine oberflächliche Untersuchung ergab, dass die- selben einen sehr regelmässigen inneren Bau besitzen und wirkliche Auswüchse der Wurzeln seien. Mit der näheren Untersuchung dieser Auswüchse betraute ich Herrn Franz Sz ab ö, der sich bei mir mit selbständigen mikroskopischen Arbeiten beschäftigte. Aus diesen Untersuchungen ging hervor, dass genannte Auswüchse, nach Art gewöhnlicher Wurzelzweige endogen entstehen und in ihrem inneren Bau, sowie in der Anordnung ihrer Gewebe mit normalen Wurzeln übereinstimmen. Worin sie sich aber von diesen unter- scheiden und wodurch sie als höchst interessante Ge- bilde er seh (6 inen, ist, dass sie keine Wurzelhaube besitzen und diese ihnen vom ersten Anfange ihrer Entwickelung fehlt. Das Wasser, in welchem das Kastanien-Bäumchen stand, wurde nur selten gewechselt, und so kam es, dass das letztere selbst im Juni 1879 noch keine neuen Blätter gebildet hatte, obwohl es vollkommen gesund war. Von nun an wurde das Wasser beinahe täglich gewechselt und bald öffnete sich die Endknospe des Bäumchens und entwickelte mehrere normale Blätter; zugleich damit erschienen lange verzweigte Wurzeln und zwar an ihren Enden mit Wurzelhauben. Es schien so- nach mangelhafte Ernährung der Grund gewesen zu sein, dass sich die genannten haubelosen Auswüchse nicht zu normalen Wurzelzweigen ent- wickelten. — Im Frühjahr 1879 wurden nun abermals mehrere Samen der wilden Kastanie in Wasser zur Auskeimung gebracht und nun das Wasser sehr oft erneuert. An den noch vollständig erhaltenen Wurzeln dieser Pflanzen erschienen die genannten haubelosen Auswüchse gleich- falls und zwar schon im September. Daraufhin wurden nun auch die Wurzeln von in Erde gezogenen Kastanien-Bäumchen untersucht und an denselben fanden sich ganz gleiche haubelose Auswüchse. Bei Aesculus scheinen sonach allgemein die letzten Auszweigungen der Wurzeln keine Haube zu besitzen. Dabei verlängern sich genannte Auswüchse, die ich als haubelose Würzelchen bezeichnen will, entweder überhaupt nicht, sondern sterben bald ab, oder sie wachsen unter gewissen Umständen weiter und bild*en theils einen neuen haube- — 25 — losen Auswuchs, theils verlängern sie sich bedeutend, bilden eine Wurzelhaube und werden so zu normalen Wurzeln. — Die Umstände, unter denen dies geschieht, so wie die Frage, ob ähnliche haubelose Würzelchen auch bei anderen Pflanzen vorkommen, bilden noch den Gegenstand weiterer Untersuchungen, mit denen sich gegenwärtig Herr Franz Szabö in Leipzig beschäftigt. Budapest, 12. Februar 1880. Schwedisches Lilienholz. Im Wiener Holzhandel kommt seit etwa iJahr „Schwedisch es Lilien- holz" in Blöcken und zu Fourniren geschnitten vor. Es ist in folge starker Maserbildung schön gezeichnet. Aufgefordert, die Abstammung desselben zu erörtern, habe ich es mikroskopisch untersucht und un- zweifelhaft als „Birke'' erkannt. Dr. Jos. Möller (Mariabrunn). Instrumente, Präparirungs-u.Conservirungsmethoden etc. Verfahren zur Herstellung einer tadellosen Glycerin-Gelatine. Von Dr. Edaard Kaiser. Die Vorzüge der Glycerin-Gelatine für den Einschluss botanischer Präparate besonders hervorzuheben, hiesse Eulen nach Athen tragen. Wenn trotzdem diese ausgezeichnete und in ihrer Handhabung so be- queme Einschlussmasse ganz unverhältnissmässig selten zur Anwendung gelangt, so hat dies ausschliesslich seinen Grund in dem Umstände, dass es bisher an einer wirklich tadellosen und insbesondere an einer mi- kroskopisch reinen Glycerin-Gelatine fehlte. Durch nachstehendes Verfahren ist es nun dem Verfasser gelun- gen, eine in jeder Beziehung tadelfreie und chemisch wie mikroskopisch reine Glycerin-Gelatine herzustellen. Man weicht einen Gewichtstheil feinster französischer Gelatine in sechs Gewichtstheilen destillirten Wassers ca. 2 Stunden lang; setzt da- rauf 7 Gewichtstheile chemisch reinen Glycerins hinzu und giebt auf je 100 Gramm der Mischung 1 Gramm concentrirte Carbolsäure. Sodann wird das gesammte Gemisch 10 — 15 Minuten lang unter beständigem Umrühren erwärmt, bis alle Flocken, welche sich beim Hineinschütten der Carbolsäure gebildet haben, verschwunden sind. Schliesslich filtrh-t man die Abkochung noch warm durch feinste Glaswolle, welche man zuvor in destillirtem Wasser ausgewaschen und noch nass in den Trichter gelegt hat. Die auf diese Weise erhaltene Glycerin-Gelatine wird im erkalteten Zustande wie Canadabalsam behandelt. Dieselbe bildet übrigens auch — 26 — ein vortreffliches Einbettungsmittel für zu schneidende Objecte. Zu diesem Zwecke bringt man die Letzteren in die wieder erwärmte Glycerin-Gelatine, welche man zuvor in Formen gegossen hat. Sollen besonders difficile Schnittobjecte hergerichtet werden, bei denen ein Zerfallen nach vollendetem Schneiden zu befürchten ist, so müssen die- selben solange in erwärmter Glycerin- Gelatine verbleiben, bis sie von der letzteren vollständig durchtränkt sind. Die hierbei in die Ge- webe eindringende Gelatine, wird, nachdem die Schnitte angefertigt und auf den Objectträger gelegt worden, durch einen feinen Strahl erwärmten Wassers entfernt. Hat man härtere Objecte einzubetten, so bietet sich auch hierfür die Glycerin-Gelatine als ein vorzügliches Mittel dar, indem man derselben, nachdem sie erstarrt ist, durch Behandlung mit absolutem Alcohol jeden beliebigen Härtegrad verleihen kann, wozu ein Zeitraum von 10 — 30 Minuten genügt. Empfehlen dürfte sich die Einbettung der Schnittobjecte in Glyce- rin-Gelatine namentlich auch dadurch, dass die Letztere transparent ist, dem Präparator also in jedem Augenblick eine Uebersicht über die Lage des Objectes ermöglicht. Berlin, den 10. Febr. 1880. (Originalmittheilung.) Ueber das Verhalten vegetabilischer Objecte in Wickersheim's Conservirungsflüssigkeit. Von K. Prantl. Ueber das Verhalten vegetabilischer Objecte in Wickersheim's Conservirungsflüssigkeit habe ich, sobald deren Zusammensetzung in öffentlichen Blättern bekannt gegeben war, einige Versuche angestellt, obgleich schon von vornherein zu erwarten war, dass die für thie- rische Objecte so werth volle Methode der trockenen Aufbewahrung nach der Durchtränkung mit der Flüssigkeit für Pflanzentheile kaum an- wendbar sein dürfte. Die Flüssigkeit besteht im Wesentlichen aus einer Lösung verschiedener Salze, Glycerin und Methylalkohol. Die Concentration derselben bringt es mit sich, dass in den Zellen des Pflanzengewebes der Turgor aufgehoben wird, ohne dass das Protoplasma rasch erhärtet; daher verlieren zarte Pflanzentheile selbst in der Flüssig- keit ihre Festigkeit und damit ihre gegenseitige Lage. Blüthen von Tropaeolum z. B. fielen schon nach wenigen Stunden in der Flüssigkeit bis zur Unkenntlichkeit zusammen. An den Hüten verschiedener Agarici verziehen sich nicht blos nach dem Herausnehmen, sondern schon in der Flüssigkeit die Lamellen in der hässlichsten Weise. Es behalten nur solche Pflanzentheile ihre Form in der Flüssigkeit bei, welche ge- — 27 — iiügend festigende Gewebe besitzen, z.B. sklerenchymreiche Farnwedel (Blecbnum australe), die Nadeln der Conileren, Objeete, die man ebenso- gut durch Trocknen conserviren kann; nur bei Ficbtenzweigen wird durch Liegen in der Flüssigkeit das Abfallen der Nadeln beim nach- herigen Trocknen vermieden ; doch kann dies (auf die Ursache dieses Abfallens sei hier nicht näher eingegangen) ebensogut durch geeignet concentrirtes Glycerin in einfacherer Weise erreicht werden. Die Flüssigkeit tödtet ferner das Protoplasma, daher die im Zellsaft gelösten Farbstoße nach kurzer Zeit austreten; Chlorophyll hielt sich seither in einem etwas ins Braune veränderten Tone. Ich glaube somit diese Flüssigkeit für botanische Zwecke für über- flüssig halten zu dürfen und wende in der hiesigen Sammlung wie bisher Alkohol oder verdünntes Glycerin an. AschafFenburg, im Januar 1880. (Originalmittheilung.) Hilgendorf empfiehlt (Sitzber. d. Ges. naturf. Freunde zu Berlin Jahrg. 1879 p. 2 ff.), um bei platten Gegenständen die Rand- und be gestreckten die Endflächen unter dem Mikroskop wahrnehmbar zu machen die Anwendung eines kleinen Spiegelplättchens , das an der unter einem Winkel von 45 ^^ abgeschliffenen Kante eines schmalen Glasstticks be- festigt und neben die zu untersuchende, in Wirklichkeit senkrechte Fläche geschoben, das Spiegelbild derselben zeigt. Zimmermann (Chemnitz). Botanische Gärten und Institute. Jacobsen, J. C. et Rothe, Tyge, Description des Serres du Jardin Botanique de l'üniversite de Copenhague. Publice ä l'occasion du quatrieme centenaire de l'üniversite en Juin 1879. Fol. 21 S. u. 17 Tfln. Copenhague 1879. Hundert und zwanzig Jahre waren bereits seit Gründung der Copen- hagener Universität verstrichen, ehe man daran dachte einen botanischen Garten ins Leben zu rufen. Im Jahre 1600 wurde ein solcher in sehr bescheidenem Maassstabe dort angelegt. Ein zweiter folgte 1752, und 1778 wurden beide aufgehoben, um einem neuen in Charlottenborg Platz zu machen. Fast ein Jahrhundert später, 1871, wurde abermals eine derartige Schöpfung ins Werk gesetzt und 1874 beendigt. Die Gewächs- häuser des neuen Gartens, denen diese Jubiläums-Publication gemidmet ist, fallen durch ihre hohe Lage auf einem Plateau sofort ins Auge, sind aber durch hohe Baulichkeiten in der Nähe des Gartens, sowie durch alte Baumanpflanzungen im Osten und Süden desselben gegen die — 28 - heftigen Winde geschützt. Sie umfassen eine beträchtliche Anzahl von zum Theil unter sich unabhängigen Constructionen mit verschiedenen Abtheilnngen, bilden aber dessenungeachtet ein gut verbundenes En- semble, in welchem die Pflanzen bei einer Leistungsfähigkeit von 12000 K, mt. Heizröhren und unter einer Glasfläche von 3200 K. mt. einen Flächenraum von 2400 K. mt. einnehmen. Die Hauptmasse dieser Baulichkeiten wird aus 2 parallelen, aber direct mit einander verbundenen Reihen zusammengesetzt, von welchen die vordere und tiefer gelegene sich an die Mauer einer Terrasse an- lehnt, welche sich vor der andern Reihe ausbreitet und zwar so, dass der Schatten der einen der andern nicht hinderlich ist. Durch diese Disposition hat man zunächst beim Baue selbst bedeutende Ersparungen gemacht, eine vortreffliche Schutzmauer für die noch windiger gelegenen Häuser errichtet und es ermöglicht, die sämmtlichen Häuser von einer Heizung zu speisen und ihnen selbst im Winter eine mehr als genü- gende Ventilation zuzuführen. Die am weitesten zurückliegende Reihe wird aus den „Grossen Gewächshäusern" zusammengesetzt, welche eine Länge von 94 mt. bei einer Höhe von 15 mt. im Centrum und 10 mt. zu beiden Selten besitzen. Die vordere, tiefer gelegene Reihe umfasst 2 Häuser von je 39 mt. L. und einer H. von 4 mt. 40 cm., von welchen der Dachstuhl im gleichen Niveau liegt mit dem Fusse der Brustwehr jener schon erwähnten Terrasse, unter welcher ein 86 mt. langes Sou- terrain die Verbindung zwischen den beiden Reihen herstellt. Im Cen- trum dieser Terrasse, gerade en face des Palmenhauses befindet sich eine mächtige Granittreppe, welche zum Garten führt, wie man denn auch zu beiden Enden der Terrasse auf Rampen in denselben gelangt. Einige Fuss tiefer befinden sich 2 isolirte Gewächshäuser mit Satteldach von je 16 mt. 30 cm. L., bei 6 mt. 30 cm. H., vor welchen ein weites Bassin mit hoch ansteigender Fontaine errichtet ist. In einiger Ent- fernung, und zwar im Westen der „Grossen Gewächshäuser", befindet sich das kreisrunde Aquarium, welches einen Durchmesser von 9 mt. 50 cm. bei einer Höhe von 5 mt. besitzt, und hinter demselben liegen 2 kleine Häuser mit Satteldach, die zur Vermehrung und zur Vornahme wissenschaftlicher Untersuchungen dienen. Bei einigen dieser Häuser sind die Dächer krummlinig, so dass eine in Halbkuppeln auslaufende Wölbung hervorgerufen wird. Die „Grossen Gewächshäuser", desgleichen das Aquarium, sind nur aus Eisen, Stein und Glas construlrt und hat man die Eisen-Barren in Holzrahmen mit doppelter, jeden kalten Tropfenfall verhindernder Beglasung eingeschlossen, um sie gegen die Luft von aussen wie von innen zu schützen. Für die anderen Häuser hat man sich statt des Eisens des Holzes bedient, zunächst aus Sparsamkeitsrück- ßichten, dann aber auch wohl, weil man schliesslich mehr und mehr zu — 29 — der üeberzeugung gelangt, dass derartige Holzconstriictioneu, namentlich für Kalthauspflanzen, dem nordischen Klima besser entsprechen. — Es würde zu weit führen, hier auf die detaillirte Beschreibung der einzelnen Häuser, wie sie in diesem Werke mit erläuternden, sehr genauen Plänen, 17 an Zahl, gegeben wird, näher einzugehen. Als Heizungsmodus hat man den Dampf gewählt. Bei Vertheilung der Röhren in den sämmt- lichen Häusern ist man den Ansichten von Charles Hood gefolgt. (Die beigefügten Tabellen, in welchen nach dem Hood'schen Systeme die Uebereinstimmung der Temperatur draussen und in den Häusern mit der Glasfläche und Röhrenmenge dargethan wird, sind äusserst instruc- tiv. Ref) Was schliesslich die andern Einrichtungen des Gartens anbelangt, so ist zu bemerken, dass man bei der sehr accidententen Configuration des Terrains zunächst die pittoreske Seite der Anpflanzungen höchst wirksam ins Auge gefasst, dann aber auch freie Hand gehabt hat, um den verschiedenen Gewächsen, je nach ihren Ansprüchen, eine freie oder geschützte Lage, einen trocknen oder feuchteren Boden zu geben, und dass die sogenannte botanische Schule, den gewundenen Linien folgend, auf schönem Rasenuntergrund entgegentritt. Wasser ist reichlich vorhanden; man hat einen Theil des alten Festungsgrabens, welcher sich ungefähr in der Mitte des neuen, 9^2 Hektaren grossen Gartens befand, in ein grosses, längliches Bassin mit gefälligen Contouren umgewandelt, welches durch benachbarte Seen immer neuen Zufluss erhält. Auch schattige Baumalleen ziehen sich in einer Länge von 4700 mt. durch die ganze Anlage. Das Arboretum weist 70 Familien mit 1200 Arten auf. Von Stauden werden 2350 Spe- cies aus 69 Familien cultivirt, während von einjährigen 900, von zwei- jährigen Pflanzen 700 Arten hier alljährlich angezogen werden. Den officinellen und technisch wichtigen Pflanzen, wie auch der einheimischen Flora sind besondere Plätze eingeräumt. — (Vergl. auch die Refer. in Belgique horticole, T. XXIX. p. 275 und in Regeis Gartenflora 1880, p. 28—30. Red.) Goeze (Greifswald). Sammlungen. Das Herbarium Grisebach's mit mehr als 40,000 Pflauzenspecies ist laut testament. Verfügung des Verstorbenen an die Universität Göttingen übergegangen. Die botanischen Sammlungen des Londoner India Museum sollen mit denen des Economic Museums in Kew vereinigt werden. Arnoldi, E. W., Sammlung plastisch nachgebildeter Pilze. 16. Lfg. Gotha (Thienemann) 1880. In Kiste M. 8 — . - 30 — Ellis, J. B., North American Fungi. Cent. I. Newfield 1879. 28 s. (Bespr. in Revue mycol., ann. IL, No. I., p, 63.) Kunze, J., Fungi Helvetici exsiccati. Cent. III — IV. Islebiae 1879. (Bespr. in Revue mycol., II., No. I., p. 56, 57 und Oestr. Bot. Zeitschr. 1880. No. 2.) Oudemaus, Fungi Neerlandici exsiccati. Cent. III. Roumeguere, C, Fungi selecti Gallici exsiccati. Index zu Centuria VII. u. VIII. (Revue mycol. IL, No. L, p. 27—30). Rehm, Ascomyceten. XL Fase. Regensburg (Octbr.) 1879. (Bespr. in Revue mycol., ann. IL, No. L, p. 55). Spegazzini, Ch., Decades mycol. italicae, 7 — 12,u. 61 — 120. Conegliano, (1. Novbr. 1879) 15 fr. (Bespr. von C. Roumeguere in Revue mycol., ann. IL, No. L, p. 51—52). Thuemen, F. de, Mycotlieca universalis. Cent. XV. 1879. (Bespr. in Revue mycol., ann. IL, No. L, p. 53. 54). Thuemen, F. de, Fungorum novorum exoticorum decas altera. (Revue mycol., ann. IL, No. L, p. 36—38). Roumeguere, C, Lichenes Gallici exsiccati. Centuria I. (Index in Revue mycol., ann. IL, No. L, p. 31). Areschoug, J. E., Algae Scandinaviae exsiccatae, quas adjectis Characeis distribuit. Ser. nov. Fase. 9 (Spec. 401—430). Upsaliae 1879. (Be- spr. in Botaniska Notiser. 1880. No. 1. p. 18. 19). Gottsche et Rabenhorst, Hepaticae europaeae. (Decade 65 u. 66, mit .3 lith. Tfln.) (Schlussbesprechung in Hedwigia 1880. No. 1. p. 4 — 9. (658: Jungermannia riparia Taylor; 659: Sarcoscyphus Ehrharti var. üe Notar.) Müller, H., Schüler-Herbarium, Fol. Cöslin (Hendess). 1880. 1. 50. Botanische Tauschvereine. I. Deutschland: 1) Berliner bot. TauschTer. Vorstand Lehrer P. Sydow, Berlin W., Blumenthalstr. 3. 2) Königsberger bot. Tauschver. Vorstand Dr. C. Baenitz, Königsberg in Pr., Vorder Rossgarten 64. 3) Schlesischer bot. Tauschver. Vorstand A. Toepffer, Branden- burg a. Havel. (Der bisher in Leipzig unter Leitung des Herrn Paul Richter bestandene Leipziger bot. Tauschverein ist laut einer soeben eingegan- genen Mittheilung mit dem Schlesisch. bot. Tauschver. verschmolzen worden.) — 31 — II. Oesterreich-Ungarn : 1) Ungarischer bot. Tauschver. Vorstand Ludw. Richter, Buda- pest, Marie- Valeriestr. 1. 2) Wiener bot. Tauschver. Vorstand Dr. Skofitz, Wien, Schloss- gasse 15. Tauschangebot. Süsswasseralgen aus Deutschland, namentlich Desmidiaceen und Diatomaceen, werden gegen andere Algen, besonders Meeresalgen, zum Umtausche angeboten von Paul Richter (Leipzig- Anger). Personalnachrichten. Dr. Johan Emanuel Zetterstedt, Oberlehrer der Naturwissen- schaften am Gymnasium zu Jönköping in Schweden, einer der tüchtigsten und productivsten Bryologen Skandinaviens, starb daselbst am 18. Febr. im 52. Lebensjahre am Herzschlag. Ausser durch mehrere andere bot. Arbeiten hat er sich besonders durch folgende Abhandlungen einen guten Namen in der Wissenschaft gesichert: 1. Dispositio muscorum frondosorum in monte KinnekuUe nascentium. Diss. acad. 1854. 2. Monographiae Andreaearum Scandinaviae tentamen. Diss. acad. 1855. 3. Revisio Grinamiearum Scandinaviae, Diss. acad. 1861. 4. Pyreneernas mossvegetation i Lughons omgifningar. (Kngl. Svenska Akad. Handl. 1865). 5. Musci et Hepaticae Oelandiae. (Acta Societ. scientiar. Upsal. 1869.) 6. Musci et Hepaticae Finmarkiae, circa sinum Altensem crescentes. (Kngl. Svenska Akad. Handl. 1874). 7. Musci et Hepaticae Gotlandiae (ibidem 1874). 8. Om växtligheten pa Vestergötlands siluriska berg med särskild hänsyn tili mossvegetationen. (Oevers. Kgl. Vetensk. Akad.Forhandl. 1876). 9. Hepaticae Kinnekullenses (ibidem 1877). 10. Supplementum ad dispos, musc. frondos. in monte KinnekuUe nas- centium (ibid. 1877). Oerebro, d. 21. Febr. 1880. Carl Hartman. Prof. Arcangeli in Florenz ist zum Professor der Botanik und Director des botan. Gartens in Turin, Prof. Gi belli in Modena zum Prof. d. Bot. und Director des bot. Gartens in Bologna ernannt, und Prof. S a c c a r d o als solcher nach Padua berufen worden. Dr. M. Trimen, Redacteur des „Journal of Botany", hat die Directiou des botan. Gartens von Ceylon übernommen. An seiner Stelle übernimmt — 32 — J. Britten, Conservator am British Museum in London, die Redaction der genannten Zeitschrift. Prof. J. B. Balfour aus Glasgow wird die von der British Association in's Werk gesetzte naturwissenschaftliche Durchforschung der Insel Socotora (Ost-Africa) leiten und ist bereits in Begleitung A. Scott's da- hin abgereist. Die während der Expedition gesammelten Pflanzen sollen dem British Museum und den Kew-Gärten überwiesen werden. Dr. J." P. Norrlin ist zum Professor extraord. der Botanik an der Universität Helsingfors ernannt worden. Dr. L^Oll Marchand ist als Professor an der Ecole superieure de pharmacie de Paris bestätigt worden. Dr. Marshai Ward ist zur Untersuchung der Kaffeebaumkrank- heit nach Ceylon abgereist. Dr. Spencer le March. Moore hat seine Stellung am Kew Her- barium aufgegeben. Dr. Ernst Stahl, Privatdoc. a. d. Univ. Würzburg, ist zum Prov. extraord. an der Univ. Strassburg ernannt worden. An der vom 20. bis 30. December 1879 (alt. St.) in St. Petersburg stattgefundenen (VI.) Versammlung der russischen Naturforscher und Aerzte haben gegen 1400 Mitglieder Theil genommen, unter denen 80 Botaniker. Die Berichte über die in der bot. Sektion gemachten Mittheilungen werden bald erscheinen. Erklärung. Herr Dr. Baenitz theilt in seinem Prospect von 1880, Beilage mit, dass der Unterzeichnete jedenfalls die weitere Bearbeitung der von Professor Lorentz in Argentinien gesammelten Pflanzen über- nehmen werde. Auf eine von Seiten des Herrn Dr. Baenitz an ihn gerichtete Anfrage hat derselbe zuerst keine bestimmte Zusage ertheilt und einige Tage nachher, 3 Wochen vor dem Erscheinen des Prospectes erklärt, dass er nur die Bestimmung derjenigen Pflanzen übernehmen wolle, welche zu den von ihm in der Flora Brasiliensis be- arbeiteten Familien gehören. Herr Baenitz hat sich, ich weiss nicht aus welchen Gründen, auf eine Rechtfertigung seines Verfahrens trotz meiner Anfrage bis jetzt nicht eingelassen und sehe ich mich daher zu dieser Erklärung genöthigt, damit die Käufer der Lorentz'schen Pflanzen nicht glauben, ich sei eingegangenen Verpflichtungen nicht nachgekommen. Kiel, 20. December 1879. . A. Eugler. Vei'lug von Theodor Fischer in Cassel. — Druck von Leopold & Bär in Leipzig. ^ REFERIRENDES ORGAN * für das Gesammtgebiet der Botanik des In- und Auslandes. Herausgegeben nnter Mitwirkung zahlreicher Gelehrten von DR OSCAR UHLWORM in Leipzig. No. 2/3. Abonnement für den Jahrgang mit 28 M., pro Quartal 7 M., durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. 1880. . Mittheiinngen : W a Belgradensis- na.ir. SR ,rns- äs, lieber Rosa Belgradensis, pag. 88 — 90. r." u. Conserv.-Methodeu etc., pag. 90 — 92. Sammlangen, pag. 91. — Personalnach- Referate. Parker, A. T. , Experiments of Spontaneous Generation. (Proceed. of tlie Boston Soc. of Nat. Hist. XX. 96. tab. 1.) Verf. schliesst aus seinen mit grösster Sorgfalt angestellten Culturversuchen , class „nicht der Schatten eines Beweises" vorhan- den ist, welcher die Entstehung von Organismen, speciell Bacterien, in den benutzten, auf 100 und 145« C. erhitzten Infusionen etc. an- nehmbar macht. Im Gegentheil zeigen alle Thatsachen , dass die Infusionen lebende Organismen nicht erzeugen können, die Annahme einer Generatio spontanea unstatthaft ist, dass, wenn in scheinbar mit aller Sorgfalt behandelten und verschlossenen Gefässen Bacte- rien gefunden werden , ihre Anwesenheit doch in natürlicher Weise durch irgend welche Fehlerquellen, deren Verf. verschiedene an- führt, erklärbar wird. Luerssen (Leipzig). Agardli, J. Cr., Florideernas Morphologi. (Morphologie der Florideen). (Sv. Vetenskaps- Akadem. Handl. Bd. XV, No. 6, 199 pp. und 33 Tafeln). Stockholm 1879. Die Fülle von in dieser grossen Arbeit niedergelegten Beobach- tungen nöthigt uns, nur die Ueberschriften der verschiedenen Ab- theilungen hier mitzutheilen. I. Das allgemeine Aussehen und die äusseren Theile der Florideen. 1) Das allgemeine Aussehen der Florideen. 2) Zu- wachs und Verzweigung der äusseren Theile. 3) Wurzel und dem — 34 — "Wurzelsysteme zugehörende Bildungen. 4) Der Stamm. 5) Zweige und Blatt. IL Die Structur der Florideen. 6) Beschaffenheit der Zellmembran und Cuticula der Florideen. 7) Inhalt der Zellen in verschiedenen Entwickelungszuständen und in verschiedenen Schich- ten des Thallus. 8) Verband zwischen verschiedenen Zellen und die Mittel dazu. 9) Die verschiedenen Zellbilduiigsvorgänge. 10) Stel- lungs- und Gruppirungsverhältnisse der Zellen ; ihre Vereinigung zu verschiedenen Schichten. III. Ueber die Fortpflanzungsorgane. 11) Die Antheri- dien. 12) Die Sphaerosporenfrucht und die Sphaerospore. 13) Das Cystocarpium oder die Kapselfrucht. 14) Die Ansichten über die sogenannte doppelte Fructification. Nordstedt (Lund). Klein, J., Neuere Daten über die Krystalloide der Meeres- algen. (Flora 1880. Nr. 5.) Zwanzig, theils lebend, theils in getrocknetem Zustande unter- suchte Meeresalgen, 12 verschiedenen Gattungen und 5 den rein chlorophyllgrünen, 15 den Florideen angehörende Formen Hessen Krystalloide beobachten, welche in ihren wesentlichen Eigenschaften sowohl unter sich, als auch mit den übrigen bisher bekannten Kry- stalloiden übereinstimmen. In physiologischer Beziehung sind diesel- ben als provisorische Reservestoffe aufzufassen, derart, dass, wenn unter gewissen Umständen mehr Proteinstoffe gebildet werden, als augen- blicklich verwendet werden können, sich ein Theil derselben in Form von Krystalloiden ausscheidet und später vielleicht bei der Sporen- bildung zur Verwendung kommt, wie z. B. bei Acetabularia, bei welcher Krystalloide nur in solchen Exemplaren zu finden sind, die noch keine Sporen entwickelten. Geringe Grösse, Farbe und matter Glanz erschweren die Aufsuchung der Krystalloide sehr und ausser- dem zeigen sich dieselben auch nicht bei allen Exemplaren einer Art, wahrscheinlich, weil die Bedingungen für ihre Entstehung keine gleichmässigen waren. Specieller erläutert werden dann die vom Verf. in Flora 1877. Nr. 19 erwähnten und die neuerdings hinzu- gekommenen Arten, während er bezüglich der übrigen auf Flora 1871 verweist. Darnach besitzt Acetabularia mediterranea in den Kammern des Schirmes farblose, meist sehr regelmässig entwickelte Hexaeder, Bryopsis Balbisiana oft haufenweise beisammenliegende, verhältnissmässig grosse Octaeder (ob quadratische oder rhombische, bleibt ungewiss). Cladophora prolifera zeigt regelmässige Hexaeder, von denen die kleineren farblos, die grösseren braun gefärbt sind. Die Hexaeder von Dasycladus clavaeformis sind farblos oder meist braun und zeigen deutliche, parallele Schichtung, wie die von — 35 — Schimper bei Musa beobachteten Krystalloide. Callithamiiion griffitlisioides, Griffithsia heteromorpha und G. parvula besitzen Krystalloide theils in Form dünner, nicht sehr regelmässiger sechs- seitiger Täfelchen, theils in Formen, die an sehr spitze Octaeder oder Pyramiden erinnern, aber sechsseitigen Querschnitt zeigen. Die Krystalloide von G. setacea und G. Schousboei sind octaederähnliche Formen, diejenigen von Ceramium elegans dürften auch Octaeder sein; deutlich als Octaeder erkennbar sind diejenigen von Laurencia sp.(?), Polysiphonia purpurea und P. funebris, während P. sanguinea sehr spitze, langgezogene Rhomben (wahrscheinlich pyramidale Formen) zeigt. — Die von Gramer als Rhodospermin bezeichneten, krystalloidartigen, rothen Körper konnte Verf. von den in Spiritus oder verdünntem Glycerin conservirten Algen mit Sicherheit nicht er- halten. Er fand nur bei Peyssonelia rothe Körper, die wegen ihrer Kleinheit nicht näher untersucht werden konnten und bei zwei ge- trockneten Florideen (Griffithsia? und Phlebothamnion versicolor) verschieden grosse, lebhaft carmoisinrothe, eckige, nicht regelmässige Körper, die sich gegen Reagentien wie Krystalloide verhielten und möglicherweise nicht vollständig ausgebildetes Rhodospermin sind. Luerssen (Leipzig). Wille, N. , Ferskvandsalger fra Novaja Semlja samlede af Dr. F. Kjellman paa Norden skiöid s Expedition 1875. [Süsswasseralgen von „No'vaja-Semlja", von Dr. F.Kjell- man auf der Expedition Nordenskiölds 1875 gesammelt.] (Oefvers.af Kongl. Vetensk.-Akad. Förhandlingar, 1879. No. 5. pag. 13—74. Tab. XII— XIV. Stockholm 1879). Die von Dr. F. Kjellman gesammelten Süsswasseralgen wurden von dem Verf. unter Leitung des Prof. Witt rock untersucht. Die Gesammtzahl der gefundenen Arten belief sich auf 172, diejenige der Gattungen auf 57. Am reichsten vertreten waren die Desmidieen (100 Arten in 13 Gattungen). Als neue Arten wurden neben vielen neuen Varietäten beschrieben und abgebildet: Oocystis(?) Novae Seraliae, Sorastrum(?) simplex, Cosmarium pseudisthmo- chondrum, subnotabile, Kjellraani und Novae Semliae, Staurastrum Kjellmani und Novae Semliae, Gonatozygon Kjellmani. Für Conferva (Linne) Link wird folgender Gattungscharakter aufgestellt: „Fila articulata, simplicia. Cellulae cylindricae. Pro- pagatio fit zoogonidiis. Zoogonidia cellula fracta examinant. Cel- lulae disjunctione membranam oblique penetrante transversaliter franguntur, qua re filum in articulas literae H similes disjungitur; filum articulis alternantibus insertis." Microspora Thur. wird 3* — 36 — von dem Verf. mit Conferva vereinigt. Die Zeilentheilung bei Con- ferva wird näher beschrieben; dieselbe findet unter der Bildung von H ähnlichen eingeschobenen Stücken, welche succedan (durch Intus- susception) producirt werden und die älteren Membrantheile aus einander zwängen, statt. Sie ist also bei Conferva ähnlich wie bei Oedogonium. Einzelne Arten bilden Auswüchse, welche von den Wänden aus in das Lumen der Zelle hineinragen. Psichohor- mium Kütz. besteht zum Theil aus Confervafäden mit anorgani- schen Ablagerungen. Wille (Christiania). Stolterfoth, Henry, On a new species of the genusEucam- pia. (Journ. of the R. Micr. Soc. Vol. II. Nr. 7. Decbr. 1879. p. 835. Mit Abbildung.) Nach Auffindung einer neuen Species aus der Gattung Eucam- pia Ehr. sieht sich der Verf. veranlasst, um nicht ein neues Genus zu schaffen, die in „Smith, Brit. Diät." vol. IL p. 25 gegebene Gattungsdiagnose dahin zu erweitern, dass die Schalen nicht nur punktirt, sondern auch gestreift, neben der elliptischen Form auch kreisförmig sind. Eucampia striata Stolterfoth, n. sp. Durchmesser des von den Frustein gebildeten Fadenkreises ungefähr "Ol engl. Z. Schalen hyalin. Seitensicht kreisrund, "002". Frontsicht trapezförmig, un- gefähr 4 — 5 mal länger als breit. Quer verlaufende Streifen 14 auf •001". Ein kleiner Dorn begrenzt an den Winkeln den convexen Rand, derselbe liegt ebenfalls am Rande der Seitensicht. Endo- chrom grün. Marin. Mündung des Dee, ehester; Hong Kong (Dr. Palmer.) In derselben Aufsammlung fand sich eine grössere Form vor, die Verf. als var, maxima anreiht. Der Faden besteht nur aus 5 — 6 Frustein und bildet nur Curven. Seitensicht '004"; Frontsicht ziemlich quadratisch mit 7 — 8 Streifen auf "OOl"; — ohne Dorn. Ueber- gangsformen wurden nicht beobachtet. Richter (Anger - Leipzig). Prazmowski, A. , Untersuchungen über die Entwicke- lun gsgeschichte und Fermentwirkung einiger Bacte- rien- Arten. 8. 56 pp. 2 Tfln. Leipzig (H. Voigt) 1880. M. 2. Vorliegende Schrift zerfällt in zwei Tlieile. Im ersten Ab- schnitte wird nach einer kurzen Einleitung und Angabe der Unter- suchungsmethode die Entwickelungsgeschichte und Biologie von fünf untersuch t(^nBacterienarten besprochen, welche drei verschiedenen Gat- tungen: Bacillus, Vibrio und einer neuen, vom Verf. als Clostri- dium bezeichneten Gattung, angehören. — Bezüglich der Entwicke- lungsgeschichte von B. subtilis werden die früheren Angaben Bre- feld's in allen wesentlichen Punkten bestätigt; dagegen wird — 37 — durch besondere Versuche dargethan, dass die von Cohn verrauthete Ferment Wirkung („Butter säure gährung" ) diesem Spaltpilze nicht zukommt. — B. Ulna stimmt in seiner Entwickelungs- geschichte und seinen physiologischen Eigenschaften, soweit diese ermittelt wurden, vollständig mit B. s üb tili s überein, — In der Gattung Clostridium werden zwei Arten : Cl. butyricum und Cl. Polymyxa unterschieden. Erstere versetzt eine Reihe von Sub- stanzen in Buttersäuregährung, wobei sich Kohlensäure und Wasser- stoff ausscheidet ; sie ist ein Anaerobium, welches höchst wahrschein- lich selbst zur Sporenkeimung des freien, atmosphärischen Sauerstoffs nicht bedarf. Cl. Polymyxa unterscheidet sich von Cl. butyricum nur durch physiologische Merkmale: sie kann bei Luftausschluss zur Sporenbildung nicht gelangen, auch zur Keimung der Sporen ist das Vorhandensein des Sauerstoffs nothwendig; bei Luftzutritt ver- mehrt sie sich sehr rasch , ohne irgend welche Gährwirkungen zu äussern ; wird ihr dann der Sauerstoff der Luft entzogen , so geht sie in Gährung über, bei der Kohlensäure und andere, noch näher zu bestimmende Producte der Gährung ausgeschieden werden. Beide Arten verdicken vor der Sporenbildung ihren Querdurchmes- ser um das Doppelte bis über Dreifache und nehmen dabei verschie- dene Gestaltungen an. Die Sporen dieser Arten treiben den Keim- schlauch in der Richtung ihrer Längsaxe. — Vibrio Rugula bildet kuglige Sporen in einem köpfchenartig angeschwollenen End- theile des Stäbchens. — Der zweite Abschnitt beschäftigt sich mit der Zoogloeen- bildung, dem anatomischen Baue der Sporen und schliesst mit syste- matischen Bemerkungen über die zuvor behandelten Arten ab. — Die Zoogloeen der Bacterien sind morphologisch von den Gal- lertfamilien der einzelligen Algen nicht unterschieden; beide ver- danken ihre Entstehung den nämlichen Processen ; doch ist nicht eine jede Bacteriencolonie das Resultat der fortgesetzten Zweithei- lung eines einzelnen Urstäbchens, da auch Stäbchen verschiedener Abstammung unter Umständen zu einer Colonie verschmelzen kön- nen. — Der Vorgang der Sporenbildung beruht auf Verdichtung des Plasma und Ausstossung der Imbibitionsflüssigkeit. Das verdichtete Plasma besitzt das Vermögen, die Lichtstrahlen stark zu brechen, weshalb die Sporen der Bacterien lichtglänzend erscheinen. Die Sporen sind nach aussen von einer derben Membran umhüllt, welche bei der Keimung als Exosporium abgestossen wird; eine innere Membran — Endosporium — wächst zum Keimschlauch heraus; eine dritte Membran („Episporium") gibt es nicht. Am Schlüsse werden die morphologischen Befunde der voran- — 38 — gehenden Capitel zusammengefasst und vom Standpunkte der Syste- matik aus beleuchtet. Die Bacterien weisen in ihrer Entwickelung gewisse morphologische Verschiedenheiten auf, welche zu einer Tren- nung derselben in distincte Arten berechtigen. Der Nachweis, dass es verschiedene Arten von Bacterien gibt, wurde wenigstens für zwei — B. subtilis und Cl. butyricum — mit aller Sicher- heit geliefert. Die Arten der Gattung Clostridium stehen in naher, verwandtschaftlicher Beziehung zu Bacillus und Bacte- rium; sie könnten mit einer von diesen vereinigt werden, doch schien es zur Zeit — in Anbetracht unserer ungenügenden Kennt- nisse über diese beiden Gattungen — gerathener , dies zu unter- lassen. PraÄmowski (Leipzig). Wernich, A., Versuche über die Infection mit Micrococ- cus prodigiosus. (Cohn, Beitr. z. Biol. d. Pfl. Bd. III. Heft 1.) W. stellt sich die Beantwortung der beiden Fragen zur Auf- gabe: 1) Auf welche Weise findet bei M. prodigiosus die Ueber- tragung der Keime statt? 2) Durch welche Mittel und Vorkehrungen werden die Keime zerstört oder die Folgen der absichtlichen Ueber- tragung aufgehoben? Nachdem er durch Vorversuche constatirt hat, dass M. prodigiosus kein Parasit, sondern ein Saprophyt ist, der, wie alle saprophytischen Pilze, den Widerstand lebender Gewebe nicht zu überwinden vermag, sondern zu seiner Ansiedelung der Quellung, Lockerung und theilw eisen Auflösung der Intercellular- substanz bedarf, und dass ferner die gekochte und wieder abgekühlte Kartoffel den sichersten und best disponirten Boden für die Weiter- verbreitung darbietet, ermittelt er durch verschiedene Versuchsreihen : ad 1), dass Contact mit feuchten Micrococcusmassen sofort Infection bewirkt, die gewöhnliche Bewegung der Zimmerluft (selbst wenn darin Micrococcus - Culturen vorgenommen wurden) Infectionskeime nicht überträgt, vielmehr ein starker continuirlicher Luftstrom nöthig ist, von einer mit M prodigiosus überzogenen Oberfläche Keime nach disponirten Nährflächen zu führen; ad 2), dass die Vernichtungstemperatur für besagten M. zwischen 68 und 80^ C. liege, dass sich Wasser — heisses wie kaltes — der Vermehrung desselben hinderlich erweise, dass Alkohol und Carbolsäure den Keim unwirksam machen, während Kali hypermanganicum und Sa- licylsäure das nicht vermögen, dass Salz- und Salpetersäure sich absolut tödtlich erweisen, dass aber endlich auch Micrococcus can- didus und aurantiacus, sowie Bacterium Termo ihn zunächst in seinem Terrain einschränken und schliesslich vernichten. Zimmermann (Chemnitz). — 39 — Miflet, Untersuchungen über die in der Luft suspendir- ten Bacterien. (Cohn, Beitr. z. Biol. d. Pfl. Bd. III. Heft 1.) Nach verschiedenen einleitenden Bemerkungen des Prof. Cohn über das Geschichtliche zur Frage bezügl, der in der Luft befind- lichen Bacterienkeime , sowie besonders über die Untersuchungs- methode, berichtet Miflet über die Resultate der Luftuntersuchung von fünf verschiedenen Localitäten, und zwar: der Arbeitsräume im pflanzenphysiologischen Institut, der Zimmer in der Station für Flecktyphuskranke, des Sectionszimmers im pathologischen Institut, des Operationszimmers der chirurgischen Klinik, des freien Wald- terrains im botanischen Garten , des Bodens a) im botanischen Garten, b) im Hofraume des pflanzenphysiologischen Instituts und der Kloake am letztgenannten Orte. Aus den gemachten Beob- achtungen zieht er folgende Schlüsse: In der Luft sind zahlreiche entwicklungsfähige Bacterienkeime suspendirt. Dieselben können durch die angewendete Methode aufgesammelt, zur Entwicklung und Vermehrung gebracht und in Folge dessen auch systematisch unterschieden und bestimmt werden. Für verschiedene Bacterien ist die Anwesenheit von entwicklungsfähigen Keimen in der Luft durch die angewandte Methode als nachgewiesen zu erachten, wäh- rend für andere — und zwar gerade für solche, die sich in gährenden Substanzen sehr gewöhnlich entwickeln (Bacterium Termo, Spirillen^ Spirochaeten) — dieser Nachweis noch nicht geliefert werden konnte. In der aus dem Boden aufgesaugten Luft konnte die Anwesenheit von Bacterienkeimen nur für einzelne Fälle nachgewiesen werden, während die aus einer Kloake aufsteigende Luft sehr reich daran war. Das stark belegte Krankenzimmer eines Flecktyphushospitals enthielt dagegen dergleichen nicht, vermuthlich in Folge wirksamer Ventilation und Desinfection. Die Zahl der in dieser ersten syste- matischen Untersuchung gemachten Beobachtungen war durchaus nicht ausreichend, festzustellen, ob der Verschiedenheit der in ver- schiedenen Orten aus der Luft aufgesammelten Bacterien eine wesentliche, insbesondere an gewissen Localitäten eine pathogene Bedeutung zukommt, die bisherigen Versuche ergaben vielmehr ein. negatives Resultat. Zimmermann (Chemnitz). Hayduck, M., Bestimmung der Hefe durch Zählung. (Zeit- schrift f. Spiritus-Industrie XIV. 1880 p. 1.) Die Zählung der Zellen erfolgt mittelst Ocular-Mikrometer mit Quadraten nach dem Vorgange Rasmus Pedersens oder besser durch Objectiv-Mikrometer mit ähnlicher Theilung. Verf. berechnete für 1000 ccm. Hefeflüssigkeit 2700—2760 Millionen Hefezellen and hält — 40 — das von Nägeli angegebene mittlere Gewicht einer Hefezelle von 0,000,000,000.5 gr. für richtig. W i 1 1 m a c k (Berlin). Carrington, B., New British Hepaticae. (Grevillea 1879. No. 46, p. 41—45.) Verf. bespricht ausführlich 6 Species, von welchen 4, nämlich Riccia glaucescens, Gymnomitrium crassifolium , Diplophyllum (Jungerm.) myriocarpum und Jungermannia Nevicensis als neue Formen überhaupt und 2, nämlich Riccia tumida Ldg. und Cepha- lozia (Jungerm.) multiflora (Huds.) Ldg. als nur für Grossbritannien neue Arten aufgestellt werden. Riccia glaucescens Carr. scheint nach der Beschreibung und dem eigenen Urtheile des Autors in die nächste Verwandtschaft von R. Bischoffii Hüb. zu gehören; sie ist wie diese Art dioecisch und ihre Sporen sind gross, dunkelbraun und stachelig; allein schon die lineal- keilförmigen Laubstücke sollen diese Form hin- länglich von R. Bischoffii unterscheiden lassen. Gymnomitrium crassifolium Carr., welches, bevor Früchte aufgefunden waren, vom Verf. als Form von Kardia (Sarcoscyphus) Funckii Gray angesehen wurde, zeichnet sich durch im trockenen Zu- stande fast schwarze Rasen und Kleinheit der Stengel aus, wodurch diese Species schon auf den ersten Blick von G. concinnatum Gerda und G. coralloides N. v. E. leicht getrennt werden kann. Am nächsten steht dieser Form G. crenulatum Carr., von welcher Art sie aber durch ganze, nicht vorspringend gekerbte, Blattränder verschieden sein soll. Diplophyllum myriocarpum Carr., etwa von der Stärke einer Jungerm. divaricata N. v. E. oder J. Starkii Hrb. Funck, gleicht sehr kleinen Formen der J. minuta Crantz, von welchen es aber durch ein eigenthümliches chitinartiges, starres Gewebe des Stengels, welches durch Witterungseinflüsse sehr langsam zersetzt wird und deshalb lange erhalten bleibt, unterschieden sein soll. Jungermannia Nevicensis Carr. gehört in die Verwandt- schaft von J. catenulata Hüb. und J. bicuspidata L., deren kleineren Formen diese Species gleichen soll. Ihre Farbe ist gewöhnlich ein glanzloses Gelbgrün, doch sind manchmal Stengel und Blätter braun überhaucht. Characteristisch für das Moos sind das Fehlen der Wurzelhaare und die grossen, viereckigen Zellen der Rindenschicht. Fructitication bis jetzt unbekannt. Cephalozia multiflora (Huds.) Ldg. führt Verf. nur auf Veran- lassung von Slater und Spruce als diese Art an, zweifelt aber,^ dass. es diese Species sei, welche in Grossbritannien gefunden wird, da die Beschreibung Witherings und älterer Schriftsteller auf J. setacea Web. passe. Warnstorf (Neu-Ruppin). — 41 — Müller, Karl (Hai), Musci Africae orientali-tropicae Hilde- brandtiani. (Sep.-Abdr. a. Flora 1879. Nr. 24; 5 Seiten.) Es ist zwar nur ein kleines Häuflein Moose von Hildebrandt von seiner verunglückten Reise zum Kenia heimgebracht worden, doch befinden sich darunter einige durch überraschende Eigenthüm- lichkeiten ausgezeichnete Arten. Dies gilt besonders von der Bar- bula Eubryum n. sp. (p. 5), welche seltsamer Weise an Stelle der weiblichen Geschlechtsorgane eigenthümlich gestaltete und gestielte Brutknöspchen erzeugt und deshalb von M. als Vertreter einer eigenen Section „Bulbibarbula" aufgestellt wird. Das neue Calymperes caudatum C. Müll. (p. 4) zeichnet sich durch eigenthümliche Zell-Sprossungen an seiner Rippenspitze aus, „indem diese Puccinia - artigen Körper desmidiaceenartig in eine helle Spitze auslaufen." Die übrigen neuen Arten sind: Fissidens (Eufissidens) pseudo- rufescens (p. 2), Weisia (Hymenostomum) brachypelma (p. 2), Bryum (Senodictyum) bulbillicaule (p. 2/3), Bryum (Argyrobryum) Taitae(p.3), Br. (Argyrobryum) arachnoideum (p. 3), Entosthodon Hildebrandti (p. 4), Bartramia (Philonotula) curvula (p. 4). Holler (Mering). Müller, Karl (Hai), Musci Venezuelenses Fendleriani. (Sep. Abdr. aus I;innaea XLH. 8. 42 Seiten. Berlin 1879.) Die dieser Abhandlung zu Grunde liegende reichhaltige Charac- ter-Sammlung der östlichen Küstenflora des aequatorialen Südamerika wurde schon im Jahre 1855 von Fendler in Venezuela zusammen- gebracht. Der 1873 verstorbene amerikanische Bryolog Sullivant legte die erste ordnende Hand an sie, sichtete die Arten und liess Zeichnungen anfertigen. Letztere lagen seit dessen Tode im Her- barium der „Harvard University" zu Cambridge (Mass.) begraben, bis sie der Zeichner, Herr Schrader, wieder au's Licht zog. Die Sammlung enthält 142 Arten, worunter 95 neu aufgestellte- Die Namen der letztern sind: Bartramia (Bartramidula) Fendleri (p. 3), B. (Philonotula) macrodictya (p. 3), B. (Philonotula) alto- gracilis (p. 3/4), B. (Vaginella) subbrevifolia (p. 4), B. (Vaginella) lineata (p. 4), Leucobryum flavo-mucronatum (p. 4) und L. micro- carpum (p. 4), Fissidens validicostatus Süll. (p. 5), F. Fendleri (p. 5), Conomitrium trachelyma (p. 6) (Fissidens Süll.) und C. biareolatum (p. 6), Mnium dimorphum (p. 7), Diphyscium Fendleri (p. 8), Catharinea (Polytrichadelphus) Valenciae (p. 8), Polytrichum (Eu- polytrichum) brachymitrium (p. 8), Seligeria (Leptotrichella) globi- carpa (p. 9), S. (Leptotrichella) rostrata (p. 9), Angströmia (Cam- pylopodium) Fendleri (p. 10), Leptotrichum plümosum (p. 10), — 42 — Trematodon Fendleri (p. 10), Thysanoniitrium luteum (p. 10), Dicraiium (Campylopus) pseudofilifolium (p. 11), D. (Campylopus) zygodoiiticarpum fp. 11), D. (Campylopus) porphyreocaule (p. 12), D. (Campylopus) Fendleri (p. 12.), D, (Campylopus) exaltatum (p. 12). Dicranum (Leucoloma) asperrimum (p. 12), D. (Leucoloma) ecaudatum (p. 13), Holomitrium lutescens (p. 13), Epipterygium orbifolium (p. 13), Orthodontium Fendleri (p. 13), Bryum (Rhodo- bryum) pycnopyxis (p. 14), Br. (Peromnion) sordidissimum (p. 14), Br. (Apalodictyon) Fendleri (p. 15), Br. (Apalodictyon) micropendu- lum (p. 16), Br, (Apalodictyon -Doliolidium) ceramiocarpum (p. 16), Br. (Apalodictyon) chrysoblastum (p. 17), Br. (Dicranobryum) longi- pedicellatum (p. 17), Br. (Dicranobryum) peraristatum (p. 18), Br. (Dicranobryum) globirameum (p. 18), Br. (Eubryum) leptoloma (p. 18), Br. (Eubryum) Valenciae (p. 19), Br. (Argyrobryum) leucurum (p. 19), Br. (Argyrobryum) stenopyxis (p. 20), Weisia (Gymnostomum) Venezuelensis (p. 20), Ceratodon Vene- zuelensis (p. 21), Trichostomum (Pycnophyllum) linealifolium und Fendleri (p. 21), Leptodontium procumbens (p. 22), Barbula (Senopliyllum) mobilis (p. 22) und Fendleri (p. 23), Syrrhopodon (Orthotheca - Calymperidium) epapillosus (p. 23), S. (Eusyrrhopodon) cylindrotliecius und flexi - areolatus (p. 24), Zy- godon (Euzygodon) pilosulus (p. 24), Z. Fendleri (p. 24) und Z. gymnus (p. 25), Schlotheimia' (Ligularia) grandi - areolata und S. purgentissima (p. 25), Macromitrium retusulum (p. 26). M. Fend- leri (p. 26), M. raphidophyllum (p. 27), M. paucidens (p. 27), M. subnitidum (p. 28), M. Euncinatella (p. 28), M. stolonigeruin (p. 29) und serrulatum (p. 30), Daltonia Fendleri (p. 31). Lindigia tricho- mitria (p. 31), Pterobryum Fendleri (p. 31), Pilotrichum Fendleri (p. 32), Aerobryum (Capillidium) Conferva (p. 32), Orthostichella subpachygaster (p. 32), Papillaria pseudofunalis (p. 33), P. pseu- dosinuata (p. 33), P. subsquamatula (p. 33), Pilotrichella Illecebra- ria (p. 33), P. subheterocladia (p. 33), Entodon (Erythrodontium) pallidissimus- (p. 34), Lepidopilum goniothecium (p. 35), L. aureo- fulvum und leiomitrium (p. 35), Hookeria (Euhookeria) Fendleri (p. 35), H. (Euhypnella) pernutans, H. plumicaulis und H. Philo- notula (p. 36), Hypnum (Plagiothecium) Schraderi (p. 36, 37), H. (Taxicaulis-Leucoblastia) eutrypherum (p. 37), H. (Microthamnium) subperspicuum (p. 37, 38), H. (Strigodium) nano-polymorphum (p. 38), H. (Cupressina) trichostegum (p. 39), Hypnum (Rhynchostegium) trachynotum (p. 39), H. (Brachythecium) eupopuleum (p. 40), H. (Tamariscella) Frontinoae (p. 40) und endlich Schraderella pungens (p. 41) n. gen. et sp. H oller (Mering). — 43 - Trapp, M., Selaginella rediviva. (Monatsber. der Obst-, Wein- und Gartenbau-Sektion der kk. mähr.-scliles. Gesellsch. f. Acker- bau, Natur- und Landeskunde. XIII (1880) p. 2.) Verf. bespricht die grosse Hygroskopicität dieser Pflanze, die ein ähnliches aber überraschenderes Schauspiel gewährt, als die Rose von Jericho (Anastatica hierochuntica) und in ihrem Vaterlande, Cali- fornien, „Siempre vive" heisst. — S. lepidophylla (Lycopodium lepi- dophyllum Hook), in Mexiko Auferstehungspflanze genannt, soll sich ähnlich verhalten. \\ittmack (Berlin). Gilburt, W. H., On the Morphology of Vegetable Tis- sues. [Zur die Morphologie vegetabil. Gewebe.] (Journ. of the R. Micr. Soc. II. 801. tab. 22, 23.) Die an verschiedenen Laubhölzern (Fraxinus, Tilia, Syringa, Acer, Sambucus, Salix etc.), sowie Nadelhölzern (Salisburia, Larix, Taxus, Juniperus etc.) angestellten Untersuchungen ergaben dem Verf. das Resultat, dass das Cambium nicht ein Theil des Procam- biums ist, welcher nach Differenzirung des letztern in das primäre Phloem und Xylem übrig bleibt, sondern ein besonderes und neues Gewebe, das aus den dem Marke zunächst gelegenen Schichten des Procambium hervorgeht , indem dessen Zellen sich regelmässig in centrifugaler Folge bis zu 6 — 8 Zellenlagen theilen, worauf in den 3 — 4 äusseren Lagen noch weiter unregelmässige Theilungen er- folgen. Das Cambium ist dann aus prosenchymatisch gestalteten Zellenreihen zusammengesetzt, deren Zeilenzahl je nach den Holz- arten variirt. Von diesen Reihen wird auf der Phloemseite durch Abrundung der einzelnen Zellen Parenchyra, auf der Xylemseite durch Resorption der Querwände je einer Reihe Prosenchym ge- bildet, während Holzparenchym aus denjenigen Zellenreihen entsteht, deren Querwände nicht resorbirt wurden. Die Gefässe werden durch Fusion verticaler Reihen der prosenchymatischen Cambium -Zell- gruppen durch völlige Resorption der queren und theilweises Ver- schwinden der schiefen Wände gebildet; dabei scheint die Resorption der schiefen Wände ihren Anfang mit der Bildung von Siebplatten zu machen, deren Poren sich vergrössern und verschmelzen, bis sie entweder eine einzige grosse, kreisförmige Durchbrechung der Wand darstellen, oder von denen schmale, die Siebporengruppen trennende Bänder als die Sprossen der leiterförmigen Durchbrechung gewisser Arten stehen bleiben. Luerssen (Leipzig). Hielscher, T., Anatomie und Biologie der Gattung Strepto- carpus. (Cohn, Beitr. zur Biol. d. Pfl. IIL 1. Taf. 1—3.) Verf. stellt die Resultate seiner Untersuchungen in folgender Weise zusammen. Der Embryo von St. (polyanthus) , von einer — 44: — mehrschichtigen Samenschale, die theils als Integument, theils als Knospenkern zu deuten ist, umschlossen, ist endospermfrei, dikotyl, besitzt aber weder Wurzelanlage noch Endknospe. Nach der Kei- mung brechen am Grunde des primären Stengelendes in grosser Zahl endogene Adventivwurzeln hervor. Von den beiden Kotyledonen stirbt der eine nach kurzem Wachsthum ab, der andere dagegen vergrössert sich ausserordentlich und wird zu einem Laubblatte von mehrjähriger Lebensdauer. Am Stiele dieses einzigen Blattes, dessen Gewebe am Grunde im theilungsfähigen Zustande verharren, entstehen zahlreiche Adventivwurzeln, während die am primären Stengelchen nach der Keimung hervorgebrachten zugleich mit ersterem absterben; der Blattstiel wird alsdann durch eine Kork- schicht unten abgeschlossen. Im Gewebe des Blattstieles sammelt sich Stärke an; das Blatt verhält sich nun ganz wie ein Blattsteck- ling, indem es im zweiten Jahre auf der Oberseite seiner Blattstiel- basis in acropetaler Folge die cymösen Blüthenrispen als Adventiv- sprosse hervorbringt, reich verzweigte Infiorescenzen, mit hellblauen Blüthen, die dem allgemeinen Typus der Gesneraceen, speciell der Cyrtandreen, entsprechend gebaut sind. Ebenfalls adventiv ent- stehen gleichzeitig oder meist etwas später auf dem Blattstiele eine Reihe von Laubsprossen. Diese Sprosse erheben sich als Meristem- hügel über den Blattstielgrund und ihre Gefässbündel setzen sich mit dem freien Rande der halbcylindrischen, nach oben offenen Ge- fässbündelrinne in Verbindung. Bei St. Rexii sind die adventiven Blüthenstiele einblüthig. Luerssen (Leipzig). Areschoug-, F. W. C, Om stambygnaden hos Leycesteria formosa Wall, [lieber den Bau des Stammes bei L.] (Bota- niska Notiser 1879. No. 6, pag. 169—177). Es werden einige Eigenthümlichkeiten des anatomischen Baues dieser Pflanze beschrieben und in ihrer Beziehung zu der bemer- kenswerthen Resistenz der grünen und halb krautartigen Jahres- triebe gegen den Frost näher beleuchtet. Als einen in dieser Hinsicht wirksamen Schutz der schwächeren Gewebepartien be- zeichnet der Verf. die stark collenchymatische, chlorophyllfreie Innen- rinde und die in eine einzige Reihe angeordneten, grossen, dünnwan- digen und radial gestreckten Bastlibriformfasern nebst einer dicken Cuticula und einer Art Hypoderma, der ersten Zellschicht der Aussen- rinde, während die letztgenannten Gewebe im Uebrigen ein mehr- schichtiges chlorophyllreiches Palissadenparenchym bilden , zu dem zahlreichein der Epidermis befindliche Spaltöffnungen den Luftzutritt vermitteln. . Nilsso n (Lund). — 45 — Bernhard. L., Einige Züge aus der Eiitwickelung der Spalt- öffnungen bei den Pflanzen, (russ.: Nekotorija tscherti so ras- witii dichatelnich ustjits ü rastenij.") (Separatabdruck aus „Tru- di" (Arbeiten) der Naturforscher-Gesellschaft zu Charkow, t. XII. — 80. 78 S. mit Tafeln.) Mechanische Ursachen, welche die Entstehung der Spaltöffnun- gen bedingen , und die Beziehung zwischen der Zahl der letzteren und dem Baue der Blätter. Gobi (St. Petersburg). Rätliay, Enierich, Ueber nectarabsondernde Trichome eini- ger Melampyrum-Arten (vorgel. d. Wiener Akad. d. Wiss.). Die Ergebnisse dieser Arbeit sind (laut Anzeiger der k. Akad. d. Wiss. Math.-naturw. Gl. XVII. 1880. Nr. IV. p. 26) folgende: 1) „Die Punkte, welche die Systematiker schon längst an den Hochblättern verschiedener Melampyren beobachteten , sind bei M. arvense, nemorosum, pratense und barbatum Trichome, und zwar Schuppen , die aus einer kurzen Fusszelle und einer kreisrunden Scheibe bestehen, welche mit ihrer Mitte der Fusszelle aufsitzt. Die Scheibe selbst setzt sich aus einer einzigen Schicht prismatischer Zellen zusammen. 2) Nach ihrer Function gehören die Schuppen der genannten Melampyren zu den Hautdrüsen de Bary's, indem sie auf der Ober- seite ihrer Scheibe zwischen der Cuticula und den Zellmembranen der prismatischen Zellen eine Flüssigkeit ausscheiden, welche durch Zerspreng ung der Cuticula ins Freie gelangt und dort von den Ameisen aufgesucht und verzehrt wird. 3) Die ausgeschiedene Flüssigkeit enthält mindestens 2 % einer das Kupferoxyd in der Kälte nicht reducirenden Zuckerart. 4) Die Entwicklungsgeschichte der Schuppen ist im wesent- lichen dieselbe wie die anderer ähnlicher Gebilde. 5) Der Zweck , den die Schuppen für die Melampyren haben, lässt sich weder nach der Hypothese Belt's und Delpino's über die extrafloralen Nectarien, noch nach der Hypothese Kerner' s über den gleichen Gegenstand erklären." Eingangs enthält die Arbeit in einer Anmerkung die vorläufige Mittheilung, dass die in Form von Tröpfchen entleerten Inhalte der Spermogonien gewisser Aecidiomyceten , wie des Gymnosporangium fuscum und conicum, süss schmecken, zuckerhaltig sind und von den Ameisen eifrig aufgesucht werden. Uhlworm (Leipzig). Poulseu, \., Det extraflorale Nektarium hos Capparis cyno- phallophorus. (Das extraflorale Nectarium bei Capparis cyno- phallophorus.) [Naturh. Foren. Vidensk. Meddel. 1879— 80. Heft 1.] Die in der Blattachsel sitzende kleine, gelbe, sphärische Drüse, - 46 - welche — nach Angabe Baron E g g e r s ' — kurz vor der Blüthe- zeit Honig secernirt (von Eichler in Flora brasil. Vol. VIII. P. I als flos abortivus beschrieben) , betrachtet Verf. als einen umgebil- deten Laubspross, dessen zwei erste (und einzige) Blätter, beinahe zu gleicher Zeit angelegt , in der Mediane sich deckend liegen und die Form von Niederblättern bewahren. Die Sonderung zwischen den im Scheitel des Sprosses anfangs ditferenzirten Schichten wird allmählich durch die unmittelbar unter dem Dermatogen auftreten- den periklinen Wände , durch welche senkrechte Zellenreihen her- vorgebracht werden, verwischt. Die Aussenwände des Dermatogens werden nicht verdickt ; Spaltöffnungen werden über der ganzen se- cernirenden Fläche gebildet. Das starke , chlorophyllfreie Mark- gewebe, worin geschlängelte Stränge procambialer Zellen auftreten, scheint besonders der Herd des Ausscheidungsproductes zu sein. Von den unter der Drüse stehenden accessorischen Knospen ent- steht die erste am Grunde der Hauptknospe (Drüse) , die nächste am Grunde dieser ersten; ihre Fibrovasalstränge verbinden sich mit denen der Hauptachse unmittelbar unter dem Nectarium. J ö r g e n s e n (Copenhagen). Heuslow, George, Floral Dissections illustrative of Typical Genera of the British Natural Orders. For the use of Schools and Students in Botany. London 8. 17 pp. 1879. Enthält Diagramme und Zergliederungen von 77 natürlichen Ordnungen. Bei grösseren natürlichen Ordnungen sind mehrere typische Genera von jeder derselben dargestellt. Ben nett (London). BaiUon, H., Sur Tinvolucelle des Dipsacees. (Bull. mens. d. 1. Soc. Linn. de Paris, n. 29. [3. dec. 1879] p. 226-227.) Der Aussenkelch der Dipsacaceen besteht aus Bracteen, welche zu Quirlen vereinigt sind, wie Verf. aus Beobachtung einer Cyma an Stelle einer Einzelblüthe in der Achsel eines Tragblatts der Inflorescenz schliesst. Der Blüthenstand wird mit dem von Gundelia und Echinops, sowie dem der Calycereen verglichen. Duchartre's Ansichten über die Blüthen der Dipsacaceen und über die Unterscheidung von aigrettes calicinales und bracteales bei den Compositen werden verworfen. Koehne (Berlin). Pringsheim, N., Untersuchungen über das Chlorophyll. Vierte Abhandlung: Ueber das Hypochlorin und die Bedingungen seiner Entstehung in der Pflanze. (Monats- ber. d. Kgl. Akad. d. Wissensch. zu Berlin, Novbr. 1879.) L Structur und Zusammensetzung der Chlorophyllkörper. Durch Behandlung der grünen Zelle mit Salzsäure entstehen! — 4:1 — vornehmlich an der Peripherie der Chlorophyllkörper dunkle , tief röthlich-braune oder rostfarbige, unregelmässig begrenzte Aus- scheidungen, welche bald kantige oder spitzige Fortsätze vorschieben und zu undeutlichen krystallinischen Schuppen oder Nestern werden, aus welchen nach kürzerer oder längerer Zeit lange, spitzige, gerade oder gekrümmte Nadeln und äusserst dünne, gewundene Fäden oder auch kürzere oder dickere Stäbchen hervorschiessen. Nach den Löslichkeitsverhältnissen derselben liegt die Vermuthung nahe, dass sie aus einem Gemenge von Harz und ätherischem Oel bestehen. Da der Farbstoft' der Ausscheidungen, welcher vom Chlorophyll herrührt, unlöslich in Salzsäure, und da die Nadeln, Fäden und Stäbchen sich häufig im Licht entfärben oder auch manchmal bei ihrem Entstehen schon farblos sind, so schliesst Pringsheim, dass in den Ausscheidungen noch ein besonderes Menstruum vorhanden sein muss, welches als Träger des Farbstoffes dient. Die sich durch Salzsäure ausscheidenden Tropfen bestehen daher aus einer ölartigen Flüssigkeit, welche durch gelösten Chlorophyllfarbstoft" tingirt ist und entweder selbst krystallisationsfähig ist oder noch einen aus- krystallisirenden Stoff, „das Hypochlorin", enthält. Die Ausscheidung erfolgt auch durch Pikrinsalpetersäure und durch feuchte Wärme. Werden grüne Gewebe mit Wasser erwärmt oder mit Wasserdämpfen destillirt, so scheiden sich gleichfalls Tropfen einer ölartigen Substanz von der Grundsubstanz der Chloro- phyllkörper ab, die Pringsheim für ein zweites im Chlorophyllkörper vorhandenes, nicht flüchtiges und nicht krystallisirbares Oel hält, welches neben dem flüchtigen und krystallisationsfähigen Hypochlorin in demselben vorhanden ist. Gründe dafür sind folgende. An den durch warmes Wasser abgeschiedenen Tropfen vollziehen sich die Gestaltungsvorgänge, weldie an den durch Salzsäure abgeschiede- nen Tropfen wahrzunehmen sind , nicht , und die Masse jener tritt gegen diese erheblich zurück. Die mit warmem Wasser be- handelten Chlorophyllkörper scheiden durch Salzsäure kein Hy- pochlorin mehr ab. Durch Destillation grüner, frischer Gewebe mit überhitzten Wasserdämpfen lässt sich aus den Chlorophyllkörpern ein Stoff abscheiden, der aus Aether in farblosen mikroskopischen Nadeln krystallisirt, die den Hypochlorinnadeln, wie sie auf mikro- chemischem Wege in den Zellen aus dem Hpyochlorin - Gemenge sich abscheiden, auffallend ähnlich sind. Die Existenz von Oel in den Chlorophyllkörpern ist kein auf wenige Pflanzen beschränkter Ausnahmefall oder gar ein patholo- gischer Zustand, sondern ist allgemein verbreitet und mit der Function der Chlorophyllkörper wesentlich verknüpft. Die Chloro- — 48 — phyllkörper, denen das Oel und das Hypochlorin durch Verflüchti- gung und Salzsäure entzogen ist, bilden ein siebförmig durchbrochenes Gerüste fester Substanz; das Oel und der in demselben ge- löste Chlorophyllfarbstoft durchtränken dasselbe und füllen seine Poren aus. II. Bildung des Hypochlorins in der Keimpflanze. In Bezug auf die Bildung des Hypochlorins in der Keimpflanze hat Pringsheim durch Versuche an etiolirten Keimlingen folgende Thatsachen festgestellt : 1) In den etiolin-gelben Keimlingen aller Angiospermen wird durch die Reaction mit Salzsäure in jedem Entwickelungsstadium kein Hypochlorin angezeigt. Dasselbe entsteht in ihnen erst unter dem Einfluss des Lichts und wird erst später bemerkt als das Chlorophyll. Grüne Gewebe, in denen bereits der Farbstoff ent- halten, zeigen kein Hypochlorin, wenn sie nicht eine längere Zeit dem Lichte ausgesetzt waren. 2) In den Keimlingen der Gymnospermen tritt das Hypo- chlorin auch imFinstern auf, jedoch eilt das Ergrünen der Keimlinge im Finstern dem Vorhandensein von Hypochlorin in ihnen voran. Rodewald (Göttingen) Solla, R. F., Beiträge zur näheren Kenntniss der chemi- schen und physikalischen Beschaffenheit der Intercel- liilarsubstanz. (Oesterr. bot. Zeitschr. 1879. Nr. 11.) Der Verf. untersuchte das Parenchym saftiger Früchte von ca. 30 Pflanzenarten, das Endosperm der Samen von Phytelephas und Attalea funifera, das Periderm von Solanum tuberosum und Sam- bucus nigra, sowie die gewöhnlichen Flaschenkorke, das Stammholz verschiedener Laub- und Nadelhölzer, Collenchym und Bast krautiger und holziger Pflanzen und endlich jugeadliche Gewebe aus Vege- tationsspitzen, Phellogen und Cambium. Die Resultate seiner Unter- suchung stellt er selbst mit folgenden Worten zusammen: „1) Die Intercellularsubstanz (Mittellamelle) der Pflanzen geht im Laufe der Entwickelung der Gewebe verschiedene chemische wie physikalische Umänderungen ein. 2) Die Intercellularsubstanz ist molecular ver- schieden von den angrenzenden Zellwandschichten. 3) Die erste Anlage der Intercellularsubstanz ist entweder reine Cellulose (Cam- bium) oder (Stammspitze) eine Substanz, in welcher erst später, im jungen Dauergewebe, Cellulose nachweisbar ist. 4) Die Inter- cellularsubstanz junger Dauergewebe besteht in der Regel aus Cellulose. In völlig ausgebildeten Dauergeweben ist die Cellulose in der Intercellularsubstanz nur selten direct nachweisbar (in manchen Basten); gewöhnlich geht dieselbe verschiedene chemische Metamor- — 49 — phosen ein und es zeigt dann die Intercellularsiibstauz den Rea- gentien (organische und Mineralsäuren, Chlorwasser, Kalilauge, Kochen in destillirtem Wasser, — Fermentation) gegenüber ein sehr verschiedenes Verhalten. 5) Diese chemischen Metamorphosen führen manchmal, z. B. bei mehlig werdenden Früchten, zu vollständigen oder partiellen Loslösungen vorher verbundener Zellen. Häufig ist die organische Loslösung der Zellen ein mechanischer Vorgang. Selbst bei künstlicher Trennung der Zellen (z. B. bei gekochten Kartoffeln) beruht der Zerfall des Gewebes auf einer Spaltung der Intercellularsubstanz, also auf rein mechanischen Ursachen." — Be- züglich der Einzelheiten sei auf die Abhandlung selbst verwiesen. Luerssen (Leipzig). Stutzer, A., Ein- Beitrag zur Kenntniss der Proteinstoffe. Vorlauf. Mittheilung. (Ber. d. deutsch, ehem. Gesellsch. XIIL, No. 3. [Febr. 1880.] p. 25L) Kurze Mittheilung der Resultate einer demnächst im Journ. f. Landwirthsch. erscheinenden ausführlichen Abhandlung. Verf. fand : 1) „Das von Ritthausen zur Fällung gelöster Proteinstoffe em- pfohlene Kupferoxyd li^^drat lässt sich auch vortheilhaft anwenden, um die Proteinstoffe von anderen in Pflanzen vorkommenden Stick- stoffverbindungen zu trennen, (z. B. vom Amygdalin, Solanin, Leucin, Tyrosin, Asparagin, von Alkaloiden, Senfölen, Nitraten, Ammoniak- salzen)". Zur quantitativen Bestimmung der in Pflanzenstoffen ent- haltenen Proteinstoffe mit Hülfe von reinem Kupferoxydhydrat hat Verf., wie er angiebt, eine leicht ausführbare Methode gefunden. 2) Alle vom Verf. untersuchten Proteinstoffe „lassen sich durch Einwirkung von saurem Magensaft (Pepsin und Salzsäure) in 2 Körper, resp. Gruppen von Körpern trennen. Es bilden sich einer- seits die bekannten Zersetzungsproducte der Eiweissstofte, die lös- lichen Peptone, Acidalbuminate etc., während andererseits ein genau begrenzter Theil vollständig unverdaulich bleibt. Dieser letztere scheint neben Stickstoff' auch Phosphor zu enthalten und eine dem Nuclein nahe stehende Verbindung zu sein.-' Uhlworm (Leipzig). Hoehnel, Friedr. von, lieber dieTranspirationsgrössen der forstl. Holzgewächse mit Beziehung auf die forstlich-meteorologischen Verhältnisse. 4. 44 pp. (Aus „Mitth. a. d. forstl. Versuchswesen Oesterr." IL Heft 1. p. 47; vergl. auch Wollny „Forsch, a. d. Geb. d. Agriculturphysik" H. Heft 4. 8. 25 pp.). Der Verfasser stellte sich die Aufgabe, das Wasserbedürfniss der Forstbäume möglichst genau festzustellen. Die hierüber be- 4 — 50 — stehenden Versuche von Knopp, Pfaff, Unger etc. genügen nicht, da sie nicht mit normalen, eingewurzelten , die ganze Vegetations- periode hindurch beobachteten Pflanzen angestellt wurden. Auch W 1 1 n y ' s treffliche Transpirationsversuche mit landwirthschaft- lichen Culturgewächsen lassen drei Umstände erkennen , welche die z. Th. zu grossen Resultate derselben zu erklären im Stande sind. Des V.'s Versuche wurden mit 5 — 6 jährigen Bäumchen von ca. 70 cm. Höhe unternommen , die in Gartentöpfe eingesetzt wurden , welche von Zinkblechhüllen derart umgeben wurden , dass ein directer Wasserverlust aus dem Boden vollständig ausgeschlossen war, eine Begiessung der Pflanzen hingegen leicht statthaben konnte. Die Versuchspflanzen, ca. 50 an der Zahl, wurden theils im Schatten und vor Regen und Thau geschützt, theils ganz frei in einem Garten in geringer Entfernung von einander aufgestellt. Der Versuch dauerte vom 27. Mai bis in den Winter. Von den zahlreichen durch Wägungen festgestellten in 2 grossen Tabellen zusammengefassten Zahlen seien hier die Hauptmittel mitgetheilt. 100 gr. lufttrockene Blätter transpirirten vom 1. Juni bis Ende November im Mittel bei Quercus Cerris 25333 gr., Qu. ped. und sessSiflora 28345 gr., Car- pinus Betulus 56251 gr. , Fagus silvatica 47276 gr., Betula alba 67987 gr., Fraxinus excelsior 56689 gr., Acer platanoides 35287 gr., Acer Pseudoplatanus 43577 gr., Acer campestre 24683 gr., Tiliagrandi- folia 61519 gr., Ulmus campestris 40731 gr., Abies excelsa 5847 gr., Pinus silvestris 5802 gr., Pinus Laricio 3207 gr., Abies pectinata 4402 gr. Was- ser. Im Mittel transpirirten die im Schatten stehenden Laubpflanzen pro 100 gr. Blatttrockengew. 44472 gr., die in der Sonne stehen- den 49533 gr. Dieselben Zahlen für die Coniferen lauten 4778 und 4990. Unerwartetermassen ist also der Unterschied zwischen Schatten- und Sonnenpflanzen sehr gering. Der grosse Lichteinfluss auf die Trans- piration der grünen Pflanzen, wie er durch Wiesner constatirt wurde, wird in der Natur durch das Derbwerden etc. der Sonnenblätter com- pensirt. Die Blattdicke hat, da die Transpirationsgrössen auf das Gewicht der Blätter und nicht ihre Oberfläche berechnet ist, einen grossen Einfluss auf dieselben; und es wird z. B. hierdurch erklärt, warum eine Schattenbuche p. 100 gr. Blätter 68000 gr. verdunstete, während diese Zahl für eine Sonnenbuche nur 33435 gr. beträgt; Sonnenblätter sind immer viel dicker als Schattenblätter. Es wird auch gezeigt, dass selbst die am stärksten transpirirende Pflanze nur den 3. Theil der auf sie entfallenden Regenmenge verbrauchte, selbst zuzeiten der stärksten Transpiration, z.B. im JuH — August. Ordnet man die Holzgewächse nach ihrer specifischen Verdunstungs- fähigkeit, so erhält man folgende Reihe: Birke, Linde, Esche, Weiss- — 51 — â–  iDuche, Rothbuche, Spitzahorn, Bergahorii , Feldulme, Stiel- und Traubeneiche, Zerreiche, Feldahorn, Fichte, Weissföhre, Tanne, Schwarzföhre. Im Mittel brauchen die Coniferen 10 mal weniger Wasser als die Laubhölzer. Aber auch zwischen den einzelneu Laubhölzern ergeben sich wesentliche Unterschiede, wie aus obigen Zahlen hervorgeht. Mit Bezug auf diese betr. Resultate werden nun Fau trat's ausgedehnte meteorologische Beobachtungen über die kii- matischen Verhältnisse über Laub- und Nadelholzwäldern kritisirt, und gezeigt, dass Fautrat's Versuche nichts beweisen. Am Schlüsse der Arbeit wird gezeigt, dass, wenn man die Transpirationsversuchs- resultate auf Bäume und Wälder anwendet, man noch immer Zahlen erhält, die kleiner sind als die entsprechenden der Regenmengen. Ein Hectar Wald erhält bei 30 cm. Regenhöhe in den Monaten vom 1. Juni bis Ende November 3 Millionen Klgr. Wasser. Die Winterteuchte pro 40 cm. beträgt 4 Mill. Klgr, davon 4 — 500,000 im Mai noch der Waldung zur Verfügung, stehen. Dahingegen be- trägt die Transpirationsgrösse eines Buchenhochwaldes (115 jähr.), von dem ein Baum, Mittelexemplar, 22421 gr. Laublufttrockengewicht hatte, 2'4 — 3-5 Mill. Klgr. , was im besten Einklänge mit den den Wäldern zukommenden Feuchtigkeitsmengen steht, und offenbar sehr zu Gunsten der Richtigkeit der gefundenen Zahlen spricht. V. H ö h n e l (Mariabrunn). Müller, Hermann, Die Falterblumen des Alpenfrühlings und ihre Liebesboten. (Kosmos III. Jahrg. p. 446 — 456). Eine anziehende Schilderung des Treibens der Alpenschmetter- linge im ersten Frühlinge bei der Bestäubung der Hochgebirgs- pflanzen. Beobachtungen auf einer Reise im Juni 1879. — Aspe- rula taurina mit schneeweissen Blüthen ist wahrscheinlich eine Nachtfalterblume; sie wird von Tagschmetterlingen nicht besucht. Crocus vernus beobachtete Verf. massenweis bei Parpan (1551 m.), theils mit ganz weissen, theils mit violett gezeichneten Blüthen ; als Kreuzungsvermittler wurden beobachtet Vanessa cardui und Plusia gamma; die eigentlichen Besucher scheinen jedoch in der Dämmer- stunde fliegende Noctuiden zu sein. Erica carnea ist gleichfalls der Bestäubung durch den Distelfalter angepasst. Verf. ist der i\.n- sicht, dass diese Pflanze ursprünglich dem Besuche der Bienen an- gepasst war (alle anderen Ericaceen sind Bienenblumen), allmählich aber mit dem Vorrücken in höhere, alpine Regionen zur Falter- blume wurde. Die schön blaue Gentiana verna ist eine Tag- schwärmerblume , Macroglossa stellatarum der hurtige Besucher. Primula farinosa wird von Tagfaltern besucht, von Vanessa car- dui, V. urticae, Pieris napi, Erebia Evias, Syrichthus malvae, einer 4* — 52 — Hesperia, ferner vom Taubenschwanz und mehreren Zünslern. P. villosa lockt durch ihre sehr augenfälligen hellpurpurrothen Blü- then den leichtbeschwingten Distelfalter an, P. integrifolia ist gleichfalls nur von Faltern und Plusia gamma besucht. Die Blüthen- augenfälligkeit der beiden letzten Primulaarten erklärt sich aus dem Umstände, dass sie in sehr bedeutenden Höhen vorkommen; nur die grossen Blüthen vermochten sich hier als Variationen zu be- haupten , die über weite Schneeflächen den Insecten bemerkbar waren. — Empetrum nigrum wird gleichmässig von Faltern und Bienen besucht. Die drei blauen Globulariaarten sind dem Be- suche blauer Tagfalter (Lycaena) angepasst. An den blühenden Orchis ustulata, Peristylus viridis und Piatanthera chlorantha konnte leider der Schmetterlingsbesuch nicht constatirt werden; hingegen wird Paradisia Liliastrum als Nachtfalterblume beschrieben. Ferner ist Saponaria ocymoides eine von vielen Faltern besuchte Frühlingsalpenblume, ebenso Viola calcarata, welche der Tauben- schwanz kreuzt. Silene acaulis bestäubt der Distelfalter, Daphne striata wird ein gleichmässiger Besuch von Tag- und Nachtschmetterlingen zu Theil. An Gymnadenia conopsea sam- melte M. 27, an Nigritella angustifolia sogar 48 Lepidopteren- arten. — Die Falterblumen nehmen daher an der Frühlingsflora der Alpen einen hervorragenden, fast ausschliesslichen Antheil, gegen welchen ihre Rolle in der Ebene und der niederen Berggegend gänzlich zurücktritt. Allen wird ausgiebiger Falterbesuch zu Theil. Behrens (Braunschweig). Kienitz, M., Ueber Ausführung von Keimproben. (Forstl. Blätter, hrsg. v. Grunert u. Borggreve. XVI. Jahrg. 1880. 1. Heft. p. 1-6). Nach einer für die forstliche Praxis bestimmten Empfehlung einer einfachen, den physiologischen Gesetzen entsprechenden Me- thode der Keimprobe mittels unglasirter Topfuntersätze oder in der Mitte vertiefter Thonplatten, theilt der Verf. einige Angaben über die Zeit mit, innerhalb welcher bei unseren wichtigsten Holz- arten das Resultat einer Keimprobe zu erwarten ist. Es verdient Erwähnung, dass die Samen der Weisstanne und der Buche einer sogenannten „Nachreife'' bedürfen, d. h. sie keimen selbst bei gün- stigster Temperatur nicht vor dem Frühjahre, während andrerseits die Eicheln noch am Baume hängend keimen können. Wie der Verf. in einer früheren grösseren Abhandlung gezeigt hatte, liegt das Optimum der Temperatur für unsere Waldsamen ziemlich niedrig. Von der Temperatur hängt natürlich auch die Beendigung des Keimversuches ab, der beispielsweise für Fichtensamen be- — 53 — 18—190 C. am 12., bei 13— 14« am 18., bei 5 — 10» erst am 109 Tage als abgeschlossen zu betrachten war. Die bekannte Probe des Schwimmens oder üntersinkens in Wasser zur Scheidung der schlechten und guten Samen, ist für Bucheckern nur zulässig, so- lange dieselben noch nicht ausgetrocknet sind. — Eschen, Ham- buchen und Zirbensaraen keimen auch unter den günstigsten Be- dingungen nur vereinzelt im ersten Jahre. Für Fichte, Kiofer, Tanne, Buche und Bergahorn giebt der Verf. noch die Keim- fähigkeit in Procenten an, wie sie sich bei sorgfältigster Einsamm- lung und Behandlung der Samen ergab. Prantl (Aschaffenburg). , Ascherson, P,, Kleine phyto graphische Bemerkungen (Bot. Ztg. Jahrg. 38. 1880. n. 2.) 1) S m y r n i u m a p i i f o 1 i u m Willd. (hb. n. 5959), gleichzeitig Original von S. Creticum, Paludapi folio Tourn. = S Olusatrum L., ob auch = S. creticum Mill.? — 2) S. apiifo- lium Sieb. hb. Cret. et Spreng., von voriger verschieden, Name mit V. Schlechtendal beizubehalten. — 3) S. apiifolium Trevir. oder Anosmia idaea Beruh. = Conium divaricatum Boiss. et Orphan., von Boissier, wahrscheinlich mit Recht, später als Varietät zu C. maculatum L. gezogen. Koehne (Berlin). Note sur le genre Anosmia. (Bull. mens. d. 1. Soc. Linn. de Paris, n. 29. [3. dec. 1879.] p. 225—226.) Genau gleichen Inhalts mit dem Aufsatz in der „Botanischen Zeitung" 1880, Nr. 2. Koehne (Berlin). Baillon, H., Sur quelques Ourouparia. (Bull. mens. d. 1. Soc. Linn. de Paris, n. 29. [3. dec. 1879.] p. 227—229.) SabiceaPerrottetii A. Rieh, von Manila (leg. Barthe), als Repräsentant einer besonderen Section P o d u m a r i a. Der Blüthenstand ist kein Corymbus, sondern besteht aus Cymen, welche an secundären aus der Spitze des gemeinsamen Pedunculus entsprin- \ genden Achsen stehen („Ombelle de cymes"). Die septiciden Kapseln werden von den „divisions lineaires et involutees du calyce" überragt. Ourouparia Madagascariensis Baill. n. sp. (Dupetit- Thouars; Boivin n. 2068 a.; Perville; Lastelle — auf Madagascar und benachbarten Inseln), vielleicht Form von 0. africana (Un-, caria africana Don) ; die Unterschiede von dieser werden an- > gegeben. Ourouparia polycephala Baill. = Nauclea polyce- phala A. Rieh. = 'Cinchona globifera Pav. = Nauclea? Cinchonae DC, vielleicht Art von Ourouparia, und zwar Form von 0. guianensis? Von dieser dürfte auch Unearia. — 54 — tomentosa DC. (N a u c 1 e a a c u 1 e a t a H. B. K.) nur eine Form sein. Koehne (Berlin). Sur l'Hachettea, nouveau genre de Balanophoracees. (Bull. mens. d. 1. Soc. Linn. de Paris , n. 29. [7. janv. 1880.] p. 229—230.) Hachettea austro-caledonica Baill. n. sp. in Neu-Caledo- nien (leg. Balansa), vergleichbar nur mit dem neuseeländischen Dactylanthus. Beschreibung von Gattung und Art, auch mit Rücksicht auf morphologische Verhältnisse. Koehne (Berlin). Bounet, E., Note sur le Marrubium Vaillantii. (Bull. soc. bot. de Fr. XXVI [1879], comptes rend. n. 2. [11. juill] p. 282— 286.) Bei Fontainebleau entdeckt. Erst an 5 Orten, stets in wenigen Exemplaren beobachtet. Die von Merat ausgesprochene, von Cog- niaux begründete Vermuthung, die Form sei M. vulgare L. X Leonurus Cardiaca L. wird in ausführlicher Begründung zurück- gewiesen. Sie sei eine Monstrosität. Bastardirungsversuche der vermeintlichen Eltern sind übrigens im Gange. Koehne (Berlin). Biscutella neustriaca. (Bull, de la Soc. dauphin. pour les echanges de plantes 1879, n. 6. p. 222.) Diese Art der Pariser Flora, zur Gruppe der B. laevigata. genuina auct. (Jord. Diagn. 292) gehörig und ausserdem der B. al- picola Jord. 1. c. sich nähernd, ist besonders ausgezeichnet durch die 2-monatliche oder noch längere Dauer der Blüthezeit, welche zur Folge hat, dass am unteren Theile der Inflorescenz reife Schoten, am oberen noch Knospen zu finden sind. Ausserdem entwickeln sich nach der ersten Blüthezeit Sprosse, an welchen sich in dem- selben Jahre die beschriebene Erscheinung noch einmal wiederholt. (Nach einem Auszug in Bull, soc. bot. de Fr. 1880.) Koehne (Berlin). Caruel, T., U n a mezza c e]n t u r i e d i s p e c i e e d i g e n e r i fondati in botanica sopra casi teratologici o pa- tologici. (Nuovo Giorn. bot. ital. XII. Nr. 1. p. 5-19.) Aufzählung von 50 Fällen, wo Monstrositäten oder pathologisch veränderte Formen als neue Arten oder Gattungen beschrieben worden sind. Koehne (Berlin). (rautier, G. et Timbal-Lagrave, E., Le Corrigiola imbricata Lap. (Sep.-Abdr. a. Revue des sc. phys. et natur.; 8. 4 pp. mit 1 Taf.) Die Verf. erklären diese Form für eine gute Art, welche sich der C. littoral is durch ihre beblätterten Zweige, der C. tele- phiifolia. durch ihre Blüthen und ihr Perenniren nähert. Fund- — 55 — ort: Vernet und Etang de Leucate. (Nach einem Auszug in Bull, soc. bot. de Fr. 1880.) Koehne (Berlin). Note sur un nouveau Statice. (Sep.-Abdr. a. Revue d. sc. phys. et natur.; 8. 3 pp. 1 Taf.) Die Art, S. Legrandi Gaut. et Timb.-Lagr., von Le Grand als St. narbonensis vertheilt, steht der S. duriuscula Gir. und der S. Companyonis Gren. et Bill. (Arch. de la fl. de Fr. et d'All. p. 338, Billot exs. n. 1541) nahe. Sie wird kurz beschrieben (französisch). Fundort: Küste von Vendres und Leucate. (Nach einem Ausz. in Bull. soc. bot. de Fr. 1880.) Koehne (Berlin). Lawson, G., Descriptions of the British American species of the gen US Viola. (Vortr. im Inst, of Nat. Sc. of Nova Scotia. Halifax, 2(3. jan. 1880.) 20 Britisch-amerikanische Arten, worunter 8, vielleicht auch 12, in Neu - Schottland. Sie sind in vier Gruppen vertheilbar, je nach den Streckungsverhältnissen der unter- und der oberirdischen Achsen und nach der Beblätterung derselben. Es werden nach ihrer geographischen Verbreitung innerhalb Britisch - Amerika kurz be- sprochen: V. pedata, V. palmata L., V. cucullata, V. sa- gittata (einschliesslich ovata), V. rotundifolia, V. blanda, V. primulaefolia (nahe verwandt mit der ostindischen V. Pa- trinnii, aber vielleicht nur Bastard von V. lanceolata und V. blanda), V. lanceolata, V. striata, V. Mühlenbergii (V. canina nahe stehend, aber doch mit keiner von deren Formen, als welche V. silvatica, V. lactea, V. stagnina aufgezählt werden, sich deckend), V.albiflora, V.rostrata, V. canadensis, V. tricolor. Von letzterer- wird eine perennirende Form von Rocky Lake und Manitoba, die einjährige (V. arvensis) von Toronto auf- geführt. Koehne (Berlin). MalinTaud, E., Materiaux pour l'hist. des Menthes: revision des M. de l'herb. de Lejeune. (Sep.-Abdr. a. Bull. soc. Linn. de Norm. ; 8. 50 pp.) Als Beispiel für die Verwirrung, welche in der Nomenclatur der Mentha-Arten herrscht, wird angeführt, dass es eine M. plicata von Tausch, eine von Opiz, eine von Lejeune, eine von Boreau gebe; alle von einander verschieden. Malinvaud will Original- herbare durcharbeiten, um die Synonymie der Menthen aufzuklären, und hat mit dem Lejeune'schen Herbar begonnen, dessen Material er ausführlich beschreibt und eingehend diskutirt unter Benutzung zahlreicher unedirter Notizen von Reichenbach, Opiz und Weihe. Der Verf. hat etwa 20 Arten und Varietäten für die belgische — 56 - Flora als neu aufzählen können , darunter die äusserst seltene M. Maximilianae F. Seh. Koehne (Berlin). Observ. sur une „liste de quelques Menthes nou- velles ou peu connues". (Bull, soc bot. de Franc. XXVI [1879]; compt. rend. n. 2. [11. juill] p. 256—262.) Die von Perard gegebene Liste (Catalogue des plantes de l'arrondissement de Montlugon; und Supplement du Cat. etc. avec une liste de quelques Menthes nouvelles ou peu connues, MontluQon 1878) giebt 60 Arten an, worunter etwa ^/a neue. Verf. tadelt leb- haft diese Vermehrung der Arten und weist die Idendität einiger P e r a r d'schen Arten mit längst bekannten nach, z. B. M. r i v u 1 a r i s Mal., früher M. rubra-arvensis Wirtg. , und M. uda Mal, früher M. Wirtgen iano-arvensis Wirtg., beide identisch (denn M. r u b r a Wirtg. nee Huds. hiess später M. Wirtgeniana Schultz), und beide = M. coerulea Opiz. M. M u t e 1 i Mal. = M. diffusa Bor. fl. du Centra. M. Pseudonummularia Mal. = M. Nummularia u. s. w. Es wird ferner die gegen den Willen der betreffenden Botaniker geschehene Aufstellung der Namen M. Damiensi und M. Deseglisei getadelt, sowie die miss- bräuehliche Verwendung des Zusatzes „ex spee. auth. fide Damiens" bei Besehreibung neuer Arten in Bull. soc. bot. etc. XXV. p. 140. Koehne (Berlin). Müller, Ferd. von, Note intorno ad alcuni sinonimi nel genere Eucalyptus. (Nuovo Giorn. bot. ital. XII. [1880.] Nr. 1. p. 46-48.)' 1) E. elata Dehnhardt (Catal. pl. h. Camaldul, 1829, p. 26) = E. amygdalina. 2) E. procera Dehnh. (Rio. Napolit. I, 3. 1839, p. 173 — 174) nach der Diagnose = E. pauciflora Sieb., nach Exemplaren aus dem Herbar. Cesati =i Tristania con- f e r t a R. Br. 3) E. linearis Dehnh. (ibid.) = E. amygdalina var. 4) E. a m b i g u a Dehnh. = E. a ni y g d a 1 i n a. 5) E. c a - maldulensis Dehnh. = E. rostrata Schlechtd. 6) E. g i g a n - tea Dehnh. = E. globulus Labill. Koehne (Berlin). Note on Syinphytum peregrimim Ledeb. (Journ. of bot. 1880. n. 206. p. 57, 58.) S. asperrimum Bab. fl. Bathon. ist damit identisch. Ab- druck von Hooker's englischer Beschreibung im Bot. Mag., dec. 1879, t. 6466. Hinzufügung einer lateinischen Diagnose. Koehne (Berlin). Winkler, A. , Einige Bemerkungen über Nasturtium offi- cinale R. Br., Erysimum repandum L. und Crepis rhoea- difolia M. B. (Flora 1880. Nr. 4. mit Taf. IL) — 57 — 1) N. officinale: Die Keimpflanze sinkt wegen der schwachen Wurzel stets um und wurzelt aus den Achseln der Keim- und der ersten Laubblätter, später auch aus den zwischenliegenden Inter- nodien. Erst der folgende Stengeltheil richtet sich auf. Die Seiten- sprosse aus den erwähnten Achseln verhalten sich ebenso. Die Abweichung der Art von allen anderen der Gattung ist sehr wesentlich. 2) E. repandum: Die ersten (bis 40) Blätter bilden eine Grund- rosette, nach deren Habitus man glauben möchte, eine Composite vor sich zu haben. Die Rosette überwintert, aber im Frühjahr sind die Blätter abgestorben. 3) C. rhoeadifolia, von Celakowsky mit C. foetida L. vereinigt, unterscheidet sich constant von derselben, die verkehrt - eiförmige Keimblätter hat, durch lanzettliche Keimblätter; in ähnlicher Weise von den übrigen Crepis- Arten. Ausserdem sind die ersten Laub- blätter bei C. rhoeadifolia fast kahl, bei C. foetida behaart. Koehne (Berlin). Journ. of Horticulture 1880. Nr. 979—981. Abbildungen: Dombeya Burgessiae, p. 8. — Utricularia Endresii p. 9. — Cycas re- voluta p. 27. — Ipomoea Horsfalliae p. 44. Couwentz, Hugo, lieber ein in Brauneisenstein umgewandel- tes Nadelholz. (Sitzungsber. d. schles. Gesellsch. f. vaterlän- dische Cultur, 27. Nov. 1879.) Pinites-Holz, dessen geologisches Alter sich vorläufig nicht er- mitteln lässt, da das Stück als Geschiebe bei Cosina in der Ober- lausitz gefunden wurde. Ein ähnliches Geschiebeholz ist von Ober- seifersdorf bei Zittau bekannt. Luerssen (Leipzig.) Conwentz, Hugo, Ueber in Mar casit umgewandelte Braun- kohl e n h ö 1 z e r. (Sitzungsber. d. schles. Gesellsch. f. vaterlän- dische Cultur, 27. Nov. 1879.) Die dem tertiären Cupressinoxylon aequale Goepp. sehr ähnlichen Hölzer aus den dem Ueberquader angehörigen Schichten von Ullers- dorf bei Naumburg a. Q. in Schlesien sind auch an den verkiesten Stellen von deutlich erhaltener Structur. An einigen Stellen geht die Braunkohle ganz allmählich in den Binarkies über, an anderen dagegen hat sich letzterer in unregelmässig begrenzten Knollen ab- gesondert, welche dem Holzkörper parallel die Tracheiden, oder Mark- strahlen, manchmal auch in schiefer Richtung durchsetzen. Luerssen (Leipzig.) Lesquereux, Leo, On Cordaites bearing fruit. (Proceed. of the American Philosoph. Soc. XVHL 222. tab. 3.) Beschreibung und Abbildung eines ca. 12 Centim. langen — 58 - 15 Millim. breiten, sehr flach gedrückten, etwas gebogenen Zweiges mit ziemlich dicht spiralig gestellten, vorragenden, eiförmigen, nach abwärts rasch in eine lange, lineal-lanzettliche Basis verlängerten Polstern. Auf einem derselben sitzt die ovale, 3 Centim. lange und 23 Millim. breite, am Scheitel stumpfe, cycadeenartige Frucht mit verschmälerter oder fast kurz gestielter, 5 Millim. breiter Basis auf. Die Narbe eines Tragblattes ist an den Polstern nicht ausgeprägt. Die Blüthen waren monöcisch oder möglicherweise diöcisch , da männliche Blüthenstände derselben Art (C. costatus Lesq.) separat gefunden wurden. Wenn Verf. auch nicht meint, dass Cordaites positiv den Cycadeen zuzuzählen sei, so glaubt er die Gattung den letzteren doch nahe verwandt und näher , als den Coniferen , unter denen Gingko noch die den Cordaites-Früchten ähnlichsten Früchte zeigt. Luerssen (Leipzig). Müller, Baron Ferd. vou, Observations on new vege table Fossils of the Auriferous Drifts. (Reports of the Mi- ning Surveyors and Registars for the Quarter ended 30. Sept. 1879.) Enthält die Beschreibung' und Abbildung einer neuen fossilen Araucaria (A. Johnstonii Müll), von welcher beblätterte Zweige und ein Fruchtzapfen in einem tertiären Süsswasserkalk bei Hobarton in Australien gefunden wurden. An derselben Stelle wurden die Früchte der Gattungen Penteune, Plesiocapparis und Platycoila ge- sammelt, woraus Müller schliesst, dass dieser Süsswasserkalk dem- selben Zeitalter angehöre, wie die „Victorian Gold-drifts" Australiens. Müller vergleicht die fossile Araucaria mit der A. Cunning- hami; sie hat aber viel dünnere Zweige und an dieselbe angedrückte Blätter und viel kleinere Zapfen , deren Schuppen keine so langen pfriemenförmigen Spitzen tragen. Heer (Zürich). Renault, B., Structure comparee de quelques tiges de la f 1 r e c a r b n i f e r e. Sep.-Abdr. aus : Nouvelles Archives du Museum 1880. Verf. bekämpft auf Grund zahlreicher, meist schon früher ver- öffentlichter Untersuchungen diejenige Ansicht, welche, von der An- nahme ausgehend , dass in gewissen , paläozoischen Pflanzenformen die wesentlichen Eigenschaften mehrerer, später lebender, verschie- denen Familien, ja selbst Classen angehöriger Pflanzenarten ver- einigt seien , in den ersteren die Prototypen der letzteren sieht. Gegenüber Stur's Vereinigung von Calamites, Asterophyllites und Sphenophyllum weist er auf die Verschiedenheit der Calamiten- und Sphenophyllenstructur hin. In Medullosa elegans, für welche Goep- pert eine Vereinigung von Structureigenthümlichkeiten der Farne, Cycadeen und Monocotyledonen annimmt, sieht Renault nur Ma- — 59 — rattiaceensteiigel und hebt gegenüber W illi amson die wesent- lichen Structurverschiedenheiten der Lepidodendron und Sigillarien- Stämme hervor. Während erstere im Yerhältniss zur Rinde, deren Wachsthum allein die Stämme ihre Verdickung verdanken, einen nur wenig beträchtlichen Holzcylinder haben, besteht der Holzkörper der letzteren aus einer inneren, boi den verschiedenen Familien ver- schieden stark entwickelten Zone mit centripetalem und aus einer solchen mit centrifugalem Wachsthum, deren Elemente in durch zwischengelagertes Zellengewebe getrennten strahlenförmigen Reihen angeordnet sind. Das Wachsthum des exogenen Holzcylinders und der Rinde bedingen die Stammverdickung. Sigillariopsis stellt der Verf. als Mittelglied zwischen die durch Favularia und Leiodermaria repräsentirten Sigillarien und die Cordaiten. Poroxylon, betreffs des endogenen Holzkörpers mit Diploxylon und Sigillaria vascularis über- einstimmend, unterscheidet sich von diesen durch den nur aus punktirten Fasern bestehenden exogenen Holzkörper und durch die Armuth an Blättern. Die Cordaiten, durch die Entwicklung des Markes, Holzes und der Rinde mehr sich den recenten Cycadeen als den Coniferen nähernd, werden als eine selbstständige Familie der Cycadineen eingereiht, obwohl ihre Inflorescenz eher den Cha- rakter derjenigen der Coniferen zur Schau trägt. Rothpletz (Leipzig). Petermaim, W. L. , Schlüssel zu den Gattungen der in Nord- und Mitteldeutschland vorkommenden Pflanzen. Neue rev. u. erw. Ausgabe. Leipzig (A.Krüger) 1879. 177 Seit. 1 Mark 80 Pf. Wie aus dem Titel obigen Werkchens hervorgeht, will das- selbe den Anfänger zum Bestimmen der Gattungen anleiten. Die Arten sind als „untergeordnet" nicht berücksichtigt. Zu Grunde gelegt wurde das System von Linne; eine Uebersicht der Klassen dieses Systems sucht man jedoch vergebens. Die aufgestellten Gat- tungsschlüssel sind polytomisch von der Form : A), a) aa) 1, et, ß, 7 ... 2, 3 . . . bb) u. s. w. Die Klassen- und Ordnungsnamen werden z. B. durch Dreimännerheit, Einweiberheit, Zweimächtigkeit, Nackt- samenheit, Blüthenverein, Weibermännerheit u. dgl. verdeutscht. Die Ausnahmen und Abweichungen des Systems finden nur theilweise Berücksichtigung. Es wird die Gattung Rubia nur unter Tetran- dria, die bisweilen tri- und tetragyne Drosera nur unter Pentagynia der V. Klasse aufgezählt. Lycopodium und Selaginella gehören nach P. zur Ordnung der Musci etc. Low (Berlin). Prior, R. C. A., n t h e P o p u 1 a r N a m e s o f B r i t i s h P 1 a n t s. S'-d ed. London 1879. — 60 — Fast vollständiger Abdruck der zweiten Aufl. dieses wohlbekannten Werkes mit einigen Zusätzen und Verbesserungen. B enne tt (London). MortenseUjH., Den danske FlorasTilvaext ogForandringer i den seneste Tid. (Zuwachs und Veränderungen der dänischen Flora in der letzten Zeit.) (Tidsskr. f. popul. Fremstill. af Naturvidsk. 1879, 6. Heft.) Eine Uebersicht der Veränderungen in der dänischen Flora welche seit der letzten Ausgabe Job. Lange's „Haandbog i den danske Flora" (1864) festzustellen sind. 1. Durch die zunehmende Boden- kultur sehr selten geworden sind folgende Pflanzen : Iris spuria, Schoenus nigricans, Rhynchospora fusca, Carex cyperoides, Spiranthes autumnalis, Pulmonaria angustifolia, Thesium ebracteatum, Rubus Chamaemorus, Viscum album. Ganz verschwunden sind : Gra- tiola ofiicinalis, Bulliarda aquatica, Campanula patula, Illecebrum verticillatum, Eryngium campestre, Bupleurum rotundifolium, Gypso- phila muralis, Asarum europaeum, Ranunculus parviflorus, Mentha Pulegium,Pedicu]aris Sceptrum Carolinum, Astragalus Cicer, Lathyrus Aphaca, L. heterophyllus, Cystopteris montana, Hieracium pratense (?.) 2. Eine grössere Ausbreitung haben folgende früher als selten angeführte Arten erlangt: Veronicapersica, Loliummultiflorum, Avena intermedia (hybrida), Poa costata, Ruppia brachypus, Luzula albida, Sedum album, S. rupestre, S. lividum, Berteroa incana, Malva bo- realis, Chenopodium murale, Vicia villosa, Melilotus arvensis, Trifo- lium hybridum, Anthemis tinctoria. 3. Von ganz neuen Arten, deren Samen vielleicht mit Kleesamen eingeführt wurden, sind in den letzten 15 Jahren entdeckt worden: Centaurea solstitialis, Picris arvalis, Crepis setosa, Helminthia echioides, Silene dichoto- ma, Reseda lutea, Ambrosia artemisiaefolia, Asperula cynanchica, Asperula galioides, Trifolium elegans, T. incarnatum. Im ausgetrockneten Söndersö (Seeland) treten eine Menge aus- ländischer Pflanzen auf, von welchen sich zu erhalten scheinen: Crepis nicaeensis, C. nigra, Chrysanthemum corymbosum, Alsine tenuifolia,Eru- castrum Pollichii, Hippocrepis comosa, Carex Davalliana, Alopecurus nigricans, Galium Wirtgeni, Teucrium Scorodonia. Einige Male be- obachtet, aber wieder verschwunden sind: Salvia pratensis, VulpiaMyurus, Festuca heterophylla, Cyperus fuscus, Crepis taraxaci- folia, Dianthus prolifer, Campanula patula, Specularia Speculum, Iberis amara, Isatis tinctoria, Amarantus hypochondriacus, Hiera- cium florentinum. Als Arten, welche wahrscheinlich nicht neu, sondern einfach vor 1864 nicht gefunden worden sind, gibt Verf. ferner an: Veronica praecox, Potamogeton ru- — 61 — tilus. P. decipiens, Najas marina, Elodea canadensis, Carex stri- gosa, C. tiinervis, Campanula Cervicaria , Ribes Schlechtendalii, PolygoDum Raji, Rumex thyrsoides , Elatiiie hexandra, Pyrola unibellata, Arctostaphylos alpina, Sedum hybridum, Anemone apennina, Pulsatilla vernalis, Draba muralis, Hieracium Blyttia- uuni, Cirsium oleraceum var. atrosanguineum , C. oleraceohetero- phyllum, Halymus portulacoides , Goodyera repens. Endlich hat eine Anzahl der von Gärten und Lustwäldern aus verwilderten Pflanzen eine solche Ausbreitung gewonnen, dass sie als der dänischen Flora zugehörig betrachtet werden können, so: Dicentra eximia, Symphytum bulbosum, S. asperrimum, Euphorbia dulcis etc. Im Ganzen hat die dänische Plora einen Verlust von 15 Arten erlitten, während beinahe 40 neue hinzugekommen sind ; rechnet man da- zu die von Lange nicht mit aufgezählten gebauten Pflanzen, so wird die Artenzahl derPhanerogamen und Gefässkryptogamen Däne- marks auf 1428 geschätzt werden können, Jörgensen (Kopenhagen). Koruerup, Det organiske Liv paa den östlige Nunatak (Das organische Leben des östlichen Nunatak). (Meddelelser om Grönland, udgiv. af Commiss. for Ledelsen af de geolog. og geograf. Undersögelser i Grönland. Heft 1. Kopen- hagen 1879.) Verf. schildert das organische Leben am östlichen Nunatak (über dem Eise im Innern Grönlands hervorragende Felsen). Er fand kleine Oasen von Luzula hyperborea und Carex nardina; auch Oxyria digyna war sehr ausgebreitet. In zerstreuten Gruppen kam Trisetum subspicatum vor, hier und da auch Poa trichopoda. Einzelne Blumen ragten hervor: weisse von Saxifragen und Cerastium alpinum, blaue von Campanula uniflora, gelbe von Potentilla nivea und Ranunculus pygmaeus. In grösseren Gruppen wachsen Silene acaulis, Saxifraga oppositifolia und Cassiope hypnoides, welche eine besonders male- rische Wirkung hervorbringen. Von den an den Nunataks gefun- denen Pflanzen (Gramineen, Saxifragaceen,Cruciferen,Caryophyllaceen, Rosaceen, Synanthereen, Ericaceen, Juncaceen, Salicineen) waren 9 holzartig (Halbsträucher), 1 zweijährig, die übrigen perennirende Kräuter (keine 1jährige); davon 2 Gefässkryptogamen, 1 Conifere, 10 Monokotyledonen und 41 Dikotyledonen. Jörgensen (Kopenhagen). Gremblich, Julius, Excursion in die nördlichen Kalk- alpen. L In das H aller Pfeissthal (Oest. bot. Zeitschr. - XXX. (1880) pag. 44—48. Febr. 1880.) Nach einer gedrängten Darstellung der orographischen und — 62 — geognostischen Verhältnisse erwähnt Verf. die interessanteren Pflanzen dieser Gegend. Zu erwähnen sind zuerst mehrere Bastarde, so z. B. hybride Weiden (S. aurita X glabra; S. subaurita x purpurea; S. supercaprea X grandifolia ; S. Caprea X nigricans; S. sub- caprea X purpurea; S. supergrandifolia X incana), einen Sorbus (S. Aria X Chamaemespilus), zwei Cirsien (C. heterophyllum X oleraceum und C. oleraceum X spinosissimum, dieses für Tirol neu), die drei Combinationen von Rhododendron ferrugineum X hirsutum, eine Crepis (C. hyoseridifolia X Jacquinii) und eine Saxi- fraga (S. aizoides X caesia). Hiezu kommen: Linaria alpina und Geranium silvaticum, beide weissblühend, dann ein bei 900 M. See- höhe noch gut gedeihendes Exemplar von Pinus Strobus etc. — Die Thalsohlen sind dort, wo oft Lawinen niedergehen, baumlos und statt der Bäume von Krummholz bewachsen. Verf. knüpft hieran eine, Erörterung über die Vielgestaltigkeit letzterer Föhrenart. Die von den verschiedenen Autoren mit Artennamen belegten End- formen sind durch zahlreiche Zwischenglieder verbunden. Pinus montana Mill., mit deren baumförmiger Form P. uliginosa Neum. ist die Kalkform, P. Pumilio Hänke und deren baumartiger Vertreter P. obliqua Saut, die Schieferform. (Vergl. hierüber übrigens Will- komm forstliche Flora von Deutschland pag. 170—78. Ref.) — Verf. er- wähnt weiter, dasssich Galium helveticum Weig. von G. baldense Spr. durch grosse Früchte unterscheidet und über 2000 M. Seehöhe um Hall sehr verbreitet ist. Er verzeichnet dann noch mehrere tiroli- sche Staudorte, zwischen denen und dem nächsten Schweizer Stand- ort dieser Pflanze eine beträchtliche Lücke in der geogr. Ver- breitung bemerklich ist. — Ausser den binären Namen der Bastarte erwähnt der Verf. noch zweier Synonyme, nämlich Carex ornitho- podioides Hausm. = C. reclinata F. und Astrantia alpina Stur. = A. carniolica Sendtn., Koch, quoad plantas bavaricas. Freyn (Opocno). Müller, Ferd. v., The Eucalypts of Victoria (die Blau- gummibäume von Victoria). (Journ. of applied science XL 1880, p. 18) Besprochen werden: 1. Red Gum Eucalypt: Eucalyptus ro- strata Schlechtd. 2. Blue Gum E.: E. globulus Labill. 3. Iron Bark E.: E. leucoxylon Müll. 4. Messmale E.: E. obliqua l'Herit. 5. (Victo- ria-) Stringy Bark E.: E. macrorhyncha Müll. 6. Giant E.: E amygdalina Labil). 7. Apple scented E.: E. Stuartiana Müll. 8. Spotted E.: E. goniocalyx Müll. 9. Yellow Box E. : E. melliodora Cunningh. 10. Red Box E.: E. polyanthemos Schauer. U. Swamp Mahagony E,: E. botryoides Sm. Ausserdem werden noch erwähnt: — 63 — Westaustralian kurri-tree : E. diversicolor Müll, der nebst E. amyg- dalina wegen der enormen Höhe zu den Wundern der Welt gehört. W i 1 1 m a c k (Berlin). Wille, N. , Botanisk Reise paa Hardangervidden 1S77. [Botanische Reise auf der Hardan ger ebene 1877]. (Sorskilt Aftryk af Nvt Magazin for Naturvidenskaberne, XXV. B. Iste Hefte, p. 27—61. Christiana 1879). Die „Hardangervidda" ist eine Hochebene im südwestlichen Nor- wegen zwischen öDoöCK — öO^^SO' Br. und 24o20' — 40o5(y Lg. Der grösste Theil dieser Hochebene liegt durchschnittlich 3500' ü. d. M. ; die meisten Gipfel erheben sich bis 4000—4500', „Haarteigen" und „Nupseggen" aber bis 5400' ü. d. M. Mehrere meist sehr enge und steile Thäler grenzen an die Hochebene an, gegen Ost „Halling- dal", „NumedaP und die obersten Thäler „Telemarkens", g. Süd: „Röldal" und „Valdalen"; g. West senkt sich die Hochebene von c. 4000' mit einem Winkel von c. 35^ bis „Sörfjorden" und g. Nord endlich liegt „Eidfjorddalen" mit seinen Fortsetzungen „Sysendalen" und „Hjelmodalen". Die geologischen Verhältnisse sind ziemlich gleichartig. Bis zu einer Höhe von 3500 — 4000' Granit, darüber eine Schieferforraation. â–  In dem nord-östlichen Theile besteht letztere meistens aus glänzen- den Schiefern, in dem südwestlichen Theile daneben aus schwarzen Schiefern, blauem Granit und Kalkstein; in den höchsten Gipfeln aber aus krystallinischen Schiefern (z. B. „Haarteigen"). Die obersten Höfe in „Hallingdal" liegen 2680' ü. d. M. Die Kiefer geht in einzelnen Individuen ein Paar Hundert Fuss höher, während die Fichte schon tiefer unten aufhört. Die Flora zeigt hier die gewöhnlichsten Thalpflanzen, zwischen denen nur einzelne alpine Formen vorkommen, wie: P hie um alpinum, Carex saxati- lis, Juneustrifidus, Luzula spicata, Salix glauca, lanata und lapponum, Erigeron alpinum, Gnaphalium norvegicum, Gentiana nivalis, Phyllodoce caerulea, Sa- gina saxatilis, Cerastium alpinum und Alchemilla alpina. Durch dichtes subalpines Birkengebüsch kommt man auf die „Vidda", deren Plateau über der Birkengrenze (3400' ü. d. M.) liegt. Die Flora ist hier zwischen „Hallingdal" und „Eidfjord" sehr arm, oft über grössere Strecken nur von Festuca ovina, Carex saxatilis, Lycopodium Selago und alpinum, Eriophorum capitatum, Salix herbacea, Oxyria reniformis, Antennaria alpina, Pedicularis lapponica und Trientalis europaea gebildet. An der Westseite des Gebirges liegt die Kiefer-Grenze bei 2300' ü. d. M. (bei „Garen" in „Sysendalen"), die Birkengrenze bei c. — 64 — 3000'. Die Flora ist derjenigen des obersten Theils von „Halling- dal" ähnlich. Bei „Vöringfossen" senkt sich der Thalboden plötz- lich c. 1000'; man hat hier wieder eine Thalflora, welche aber noch mit Alpenpflanzen gemischt ist. Je mehr man sich dem Meere nähert, desto spärlicher werden die letzteren und nur Alchemilla alpina und Arabis petraea kommen noch an der Meeresküste selbst vor. Der centrale Theil der „Vidda" zeigt eine gleichartige, aber arme Alpenflora; nur an einzelnen Punkten, besonders auf Kalk- stein (z. B. auf „Grananuten" und „Haarteigen" und bei „Dimme- dalsvaudet" kommen Colonien von sonst nicht auftretenden Pflanzen vor, wie : Carexust^ulata (Grananuten), Juncus castaneus und biglumis, Peristylis viridis, Veronica saxatilis, Primula scotica, Ranunculus glacialis, Cardamine bellidifolia, Drabahirta rupestris, Alsinebiflora und hirta (Grananuten), Silene acaulis, Vahlbergella a p e t a 1 a (Gr.) , Dryas octopetala und Oxytropis lappo- n i c a (Gr.). Am Gipfel des „Haarteigen" 5400' ü. d. M. (200' über der Schneegrenze) findet sich : L y c o p o d i u m S e 1 a g o , P o a al- pina, Carex saxatilis, Luzula spicata und a reu ata, Polygonum viviparum, Rhodiola rosea und Ranun- culus glacialis. Die Thäler „Valdalen" (2200' ü. d. M.) und „Röldal" (1200' ü. d. M.) zeigen eine reiche subalpine mit vielen Tieflandspflanzen gemischte Flora. Die Fichte fehlt hier vollständig. Die jetzige Grenze der Kiefer läuft auf der Westseite bei 2300' ü. d. M. ; in den Torfmooren findet man aber Ueberbleibsel der- selben bis 1000' höher. Auch die Höheagrenze der Birke ist be- deutend gesunken. Die Ursachen dieser Thatsache dürften in den zum Theil durch die Verwüstungen durch Menschenhand veränderten klimatologischen Verhältnissen zu suchen sein. Am Schlüsse giebt der Verf. ein Verzelchniss -der gefundenen Gefässpflanzen mit Angabe der Fundorte. Wille (Christiania). Conwentz, Hugo, Ueber Telephora laciniata Fr. (Sitzungs- ber. d. schles. Gesellsch. f. vaterländische Cultur, 27. Nov. 1879.) Der Saprophyt wächst vom Boden aus an allen Gegenständen, also auch an Pflanzen, empor und namentlich häufig werden Fichten, Kiefern, Tannen und Rothbuchen von ihm heimgesucht. Grösseren Gewächsen schadet er mehr oder weniger gar nicht, dagegen werden kleinere von ihm oft erstickt. In einem ausgedehnten Bestände zweijähriger Fichtensämlinge des Bartschdorfer Reviers in Schlesien ist er im Herbst 1879 leider ziemlich verbreitet aufgetreten. Luerssen (Leipzig). — 65 — Hartig, R., Rhizoctonia q u e r c i n a n. sp. (Vortr. i. bot. Ver. München, 13 Nov. 1879. Ref.: Flora 1880. Nr. 1. p. 15.) H. bespricht Entwicklungsgang und Lebensweise der durch Tödtung junger Eichen in den Saatkämpen sehr nachtheiligen Rhizoctonia quercina n. sp., von der er Schlauchfrüchte und aus diesen das Rhi- zoctoniamycel erzogen hat. (Ausfuhr!. Abhdlg. folgt bald.) Bail (Danzig), Prillieux, Ed., Die Flecken und Spalten der Birnen. [Les tavelures et les crevasses des poiresj. (Ann. de l'Instit. agronomique 1877—78. Nr. 2. 1880. p. 31 ff. mit 1 Taf.) Die bei gewissen Birnenvarietäten so häufig auf der Frucht, dem Laube und den heurigen Trieben auftretenden Flecken und Spalten sind durch eine schon von Desmazieres als H el mint hos po rium Pyrorum Lib. bezeichnete, später als Cladosporium dendriticum Wallr. bekannte Pilzform bedingt. Unter letzterem Namen kommt sie in jenes und Rabenhorst 's Exsiccatis vor. Bonorden andrerseits schuf die neue Gattung Fusicladium und Fuckel bezeichnete als Fusid, dendriticum das Cla- dosporium dendriticum des Raben hörst' sehen Herba- rium mycologicum, während er als F u s i c 1. p y r i n u m das Cl. dendriticum der Fungi Europaei unterschied. Nach Sor.au er, der F. dendriticum an befallenen Aepfeln studirte, wäre der auf der Frucht sich entwickelnde und fructificirende Pilz von der an Blättern auftretenden Species als Abart zu betrachten, ein Verhalten , das sich bei dem auf Birnen fructificirenden F. p y - rin u m nicht nachweisen lässt. Letzteres entwickelt sein Mycelium im Innern der oberflächlichen Gewebe an verschiedenen Organen des Birn- baumes und fructificirt an der Oberfläche, welche, in einem gewissen Zeitpunkte, an den befallenen Stellen von einem weichen Sporenpulver überdeckt ist. Später, wenn die Stellen abgeglättet erscheinen und schwarz-braune Färbung angenommen, ist der Pilz grösstentheils, von der Oberfläche wenigstens, verschwunden, und lässt todtes Ge- webe und mit braunem Inhalt versehene Zellen zurück. Jenes wird von dem unterliegenden frischen Parenchym durch eine Korkschicht scharf getrennt. Die Sporen entstehen an schwarz - oliven- farbigen, unverzweigten, mehr knotigen, an die Oberfläche tretenden Fruchthyphen. Die ausgewachsenen Sporen haben eine ovale, an beiden Enden spitz auslaufencte Form , fallen nach ihrer Reife auf Blätter und Früchte und keimen hier mit grosser Leichtigkeit. Die Keimschläuche dringen in die Epidermiszellen, rufen in denselben Bräunung des Zellinhaltes hervor und entwickeln meistens ein aus kurzen und kleinen Zellen bestehendes Mycelium, das nie tief 5 — 66 — in das Gewebe eindringt. Die sporentragenden Hyphen sind weit dunkler gefärbt als die Zellen des Mycels und die Sporen ; die Keim- schläuche beinahe farblos. Während bei F. p y r i n u ra jede Frucht- hyphe successiv 20 — 30 Sporen tragen kann, findet man nach Sorauer bei F. dendriticum an jeder Fruchthyphe nur eine terminale Spore. Wenn man bedenkt, dass die Sporen des F. py- rinum, in Wasser gebracht, schon nach wenigen Stunden reichliche und weitgehende Keimschläuche treiben, so liegt der Schluss sehr nahe, dass der Pilz hauptsächlich den meteorologischen Verhältnissen seine Erhaltung, Ausbreitung, seine resp. Abnahme und Verschwinden verdankt. Die gegen den die Birnencultur oft sehr beeinträchtigen- den Pilz zu treffenden Massregeln werden daraus leicht ersichtlich. Capus (Paris). Linde , Sigmund , Wurzel-Parasiten und angebliche Bodenerschöpfung in Bezug auf die Kleemüdig- keit undanaloge Krankheitserscheinungen bei un- genügendem Pflanzenwechsel. (Leipz. Inaug.-Diss.) Frei- burg i. Baden. 8. 64 pp. 1880. Auf Grund der Erträge des Weihenstephaner bodenstatischen Versuchsfeldes während der Jahre 1867 — 1878 sucht Verf. u. a. nach- zuweisen, dass 1. rationelle Fruchtfolge und gute Bodenbearbeitung weit wichtiger sind, als Düngung; 2. dass die Unverträglichkeit bei Aufsichselbstfolge nicht von Bodenerschöpfung herrührt. Er erklärt die Unverträglichkeits- und Müdigkeitserscheinung durch die Con- currenz der auf sich selbst folgenden Pflanze mit den parasitischen Bewohnern der Wurzeln ihrer Vorgängerin. Die Nematoden, als Ursache der Rübenmüdigkeit, werden (merkwürdiger Weise Ref.) nicht als Beispiel herangezogen. Verf. hält Pleospora herbarum für eine der Ursachen der Kleemüdigkeit. (? Ref.) Wittmack (Berlin). • Warming, Eng., m Plantesy gdomme, fremkaldse v ed Rundorme. (Ueber Pflanzenkrankheiten, durch Rund- würmer hervorgerufen.) (Tidsskr. f. popul. Fremstill. af Naturvidsk. 1879, 6. Heft.) Eine populär gehaltene Darstellung der Ursachen, welche die Rübenmüdigkeit bewirken. Die von Schacht entdeckte Heterodera Schachtii ist auf der Insel Fühnen an Zuckerrüben gefunden worden, und zwar sowohl die gelben Eischläuche (mit Eiern gefüllten Weibchen), als völlig entwickelte Würmer; die feinen Seitenwurzeln der Rüben wurden durch diese Parasiten getödtet. Jörgensen (Kopenhagen). — 67 — Henderson, Peter, Clubroot in cabbages (Country Gentle- man, Albany 1879. p. 821 ??). Die Kohl-Hernie (wohl besser Kohl-Kropf Ref.) tritt nicht ein auf Land, welches, wie an der Bucht von New-York, mit Austernschalen gemengt ist. Der Kalk scheint also ein Gegenmittel gegen Larven (der Kohlfliege etc.), welche nach dem Verf. dort allein die Ur- sache der Krankheit sind, zu sein. Die Kropfkrankheit tritt auch auf anderm Boden dort nur dann auf, wenn dasselbe Land zweimal hinter einander mit Kohl bepflanzt wird. Wittmack (Berlin). Vau Houlle, Agonie der Victoria regia. (Revue de Thortic. beige et etrangere 1880. p. 12). Während die Blätter im Sommer 2,50 m. Durchmesser hatten, besassen die letzten im September nur einen von 50 cm. Trotzdem die Pflanze seit dem 15. Juni geblüht und im Sommer gegen 40 Blu- men gebracht, blühte sie noch immer weiter. Die letzte Blüthe er- schien am 28. November (!), war sehr klein, kaum sichtbar und ganz bleich. Wittmack (Berlin). Marc, Die Vermehrung der Weinrebe als Heilmittel gegen die Phylloxera. („Fö 1 dmi vele si Erdekeink". [Unsere land- wirthschl. Interessen.] 1880. Nr, 1.) Marc plaidirt für die Vermehrung der Reben durch Samen, um edlere Soi'ten darauf zu pfropfen, damit hierdurch die Weinrebe gekräftigt und regenerirt werde und warnt vor der Vermehrung unserer Reben durch Ableger. Die aus Samen erzogenen Pflanzen sind kräftigeren Wuchses, mithin werden sie nicht nur den schädlichen Einflüssen, sondern auch, venn edle ungarische Arten darauf gepfropft werden, der Phylloxera mehr Widerstand entgegensetzen können. Für die Vermehrung durch Samen empfiehlt Verf. nicht unsere Rebenarten, sondern die nordamerikanischen Labruska- und Isabella-, sowie die wilden Arten unserer Wälder. Die Samen sind im Frühjahr auf einen von der Sonne be- schienenen, fruchtbaren Boden in Reihen, welche nicht zu nahe bei einand.er stehen, auszusäen. Bei guter Pflege können die Sämlinge schon im zweiten Jahre veredelt werden. Endlich fragt der Verf., ob man die Rebstöcke auf inficir- tem Boden nicht etwa vor dem Erscheinen der geflügelten Phylloxera zudecken sollte, um hiedurch das Ablegen der Eier an dieselben zu verhindern; ferner, ob man die Reben nicht schon im Herbste schneiden solle, um dieselben sammt den sorgfältig zusammen gelesenen Blättern zu verbrennen. — Die inficirten Rebstöcke sind auszugraben, zu verbrennen, die Erde bis soweit, 5* — 68 — als die Wurzeln reichten, zu entfernen und durch andere Erde zu ersetzen. In diese sind dann die aus Samen gezogenen und ver- edelten Setzlinge einzupflanzen. Borbäs (Budapest). Fabricius, Ein inter e sssanter Blitzschlag. (Allgem, Forst- u. Jagdztg. 56. Jahrg. 1880. p. 40.) Eine Eiche war durch einen Blitzschlag derart zersplittert, dass die Krone bei 4 — 5 Meter über dem Boden abgebrochen und herabgestürzt war, vom Stamme Längssplitter weit umherlagen und nur der mittlere Theil des Stockes stehen geblieben war. P r a n 1 1 (Aschaffenburg). Klebs u. Tommasi-Crudeli, Studien über die Ursache des Wechselfiebers und der Malaria. (Arch. f. exper. Pathol. u. Pharmakol. Bd. XI. Heft 5 u. 6. p. 311—398.) Enthält nach einer Auseinandersetzung über das Vorkommen der Malaria und einer Darstellung der älteren Ansichten über die Natur derselben eine grosse Reihe der sorgfältigst angestellten Versuche, welche bezwecken sollten, die wirkliche Ursache des Wechseltiebers und der Malaria endgültig festzustellen. In Folge der längst beobachteten Thatsache, dass derartige Erkrankungen nur auf bestimmten Terrains vorkommen, wählten die Verf. eine Localität zum Ausgangspunkte ihrer Untersuchungen, an der in unzweifelhafter Weise in der wärmern Jahreszeit die schwersten Formen der Malariaerkrankungen auftreten, und zwar die pontini- schen Sümpfe mit Cisterna, an der Via Appia gelegen, als Mittel- punkt. Sie untersuchten nun zunächst von den verschiedensten Orten Luft, Wasser und Schlammproben (später auch verschiedene Erdschichten) auf niederste Organismen, die als Krankheitserreger angesehen werden könnten. Neben chlorophyllhaltigen Algenfäden, Desmidieen und Diatomaceen, die Wasser und Schlamm in grosser Menge enthielten, fanden sie stets auch Spaltpilze, nämlich gegliederte und ungegliederte Stäbchen, sowie sporentragende Fäden, die sie in Hausenblase, Urin etc. weiterzüchteten. Schliesslich wurden mit den betreffenden Massen, und zwar sowohl mit den unmittelbar aus, dem angegebenen Material, wie mit den durch Züchtung gewonnenen Infectionsversuche angestellt, indem kleinere und grössere Mengen davon unter die Haut von Kaninchen gespritzt wurden. In diesem Falle entstanden nun, sobald die Einspritzungsflüssigkeit jene Spalt- pilze enthielt, stets Erkrankungen, die genau dieselben Erschei- nungen beobachten Hessen, wie die spontanen Malariaerkrankungen des Menschen. Auch die sofort nach dem Tode vorgenommene Section ergab gleiche Befunde. Die mikroskopische Untersuchung zeigte dabei besonders in der Lymph- und Milzflüssigkeit dieselben — 69 — Organismen, wie in der Injectionsflüssigkeit. Aus den Versuchs- ergebnissen werden nun die Schlüsse gezogen: zunächst, dass sich die Malariaaffectionen in allen denjenigen Formen bei Thieren (Kaninchen) reproduciren lassen, die man aus den entsprechenden Erkrankungen des Menschen kennt, und dann, dass diese expe- rimentell erzeugten Malariaaffectionen durch Or- ganismen hervorgerufen werden, die im Boden v o n Malariagegenden vor dem Ausbruch des Fiebers vorhanden sind und deren TJ eher gehen in die Luft unter bestimmten Bedingungen von Feuchtigkeit und Wärme direct beobachtet werden konnte. Den Bacillus, den genannte Forscher als Krankheitserreger nachwiesen, und der sich ebenso sehr von B. subtilis Cohn, wie von B. Anthracis Koch unterscheidet, bezeichnen sie als B. Mala- riae und charakterisiren ihn folgeudermassen: „Stäbchen von 2 — 7 mm. Länge, welche zu gewundenen Fäden heranwachsen, die entweder durch Auftreten heller Zwischenräume, seltener von Scheidewänden in ihrem Protoplasma sich gliedern und dann schliesslich an der Luft ausgesetzten Oberflächen Fadenbüschel von kurzen Gliedern bilden, — oder Dauersporen in ihrem Innern entwickeln, sei es schon vor der Gliederung oder nach derselben. In den Gliedern entstehen die Dauersporen median oder endständig, oder findet man sowohl mediane wie endständige; bei fehlender Gliederung können dieselben, indem sie sich weiter vermehren und kleiner werden, schliesslich das ganze Innere des Fadens als feinkörnige Körnermasse er- füllen." Auch die Keimung der Sporen wurde beobachtet. Der Befund der gleichen Organismen bei Perniciosa des Menschen con- statirte Dr. Marchiafava, erster Assistent des Laboratoriums der pathologischen Anatomie an der Universität von Rom. Zimmermann (Chemnitz). Laug, Eduard, Vorläufige Mittheilung von einem neuen Untersuchungsergebnisse bei Psoriasis. (Ber, d. naturwiss.-.med. Ver. in Innsbruck. 9. Jahrg. p. 54 — 6L) Es ist Prof. Lang gelungen , endlich auch bei Psoriasis , für deren Annahme als Dermatomykose schon längst gewichtige Gründe vorlagen, in gewissen Lagern der Effiorescenzen Pilzelemente auf- zufinden. Und zwar treten diese in dem zarten, von dem durch- schimmernden Papillarkörper roth erscheinenden Häutchen auf, zu dem man gelangt, wenn man von einer Psoriasiseefflorescenz die silber- glänzenden, trockenen Schuppenmassen soweit als möglich entblättert. Hier finden sich sowohl Sporen als Hyphen. Erstere erscheinen rund oder oval und messen ca. 0,006 — 0,008 mm. im Durchmesser, — 70 — letztere sind 0,002 — 0,004 mm. breit, spärlicli mit Scheidewänden versehen und ebenso spärlich verzweigt. Die Sporen scheinen da- durch zu entstehen, dass die Hyphen am Ende kolbig anschwellen. L. nennt den Pilz Epidermidophyton. Zimmermann (Chemnitz). Hansen, Q. Armauer, Bacillus leprae. Etudes sur la bacterie de la lepre. (Archives de Biologie publ. par V. Beneden et v. Bambeke. Tom I. |1880. fasc. 1. p. ,225 ff.). Verf. will- durch vorliegenden Artikel ein Prioritätsrecht gegen den schwedischen Arzt E k 1 u n d , wie gegen N e i s s e r in Breslau, welche jüngst beide über die Krankheitsursache der Lepra ge- schrieben haben und zu ähnlichen Resultaten gekommen sind, wahren. Er theilt deshalb zunächst die Details von Untersuchungen mit, die er bereits 1873 angestellt und 1874 einem Berichte über die Aetiologie der Lepra an die Societe de medecine de Christiania zu Grunde gelegt hatte. Schon damals waren von ihm in den leprösen Tuberkeln kleine Körperchen in Form von Stäbchen auf- gefunden worden, was ihn auf die Vermuthung gebracht hatte, dass diese Körperchen wohl den eigentlichen Infectionsstoff, der bei seiner Einführung in den Organismus die Krankheit hervorrufe, darstellen möchten. Bei den im vergangenen Jahre auf Anregung der von Koch herausgegebenen Schrift „Untersuchungen über die Aetiologie der Wundkrankheiten" von neuem unternommenen und nach Koch- scher Methode ausgeführten Untersuchungen constatirte er wiederum das stete Vorhandensein von stabförmigen Bacterien (Bacillen) in den Tuberkeln der Lepra und beobachtete besonders, dass die dunkeln Elemente, welche beim Schnitt durch einen derartigen Tuberkel deutlich aus der Mitte des umgebenden Zellgewebes her- vortreten und für die Lepra geradezu charakteristisch sind, nichts Anderes als Anhäufungen von Bacterien (Zoogiöahaufen) darstellen. Die beigegebene Tafel zeigt Tuberkelzellen, welche wenige oder Haufen von Bacterien einschliessen, sowie freie Bacterien (Bacillus leprae). Zimmermann (Chemnitz). Baillou, H., Sur quelques plantes ä Curare. (Bull. mens. d. 1. Soc. Linn. de Paris, n. 29. [7. janv. 1880.] p. 230—232). Der wirksame Bestandtheil des Giftes stammt von beliebigen Strychnos, meist von St. Castelnaeana Wedd., welche laut Cre- vaux ein sehr ausgedehntes Verbreitungsgebiet am oberen Ania- zonenstrom besitzt. Vulgärname: Ramon. Das„Urari" der Indianer südhch von französisch Guyana stammt von S. Crevauxiana Baill. n. sp. Beide Arten werden auch mit Rücksicht auf morphologische Verhältnisse beschrieben. Koehne (Berlin). — 71 — Guij^net, E., Sur la culture du Manioc et la fabrication du Tapioca au Bresil. 4. 5 Seiten. (Aus Bull, de la. soc. d'Encour. 1879. Bd. 6, p. 516 ff.) In Brasilien wird Maniok in sehr grossen Quantitäten cultivirt. Sie bildet die Ernährungsbasis von 11 Mill. Menschen aller Farben und ward schon vor der Entdeckung von Brasilien daselbst cultivirt. lieber ihre Entdeckung existirt eine eigenthümhche Sage. Manioc amer ist die beste und productivste Sorte, sie ist giftig. Manioc aipi oder doux wird nur im Kleinen cultivirt und ist nicht giftig. Vom Meeresspiegel bis 1000 m. hinauf gedeiht die Maniok überall. Sie wird nur mit Steckreisern cultivirt, welche im 2.-3. Jahre eine der Ricinuspflanze ähnliche 2 — o m. hohe Pflanze liefern. Man lässt die Pflanzen nicht zur Blüthe kommen , sondern erntet ihre Knollen früher. Die Knollen werden gereinigt, geschält, dann in einen Sack geworfen und darin mit einer einfachen Hebel- oder Schrauben- presse zerquetscht, dann befeuchtet und wieder gepresst, dann sehr rasch getrocknet in einen:^ flachen über Feuer stehenden Gefässe, unter beständigem Umrühren. Das Product heisst Manioc -Mehl oder Mehl (farina) kurzweg. Es ersetzt vollständig unser Getreide- mehl in Biasilien. Guignet überzeugte sich, dass das Maniok- Gift, das bei der genannten Operation völlig entweicht, nicht, wie angenommen worden, Blausäure ist. Aus der Farina wird das brasi- lianische Nationalgericht, die Fejoada bereitet, und das Gericht pirao. Das Waschwasser des Maniok-Mehles lässt Stärke fallen, aus der die Tapioca bereitet wird. Die gut abgetropfte Stärke wird in Kupfer-Bassins erwärmt, wobei sie sich in grosse, halb durschei- nende, unregelmässige Massen verwandelt. Alle diese Operationen geschehen nur im Kleinen und mit den einfachsten Mitteln. Der Autor bespricht schliesslich die Vortheile einer Tapiocaerzeugung in Fabriken im Grossen. (Diese Angaben weichen von den gewöhn- lichen etwas ab, daher ihre kurze Referirung.) V. Höhnel (Mariabrunn). Kerr, Hern. Chunder, Paper making in India. (Papierfa- brikation in Indien.) (Journ. of applied science XI (1880). p. 22.) • Die ersten Materialien zum Schreiben bei den alten Hinduh waren Blätter und Rinden; Sanskritbriefe Messen „patra", d.h. Blatt. Seit den letzten 1200 Jahren (oder mehr) wurden besonders drei Palmen gebraucht: Borassus flabelliformis L. , Corypha Talliera Roxb. und Corypha elata. Vorher nahm man die innere Rinde des „churj" -Baumes, Betula Chojpatra. Die Chinesen entdeckten die Kunst der eigentlichen Papierbereitung aus macerirten vegetabilischen — '72 - Fasern vor 2000 Jahren. — Es werden dann ausführlich die heutigen Methoden der Papierfabrikation in Indien beschrieben. Wittmack (Berlin). Scheibler, C, Vorläufige Notiz über das Vorkommen eines neuen in den Rüben enthaltenen rechtsdrehenden Kör- pers und Verfahren der Nachweisung desselben mit Hülfe des mir patentirten Extractionsapparates. (Die deutsche Zucker-Industrie V (1880)p. 6. Aus: Neue Zeitschr. für Rüben- zuckerindustrie von C. Scheibler.) Der neue Körper, dessen Darstellung angegeben, dreht 3mal so stark rechts als Rohrzucker ; die spec. Drehkraft [a] D ist höher als -j- 200. — Die bisher angewandte Methode der Zuckerbestim- mung durch Polarisation des wässerigen Rübensaftes gibt nach Verf. deshalb falsche Resultate; bei seiner eigenen Methode der Extraction des Zuckers der Rüben mit Alkohol bleibt aber der neue stark rechts drehende Körper im Rübenmark zurück und hindert nicht die Polarisation. » Wittmack (Berlin). Marc, Ueber die Bewaldung nackter Anhöhen oder sandiger Flächen mit dem Götter bäume. (Centralbl. f. d. gesammte Forstwesen, hrsg. v. Hempel. VI. Jahrg. 1880. 1. Heft. p. 9 ff.) Verf. empfiehlt diesen Baum, Ailanthus glandulosa, der überall, wo die Rebe gedeiht, selbst im Flugsande, nur nicht im schweren Lehmboden, fortkomme, zur Anpflanzung, da er durch seine Ausschlags- fähigkeit, seine reiche Belaubung und sein weiches Holz viele Vor- theile biete. Prautl (Aschaffenburg). Nobbe, F., Hänlein, H. u. Councler, C, Beiträge zur Bio- logie der Schwarzerle lAlnus glutinosa Willd.) (Tharan- der forstl. Jahrb.XX. 1880. 1. Heft.) Kann erst nach Erscheinen der angekündigten Fortsetzung be- sprochen werden. Prantl (Aschatienburg). Zschimmer, Zuwachsuntersuchungen an einer auf ge- asteten Kiefer. (Tharander forstl. Jahrb. XX. 1880, p. 35—39.) Enthält nichts Neues. Prantl (Aschaffenburg). Wollny, Beiträge zur Rübenkultur. (Zeitschr. d. landw. Vereins in Bayern 1880. p. 27.) Die Ergebnisse der auf dem Versuchsfelde der technischen Hochschule in München angestellten Versuche sind folgende: I. Einfluss der Grösse des Pflanzraums auf die Erträge der Rüben: 1. Das Maximum des Ertrages von einer bestimmten Fläche ist unter sonst gleichen Verhältnissen abhängig von einer bestimmten — 73 — Grösse des Staudraums. Bei lichterem und bei dichterem Staude ist der Ertrag geringer. 2. Die Rüben sind um so grösser, je grösser innerhalb gewisser Grenzen der der einzelnen Pflanze zugemessene Bodenraum ist. 3. Die Blättereiträge steigen im Allgemeinen mit dem engeren Stande der Pflanzen. 4. Der Pflanzraum, welcher den höchsten Ertrag verbürgt, ist bei den Varietäten der Rüben verschieden. 5. Je leichter der Boden austrocknet, desto grösser muss der Pflanzraum der Rüben sein, 6. Höchster Zuckerertrag wird selten mit dem höchsten Rüben- ertrag zusammenfallen. II. Einfluss der Saatzeit auf die Erträge: 1. Eine Verkürzung der Vegetationsdauer in Folge verzögerter Saat ist stets mit einer Verminderung des Ertrages verknüpft. 2. Frühe Bestellung führt eine Steigerung des Zuckergehaltes der Rüben herbei (bewirkt aber auch mehr Samentriebe, sog. Durchgehen). Das Minimum der Keimtemperatur liegt für Runkel- rüben bei ca. 4 — 5° C. III. Einfluss der Tiefe der Saat auf das Auflaufen der Pflanzen: Selbst auf sehr lockerem, leichtem Boden dürfen Rübenkerne nur flach, höchstens 2,5 cm. tief, untergebracht werden. IV. Versuche über das Verpflanzen der Rüben: Die Rübenerträge fallen bei der Pflanzmethode um so liöher aus, je kräftiger entwickelt die Pflänzlinge waren. V. Wurzeldüngung ist schädlich. VI. Behäufeln ist bei Futterrüben nur auf bindigem Boden zweckmässig, bei Zuckerrüben aber stets nothwendig. Wittmack (Berlin). Y. 0., Mittheilungen vom Hochburger Versuchsfelde. I. An- bauversuch mit der kaukasischen Comfreyfutterpflanze, Symphytum asperrimum Bieberst. (Wochenblatt d. landw. Vereins in Baden, 1880 p. 13.) Die Pflanze wurde 1790 in England eingeführt und neuerdings in Deutschland als äusserst ertragreiches Futterkraut angepriesen. Das Futter wurde, im Gegensatz zu andern Versuchen, von Kühen begierig gefressen. Der Ertrag ist aber bis jetzt noch zu gering, um ein definitives Urtheil abzugeben. IL Anbauversuch mit der Sojabohne, Soja hispida Mnch (1. c. p. 29.). Der Versuch befriedigte. Ernte (1879) erst Mitte October; die Pflanzen mussten zum Nachreifen und Trocknen — 74 — auf einem luftigen Speicher aufgehängt werden; 1^2 kg. der gelb- samigen Varietät gaben 29 k. Samen. Wittmack (Berlin). Lölbe, William, Die grosse Bohne (Vicia Faba). (Illustr. landw. Zeitg. V. W. Lobe, 1880. p. 2.) Sorten- An gaben und Cultur. Pardie., Neue Varietäten des Zuckerrohrs. (La sucrerie" indigene 1879 (Dec.) p. 517.; aus: The Sugar Cane.) Verf., Botaniker auf der Insel Trinidad, hat 3 neue Varietäten als sehr zuckerreich empfohlen : Caledonian Queen, Green Salangore, Violet Salangore. — Die Zuckerrohr-Halme, welche einen aufrechten Wuchs haben und somit Luft und Licht erhalten, werden gelb und enthalten viel Zucker, diejenigen aber, welche auf dem Boden liegen, oder sehr geneigt sind, bleiben grün und arm an Zucker. Wittmack (Berlin). Lukowitz, T., Ueber Weizen und dessen Klebergehalt. (Königsberger land- und forstwirthschaftl. Zeitg. 1880. p. 3.) Die Backfähigkeit des Mehls wird allein durch den Kleber- gehalt bedingt; der engl. Rauh- oder Grannenweizen (Tr. turgidum) ist deshalb gar nicht zum Backen zu benutzen. Die südlichen Wei- zen, Tr. durum, enthalten bekanntlich am meisten Kleber; glasige Sommerweizen sind ebenfalls kleberreich, doch ist ihr Kleber nicht so elastisch und hat demnach' eine geringere Steigfähigkeit. Verf. regt zur Cultur und Ausstellung der besten kleberreichsten Weizen- sorten in Ostpreussen an und theilt Briefe von Prot. Werner-Poppels- dorf mit, in denen die geeigneten Sorten angegeben werden. Wittmack (Berlin). Kellner, 0., Ueber die stickstoffhaltigen Bestand - t h e i 1 e der Futtermittel. (Deutsche landw. Presse 1880. Nr. 1.) Die frühere Annahme, dass aller Stickstoff in den Futtermitteln in Form von Eiweiss, d. h. in der für die Ernährung vortheilhaftesten Form vorhanden sei, ist durch die Untersuchungen von E. Schulze, E. V. Wolff, 0. Kellner, Märcker u. A. neuerdings als un- richtig erwiesen. Kartoffeln enthalten z. B. nur etwas weniger als die Hälfte ihres Gesammtstickstoffs in Form von Eiweiss. Verf. hat nun den Verbreitungsbezirk der stickstoffhaltigen, nicht eiweissartigen Substanzen untersucht und dieselben in allen grünen Pflanzentheilen gefunden. Das Auftreten der stickstoffhaltigen Nicht -Eiweissver- bindungen geht mit der Bildung neuer Organe Hand in Hand. (Vergi. u. A. die Arbeiten von Pfeffer über Asparagin. Ref.) Ist letztere abgeschlossen, so werden auch jene Substanzen rasch — 75 - in Eiweiss übergeführt, so beim Roggen, Raygras, Hafer und Knaulgras. Wo aber die Bildung neuer Blätter und Sprosse längere Zeit anhält , wie z. B. bei Rothklee , Esparsette und Luzerne , da verschwinden die nichteiweissartigen Stickstoffverbindungen nicht so bald. Auch die Düngung ist von Einfluss. Junge Pflanzen, die viel Stickstoff" im Boden finden , können denselben nur allmählich in Ei- weiss überführen. — Ein Theil der Stickstoffverbindungen wird von den Pflanzen erst in Amidverbindungen übergeführt. Mit dem höheren Trockensubstanz-Gehalt verringerte sich (bei Kartoffeln) die Menge des Gesammtstickstoffs, während der Eiweiss- gehalt sich relativ und absolut vermehrte. — Es ist nicht unwahr- scheinlich, dass ein Mangel an gewissen für die Bildung und Fort- leitung der Eiweisskörper nothwendigen Mineralsubstanzen bei Gegenwart genügender oder zu grosser Mengen Stickstoff eine stärkere Ansammlung von nicht zu den Protein Stoffen gehörenden Stickstoffverbindungen in den Samen bedingt als diese im normalen Zustande enthalten und wäre vielleicht auch die jetzt so auffallend hervortretende Schädlichkeit der Lupinenkörner hierdurch veranlasst. W i 1 1 m a c k (Berlin). Müller, Ferd. v., Osler Plantations (Weideupflanzungen) in Tasmania. (Journ. of applied science XL, 1880. p. 13.) [Aus: Müller, Ferd. v., Select plants readily eligible for ludustrial Culture.] Es werden folgende Weiden empfohlen: Salix alba L. (Hun- tingdon od silky willow of Europe), Salix vitellina L., S. babylonica Tourn., S. elegantissima C Koch (Japan,) S. capensis Thunb., S. Garie- pina Burcbell (Südafrika), S. daphnoides Vill., S. petiolaris Sm., S. cordata Mühlenbg., S. lucida Mühlenbg., S. tristis Ait., S. longi- folia, S. nigra Marsh, S, Purshiana Spreng. (Nordamerika), S. Caprea L., S. fragilis und die Var. S. Russelliana Sm. (Bedford willow), S. Humboldtiana Wild (Südamerika), S. purpurea L., S. rubra Huds., S. viminalis L., S. triandra L., S. tetrasperma Roxb., S. amygdalina L., S. lanceolata Sm. (S. triandra L.), S. viminalis L. nach Andersson [Andersson zählt 158 Species auf.] WMttmack (Berlin). Rümpler, Th., Illustrirtes Gartenbau-Lexicon. Unter Mitw. zahlr. Fachmänner herausgegeben. Lieferung 1. Berlin (Wiegan dt, Hempel & Parey) 1880. Die erste Lieferung (dieses in 30 Lieferungen erscheinenden) Werkes beginnt mit der Erklärung des Wortes „Abblatten" und schliesst mit „Augustschnitt" und unterzieht auch die in den Gärten am häufigsten vertretenen Pflanzengattungen mit ihren beliebtesten Arten, die Welttheile und Länder, welche ein reiches Contingent — 76 — • an vegetabil. Schätzen geliefert, sowie die um den Gartenbau be- sonders verdienten Männer etc. einer kurzen Besprechung. Was dieser Publication einen besonderen Werth verleihen wird, soweit sich dieses aus der ersten Lieferung schliessen lässt, ist die hier zum ersten Male in solcher Vollständigkeit gegebene sachliche, kurze Erklärung der mannigfaltigen gärtnerischen Kunstausdrücke. Goeze (Greifswald). Lilium Parkmaniii (Aut.) ?) (Si eb ol d i a 1880. p. 9) ist nach Kr e- lage durch Befruchtung von Lilium speciosum ? mitLilium auratum c? von F. Parkmann erzogen. Krelage hält sie für identisch mit einem ihm vor Jahren übersandten Lilium auratum rubro-vittatum, das von der gewöhnlichen Form der letzteren abwich. Wittmack (Berlin). Litteratur. Almqnist, S. o. Lagerstcdt, N. (j. W., Lärobok i naturkunnighet. uppl. 2; lift. 1. Läran om växterna. M. G6 träsn. o. 16 pl. vj o. 78 s. (1879.) Kart. 8. Stockholm (P. A. Nordstedt & Söner). 2 Kr. Bland,, W., Notes of Lessons on Elementary Botany. Part I. II. 5^^ edit. 12. pp. 68. London (Bemrose) 1879. 6 d. Elements d'histoire naturelle par l'abbe E. C.*** Botanique. 2e ed. 16. 239. pp. av. flg. Tours (Manie); Paris (Poussielgue fröres) 1880. 2 Fr. 50. Hummel, A., Methodischer Grundriss der Naturgeschichte f. Mittelschulen u. ver- wandte Lehranstalten. 2. Thl. Pflanzenkunde. 8. Halle (Anton). 1880. M. 1. Lundström, Axel N., Inledning tili botaniken. Bearbetning. 8. 38 s. Stock- holm (0. L. Lamm) 1879. 75 öre. Vaupell, C, Planterigets Naturhist., tii Skolebr. M, 282 ill. Efter Forf. Död omarb af G. Grönlund. 5. Opl. 8. 182 S. Kopenhag. (Keitzel) 1880. 2. 75. Pickering, Charles, Chronological History of Plauts. Maus record of his own Existence illustrated through their Names, Uses, and Companionship. 4. 1222 pp. Boston 1879. Manpas, üeber einige vielkernige thierische u. pflanzl. Protorganismen. (Comptes rendus T. LXXXIX. 1879. Nr. 4; Ref. in Bot. Ztg. 38. Jahrg. 1880. No. 2. p. 27.) Ambroun, H., Ueber einige Fälle von Büateralität bei den Florideen. M. 2 Tfln. (Bot. Ztg. 38. Jahrg. 1880. No. 10. pp. 161—174; Neil. pp. 177—185; No. 12. pp. 193—200.) [Forts, folgt.] Brun, J., Diatomees des Alpes et du Jura et de la region suisse et fran^aisedes environs de Geneve. 8. Basel (Georg) 1879. M. 8. Cornu, Max, Sur la reproduction des algues marines (Bryopsis). (Acad. d. Sc. Seance 23. Dec. 1879; Les Mondes. Ser. IL T. LI. No. 1. Jan. 1880 p. 43.) Klebs, (j., Ueber die Formen einiger Gattungen der Desmidiaceen Ostpreussens. 4. Königsberg (Koch, Comm.) 1879. M. 2. .50. Packard, A. 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(1. c.) — — Contributo allo studio dei miceti que nascono sulle pianticelie di Riso. (1. c.) — — Sui microfiti que . producono la malattia delle plante volgarmente conosciuta col nome di Nero , Fumago, o Morfea. (1. c.) Franceschini , Notizie sulla filossera delle viti (Phylloxera vastatrix) (con 2tav.) (Atti della Soc. ital. di scienze naturali. Vol. XXII Milano 1879. 8. pag. 208.) traroraglio, S. e Cattaneo, Ä., Sulle principali malattie degli agrumi. (Archivio del Labor, di Bot. Crittog. presso la R. Univ. di Payia. Vol. JI e JH. Milano 1879.) — — e Nuove ricerche sulla malattia del brusone del riso. (1. c.) e Sulle dominanti malattie dei vitigni. (1. c.) e Poche parole d'aggiunta alle tre Memorie sulle dominanti malat- tie dei vitigni. (1. c.) Nuove ricerche sul vajolo della vite. (1. c.) — — e Pirotta, R., Sulla ruggine del gran turco (Puccinia maydis). (1. c.) e Cattaneo, A., Sulla ruggine dell' abete rosso (Peridermium abietinum). (1. c.) Di quella malattia del riso que i Lombardi chiamano gentiluomo o spica falsa. (1. c.) Grirard, M., Notes sur des galles de poirier. 8, 4 pp. (Extr. du Journ. de la Soc. centr. d'hortic. de France, 3e ser., 1. 1879.) Paris [Donnaud] 1880. Grayis, Notes sur les excroissauces des racines de l'Aune. (Compt. rend. des Seanc. de la Soc. Roy. de Bot. de Belg. 2« Part. 10. Jan. 1880.) Hagen, H. A., Destruction of obnoxious insects, Phylloxera, Potato-beetle, Cotton- worra, Colorado-grasshopper, and Greenhouse-pests by application of the Teast- fungus. 8. 11 pp. Cambridge, Mass. 1879. Ligue, la, contre le phylloxera, ou Moyens pour conserver les vignes; par un proprietaire roussillonnais. 12. 65 pp. Perpignan (Latrobe) 1880. Mazzoni, GioY., Malattie dei bambint: memorie. 32. 40 pp. Casale (P. Ber- tero) 1879. Meyer, F., üeber die Ursache des Erfrierens und den Schutz der Gartengewächse gegen die Winterkälte. (Hamb. Garten- u. Blumenztg. 1880, Hft. H, p. 82—84. Hft. m. p. 116—119.) Mouticone, Brevi nozioni popolari per riconoscere la fiUosserosi, ossi a nuova malattia delle viti. 8. 12. pp. Asti (Vinassa) 1879. Oliver, Panl, Le pyrophore insecticide contre le phylloxera. 8. 11 p. Perpignan (Latrobe) 1880. Pirotta, R., Sulla comparsa del Mildew, o falso Oidio degli Americani nei Vigneti Italiani. (Extr. du Bull. d'Agricult. de Milan; bespr. in Revue my- col., ann. IL Nr. 1. p. 52, 53.) SuIl'Annebbiamento del grano. (Archivio del Labor, di Bot. Crittog. presso la R. Univ. di Pavia. Vol. II e III. Milano 1879.) — 85 — Pirotta, K., Sulla ruggine delle Malve. (I. c.) I fuDghi parassiti dei vitigni. (1. c.) Suir Helminthosporiurn vitis, parassita delle foglie della vite. (1. c.) Kajnal, A. L., Du refoulement progressif du phylloxera en France jusqu' ä son aneantissement et de la reconstitution de nos vignobles en cepages fran^ais. 8. 87 pp. Poitiers (Blanchier: Druincaud) 1880. Fr. 1, 50. Reinke, J. u. Berthold, (J., Die Zersetzung der Kartoffeln durch Pilze. 8. pp. 100 mit 9 Tfln. Berlin 1879. (Bespr. : Bot. Ztg. 38. Jahrg. 1880. Nr. 3. p. 44-47.) Trevisan, Tittore, La fillossera e Tawenire della viticoltura in Italia. Mono- grafia ad uso dei viticultori italiani. Con 2 tav. cromolitograf. 8. pp. 78. Milano (ü. Hoepli) 1879. , L. 8. Tiinont, tr., Le Phylloxera en 1879, memoire adresse ä M. Paulin Talabot. 8 44 pp. Paris (P. Dupont) 1880. Behrens, W. J., Unsere unsichtbaren Feinde. Mit Abbild, i. Holzschn. I. (Monatsbl. für öffentl. Gesundheitspfl. No. 1. 1880. p. 8—12.) Camiuhoa, J. M., Catalogue des plantes toxiques du Bresil. Traduit du Portu- gals par ßey. 8. 47 pp. Extr. du Journ. de therapeutique. Paris (P. Du- pont) 1880. Grorkum, ran. Zur Cinchona-Forschung. Offener Brief an Dr. J. K. Hasskarl. (Pharmaceut. Handelsbl. Bunzlau u. Berlin. 17. Dec. 1879.) Hamburger, Z. S., Ueber die Farbstoffe der Quercitronrinde. 8. Göttingen (Vandenhoeck u. Ruprecht) 1880. M. 1. Hanseu, H. A., The Bacillus of leprosy (Tafel VIII). (Quart. Journ. micr. science N. Ser. Vol. LXXVU. Jan. 1880.) Krocker, Zur Lupinenkrankheit der Schafe. Mittheilungen über : a) Bestimmung der Quantität an Alkaloiden in den verschiedenen Pflanzentheilen von gelber Lupine, b) Lupinenheu von gelber Lupine, welches Vergiftungserscheinungen bei Schafen veranlasste. Nebst Berichten von Metzdorf: Vorlauf. Mitthei- lungen über eine Lupinen - Enzootie unter Schafen der Domaine Slawentzitz in Oberschlesien, u. Sorauer P., Ueb. den mikrosk. Befund von Lupinenstroh und von Früchten, durch welche Lupinenvergiftung in Slawentzitz herbeigeführt worden ist. (Landw. Jahrb. v. Thiel IX. [1880.] Heft 1. p. 27—35.) Marolda-Fetilli, Francesco, Gli eucalitti: notizie raccolte. 8. pp. 280. Roma (Forzani e C.) 1880. L. 5. Menier, J., De la eure des vegetatious par Tusage ä l'interieur de la teinture de Thuya occidentalis. 8. 30 pp. Paris (Parent) 1880. Müller, F. v., Eucalyptographia. 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T. de, Recherches d'ethnograpbie bot. sur la flore des sepul- — 86 — tures peruviennes d'Ancon. 8. 20 pp, Extr. des Actes de la Soc. Linneenne. Bordeaux (Durand); Paris (G. Masson) 1880. Wurtz, Ad, et Bouchnt, E., Recherches cliniques et chimiques sur la papaine ou pepsine vegetale tiree du Carica Papaya ; 8. 35 p. Paris (J.-B. BailUere et fils) 1880. (Extr. de Paris medical; bespr. Bot. Ztg. 38. Jahrg. 1880. No. 2. p. 27.) Balland, De Tinfluence des climats sur la maturation des bles. (Acad. des Scienc. de Paris 1880; Las Mondes, Ser. U. ann. XVIII. T. LI. No. 5. 1880. p. 234) DumaS; A., La culture maraichere. Traite pratique pour le Midi, le centre de la France, pour la Suisse et pour l'Algerie. Edit. IV. Vol. I. 18. cart. de 420 pp., 186 grav. Paris (Rothschild) 1880. M. 3. 50. DUnkelberg', Ueb. den Werth der präcipitirten Phosphate im'Allgemeinen u. den zurückgegangenen gegenüber der wasserlösl. Phosphorsäure in den Superphos- phaten im Besonderen. 8. Berlin (Wiegandt, Hempel u. Parey) 1880. M. 2. Lohreu, A., Deutschlands Flachsbau. Eine im deutschen Reichstage 1879 un- erledigt gebliebene Zollposition. 8. Berlin (Behr) 1880. M. 1. 80. Ladrey, Traite d'Oenologie. 16. fig. Paris 1880. M. 6. 50. Ladurean, A., Etudes sur la culture du lin. 8. 15 pp. (Publications de la Soc. industr. du nord de la France. Lille (Dane!). 1880. Le Bian, (J., De la culture des panais; 15' edition , augmentee de nouv. rapports et d'une statistique de la culture du panais, de 1874 ä 1879. 8. 44 pp. Brest (Halegouet) 1880. Perrey, A., Experiences sur la culture du raais au laboratoire agronomique de la Societe des agriculteurs de France ii la colonie de Mettray. 8. 11 p. Paris (Donnaud) 1880. Petermann, A., üeber den landwirthschaftlichen Werth der sogenannten zurück- gegangenen Phosphorsäure. 8. Leipzig (Weber) 1880. M. — . 50. Ronua, A., Essai sur Tagriculture des Etats-Unis d'Amerique; le Ble aux Etats- Unis d'Amerique; Production, transports, commerce. 8. XXI. 335 pp. Nancy (Berger-Levrault et Ce.) 1880. 5 Fr. Altuiu, B,, Unsere Mäuse in ihrer forstlichen Bedeutung nach amtl. Berichten üb. den Mausefrass im Herbst, Winter u. Frühling 1878 — 79 in den preuss. Forsten. 8. Berlin (Springer) 1880. M. 1. 40. Dupout, E. , Les Essences forestieres du Japon. 8. 174 p. avec fig. Nancy et Paris (lib. Berger-Levrault u. Co.) 1880. (Extr. de la Revue maritime et co- loniale.) Fr. 4. 50. Kienitz, M., Formen und Abarten heimischer Waldbäume. Berlin 1879. (Bespr. in Bot. Ztg. 38. Jahrg. 1880. Nr. 7. p. 109—112.) Ueber Formen und Abarten heimischer Waldbäume. 8. 51 pp. 4 lith. Tfln. Berlin (Springer) 1879; Ref. in Oesterr. Bot. Zeitschr. 1880. No. 2. p. 58, 59.) Bonclie, C, Ueber künstliche Befruchtung der Ceratozamia mexicana. (Monats- schr. d. Ver. z. Beförd. d. Gartenb. i. d. Preuss. Staat. Berlin [Febr.] 1880. p. 96—98.) Ueber die Kultur von Encephalartos Hildebrandtii. (1. c. Januar 1880, p. 54-57.) Clos, D., D'un groupe d'Eryngium ornementaux. (Aus Ann. Soc. d'hort. de la Haute-Garonne. 1879. p. 140; la Belgique horticole. 1879. T. XXIX. p. 339, 340.) Duchartre, P., Observations sur les marronniers hätifs (Aesculus Hippocästanum L.) 8. Paris (Donnaud) 1879. (Extr. du Journ. Soc. centr. d'Horticulture.) Pish, D, T., The Hardy fruit Book; consisting of aSeries of exhaustive Treatise« — 87 — on the various Frults grown in this Country, giving the History, the most re- markable Sorts, aud the best Methods of Cultivation of each. Vol. 1 : The Apple, Peach, and Nectarine. 8. p. 276. London (Baeaar Office) 1880. 5 s. Uielen, Phil., Die Nadelhölzer des Wövlitzer Gartens. Dessau (Reiter) 1879. (kurz. Ref.: Regel's Gartenfl. 1880. Jan. p. 32.) Otto, E., Die Gunnera-Arten und deren Kultur. (Hamb. Garten- u. Blumenztg. 1880. p. 9, 10.) lieber einige alte bekannte, jetzt selten in den Gärten anzutreffende Gehölz- arten. (Hamb. Garten- u. Blumenztg. 1880. p. 5—8.) Ririere, Aug. et Charles, Les Bambous, Vegetation, culture, multiplication en Europe, en Algerie etc. 8. Paris, 1879. (Bespr. in la Belgique horticole 1879. T. XXIX. p. 230 u. 231.) 9 Fr. Varenne, M., Note sur les moyens de multiplication des Begonias tubereux et lern- rusticite. (Bull. Soc. centr. d'hortic. du dep. de la Seine-inf., 1878, p. 183; . La Belgique horticole. 1879. T. XXIX. p. 242—247.) Vos, A. de, Enumeration methodique des plantes nouvelles ou interessantes qui ont ete signalees en 1878. (La Belgique horticole. 1879. T. XXIX. p. 110—158.) Wissenschaftliche Mittheilungen. Ausflüge im Unterharze. Ein Beitrag zur Flora hercynica. Von C. Warnstorf. Seitdem Herr C. Römer, ein langjähriger Freund des Verfassers, vor etwa zwei Jahren sich in Quedlinburg niedergelassen und von hier aus mit gewohnter Energie und Ausdauer Streifztige nach den verschie- densten Richtungen im Unterharze ausgeführt, da konnte es nicht fehlen, dass von ihm Punkte des im Allgemeinen so allseitig botanisch durch- forschten Gebiets aufgedeckt wurden, welche, weil von den gewöhnlichen Touristenpfaden oft ganz abseits gelegen, bisher noch von keinem Bo- taniker besucht worden waren. So kam es denn auch, dass sehr bald von ihm eine Anzahl Laub- und Lebermoose aufgefunden wurden, welche für das Harzgebiet ganz neu, während andere, bisher nur von einzelnen Punkten als selten aufgeführte Species als häufig an verschiedenen Orten constatirt werden konnten. Einen ausführlichen Bericht über seine Be- obachtungen werde ich im Laufe d. J. unter obigem Titel veröffentlichen, vorläufig erwähne ich nur, dass folgende Arten und Formen in der Flora hercynica von Hampe nicht angegeben werden : Dichodontium peUucidum Schpr. var. serratum Schpr. An quelligen Felsen unter der Heuscheune im Bodethale. Dicranella V a r i a Schpr. var. callistoma Schpr. Selkewiesen bei Alexisbad mit der typischen Form. Dicranum montanum Hedw. Aaf fau- len Baumstrunken im Kaltenbachthale. Fissidens decipiens de Not, An Felsen im Wurmbachthale, Pottia minutula B. S. var. — 88 — rufescens Schpr. Auf Aeckern bei Börnicke unweit Quedlinburg. Didy- modon luridus Hornsch. An Sandsteinfelsen bei Quedlinburg sehr verbreitet. Barbula latifolia B. S. An alten Weiden am linken Bodeufer unterhalb Quedlinburg. B. intermedia Schpr. An Fel- sen bei Mägdesprung. B. pulvinata Jur. An alten Linden im Brühl bei Quedlinburg. Grimmia orbicularis B. S. Auf kalkhaltigen Felsen bei Treseburg. G, Mtihlenbeckii Schpr. Granitblöcke im Bodekessel u. im Wurmbachthale. Racomitrium canescens Brid. var, p r 1 i X u m Schpr. In feuchten Ausstichen am Bodeufer vor Neinstädt. Webera nutans Hedw. var. strangulata Schpr. Bode- thal, an Felsen. Polytrichum formosum Hedw. var. pallidi- 8 e t u m Schpr. An schattigen, feuchten Granitfelsen im Wurmbachthal gemein. Fontin aus gracilis Lindb. Sehr verbreitet im Wurmbache, Kaltenbache, Gernroder Bache u. s. w., auch prachtvoll in Frucht. Pseu- doleskea atrovirens B. S. An Baumstämmen im Bodethale. Brachy- thecium velutinum B. S. var. i n t r i c a t u m Schpr. In Sandstein- höhlen bei Quedlinburg. Eurhynchium strigosum Schpr. var. im- bricatum Schpr. Auf einer steinernen Brücke der Chausseenach Gernrode. E. praelongum B. S. var. atrovirens Schpr. Bei Steklenberg an nassen Granitfelsen. Plagiothecium denticulatum B. S. var. densum Schpr. Im Kaltenbache bei Suderode. P. elegans Schpr. var. nanum Jur. In grossen, dichten Rasen an Felsen im Wurmbachthale. Hypnum Sommerfeltii Myr. var. stellulatum Schpr. H. reptile Rieh. An Buchen zwischen Suderode und Victorshöh. H. molluscum Hedw. var. condensatum Schpr. Diese, kräftigen Exemplaren von Brachy- thecium velutinum sehr ähnliche Form kommt in grossen prachtvollen Rasen auf Granitblöcken im Wurmbachthale, vor. Andreaea rupestris Schpr. An den Saalsteinen bei Suderode. Von den aufgefundenen Lebermoosen dürften erwähnt zu werden verdienen: Jungermannia curvula N. v. E. Granitfelsen im Wurmbachthale, mit rothen Keim- körnerhäufchen. J. min Uta Dicks. Sehr gemein an feuchten, schattigen Felsen im Wurmbachthale. J. quinqu eden tata Web. Reichlich fruch- tend im Wurmbachthale. J. attenuata Lindenbrg. Mit voriger häufig. J. lanceolata N. v. E. Mit Frucht im Wurmbach- und Kaltenbach- thale. Fossombronia cristata Lindenbrg. Metzgeria furcata N. V. E. Schön fruchtend an Felsen im Wurmbachthale. Neuruppin, im Jan. 1880. (Originalrnittheilung.) Ueber Rosa Belgradensis Panc. Von Dr. V. v. Borbäs. Im Winter 1877/78 bekam ich von Herrn S. Pavlovic aus Belgrad diese Rose, welche 1879 auch in Baenitz's Herbarium Europaeum er- — 89 — schien. — Da in dem „Verzeicbniss der in Serbien wildwachsenden Phanerogamen von Pancic (zool,-bot. Gesellsch. Wien, Bd. VI.) diese Rose noch nicht vorkommt, sondern zwischen Rakovica und Topcider bei Belgrad die R. rubiginosa L, mit weissen Blüthen und mit fast kahlen Blüthenstielen angegeben ist, und da die serbische Flora mir wegen Unkenntniss der serbischen Sprache nicht zugänglich ist, so wandte ich mich an den Autor dieser Rose selbst, um zu erfahren, wo dieselbe beschrieben worden ist. — PanciC theilte mir darauf hin mit, dass R. Belgradensis in Fl. agri Belgr. 1864, Fl. Principatus Serb. 1874 beschrieben wurde und zu den Sepiaceis Crep. (Pseudo- rubiginosis Desegl.) gehöre. Er stellt sie zwischen R. arvatica Pug. und R. rotundifolia Rau, doch gemahnt sie dem Habitus nach an R. canina L. (Prior differt floribus albis et glandulis subfoliari- bus subsessilibus , posterior foliolis minoribus orbicularibus). Von beiden unterscheidet sich R. Belgradensis durch die spärlichere Behaarung und den gewimperten Vorderrand der Petala. — Diese Merkmale sah ich aber an der Belgrader Rose nicht, welche rosenroth blüht. Nach meiner Meinung gehört R. Belgradensis nicht zu den Sepiaceis sondern zu denScabratis Crep. — Die Blattzähne erinnern gar nicht an die Sepia ceas und die subfoliaren Drüsen sind nur an den Nerven vorhanden, aber auch hier spärlich. Auch dem Habitus nach ist sie den Caninis verwandt, und kann demnach nur zu den „Caninis Scabratis" gehören. Diese Gruppe ist z. B. nach dem be- rühmten Rhodologen Fr. Crep in selbst nur eine Serie von Varietäten der R. canina L. Wenn ich R. Belgradensis mit den Repräsentan- ten der Scabratae, die mir zu Gebote stehen, vergleiche, so finde ich, dass sie nur eine nicht bedeutend abweichende Form der authentischen R. nitidula Bess. in Haynald herb.! bildet. Haynald's Pflanze, die von Besser selbst an Schott pat. geschickt wurde, stimmt mit der Besser- schen Beschreibung gut überein; ich gebe aber zu, dass es vielleicht andere R. nitidula Bess. exsicc. giebt, welche von R. Belgradensis mehr abweichen. Die Rhodologen wissen sehr wohl, dass Besser verschiedene Formen unter demselben Namen vertheilt hat. Ich stelle nun 3 verwandte Rosenformen im Folgenden zusammen: Styli villosi, receptaculum ellipsoideo-subglobosum aut centrale ellipsoideum, flores parvi, „carnei", „fructus coccinei magni sub- ^ rotundi", pedunculi stipulis longiores glandulosi, foliola ovata, ovato- *^ elliptica aut obovata, ad rachidem sparsissime pilosula = R. niti dula Bess. Styli pilosi aut fere glabri ... 2. 2. — 90 — „Foliola sat grandia, ovata, cuspidata, obscure viridia, styli pilosi (sparsius ac in praecedente), pedunculi parce glandulosi, flores magni, pallide rosei, fructus sat magnns, ovoideo-globosus" = (ex Deseglise) R. nitidula Bess. f. Blondaeana (Rip.). Foliola ut in typo, sed omnino glabra, receptaculum ovoideo elongatum, glabrum, pedunculorum et sepalorum glandulae rarae, flores mediocres, rosei, styli fere glabri, stipulae et bracteae magis dilatatae = R nitidula Bess. f. Belgradensis (Panc). Budapest, im Februar 1880. (Originalmittheilung.) Phänologisches. Bei Obevstein fangen Pulsatilla vulg. und Scilla bifolia L. seit dem 7, März an, die Blüthen zu entfalten; auch Daphne Mezereum L. steht seit einigen Tagen in vollster Blüthe. her st ein, d. 9. März 1880. Meyerholz. Instrumente, Präparirungs-u.Conservirungsmethodenetc. lieber die Herstellung eines zweckmässigen Asphaltlackes für mikroskopische Präparate. Von Dr. C. Saoio. Ich hatte in der bot. Zeitung 1865, p. 177 ausführliche Mittheilun- gen über die Herstellung eines luftdichten Schlusses bei mikroskopischen Präparaten gemacht, durch die das verderbliche Eindringen des Lackes in die Aufbewahrungszelle vollkommen beseitigt wurde. Diese Methode, auf einfache physikalische Erwägungen basirt, hat sich seitdem voll- kommen bewährt. Dagegen hat sich der von mir empfohlene Lack, so fest er ist, wenn er trocken geworden, durchaus nicht bewährt, da er meist Sprünge bekommt, wodurch der Luftzutritt möglich wird. Später habe ich dem Asphaltlacke eine beträchtliche Verbesserung durch Zusatz von Leinöl verliehen: ^ji^ Quart Leinöl pro Pfund Asphaltlack von guter Qualität (im kaufmännischen Sinne) geben einen zähen und festen Lack. Indess dieser Lack verfliesst leicht, was bei quadratischen Fassungen sehr störend ist. Ich hatte schon öfter darüber nachgedacht, wie diesem Lacke eine Verbesserung zu verleihen sei, ohne auf das einfachste und beste Mittel zu kommen, da dieses durch die unglück- lichen Versuche von Schieiden vollkommen vom Repertorium gestrichen war, es ist dies das Gummi -:>lasticum. Ich habe die Quantität des angewandten Gummi elasticum leider nicht näher bestimmt, ungefähr für 10 Pf. (Droguenpreis) pro Pfund Asphaltlack, also ungefähr 3 Drachmen, die in Terpentin aufgelöst zu- gefügt werden. Der von mir hergestellte Lack enthält pro Pfund ca 1/4 Liter Leinöl, 3 Drachmen Gummi elasticum und Kienruss, soviel — 91 — als nöthig ist. Nach 24 Stunden schon kann man eine Fassung aus diesem Lacke anfassen, aber erst nach mindestens 8 Monaten wird sie hinreichend fest. Ich zweifle nicht, dass dieser Lack allen Anforderun- gen entspricht. Uebrigens wird durch Zusatz von Leinöl zu jedem Harze in ge- schmolzenem Zustande die Zähigkeit desselben bedeutend erhöht (mein Ver- such bezieht sich auf Colophonium oder dieses und Pech), so dass daraus die Technik im weiten Sinne, namentlich bei Bereitung der Asphaltböden und der Dachpappe Nutzen ziehen kann. Lyck, im Januar 1880. (Originalraittheilung.) Spengel, J. W., Einige neue Verbesserungen am Schlitten- Mikrotom (Zoolog. Anzeiger, II, p. 641. u. fi.). Sp. hat seinem Mikrotom das Rivet- Leiser' sehe Princip, d. h. eine schlittenartige Verschiebung des in einer Klammer eingespannten Objectes auf einer schiefen Ebene, welche nicht um einen Cylinder aufgerollt, sondern an einer senkrechten Wand unbeweglich befestigt ist, zu Grunde gelegt; dabei die Steigung der schiefen Ebene aber auf 1: 20 erniedrigt. Für die Klammer ist das schon von Reichenbach empfohlene Nusscharnier zur Anwendung gebracht; jedoch mit der Modification, dass die gesammte Klammer durch ein Flach- und 'ein Bolzencharnier um zwei zu einander rechtwinkelig gestellte Achsen gedreht werden kann, wodurch die mannig- fachsten Lageveränderungen des Schnittobjectes ohne Berührung des Letzteren ermöglicht werden. Die Fixirung des Messers erfolgt mit Hülfe eines Kugelgelenkes, und ist an dem Messerschlitteu unterhalb des Messerrückens eine Schraube angebracht, welche eine Schrenkung der Messerebene zur Schnittebene ermöglicht. Hierdurch wird die so unangenehme Berührung der Schnitt- fläche des Objectes durch die ünterkante des Messerrückens verhindert. Die Verschiebung des Klammerschlittens endlich erfolgt in rein me- chanischer Weise durch eine Mikrometerschraube mit Gewinde ohne Ende und getheilter Trommel, und kann vermittelst dieser Vorrichtung eine Hebung des Objectes um 0,005 Mm. bei directer Ablesung bewirkt wer- den. Die Verbindung des Klammerschlittens mit der Mikrometerschraube gestattet zudem noch eine grobe Einstellung des Objectes, indem sie aus zwei Gewindebacken besteht, welche die Mikrometerschraube umschliessen und durch eine Schraube mit halb rechtem und halb linkem Gewinde in ihren Abständen veränderlich sind. Die in dieser Art modificirten Mikrotome sind zum Preise von 140 M. von A. Wichmann, Hamburg, Gr. Johannisstrasse 17 zu beziehen. Kaiser (Berlin). Löwe, Ludwig, „Beiträge zur Entwickelungsgeschichte des Nervensystems des Menschen und der Säugethiere" Berlin ~ 92 — Denicke) 1880. Enthält u. A. die Beschreibung einer Modification des ursprünglich Ranvier'schen Mikrotomes, in welcher an Stelle der Einbettungscylinder eine Platte mit drei Dornen fungirt und die durch Vermittelung einer schraubzwingenartigen Klammer an der Tischkante befestigt werden kann, um ein sicheres Arbeiten mit beiden Händen zu ermöglichen. Kaiser (Berlin). Botanische Gärten und Institute. Jardin Botanique d'Anvers. Par Henri yan Heurek. Le jardin botanique d'Anvers eut pour origiue un „jardin des Simples" cree au siecle dernier et dependant del'hopital. Ce fut vers 1827 que ce jardin fut transforme en jardin botanique et prit l'aspect qu' il a au- jourd'hui. Le jardin est de peu d'etendue mais situe dans la plus belle partie de la ville et fort riche en plantes de pleine terre. Quoique ayant l'ap- parence d'un jardin anglais, les platteS-bandes sont disposes de fa^on que, malgre l'aspect pittoresque de l'ensemble, l'ordre des familles natu- relles n'est nulle part interrompu. Le jardin possede un musee de botanique, qui y a ete etabli, il y a trois ans, et oü figurent les produits vegetaux employes pour la mede- cine, l'industrie ou Teconomie domestique. 11 y a aussi une belle serie de modeles d'anatomie vegetale microscopique fabriques d'apres naturales modeles de Brendel de Berlin, ceux du Dr. Anzoux de Paris et de nombreux tableaux muraux. Ce musee qui n'est ouvert au public que le Dimanche et les apres- midi pendant la semaine durant l'ete, a ete visite en 1879 par environ 10,000 personnes. Le cours de botanique qui comprend la botanique pure et la bo- tanique medicale et commerciale se donne dans ce musee, le matin, pen- dant l'ete. Cea cours sont publics. II y a actuellement , au jardin, deux orangeries, une serre chaude et une petite serre ä palmiers, mais l'administration communale actueile de la ville, qui a döjä fait beaucoup pour l'embellissement du jardin vient de voter l'erection de deux nouvelles serres, d'une troisieme Oran- gerie , d'un laboratoire de botanique et d'une nouvelle salle pour audi- toire et musee de botanique. L'erection de ces divers bätiments sera probablement faite dans le courant de cette annee. Anvers, Janv. 1880. (Originalmittheilung.) 93 Anlagekosten des neuen bot. Gartens der Universität zu Copenhagen. Von Tyg. Rothe. Reichsmark deutsch Francs de France 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 1871-74 Das Grundstück (gegen Abgabe des alten Gartens) Die Gewächshäuser, Kästen und Warmbeete Die drei Wohnhäuser mit Schreib- und Samen- stuben Die Umzäunung (nur hölzerne , beschränkter Geldmittel halber) Die Spalier-Mauern, Schutzwände u. drgl. . . Das Abtragen u. Auffüllen u. die Bearbeitung des Bodens . . '. Die Wege und Plätze Der grosse Wasserteich Die steinbedeckten Hügel u. Abhänge für Felsen- pflanzen und das künstliche Moor .... Die Entwässerung . . : Die Druckwasserleitungen (die Bewässerung) Verschiedenes. Darunter die eiserne Brücke, das Springbrunnenbecken, Instrumente u. Werkzeuge, Verwaltungs- u. Aufsichtskosten u. drgl. . . Das Bepflanzen und Besäen Das Ueberführen vom alten botanischen Garten Ton Pflanzen u. Material u. drgl i 412356 53 80755 71 15353 74 12611 58 116491 75 9555 51 5190 67 2816 38 5971 25 8893 20 25451 44 23954 1 25 12795 91 509718 48 99823 18978 15589 143996 11811 6416 3481 7381 10993 31460 29610 15817 03 93 32 75 68 25 36 12 80 11 17 1875-77 Das Museumsgebäude u. die Aufstellung der Bi- bliothek, sowie der verschiedenen botanischen Sammlungen und drgl circa 732197 134830 92 905078 — ! 165000 Summa : | 867027 | 92! 1070078 \ — Kopenagen, Januar 1880. ZalbeljH., Ueber die wissenschaftliche Aufgabe eines forst- botanischen Gartens. (Forstl. Blätter v. Grunert u. Borggreve, XVII, 1880, p. 6.) Verf. stellt besonders als wissenschaftliche Aufgabe die hin, den specifischen Werth der Gehölze festzustellen, zu untersuchen, ob in einer Pflanze eine Art, eine Varietät oder ein Bastard vorliegt und hebt die Constanz mancher Pflanzen hervor, macht anderer- seits auf die vicarirenden Arten, auf Bastardbildungen etc. auf- merksam und wünscht mit einem Wort durch einen solchen Garten die Geschichte der einzelnen Arten aufzuklären. Wittraack (Berlin). — 94 — Der in BuenosAyres befindl. bot. Garten wird ganzaus den Privat- mitteln des Directors, Herrn C. Berg, Prof. d.Zool. a. d.Univ., erhalten. Scheffer, M., Rapport sur l'etat du jardin botanique de Buiten- zorg (Java) et des etablissements, qui en depeudent. 8. Batavia 1879. (Bespr. in La Belgique horticole. 1879. T. XXIX. p. 231). Das Carlsberger Laboratorium bei Kopenhagen hat, den letz- ten Mittheilungen zufolge, von dessen Stifter, H. Capit. Jakobs en, ein Mik^-oskop von Powell & Lealand (Vergröss. 5000 lin.) geschenkt er- halten, welches sehr klare Bilder giebt. Nachdem dieser Bericht publicirt worden, ist noch das von der letzten Pariser Ausstellung bekannte Microscope renverse von Nachez dem Laboratorium zugekommen. Der Vorsteher der physiolog. Abtheilung, Dr. phil. Emil Chr. Hansen, ist seit den 1. Oktober 1879 fest angestellt worden. Als Assistent wurde Cand. pharm. R o s s i n g angestellt. Jörgensen (Kopenhagen). Sammlungen. Kunze, J., Fungi selecti exsiccati. Cent. IIL et IV. Eis- leben 1880. Diese Sammlung von Pilzen hat den Zweck, vorzüglich seltenere, neue oder kritische Arten in nur gut entwickelten, mikroskopisch ge- prüften Exemplaren zu publiciren. Vor allem ist auch darauf Gewicht gelegt worden, die Exemplare möglichst reichlich mitzutheilen, so dass sie zur Untersuchung, zur Demonstration etc. dienen können, ohne dass man fürchten muss. Nichts für das Herbar zu behalten. Während die 3. Centurie (von Kunze allein gesammelt) mitteldeutsche Arten enthält, bringt die 4. Centurie ausschliesslich schweizerische Pilze (vom Referenten gesammelt); nach und nach sollen denn auch Pilze anderer Länder in halben oder ganzen Conturien ausgegeben werden. Zahlreiche neue und sehr seltene Arten geben der Sammlung einen grossen Werth, der durch die ausführlichen Etiquetten noch erhöht wird. Winter (Zürich). Zopf, W. u. Sydow, P., Mycotheca Marchica. Unter Mitwirkung von E. Low, K. Droysen u. E. Ule hrsgb. Cent. L (bespr. Bot. Ztg. 1880. No. 11, p. 190.) Der verstorbene Hofrath Tominasiui in Triest hat seine reich- haltige botanische Bibliothek, sowie seine sonstigen Sammlungen und 2 Legate von je 10,000 Gulden an das dortige naturhistorische Museum und an die Adriatische Gesellschaft vermacht. 95 Personalnachrichten. Mutius Ritter y. Tommasiui, k. k. Hofrath, geb. 1794, derNesto der österr. Botaniker, wurde am 2. Januar zu Triest unter aussergewöhn- licher Betheiligung zu Grabe geleitet. Seine Zeitgenossen verlieren au ihm einen rechtlichen, liebenswürdigen Charakter, seine bot. Fachgenossen den entgegenkommendsten, ohne Rückhalt mittheilenden Lehrer und Freund. Was er für die Erforschung des österr. Südens überhaupt, und für jene des Küstenlandes insbesondere geleistet hat, zeigen die klassi- schen Werke von Koch, Bertoloni, Pariatore etc. Er selbst hat wenig geschrieben, sondern beschränkte sich lieber auf brief- liche Mittheilungen. Doch ist eine grosse Menge von Notizen über die zahlreichen Sammlungen vorhanden, welche er veranstalten Hess, selbst veranstaltete, oder zugesendet erhielt. Jene über die Insel Veglia hat er selbst veröffentlicht (Sulla vegetazione dell' isola di Yeglia, Triest 1877), jene über Stid-Istrien hatte er seinerzeit mir überlassen, alle übrigen hinterliess er nebst seiner ausgebreiteten botan. Correspondenz mit den gefeiertesten Autoren dieses Jahrhunderts dem Dr. Marchesetti, der ihm seit Jahren besonders nahe stand. Sein grosses Herbar. und die botan. und geognostische Bibliothek vermachte er, nebst einem sehr bedeutenden Legat an Geld, dem städt. Museum in Triest, woselbst die Sammlungen nun eines Bearbeiters harren. — Dass T. die Flora seines Landes nicht selbt geschrieben hat, ist lebhaft zu bedauern , denn wenn sich auch Sachkenntniss wieder findet, so ist doch die mit T. zu Grabe getragene Erfahrung und während 7 Decennien erworbene detaillirte botanische Landes- kenntniss sehr schwer und nicht zu schnell zu ersetzen. — Eine Bio- graphie T's. erschien in der Oest. bot. Zeitschr. XVL (1866), p. 1 — 12 aus der Feder Neilreichs und eine Uebersicht seiner bot. Thätigkeit, Südistrien betreffend, in meiner Flora von Südistrien p. 18 — 20, (1877.) [Vergl. auch die Necrol. v. Kanitz, (Bot. Zeitung 1880, Nr. 5 p. 79— 80 und in Magyar Növenytani Lapok 1880 p. 1 — 7.) Red.) Opocno, d. 7. Jan. 1880. Freyn. Dr. 0. Beccari hat d. Direction des bot. Gartens und Museums in Florenz wieder aufgegeben. H. A. Cogniaux in Brüssel hat den De Candolle'schen 5 jährigen Preis für die beste Monographie einer Familie oder Gattung für seine Cucurbitaceen-Arbeit erhalten. Letztere wird in den „Suites au Prodrome" erscheinen. Karl Fritsch, em. Vice-Director der k. k. Centralanstalt für Meteo- rologie und Erdmagnetismus, bekannt durch zahlreiche pflanzenphänolo- — 96 — gische Abhandlungen (in den Sitzungsber. und Denkschriften der Wiener Akademie der Wissenschaften), starb am 26. December 1879 zu Salz- burg, 67 Jahre alt. John Miers, Vicepräsident der Linne'schen Gesellschaft in London, starb 90 Jahre alt, am 17. October 1879 in South-Kensington. (Aus- ftihrl. Nekrolog mitPortr.: Journ. ofBot. Nr. 208 [Febr. 1880.] p. 33— 36.) Prof. Bayley Balfour ist am 24. Januar in Aden angekommen und wird Socotora, das Ziel seiner Reise, am 1. oder 2., Februar erreicht haben. Charles Darwin ist am 12. Februar, seinem 75. Geburtstage, zum Ehrenmitgliede der .,Birmingham Philosophical Society" gewählt worden. Fiorini Mazzauti, Elisahetta Gräfin. (Biographie in „Leopol- dina". 1880. Heft XVI. Nr. 1—2. p. 13. 14.) Roezl, Benedict. (Biographie mit Portr. in La Belg. hortic. Tome XXX. 1880. p. 5—12.) Stephan Schulzer t. Müggenhurg, österr. Mykologe. (Biographie nnd ein Portrait in Oesterr. bot. Zeitschrift 1880. Nr. 1). Die „Societe Botanique de France" hat für 1880 zum Präsidenten M. Cosson, und zum ersten Vice-Präsidenten M. Tau Tieghem ge- wählt. G. M. Ruchinger, bekannt durch seine Arbeiten über Tillandsia und Anoplophytum, starb am 26. Decbr. 1879 zu Venedig im Alter von 71 Jahren. Dr. 0. Penzig ist zum Assistenten des Prof. Saccardo in Padua ernannt worden. Kanitz, Aug. Eduard Fenzl, Eine Lebenskizze. (Bot. Ztg. 38. Jahrg. 1880. No. 1., p. 1—13.) Gleichzeitig mit der Gartenbau-Ausstellung zu Brüssel, am 23 — 26. Juli a. c, wird daselbst ein „Congres de Botanique et d'Horticulture" tagen. Gesuch. Dr. Günther Beck in Währing bei Wien, Herrengasse 14, bittet da er mit einer Bearbeitung der österreich.-ungarischen Orobanchen mit Berücksichtigung der mitteleuropäischen Arten beschäftigt ist, um Zu- sendung von lebendem und getrocknetem Material. Verlag von Theodor Fischer in Cassel. — Druck von Leopold & Bär in Leipzig. REFERIRENDES ORGAN * für das Gesammtgeblet der Botanik des In- und Auslandes. Herausgegeben nnter Uitwirkang zahlreicher Gelehrten von Da. OSCAR UHLWORM in Leipzig. 'Nfi A'f\ Abonnement für den Jahrgang mit 281«., pro Quartal 7 M., iQQ(\ llUi '±/ü. ; durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. [ iöoUt Inhalt: Referate, pag. 97—147. — Litteratur. pag.U7— 152. — Wissensch.Mittheilnngren: Warns- torf. Kurze Notizen zur Moosflora Salzourgs und Steiermarks, pag. J53-154. Borbäs, Zwei Henffelsclie Thilictra, pag. 154—155. — Instrumente, Präparir.- n. Conserr.-SIethoden etc., pig. 155. — Botaa. Gärten, Institute etc., pag. 155—157. — Sammlungen, pag. 157—159. — Personalnachrichteil, pag. 159-160. — Gesuche, pag. 160. Referate. RoseuTiuge, L. Kolderup, Et u des sur les genres d'Ulo- thrix et de la Conferva, specialement par lapport ä la structuie de la membrane. (Bot. Tidsskr. 3 R. III. Bind. 4. Hefte.) Die Untersuchungen wurden hauptsächlich an Spiritusraaterial an einer aus Grönland stammenden Form, welche als Udothrix tenerrima bestimmt wurde, angestellt. Die Zellen besitzen H- förmige Wände, welche mit ihren Rändern einander umfassen; die Ränder der innersten H- förmigen Wände sind durch eine feine Membran verbunden. Wenn eine Zelle sich theilt, wird eine neue Membran innerhalb dieser innersten Wand gebildet, welche sich indessen von der äussersten loslöst, während gleichzeitig die feine Membran, welche die Ränder der Wand verbindet, resorbirt wird. Aus der Mitte der innersten, neugebildeten Membran entsteht nun eine .ringförmige Verdickung, welche in die Zelle hinein wächst und sie zuletzt in zwei theilt; hiermit ist eine neue H- förmige Wand gebildet. Die oberste Zelle jedes Fadens ist mit einer stark licht- brechenden Haube versehen. — Der gleiche Bau der Zellwand wurde bei mehreren Conferven und bei Ulothrix mucosa Thur. (U. tenerrima Ktzg. v. mucosa Thur.) gefunden. Verf. betrachtet, diese Erscheinung als eine Stütze der Appositionstheorie, weil hier die neue Schicht sehr frühzeitig ganz deutlich von der äusseren getrennt — 98 — beobachtet werden kann. — Bei Ulothrix tenerrima wurden kugelförmige Euhesporen gefunden, welche durch Umbildung ein- zelner Zellen des Fadens hervorgegangen sind. Jörgensen (Copenhagen). Jörgenseu, Alfred, Mikroskopisk Undersögelse af Drikke- vandet i Colding. (Mikr. Untersuch, d. Trinkwassers in Colding, Dänemark.) (Hygiejniske Meddel. udg. af Hornemann. Kopen- hagen 1880.) In 33 untersuchten Brunnen, deren Inhalt durch die chemische und mikroskopische Analyse als schlechtes Trinkwasser festgestellt wurde, fand Verf. die Crenothrix polyspora in üppiger Vege- tation. Diese Pflanze ist früher schon an mehreren anderen Orten in Dänemark beobachtet worden. Jörgensen (Copenhagen). Entz, Gr^zä-töl, Algolojgiai Aprosägok. [Algologische Kleinig- keiten.] („Magyar Növenytani Lapok". IV. 1880. Nr. 1. p. 7—9.) Die Arbeit zerfällt in 2 Theile: I. Standorte der Volvo- cineen und einiger anderer interessanter Palmellaceen Siebenbürgen's. Besprochen werden: Volvox globator L.; Volvox minor Stein; Eudorina elegans Ehrb.; Pandorina morum Bory; Go- iiium pectorale G. Fr. Müll.; Synura Uvella Ehrb.; Chlamydomonas pulvissculus Ehrb.; Euglena viridis u. Chlamydococcus pluvialis A. Br. IL Bei Clausenburg beobachtete, das Wasser und ver- schiedene Gegenstände roth färbende Algen und Schizo- phyten. Erwähnt werden als solche: Porphyridium cruentum Naeg.; Euglena sanguinea Ehrb.; Bacterium Okeni Cohn; Oscillaria sp. ? an 0. rubescens DC? und Micrococcus prodigiosus Cohn. Simkovics (Grosswardein). Tömösväry, Edmund, Bacillariaceas in Dacia observatas enumerat. II. (Mag. Növenytani Lapok IV 1880. Nr. 2.p. 17—20.) Fortsetzung einer bereits in der Octobernummer 1879 derselben Zeitschrift gegebenen Aufzählung von in Siebenbürgen beobachteten Diatomaceen (117 Spec). Aufgeführt werden 74, theils ganz, theils nur dem Fundorte nach für Siebenbürgen neue Diatomaceen, welche in der Umgegend von Torda von C. Mika und von Vizakna (Salzburg) von A. Morel gesammelt worden sind. Bis jetzt sind in Siebenbürgen 165 Dia- tomaceen beobachtet worden. Simkovics (Grosswardein). Cohn, Ferd. u. Mendelssohn, B., Ueber die Einwirkung des electrischen Stromes auf die Vermehrung der Bacterien. (Cohn Beitr. z. Biol. d. Pfl. III. Heft 1. Das Verhalten der Bacterien gegen den electrischen Strom hatte bisher nur Schiel (Electro - therap. Studien; Deutsches Archiv, f. — 99 — klin. Med. Bd. 15. p. 190 ff.) einer genauen Untersuchung unter- worfen und war dabei zu dem Resultate gekommen, dass ein schwacher Strom genüge, die Entwicklung der Bacterien zu hemmen. Er hatte dabei die hemmende Einwirkung des Stromes einzig und allein aus dem Aufhören der Bewegung der Bacterien geschlossen, Cohn hält dies für nichtsbeweisend, weil Bacterien das Schwärmen oft kürzere oder längere Zeit einstellen und Ruhezustände eingehen, in denen sie der lebhaftesten Entwicklung und Vermehrung fähig sind. C. und M. stellten zur Lösung der betr. Frage drei Versuchs- reihen an. In der ersten wurde die Einwirkung des constanten, in der zweiten die des Inductions - Stromes auf die Entwicklung der Bacterien in einer mineralischen Nährlösung untersucht, während in der dritten die Einwirkung des constanten Stromes auf die Ent- wicklung des Micrococcus prodigiosus zur Beobachtung kam. Die Untersuchungen ergaben zunächst, dass ein Element keine Ein- wirkung auf die Entwicklung der Bacterien erkennen lässt; dass eine Batterie von zwei kräftigen Elementen binnen 12 — 24 Stun- den die Nährlösung am positiven Pol vollständig sterilisirt, am ne- gativen für Bacterienentwicklung nur in geringerem Grade geeignet macht, die Schwärmbewegungen der Bacterien dagegen nicht auf- hebt, diese Organismen überhaupt an keinem der beiden Pole tödtet; dass aber endlich eine Batterie von fünf kräftigen Elementen die Bacterien binnen 24 Stunden vollständig tödtet und die Nährflüssig- keit an beiden Polen sterilisirt. Die Einwirkung des constanten Stromes auf die Bacterien beruhe auf der electrolytischen Zersetzung der Nährflüssigkeit, in Folge deren unentbehrliche Nährstoffe aus- geschieden werden; ausserdem scheine die freie Säure am positiven Pole den Bacterien unmittelbar tödtlich zu sein. Eine specifisch physiologische Einwirkung des constanten galvanischen Stromes sei bei relativ schwächeren Strömen nicht vorhanden, bei stärkeren nicht nachweisbar; ebenso lasse sich von den physiologisch so wirk- samen Inductionsströmen eine Einwirkung auf die Vermehrung der Bacterien in mineralischer Nährlösung nicht erkennen. Bezüglich der Einwirkung des constanten galvanischen Stromes auf die Ent- wicklung des Micrococcus prodigiosus an der Oberfläche gekochter Kartoffeln wurde constatirt, dass sowohl die positive Electrode, die die umliegende Kartoffelhälfte sauer macht, wie die negative, die die andere Hälfte alkalisch werden lässt, die Vermehrung des betr. M. verhindert, erstere jedoch in stärkerem Maasse als letztere, dass bei schwächerem Strome an beiden Seiten der positiven Electrode ein breiter Streifen, an den Seiten der negativen nur ein schmaler Streifen steril bleibt. Ein sehr kräftiger Strom liess den M. gar 7* — 100 — nicht zur Entwicklung kommen und die beiden Hälften mit Aus- nahme einer schmalen Grenzlinie wurden sterilisirt. Diese Er- sclieinungen werden ebenfalls auf die electroly tischen Wirkungen des Stromes zurückgeführt. Zimmermann (Chemnitz). Karsten, P. A., Symbolae ad mycologiam fennicam. VI. (Meddel. af Societ. pro Fauna et Flora fennica. 5. 1879.) I. Basidiomycetes. A. Hymen omycetes. Diese sechste Fortsetzung der Beiträge zur finnischen Pilzflora bringt zunächst eine Anzahl neuer Standorte und Angaben über für Finnland neue Arten, führt aber auch eine ganze Reihe durchaus neuer Formen und Arten auf, so: Tricholoma cerinum Pers. var, obscuratum Karst, (p. 1) , Tricholoma 1 i n c t u m Karst, (p. 2) , C 1 i t o - c y b e d r u 1 a Karst, (p. 3) , C 1 i t o c y b e P o m e t i (Fr.) var. Sali Ceti Karst, (p. 4), Mycena rigidula Karst, (p. 5), Omphalia deflexa Karst, (p. 7), Entoloma subrubens Karst,, subspecies von E. jubatum Fries (p. 8), E. Cordae Karst, (p. 9), N 1 a n e a m i n u t a Karst, (p. 10), N. vinacea Fr. var. squamulosa Karst, (p. 10), Cortinarius laetior Karst (p, 12), Hebeloma deflectens Karst, (p. 14), H. toirtuo- sum Karst, (p. 15), Hypholoma subpapillatum Karst, (p. 17), Psilocybe dichroa (Pers.) var. tenuior. Karst, (p. 18), P. Gilletii Karst, (p. 18), Psathyra penn ata Fr. var. s q u a m s a Karst, (p. 19) , P s a t h y r e 1 1 a s u b r o s e a Karst, (p. 19), Coprinus tardus Karst, (p. 20), C. Schröteri Karst, (p. 20), C. p roxi melius Karst, (p. 20), C. phyllo- philus Karst, (p. 21), C. affinis Karst., C. muscorum Karst, (p. 21), C. Albertinii Karst, (p. 22), C. lagopides Karst., C. marcescens Karst, (p. 23). Die nun folgenden Polyporeae erfahren eine weitergehende Eintheilung, als sie bisher gebräuchlich war. Die neuen von Karsten unterschiedenen Genera sind : 1) P o 1 y p o r e 1 1 u s Kar- sten. Receptaculum pileatum, stipitatum, e carnoso lentum indura- tumque , intus pallidum. Pileus azonus. Hymenium heterogeneum. Sporae albae. 2) Bjerkandera Karsten. Receptaculum pileatum, sessile, carnoso-lentum , molle, elasticum, anodermeum. Pileus azo- nus. Hymenium heterogeneum. Pori colorati, integri. 3) Ischno- derma Karsten. Receptaculum pileatum, sessile, primitus subcar- noso-succosum dein induratum, crusta tenuiore tectum. Hymenium heterogeneum. Pileus azonus. Pori integri , demum subsecedentes. 4) Inonotus Karsten. Receptaculum pileatum , dimidiato-sessile, primitus spongioso-carnosum , dein firmum, elasticum, anodermeum, .setoso-hispidum , coloratum. Hymenium heterogeneum sporaeque — 101 — coloiatae. 5) Ino derma Karsten. Receptaculum pileatum, sessile vel substipitatum, primitus aridum et tirmum. Pileus cuticula tenui, fibrosa, e flocculoso glabratus vel adpresse villosus inaequabilis, azo- nus vel obsolete zonatus, intus librosum. Hymenium homogeneum. Pori trama pilei distincti ejusque substantiae verticaliter oppositi, subrotundi. 6) Hansenia Karsten. Receptaculum pileatum, dimi- diatum , sessile , primitus aridum et tirmum. Pileus cuticula tenui, fibrosa, coriaceus, villosus, zonatus, contextu floccoso, tenaci. Hy- menium homogeneum. Pori trama pilei distincti ejusque substan- tiae verticaliter oppositi, subrotundi. 7) Antrodia Karsten. Re- ceptaculum subpileatum, resupinatum aut effusum, reliqua omnino Trametis. Ebenso werden von H y d n u m Fries folgende Genera ge- trennt : 1) H y d n e 1 1 u m Karsten. Receptaculum pileatum, stipita- tum , integrum , simplex. Pileus suberosus vel coriaceus , tenax. Stipes centralis. 2) Auriscalpium Karsten. Receptaculum pileatum stipitatum. Pileus subdimidiatus. Stipes lateralis. 3) Friesites Karsten. Receptacula ramosissima. 4) Creolophus Karsten. Re- ceptaculum pileatum, sessile. Pileus dimidiatus, marginatus, carno- sus. 5) Gloiodon Karsten. Receptaculum pileatum, sessile. Pileusdimi- •diatus vel effuso-retlexus, marginatus, coriaceus vel suberosus. 6)Acia Karsten. Receptaculum resupinatum, tenerrimum aut fere nullum. H. Ascomycetes; Keine neuen Arten, Pyrenomycetes aliquot novi (1. c. p. 33). Hier werden noch 8 novae species und 1 novum genus von Pyrenomycetes beschrieben. Das letztere wird von Lophiostoma als Mytilostoma Karst, abgetrennt und unterscheidet sich : sporis septis et transversalibus et longitudinalibus divisis. Quaedam ad mycologiam ad den da. (1. c. p. 38). Enthält Bemerkungen zu schon bekannten und folgenden neuen Arten: tAgaricus (Collybia) impexus Karst, (p. 38), A. (Collybia) subsimulans Karst, (p. 38), A. (Pleurotus) subrufulus Karst, (p. 39), Helvella ambigua Karst, (p. 39), Teichospora nitidula Karst, (p. 40), Kalmusia Sambuci Karst, (p. 40), Coelosphaeria acervata Karst. (p. 41), Apiosporium microscopicum Karst, (p. 42). Skiflingar, iakttagna i Mustiala trakten den 3. No- vember 1878. (1. c. p. 43). Enthält eine Liste von Standorten und einige neue Formen und Arten: Tricholoma cerinum (Pers.) subspecies obscuratum Karst, (p. 43), Tricholoma linctum Karst, (p. 44), Omphalia deflexa Karst, (p. 45), (Nematoloma nov. gen. Karst, (p. 47). „Ab Hypholomate pileo-tenaci , haud hygrophano, laete colorato di- versum". Winter (Zürich). — 102 — ßoumeguk'e, C, Le Rupinia Baylacii. (Revue mycol. 1880. Nr. 1. p. 2.) Enthält zuerst eine Berichtigung des frühereu Namens R- pyre- naica Roum., der in obigen umgeändert wird. Sodann erfahren wir, dass dieser Myxomycet auf der Unterseite von Felsblöcken , im Dunkeln, vegetirt und zwar in einer Höhe von ca. 2400 Meter. Le Peronospora de la vigne. — II faut ecrire: „Anthra- cose" et non „Anthrachnose". (l. c. p. 4.) Bemerkungen über die Etymologie des Wortes Anthracose und über den Pilz, der diese Krankheit erzeugt und der als Peronospora viticola Berk. et Curt. bekannt ist. Mit Botrytis cana, mit dem er früher identiticirt wurde, hat er keine Aehnlichkeit. Apparition inopinöe du Cantharellus aurantiacus Fr. var. alba. (1. c. p. 5.) Mittheilung über ein massenhaftes Auftreten obigen Pilzes bei Senlis (Oise). L'Agaricus campestris L. et ses nombreuses varietes. (1. c. p. 6.) R. vermuthet, dass Agaricus Bernardi Quelet, ausführlicher beschrieben in : Bull, de la Soc. Bot. Compt. rend. 1878. p. 288, nur eine Varietät des vielgestaltigen Agaricus campestris L. und viel- leicht identisch mit der varietas praticola Vitt. sei. Anomalies offertes par les Agaricus acerbus et eque- stris. (1. c. p. 7.) Die Anomalie besteht bei ersterer Art darin, dass alle Exem- plare eines Standortes excentrisch waren , während die abnormen Exemplare von Agaricus equestris viel kleiner (nur 2—3 Centim. im Durchmesser) waren, als normale. In Frankreich hat dieser Pilz ausserdem stets einen fast knolligen, aufgeblasenen Stiel, der oben schwefelgelb, nach der Basis zu röthlich ist. Publica tion des „Reliquiae Libertianae. (1. c. P. 7.) Mittheilung, dass aus dem Nachlasse von Fräulein Libert, der bekannten Herausgeberin der „Plantes cryptogames des Ar- dennes", eine Anzahl der für die Fortsetzung dieses Werkes ge- gesammelten Pflanzen zur nachträglichen Publication gelangen werden. et Spegazzini, C h., Revisio Reliquiae Libertia- nae. I. (1. c. p. 15.) Aufzählung einer Anzahl von Pilzen aus dem Libert 'sehen Nachlass, die zum grösseren Theile in Roumeguere's fungi selecti gallici exsiccati Cent. YIl. ausgegeben sind. Die neuen Arten — 103 — sind: 605. (der fungi exsicc.) Typhula ramealis (Lib.) Speg. et Roum. ( p. 15). 607. Tremella Genist ae Lib. (p. 15), H y - menula strobilina Lib. (p. 15). 611. Leptostroma Rubi (Lib.) Speg. et Roum. (p. 16), Scyzothyriura Libert nov. gen. (p. 16): „Perithecium membranaceum primo clausuni in lacinias a centro versus ambitum dehiscens a nucleo discretum. Nucleus ce- raceus coloratus, sporae septulatae in floccos dichotomos concate- natae, dein secedentes. Asci nulli." 612. S. quercinum Lib. (p. 16), 613. Diplodia Seealis (Lib.) Speg. et Roum. (p. 16), Do- thichiza Lib. nov. gen. (p. 16): Perithecium erumpens subrotun- dum, Simplex, primo clausuni, demum irregulariter dehiscens, nucleo gelatinoso, sporidiis nudis composito." 630. Melanconium V de- planatum (Lib.) Speg. et Roum.j(p. 17), R o u m e g u e r i e 1 1 a Speg. nov. gen. (p. 18): „Peridia sphaerica, membranaceo-cartilaginea, alba vel laete colorata, irregulariter dehiscentia; sporidia numerosissima globosa, in nucleo niucoso u peridio discreto congesta; floccis ? evanescentibus vel non visis.'- R. muricospora Speg. (p. 18). 639. Leotia aquatica Lib. (p. 18). 642. Sclerotinia Pruni spinosae (Lib.) Speg. et Roum. (p. 18). 662. Lophodermium ciliatum (Lib.) Speg. et Roum. (p. 20). 663. Trochila pusilla (Lib.) Speg. et Roum. (p. 20), Thyridaria Delognensis Speg. et Roum. (p. 21), Libertiella Speg. et Roum. nov. gen. (p. 21): „Pe- rithecia carnosula alba vel laete colorata, ostiolo late hiante donata, subsuperficialis; spermatia in sterigmatibus acrogena, elliptica vel ovoidea hyalina gresitia.'" 671. L. Malmedyensis Speg.etRoum. (p 22). 672. Lasiospba eria Libertiana Speg. et. Roum. (p. 22), Scolicosporium Lib. nov. gen. (p. 22) : „Sporidia entophyta coacer- vata, fusiformia multiseptata stromate heterogeneo piano suffulta." 676. S. Fagi Lib. (p. 22), Venturia pusilla Speg. et Roum. (p. 23). — Den Schluss bilden einige Sclerotien und dergl. und sterile Formen. Spegazzini, Ch., Fungi nonnuUi veneti novi. (1. c. p. 32.) 1) Physalospora alpina Speg. ad folia dejecta Rhododendri ferruginei. 2) Dimerosporium oreophilum Speg. ad ramulos vivos Rhododendri ferruginei. 3) Leptosphaeria Campisilii Speg. in foliis mortuis Lycopodii annotini. Passerini, G., Micromycetum italicorum diagnoses. (1. c. p. 33.) 1) Microthyrium Oleandri Pass., 2) Laestadia Cer- ris Pass., 3) Sphaerella myrtillina Pass., 4) Sp.haerella sciadophila Pass. in radiis aridis umbellarum Chaerophylli te- niuli, 5) Gnomonia lirellaeformis Pass. ad folia Quercus — 104 — Roboris, 6) Pleospora principis Pass. (p. 34) ad pinnas aridas Phoenicis dactyliferae, 7) Pleospora Bambusae Pass., 8) Lepto- sphaeria pinnarum Pass. cum variet. r a c h i d i s Pass. ad pinnas et in rachide Phoenicis dactyliferae, 9) Leptosphae- ria Capparidis Pass. , 10) Leptosphaeria salicaria Pass. |(p. 35) ad caules aridos Lythri salicariae, 11) Didymo- s^'phaeria nubecula Pass. ad folia arida Phoenicis dactylife- rae, 12) Teichospora Phragmitis Pass., 13) Anthosto- m e 1 1 a P i sja n a Pass. ad petiolos aridos Chamaeropsis humilis, 14)Schizozylum immersum Pass. ad stipites aridos Clema- tidis vitalbae, 15) Diplodia Eleagni Pass. (p. 36), 16) Septo- ria Saxifragae Pass. , 17) Gloeosporium Phaegopte- ris Pass., 18) Gloeosporium Violae Pass. ad folia languida Yiolae biflorae. Thümen, F. de, Fungorum novorum exoticorum decas altera. (Revue mycol. 1880. No. 1. p. 37.) 11. Diplodia Papayae Thüm. in Caricae Papayae L. cauli- bus emortuis. 12. Phy Hostie ta cocculi Thüm. in foliis vivis languidisve Anamirtae cocculi. 13. Phyllosticta Linocierae Thüm. in Linocierae purpureae Vald. foliis vivis. 14. Septoria Cattanei Thüm. (p. 37.) in Citri medicae foliis vivis. 15. Sphae- ropsis Keckii Thüm. in Calotropidis giganteae caulibus subemor- tuis. 16. Pestalozzia mangalorica Thüm. ad Brideliae scan- dentis folia viva languidave. 17. Gymnosporium Tetrantherae Thüm. in Tetrantherae Gardneri foliis vivis. 18, Gloeosporium hawaiense Thüm. in foliis vivis Lobeliae macrostachydis. 19. Hel- min tho s p o r ium 1 1 e d a p h n e s Thüm. (p. 38) ad Tetrantherae Iteodaphnes folia Viva. 20. Cercospora Blumeae Thüm. ad folia viva Blumeae viscosulae. Gerard, W. ß., A new Fungus. (Bull, of the Torrey bot. Club. Vol. VII. 1880. No. 1. p. 8.) Der Verf. beschreibt eine neue Art des interessanten Genus Simblum, jener eigen thümlichen Gasteromyceten-Gattung, welche gewissermassen eine Combination von Phallus und Clathrus, oder einen gestielten Clathrus darstellt. Die neue Art, auf Long Island (Nord-Amerika) gefunden, wird S im blum ru besc en s genannt. Der Pilz ist 3 — 5 Zoll hoch und besteht aus der weisslichen „Volva", welche die Basis des hochrothen Stieles („Stipe") umgiebt, der nach oben ziemlich stark verdickt ist und das „Receptaculum", ebenfalls von hochrother Farbe und Clathrus-artig gestaltet, trägt. Die Sporenmasse ist oliven-braun ; die Sporen elliptisch, 3 mm. lang. Am Schlüsse der Arbeit wird eine Liste der aus Nord-Amerika be- — 105 — kannten jPhalloidei gegeben, aus der >Yir ersehen, dass 13 Arten dieser Familie dort vorkommen. Winter (Zürich). Inzenga, G., Nuove specie di Funghi et altere conosciute per la prima illustrate in Sicilia. Centuria Seconda. (Giornale di scienze nat. ed econ. di Palermo. XIV. 125. tab. 7et8.) Bringt als Fortsetzung und Schluss früherer Mittheilungen unter den Nummern 69 — 100 ausser 2 Sphaerien und einem Gaste- romyceten lauter Hymenomyceten. Neu sind: Boletus Lanzi Inz. (p. 131, tab. 8, fig. 3), Boletus siculus Inz. (p. 134, tab. 8., fig. 2), Coprinus panormitanus Inz. (p. 135, [tab. 8, fig, 1). Ausserdem werden abgebildet: Stereum hirsutum Fr. (tab. 7, fig. 1), Boletus Satanas Lenz (tab. 7, fig. 2) und Boletus candicans Fr. (tab. 8, fig. 4). Den Schluss bildet ein Verzeichniss ^sämmtlicher Arten einschliesslich der in früheren Bänden verööentlichten , sowie ein Register einheimischer Benennungen. Luerssen (Leipzig.) Caruel, T., Una mezza centuria di specie e di generi fondati in botanica sopra casi teratologici o pato- logici. (Nuovo Giorn. bot. ital. 1880. Heft 1.) Unter den 50 hier angeführten Fällen, wo monströse (teratolo- gische oder pathologische) Formen von Phanerogamen als beson- dere Gattungen oder Arten betrachtet wurden, finden sich auch einige, in denen die Monstrosität durch Pilze verursacht wird. 1) Agrostis pumila L. ist eine kleinere Form von Agrostis vulgaris, deren Fruchtknoten von Tilletia sphaerococca be- wohnt ist. 2) Carex Bastardia na DC. ist eine Carex pilulifera L. , deren Gesammtinflorescenz durch eine Uredo (Ustilago urceolo- rum ? Ref.) derart umgeformt wird, dass man diese Form zu den Vigneen rechnen möchte. 8) Die von Ustilago Vaillantii Tul. bewohnten Pflanzen von Muscari comosum verändern ihren Habitus derart, dass dies Veranlassung wurde, sie für eine neue Art zu halten, die von Micheli als Muscari nemorense la- tifolium, floribus rotundioribus, purpurascentibus, quod pulvisculum obscurum copiose fundit beschrieben, von Pallas Hyacinthus fuligi- nosus, von Pariatore Leopoldia Calandriniana genannt wurde. Bertoloui, Sul parasitlsmo dei funghi. (1. c.) Untersuchungen über den Parasitismus mehrerer Hymenomyceten. Winter (Zürich). Krempelhulber, A. von, Lichenes collecti in republica Ar- gentina a Doct. Lorentz et Hierouymus determinati et descripti. (Bolet. de la Acad. nacion. de cienc. de la Republ. Argentina. Tomo III. 0. 1. p. 100—128.) Aufzählung von 110 Flechtenarten, welche von den oben- — 106 — genannten Botanikern in einem Lande gesammelt wurden , das bis- her in Bezug auf seinen lichenologischen Charakter noch ganz un- bekannt geblieben war. Die meisten der gesammelten Flechten sind Strauch- und Laubflechten, doch ist, wie Dr. Lorentz mitgetheilt hat, auch an Krustenflechten die Argentinische Republik durchaus nicht arm. (Wir dürfen wohl für später einer derartigen Sendung Argentinischer Krustenflechten entgegensehen, für deren Bestimmung auch Herr v. Krem pelhub er, der beste Kenner der exotischen Flechten, der geeignete Mann ist. Ref.). Unter den gesandten 110 Arten befinden sich folgende 25 ganz neue: Usnea Hieronymi Kmph. (eine ausgezeichnete Art. Ref.), Parmelia taractica Kmph., Parmelia temopis Kmph. , Parmelia Uruguensis Kmph. (bei dieser Flechte spricht sich Verf. in gerechter Weise sehr tadelnd aus über die Sucht gewisser moderner Lichenologen, die Zahl der Arten ins Ungemessene zu vermehren. Ref.), Parmelia versiformis Kmph. (was soll der Speciesname aber bedeuten? Ref.), Parmelia Argentina Kmph., Parmelia Lorentzii Kmph. (in einer Note zu dieser Flechte giebt Verf. eine ausführliche Diagnose einer andern neuen Flechte, Parmelia optata Kmph., aus dem Himalayagebirge), Lecanora fusco- nigrescens Kmph. (früher von Nylander als Varietät der Lecanora millegrana betrachtet), Lecanora xanthaspis Kmph.. Lecanora hypo- melaena Kmph. , Lecanora lividofusca Kmph. , ürceolaria bispora Kmph., Pertusaria decussata Kmph., Pertusaria melanostoma Kmph., Lecidea (Biatora) niaculans Kmph. (wohl eine Buellia. Ref.) , Le- cidea russeola Kmph. , Lecidea fusco-cerina Kmph. , Lecidea crocina Kmph., Lecidea alutacea Kmph. (alle diese genannten Lecidea- Arten haben zwei- bis mehrfach getheilte Sporen und wundern wir uns, das« Verf. von seiner bisher innegehaltenen systematischen An- schauungsweise abgegangen zu sein scheint. Ref.) , Graphis obun- cula Kmph., Graphis (Fissurina) gracilhnia Kmph.. Verrucaria (Pyre- nula) basilica Kmph. , Verrucaria (Pyrenula) vernicosa Kmph. und Verrucaria (Pyrenula) thelocarpoides Kmph. Körb er (Breslau). Müller, J., Lichenologische Beiträge. X. (Flora 1880. Nr. 2. p. 17—24; No. 3. p. 40—45.) Enthält Diagnosen folgende)- neuer Flechten: Synechoblastus japonicus Müll. Arg. (Japan, p. 17), Rinodina Hüfl'eriana (Alger. p. 18), R. versicolor a) viridis, ß) cinerascens, y) lecideina (Rio de Janeiro, p. 18), Lecidea patavina Mass. v. fusca (Golzern.p. 19), Buel- lia deplanata (Rio de Janeiro, p. 19), Graphis stenograpta (Apiahy, Brasil, p. 19), ß) longiuscula (Xiririca), G. leioplaca (ibid. p. 20), G. virescens (ibid. p. 20j, G. striatula Nyl. var. brachycarpa (Apiahy. p. 21), G. inusta Ach. v. prorepens (Rio de Janeiro, p. 21) , v. me- — 107 — dusulina (Apiahy. p. 21), G. leucoxantha (ibid. p. 21), G. schizoloma (ibid. p. 22). Als neue Gattung wird Graphina Müll. Arg., gen. nov. „a Graphide sporis parenchymaticis distinctum, caeterum om- nino cum Graphide quadrans" aufgestellt und als Arten davon be- schrieben: G. Puiggarii (Apiahy p. 22), G. dichotoma (Xiririca. p. 23), G. chloroleuca (Apiahy. p. 40), G. sophistica (ibid.), G. reti- culata (Xiririca p. 40), G. scalpturata v. plurifera (Apiahy. p. 41), G. lecanographa (ibid.), G. vernicosa v. monospora (ibid.), var. albi- cans (Xiririca), G. chrysocarpa (ibid.), G. virginea (Apiahy), G. hae- mographa (ibid.), G. Montagnei, Opegrapha atratula (Apiahy), 0. brachycarpa (ibid. p. 42), 0. Puiggarii (ibid.), 0. multiseptata (ibid. p. 43), 0. spiralis (ibid.) , Arthonia Puiggarii (ibid. p. 44), Arthothe- lium endoxanthum (ibid.), Mycoporum granulatum (Xiririca), Verru- caria umbilicatula (Rio de Janeiro, p. 45). Nylauder, W., Addenda nova ad lichenographiam europaeam. Continuatio tertia et tricesima. (Flora 1880. Nr. 1. p. 11—13.) Enthält die kurze Beschreibung folgender 10 neuer Flechten- arten: Ramalina digitellata (Oporto. p. 10), Lecanora subdisparata (Oporto), L. Heidelbergensis (Heidelberg, p. 11), Urceolaria inter- pediens (Oporto), Thelotrema leiospodium Nyl. (Oportoj, Lecidea Oportensis (Oporto. p. 12),, L. alienata (Kylemore) . Opegrapha no- thiza (Jersey, p. 13), 0. diatona (Heidelberg), 0. arctophila Nyl. (Jersey). Uhlworm (Leipzig). : Observationes. (Flora 1880. Nr. 1. p. 13—15.) Verf. sucht Arnold gegenüber Weber's Begriffsbestimmung seines „liehen diffusus" zu retten. Körb er (Breslau). Müller, J., „Les lichens d'Egypte" (Revue mycol. 1880. No. 1. p. 38 — 44, wird fortges,). Ein lesenswerther kleiner Artikel über die bisher in Egypten beobachteten Flechten; zählt 26 solcher bisher nur bekannt gewor- denen Flechtenarten auf, unter denen als neu Amphiloma Eh reu - bergii Müll. u. A. erythrinum Müll, hervorzuheben sind. Die Männer, welche überhaupt bis jetzt der Verbreitung der Flechten in Egypten ihreAufmerksamkeit gewidmet und Flechten gesammelt haben, sind Delile, Raddi, Ehrenberg, Larbalestier und Schw ein- furth; sie bezeugen uns einstimmig, dass Egypten ausserordentlich arm an Flechten sei, doch dürfen wir trotzalledem erwarten, dass, wenn man nur erst die weniger in die Augen fallenden auch dort vorhan- denen Krustenflechten kennen gelernt haben wird, die Anzahl der gesammten in Egypten vorkommenden Flechten wohl gewiss das Zehn- fache der obenangegebenen sehr bescheidenen Summe betragen wird. Körber (Breslau). — 108 — Müller, J., Diagnoses de quatre especesnoiivelles de lichens, decouvertes par H. Roux et A. Taxis daiis les environs de Marseille. (Extr. du Bull, de la soc. bot. et hört, de Pro- vence 1. (Novbr.). 1879; Revue mycol. 1880. No. 1. p. 55.) Diese Flechten sind : Oniphalaria prodigula Nyl, Anema nummu- lariellum Nyl., Leptogium Massiliense Nyl. u. Endocarpon phaeocar- poides Nyl. Körb er (Breslau). Holler , A., N e u»e Beiträge zur L a u b m o o s f 1 o r a A u g sl- burgs und des Kreises Schwaben. (A. d. XXV. Ber. d. naturh. Ver. Augsburg 1879.) Ref. sucht auf den 25 Seiten dieser Abhandlung seine 1873 veröffentlichte Laubmoosflora von Augsburg zu vervollständigen: 1) durch Angabe einer grösseren Anzahl neuer, für die Local- floristen interessanter Standorte, wobei möglichst auf die Beschaften- heit des Substrats Rücksicht genommen ist. 2) durch Ergänzung und Richtigstellung früherer Angaben, besonders was Formenbildung, Variation und Fructification anbelangt. 3) durch Aufzählung neu entdeckter Arten und Abarten wie: Dicranella subulata, Phascum curvicollum, Trichostomum cris- pulum var. brevifolium, Barbula rigidula var. insidiosa, Barbula fallax var. brevifolia, Barbula fragilis (mit Früchten), Barbula niucronifolia, Trichodon cylindricus, Cinclidotus riparius, Orthotrichum cupulatum, Webera annotina, Bryum pallescens und neodamense, Mnium insigne Wils. (als Species) und riparium, Meesea Albertinii. Heterocladiuni dimorphum, Plerigynandrum filiforme, Eurhynchium abbreviatum, Amblystegium Juratzkanum, Hypnum hamifolium, ex- annulatum, lycopodioides und revolvens, filicinum var. alatum und turgescens, Sphagnum Girgensohni, squarrosum var. imbricatum und rigidum. Durch diese neuen Funde ist die Zahl der aus der Gegend von Augsburg bekannten Laubmoose auf 258 Arten — das früher an- gegebene Amblystegium tenuissimum musste gestrichen werden — gestiegen. Der glückliche Umstand, dass die genannte Flora nahe- zu sämmtliche Harpidien von Schimper's Synopsis musc. europ. Ed. IL enthält, gab die Veranlassung zu einer neuen Bearbeitung dieser schwierigen und vielgestaltigen Gruppe, deren Resultate etwas von der bisher üblichen Auffassung abweichen. Die Harpidien werden vom Verf. eingetheilt in: A. Arten mit deutlich hervortretenden Blattflügelzellen. L Blätter ungefurcht: 1) Hypnum aduncum Hdw., mit den Varietäten intermedium Schpr. und Kneiffii sowie den Unterarten: a) H. Sendtneri Schpr. — 109 — inclus. Wilsoni, b) hamifolium Schpr. 2) Hypnum fluitans Dill, mit den Unterarten : a) H. pseudostramineum C. Müll, und b) H. exanuii- latum Gümb. IL Blätter gefurcht: 3) Hypnum uncinatum Hdw. 4) H. lycopodioides Schwägr. (Im Anschluss daran das eine eigene Gruppe bildende H. scorpioides Dill.) B. Arten ohne besondere Blattflügelzellen. I. Zweihäusige mit engem wurmförmigem Zellnetz, massig dicken Zellwänden, trocken kaum lockig gedrehten Blättern : 0) Hypnum vernicosum Ldbg., dessen Blätter gefurcht, hellgrün sind, zu welchem als Unterart gezogen wird H. intermedium Lindbg. mit der untergetauchten Form H, Cossoni Schpr. II. Einhäusige mit engem Zellnetz und verdickten Zellwänden, trocken lockig gedrehten Blättern: 7) H. revolvens Sw. Diese Art — in der Abhandlung noch fraglich angegeben, in- zwischen jedoch von competenter Seite bestätigt — und das an zahlreichen Stellen vorkommende H. turgescens müssen als Ueber- lebsel aus der in der Nähe des Augsburger Floragebiets durch Moore und ausgesprochene Moränenbildungen gekennzeichneten Eis- zeit gedeutet werden. Das letztgenannte, nur sterile arktische Moos — nach E n gl e r, Versuch einer Entwicklungsgeschichte der Pflanzenwelt p. 160. fand es Nathorst in Cromer in Norfolk un- mittelbar unter dem glacialen Blocklehm mit den Blättern von Salix polaris — verdankt nach Ref. seine Erhaltung und Verbreitung im Florenbezirk der bisher bei Laubmoosen noch nicht beobachteten Abstossung der Endknospen beim Austrocknen seiner Standorte. Als Anhang folgen: Holler, A., Beiträge zur Laubm oo s fl ora des Kreises - Schwaben und Neuburg (1. c). Als wichtige und neue Arten sind zu verzeichnen: Physcomi- trella patens (Memmingen), Barbula rigidula var. insidiosa (Algäu), Barbula fragilis und Geheebia cataractarum (beide im Memminger Ried), Mnium medium (Algäu), Thuidium decipiens de Not. (Mem- mingen, indess wohl schwerlich die ächte Art, sondern eine schlanke kurz ästige Form von Hypnum commutatum, deren Blattflächen glatt oder papillös sind), Eurhynchium abbreviatum und Hypnum procerrimum (beide im Algäu). Ausserdem erfahren die Höhen- grenzen einiger Arten des Algäu erhebliche Modificationen. So des Mnium affine ( — 6930'), der Lescuraea saxicola (untere Grenze bis 4500'). Eine neue Vaj;ietät des H. molluscum Hdw. mit lockerer ste- — 110 — henden, röthlich überlaufenen Blättern wird als var. rufescens HoU. unterschieden. H 1 1 e r (Mering). Limpricht, (j., Die deutsclienSauteria-Formen. (Flora 1880. No. 6.) In vorliegender Arbeit weist der Verf. nach, dass bereits Gottsche im Text zu No. 347 der „Hepaticae europaeae" darauf aufmerksam macht, wie die deutsche Sauteria alpina N. v. E. in zwei- und einhäusiger Form auftrete; erstere sei die eigentliche S. alpina N. v. E. , während die letztere die später aufgestellte S quadrata S auter darstelle. An der Hand einer diesen Gegenstand ausführlicher behandelnden Arbeit Lindbergs (Botaniska Notiser 1877 p. 73 — 78) bespricht Verf. die bis jetzt bekannten 3 deutschen Sauteria-Species, welche Lindberg zu Typen folgender 3 neuen Gattungen erhob : 1) Peltolepis (grandis) Lindb. Syn. S. quadrata Saut. 2) Sauteria (alpina) N. v. E. 3) Clevea (hyalina) Lindb. (Syn. Marchantia hyalina Sommerfelt. Sauteria succisa Lindb. olim.) 1) Peltolepis Lindb. Blütenstand paröcisch oder hete- röcisch; Laub gabeltheilig, braungesäumt und mit violetten Schuppen besetzt. Träger des Receptaculums aus dem Grunde der Endbucht entspringend und mit 2 Bauchrinnen versehen wie bei Marchan- tia; Antheridien in einer scheibenförmigen, rings von bräunlich- violetten Lacinien umgebenen Gruppe vereinigt und fast ganz dem Thallus eingesenkt; weibl. Blütenboden deutlich. Verf. constatirt das Vorkommen dieses Mooses in den Salz- burger Alpen (Dr. Saut er), in den Bairischen Alpen (Prof. Sendtner), im Lungan in Steiermark (J. Br eidler) und in der hohen Tatra, (Limpricht u. J. Krupa) und vermuthet , dass die Harzer Pfl. (Steigerthal) möglichen Falls auch hierher ge- hören möchte. 2) Sauteria N. V. E. Blütenstand 2häusig. Laub meist einfach und divergirend gestreift; Receptaculumträger aus dem Grunde der Endbucht entspringend und nur mit einer Bauch rinne; Anthe- ridien in ordentlichen Reihen geordnet und ihre Höhlungen mit hornförmigen Ausführungskanälen; weibl. Blütenboden zieml. deutlich. Von. dieser Pflanze sind Verf. folgende Standorte bekannt ge- worden : Tirol (Dr. Saut er u. Dr. Arnold), Niederösterreich (J. Juratzka), Steiermark (J. Brei dl er) und hohe Tatra (Fritze u. Limpricht). 3) Clevea Lindb. Blütenstand wie vorige. Laub klein und — 111 — schmal und divergirend gestreift; Träger des Receptaculums aus der Mitte des Laubes und ohne Bauchrinne; die männl. Blüten wie bei Sauteria ; Fruchtboden fehlend. (Cfr. Hedwigia 1868. No. 10). Bekannt geworden ist Verf. dies Moos aus Tirol (Dr. Arnold) und von vielen Punkten aus Steiermark (J. Br eidler). (Was schliesslich den Werth dieser 3 Gattungen betrifft, so kann Referent sich nur mit der Ansicht Limprichts einverstanden er- klären, dass Clevea von Sauteria specifisch nicht verschieden und deshalb besser mit dieser zu vereinigen sein möchte. Ref.) Warnstorf (Neu-Ruppin). Strasburger, Ed., U e b e r Z e 1 1 b i 1 d u n g und Z e 1 1 1 h e i 1 u n g. (Jen. Zeitschr. f. Naturw. Bd. XIII. Suppl. Heft 2. p. 50.) Auf neue Untersuchungen gestützt verneint Verf. die freie Kernbildung bei der Zellbildung; alle neuen Kerne entstehen durch Theilung. Bei der freien Endospermbildung erfolgen die Theilungen sehr schnell, so dass man sie nicht verfolgen kann. Um die Kerne sammelt sich Protoplasma; in gleichen Abständen von den Kernen bilden sich Trennungswände aus protoplasmatischer Haut- schicht. Diese Wände spalten sich und scheiden Cellulose aus. Bei Beobachtung der Zelltheilung wurden neue Zwischenstufen, welche der Kernspindel vorausgehen, gefunden. Die Kernwand selbst geht in die Theilungsfigur über. Das Schwinden der Kern- wand als solcher hat in manchen Fällen eine Vertheilung der Kern- elemente im umgebenden Plasma zur Folge. Dieselben sammeln sich aber wieder, um die Theilungsfigur zu bilden. Die beiden Formen der Theilungsfigur, Kernspindel und Kerntonne sind nur graduell verschieden. Die Fäden zwischen den auseinanderweichen- den Kernhälften werden in Zukunft „Zellfäden" genannt, da sie nicht aus Kernsubstanz, sondern aus Zellsubstanz entstehen. Treub's Angabe, dass die Ausscheidung der Cellulosewand über die Kern- platte hinaus einseitig erfolge, wird bestätigt. Hat die einseitige Bildung der Cellulosewand die Seitenwand der Zelle erreicht, so zieht sich die Zellplatte von ihr zurück, bis sie die gegenüberliegende W^and erreicht. Die rechtwinklige Schneidung der Scheidewand wird schon durch den rechtwinkligen Ansatz der Zellplatte bedingt. Wo eine Zelle in zwei ungleiche Tochterzellen zerfällt, findet vor- her meist eine ungleiche Vertheilung des Protoplasma statt, sodass beide Zellen bei ungleichem Volumen doch annähernd gleiche Men- gen protoplasmatischen Inhalts haben. Ueber die Ovula der Angiospermen. (1. c. p. 68 — 69.) Der Embryosack entsteht aus der ersten subepidermidalen Zell- schicht am Scheitel des Nucellus, wie dies schon Warming an- — 112 — giebt. An der Bildung nehmen eine, seltener mehrere Zellen theil. Die Zelle, welche den Embryosack liefert, scheidet oft vorher noch eine Tapetenzelle ab. Meistens zerfällt sie gleich in 4 Zellen durch zweimalige Zweitheilung, oder es theilt sich nach der ersten Zwei- theilung nur die untere Zelle noch einmal, sodass im Ganzen drei Zellen entstehen ; endlich kann es auch bei der ersten Zweitheilung bleiben. Nur bei Rosa zerfällt die Embroysack-Mutterzelle in mehr als 4 Zellen. Die Angaben von V e s q u e , dass der Embryosack aus der Ver- schmelzung mehrerer Tochterzellen der Embryosack - Mutterzelle entstehe, ferner dass der Eiapparat und die Gegenfüsslerinnen direct in jenen sich bilden, sind unrichtig. Mit Ausnahme von Rosa geht der Embryosack bei allen unter- suchten Pflanzen aus der untersten Tochterzelle der Embryosack- mutterzelle hervor und diese verdrängt die übrigen durch ihr vor- herrschendes Wachsthum. Der Kern des Embryosacks theilt sich in Tochterkerne, welche in beide Enden wandern und sich noch zweimal theilen, so dass im Ganzen 8 Kerne vorhanden sind. An jedem Ende erfolgt nun um 3 Kerne Zellbildung, welche die drei Zellen des Eiapparats und die Gegenfüsslerinnen liefert. Die beiden restirenden Kerne verschmelzen und liefern den Kern des Embryo- sackes. Die Zahl der Eizellen kann auf zwei sinken, die der Gegen- füsslerinnen sich vermehren. Bei Rosa werden bekanntlich mehrere Embryosäcke angelegt, schliesslich aber von einem verdrängt. An der Bildung derselben nehmen mehrere subepidermidale Zellen theil; jede zerfällt, nach Abgabe einer Tapetenzelle, in mehrere Schwesterzellen, von denen die obersten zu den Embryosäcken werden. Fragaria nähert sich wieder dem normalen Typus, indem sich hier ebenfalls mehrere subepidermidale Zellen entwickeln, jedoch endlich eine die Oberhand gewinnt und in ihrer untersten Tochter- zelle den Embryosack liefert. Strasburger, Ed., Ueber ein zu Demonstrationen ge- eignetes Zelltheilun gsob j ect. (1. c. p. 95—104.) Es eignen sich dazu die Staubfadenhaare von Tradescantia vir- ginica, besser diejenigen von Tradesc. elata Lodd. Der Kern bleibt* im Verlauf seiner Theilung deutlich sichtbar und lässt alle Stadien ohne Weiteres erkennen. Die Haare, von denen allerdings ein Theil bei Trennung von der Blüthe abstirbt, erhalten sich in lo/o Rohrzuckerlösung fast 12 Stunden lang lebendig. Theilungsanfänge findet man in Haaren von ca. 5 Mm. hohen Blüthen- knospen. Die Beobachtung geschieht in feuchten Kammern, zu — 113 — denen ein feuchter Papprahmen dient. Auf das Deckglas wird ein Tropfen der Zuckerlösung gebracht und flach ausgebreitet, hierauf die ganzen Staubblätter aus der Blüthe befreit und in die Zucker- lösung gebracht. Man muss dafür sorgen, dass die Haare in der Lösung untergetaucht werden. Das Deckglas wird nun umgewendet und mit den Rändern auf den Papprahmen gelegt. In dem nun- mehr suspendirten Tropfen kommt stets eine grössere 'Anzahl Haare so nahe dem Deckglas zu liegen, dass dieselben sich gut beobachten lassen. Es theilen sich vorwiegend die Endzellen der Haare. Als Reagentien bewährten sich l"/o 'Chromsäurelösung Lund absoluter Alkohol, doch contrahirt letzterer zuweilen etwas stark. Pikrinsäure leistete keine besonderen Dienste. Zimmermaan, A.., Ueber das Transfusionsgeweb e (Flora 1880. No. 1. p. 2—10 u. Taf. 1.) Der bei den Coniferenblättern am medianen Gefässbündel sich meist beiderseits anlegende Tracheidensaum wurde von Mo hl Trans- fusionsgewebe genannt. Mit Ausnahme von Cupressus sempervirens legt sich das Trans- fusionsgewebe an den Blattstrang an. Die 'Anordnung desselben .variirt bei verschiedenen Species. Entweder dehnt es sich rechts und links vom Bündel parallel der Blattfläche (Pinus Nordmann., Cunninghamia, Juniperus, Cupressus, Thuja, Biota, Taxus, Cephalo- taxus, Torreya, einigen Podocarpus, Sequoia uud Salisburia), oder es krümmt sich halbmondförmig um das Xylem herum (Podocarpus dacryoides, Sciadopitys, Dammara und Araucaria-Arten), oder drittens endlich legt es sich auf die Seite des Phloems (Cedrus Deodara, C. Libanotica, Abies pectinata D.C.). Bei den meisten Pinien bildet das Transfusionsgewebe einen Cylindermantel um das Gefäss- bündel und ist sammt diesem von einer Scheide umgeben. Bei allen Coniferenspecies nimmt es nach der Blattspitze an Mächtigkeit zu. Die Transfusionszellen führen nur einen wasserhellen Saft ohne besondere E,eaction. Die ziemlich dünnen Wände sind verholzt und verschiedentlich verdickt. Diese Verdickungen haben im fertigen Zustand Aehnlichkeit mit gehöften Tüpfeln, entstehen aber, wie Verf. an Cunninghamia sinensis genauer verfolgte, in ganz anderer Weise. Wie bei einer normalen, einfachen Tüpfelbildung entsteht ein Verdickungsring auf der Membran, welcher einen Perus umschliesst. Der erst secundär entstehende Tüpfelraum kommt durch Auseinanderweichen der Mem- bran, welche zwischen zwei Tüpfeln liegt, zu Stande. Diese Ge- bilde sind also von den echten gehöften Tüpfeln ganz verschieden. Ausserdem finden sich auch Netzfasern als Verdickung. Die Ent- 8 — 114 — Scheidung über die Function des Transfusionsgewebes, welches nach Mo hl der Saftleitung dient, glaubt Verf. nicht geben zu können. Das vom Blattnerv aus nach beiden Seiten die mittleren Schichten des Blattes durchsetzende, von Thomas so benannte Querparenchym, welches aus stark verdickten, bastähnlichen Zellen besteht und Luft führend ist, will Verf. von dem Transfusionsgewebe, zu dem es bis- her gerechnet wurde, getrennt wissen. Hansen (Erlangen). Diichartre, P., Note sur la Situation des bulbilles chez le Begonia discolor. (Bull. soc. bot. de France XXVI. [1879]; compt. rend. n. 2. p. 202-207J Bildung von Bulbillen bei den Begonien häufig. Zusammen- stellung bisher bekannter Fälle nach De Candolle, Peter (Sachs schreibt Peter hausen. Ref.) und Link. Die Bul- billen bilden sich in den Blattachseln, oder aus der Spitze des Blattstiels (B. sinuata), oder aus der Blattfläche oberseits (B. co- riacea), oder aus beliebigen Stellen des Stengels. — B. discolor R. Br. (nach DC. ==B. Evansiana Andr.) hat nach einigen Autoren blattachselständige Bulbillen. Nach dem Verf. ist die Bulbillen- achse dick und fleischig, ihre Blätter zarthäutig (bei Lilium die Achse dünn, die Blätter fleischig). Die Laubblattachseln tragen einen Laubspross, an dessen Basis aus den Achseln zweier seitlicher, fast gleich hoch stehender schuppenartiger Vorblätter Brutknospen, eine rechts, eine links , entstehen ; es sieht aus , als stände in der Achsel jedes Nebenblattes des Laubblattes eine Bulbille. Abwei- chungen : 1) Nur ein dorsales Vorblatt am Spross , also nur eine dorsale Bulbille. 2) Der Achselspross wird auch eine Bulbille ; also stehen drei axillär nebeneinander. 3) Die seitlichen Bulbillen des Laubsprosses werden auch durch Laubsprosse ersetzt, die nun ihrer- seits erst jeder zwei Basalbulbillen in ihren Vorblattachseln tragen. Eichler, A. W., Ueber Wuchsverhältnisse der Begonien. (Sitzber. d. Ges. naturf. Freunde z. Berlin 1880. Nr. 2 [Febr.]. p. 35 — 44, m, 3 Diagramm.) Die Blätter stehen in zwei Längszeilen , die kleineren Hälften alle nach derselben Seite gewendet, die Blätter nach dieser selben Seite hin etwas genähert, mitunter bis zu nur 90° Divergenz. Die Stipel dieser Seite deckt stets die der entgegengesetzten mit beiden Rändern; das Blatt liegt in der Knospe auf der Aussenseite seiner Stipeln. 1) Bei den aufrechtwachsenden Begonien findet die Con- vergenz der Blattzeilen stets nach der Unterseite der deshalb epina- stischen Zweige hin statt; die Blattoberseiten schauen von vornherein nach oben. Die Achselknospen vor der Mitte der Blattinsertion ; das einzige (grundständige) Niederblatt, womit jeder Spross beginnt, — 115 — steht rechts an den rechtsstehenden , links an den linksstehenden Zweigen. — 2) Bei den niederliegenden und wurzelnden Begonien sind die Zweige hyponastisch , die Blattzeilen nach oben hin con- vergirend; die anfangs mit der Oberseite nach unten gerichteten Blätter wenden später die Spreite durch Umkippen nach oben. Die Achselsprosse stehen nicht in der Achsel ihres Mutterblattes , son- dern in der der zweiten (der gedeckten) Stipula, wodurch ihre mor- phologische Unterseite auch wirklich nach unten gebracht wird. Nur die Inflorescenzen stehen genau in den Blattachseln, weil sie sich aufrecht stellen und keine Unterseite haben. Die Knospen fangen mit drei Niederblättern an, das erste mit dem Rücken der Stipel zugekehrt, in dessen Winkel die Knospe steht, das zweite nach der Oberseite der Mutterachse hin, das dritte nach der Unter- seite, beide also nebst den folgenden Laubblättern quer zum ersten. — 3) Bei den schräg aufsteigenden Begonien sind die Sprosse auch hyponastisch, die Knospen aber bleiben vor der Mitte ihres Trag- blattes inserirt. Niederblätter an der Knospe oft nur 2, nebst dem dritten laubigen Blatt gestellt wie die 3 Niederblätter bei den niederliegenden Begonien. Die Inflorescenzen sind Dichasien , die früher oder später in kurze Wickel ausgehen. Die weiblichen Blüthen stehen, meist vor- blattlos, an der letzten, sich nicht weiter verzweigenden Generation; alle übrigen Blüthen sind männlich. Die successiven Generationen sind unter antrorser Convergenz gekreuzt, und das erste Blatt jedes Zweiges fällt nach der Divergenzseite der vorausgehenden Genera- tion hin. Männliche Blüthen mit 2 Perigonblättern, die sich mit den Vor- blättern kreuzen, oft mit noch einem Paar, das mit dem ersten gekreuzt ist. Weibliche Blüthen meist mit 5 Perigonblättern in vornumläufiger ^/g-Spirale, zuweilen aber, wenn nämlich die Vor- blätter kaum convergiren, in hintenumläufiger Spirale. Haben weib- liche Blüthen nur 2 Perigonblätter und keine entwickelten Vor- blätter, so stehen die ersteren dennoch median. Koehne (Berlin). Magnus, P., Ueber monströse Gipfelblüthen von Digitalis purpurea. (Sitzber. d. bot. Ver. d. Prov. Brandenb. 1880, Jan., p. 8—16.) Der Kelch wird aus metamorphosirten Brakteen gebildet; die- selben tragen als Achselsprosse Blüthen, und zwar einzählige, nur aus einem tutenförmigen Blumenblatt bestehende; 2— 3 zählige, die einen Kelch haben, öfters auch Stamina; 4 zählige, in denen zu- weilen auch der Fruchtknoten entwickelt ist. Blumenkronen bald &♦ — 116 — zygomorph , bald aktinomorph ; Stamina so viele wie Petala , oder das dorsale fehlt. Die Gipfelblüthen waren 5 — 10-, sowie 13 — 14- und 21-zählig; die 5— 10 zähligen bald aktinomorph, bald, was bisher wohl nicht beobachtet, zygomorph, die höherzähligen stets aktinomorph. Bei zygomorphen unpaarigzähligen Gipfelblüthen war der unpaare Gipfel bald der tiefstliegende , bald der höchstliegende an dem schief ab- geschnittenen Corollenrande. Die Blumenkrone hatte manchmal aussen Excrescenzen , die nach dem gewöhnlichen Gesetz ihre morphologische Unterseite der Unterseite der sie tragenden Corolle zuwenden. Durchwachsungen des Fruchtknotens sind höchst selten. Henniger, C. A., Ueber Bastarderzeugung im Pflanzen- reiche. (Flora 1879. Juni — Decbr.) Im I. Theile giebt der Verf. an der Hand der Quellen eine historisch - literarische Uebersicht über die Entwicklung der Lehre von der Hybridation der Pflanzen bis auf Darwin. Nach Präcisirung der Hauptentwicklungsmomente der Sexuali- tätslehre führt Verf., zur Hybridation selbst übergehend, zunächst Grew, Thomas Millington und Rew auf (1682 resp. 1693), in- dem diese zuerst auf die wirklichen Funktionen des Pollens auf- merksam machten. Als Begründer der Sexualitätslehre zeigt sich aber erst Rudolph Jakob Camerarius in seiner „Epistola de sexu plantarum. Tubingae 1694". Ebenderselbe deutete zuerst auf die Möglichkeit einer Bastardbefruchtung hin: „An femella vegetabilis impraegnari possit a mascula diversae speciei? etc." \V irkliche Bastardirungsversuche stellten Samuel Morland, Patrick Blair und Thomas Fairchild an (1720 er.); Letzterer scheint den ersten Erfolg durch Dianthus Caryophyllus X barbatus erzielt zu haben. J. G. Gmelin nahm 1749 Bastardbefruchtung schon als sicher an, ebenso Linne. Die Angaben Linne's zeugen jedoch mehr für sein botanisches Genie überhaupt, als für einen klaren Einblick in die Hybridität, den er ohne genaue Experimente eben unmöglich gewinnen konnte. Diese und damit erst eine sorgfältige Begründung unserer Lehre finden wir bei Joseph Gottlieb Kölreuter (1733 — 1806). Seine unschätzbaren Verdienste bestehen kurz darin, dass er directe Beweise für die Sexualität der Pflanzen und die Möglichkeit der Zeugung hybrider Formen unter denselben beibrachte und die Dichogamie anbahnte. Gegner und Bekämpfer seiner Theorie waren besonders: Spal- — 117 — lanzani (1786), Schellver (1812) und Henschel (1820), warme Vertheidiger damals mir Sageret und Schiede, welcher letztere eine Abhandlung besonders über spontane Bastarde schrieb (1824). K öl reuter' sehe Bastarde wurden vielfach wiedererzeugt, theils aus wirklichem wissenschaftlichen Interesse, theils aber wohl auch mehr als Zeitvertreib. In ihrer vollen Tragweite würdigten die Köl reuter' sehen Erfahrungen etc. erst Sprengel, der Entdecker der Dichogamie, Knight, Herbert und besonders Darwin. Von anderen Gelehrten, die sich wissenschaftlich mit Bastar- dirungsversuchen beschäftigt haben, werden noch Wiegmann, Gärtner und Wie hur a hervorgehoben. Im IL Theile bespricht Verf. die für das Erkennen spon- taner Bastarde und deren Einreihung in die verschiedenen Systeme mehr oder weniger wichtigen Resultate, welche die künst- lichen Bastardirungen von Kölreuter, Sageret, Knight, Her- bert, Gärtner, Wichura und Darwin ergeben haben. Er hält es für unumgänglich nothwendig, dass diese Erfahrungen stets be- rücksichtigt werden, wo es sich um Beurtheilung spontaner Bastarde handelt, und dass man dabei weder ein sog. „Bastardophobe", noch ein „ Bastardophile " sein darf, wohl aber mit den künstlichen Bastardirungsergebnissen durchaus vertraut sein muss. Hieran reiht sich ein Verzeichniss der bis 1877 er. in Deutsch- land (im Koch'schen Umfange) gefundenen spontanen Bastarde, soweit sie entweder schon durch künstliche Erzeugung bestätigt oder durch wiederholtes Auffinden und mehrseitiges Bestimmen be- zeugt zu sein scheinen. Henniger (Berlin). Nolte, R., Dosage du chlore dans differentes graines et plantes four rag eres. [Ueber das Vorkommen von Chlor in verschiedenen Futterkörnern und Futterpflanzen.] (Compt. rend. de Paris. T. LXXXIX. p. 955.) Verf. schliesst aus seinen, vermittelst eigener Methode ange- stellten Versuchen, dass Chlor in allen Futterkörnern vorhanden ist, selbst in den Maiskörnern, in welchen man es früher vermisste, obgleich man wusste, dass gewisse Vögel sich auschliesslich davon ernähren können. Trecul, A., Reponse aux deux questions,conceruantla chlorophylle, contenues dans la derniere note de M. Chevreul. [Antwort auf zwei von Hrn. Chevreul gestellte Fragen über Chlorophyll] (Compt. rend. de Paris. T. LXXXIX. No. 22. p. 972 ff.) Nach Trecul bestehen die Chlorophyllkörner aus kleinen — 118 — Zellen, welche bei Solanum nigrura z. B., sehr verschiedene Grössen und Abstufungen zeigen. Einzelne Zellenbläschen können 3 Generationen geben: 1) primäre Chlorophyllbläschen, 2) in diesen eingeschlossene secundäre und 3) in diesen letzteren eingebettete tertiäre Chlorophyllkörner. Diese Bläschen scheinen aus durch Resorption der Membran der Mutterzellen frei gewordenen Chloro- phyllkörnern entstanden zu sein. Gautier, Arm., Reponse äM. Trecul et ä M. Chevreul relative ment ä 1-a chlorophylle crystallisee. [Ant- wort auf Trecul's und Chevreul's Mittheilungen über krystallisirtes Chlorophyll.] (Compt. ' rend. de Paris. T. LXXXIX. No. 22. p. 989.) Verf. hält seine Prioritätsrechte auf die Darstellung von kry- stallisirtem. unverändertem Chlorophyll vermittelst Knochenschwärze aufrecht und glaubt, dass der Chlorophyll-Farbstoif nur eine secun- däre Rolle spielt, indem er die rothen und orangefarbigen Licht- strahlen aufzufangen und zu absorbiren scheint, also nicht die Aufgabe hat, unter dem Einflüsse des Lichtes Kohlensäure zu zer- setzen. Nachdem die leuchtende Kraft auf diese Weise in Wärme und in chemische Spannkraft übergeführt ist, dient sie dem Proto- plasma der Chlorophyllkörper zur Hervorbringung der den grünen Pflanzentheilen eigenen Umsetzungen. C a p u s (Paris). Knnkel, A., üeber Wärmebindung bei Fermentationen. (Pflüger's Arch. f. Physiol. Bd. XX. p. 509.) Der Aufsatz wendet sich gegen einen Theil der von Nägeli in seinem Buche über Gährung aufgestellten Hypothesen. Nägeli unterscheidet Gährung und Fermentation; erstere kommt durch irgend eine Hefeart zu Stande, bei letzterer ist ein gelöstes Fer- ment wirksam. Bei Gährungen wird freie Wärme entbunden, bei Fermentationen ist das Gegentheil wahrscheinlich. Diese letztere Angabe über Fermentationen steht im Gegensatz mit den Ansichten der meisten Physiologen über diese Fragen. Nägeli führt als Beweis seiner Behauptung eine bestimmte fermentative Umsetzung an, die Inversion des Rohrzuckers in Dex- trose und Levulose und verallgemeinert das Resultat für viele fer- mentative Processe. Der Beweis wird von Nägeli nicht experi- mentell, sondern theoretisch geführt: Die Verbrennungswärme für Rohrzucker und Traubenzucker für 1 gr. Substanz ist von Frankland zu 3348 resp. 3277 Kalorien gefunden. Da 1 gr. Rohrzucker 1,1053 gr. Traubenzucker entspricht, so ergeben sich für aequivalente Mengen der beiden Zuckerarten als Verbrennungswärme die Zahlen 3348 und 3622. D. h. die aequi- — 119 — valente Menge Traubenzucker besitzt die höhere Verbrennungswärrae und der Rohrzuciier nimmt bei der Invertirung Wärme auf. Nägeli's weitere Speculation ist folgende: Das berechnete Molekularvolumen aller bei der Inversion reagirenden Moleküle ist kleiner , als das Molekularvolumen des entstehenden Trauben- zuckers. Es tritt also eine Volumänderung ein und zwar eine solche mit Verdünnung, bei welcher nach allgemeinen Erfahrungen Wärme verbraucht wird. Die freie Wärme, welche nach dieser Hypothese überhaupt bei Fermentationen verbraucht wird, nimmt das Ferment aus dem Medium, in dem die Reaction verläuft. Das Ferment ver- wandelt diese freie Wärme in Bewegimg seiner Moleküle und theilt diese den Molekülen der zu zerlegenden Verbindung mit. Kunkel wendet auf Versuche gestützt dagegen ein: Die Frankland'schen Zahlen besitzen nicht den Grad der Genauigkeit, um sie für weitere Schlüsse als Basis zuzulassen, da Frankland sie auch nur als üeberschlagswerthe für seine Be- rechnungen über thierische Wärme gewinnen und benutzen wollte. Seine Zuckerproben waren nicht getrocknet. Das spec. Gewicht des krystallisirten (Kandis-) Zuckers ist 1,59, das des amorphen (Gersten-) Zuckers 1,509 (nach Biot). Traubenzucker und Rohrzucker zeigen aber Verschiedenheiten in Bezug auf Krystallform und Krystallwassergehalt, welche ohne Zweifel das spec. Gewicht alteriren, so dass aus den unsicheren Zahlen das Molekularvolumen für einen genauen Beweis nicht be- rechnet werden darf. Ferner existiren folgende, Nägeli's Angaben widersprechende Resultate von Graham, A. W. Hofmann und Red wo od: „Wenn eine Lösung von Rohrzucker in Wasser mit Hefe versetzt wird, so findet vor dem Eintritt der Gährung eine vorübergehende deutliche Erhöhung des spec. Gewichtes statt, welche die Umsetzung des Rohrzuckers in Stärkezucker bezeichnet". Verf. folgert, dass, da die Rohrzuckerlösung durch die Inversion also dichter wird, zweifelsohne freie Wärme auftritt. Diese Wärmeentwicklung weist er durch das Thermometer nach in folgender Weise: In ein grosses Wasserbad, das auf constanter Temperatur er- halten wurde, war eine Reihe grosser Proberöhrchen eingesetzt, welche theilweise mit mehrprocentiger Rohrzuckerlösung, theils mit verdünnter Salzsäure und Schwefelsäure, theilweise mit einer Lösung von invertirendem Ferment gefüllt waren. Letzteres war aus Hefe mit Aether ausgezogen. Die Proberöhrchen waren zu einem Viertel ihrer Höhe gefüllt. Die Beobachtung geschah mit feinen Geissler- — 120 — sehen Thermometern. War die Temperatur in allen Röhren constant geworden und wurde nun die verdünnte Säure oder das invertirende Ferment zur Rohrzuckerlösung gegossen, so war eine deutliche Tem- peraturerhöhung zu constatiren, die mit dem fortschreitenden Process der Inversion zusammenfiel. Dass eine Wärmequelle auftritt, ist da- durch unzweifelhaft, dass die{Temperatur über die des Wasserbades stieg. Es wird mit grosser Wahrscheinlichkeit diese Temperatur- steigerung auf Wärmeentwicklung bezogen werden dürfen, die mit der Inversion verbunden ist. Durch etwaige Contraction beim Mischen der Flüssigkeiten ist sie nicht bedingt. Dem widerspricht der zeit- liche Verlauf der Temperaturerhöhung, welcher erst mit einem Abfall beginnend nach ca. 5 Minuten etwa zum Maximum führt und dann einen sehr langsamen Fall zeigt. Zur Controle wurde jedoch der Verlauf der Erwärmung beim Mischen von verdünnter Schwefel- säure und Wasser beobachtet. Es wird hier mit dem Moment des Mischens die ganze überhaupt gebildete Wärme frei und es beginnt dann sofort der rasche Temperaturfall. Die beschriebenen Experimente geben, wie Verf. selbst sagt, noch keinen vollgültigen Beweis. Die Lösungswärmen für Rohr- und Traubenzucker sind nicht bekannt. Wenn dieselben bei der Lösung etwa höhere Hydrate bilden würden, so wäre dieser Vorgang na- türlich von Einfiuss auf die Wärmebindung beim Inversionsprocess. Durch solche ebengenannte Möglichkeiten ist es überhaupt mög- lich, dass beim fermentativen Vorgang Wärme auftritt, ohne dass sie wahrgenommen wird, so dass also die Summe aller bei der Um- setzung vor sich gehenden Energieänderungen doch negativ wird. Nach Graham, Hofmann, Redwood „bewirkt die Umwandlung von Dextrin in Zucker eine Verminderung des spec. Gewichts der Auflösung". Es findet bei dieser Verminderung wahrscheinlich Wärmebindung statt. Trotzdem ist die Umsetzung des Dextrin's in Zucker nach Verf. Ansicht mit Wärmeentwicklung verbunden. Diese Wärme verschwindet aber, da sie als Lösungswärme für den Traubenzucker verbraucht wird. Verf. hält schliesslich den Satz aufrecht: Fermente bringen solche chemische Umsetzungen zu Stande, durch welche Körper von zusammen geringerer Verbrennungswärme gebildet werden, als sie die Muttersubstanz besitzt. Hansen (Erlangen). Comes, 0., Ricerche sperimentali intorno alTazione della luce sulla traspirazione delle plante. [(Versuche über den Einfiuss des Lichtes auf die Transpiration der Pflan- zen.) Sep.-Abdr. aus Rendiconto delle R. Accad. delle Sc. fis, e mat. di Napoli. Fase. 12. Dicbr. 1879. 4. 16 pp. Napoli 1880. — 121 — Verf. hat sich die Aufgabe gestellt, die Einwirkung des Lichtes auf die Pflanzen darzuthun; sodann die Menge des unter Einfluss des Lichtes und der Strahlen der beiden Hälften des Sonnenspectrunis von verschieden gefärbten Organen transpirirten Wasserdampfes zu bestimmen ; endlich die Transpiration grüner Organe im Bereiche der Strahlen, welche durch eine Chlorophyll-Lösung durchgehen, und jener der beiden Hälften des Sonnenspectrunis darzulegen. Von zahlreichen wiederholt angestellten Versuchen enthält die Abhandlung*) nur die wichtigsten, während Methode und Darstellung der Resultate später ausführlicher mitgetheilt werden sollen. Verf. benutzte zu seinen Experimenten Zinkkästen von 50 Cub.- Dec. (? Ref.), welche seitlich Spalten zum Durchtritte der Luft, nicht jedoch des Ijchtes, besassen, und deren vordere Wand durch eine farblose durchsichtige Glasplatte ersetzt war. Diese Glaswand wurde — zur Herstellung eines finsteren Raumes — mit einer gleich grossen Pappscheibe überdeckt. Die Versuchspflanzen wurden in Glastöpfchen gezogen, vor dem Versuche die Erdoberfläche mit Glasscheiben bedeckt, diese sodann sammt den Thonwänden mit Wachs-Paraffin-Schmelze bestrichen und in die Kästen hineingegeben. Die abgegebene Wasserdampfmenge wurde auf einer Präcisions- waage (bis auf 0,1 mgr. empfindlich) jedesmal bestimmt. — Auf Temperatur, Hygroskopicität , sowie auf Bewölkung wurde stets Rücksicht genommen. Die erste Frage betreftend , gelangt Verf. zu dem Resultate, dass das Licht unabhängig von Temperatur und relat. Feuchtigkeit eine erhebliche Wirkung auf die Transpiration ausübt. (Versuche mit Senecio elegans, Collinsia bicolor, mit Cheiranthus incanus und Collomia coccinea, im Monat April zwischen 9 ü. früh und 5 U. Nachm., je 2 Std. abwechselnd beleuchtet und verdunkelt. — Es verhielt sich bei Cheiranthus Dunkel zu Licht = 1 : 1,70, bei Collo- mia coccinea = 1 : 1,27.) Zum Beweise dessen wurden von Collinsia bic. und von Collo- mia cocc. je 2 Exemplare im Zinkkasten wie oben , je 2 andere ausserhalb dieses constant beleuchtet. In letzterem Falle nahm die Transpiration mit Abnahme der Lichtintensität ab (bei gleich- bleibender Temperatur und Hygroskopicität). — Daraus ergiebt sich das Optimum der Transpiration zur Zeit der stärksten Licht- *) Eine Fortsetzung früherer (1878, fasc. 5 und 6 I. c. publicirten) Unter- suchungen. — 122 - Intensität, und wurde bei Cheiranthus ine — welches unter obigen Verhältnissen von 10 U. Vorm. bis 3 U. Nachm. (14. April) je 1 Stde. abwechselnd beleuchtet wurde — zwischen 12 — 1 U. Nachm. gefunden. Die Untersuchung des zweiten fraglichen Punktes leitete Co- mes mit der Spectral- Untersuchung verschieden gefärbter Blumen- blätter (von Pharbitis hispida, Dahlia variabilis, Zinnia elegans, Portulaca grandiflora), und zwar innerhalb der Gewebe selbst — um eine Verschiebung der Absorptionsstreifen nach Roth, bei alko- holischen oder ätherischen Lösungen , zu vermeiden — ein. — Bei gleichbleibenden Bedingungen transpirirten jene Petalen mehr, deren Farbstoff eine grössere Anzahl, Intensität '^und Breite der Streifen im Spectrum zeigte. — Darauf stellt Verf. das Ver- hältniss zwischen Farbe der Blumenkrone und abgegebener Wasser- menge, und zwar mit Rücksicht auf Oberfläche und Gewicht, tabel- larisch zusammen. Dass blos die absorbirten Strahlen für die Transpiration günstig sind, bewies Verf. durch Versuche, indem er Pflanzen im Zinkkasten hinter Kalibichromat — (B — Eb) und Kupferoxyd- Ammoniak-Lösungen (Eb — H), 1 m. vom Fenster entfernt (Richtung N. 0.), zog (Monat September). — Es stellte sich heraus, dass die gelben Petalen von Hunnemannia fumariaefolia und Eschscholtzia sp. im blauen Lichte mehr transpirirten als im gelben — unter gleichen Bedingungen. Gerade umgekehrt verhielten sich blaue Petalen (Plumbago capensis, Commelina coelestis, Tradescantia virginica). — Zur Lösung der dritten Frage wurden junge Pflanzen von Phlox Drummondi und Mirabilis Jalapa in den Zinkkästen hinter alkoholischer Chlorophyll-Lösung und Kaliumbichromat abwechselnd je 1 Stunde untersucht. — Es ergab sich, für erstere Pflanze, nach 3 Tagen, ein Verhältniss zwischen Grün und Gelb = 1 : 1.30 (Mittel. Ref.) — unter sonst gleichen Bedingungen. Dass grüne Pflanzen im blauen Lichte mehr transpiriren als im gelben, bewiesen zahlreiche mit Viola tricolor, Iberis Tenoreana, PolygonumFagopyrum etc. angestellte Versuche, die abwechselnd hinter Lösungen von doppeltchromsaurem Kali und Kupferoxyd- Ammoniak beleuchtet wurden. — Die Arbeit bestätigt Wiesner's Ansicht, dass Licht in dem Chlorophyllkörper in Wärme umgewandelt werde, und ergänzt, namentlich durch die mit gefärbten Petalen angestellten Versuche, unsere Kenntnisse über die Transpiration der Pflanze. Solla (Wien). ^ 123 — Müller, Herrn., Weitere Beobachtungen über die Befruch- tung der Blumen durch Inseivten. ^Verhandl. d. naturhist. Vereines der Preuss. Rheinl. u. Westf. XXXVIII. Jahrg. (1879). p. 198—268. M. 2 Tfln.) Der auf biologischem Gebiete bekannte Verf. verötüentlichte 1873 ein ausführliches Werk : „Die Befruchtung der Blumen durch Insekten'', in welchem er, auf den vorgängigen Arbeiten von C. K. Sprengel (1793), Ch. Darwin (seit 1858) u. A. fussend, die bis dahin über das Zusammenleben von Insekten und Blumen gemachten Hauptbeobachtungen vereinigte und darauf hinwies, dass es für den weiteren Verlauf dieser Arbeiten nöthig sei , die Be- suche der einzelnen Insekten auf jeder Pflanzenart genau zu con- troliren und hierüber genaue Listen anzufertigen. Müller legte in jenem Werke eine grosse Anzahl neuer Thatsachen nieder, welche der eifrige Forscher immerfort zu vergrössern und zu vervollstän- digen bestrebt ist. So hat er eine erste Serie neuer Beobachtungen vor Jahresfrist in der genannten Vereinsschrift (Jahrg. 1878. p. 279 bis 328) geliefert, an welche sich vor Kurzem eine zweite, hier zu besprechende anschloss. Die erste Serie umfasste Beobachtungen an den Gruppen der Monokotylen und von denen der Dikotylen die Urticineen, Crassulaceen, Saxifrageen, Ribesiaceen, Cornaceen, Ara- liaceen , Umbelliferen , Ranunculaceen , Berberideen , Papaveraceen, Fumariaceen und Cruciferen ; die zweite vorliegende bespricht die übrigen wichtigeren Dikotylenfamilien. Die Anordnung und Be- sprechung der Species geschieht im Anschluss an die „Befr. d. Bl." In jenem Werke wurden 388 Arten bezüglich ihrer Bestäubungs- vorrichtungen beschrieben, im Nachtrage von 1878 weitere 52, im vorliegenden 59 Arten. Bei den meisten Arten ist nur die Besucher- liste gegeben , bei folgenden finden sich Beschreibungen für die Blütheneinrichtung zur Insektenbestäubung: Thlaspi arvense, Hes- peris tristis, Sisymbrium Thalianum, Erysimum cheiranthoides, Viola tricolor, Acer platanoides, Buxus sempervirens , Malva silvestris, Rheum sp. , Herniaria glabra , Holosteum umbellatum , Saponaria Vaccaria, Lychnis Viscaria, Silene Otites, Chaenomeles japonica, Rosa rubiginosa, Amorpha fruticosa, Trifolium alpestre, rubrum, monta- num, Astragalus glyciphyllos , Oxytropis pilosa, Cytisus nigricans, Vicia pisiformis, hirsuta, Ornithopus perpusillus. Die wichtigsten neuen Beobachtungen sind folgende: Viola tricolor trägt 3 Blüthensorten ; kleine weisse (var. arvensis), mittelgrosse gefärbte und sehr grosse gefärbte auf verschiedenen Stöcken. Die erste var. übt regelmässig Selbstbestäubung, der zweiten wird ausgiebiger, der dritten sehr ausgiebiger Insektenbesuch zu Theil. Künstlich — 124 — selbst befruchtete Y. arvensis gaben reife Samen, bei grossblumigen Stöcken erzeugt Selbstbefruchtung keine oder taube Samen (p. 206 bis 210). — Saponaria Vaccaria ist eine Tagfalterblume mit wenig auffälligen Blüthen. übt daher oft spontan Selbstbefruchtung. Der Honig wird durch den bauchig-aufgeblasenen Kelch vor den räuberischen Eingriffen der Hummeln geschützt, welche von oben nicht zu demselben gelangen können. Verschiedene Stöcke tragen verschiedene Blüthensorten mit schwankender Griffellänge. Auch Lychnis Viscaria ist eine Tagfalterblume, welcher regelmässiger Insektenbesuch zu Theil wird (p. 231—234). — Den Blütheneinrich- tungen einiger Papilionaten ist die eingehendste Darstellung ge- widmet. Delpino's Beobachtungen an Amorpha fruticosa werden wiederholt und illustrirt. Trifolium alpestre ähnelt in der Be- stäubungsvorrichtung T. pratense; während aber bei letzterem die Hummeln die Kreuzungsvermittler sind, hat sich ersterer vorwiegend der Kreuzung durch Falter angepasst, ohne hierbei seine Anpas- sungen an die Kreuzungsvermittlung der Hummeln aufgegeben zu haben. Dementsprechend besitzt seine Blüthe von der des T. pra- tense einige relative Abweichungen (p. 247 f.). T. rubens hält zwischen alpestre und pratense die Mitte, es wird von Faltern und Apiden gleichmässig besucht (p. 249) und ganz ähnlich verhält sich T. montan um (p. 251). Ferner werden die Blütheneinrich- tungen von Astragalus glyciphyllos und Oxytropis pilosa, deren Besucher gleichfalls Bienen und Tagfalter sind, beschrieben (p. 252 — 254). Von besonderem Interesse ist die Insektenbestäu- bung bei Cytis.us nigricans, dessen Blüthe eine Zwischenstufe bildet zwischen einer Pumpeneinrichtung (cf. Müller Befr. p. 217 ff".) und einer solchen mit einfach aus dem niedrigen Schiffchen hervor- tretenden Geschlechtstheilen (p. 254—256). Vicia pisiformis, die von Hummeln und Bienen gekreuzt wird, weicht von allen anderen Gattungsverwandten ab. Verf. giebt eingehende Beschreibung des Blüthenbaues (p. 258—260). Ebenso von V. hirsuta Koch, bei der müssen wir gleichfalls auf Müller's Beschreibung verweisen (p. 260 bis 262). Behrens (Braunschweig). Watson, S., Contributions to American Botany. (Proceed. of the Amer. Acad. of Arts and Sc. New Ser. VI. p. 213 ff', u. p. 288 ff.) 1) Revision of the North American Liliaceae. Bezüg- lich dieser umfangreichen Arbeit müssen wir uns auf Angabe der ausführlich diagnosirten Tribus und Gattungen, sowie auf Heraus- hebung der neuen Arten (ausschliesslich der auf Varietäten älterer Species begründeten) beschränken. I. Tribus. A 1 1 i e a e. Allium L. (46 Arten — neu: A. haematochiton, California, p. 227. — A. ma- — 125 — didiim, Oregon, p. 228. — A. Cusickii, Oregon, p. 228. — A. Bo- landeri, California, p. 229. — A. lacunosiim, Clara County, p. 231. — A. Nevii, Oregon, p. 231. — A. campanulatuni, Sierra Nevada, p. 231. — A. Bidwelliae, Sierra Nevada, p. 231. — A. Parryi, Bernar- dino County, p. 231. — A. fimbriatum, California, p. 232. — A. cri- statum, Utah, p. 232.— A. macrura, Oregon, p. 233. — A. Breweri, California, p. 233. — A. pleianthum, Oregon, p. 233. — A. Lemmoni, Sierra Nevada, p. 234). Nothoscordum Kth. (1). — II. Mille ae. Miiilla, nov. gen. p. 215 u. 235 (1 = Hesperoscordium maritimuni Torr.). Bloomeria Kelloog (1). Brodiaea Sm. (14 — neu: B. Brid- gesii, California, p. 237. — B. gracilis , Plumas County, p. 238). Stropholirion Torr. (1). Brevoortia Wood. (1). Androstephium Torr. (2). Milla Cav. (1). — III. L e u c o c r i n e a e. Leucocrinum Nutt. (1). — IV. Phalangieae. Caraassia Lindl. (2). Hesperanthes, gen. nov. (Anthericum subgen. Hesperanthes Baker — H. Torreyi = Eche- andia terniflora var. angustifolia Torr. — p. 216 u. 241. — ferner 3 mexikanische Arten aus Echeandia und Anthericum). Schoeno- lirion Torr. ('3). Hastingsia, gen. nov. p. 217 u. 242 (1, H. alba = Schoenolirion album Dur.). Chlorogalum Kth. (3 — neu C. parvi- llorum, California , p. 243). — V. d o n t o s t o m e a e. Odonto — stomum Torr. (1). — VI. Convallarieae. Convallaria L. (1). Polygonatum Towra. (2). Smilacina Desf. (5 — angeschlossen noch 6 Arten aus Mexiko und Guatemala). Majanthemum (2). — VII. N o - lineae. Nolina Michx. (9 — neu N. Parryi, California, p. 247. — N. Texana, Texas, p. 248. — N. Palmeri, California, p. 248. — N. humilis, Mexiko, p. 248). Dasylirion Zucc. (8 — neu D. Berlandieri, Mexiko, p. 249. — D. quadrangulatum, Mexiko, p. 250). — VIII. He- mer o c a 1 1 i d e a e. Hesperocallis Gray (1). — IX. Y u c c e a e. Hesperaloe Engelm. (1). Yucca L. (10). — X. Lilieae. Lilium L. (13 — neu L. Grayi, Room Mountain etc., p. 256). Fritillaria L. (9). Erythronium L. (6 — neu E. Hartwegi, Sierra Nevada, p. 261 = E. grandiflorum Benth. n. Pursh). Lloydia Salisb. (1). Calochortus Pursh (32 — neu C. Greenei, California, Oregon, p. 264 — C. cla- vatus, California, p. 265. — C. Palmeri, California, p. 266. — C. spathulatus, Oaxaca, p. 267. — C. Griesbrechtii, Chiapas, p. 268. — C. Catalinae, Catalina Island, p. 268). — XI. üvularieae. Uvu- laria L. (2). Oakesia, nov. gen. p. 221 u. 269 (2 — üvulariae spec). Streptopus Michx. (3). Prosartes Don (1). Clintonia Raf. (4). — XII. Trillieae. Scoliopus Torr. (2). Medeola Gron. (1). Trillium L. (11). — XIII. Veratreae. Melanthium L. (3). Veratrum L. (5). Stenanthium Gray. (3 — neu S. robustum, Pennsylvania bis Süd- Carolina, p. 278). Zygadenus Michx, (8 — neu Z. venenosus, Call- ~ 126 — foinia etc., p. 279). Schoenocaulon Gray (4). Amianthium Gray (1). — XIV. H e 1 n i e a e. Helonias L. (1). Chamaelirium Willd. (1). — XV. Tofieldieae. Tofieldia Huds. (6 — neu T. occidentalis. California etc., p. 283). Pleea Miclix. (1). Nartbecium Mohr (2). — XVI. X e r p h y 1 1 e a e. Xerophylliim Michx. (2). — Am Schlüsse folgen noch Notizen über die einzelnen Tribus, ihre Verwandtschaft und ihre geographische Verbreitung. 2) Descriptions of some new Species of North Ameri- can Plauts. (1. c. VI. p. 288 ff.) Beschrieben werden: Thalictrum polycarpum (Th. Fendleri var.? polycarpum Torr. p. 288), Ranunculus ambiguus (R. alismae- folius Benth., n. Geyer. 289), Dentaria californica (289), Draba mon- tana (289), Thelypodium ambiguum (290), Viola cuneata (290), Si- lene Sargentii (290), S. Grayii (291), Psoralea castorea (291), P. mephitica (291), Vicia Reverchoni (291), V. floridana (292), Bolandra Oregana (292), Sullivantia Oregana (292), Cotyledon Palmeri (292), C. lingula (293), Oenothera ambigua (293), Ligusticum tenuifolium (293), Peucedanum Geyeri (293), Asarura Lemmoni (294), Abronia nana (294), Polygonum Bidwelliae (294), P. Greenei (295), P. Muhlen- bergii (295), Eriogonum puberulum (295), E. Hookeri (295), E. in- signe (295), Eriogonum sulcatum (296), Hollisteria (neue Gattung der Eriogoneae) lanata (296), Suaeda intermedia (296), Celtis bre- vipes (297), Croton tenuis (297), Stillingia linearifolia (297), S. pauci- dentata (298), S. Torreyana (Sapium annuum var. dentatum Torr. 298), Callitriche sepulta (298), Ephedra nevadensis (298), E. Tor- reyana (299 — in Note die 5 nordamerikanischen Arten zusammen- gestellt) , E. californica (300) , Cupressus Guadalupensis (300), Ze- phyranthes Treatiae (300), Hymenocallis Palmeri (301), H. humilis (301), Brodiaea Howellii (301), Lilium Grayi (302), Luzula Carolinae (.302) , L. divaricata (302) , Juncus robustus (J. acutus Engelm. , J. acutus var. sphaerocarpus Engelm. (302), J. nevadensis (J. phaeo- cephalus var. gracilis Engelm. 303), Phyllospadix Torreyi (303). Luerssen (Leipzig). Gray, Asa, Botanical Contributions. (Proc. of the Amer. Acad. of'arts and sc. XV. 1879. p. 25-51.) 1) Characters of some new species of Compositae in the Mexi- can collection made by C. C. Parry and Edward Palm er, chiefly in the province of San Luis Potosi, in 1878, Beschreibungen folgender neuer Compositen : Piqueria ser- rata, S t e v i a s t e n o p h y 1 1 a , E u p a t o r i u m t u r b i n a t u ra , E u p. m n c h 1 a m y d e u m , E u p. M e n d e s i i , E u p. s c o r o - donioides, Eup. por p h y ranthem um , Enp. hyssopinum, — 127 — Eup. amplifolium, Eup. Espinosarum, Barroetea se- tosa, B. subuligera (eine Gattung, verwandt mit K u h n i a und Brickellia), Brickellia hymenochlaena, B. squamulosa, B. thyrsifloia, B. Palmeri, B, Parryi, Gutierrezia Berlan- dieri, Xanthocephalum sericocarpum, Bigelovia oppositi- folia, Aster potosinus, A. gymnocephalus, Erigeron Pal- meri, Baccharis Seemanni, B. ramiflora, B. potosina, Gna- phalium concinnum, Lindheimera mexicana, Philactis longipes, Zaluzania mollissima, Gymnolomia Greggii, Zexmenia gnaphalioides, Perynienium parvifolium, P. tenellum, Encelia microphylla, Helianthella mexicana, Verbesina sororia, V. hololeuca, Calea albida, C. tomen- tosa, C. discolor, Tridax Palmeri, T. trifida var. albora- diata, T. candidissima, Eutetras Palmeri (neue Gattung der Helenioideae), Bahia anth emoides, Tagetes Parryi, Perezia Parryi, P. Coulteri, P. oxylepis. 2) Some new North American genera, species etc. Suksdorfia Asa Gray, neue Gattung der Saxifragaceen, ver- wandt mit Sullivantjia und Boykinia. S. violacea, auf feuchten Felsen am Columbia River, im Washington Territory, nahe am Einfluss des White Salmon River. Carpenteria Torr., Hervorhebung der Unterschiede zwi- schen dieser Gattung und Philadelphus. Howellia A. Gray, neue Gattung der Lobeliaceae, ver- wandt mit Lysipomia H. B. K. und Downingia. H. aqua tili s A. Gray ist eine Wasserpflanze, die habituell etwas an Najas flexilis oder eine schmalblättrige Anacharis erinnert; sie wächst in stagnirendem Wasser auf Sauvier Island in Williamette Slough, Oregon. Newberrya Torr., Vervollständigung des Genuscharacters und Beschreibung einer neuen Art: N. spicata A. Gray von Hum- boldt Co. in Californien. RanunculusMacauleyi A. Gray, verwandt mit R. nivalis, in den Rocky Mountains von San Juan Co., Colorado, in einer Höhe von 11700'. Cardamine Clematitis Shuttleworth. Astragalus reventusA. Gray aus der Gruppe Phaca, Scyto- carpi. Astragalus Howelli A. Gray aus der Gruppe Galegi- formes. Elephantopus nudatus A. Gray = Eleph. scaber Torr, et Gray Fl. H. 61. Besprechung der andern Arten Nordamerikas. — 128 — Leptoclinium A. Gray = Liatris §. Leptoclinium Nutt. L. fruticosum A. Gray von Süd-Florida. Liatris Garberi A. Gray von Florida. Baccharis Plummerae A. Gray von den Gebirgen bei Sta. Barbara in Californien. Rhododendron (Azalea) Vaseyi A. Gray vom Balsam Mountain, 7 Meilen südwestlich von Webster, Jackson County, Nord- carolina. Die Art gehört zu der in Ostasien entwickelten Gruppe und ist sehr ähnlich dem R. Albrechti, einer subalpinen Art von Japan. Phacelia (Microgenetes) Cooperae A. Gray. Californien, Santa Inez Mountains, Santa Barbaro Co. Breweria grandiflora A. Gray. Südflorida. Collinsia Rattani A. Gray und C. linearis A. Gray. N. \V. Californien. Pentstemon Rattani A. Gray. N. W. Californien. Orthocarpus Bidwelliae A. Gray, verwandt mit 0. erian- thus Benth. Bei Chico und Auburn, Placer Co. in Californien. Eng 1er (Kiel). Baker, J. 0., Synopsis of the Aloineae and Yuccoideae. (Journ. of bot. New Ser. IX. [1880.] n. 207. p. 95.) Aloineae nur in der alten Welt, 4 Gattungen, 200 Arten, wovon 170 am Cap. der Rest in den Hochländern des tropischen Afrika. Fast alle Arten vom Cap werden in englischen Gärten kultivirt. Aloe „succotrina" wurde neuerlich am Cap gefunden. — Yuccoideae, 5 Gattungen, 50 Arten, in Mexico und den süd- lichen Vereinigten Staaten, nur Herreria im gemässigten Süd- amerika. Bestäubung der Narben durch Pr on üb a- Arten. — lieber einzelne Arten und Gattungen werden kurze Notizen mitgetheilt. Battandier, Note sur l'Allium multiflorum Desf. (Bull. soc. bot. de Fr. XXVI. [1879.] Compt. rend. n. 2. p. 225—226.) Verf. hat drei Formen dieser Art aus Algier in Kultur: 1) Am- peloprasum L. , 2) multiflorum Desf., 3) soboliferum Batt. Angabe der Unterscheidungsmerkmale. Beobachtung eines Linum cor ymbi forum Desf. „de la forme dolichostylee , mais ä styles rudimentaires et tres-courts". Freyn, J,, Fünf bisher unbeschriebene Arten der Medi- terranflora. (Flora LXIII. [1880.] No. 2. p. 24—30.) 1) Ranunculus (Batrachium) lusitanicus Freyn (Lu- sitania, Serra da Estrella, leg. Fonseca). 2) R. Warionii Freyn (= R. spicatus Warion exsicc, non Desf.; Algier Djebel Tessala, leg. A. Warion). 3) Aquilegia dic^hroa Freyn (Lusitania, Serra — 129 — da Rebordaos prope Bragantiam (Ferreira); Serra da Estrella Her- minii (Fonseca , Machado) ; Penedo da Medita9ao et Eiras prope Conimbricam (Ferreira). 4) Hieracium carpetanum Freyn (= H. sab au dum Torrepando exsicc. , an et Willk.?; Hispania, Escorial, leg. Torrepando). 5) Lilium Heldreichii Freyn (= L. carniolicum Heldr, exs. nee Bernh. , L. chalcedonicum Sm. prodr, et Heldr. (non L.); Attica, mons Parnethis (Freyn); mons Par- nassus et Trikala teste Heldr.). Lateinische Diagnosen; ausführ- liche Zusätze und Bemerkungen deutsch. Le Grand, Apparition del'Helodea banadensis dans le centre de la Fran'ce. (Bull. soc. bot. de Fr. XXVI. [1879.] compt. rend. n. 2. p. 182—186.) Ihr Auftreten in Frankreich, 1862 oder 63 zuerst beobachtet; seit- dem wuchert die Pflanze (mouron d'eau) ausserordentlich stark in zahlreichen Gewässern Frankreichs. Ihre jetzige Verbreitung in Frankreich wird ausführlich mitgetheilt, ihre sonstige Verbreitung in Europa angedeutet. Nicholson, (St., On Spergula arvensis L. and its segre- gates. (Journ. of bot. New Ser. Vol. IX. [1880.] n. 205 p. 16.) Alle irgend aufgestellten Varietäten dieser Art sind auf 2 Grun- formen zurückzuführen, wovon die eine mit S. sativa Boenn., die andere mit S. vulgaris Boenn. übereinstimmt. S. maxima Weihe = S. ramosissima Douglas fällt mit S. vulgaris zusammen. — S. sativa ist in England überall gemein, S. vulgaris viel seltener und mehr im Süden. In Bezug auf Gesammtverbreitung gilt aber weit grössere Häufigkeit von S. vulgaris. Sagot, Heteromorphisme du fruit du Jubelina riparia A. Juss. (Malpighiaceae). (Bull. soc. bot. de Fr. XXVI. [1879.] Compt. rend. n. 2. p. 213.) Form Jubelina: 3 gleiche Carpelle mit 5 kurzen, gebuchteten, gleich grossen Längsflügeln. Form Hiraeoides: Nur ein oder 2 Carpelle entwickelt; Randflügel sehr gross, häutig, flach, zwei Schmetterlingsflügeln ähnlich. La vigne sauvage observee ä Belley ( Ain). (Bull. soc. bot. de Fr. XXVI. [1879.] Compt. rend. n. 2. p. 213—214.) Vorkommen des wilden Weinstocks daselbst in grosser Menge; Blüten polygamisch, „pieds mäles" viel häufiger als „pieds her- maphrodites" ; Blätter und Früchte von denen des kultivirten Weinstocks abweichend. Urban, J., Ueber die Selbständigkeit der Linaceen- Gattung Reinwardtia Dumort. und deren morpho- 9 — 130 — logische Verhältnisse. (Sitzber. d. bot. Ver. d. Prov. Bran- denburg. 1880. (Febr.) p. 18—23.) Linum trigynum (später auch als L. C i c a n o b u m Don, L. tetragynum Benth., Reinwardtia Indica Dumort, R. repens Planch., Macrolinum trigynum Rchb., Kitte- locharis trigyna Alef, beschrieben) unterscheidet sich von allen Linum- Arten durch den Besitz von Nebenblättern, sowie nur 2—4 Drüsen (nicht wie sonst 5) am Tubus stamineus, nierenförmige Narben und die ausgezeichnet verzweigt - nervigen Blätter. Verf. glaubt deshalb im Gegensatz zu Baillon, der Reinwardtia mit Linum vereinigt, die Gattung aufrecht erhalten zu müssen. Blätter der Hauptaxe nach Vs; an den axillären mit einer Endblüte schliessenden Kurzzweigen 2 schuppenförmige , seitliche Vorblätter, die folgenden 6 — 8 Blätter nach Vs (das erste von ihnen schräg nach vorn), der Kelch unmittelbar angeschlossen mit Vs Deckung. Richtung der Blattspirale ohne Regel. Sepalum 1, ver- schieden gestellt, je nach Anzahl der vorangehenden Blätter. Seiten- blüten fehlen. Oberste Kurzzweige öfters nur mit 2 Vorblättern unter der Blüte, wovon das oberste manchmal mit antidromer Seitenblüte, welche auch nur 2 Vorblätter besitzt; der Langtrieb kann auch mit einer Blüte abschliessen. Die Petala gehen oberhalb der Basis vom Tubus stamineus ab; sie bilden durch Aneinanderhaften mittels eigenthümlicher Zahn- und Furchenbildungen eine Röhre. Die Drüsen des Tubus stamineus schwinden in Richtung der Kelchspirale, so dass sie vor Sepalum 1 — 4, oder 1 — 3 oder 1 — 2 ausgebildet sind. Ein Frucht- blatt steht über Sepalum 2. Die Blüten sind dimorph. Bei der vom Verf. lebend beobachteten langgriffeligen Form drehen sich die 3 Griffel so , dass die Narbenspitzen über den Drüsen vor Si , Sa und Sa stehen und von den Insecten mit dem Rüssel nothwendig gestreift werden müssen. Koehne (Berlin). Rubus phoenicolasius Maxim. (? R. o c c i d e n t a 1 i s Thunb.) aus Japan. Beschreibung von J. D. Hook er und Ab- bildung in Curtis' Bot. Magaz. 3. ser. XXXVL n. 423. (n. 1117.) t. 6479. P i t c a i.r n ia Andreana Linden (P. l e p i d o t a Regel), Bro- meliacee aus Venezuela und Neu-Granada. Beschreibung von J. G. Baker nnd Abbildung: l. c. t. 6480. Hypericum aegyptiacum Linn. (Triadenia micro- phylla et thymifolia Spach , T. aegyptiaca Boiss.) aus Nordafrika und der Levante. Beschreibung von J. D. H o o k e r und Abbildung: l. c. t. 6481. — 131 — Wahlenbergia tenuifolia A. DC. erweit. (W. tenuif. und dalmatica A. DC. mon. Campan. Edraianthus ten. und dalm. A. DC. prod., E. tenuifolius Boiss., Campanula te- nuif. Waldst. et Kit, C. grarainifoiia Host.) aus Dalmatien, Beschreibung von J. D. Hook er und Abbildung: 1. c. t. 6482. Crinum podophyllum J. G. Baker n. sp. Amaryllidacee von Alt-Calabar. Beschreibung und Abbild.: 1. c. t. 6483. Conandron ramondioides Sieb, et Zucc, Gesneracee aus Japan. Beschreib, und Abbild.: 1. c. t. 6484. Koehne (Berlin). Heer, Osw., Beiträge zur fossilen Flora von Sumatra. (Sep-Abdr. m. 6 Tfn.; wird in d. Neuen Denkschr. d. Schweiz, naturf. Ges. Bd. XXVHI. erscheinen.) Im südöstlichen Sumatra, im Padang'schen Bovenlande, treten mächtige Braunkohlenlager in grosser Verbreitung auf und bilden das sogenannte Oembilienkohlenfeld. Diese Kohlenlager sind von einem feinen Mergelschiefer umgeben, welcher viele Pflanzen- und Fischreste einschliesst. Diese wurden von R. D. M. Verbeek, dem Director der geologischen Landesaufnahme sorgfältig gesammelt, und zur näheren Untersuchung und Bestimmung die Fische theils an Prof. Geinitz in Dresden, theils an Dr. Günther in London, die Pflanzen aber an den Referenten nach Zürich geschickt. Eine erste Sammlung von Pflanzen hat Ref. in d. Abhandl. d. Schweiz, palaeontolog. Ges., Bd. L (1874) bekannt gemacht, eine zweite aber erscheint demnächst in den Denkschriften. Beide enthalten die Beschreibungen und Abbildungen von 32 Pflanzenarten. Diese Pflanzen lassen nicht zweifeln, dass die Braunkohlen Sumatras und die sie umgebenden Mergel der tertiären Zeit angehören, dagegen hält es sehr schwer, die Abtheilung näher zu bestimmen, in welche sie einzuordnen sind, da Sumatra soweit von Europa, das uns als Maassstab dient, entfernt und die phytopalaeontologischen Verhältnisse der Zwischenländer uns fast unbekannt sind. Alle Arten sind von den tertiären Pflanzen Europas verschieden, doch können 9 Arten als Miocenen verwandt bezeichnet werden, während nur 4 mit Eocenen verglichen werden können, so dass die Flora eher einen miocenen als eocenen Charakter hat, was auch darin sich ausspricht, dass 20 Arten solchen, die jetzt noch auf den Sunda- Inseln leben, mehr oder weniger nahe stehen. Die 4 Feigenbaumarten entsprechen indischen Feigenbäumen und eine Art (Ficus tremula Hr.) steht dem weit verbreiteten Götzenbaum (Ficus religiosa L.) nahe, auch ein Ebenholzbaum, ein Seifenbaum, eine Dalbergia und 3 Diptero- carpusarten (von denen eine in einer schön erhaltenen, vom Kelch gekrönten Frucht vorliegt) haben gegenwärtig auf den Sunda-Inseln 9* — 132 — ihre nächsten Vettern. Die Lorbeerblätter, welche fünf Arten er- kennen lassen, sind zwar sehr schwer bestimmten Gattungen einzu- reihen, doch sind es die Gattungen Beilschmiedia, Cyclodaphne, Cryptocarya, Tetranthera und Actinodaphne , welche in indischen Arten uns die ähnlichsten Blattformen weisen. Auch der Pfeifer (Piper antiquum Hr.), welcher in einer dem Piper nigrum L. ver- wandten Form gefunden wurde, und eine Casuarina (C. Padangiana Hr.) gehören zu indischen Formen, wogegen die Gattung Eucalyptus, die uns in einer Art begegnet (E. Verbeekii Hr.), jetzt nur in Neu- holland vorkommt. Zu denselben Resultaten wurde Dr. Günther durch die Unter- suchung der fossilen Fische Sumatras geführt. Es schliessen sich dieselben nahe an die noch jetzt im indischen Ocean lebenden Arten an. Sie stehen nach Dr. Günther zu der jetzt dort lebenden Fisch-Fauna im demselben Verhältnisse, wie die Bonner Braun- kohlen - Fische zu denen der Jetztwelt. Die Mehrzahl stimmt im Genus mit jetzt in Sumatra lebenden überein; einige mögen zu Gattungen gehören, die jetzt dort nicht gefunden werden, während sie in andern Theilen der Erde vorkommen und andere bilden aus- gestorbene Gattungen. Ajich die Fische lassen daher, wie die Pflanzen, eher auf miocenes als eoceues Alter schliessen. Dieser Ansicht stehen aber die Untersuchungen, welche Herr Verbeek über die Lagerungsverhältnisse veröffentlicht hat, gegenüber. Der- selbe hat in Borneo ähnliche tertiäre Ablagerungen gefunden und nachgewiesen, dass dieselben aus drei Stufen bestehen, von welchen die unterste Kohlenflötze und pflanzenführende Sandsteine und Thon- schiefer enthält, die zwei obern aber Thon und Kalksteine, welche ziemlich zahlreiche Thierversteinerungen (Nummuliten, Seeigel, Ko- rallen und Muscheln) einschliessen, von welchen einige Arten anit solchen des eocenen Pariser Beckens übereinstimmen. Die Pflanzen wurden von Dr. Geyler untersucht; sie sind aber leider in sehr schlechtem Zustande und lassen keine mit Sumatra gemeinsame Arten erkennen. Glücklicherweise hat Prof. Norde nskiöld auf seiner ruhmgekrönten Reise rings um Asien herum in Labuan ge- landet, die dortigen Braunkohlenlager untersucht und eine Samm- lung prächtiger Pflanzen veranstaltet, welche hoffentlich nähere Aufschlüsse bringen werden. Herr Verbeek betrachtet die Braunkohlen von Borneo als eocen und da er die tertiären Abla- gerungen Sumatras denen von Borneo gleichstellt, theilt er diesen dasselbe Alter zu. Mag es auch beim jetzigen Stand unserer Kennt- nisse noch zweifelhaft sein, ob diese Braunkohlenbildung Sumatras der untern oder der mittleren Tertiärzeit einzureihen sei, so er- — 133 — giebt sich doch aus den neu hinzugekommenen Pflanzen unzweifelhaft, dass schon zur Tertiärzeit die Flora Sumatras ein tropisch-indisches Gepräge hatte und dass sie in naher Beziehung zu der jetzt noch daselbst lebenden Pflanzenwelt steht, Lwenn auch keine Art als völlig mit einer lebenden übereinstimmend bezeichnet werden kann. Es sind immergrüne Bäume, die :zur Familie der Feigen- u. Lor- beerbäume gehören, ferner prächtige Dipterocarpeen, welche wahre Riesenbäume der indischen Urwälder bilden, dann Sapindaceen, Papilionaceen, Myrtaceen, Apocyneen, Ebenaceen und Casuarinen. Die Nadelhölzer fehlen gänzlich, ebenso die Amentaceen und Sali- cineen, welche in den tertiären Floren Europas eine so hervorragende Rolle spielen. Dasselbe sagen uns auch die Pflanzenreste, welche Dr. Geyler von Borneo und Herr Prof. Goeppert von Java be- schrieben haben und es ist hervorzuheben, dass schon Goeppert auf die nahe Beziehung, in welcher die tertiären Pflanzen Javas zu den jetzt dort lebenden stehen, hingewiesen hat. Aber auch die fossilen Thiere, die Fische, wie die Molusken erzählen uns, dass die organische Welt der Sunda- Inseln zur Tertiärzeit den jetzt dort lebenden nahe stand und dass dort keine so grosse Umwandlung in der Flora und Fauna vor sich ging, wie in Europa. Das Klima muss daher seit dieser Zeit im tropischen Asien im Grossen Ganzen sich gleich geblieben sein, während es ausserhalb der Wendekreise so grosse Aenderungen erfahren hat. Heer (Zürich). Sterzel, T., Organische Reste im unteren Porphyrtuffe. (Er- läuterungen zur geol. Specialkarte des Königr. Sachsen : Section Burkhardtsdorf, 1879. p. 39—40.) Eine kurze JBeschreibung der Pflanzenreste, welche südlich von Markersdorf in den unteren Porphyrtuff'en , d. h. in den liegendsten Schichten des mittleren Rothliegenden des erzgebirgischen Beckens gefunden worden sind. Verf. erwähnt: 1) Annularia carinata Gutb. , vielleicht zu Annularia longifolia gehörig. 2) Asterophyl- lites Credneri Sterzel n. sp. Diese neue , auf ein 14 Centim. langes Stengelbruchstück gegründete Species, wird als ähnlich mit Macrostachya Huttonioides Grand'Eury, Asterophyllites elatior Goepp. und equisetiformis Schloth. beschrieben. 3) Asterocarpus pin- n a t i'.fä d u s Gutb. und 4) Cordaites Ottonis Gein. Rothpletz (Leipzig). Karsteu, G., Periodische Erscheinungen des Pflanzen- und Thier reiches in Schle'swig-Holstein. (Schrift. d. naturw. Ver. f. Schleswig - Holst! Bd. HL Heft 2. p. 1 — 16. Kiel 1880.) Phänomenologische Beobachtungen, denen in Oesterreich besonders — 134 — durch die umsichtige Leitung von Fritsch seit Jahren eine um- fangreiche und fruchtbringende Thätigkeit gewidmet wird, scheinen in Norddeutschland noch immer nicht hinreichende Würdigung zu finden. Zumal für Schleswig-Holstein waren solche Beobachtungen bisher kaum vorhanden. G. Karsten in Kiel, auf dessen An* regung seit 1868 auch in diesem Lande die periodischen Erschei- nungen des Thier- und Pflanzenreiches aufgezeichnet werden, und der schon früher (1872) eine Zusammenstellung der bis dahin ge- wonnenen Resultate gegeben hat, veröffentlicht in obiger Schrift zu weiterer Anregung die von 1874 — 78 gemachten Aufzeichnungen. Mitgetheilt werden ausser einer meteorologischen Tabelle (monat- licher "Wärmemittel, Zahl der Regentage und Niederschlagsquantum in Kiel) drei grössere Tabellen, von denen die erste Ankunfs- und Abgangszeit einiger Zugvögel, die zweite das Datum, der Saat, des Erscheinens vom ersten Blatt, erster Aehre und erster Blüte, sowie der Reifezeit einiger Getreidearten (Hafer, Roggen, Weizen, Gerste, ohne nähere Angabe der Sorte) und der Erbse, die dritte das Auf- treten des ersten Blattes, der ersten Blüte, die Fruchtreife und die Entlaubungszeit einiger Stauden, Sträucher und Bäume (Schnee- glöckchen , Veilchen, Stachelbeere, Johannisbeere, Birnbaum, Apfel- baum, Süss- und Sauerkirsche, Haselnuss, Schwarzdorn, Rothbuche, Linde, Esche und Rosskastanie) an den verschiedenen Beobachtungs- orten angiebt. Am vollständigsten sind die Beobachtungen für das Jahr 1876, in welchem an 15 Orten beobachtet wurde; für 1878 geben die Tabellen nur noch eine einzige Beobachtungsstation an. Trotz der ungleichen Zahl der für jedes Jahr vorhandenen Beob- achtungsdaten wurden Mittelwerthe berechnet. Auch sind die zu einer bestimmten Vegetationsperiode gehörigen Temperatursummen aus den Tagesmitteln hergeleitet und in die Tabellen eingetragen worden. Kurze Erläuterungen, welche auch die durch directe Sonnenbestrahlung veranlasste Erhöhung der Luftwärme und die -Wärmeunterschiede von Nord- und Südseite berücksiphtigen , sind den Tabellen beigegeben. L o e w (Berlin), M ejer, Ludw., Die hannoversche Kalkflora, eine pflan- zen-geographische Skizze. (I. Jahresber. d. geogr. Ge- sellsch. zu Hannover, 1879, p. 1 — 8.) Der um die Flora von Hannover so vielfach verdiente Verf. giebt in diesem Aufsatze eine Aufzählung der bei Hannover nur auf den Kalkterrains vorkommenden Gewächse. Die betreffenden Stand- orte nehmen ein ganz besonderes Interesse in Anspruch, da sie am nördlichen Saume des mitteldeutschen Kalkterraius liegen, jenseits dessen nur noch ganz einzelne Punkte mit anstehendem Kalkge- — 135 — steine aus dem norddeutschen Schwemmlande auftauchen. Es findet sich neben einer grösseren Zahl häufigerer Pflanzen eine ganze Reihe von Fällen sporadischen Vorkommens, so z. B. Grammitis Ceterach, Hutchinsia petraea, Sedum dasyphyllum, Biscutella laevi- gata, Anacamptis pyramidalis, Epipactis microphylla. — Durch zahl- reiche Daten über die seit den Zeiten von Ehrhart sehr gut bekannte Hannoversche Flora stellt der Verf. fest, dass gerade dieses Element der Flora von Hannover in beständigem Zurück- weichen begriifen ist und kommt zu der Ueberzeugung, dass wir in ihm den ältesten Bestandtheil jener Flora zn erblicken haben. Es musste zu einer Zeit das herrschende sein, als jene Gegend noch ein ausgeprägteres Continentalklima hatte, was wohl der Fall war, ehe der Canal zwischen England und Frankreich durchgebrochen war. (Man wird den allgemeinen Gedankengang des Verf. nur billigen können, obwohl eine ganze Reihe der von ihm aufgezählten Pflan- zen wohl nur in dem Sinne ihres lokalen Vorkommens bei Hannover, aber nicht allgemein als Kalkpflanzen bezeichnet werden können; beispielsweise mögen nur Hippuris vulgaris, Carduus nutans, Pri- mula elatior, Colchicum autumnale, Scirpus Tabernaemontani, Ca- lamagrostis lanceolata, Cladium Mariscus, Botrychium Lunaria als solche genannt sein. Ref.) Buchenau (Bremen). Courchet, L., Etüde sur les galles produites par les Aphidiens. 4. 122 pp. 6 pl. Montpellier 1879.*) Eine Ergänzung, namentlich rücksichtlich der botanischen Seite, zu einer von demselben Verf. vor 1^/2 Jahren erschienenen Schrift.**) Die Arbeit ist in zwei Hauptabschnitte getheilt, deren erster aus- schliesslich botanischen Inhalts ist. Die Gallen werden in diesem Theile nach .3 Gesichtspunkten behandelt, nämlich nach ihrer Entwickelungs- geschichte, nach ihrem morphologischen Werthe und nach ihrer Structnr (Anatomie). Im ersten der 6 Kapitel dieses Abschnitts giebt Verf,' einiges über Gallen im Allgemeinen, dann folgt im 2. Kapitel die Unter- suchung der Gallen von Pistacia Terebinthus, im 3. die der Galle von Pistacia Lentiscus, im 4. als Ergänzung der beiden vorhergehenden eine Zusammenstellung der übrigen auf Terebinthaceen beschriebenen Blatt- lausgallen. Das 5. Kapitel giebt eine Uebersicht der auf Populus nigra, das 6. der auf Ulmus campestris vorkommenden Aphidengallen. Mit *) Dieses Keferat ist ausführlicher gegeben worden, weil die Abhandlung nur schwer zugänglich ist, das Eeferat daher vielleicht ein willkommener Ersatz sein dürfte. **) L. Courchet: Etüde sur le groupe des Aphides et en particulier sur les puceroDs du Terebinthe et du Lentisque. Montpellier 1878. — 136 — besonderer Sorgfalt und Vollständigkeit sind die vom Verf. zum Special- studium gewählten Pistacien-Gallen bearbeitet. Der zweite Abschnitt handelt von den die beschriebenen Deforma- tionen erzeugenden Insekten. Im ersten der 4 hierhergehörigen Kapitel giebt C. seine Beobachtungen über die Aphiden auf Pistacia Terebinthus, im folgenden über die auf Pistacia Lentiscus, das dritte handelt von den Blattläusen der Schwarzpappel, das vierte von denen der Ulmen- gallen. Als von allgemeinerem Interesse heben wir zunächst die Stellung des Verf. zu einigen principiellen Fragen hervor. Nachdem C. zur Feststellung des Begriffs der „Galle" die Defini- tionenBeyerinck's, Lacaze-Duthiers' und Reaumur's erläutert hat, kommt er zu dem Resultat, dass man der Discussion eines Wortes nicht eine übertriebene Wichtigkeit beizulegen habe, weil die Natur weit davon entfernt ist^ sich stets den Regeln anzuschmiegen, die unser Geist ihr aufzulegen bemüht ist. Die Theorie der Gallenproduction anlangend nimmt C. als unmittel- bar wirkende Ursache an, dass mit dem ganz mechanischen Einfluss des Saugens der Blattläuse sich der eines specifischen, von den Läusen pro- ducirten Giftes verbindet. Das Gift soll von einem noch unbekannten Organ (!), vielleicht von den Speicheldrüsen der Thiere geliefert werden. Betreffs der allgemeinen Classifikation der Gallen giebt Verf. nur die bekannten Eintheilungen von Reaumur, Lacaze-Duthiers und Beyerinck. *) Dem speciellen Theil entnehmen wir Folgendes. Auf Pistacia Terebinthus sind 5 von Blattläusen erzeugte Gallen bekannt, und zwar: 1) Die Galle von Pemphigus cornicularius Pass., ein horn- förmiges, mehr oder weniger, bisweilen schraubig gekrümmtes, bis 15 cm. langes, den Spitzen der Zweige ansitzendes Gebilde darstellend (galle en corne). 2) Die Galle von Pemphigus utricularius Pass. Eine der Basis der Mittelrippe der Foliolen etwas seitlich ansitzende blasige, etwa kirschengrosse Galle. Ihr Körper liegt nach der Blattunterseite zu. Auf der Oberseite des Blättchens erscheint die Galle als ein längs der Mittelrippe verlaufender Spalt mit wulstigen Rändern. 3) Die Galle von Pemphigus p a 1 1 i d u s Derb. Sie sitzt einzeln oder zu zweien auf der Spitze eines Blätt- chens und besteht in einer theilweisen Umbeugung der Blattspreite nach der Oberseite zu. Das umgebogene Randstück liegt der Oberfläche dicht an. Die *) Reaumur: Memoires pour servir ä l'hist. deslnsectes. Paris 1737. T. III. Lacaze-Duthiers: Mem. pour servir ä l'hist. des galles. Ann. sc. nat. 3. ser. T. XIX. 1853. Beyerinck: üeber Pflanzengallen. Bot. Ztg. 1877. No. 2. 1 ^^ LOi Galle ist blassgrün gefärbt (unde nomen). 4) Die Galle von Pemphigus f 1 1 i c u 1 a r i 11 s Pass. 5 — 6 Gallen, in gleicher Weise wie die vorige ge- bildet, jedoch deutlich roth gefärbt, sitzen auf einem Blättchen, dessen äusserer Umriss dadurch oft sehr unregelmässig erscheint. 5) Die Galle von Pemphigus semilunarius Pass. Sie entsteht wie die beiden vorigen. Ihr Umriss erscheint aber halbmondförmig. Die convexe Seite liegt der Medianen zugekehrt, die concave von derselben abgewandt. Bisweilen ist die Krümmung der Galle so stark, dass sich die Spitzen des Halbmonds berühren, die Galle erscheint dann ringförmig. Die von dem Verf. in seiner früheren Arbeit als Galle von Pem- phigus retroflexus*) provisorisch benannte Deformation, bestehend in einer Umschlagung des Blattrandes nach der Blattunterseite, hat sich als Abnormität der Galle von P. pallidus erwiesen. Aus der Entwickelungsgeschichte verdient besonders angeführt zu werden, dass die Galle von P. cornicularius, welche man als axiles Ge- bilde aufzufassen geneigt ist, in der That, wie die übrigen Pistacien- Gallen, eine Blattgalle ist. Im ersten Frühling findet man die Blattläuse vereinzelt zwischen den Schuppen und jungen Blattanlagen der Knospen. Solche befallene Knospen sind leicht durch eine charakteristische Axendrehung kenntlich. Die einzeln auf der Innern Fläche der Blatt- anlagen sitzenden Läuse erzeugen durch ihr Saugen eine seichte Ver- tiefung. Durch Hervorwölben der seitlichen Theile und allmähliches An- einanderlegen der wulstigen Ränder der Vertiefung wird das Thier gleichsam umwachsen. Von Anfang an zeigen die Gallen ein vorherr- schendes Längenwachsthum. An der Spitze (bisweilen auch an den Seiten) der Galle findet man oft Rudimente der Randpartien der Blatt- spreite. Durch Vertrocknen werden diese bald unkenntlich und schwin- den schliesslich ganz. Die Galle hat demnach den morphologischen Werth eines Foliolums. C. ist der Ansicht, dass sie speciell als Deformation der Mittelrippe an- zusehen ist, hat diesen Punkt jedoch selbst an ganz jungen Zuständen nicht endgültig eruiren können. Bemerkenswerth ist ferner, dass, wenn die Galle den terminalen, unpaaren Fiederchen entspricht, keines der sonst auftretenden Fieder- paare gebildet wird. Entspricht sie einem seitlichen Blättchen, so ent- wickeln sich das Endblättchen und die oberhalb der Galle stehenden Paare normal, es erscheint aber nie ein Fiederpaar unterhalb derselben. Da ferner keine Längsstreckung der Rachis unterhalb der Galle eintritt, auch ein Längenwachsthum der axilen Theile der Knospe unterbleibt, so erscheint die Galle als terminale Excrescenz der Zweige. *) 1. c. p. 53. - 138 — In ganz ähnlicher Weise vollzieht sich die Bildung der Galle von P. utricularius. Durch Saugen einer Laus an der Basis eines jungen Blättchens entsteht eine, ihre Concavität nach der Blattoberseite hin- wendende Vertiefung, deren sich hervorwölbende Ränder allmählich das Thier umwachsen. Später wächst die blasige Erweiterung nach der Blattunterseite zu hervor. Die Entwickelung dieser Galle hindert weder die normale Ausbildung des sie tragenden Foliolums, sowie der übrigen Fiederpaare, noch die Streckung der axilen Knospentheile. Die Entwickelung der drei übrigen Pistacia- Gallen vollzieht sich dadurch, dass sich der Blattrand nach oben über die durch Saugen ent- standene Vertiefung hinüberwölbt und dadurch das Thier umwächst. Sehr interessante Momente liefert die anatomische Untersuchung der genannten Gallen. Auf Schnitten durch die Basis der Galle von P. cornicularius zeigt sich um das centrale Mark ein Kreis von Gefässbündeln, in deren nach aussen zu liegendem Phloem ein Harzkanal verläuft. Querschnitte durch den mittleren Theil der Galle zeigen dagegen die Gefässbündel in zwei concentrischen Kreisen geordnet und zwar wenden die Gefässe des äusseren Kreises ihr Phloem mit dem charakteristischen Harzkanal nach aussen, die des Innern Kreises nach dem Innenraum der Galle zu. Die Xylemtheile der Bündel beider Kreise liegen einander gegenüber, nur durch eine schmale Schicht parenchymatischer Zellen getrennt. Die inneren Bündel zeigen also die umgekehrte Anordnung der Elemente der äusseren. Diese ümkehrung kommt folgendermassen zu Stande. Verfolgt man die Anordnung der Bündel auf successiven Quer- schnitten, von der Basis der Galle ausgehend, so geht die kreisförmige Anordnung über in eine elliptische; weiterhin wird der Bogen der Ellipse zwischen den Scheiteln der grossen Axe, welcher nach der Blattober- seite zu liegt, vom Scheitel der kleinen Axe her nach innen gleichsam eingedrückt, wodurch die Scheitel der grossen Axe scheinbar nach oben rücken. Es entsteht so eine nierenförmige Anordnung der Bündel. Allmählich wird die Einbuchtung der Niere tiefer, die früheren Scheitel der grossen Axe der Ellipse nähern sich dabei mehr und mehr und legen sich schliesslich aneinander. Ein Schnitt der letzten Art würde einer Stelle der Galle entsprechen, wo sich die wulstigen Ränder eben aneinander gelegt haben. Auf weiteren Schnitten finden wir keine Trennung an der Stelle der früheren Scheitel mehr vor, der Umriss der Niere ist in zwei concentrische Kreise übergegangen. Es ist nunmehr leicht ersichtlich, dass die früher nach aussen gewandten Phloemtheile der Bündel des eingestülpten Ellipsenbogens, die jetzt den inneren Kreis bilden, nach dem Innenraum der Galle zu gerichtet sein müssen. Das zwischen beiden Bündelkreisen gelegene Parenchym entspricht dem cen- — 139 — tralen Mark der basalen Querschnitte. An dem obersten Ende der zu- gespitzten Galle gehen die sich stark verästelnden Bündel beider Kreise durch zahlreiche Anastomosen unmerklich in einander über. Die spalt- öffnungslose Epidermis wird von kleinen, polygonalen Zellen gebildet, die eine Tendenz zeigen, sich in Längsreihen (wie bei allen Organen mit schnellem Längenwachsthum) anzuordnen. Die Epidermis der Innen- wandung der Galle wird von rundlichen, nach innen vorspringenden Zellen gebildet. Ganz ähnliche Verhältnisse finden sich im Bau der Galle von P. utricularius. Auch hier tritt die eigenthümliche Verdoppelung des Ge- fässbündelkreises ein. Entsprechend der äussern Form der Galle finden sich zwei sphärische, concentrische Netze von Gefässbündeln gleichsam in einander geschachtelt vor. In jedem der Netze sind die Bündel unter sich ungleichmässig ausgebildet und weniger regelmässig angeordnet als in der vorerwähnten Galle, auch zeigen die Zellen der Epidermis nicht das Bestreben, sich in Längsreihen anzuordnen. Die in ihrem anatomischen Bau mit einander fast übereinstimmenden übrigen drei Gallen von Pistacia Terebinthus zeigen an Stelle des Palissadenparenchyms und des weitmaschigen Mesophylls der normalen Blatttheile ein homogenes, aus polyedrischen Zellen gebildetes Parenchym ohne Intercellularräume. Die die Innenwandungen der Gallen ausklei- denden Zellen sind zart und saftreich und springen meist papillös in den Innenraum vor. Die Gefässbündel sind Fortsetzungen und Verästelungen der Bündel des gesunden Blattes. Die Galle von P. semilunarius zeigt ausserdem längs der Berüh- rungslinie des umgebogenen Randes Auftreten ein- und mehrzelliger, bis- weilen verzweigter Haare, deren Länge von einer mittleren Linie aus nach beiden Seiten bis zum Verschwinden abnimmt. Die einzige von Pistacia Lentiscus bekannte Aphidengalle wird von Aploneura Lentisci Pass. erzeugt. Sie entspricht der Galle von Pemph. follicularius ; sie nimmt die ganze Hälfte eines Fiederblättchens ein. Im Spätsommer zeigt sie schön rothe Färbung. Die unter der Epidermis liegenden 2 — 3 parallelen Schichten parenchymatischer Zellen enthalten, besonders in den peripherischen Theilen, Krystalle von oxalsaurem Kalk. Von Terebinthaceen sind ferner beschrieben: Die „Caroub de Judee", so genannt nach ihrer Aehnlichkeit mit der Frucht des Johannisbrodbaums [Ceratonia Siliqua, franz. caroubier] oder auch nach dem hebräischen kerub =:= Hörn. Eine ähnliche Galle bildet Guibourt*) ab unter der Bezeichnung: *) Guibourt: Eist. nat. des drogues simples. Tom. ni. — 140 — galle noire et coruue du Pistachier. Diese uud die vorige hält C. für identisch mit der Galle von Pemph. cornicularius. Die Abstammung der im Handel vorkommenden sogen. Bouckara- Gallen, in Indien als Gool-i-pista bezeichnet, ist noch unbekannt. C. ver- gleicht sie den Gallen von Pemph. utricularius, von denen sie sich nur durch ihre geringere Grösse unterscheiden. Verf. behandelt ferner die bekannten chinesischen Gallen [Poey-tse der Chinesen], von Aphis chiuensis Mill. auf Rhus semialata Murr, [var Osbeckii. Ref.] erzeugt. C. wagt auf Grund seiner Untersuchungen nicht zu entscheiden, ob diese Gallen Blättern oder deformirten Knospen entsprechen, glaubt jedoch, dass sie in ihrer Entwickelung mit keiner der von ihm studirten Pistaciengallen vergleichbar seien. Ferner citirt Verf. die von Guibourt beschriebene Galle, welche in Ost-Indien Kadukai und Kadukai po genannt wird. Sie soll Bäumen aus dem Genus Terminalia [T. citrina u. T, gangetica] entstammen. Von Populus nigra beschreibt der Verf. sechs verschiedene Gallen: 1) Die Galle von Pemphigus spirothecae Pass. Die häufigste Pappelgalle, bestehend in einer spiraligen Aufrollung des Blattstiels mit gleichzeitiger Hypertrophie des Gewebes. 2) Die von Pachypappa marsupialis Koch, eine längliche Aussackung der Mittelrippe der Blätter bildend. Die Wölbung liegt nach der Blattoberseite. Auf der Blattunterseite zeigt sich die Galle als langer Spalt. 3) Die von Pemphigus populi Courch. Der Verf. beschreibt unter dieser Bezeichnung eine neue von ihm aufgestellte Species. Die Galle besteht in einer, der Basis der Mittelrippe aufsitzenden, der Oberseite des Blattes zugewandten sackartigen Erwei- terung von unregelmässiger, rundlicher, bisweilen gelappter Gestalt. Der Galleneingang liegt auf der Blattunterseite in Form eines Spalts. Die geflügelten Läuse verlassen die Galle durch weite Risse, welche in der Wandung der Galle entstehen. Die Farbe der Galle ist gelb oder hellgrün. 4) Die von Pemphigus vesicarius Pass., deren Diagnose Passe rini folgendermasseu giebt: Gallae vesiculosae varie tuberculato lobatae ovi gallinacei magnitudine e gemmis terminalibus ramulorum. *) 5) Die von Pemphigus bursarius L., eine seitliche Excrescenz der jungen Zweige bildend, von unregelmässig kugeliger Gestalt. Oft findet sich die Galle an Blattstielen, wo sie in Form einer niedrigen, hohlen Pyramide ansitzt. 6) Die von Pemphigus affinis Kalt., in einer einfachen Zusammenfaltung der Blatthälften bestehend. Die Anatomie der genannten Pappelgallen betrefi'end, referirt der Verf. zunächst die von Lacaze-Duthiers an der Galle von Pemph. spiro- thecae gemachte Untersuchung, die C. in allen Theilen bestätigt. Die *) Passerini: Aphididae italicae hucusque observatae. p. 76. — 141 — Innenwand der Galle von Pachypappa marsupialis fand C. mit einzelli- gen, mehrzelligen und verästelten Trichomen ausgekleidet. Sehr werthvoU sind die Untersuchungen der Galle von Pemphigus bursarius. Nach C ist diese eine Wucherung des Rindenparenchyms, welche das saugende Insekt allmählich umwächst. Es constituirt sich durch Zelltheilungen nach allen Richtungen des Raumes ein neues Meristem um die Angriflfsstelle. Verf. verfolgte in diesem die fortschrei- tende Bildung der Gefässe aus hintereinanderliegenden, mit schiefen Wänden auf einanderstossenden Zellen. Die einfach gebauten Gefäss- bündel verlaufen unregelmässig unter starker Verästelung. Die Galle bildet sich also wie normale Excrescenzen der Vegetationsspitze dicotyler Pflanzen, Die Zellen der Innenwand sind papillös, wodurch sie sammet- artig überzogen erscheint. Von Ulmengallen führt C. sechs Arten an, über die er grössten- theils nach den Arbeiten Lichtenstein's und Kessler 's berichtet unter Hinzufügung einiger selbständiger Beobachtungen. Die sechs Gallen von Ulmus campestris sind: 1) Die Galle von Tetraneui»a Ulmi, eine beuteiförmige, kurz- gestielte Excrescenz der Blattspreite, meist zwischen den Seitennerven sitzend. 2) Die von Tetraneura albaRtzb., grosse, unregelmässige, blasige Ausstülpung an der Basis der Mittelrippe sitzend. 3) Die von Colopha compressa Koch; in Form eines seitlich flach ge- drückten, etwa IV2 — 2 cm. hohen Kammes, oft zu mehreren hintereinander der Mittelrippe der Blätter aufsitzend. Diese bei uns so häufige Galle ist in Südfrankreich noch nicht aufgefunden. 4) Die von Pemphigus Ulmi Licht. C. hat diese noch nicht selbst gesehen. Ihre Beschreibung ist daher sehr ungenügend. 5) Die von Schizoneura Ulmi, eine auffällige Deformation des Blattes, entstanden durch Rollung des Blattrandes nach der Unterseite zu. Der Hohlraum der Galle ist sehr weit. In Südfrankreich noch nicht aufgefunden. 6) Die von Schizoneura lanuginosa, bis faust- grosse Blasen an den Enden der Zweige bildend. Von der Galle von Tetr. Ulmi giebt C. an, dass die äusseren Schichten des Parenchyms von glatten Zellen gebildet werden. Die Zellen des mittleren Gewebes stehen in loserem Zusammenhange. Die Epidermis der Innenwand bildet lange einzellige Haare. Die wenig modi- ficirten Gefässbündel der Galle sind Fortsetzungen der Bündel des Blattes. Die Galle von Tetr. alba zeigt Haarbildung auf der äusseren und inneren Epidermis. Das Parenchym zeigt zahlreiche Intercellularräume. In der Nähe der Innenwand ordnen sich die Zellen parallel dieser. Die aus der Mittelrippe kommenden Gefässbündel sind noch nicht übersicht- lich verfolgt. — 142 — Die Galle von Schizoneura lanuginosa entspricht nach C. bisweilen einem einzigen, oder mehreren Blättern der Knospe. Wie bekannt, gehen oft alle Blätter einer Knospe in die Gallbildung ein. Es erübrigt nun noch in aller Kürze die Resultate des zweiten Abschnitts der Arbeit zusammenzufassen. Der Entwickeln ngscyclus der Aphiden aller Pistaciengallen umfasst zwei Jahre. Die Generationsfolge ist dabei nachstehende: Aus dem unter der Rinde verborgenen Ei kommen im Frühjahr die Stammmütter (fondateurs). Jede erzeugt eine Galle, die bilden die Stammgeneration (generation fondatrice). Die Stammmütter erzeugen parthenogenetisch vivipar flügellose Individuen (apteres agames). Es ist dies die „erste Genieration" Derbös'. Diese erzeugen vivipar eine Generation, welche nach mehreren Häutungen Flügel erhält. Derbes nennt sie die „Geflügelte Herbstgeneration" (alles d'automue) oder die „2. Generation"; Lichtenstein nennt sie die „geflügelte Wander- generation" (alles emigrants). Diese produciren wieder unbefruchtet flügellose Individuen, welche die „3. Generation" Derbes' bilden. Sie erzeugen vivipar eine unbestimmte Zahl von „Folgegenera- tionen" (generations vivipares). Hier lässtdie Beobachtung eine Lücke. Man weiss nur, dass im Frühling des folgenden Jahres wieder eine ge- flügelte Generation erscheint, die „geflügelte Frühlingsgenera- tion" (alles de printemps Derb., pupiferes Licht.). Ihr entsprossen vivipar ungeflügelte Individuen mit getrennten Geschlechtern, die „Ge- schlechtsgeneration" (sexues). Die Weibchen legen nach der Befruchtung je ein Ei, welches wieder unter die Rinde gelegt wird, oder das Weibchen encystirt sich auf dem Ei und vertrocknet. Hiermit ist der Cyclus geschlossen. C. behauptet nun ferner allgemein : 1) „Um vom Ei zur Geschlechtsgeneration , welche den Cyclus „schliesst , zu gelangen , durchläuft eine gegebene Art eine Reihe von „Generationen, die sich stets in derselben Zahl und derselben Ordnung „folgen." 2) „Die für dieselbe Art constante Zahl der Formen, welche ein „Cyclus umfasst, ändert bisweilen beträchtlich von einer Art zur andern." Für die sämmtlichen Species der auf Ulmen Gallen erzeugenden Aphiden, sowie für die Aphiden der Pappel mit Ausnahme von Pemph, spirothecae fehlt die „erste Generation" Derbys'. In dem Cyclus von Pemph. spirothecae fehlt die „geflügelte Wandergeneration", die ihr gewöhnlich folgende „3. Generation" und die hieran sich anschliessen- den „Folgegenerationen." Zu erwähnen ist noch, dass stets den sexuirten Individuen der Saugrüssel fehlt. — 143 — Die Dauer der Cyclen ist für die einzelnen Arten wohl noch nicht sicher festgesellt; jedenfalls ist er nicht für alle zweijährig, wie bei den Aphiden der Pistacien ; für Schizoneura Ulmi soll er in sechs Wochen vollendet sein. Für die nordeuropäischen Arten dürfte er allgemein einjährig sein. C. Müller. Ottolander, To, Van Java (Von Java). (Sieboldia 1880. p. 17 und 25 ff.) Auf den Märkten im Binnenlande Javas unterscheidet man von Pisang- (Musa-) Früchten folgende Sorten: l.Pisang radjaoderKönigspisang, einer der wohlschmeckend- sten, mit länglich runden, vierkantigen, 6 bis 7 holl. Zoll langen und 1 Vs Zoll breiten Früchten, welche roh und gekocht gegessen werden können. Schale dick, goldgelb. Geschmorte Pisang vertreten in Java bei den Holländern die geschmorten Aepfel der Heimath. 2. Pisang soesoe oder Milchpisang, kleiner als voriger, von Einigen ihm noch vorgezogen. Schale dünn, schwefelgelb mit braun- rothen Flecken, wenn gut in der Sonne gereift. Fleisch gelblich - weiss. 3. P. mas oder goldener Pisang. Länglich rund, 4" lang, fingerdick mit dünner goldgelber Schale; Geschmack wie Nr. 1, aber feiner und fester. Roh zu essen. 4. P. hidoe oder grüner Pisang, von den vorigen Sorten sehr verschieden, aber sehr ähnlich, wenn nicht identisch, mit P. ambon. Beide haben 9 — 10" lange, verhältnissmässig schmale Früchte mit ziemlich grüner, dicker Schale. Fruchtfleisch grob, aber süss. Roh zu essen. 5. P. kapok. Länglichrund, dreikantig, kurz und dick; Schale grünlich gelb, dick. Gekocht zu essen. Diese Sorte bringt öfter Samen, was bekanntlich sonst bei essbaren Bananen nicht geschieht. Der Genuss von Bananen ist den Europäern ganz unschädlich, ja ihnen sogar anzurathen. Sie schmecken nicht allein roh und geschmort sehr gut, sondern sind in Mohnöl gebacken sogar eine Leckerei, vor allen P. radja. Aus ihnen im Verein mit Reismehl (von Oryza glutinosa) machen die Javaner ihr „kwee-kwee" (Gebäck). Sie geben auch diese Frucht mit gekochtem Reis den Säuglingen. Die Banane verlangt eine mittlere Temperatur von 21 ^ C. und gedeiht am besten im warmen Niederlande, wo man gewöhnlich 260 c. hat, bis in eine Höhe von 1000'. Auf den Märkten („Pasar") im Innern Javas findet man ferner: Nanas(Ananasj, nangka(Artocarpus integrifolia), kommt auch wild vor, klappers (Cocos nucifera), doeren oder doerian (Durio zebe- thinus), letztere Frucht wird von den Javanern als Leckerbissen — 144 — angesehen, Ottolander aber konnte gleich allen Europäern sie zumal wegen des entsetzlichen Geruchs trotz wiederholter Versuche nicht geniessen. Weiter werden genannt: Kemeri-Nüsse (Aleurites triloba), Zingiber officinale, Curcuma longa, ketoenibar (Koriander), djinten (Kümmel), lombok (spanischer Pfeffer, zu Curry- oder Kerry-Pulver) in vielen Varietäten , Asse-bom (Tamarindus indica), bawang meirah, (kleine rothe Zwiebeln von Form der Chalotten), bawang poetih, (grosse weisse Zwiebeln, kleiner als die holländischen), koebis, (Weisskohl), koebisbabat (Wirsingkohl), katjang boentjes (wohl Dolichus Catjang, obgleich Ottolander sagt, es seien eine Art Zuckerbohnen, die auch als sajor zu Reis gegessen werden und aus Europa eingeführt wären. Ref.), ketimon (Cucumis- Arten), terong (Solanum melongena), katella djawa oder kentang djawa (Dioscorea), katella pohon (Manihot utilissima Pohl), letztere jetzt sehr viel kulti- virt. Zum Dach der Zelte dienen die Blätter von Nipa (alang-alang, welit-alang) und Arenga saccharifera. Wittmack (Berlin). Crrunert, Yellow- und Pitche-Pine. (Forstl. Blätter, hrsg. v. Grunert u. Borggreve. XVII. Jhrg. 2. Heft. p. 41 ff.) Der Verf. theilt mit, dass in neuerer Zeit die Einfuhr ausländi- schen, besonders nordamerikanischen Nutzholzes zugenommen hat und dass aus letzterem Lande ausser dem „Cypressenholz" von Taxodium distichum besonders zwei Kiefernhölzer, Yellow-Pine und Pitche-Pine Beachtung verdienen. Während nach Nördlinger diese beiden Hölzer dem nämlichen Baume angehören, und das letztere harzreichere von sandigen Localitäten herstammen soll, schliesst sich der Verf. den Untersuchungen Wittmack's und Bolle 's an, welche Yellow-Pine von 3 verschiedenen Arten ab- leiten : 1) Pinus mitis Michx. (in den mittleren Staaten; in Preussen gedeihend, aber sehr langsam wachsend); 2) P. ponderosa (in den pacifischen Staaten) und 3) P. palustris Mill [= P. australis Michx.] (in den Südstaaten), welcher das meiste bei uns eingeführte Holz an- gehört und welche bei uns nicht angebaut werden kann. — Pitche- Pine dagegen stammt nach C. Koch vpn Pinus rigida Mill. Prantl (Aschaffenburg). Grönlund, Chr., Om Melbyg og Glasbyg samt om Midlerne tie at fremavle den forste i steden fer den sidste. (Ueber Mehlgerste und Glasgerste und die Mittel, die erste statt der letzten zu bauen). Copenhagen 1879. 93 pp. u. 9 Holzschn. Ver- kürzte Bearb. einer von d. königl. dän. Gesellsch. d. Wiss. 1879 gekrönten Preisschrift). Verf. gibt zunächst die Unterscheidungsmerkmale zwischen mehliger und glasiger Gerste an und beweist, dass es zahlreiche — 145 — Uebergangsformen zwischen beiden gibt, indem eine Aehre sowohl mehlige wie glasige Körner enthalten kann und auf demselben Acker Aehren mit beiderlei Formen vorkommen können. Die glasigen Körner zeigen denselben Bau wie die von Nowacki untersuchten glasigen Weizenkörner. Zwischen den Amylumkörnern im Endo- sperm der glasigen Körner ist ein protoplasmaähnlicher, stickstoff- haltiger Stoff eingelagert, während die mehligen Körner Luft zwi- schen den Amylumkörnern enthalten. Zahlreiche auf verschiedene Culturversuche gestützte Beweise werden vom Verf. für die Richtig- keit dieser Angaben beigebracht. Die unter den Praktikern gang- bare Meinung, dass die Beschaffenheit der Körner von der Zeit der Ernte und von der Behandlung der Gerste nach der Ernte herrührt, wird als unhaltbar erklärt; ebenso scheinen die klimatischen Ver- hältnisse von keinem wesentlichen Einfluss zu sein ; dagegen ist die Beschaffenheit des Saatkorns nicht ohne Bedeutung. (Ausgesäte Glaskörner gaben höhere und schneller entwickelte Pflanzen als Mehlkörner.) Auch die Bodenverhältnisse haben wesentlichen Ein- fluss auf die Entwickelung des Kornes. Entgegen der oft geäusserten Annahme, dass eine fette Erde glasige, eine magere mehlige Körner hervorbringen würde , kommt Verf. zu dem Resultat, dass die magere Erde ebenso wie die fette, aber nicht gedüngte Erde glasige Körner geben kann. Dagegen zeigen seine Culturversuche, dass, je mehr Chilisalpeter als Dünger verwendet wird, desto reichlicher Glas- körner gebildet werden. In Composterde, welche ungedüngt nur Glas- körner gab, wurden nach Düngung mit Kalisalz 43 %, mit Knochen- mehl 69 o/o , mit Knochenmehl -\- schwefelsaurem Ammoniak 40 > Mehlkörner geerntet u. s. w. Derselbe Dünger hatte in den ver- schiedenen Bodenarten eine verschiedene Wirkung. Harte, kalte Thonerde entwickelte die meisten Glaskörner, die wohl bearbeitete und gedüngte Humuserde dagegen Mehlkörner. Hier ist ferner die Ernte von den Vorfrüchten abhängig, wie zahlreiche Versuche bewiesen. Ein wohl behandelter, mit Superphosphat gedüngter Acker gab nach Kartoffeln und Runkelrüben 66 V2 — 49% Mehlkörner, nach Hülsenfrüchten und Getreide aber 36 V2 — '^Va^^/o. Verf. ist demnach geneigt, den physikalischen Eigenthümlichkeiten des Bodens eine eben so grosse Bedeutung wie der chemischen Zusammensetzung desselben zuzuschreiben. Den Umstand, dass derselbe Acker beide Formen zwischen einander hervorzubringen vermag, erklärt Verf. dadurch , dass zu dichter Standort die normale Ausbildung aller Pflanzen verhindere. Schliesslich werden Versuche mit Aussaaten in bestimmt zusammengesetzten Mischungen empfohlen. Jörge nsen (Copenhagen). 10 — 146 — Kette-Jasseii, E njt b i tit e r u n g d e r L u p i n e'n k ö r n e r. (Deutsche landw. Presse. 1880. Nr. 7.) Der Bitterstoff sitzt in den Cotyledonen, nicht in der Schale. Eichhorn hat zuerst (1. Heft. d. landw. Mittheil, zu Poppeisdorf 1858) den Bitterstoff der Lupine als Alkaloid erkannt; Sie wert (in Ann. d. Landw. Monats- Ausgabe 1869, Mai — Juni-Heft) wollte gefunden haben, dass der Bitterstoff der gelben Lupine aus einem Gemenge der Abkömmlinge des Giftstoffs des gefleckten Schierlings bestände. Diese Ansicht hat derselbe jetzt aufgegeben (Landw. Versuchsstat. Bd. 12, p. 342). Nach ihm besteht die Hauptmenge des Bitterstoffs aus einer leicht krystallisirbaren, dem Dimethyl- conydrin gleich zusammengesetzten, bei 261 « C. siedenden Base, welche auf Kaninchen keine anhaltend nachtheilige Wirkung äussert; der nicht krystallisirbare Theil siedet bei 306— 310^ C. und ist ein Gemenge mehrerer Basen. — Nach Birner ist gerade der nicht krystallisirbare Bestandtheil entschieden (für kleinere Thiere wenig- stens) ein starkes Gift. Leider fehlt es noch an einer Methode, beide Stoffe scharf zu trennen. — Eine Angabe über den Gesammt- bitterstoff genügt nach Vorstehendem nicht, um den etwaigen Effekt der verschiedenen Entbitterungsmethoden, von denen Kette 15 aufführt, zu beurtheilen. — Nach S i e w e r t enthalten gelbe Lupinen 0,60 o/o , blaue 0,46 % Bitterstoff'. — Nach R i 1 1 h a u s e n unter- scheidet sich das Casem des Lupinensamens von dem der andern Hülsenfrüchte und Oelsamen und steht dem der Mandeln nahe; er hat es deshalb Conglutin genannt. Wittmack (Berlin). Neue Sommergetreide-Yarietäten. (Allg. Ztg. f. deutsche Land- u. Forstwirthsch. 1880. Nr. 1.) C. Rambousek, Samenzüchter in Zborow beiForbes in Böhmen, hat einen Wechselroggen gezogen, der ähnlich wie der Wechsel- weizen sowohl im Herbst als im Frühjahr angebaut werden kann. (Bisher war noch kein Wechselroggen bekannt. Ref.) — Weitere Neuheiten von Sommergetreide sind: Alpen- oder Montagner Sommerroggen, Hudikswall Gerste, Hafer von Umea, Milton-Hafer aus Minnesota, Riesenhafer von Ligowo (letzterer schon länger bekannt. Ref.). Wittmack (Berlin). Kartoifelsorten. (1. c. 1880. Nr. 2.) Von 32 Kartoffelsorten, die in Zborow 1879 geprüft wurden, haben sich besonders bewährt: Wellington white, van derVeer, a'ltböhmische frühe rothe, Stolz von Californien, Kopsel's weisse Rosenkartoffel und Zborower Sämling. Wittmack (Berlin). — 147 Litteratur. Borzi , A., Note alla Morfologia e Biologia delle Alghe Ficocromacee. Fort- setzung. (NuoTO giorn. bot. Ital. 1879. 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II. partie: Avril ä septembre, contenant 85 fig. 4« edition. 2 vol. 32. 378 pp. Coulommiers (Brodard); Paris (Hachette et Co.) 1880. 1 fr. Petite bibliotheque illustree. Schomburgk, K,, On the Urari. (Im Auszug übersetzt in „Hamb. Garten- u. Blumenztg." 1880. Heft I. p. 29—35. Heft H p. 63—64.) Maerker, M., Die Kalisalze und ihre Anwendung in der Landwirthschaft. 8. Berlin (Wiegandt, Hempel u. Parey). 1880. 3 M. Brinckmeier, E., Die Kalt- und die Warmhauspflanzen. 8. Quedlinburg (Ernst) 1880. 3 M. Naudiu, C. , Les plantes ä feuillage colore. 4. ed. 2 voll. 8. av. 120 pl. col. et 120 grav. s. bois. Paris 1880. • 48 fr. Otto, E., üelsemium nitidum Mx. Die Jasmin- Bignonie. („Hamb. Gart.- u. . Blumenztg." 1880. Heft 1. p. 1, 2.) Wohlstadt, L. J., Die guten Eigenschaften schwedischer Gartensamen. ^Hamb. Gart.- u. Blumenztg. 1880. Heft 3. p. 112-116.) — 153 — Wissenschaftliche Miitheiiungen. Kurze Notizen zur Moosflora Salzburgs und Steiermarks. Von C. Warustorf. Nie ist wohl die Laub- und Lebeimoosflora des Alpengebietes von Salzburg, Tirol, Steiermark, Kärnthen u. s. w. jährlich durch so viele Neuigkeiten bereichert worden, als seitdem Herr J. Br eidler in Wien in jedem Jahre diese Gebiete einzig und allein zu dem Zwecke bereist, die Moosvegetatiou der Alpen zu studiren und aufzudecken. Ein grosser Theil seiner höchst interessanten Funde — bis 1875 — sind bereits von Schimper in seiner Synops. ed. II. verwerthet worden. "Wenn ich in Nachfolgendem von seinen vorjährigen Entdeckungen Einiges an dieser Stelle herauszuheben mich veranlasst sehe, so geschieht es deshalb, weil ich glaube, dass dasselbe das Interesse der Bryologen wohl zu erwecken im Stande sein möchte. Bemerkt sei nur, dass die fettgedruckten Arten- namen solche Species bezeichnen, welche bisher in dem betreffenden Ge- biete nicht aufgefunden wurden. Dicraniim strictum Schwgr. ^ Sehr häufig, aber nur mit einzel- nen Früchten im Bürgerwalde bei Mittersill imPinzgau, Salzburg. (850m.) Dicranum majus Turn. Fruchtend bei Schladming in Steiermark. Campylopus brevifolius Schpr. Im Bachergebirg in unter- Steier- mark. (5—700 m.) Didymodou styriacus Jur. Gipfel des Gaisstein auf Thonschiefer (2360 m.) und auf dem Zwölferkogel bei Mittersill. Didymodon rufus Lorentz. Stubenkogel auf Chlorit (2530 m.); Pihaper bei Mittersill (2500 m.); Kleiner Rattenstein bei Kützbühel in Tirol (2200 m.), überhaupt in Salzburg sehr verbreitet. Barl)ula squarrosa Brid. In Untersteiermark an sonnseitigen Ab- hängen der Kalkberge gewöhnlich in Gesellschaft von Funaria calcarea und Duvalia rupestris] nicht selten, z. B. Schlossberg bei Gonobitz, Hum- berg bei Tüffer, Einöd bei Weitenstein u. s. w. Grimmia anodon^B. S. Im Obersulzbachthal im Piuzgau. (2600 m.) Grimmia HoUeri'Mol. Pihaper bei Mittersill. (2450 m.) Grimmia mollis B. S. Stubbach- und Obersulzbachthal. (2600 m.) Amphoridium lapponicum Schpr. Gaisstein bei Mittersill. (2360 m.) Ulota intermedia Schpr. An Alnus incana im HoUersbachthal, Pinzgau. (1000m.) Wie mir Herr Breidler schreibt, scheint diese mir überaus zweifelhafte Species in den Alpen viel häufiger zu sein als U. crispula und crispa. Es hat mir nicht gelingen wollen, weder an der Frucht- und Blattbildung nennenswerthe Verschiedenheiten, welche die vorliegende Form mit Sicherheit von U. crispa trennen lassen, auf- zufinden. Die Blätter sind nur wenig länger, aber trocken etwas stär- — 154 — ker gekräuselt als an U. crispa und der Uebergang des ovalen Blatt- grundes in das Lineale geschieht etwas plötzlicher als bei dieser. Im Bau des Zellnetzes konnte ich absolut keine Verschiedenheiten entdecken; an beiden Formen sind die Zellen in der Mitte des Blattgrundes (im ovalen Theile) zu beiden Seiten der Mittelrippe sehr verlängert, wurmför- mig und verdickt, während die hyalinen Randzellen meist kurz rechteckig quadratisch oder auch unregelmässig dreieckig, überhaupt fast an jedem Blatte etwas verschieden gestaltet sind. Da es oft schon nicht ganz leicht ist, U. crispa von U. crispula zu unterscheiden, so glaube ich, wird die Mittelform von beiden in vielen Fällen weder von der einen noch von der anderen Art mit Sicherheit unterschieden werden können. Ulota curvifolia Brid. Granitblöcke in der Ammerthaler Oed bei Mittersill sehr zahlreich. Physcomitrium sphaericum Schwgr. Teich bei St. Ehrhardt unweit Loeben in Steiermark. (550 m.) Entosthodon ericetorura Schpr. Forstwald bei Cilli in Unter- steiermark. (300 m.) Oreas Martiana Brid. Stu]?enkogel, Pihaper, Zwölferkogel bei Mittersill. (2400 m.) Thuidium delicatulum (Hedw.) Schpr. Syn. ed. II. Im süd- lichen Steiermark. Brachythecium glaciale B. S. Obersulzbachthal (2700 m.) und Pihaper (2300 m.) Plagiothecium Roeseanum B. S. Unweit Cilli in Steiermark. (400 m). Plagiotheciuni neckeroideum B. S. Schladmiug in Steiermark, hier neu; Sulzbachthal, Amerthaler Oed, Wald am Krimmler Fall, Pinzgau. Hypnum Goulardi Schpr. Dies Moos, bisher nur aus den Pyrenäen bekannt, ist, soviel mir bekannt, für Deutschland, resp. Mittel- europa eine neue Erscheinung. Im Obersulzbachthal im Pinzgau. (2700 m.) Zwei Heuffel'sche Thalictra. Von Dr. V. T. Borbiis. Durch die bekannte Gefälligkeit des Cardinal Dr. L, Haynald prüfte ich Thalictrum peucedanifolium Gris. et Seh., Heuff. herb, und Th. laserpitiifolium Heuff. (nouWilld. nee Koch.) — Ersteres ist ein T h. a n g u s t i f o 1 i u m lacq. a) stenophyUum form, g 1 a b r a ; selbst Grisebach unterscheidet es von Th. angusti- folium nur durch „statura, glabricie et carpidiis apice non decurvatis." Mehr interessant ist T h. 1 a s e r p i t ii f o 1 i u m H e u f f. von schatti- gen Orten der „Thermae Herculis", von dem wir bei N e i 1 r e i c h (Diagn. — 155 — p. 2) folgende Diagnose finden: „habitu, foliorum segmentis latis, inflores- centia corymbosa et floribus e r e c t Ts (!) ad T h. f 1 a v u m y. v a r i i- sectum spectat". — Heuffel's Pflanze ist eine Schattenform (f. s ei a p li i 1 a) ; ich selbst sammelte bei den Herkiilesbädern und im Käzänthale (1873, 1874, 1879) f. apricas dieser Pflanze. Sie hat aber mit Th. las erpitiifo liu m WiUd. herb.! welches, wenn ich mich recht erinnere, zu T h. s i m p 1 e x L. gehört (cf. Gris. iter Hungar. Nr. 100, staminibus pendulis) nichts zu thun und ich glaube, unsere Pflanze ist „Th. minus var. Olympicum Boiss." fl. Orient. Die kurze Beschreibung Boi ssier 's passt gut auf unsere Pflanze, nur schreibt der berühmte Verfasser seinem Th. minus flores nutantes zu, während unsere Pflanze flores et stamina erecta besitzt und so- mit zu T h. e 1 a t u m lacq. gehört, wenn wir sie durch die subfoliaren Drüsen von dieser Art specifisch nicht trennen. Jedenfalls wäre erwünscht» unsere Pflanze mit der B o i s s i e r 'sehen zu vergleichen , die mir aber nicht zu Gebote steht. Budapest, Febr. 1880. (Originalmittheilung.) Instrumente, Präparirungs-u.Conservirungsmethodenetc. In der Jenaischen Zeitschrift für Naturwissenschaft, Band XIII, Supplementheft 2, p. 146, findet sich eine Notiz über ein vom Stabsarzt Dr. Körting in der Jenaischen Gesellschaft für Medicin und Natur- wissenschaft demonstrirtes neues Mikrotom, aus der Werkstatt von C. Zeiss, welche jedoch so kurz und unverständlich ist, dass es Ref. unmöglich war, sich eine klare Vorstellung von diesem Instrument bil- den zu können. Hoffentlich wird das Letztere durch die für später in Aussicht gestellte genauere Beschreibung ermöglicht werden. Kaiser (Berlin). Botanische Gärten und Institute. Die neue Alpenanlage im botanischen Garten zu Zürich. Von Oswald Heer. Die Cultur der Alpenpflanzen bildete von jeher eine wichtige Auf- gabe unserer Anstalt, daher schon bei der Gründung des Gartens (1837) für dieselben eine besondere Anlage am Noi'dabhang des Hügels, welcher die Mitte des Gartens einnimmt, errichtet wurde.' Es zeigte sich diese in zahlreiche, von Steinen eingefasste Beete eingetheilte Anlage für die Cultur der grössten Alpenpflanzen wohl geeignet, nicht aber für die — 156 - vielen kleinen , zierlichen, meist rasenbildenden Kinder der Hochalpen, welche in Töpfen gezogen werden mussten. Um diesen ein geeignetes Unterkommen zu schaffen, wurde im vorigen Herbst in der Nähe der alten Alpenaulage ein neues „Alpinarium" erbaut. Es wurde durch Aufschüttung von Sand und Kies ein kleiner Hügel gebildet und darauf zunächst eine Lage von Backsteinen gebracht, um dem Ganzen die nöthige Festigkeit zu geben. Auf diese Grundlage wurden die Stein- beete errichtet, deren über 400 hergestellt wurden. Ein Theil der An- lage ist für die Kieselpflanzen (Urgebirgspflanzen) bestimmt und für diese wurde der Sernifit zur Einfassung gewählt, welcher Stein sich durch seine schöne rothe Farbe empfiehlt; für die Kalkpflanzen wur- den die Beete theils mit Alpenkalk, theils mit Schrattenkalk eingefasst. Die Steine wurden überall mit Cement verbunden, so dass jedes Beet- chen ein abgeschlossenes Ganze bildet. Eine Eigenthümlichkeit dieser Anlage, welche von Herrn Garteninspector Ortgies ausgeführt wurde, bildet die Wasserleitung, welche vom höchsten Punkt ausgehend, die- selbe in verschiedener Richtung durchzieht. Da sie offen ist und das Wasser über die Steine herabrauscht, trägt sie sehr zur Belebung der Anlage bei und bringt ihr die nöthige Feuchtigkeit. Die Leitung wurde in Cementrinnen ausgeführt, so dass ihr eine beliebige Richtung ge- geben werden konnte. Die Anlage konnte im October bepflanzt werden und trotz des kalten Winters haben die nur schwach mit Tannenreis zugedeckten Pflanzen den Frost grösstentheils glücklich überstanden und einige (so die Saxifraga Burseriana L.) fangen schon an, ihre Blüten zu entfalten (10. März). Die Anlage verursachte eine Ausgabe von circa 5000 fr., welche durch den "Ertrag des Pflanzenhandels bestritten wurde. Zürich, März 1880. (Originalmittheilung.) Musee botanique du Dr. Henri Van Heurck ä Anvers. Par Henri Van Heurck. Ce Musee botanique, le premier qui ait 6te fonde en Belgique, est, depuis 1868 ä la disposition des botanistes, qui y ont journellement et gratuitement acces. Le Musee comprend les coUections suivantes. 1. L'herbier general qui a eu pour base l'herbier original de Sieb er. Cet herbier qui fut acquis en 1837 par le baron von Reichenbach de Vienne, qui l'augmenta consid6rablement, passa en 1867 aux mains de M. le Dr. Henri Vau Heurck. De grandes acquisitions et de norabreux echanges permirent ä son possesseur actuel d'en augmenter conside- rablement l'importance. H renferme actuellement environ de 65 ä — 157 — 70,000 especes representees par plus de 200,000 echantillons. Toutes les regions du globe y sont bien representees, mais l'herbier est riclie sourtout en plantes d'Europe, de l'Amerique du Nord, du Bresil, de l'Algerie et des Indes orientales, ün bon nombre de familles ont ete comparees avec les types du Prodromus de De Candolle par M. le Dr. Müller Arg.; d'autres familles ont et6 revues par des monographes. 2) La bibliotheque qui renferme les principaux ouvrages usuels modernes. 3) La collection de produits vögetaux fort belle et tres riebe. Elle comprend pres de 4000 numeros et renferme de nombreux types de G u i b u r t etc. 4) La collection micrographique egalement fort importante. 5) La collection de Diatom^es: peut-etre la plus importante qu'il y ait actuellement et comprenant environ 10,000 tubes, preparations ou echantillons. Elle renferme les coUections originales de Walke r-Arnott, la collection personnelle d'Eulenstein, celle de Kutzing qui avait ete partagee par Eulenstein en deux parts, dont l'une vendue au British Museum et l'autre reservde pour lui. Puis la plupart des types de de Brebisson, W. Smith, Hamilton Smith, Grunow, etc. etc. Anvers, Febr. 1880. ' (Originalmittheilang.) Sammlungen. Roumegu^re, C, Eichenes Gallici exsiccati. Cent. L (Preis 15 frc.) Unter den unten angeführten in dieser Centurie ausgegebenen Flechten befinden sich als für Deutschland besonders interessant: Myrian- gium Duriael Mtz., Cetraria muricata Ach., Parmelia tristis Nyl., Physcia astroidea Fr., Spiloma vitiligo Ach. (Asterflechte), Bilimbia annulata Ar., Argyrium rufum Fr., Xylographa flexella Nyl., Opegrapha Prostii Nyl., Arthonia Celtidis Fr. und Endocarpon lachneum Ach. Die Nomenclatur ist nach Nylander. Centurie L enthält: Ephebe pubescens Fr., Collema cheileum Ach., C. flaccidum Ach., C. melenum Ach., C. aggregatumNyl., C. nigrescens Ach., C. Saturainum Ach., Septogium lac. V. pulv. Ach., Myriangium Duriaei Mt., Calicium quercinüm P., Sphorophoron coralloid. Ach., S. fragile P., Cladonia macilenta Hffm., C. furc. v. pungens Nyl, C. gracil. v. cervic. Fr., C. uncialis HfFm. , C. squamosa Hffm., C. rang. v. alpest. Nyl., C. squam. v. delic. Nyl., C. papillaria Hffm., C. cornucopioides Fr., C. digi- tata Hffm., Stereocaulon corallinum Seh., S. iianum Ach., Usnea plicata Fr., Alec- toria jubata Ach., A. crinalis Nyl., Evernia tinctoria Nyl., Cetraria Isl. v. angust. Del., C. aculeata Fr., C. muricata Ach., Platysma pinastri Nyl., Peltigera rufes- cens Ar., P. polydactyla Hffm., P. hymenina Ach., P. venosa Hffm., Solorina saccata — 158 — Ach., Paimelia perlata Ach., P. olivetorum Nyl., P. encausta Ach., P. panniformis Ach., P. omphalodes Fr., P. physodes Ach., P. conspersa Ach., P. Borreri Trn., P. tristis Nyl., P. exasperata De Not., P. acetabulum Fr., Physcia pulverulenta Fr., P. stellaris Fr., P.caesiaFr., P. astroidea Fr., P. candellaria Nyl., P. chrysophthal. D.C., P. obs. V. adglut. Ach.,P. obs. v. ulothrix Fr., ümbilicaria pustulata Hffm., U. hir- suta D. C, ü. erosa Hffm., U. raurina D. C, ü. deusta Hffm., U. vellea Fr., Pan- iiaria brunnea Mass., P. triptophyl. Nyl., Spiloraa vitiligo Ach., Araphiloma lanu- gin. Fr., Lepraria incana Ach., Squamaria alenrites Nyl., S. ambigua Nyl., S. len- tigera D.C., S. saxicola Nyl, Lecanora rubra Ach., L. subfusca Ach., L. subf. ar- gentata Ach., L. ventosa Ach., L. vitellina Ach., L. tartarea Ach., ürceolaria scru- posa Ach., Thelotrema lepadinum Ach., Lecidea Candida Ach., L. parasema Ach., L. decolorans Flk., L. vesicularis Ach., L. viridescens Ach., L. lurida Ach., L. lu- teola Ach., L. vern. v. mill. Nyl., Bilimbia aunulata Ar. , Argyrium rufum Fr., Xylographa flexella Nyl., X. parallela Nyl., Opegrapha diaphora Fr.. 0. rubella Nyl., 0. Prostii Nyl., Arthonia Celtidis Fr., Endocarpon Guepini Mg., E. lachneum Ach., E. hepaticum Ach., E. fluviatile D.C., Arthothel. Flotowianum Kb. Körb er (Breslau). Ellis, J. B., North American Fungi. Cent. III. New-Yersey. 1879. Die vorliegende 3. Centurie dieser äusserst werthvollen Sammlung (im December 1879 erschienen) enthält vorzugsweise Uredineen, bearbeitet von Prof. Farlow. Wir führen den Inhalt vollständig auf. 201 Synchytrium fulgens, Schrt. var. decipiens. 202 Synchytrium papillatum, Farlow. 203 Synchytrium Anemones, Wor. 204 Cystopus candidus, (Pers.) Lev. 205 Cystopus cubicus, (Pers.) Lev. 206 Cystopus Bliti, (Bivon.) De Bary. 207 Peronospora obducens, Schrt. 208 Peronospora viticola, B. & C. 209 Peronos- pora Halstedii,' Farlow. 210 Peronospora Halstedii, Farl. var. Ambrosise. 211 Pero- nospora pygmsea, ünger. 212 Peronospora parasitica, (Pers.) Tul. 213 Peronospora effusa, (Grev.) De Bary 214 Peronospora effusa, Grev. var. Plantaginis, Farlow. 215 Peronospora Ficarite, Tul. 216 Peronospora Euphorbiae. Fckl. 217 Peronospora Potentillae, De Bary. 218 Peronospora nivea, üng, var. Geranii, Farl. 219 Pero- nospora gangliformis, Berk. 220. Ramularia obovata, Fckl. 221 ^cidium Geranii, D. C. 222 ^cidium Fraxini, Schw. 223 iEcidium albescens, Grev. 224^5]cidiura pustulatum, Curtis. 225 ^cidium Anemones, Pers. 226 ^c. Epilobii, D. C. 227 .Va- dium cimicifugatum , Schw. 228 -ä^cidium ConvallariaB, Schum. var Lilii. 229 Jilcidium Convallarise, Schum. 230 iEcidlum myricatum, Schw. 231 üromyces Hyperici, Schw. 232 üromyces Caladii, Schw. (Syn. Car.) 233 ^cidium Caladii, Schw. Syn. Car. 234 üromyces striatus, Schrt. 235 üromyces Asclepiadis, Cooke. 236 üromyces Euphorbiae, C & P. 237 üromyces Polygoni, Fckl. 238 üromyces Junci, (Schw.) Tul. 239 üromyces Junci, (Schw.) Tul. var. Spartinae. 240 üromyces Peckianus, Farlow. 241 üromyces Limonii, Lev. 242 jEcidium Statices, Desm. 243 üromyces appendiculatus, (Pers.,) Lev. 244 üromyces apiculatus. (Strauss,) Lev. 245 ü. Lespedezse, (Schw.,) Peck. 246 üromyces Hedysari-paniculati, Schw. Syn. Car. 247 Pileolaria brevipes, B. & Rav. 248 Pileolaria brevipes, B. & Rav. 240 üredo Iridis, Duby. 250 Puccinia CircaeaB, Pers. 251 Puccinia Nolitangeris, Cda. 252 Puccinia Menthae, Pers. 253 Puccinia microspora, B. & C. 254 Puccinia Violarum, Lk. 255 Puccinia Convolvuli, Cast. 256 Puccinia Gonolobi, Rav. 257 Puccinia aculeata, Lk. 258 iEcidium Podophylli, Schw. 259 Puccinia Poly- gonorum, Lk. 260 Puccinia Epilobii, D. C. var. Proserpinac», Farlow. 261 Puc- cinia Peckiana, Howe. 262 Puccinia Prunorum. Lk. 263 Puccinia Compositarura, — 159 — Schi. 264 Puccinia Xanthii, Schw. 265 Puccinia Helianthi, Schw. 266 Puccinia Caricis, Eebent. 267 ^cidium ürticse, Schum. 268 Puccinia Sorghi, Schw. 269 Puccinia coronata, Cda. 270 Gyninosporangium (Podisoma) macropus', Schw. 271 Gymnosporangium (Podisoma) Ellisii, Berk. 272 Gymnospovangium bisepta- tum, Ell. 273 Gymnosporangium clavariaeforme , D.C. 274 Uredo Agriraoniae, D. C. 275 Coleosporium Compositarum, Lev. 276 Coleosporiura miniatum, (Pers.) Pckl. 277 Caeoma luminatum, Schw. Syn. Am. Bor.) 278 Caeoma luminatum, 279 Tnbercularia persicina, Ditt. 280 Melampsora salicina, Lev. 281 Phragmidium speciosura, Fr. 282 Phragmidium incrassatum, Lk. var. gracile. 282 Phragmidium obtusum, (Pers.) Seh. & Kze. 284 Phragmidium obtusum, (Pers.) Seh. & Kze. 285 Cronartium asclepiadeum, Fr. 286 Ustilago neglecta, Niessl. 287 Ustilago Rabenhorstiana, Kühn. 288 Ustilago utriculosa, Tul. 289 Ustilago Candollei, Tul. 290 Ustilago Junci, Schw. 201 Geminella melanogramma, (D. C.) Magn. 292 Urocystis occulta, (Wallr.) Rab. 293 Urocystis occulta, (Wallr.) Rab. var. Tritici. 294 Urocystis Anemones , (Pers.) 295 Sorosporium bullatum, Schrt. 296 Ascomyces Tosquinetii, West. 297 Taphrina aurea, (Pers.) Tul. 298 Exoascus Pruni, Fckl. 299 Exoascus deformans, (Berk.) var. Potentillae. 300 Exoascus flavus, Farlow. Thümen, F. von, Myco theca universalis. Cent. XV. Diese Centurie enthält eine ganze Reihe seltner Formen aus ver- schiedenen Ländern Europas, wie von aussereuropäischen Localitäten, darunter mehrere neue Arten, Soeben wurde auch ein Inhaltsverzeichniss zur I. — XII. Centurie dieser Sammlung fertig. Wir entnehmen dem- selben, dass in diesen 12 Centurien 18 Arten aus Asien, 55 aus Afrika, 185 aus Amerika, nur 3 aus Australien enthalten sind, während sich die übrigen Nummern auf fast alle europäischen Länder vertheilen. Winter (Zürich). Oudemans, C. A. J. A., FungiNeerlandici exsiccati. Cent. III. Diese 3. Centurie der Sammlung niederländischer Pilze ist besonders reich an Hymenomycetes, unter denen hervorzuheben: Sistotrema mem- branaceum Oud. — Von den Uredinei nennen wir: Aecidium Scabiosae Dz. et Molkb.; von den Ascomyceten: Leptosphaeria sabuletorum, Hel- vella atra, Peziza rutilans und macropus. Winter (Zürich). Personalnachrichten. Baron Ferd. TOn Müller in Melbourne ist von der Königin von England zum Commandeur des St. Michel- und Georgs-Ordens erhoben worden. Superintendent (j. Oberdieck, Nestor der deutschen Pomologen- starb am 24. Februar 1880 zu Herzberg am Harz, 86 Jahre alt. General William Munro, vorzüglicher Kenner der Gramineen (Bambuseen), starb am 29. Januar, 64 Jahre alt, zu Montys Court bei Taunton. Seine Sammlungen und Handschriften gehen an das Kew Herbarium über. — 160 — Ferd. Lilldheimer, bekannt durch seine Sammlungen (Plautae Lindheimerianae), starb zu Neu-Braunfels in Mexico^ 78 Jahre alt. Das Herbarium des verstorbeneu Alfred French ist für die botanische Abtheiluug des Britischen Museums erworben worden, während sein handschriftlicher Nachlass sich im Besitz des Hrn. G. 0. Druce in Oxford befindet. Notice sur Guillaume Schimper. (Uebersetzt aus der Bot. Ztg., 1879, p. 239, iu La Belgique horticole. 1879, T. XXIX. p. 346—348.) Gesuche. Flora der ostfriesischen Inseln betreffend. Während des vergangenen Winters habe ich mich mit der Aus- arbeitung einer Flora der ostfriesischen Inseln (einschliesslich Wange- rooge) beschäftigt, zu der das Material vorzugsweise durch die Thätig- keit von Mitgliedern 'des bisherigen i naturwissenschaftlichen Vereins während der letzten fünfzehn Jahre zusammengebracht worden ist. Zum Abschluss der Arbeit bedarf es noch [für jede der sieben Inseln der Sicherstellung einiger Vorkommnisse. Ich erbitte mir hierzu die Mit- wirkung der Botaniker oder Freunde der Pflanzenwelt, welche im be- vorstehenden Sommer oder Herbste eine jener Inseln zu besuchen be- absichtigen und ersuche dieselben, mit mir vorher iu Verbindung treten zu wollen. Bremen, 25. Februar 1880. Prof. Dr. Buchen au. Pflanzen aus Madagaskar betreifend. Aus der Hinterlassenschaft unseres auf so traurige Weise auf Mada- gaskar umgekommenen jungen Landsmannes, Dr. Christian Rutenberg, sind einige Packete getrockneter Pflanzen den hiesigen städtischen Sammlungen für Naturgeschichte übergeben worden. Diese Pflanzen sind wohl mehr als Andenken, denn mit der Absicht, sie einer wissen- schaftlichen Arbeit zu Grunde zu legen, oder gar in der Hoffnung, ein vollständiges Herbarium von Madagaskar zusammenzubringen, gesammelt worden, indessen sind sie gut erhalten und es befindet sich unter ihnen so manche interessante Form (namentlich aus dem Innern), dass ihre wissenschaftliche Verwerthung doch sehr wünschenswerth erscheint. — Herren, welche geneigt sind, die Bearbeitung der kleinen Sammlung oder auch einzelner Familien derselben zu übernehmen, bitte ich, gefälligst mit mir in Verbindung treten zu wollen. Bremen, 25. Februar 1880. Prof. Dr. Buchenau. Verlag von Theodor Fischer in Cassel. — Druck von Leopold & Bär in Leipzig. REFERIRENDES ORGAN für das Gesammtgebiet der Botanik des In- und Auslandes. Herausgegeben unter Mitwirkuni; zahlreicher Gelehrten von DB OSCAR UHLWORM in Leipzig. No. 6. Abonnement für den Jahrgang mit 281V!., pro Quartal 7 M., durch alle Buchhandlungen und Postansta lten. 1880. Inhalt: Referate, pag. 161— ISl. — Litteratnr, pa?. 181—185. — Wisseiisch. Mittheilungeii : Frank, Notiz über den Zwiebelbrand, pag. 186. Müller, Einige Benieikuiigen über die von Anguillnleu anf Aehillea erzeugten Gallen, pag. 187 -188. — Instrumente, Priiparir.- u. Coii- serv.-Methoden etc., pag. 188—189. — Sannnlnngeu, pag. 189—191. — Persoiialuacluichten, pag. 192. Referate. Petit, P., P r i r i t e du n o ni G a i 1 1 o n e 1 1 a B o r y s u r 1 e ii o m Melosira A g. (Brebissonia. II. Jahrg. [1880.] No. 8.) Verf. weist auf unwiderlegbare Weise nach, dass dem Namen Gaillonella die Priorität gebührt, und schlägt vor, die Gattungen Melosira und Orthosira nur als Untergattungen für Gaillonella bei- zubehalten. (Es ist hierzu zu bemerken, dass der Name Gaillonella ursprünglich nur für G. moniliformis und nummuloides gegeben wurde, und im Falle einer Trennung der Gattung für die mit diesen Arten nahe verwandten Formen beizubehalten ist, während für die anderen Arten der Agardh'sche Name Melosira bleiben könnte. Ref.) La dessiccation faitelleperirlesDiatomees? (Sep. Abdr. aus Bull, de la soc. bot. de France 1880.) Verf. gelangt durch Versuche mit langsam eingetrockneten Diatomeen zu dem Schlüsse, dass dieselben ihre Lebenskraft be- wahren. Der Zelleninhalt sammelt sich an einem Ende der Zelle in dunklen braunen Körnern, welche sich beim Aufweichen nach und nach vergrössern, lichter werden, und schliesslich nach Verlauf von 8 Tagen das Lumen der Zelle wieder in gewöhnlicher Weise er- füllen, worauf die Diatomeen wieder ihre volle Lebensthätigkeit und Beweglichkeit erlangt haben. (Der Referent glaubt hierzu noch be- merken zu müssen , dass viele Diatomeen sich mit doppelten Hüllen umgeben [Meridion, Odontidium, Naviculae aus der Gruppe Crati- — 162 — cula , Desmogonium etc.] , die vor einem zu raschen Austrocknen schützen.) Petit weist ferner nach, dass durch rasches Eintrocknen die Diatomeen die Fähigkeit, wiederbelebt zu werden, verlieren. In austrocknenden Gräben und ähnlichen Localitäten sind aber die Bedingungen für sehr langsames Eintrocknen gegeben, so dass nach kurzem Regen die Diatomeen millionenweise wiedererscheinen können. G r u n o w (Berndorf). Petit, P., De l'endochrome des Diatom ees. (Brebissonia. IL Jahrg. No. 7. Jan. 1880. m. 1 Tfl.) Verf. hat in dieser Abhandlung eine gewiss allen Algologen erwünschte Zusammenstellung über das, was bisher über den Farb- stoff der Diatomaceen bekannt war, geliefert und eigne werthvolle Beobachtungen hinzugefügt. Dieser Farbstoff, von Naegeli Diatomin genannt, wurde ursprünglich für einfach gehalten, bis Askenasy (1867) und später Kraus und Millardet genauer seine Zusammen- setzung aus zwei verschiedenen Farbstoffen erkannten, die mit Chlorophyll und Phycoxanthin identisch, oder doch kaum davon zu unterscheiden sind. Kraus und Millardet schieden aus der ver- dünnten alkoholischen Lösung beider Farbstoffe das Chlorophyll durch Zusatz von Benzin ab, und erhielten so eine alkoholische Lösung von Phycoxanthin und eine Benzinlösung von Chlorophyll. P. erreicht diese Trennung auf vollständigere und raschere Weise durch Zusatz von Chloroform zur verdünnten alkoholischen Lösung der beiden Farbstoffe. Die verschiedene Färbung der Diatomeen rührt von verschiedenen relativen Gehalten an Phycoxanthin und Chlorophyll her. Durch Einwirkung des Lichtes und anderer Agentien wird das Phycoxanthin leicht entfärbt und es tritt dann die grüne Farbe des Chlorophylls hervor, welches bei den Diatomeen, wie bei allen anderen Pflanzen die Aufnahme von Kohlensäure und die Abscheidung von Sauerstoff' vermittelt. Die Tafel enthält die Absorptionsspectra des Chlorophylls aus andren Pflanzen und des Chlorophylls aus Diatomeen, des Phycoxanthins, sowie des Farbstoff- gemisches (Diatomin) mehrerer Diatomeen (Melosira nummuloides, Schizonema ramosissimum, Nitzschia tenuis, Diatoma elongatum), aus welchen letzteren der verschiedene Gehalt an Chlorophyll so- fort ersichtlich ist. Sowohl das Phycoxanthin wie das Diatomeen- chlorophyll haben stark fluorescirende Lösungen. Grunow (Berndorf). Crie, E., Sur les Pyrenomycetes inferieurs de la Nouvelle Caledonie. (Ueber Pyrenomyceten aus Neu-Caledonien.) (Compt. rend de Paris T. LXXXIX. p. 992.) In dem von Vieillard undDeplanche mitgebrachten Herbar — 163 — fanden sich unter andern schwer zu bestimmenden Arten von Sep- toria, Discosia, Darluca, Ipsilonia, Diplodia, Hender- sonia etc. folgende Typen: Depazea australis Nob. auf Blättern von Eustrephus; Pleospora herbarum Tul. auf Blättern von Lagenaria vulgaris; Phoma Eugeniarum Nob. auf Blättern von Eugenia; Jambosa etc.; Pestalozzia monochaeta Desm. auf Blättern von Chelodium scandens; P. austro-caledonica Nob. auf Blättern von Jonidium latifolium, J. linearifolium und J. ilicifolium; Phyllosticha apiculata Nob. auf Caesalpinia; Dilophosphora Graminis Desm. auf Stengeln von Eleocharis esculenta, welche Cyperacee in Neu-Caledonien sehr verbreitet ist. C a p u s (Paris). Ciszkiewicz, Therese von, Ueber die Gährung des schleim- sauren Ammoniaks. (In.-Diss. Bern. 8. 14 pp, Riga 1879). Nach den Versuchen der Verf. wurde schleimsaures Ammoniak, an der Luft bei 40° C. digerirt, durch Spaltpilze (kurze, 3—4 Micro- meter lange Stäbchen, untermischt mit längern Fäden) nach40tägiger Gährung fast vollkommen zu kohlensaurem Ammoniak verbrannt, während bei gewöhnlicher Temperatur (15 — 20^ C.) unter Gegenwart beweglicher Bacterien (Stäbchen von ebenfalls 3 — 4 Micrometer Länge und 0,5 — 0,6 Micrometer Dicke, die einzeln oder zu 2 — 5 gliedrigen Ketten verbunden waren), welche nicht blos auf der Ober- fläche der Flüssigkeit vegetirten, sondern dieselbe schliesslich ganz durchsetzten, eine bisher unbekannte Gährung eintrat, die am ersten der schleimigen Gährung des Zuckers zu vergleichen war. In beiden Fällen konnten durch die Gährung aus dem schleimsauren Ammoniak ausser Kohlensäure und Wasser keine gut characterisirten Spaltungs- producte in irgend welcher nennbaren Menge erhalten werden. ^ Zimmermann (Chemnitz). Bescherelle, Em., Florule bryologique de l'Ile de Nossi Be. (Revue bryol. 1880. No. 2. p. 17—23.) Nossi Be, eine französische Insel im NNW. von Madagascar, wurde in Bezug auf Laubmoose 1837 von Perville, 1849 — 1851 von Boivin untersucht. Die Namen einiger daselbst gefundenen neuen Arten (ohne Diagnosen) sind in der Revue bryol. 1877 p. 15 veröffentlicht. In jüngster Zeit wurde dieses Verzeichniss durch die Bemühungen eines Herrn Marie, der ausser Nossi Be auch Nossi Comba besuchte, auf 41 Arten vervollständigt, die theils den ge- nannten Inseln eigenthümlich, theils ihnen mit Mayotte, Anjuan oder Reunion gemeinsam sind. Die lokalen Verhältnisse machen es übrigens mehr als wahrscheinlich, dass die Zahl der aufzufindenden Laubmoose mit obiger Ziffer keineswegs abgeschlossen ist, dass viel- 11* — 164 - mehr die Inseln noch zahlreiche bisher übersehene Arten beher- bergen mögen. Verf. giebt die (franz.) Diagnosen der neuen Arten : Anoectangium Mariei Besch., Dicranella (Microdus) limosa Besch., Garckea Bescherellei C. Müll, Conomitrium (Reticularia) Mariei Besch., Fissidens Nossianus Besch., F. Comorensis C. Müll., F. flavo- limbatus Besch., F. obsolet idens C. Müll., Splachnobryum Boivini C. Müll, S. inundatum C. Müll, Calymperes decolorans C. Müll, Hyophila Potieri Besch., Syrrhopodon Nossi Beanus Besch., Macro- mitrium rhizomatosum C. Müll, Schlotheimia Nossi Beana C. Müll, Bryum alpinulum Besch., Br. Mariei Besch. (Wird fortgesetzt.) H 1 1 e r (Mering). Philibert, Notes sur quelques especes rares ou criti- q u e s. (Revue bryol 1880. No. 2. p. -27. 28.) Characterisirt eingehend die vier verwandten Arten: Trichosto- mum triumphans de Not., Tr. Philiberti Schpr., Tr. monspeliense Schpr. und Tr. pallidisetum H. Müll Verf. lässt am Schlüsse seiner Auseinandersetzung die Frage offen , ob die drei zuletzt erwähnten Arten als solche hinreichend begründet oder nicht besser als bemerkenswerthe Varietäten einer und derselben Art aufzufassen seien. Tr. triumphans de Not. hin- gegen erklärt er für eine bestimmt verschiedene, gute Art, die bisher nur in Italien (Genua : de N o t a r i s) beobachtet wurde. H oll er (Mering). Yenturi, Une nouveaute bryologique. (Revue bryol. 1880. No. 2. p. 23—26.) Giebt nach einer mehr touristischen Schilderung der Paganella (2120 m.) bei Triest die lat. Diagnose des in einer Grotte etwa 80 m. unterhalb des Gipfels neu entdeckten und von Prof. Schi m per anerkannten Bryum calcareum Vent. H o 1 1 e r (Mering). Kuntze, Otto, Methodik der Speciesbeschreibung und Rubiis. Monographie der einfachblättrigen und krautigen Brom- beeren. Mit einer Tafel in Lichtdruck und sieben statistisch-phyto- graphischen Tabellen. 4. 160 pp. Leipzig (A. Felix.) 1879. 1.5 M. „Was ist Species? Ein unklarer Begriff, der zu endlosen Streitig- keiten zwischen den Naturforschern Anlass gab. Darwin und Jordan erschütterten den Linnö'schen Speciesbegriff völlig, aber noch liegt die systematische Botanik in den Fesseln desselben.« Es muss einmal etwas Naturgemässeres an seine Stelle gesetzt werden!" Mit diesen Worten leitet der Verf. eine umfassende Bearbeitung der ein- fachblättrigen und krautigen Brombeeren ein, mit welcher „Betrachtungen über die Fehler der bisherigen Speciesbeschreibuugsmethode nebst Vor- — 165 — schlagen zu deren Aenderung" verbunden sind. Dass die Monograplicn die ilmen zukommende Aufgabe, alle bekannten und unterscheidbaren Formen einer Pflanzengruppe zu beschreiben und übersichtlich nach ihrer Verwandtschaft zu ordnen, bisher in ganz ungenügender Weise gelöst haben, geschah nach Kuntze zunächst in Folge von „Negations- fehlern", indem die Monographen von dem falschen Begriif der un- wandelbaren Species aus nur die typischen Formen verzeichneten und die Varietäten, Rassen, Zwischenformen und Hybriden vernachlässigten, ferner aus „Anordnungsmissgriffen", die u. a. darin bestehen, dass nach den De Candolle'schen Nomenclaturregeln die Abänderungsformen eines Specieskreises als einander subordinirt anstatt als coordinirte Parallelreihen betrachtet zu werden pflegen, endlich aus „Eitelkeits- miss griffen", welche die „Sammelspecies" bei den Autoren missliebig gemacht haben. „Wohin die schon jetzt unübersehbare Verwirrung, betreffs der Pflanzenspecies führen soll, wenn erst die Formenkreise von aussereuropäischen Pflanzen nach und nach besser bekannt werden, falls die Anerkennung der Species nur auf persönlicher Autorität be- ruht, ist gar nicht abzusehen, und deshalb muss die botanische Syste- matik Mittel ersinnen, die Autorität als Werthmesser durch Logik zu ersetzen." Verf macht Vorschläge, welche auf Reform der Pflanzenbeschreibung abzielen: erstens muss der bisherige Species- begriff durch andere naturgemässere Begrifte ersetzt werden, zweitens müssen die beobachteten Formenreihen und Formenkreise durch ange- messene Symbolisirung leichter zur üebersicht und zur „Registrirung" gebracht werden. Folgende „naturgemässe" Begrifl'e werden eingeführt: Eine Pflanzenform, deren nächste Verwandte gänzlich ausgestorben sind, ist eine F iniform; variirt dieselbe in hohem Grade und hat sie einen grossen Formenkreis, so wird sie zur Gregiform (Sammelspecies), die ihrerseits wieder aus Locoformen, d. h. vom Klima oder Substrat ab- hängigen Varianten, Typiformen, d. h. durch Naturauslese entstandenen, localconstanten Variationen, Ramiforraen, d. h, Loco- oder Typiformen höherer Potenz mit selbstständiger, von der der Stammformen abweichen- der Variation, Avoformen, d. h. die noch existirenden Stammformen einer Ramiform, Präformeu, d. h. die Stammformen einer Loco-, Typi- oder Versiform, Raro formen, d. h. Abweichungen von vorübergehender Existenz, Medioformen oder nicht hybride Mittelformen, Mi sto formen oder Kreuzungsformen zwischen Loco-, Typi- und Versiformen und end- lich aus Sing Uli formen, d. h. nur in einem einzelnen Organ variiren- den Formen bestehen kann. Die Ramiformen erzeugen unter veränder- ten Lebensbedingungen neue variable Rassen oder secundäre, tertiäre etc. Ramiformen; ebenso entstehen Versiformen, Typiformen verschiedenen Grades. Unter älmlichen Bedingungen verschiedener Länder entstehen — 166 — Versiformen höheren Grades, die einander sehr ähnlich sein und sich wie Vettern verhalten können: die Subgregi- und Sobriniformen. Je nachdem die Unterschiede zweier verwandter Formen sich in 1, 2, 3 etc. Merkmalen aussprechen, redet Verf. von 1-, 2- etc. werthigen Ramiformen etc. Die Variationen der Culturpflanzen endlich, die Culto- formen, werden als Domitoformen (mit unbekannter Stammpflanze), No vi formen (durch Züchtung neuentstandene Formen) mit den Unter- abtheilungen Satiformen (durch Aussaat entstanden) und Lusiformen, sowie Cultohybridoformen unterschieden. Um nun einen Ueberblick über alle Variationen einer „Gregiform" zu gewinnen, wird die Sym- bolisirung der variirenden Organe durch bestimmte Buchstaben z, B. A für Androeceum, C für CoroUe, L für Lamina, St für Stipulae etc. vorgeschlagen; die Art der Variation soll dann weiter durch laufende Zahlen angedeutet werden. Will man z. B. sagen, dass eine CoroUe 1) roth, 2) gelb, 3) weiss ändert, so schreibt man C 1, C 2, C 3. Inner- halb irgend einer „zu zergliedernden" Gregiform sind zunächst alle existirenden Singuliformen zu constatiren und zu coordinirten Parallel- reihen anzuordnen. Verf. giebt dafür mehrfache Beispiele auch aus der deutschen Flora; zum Verständniss seiner Symbolisirung mag genügen, dass z. B. Myosotis versicolor durch C 6 -|- 2 C 2 (d. h. Corolle ver- schiedenfarbig, ihre Röhre länger als der Kelch) dargestellt wird. Durch Combination der Einzelcharaktere ergeben sich z. B. für Myosotis scor- pioides L. 82914 Versiformen als möglich und wenn die Bestockungs- verhältnisse berücksichtigt werden, die Doppelzahl. Es ist besonders die Aufgabe der Lokalfloristen, die in ihrem Gebiete vertretenen Com- binationen in Bezug auf Häufigkeit, Standort, Constanz etc. zu ermitteln. Nur hervorragende Formen, wie die Locoformen M. palustris, M. alpestris, arenaria, etc. sind durch besondere Namen auszuzeichnen, für die übrigen Variationen genügt es beim Citiren z. B. zu sagen: M. scorpioides forma MüUeriana N. 127. Durch die von ihm vorgeschlagene Symbolisirung der Variationen verbunden mit tabellarischer Anordnung hofft der Verf. die Systematik in ihren Resultaten wesentlich zu vereinfachen und durch Einführung des Begriffs der Gregiform die Zahl der Finiformen, der Species im engsten Sinne, mindestens bis auf den zehnten Theil der gegenwärtigen Specieszahl herabzumindern. In dem zweiten Theile seiner Abhandlung, der Monographie der einfachblättrigen und krautigen Brombeeren, sucht Verf. die von ihm entwickelten Principien an einigen concreten Fällen, in erster Linie an dem im tropischen Asien verbreiteten, vielgestaltigen Rubus Moluccanus L. durchzuführen. Einleitend wird folgende Grup- pirung der Brombecrscctionen vorgetragen: — 167 — I. Folja omnia simplicia. A. Formae uormales: Archimonophy lli. B. Ramiformae Dactylophyllorum: Neomonophylli. IL Folia plurima simplicia: Monophylloides. III. Folia composita floralia interdum simplicia. A. Fruticosus; stipulae aequales semiaduatae. t Folia pinnata: Pterophylli. tt Folia palmata: Dacty lophylli et Neopolyphylli. B. Fruticosus; stipulae aequales latae axillares: Neoxyloides. C. Herbaceus; stipulae plerumque inaequales partim perulatae: Axyloides. Auch über die Entstehung dieser Gruppen ist Verf. unterrichtet. Die Brombeeren gingen aus 3 tropischen Urformen mit holzigem Stamm und einfachen oder gefiederten oder fingerförmigen Blättern, den Haupt- typen: Archimonophy lli, Pterophylli und Dactylophylli hervor. „Durch Einwanderung, beziehentlich thierische Einschleppung (welche bei Rubus das einzige Verbreitungsmittel in entfernte Gegenden ist) in kühlere Klimata, auf hohe Berge und in polare Gegenden, seitdem letztere kalt geworden, oder auch vielleicht durch die eintretende Abküh- lung der Erde selbst, entstanden aus den holzigen auch krautige Brombeeren, indem zartere, verkümmerte Formen erhalten blieben, die in der kürzeren Vegetationsperiode Blüthen und Früchte entwickelten; im tropischen Klima giebt es keine krautigen Rubi. Manche polare und hochalpine Formen verkümmerten noch mehr und wurden fast auf In- florescenzen beschränkt, in denen sich meist einfache Blätter finden, so- dass neue Rassen aus den getheilt-3 blättrigen Brombeeren entstanden, die ausschliesslich oder theilweise einfache Blätter zeigen. Demgemäss stehen neben den Archimonophylli jetzt Neomonophylli und Monophyl- loides, Sectionen, die den ältesten 3 Gruppen ungleichwerthig sind, die wir aber beibehalten müssen, „weil es keine bessere Eintheilung der Brombeeren giebt." — „Sowohl aus den Archimonophylli als aus den getheiltblättrigen Brombeeren entstanden und entstehen noch heute krautartige Formen; da sich indessen die krautigen Archimono- phylli noch als in innigem Zusammenhange mit ihren Stammformen stehend nachweisen lassen, werden nur die getheiltblättrigen, krautigen Rubi als Axyloides bezeichnet, eine Gruppe, die so lange bestehen dürfte, bis der genetische Zusammenhang ihrer Glieder mit den Pterophylli und Dactylophylli hinreichend erforscht ist." Aus den Archimonophylli sind 2 Raroformen entstanden, die getheilte Blätter zeigen; seinen Grund- sätzen gemäss brachte sie Kuntze in einer Subsection Neopolyphylli unter. „Aus krautigen Brombeeren mit breitgewordenen Nebenblättern entstanden, wieder holzig werdend und sich aufsteigend entwickelnd," — 168 — die holzigen Stipulares Focke's, welche Verf. als Neoxyloides be- zeichnet. Es folgt zunächst eine kurze Charakteristik der extremen und wiclitigsten Formen der Archimonophylli mit der Gregiform: R. Molucca- nus L., der Ramiforra R. versistipulatus 0, Ktze, der Locogregiform R. Anoplobatus Focke, der Subgregiform R. subherbaceus 0. Ktze und der Finiform R. Dalibarda L. nebst verschiedenen Versi-, Loco- und Typi- formen. Rubus Moluccanus typicus ist nach Verf. die Stammform aller anderen, also eine noch existirende Avoform. „Von ilim zweigten sich ab: 1) lianeuartige Waldformen in den Tropen und im Himalaya zwischen 1000 — 2500 m. Seehöhe wachsend, dazu besonders R. pyrifolius Sm. 2) schwarzbeerige, für die Verbreitung durch gewisse Vögel passende Form, die z. Th. auch lianenartig wurde, dazu besonders R. paniculatus Sm. im Himalaya. 3) Form der gemässigten Zone mit verkümmerten Hauptstengeln und Inflorescenzen : R. hibernus. Dieser änderte weiter in kaltem Klima entweder: 4) zwergiger werdend, der Hauptstengel ganz verkümmernd. Zweige laufend mit kurzen, armen, aufrechten Blüthenästchen = R. subherbaceus, oder 5) indem die astlos gewordenen, ganz verkümmerten Inflorescenzen sich wieder zu Zweigen entwickelten, wobei letztere verschiedenartige oder z, Th. fehlende Nebenblätter er- hielten ^= R. versistipulatus. Letzterer entwickelte sich aus der am meisten verkümmerten Form mit sitzenden Frühjahrsbltithen zu R. crataegi- folius mit beblätterten, sommerlichen Inflorescenzen und gleichen lanzetti- gen Nebenblättern! Gewisse Formen des R. crataegifolius werden nach dem westlichen Nordamerika durch Thiere importirt, finden sich also in Japan und Nordamerika zugleich: das ist namentlich R. medius. 6) R. medius wurde bessere rothe Insektenblüthenform ^^ R, odoratus. 7) Nach Amerika transportirter R. subherbaceus wanderte nach den östlichen Vereinigten Staaten, wurde zart und noch zwergiger, die Beeren saftlos = R. Dalibarda." An diese vom Ref. wörtlich citirten Auslassungen über den gene- tischen Zusammenhang der Archimonophylli schliesst sich eine Aufzäh- lung der Singuliformen des R. Moluccanus mit etwa 130 Nummern, dann eine grosse Tabelle, die Variabilität dieser Gregiform darstellend, hierauf Bemerkungen über die von J. D. Hooker (Flor, of British India II, 327 fi".) aufgestellten, hierher gehörigen Rubusformen, wie R. Moluccanus L., R. micropetalus Gard. , R. Fairholmianus Gard. u. a. , im Ganzen 17 Nummern. In weiterer Folge werden die vom Verf. auf seinen Reisen gesammelten und die von ihm in den Herbarien von Berlin, Leipzig, Wien, Kopenhagen, Petersburg, London, Paris und Leiden constatirten Rubi besprochen (72 Nummern). Die Blattformen finden sich auf einer Phototypie neben einander dargestellt. Dann wird ein Stammbaum der — 169 — Formen, sowie ein künstlicher Schlüssel derselben mitgetheilt. Es folgt die speciellcre Bearbeitung der Ramiform R. versistipulatiis 0. Ktze unter theilweiser Rücksicht auf eine Arbeit von Maximowicz (Bull, de l'Acad. imp. de St. Petersb, XVII. p. 146 ff.), Aufzählung der Singuli- forraen (44) , Variabilitätstabelle , Discussion der Formen und endlich wieder ein Stammbaum. In gleicher Weise werden die Variationen der Locogregiform R. Anoplobatus Focke mit 21 Singuliformeu und der Sub- gregiform R. subherbaceus 0. Ktze mit 14 Singuliformen behandelt. Den Beschluss der Gruppe bildet die Finiform R. Dalibarda, der sonst seiner saftlosen Früchte wegen generisch von Rubus getrennt wurde; jedoch kommt dies Merkmal nach Verf. auch anderen sehr verschiedenartigen Brombeeren in stärkerem oder geringerem Grade zu; auch soll sich die Abstammung des R. Dalibarda von R. subherbaceus „durch viele über- einstimmende Eigenschaften leicht nachweisen" lassen. Aus der Section der Neopolyphylli werden R. nobilis Regel und R, novus 0. Ktze (= R. Hillii F. v. Müller pro parte) als muthmass- liche Hybride betrachtet. Zu den Neomonopbylli gehört mit Sicherheit nur R. Chamaemorus L. , der als diöcisch gewordene Ramiform mit ein- fachen Blättern zur Gregiform R. Cylactis gezogen wird. Von den Mono- phylloides wird die südamerikanische Ramiform R. coriaceus Poiret — eine hochalpine Verkümmerungsform desR. roseus Poiret — mit 25 Singuli- formen und die antarktische Finiform R. antarcticus 0. Ktze (letzterer den südamerikanischen R. geoides Sm. und den tasmanischen R. Gunnianus Hk. umfassend) mit 18 Singuliformen näher beschrieben. Unter der Section der Neoxyloides und Axyloides sind 2 Gruppen zu unterscheiden: 1) Versiform von schwarzbeerigen nordamerikanischen Rubi mit zweijährigen, bestachelten, schwach holzigen, meist kriechenden Stengeln, wozu R. obovalis Mchx. (== R. hispidus L.), R. trivialis Mchx., R. flagel- laris Willd., R. Canadensis L. und R. humistratus Steud. gehören. 0. Kuntze fasst diese Arten als prostate Morifereu zusammen. Die übrigen amerikanischen Axyloides haben stachellose, fast stets nur ein- jährige Stengel und rothe Beeren und gehören zur folgenden Gruppe. 2) Die Gregiform R. Cylactis 0. Ktze. Stachellose bis drüsenborstige Kräuter mit rotben Beeren, vermuthlich von Vorigen abstammend. Dazu gehören R. triflorus L. und seine Abkömmlinge, deren wichtigste sind: Ramiform R. Fockeanus S. Kurz, der in die Neoxyloides des Hima- laya (R. nutans Wallich und R. Hookeri Focke) allmählich übergeht und andrerseits mit R. pedatus Sm. in innigem Zusammenhange steht; letz- terer soll der in Amerika verbreiteten, in der alten Welt später ein- gewanderten Avoform R. triflorus L. entstammen. Von R. triflorus zweig- ten sich ausser R. pedatus als bekannteste Formen ab: „Locoform R. saxatilis L. Mit 3 zähligen Blättern, kleineren, meist — 170 — zahlreicheren Blüthen, in Europa und Asien, (gemässigte Zone) in Berg- wäldern. Raroform R. humulifolius C. A. Meyer. Mit einfachen 3 lappigen Blättern. Russland. Locoform R. arcticus L. Mit 3 zähligen, seltner 3 lappigen Blättern, grösseren, meist einzelneu, meist rothen Blüthen. Polarländer. Ramiform R. Chamaemorus L. Mit ungetheilten Blättern, diöcischen, einzelnen, grossen weissen Blüthen; boreale Zone, Circumpolarländer." Unter der Ramiform R. Fockeanus S. Kurz werden R. Hookeri Focke, R. nutans Wallich, R. Nepalensis Hk. fil. und R. Fockeanus S. Kurz eingehender discutirt. Von der Gregiform R. Cylactis registrirte Kuntze 30 Singuliformen; ausgeprägtere dazugehörige Formen sind: R. saxatilis L., pseudotriflorus 0. Ktze, humulifolius C. A. Meyer, sub- integrifolius 0. Ktze, monanthus 0. Ktze, R. (triflorus) Americanus DC. (sub R. saxatilis), R. (arcticus) propinquus Richards, R. (triflorus) palu- dosus 0. Ktze , R. pedatus Sm. , R. Fockeanus Ö. Kurz , R. Japonicus Maxcz., R. arcticus L., R. leuciticus Fries, R. subquinquelobus Ser., R. acaulis Mich., R. pseudoarcticus 0. Ktze, R. propinquus Richards, R. castoreus Laest, R. Haellstroemi 0. Ktze und R. Chamaemorus L. Von letzterer, sonst als constant angesehenen Ramiform werden 24 Varia- tionen , darunter die Raroformen R. tenuis 0. Ktze und R. Yessoicus 0. Ktze angeführt. Er variirt u. a. mit rudimentär zwittrigen Blüthen, auch scheint er in Neufundland mit rothen Blumenblättern vorzukommen. Die Grenze zwischen R. triflorus und R. arcticus einerseits und R. Cha- maemorus andrerseits ist nach Kuntze durch seltene Zwischenformen verwischt. Letzterer zeigt jetzt Variationen, die bei seinen Stammformen nicht vorkommen. Dieses einseitige „Weitervariiren" und die geogra- phische Verbreitung deuten auf ein hohes Alter dieser Ramiform, welche „jedenfalls schon -in glacialer Periode entstand." — Mit dem Stammbaum der zur Gregiform R. Cylactis gehörigen Formen schliesst die im Aeus- seren höclist luxuriös ausgestattete Abhandlung. Loew (Berlin). Koehiie, E., Ueber dieEntwickelung der GattungenLythrum und Peplis in der paläarktischen Region. (Sitzber. d. Bot. Ver. d. Prov. Brandb. XXII. [1880.] Febr. p. 23 ff.) 1) Ueber die Unterscheidung der Gattungen Lythrum und Peplis von den näclistverwandten (p. 23 — 27). Die bereits früher vom Verf. behauptete Selbständigkeit der Gattung Rotala wird durch ein neu aufgefundenes Merkmal noch exakter nachgewiesen: die Wandung der reifen Kapsel erscheint bei durchfallendem Licht sehr fein quergestreift, wegen starker Querstreckung der subepider- raalen Zellen. FürNesaea wird die vollständige Fruchtknotenst heide- wand als wichtiges Unterscheidungsmerkmal von Lythrum mit ober- — 171 — wärts unterbrochener Seheidewand angenommen, überhaupt die Bedeutung dieses Charakters für die natürliche Anordnung der Lythraceen-Gattungen hervorgehoben. 2) Uebersicht der paläarktischen Arten von Peplis und Lythrum (p: 27 — 31), nebst Bemerkungen zu einzelnen Arten (p. 31 — 34). Peplis wird auf 2 altweltliche Arten beschränkt, Lythrum auf 13, welche in 2 Untergattungen und 3 Sectionen der einen Untergattung gebracht werden. Die Unterschiede der Gruppen und der Arten sind kurz angegeben. 3) Die geographische Verbreitung der einzelnen Arten (p. 34 bis 41), der Gruppen (p. 41 — 42) und Charakterisirung der Grise- b ach 'sehen Floren gebiete durch die aufgezählten Arten (p. 42 — 44). Nachweis, dass die 15 Arten, mit Ausnahme von zweien, welche weiter verbreitet sind, für die paläarktische Region charakteristisch sind, die meisten sich aber vorherrschend im Mediterran- und im Steppengebiet (im Sinne von Grisebach) finden. P. Magnus fügt p. 44—45 betreffs Lythrum Salicaria L. und L. Hyssopifolia L. hinzu, dass er beide Arten in Nordamerika nicht für eingeschleppt, sondern für ursprünglich einheimisch halten möchte. Baillon, H., Sur un Gaertnera de l'Afrique tropicale occi- dentale. (Bull. mens, de la soc. Linn. de Paris. Fevr. 1880. n. 30. p. 235—236.) Diese Loganiaceen-Gattung war früher nur von den Mascarenen und aus Ostindien bekannt, gehört aber auch dem Westen des tropischen Afrika an (vergl. Hist. d. pl. VIL 412); am Gabun, Duparquet u. Griffon de Bellay n. 232; Rio Pongos in Senegambien, Hendelot n. 888, beides G. occidentalis Baill. Es folgt eine kurze Beschreibung, woraus hervorzuheben, dass die Nebenblätter zu einer cylindrischen Scheide von halber Länge der Internodien verwachsen sind. Blütenstand: eine mehrfach verzweigte, grosse, aus Cymen zusammengesetzte Traube; alle Auszweigungen in den Cymen oppo- nirt. Der Habitus zeigt Aehnlichkeit mit Uragoga, (von der die Art nur durch den oberständigen Fruchtknoten abweicht), wodurch die nahe Verwandtschaft beider Gattungen bestätigt wird. — — Sur la tribu des Labordiees. (Bull. mens, de la soc. Linn. de Paris. Fevr. 1880. n. 30. p. 238-240.) Gruppe der Loganiaceen mit der einzigen Gattung Labordia, wurde früher von Geniostoma (Gr. der Euloganieen), die eine im- bricirte CoroUe, eine Kapselfrucht und eingeschlechtige Blüten hat, durch klappige Corolle, trockne Beerenfrucht und hermaphrodite Blüten unterschieden. (Vgl. Bth. Hook. gen. H. 792.) Aber viele — 172 — Labordia- Arten haben eingeschlechtige oder polygamisch -diöcische Blüten, imbricirte oder noch häufiger gedrehte Corollen. An L. ti- nifolia wird ausführliclier der Beweis geführt, dass Labordia ganz in Geniostoma aufgenommen werden müsse als Section Darbolia (L, tinifolia) und Section Rabdolia (die übrigen Labordien). Geniostoma will Verf. dann zu den Apocyneen stellen trotz Vorhandenseins von Nebenblättern. Als neue Arten werden kurz besprochen: G. (L.) Echitis (Hawaii, Remy 363 bis); G. Cyrtandrae (Oahu, Remy 358 bis); G. Re- myana (Hawaii); G. hedyosmifolia (Hawaii, Remy 362), vielleicht eine Form von L. fragraeoidea Gaud., ebenso G. Molokaiana (Molokai, Remy 363). Koehne (Berlin). Holmes, W. H., Fossil f o r e s t s o f t h e v o 1 c a n i c t e r t i a r y formations of thc Yellowstone National Park. (Bull. of the U. St. geol. and geogr. Survey of the Territories. Vol. V. No. 1. p. 125—132.) In den bis zu 5500 Fuss mächtigen Schichten des „Volcanic Tertiary" im Thale der East Fork sind eine grosse Anzahl ver- kieselter Baumstämme eingeschlossen, welche theils in horizontaler Lage den Schichten eingebettet sind und in diesem Falle bei einer Maximaldicke von 5—6 Fuss eine Länge von bis 60 Fuss erreichen, theils aufrecht in ihrer ursprünglichen Lage sich befinden, wobei nicht selten an deren unterem Ende in die liegende Gesteinsschicht hinabgehend die sich verzweigenden Wurzeln erhalten sind, während die meist hohlen Stämme nach oben zu abgebrochen erscheinen. Die Holzstructur ist im verkieselten Zustande sehr gut erhalten. Neben eingehender Schilderung werden diese Verhältnisse durch eine Profilzeichnung erläutert. Aeste, Wurzelfasern, Blätter und Früchte, welche ausser diesen Stämmen in denselben Schichten vorkommen, gehören nach den Bestimmungen von L. Lesquereux zu Aralia Whitneyi, Magnolia lanceolata, Laurus canariensis und zu noch nicht beschriebenen Species von Tilia, Fraxinus, Diospyros, Cornus, Alnus und Pteris. Diese Species, welche zum Theil mit den von Whitney in den ,,Chalk Bluffs" gesammelten übereinstimmen, deuten auf obermiocänes oder unterpliocänes Alter der betreffenden Schichten, während die 15 Meilen davon entfernten und volle 1000 Fuss tiefer gelegenen „Elk Creek" Schichten, welche ebenfalls z. Th. prächtige Baumstämme einschliessen , keine Species mit jenen ge- meinsam haben, sondern nach "Lesquereux dem Eocän zuzu- zählen sind. Miller, S. A., Catalogue of fossils found in the Hudson River, Utica slate and Prenton Groups, as exposed in the southeast part of Indiana, south west part of Ohio — 173 — and northern part of Kentucky. (Ann. reports of the Geol. Survey of Indiana. Indianopolis 1879. p. 22 — 28.) Aus diesen hängendsten Schichten des nordamerikanischen Unter- silurs werden folgende Arten aufgeführt, jedoch ohne Beschreibung: Aristophycus ramosus Mill. & Dyer und var. germana. Hud. Riv. Gr. — Arthraria biclavata Mill. Hud. Riv. Gr. — Blastophycus diadematus Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. untere Abth. — Bythotrephis gracilis Hall u. var. intermedia. Hud. Riv. Gr. — Bythotrephis r a m u 1 o s a Mill. Utica slates Gr. — Chloephycus plumosus Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. untere Abth. — Dactylophycusquadripartitus Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. untere Abth. — D a c t y 1 o p h y c u s t r i d i g i t a t u s Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. untere Abth. — Dystactophycus mamil- 1 a c e u s Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. obere Abth. — Heliophycus stelliformis Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. — Sicrophycus fl ab eil US Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. obere Abth. — Rhys- sophycus asper Mill. & Dyer; bilobatus und pu- dicus Hall; Hud. Riv, Gr. — Trichophycus lanosus Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. obere Abth. — Trichophycus sul- c a t u s Mill. & Dyer. Hud. Riv. Gr. untere Abth. — L o c k i a siliquaria James. Utica slateGr. (James beschrieb 1879 im „Pa- laeontologist" diese „Schoten ähnliche" Pflanze.) Peilophytum gracillimum Lesqx. Utica slate und Hud. Riv. Gr. untere Abth. (Vom Verfasser jedoch als Dendograptus gracillimus zu den Grapto- lithen gezählt. Ref.). Protostigma sigillarioides Lesqx. Hud. Riv. Gr. obere Abth. (Vom Verf. jedoch den Meerespflanzen zugezählt. Ref.). Sphenophyllum primaevum Lesqx. Hud. Riv. Gr. (?). [Wenn überhaupt ein Fossil, vom Verf. zu den Grapto- lithen gerechnet. Ref.]. (Die Schreibweise Millers weicht insofern von der gewöhnlichen ab, als er Rüsophycus schreibt und diesem Worte, wie allen übrigen mit phycus zusammengesetzten Wörtern, sächliches Geschlecht giebt. Ref.J 'Collett, John, List of fossils of the carboniferous for- mation of Harrison County, Indiana 1878. (1. c. p. 313—340.) Es werden folgende Pflanzenarten (revid. von R. P. Whit- field) aufgezählt: C a u 1 e r p i t e s cf. m a r g i n a t u s Lesqx. Goal measures, ehester Gr., Knobstone Gr. — Chondrites Colletti Lesqx. Goal measures, Chester Gr., Knobstone Gr. — Stigmaria ficoides Brong. , cf. undulata Goepp. , stellata Goepp. Goal measures. — Stigmaria ficoides Brong. Chester Group. (Subcarboni- — 174 — ferous System). — S i g i 1 1 a r i a cf. r e n i f o r m i s Broiig. Chester Gr. Zwei HO V. spec. aus den Goal measures. — Lepidophyllum brevi- folium Lesqx. und (?) imbricata Sternb. aus den Goal measures. — Galamites cannaeformis Schloth. und 2 nov. spec. aus den Goal measures. — Gordaitesborassifolius Sternb. u. G. angus- tifolius Lesqx. Goal measures. — Trigo'nocarpus olivaefor- mis Lindl. & Hutt. und trilocularis Hildreth. Goal measures. — Garpolithus fasciculatus Lesqx. Goal measures. Rothpletz (Leipzig). CelakoTsky, Ladislav, „Analiticka kvetena ceskä". (Flora von Böhmen, analyt. bearbeitet). 8. 14 und 412 pp. Prag 1879. Der Bearbeitung des Stoffes hat Verf. sein Hauptwerk über die Flora von Böhmen, „Prodromus kveteny ceske", zu Grunde gelegt und mit Rücksicht auf den Anfänger zur Bestimmung der Gattungen ein künstliches System aufgestellt, jedoch mit strenger Berücksichti- gung der in morphologischer Beziehung wichtigen Unterscheidungs- merkmale. Das System zerfällt in 7 Hauptabtheilungen: Grypto- gamae, Diclines, Imperfectae , Trimerae , Monochlamydeae , Sympe- talae und Ghoripetalae. (Diese Eintheilung steht dem natürlichen System viel näher, als das sonst für Excursionsbücher und ähn- liche Werke gern angewandte Sexualsystem, ohne dass sie dem An- fänger so viel Schwierigkeiten bietet, wie das erstere. Ref.) Die weitere Anordnung des Buches ist nach dem natürlichen System gehalten. Die Diagnosen sind bündig ohne nachtheilig kurz zu sein. Die Standorte sind nur bei den seltensten Pflanzen angeführt, doch die allgemeine oder beschränkte Verbreitung jeder Art durch Ab- breviaturen angegeben. Verf. theilt Böhmen^ in 6 botan. Haupt- bezirke ein und diese wieder in 20 Unterbezirke, deren Begrenzung auf einem beigegebenen Kärtchen ersichtlich ist. Zahlreiche interes- sante Funde in der Flora von Böhmen, die seit dem Erscheinen des Prodromus gemacht wurden, sind hier bereits nachgetragen. Als Anhang folgt schliesslich eine analyt. Bearbeitung der böhm. Gha- raceen (im Prodromus nicht enthalten), von denen vonNitella 7 Arten,* von Chara 9 Arten aufgezählt werden. Poläk (Prag). Beck, Gull ther, Zur Flora von Nieder-Oesterreich. (Verhandl. d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien. XXIX. [1880.] Sitz.-Ber. p. 4—10.) Die Angaben betreffen hauptsächlich das Gebiet des Oetscher und enthalten Nachweise über das Vorkommen von 129 Arten und 10 vermeintlichen Bastarden. Neu für Nieder-Oesterreich sind: die 3 Varietäten Botrychium Lunaria Sw. /. incisum Milde (Sonnwend- stein), Primula Glusiana Tsch. var. foliis crenatis Schm. (kleiner Oetscher) und Sorbus Ghamaemespilus Gz. /. discolor Neilr. (Vor- — 175 — alpe). Phytographische Bemerkungen finfien sich bei Bromus inerniis Leyss., Loliuiii perenne L. ;'. ramosum Roth., Carex alba Scop., Tofjeldia calyculata Whlbg, Liliiim Martagon L., Piatanthera bifolia Rieh. — Pinus Mughus Scop., Doronicum austriacum Jcq. — Gen- tiana asclepiadea L. — Veronica Chamaedrys L. — Saxifraga Aizoon L. und Anemone Hepatica L. Mühlicb, Alois, Zur Flora von Nieder-Oesterreich. (Verhdl. d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien. XXIX. [1880.] Sitzber. p. 14—17.) Verf. berichtet zuuächst über abnorme Bildungen bei Linaria vulgaris, Verbascum phlomoides, Galanthus nivalis, Orchis fusca, Gymnadenia conopsea, Scilla bifolia, Globularia cordifolia, Thesium ebracteatum und Echinospermum Lappula und bespricht sodann das Vorkommen von 13 Arten in der Umgebung von Wien, grossen- theils Wanderpflanzen oder zufällige Erscheinungen. Bruhiii, Th., Neue Entdeckungen in der Flora Wiskonsins. (Verhdl. d. k. k. zool.-bot. Ges. Wien. XXIX. [1880.] Sitzber. p. 42-43.) Nachtrag zu früheren Veröffentlichungen des Verf. Er enthält 15 Arten, von denen Vicia tetrasperma Schub, neu für W. ist. (Ohne specielle Standortsangabe.) Phytographische Notizen befinden sich bei Polanisia graveolens Raf., Oenothera biennis L, (von der 2 Varie- täten beschrieben werden) und Eragrostis major Host. Ausserdem findet je eine Missbildung an Phaseolus nanus und Raphanus sativus Erwähnung. Freyn (Wien). Kühn, Julius, Beobachtungen über den Steinbrand des Weizens. (Oesterr. Landw. Wochenbl. VI. 1880. No. 1 u. 2.) Brandige Weizenähren aus Ungarn zeigten an einer Seite mehr oder weniger zahlreich, zum Theil ausschliesslich gesunde, normal gebildete Weizenkörner. Der Brand selbst war durch Tilletia laevis Kühn veranlasst, deren Abweichung von T. Caries Tul. er- örtert und deren Keimungsweise durch Abbildungen erläutert wird. Schon früher (Oesterr. landw. Wochbl. , Jahrg. 1877, S. 327) hatte Haberlandt die Vermuthung ausgesprochen, dass die Breitseite der Aehren eines Feldes nach einer bestimmten Himmelsgegend orientirt sein könnte, und dass „eine bestimmte Orientirung der Aehren gegen die Morgen- und Abendsonne auf eine ungleiche Entwickelung des Brandpilzes in der rechts- und linksseitigen Hälfte derselben Einfluss haben könnte". Da aber schon vor dem ersten Hervortreten der Aehren aus den Scheiden das Eindringen des Brandmyceliums in die Fruchtknotenanlagen erfolgt ist, so muss die Ursache einer einseitigen Verbreitung desselben schon früher sich geltend machen. Der Verf. führt mehrere Beobachtungen an, welche - 176 — dafür sprechen, dass der Feuchtigkeitsgehalt der Pflanzen, das Maass der Imbibition der Zellmembranen von Bedeutung für die Ausbrei- tung und Entwickelung des Brandmyceliums sei. Auch ein mit Eoggenpflanzen , die durch ürocystis occulta sicher inficirt waren, ausgeführter Versuch spricht hierfür. Bei demselben erzeugten unter normalen Feuchtigkeitsverhältnissen erwachsene Pflanzen eine reiche Fülle von Roggenstengelbrand, während Pflanzen, die so trocken gehalten wurden, dass sie eben nur noch zu dürftiger Ent- wickelung gelangen konnten , nicht eine Spur von Brandbildung wahrnehmen Hessen , obgleich auch bei jeder einzelnen von ihnen das Eindringen der Keimfäden von ürocystis constatirt worden war. — Es wird nun darauf hingewiesen , dass die der Sonne und der herrschenden Windrichtung zugekehrten Blätter einer Halmseite mehr Wasser verdunsten. Wird bei vorschreitendem Austrocknen des Bodens das verdunstete Wasser nicht rasch genug von den Wurzeln her ersetzt, so wird das Maass der Imbibition auf dieser Halmseite vermindert. Da dieser Umstand der Ausbreitung des Brandmyceliums nicht günstig ist, so wird dasselbe vorzugsweise auf der anderen Seite seinen Weg nehmen und somit reichlicher oder ausschliesslich den Blütenanlagen dieser Seite des Halmes, resp. der Aehrenspindel sich zuwenden. Die Veranlassung zu einem häufigen und regelmässigen Auftreten gesunder Weizenkörner an einer Seite von Brandähren würde sonach „in einer relativ grösseren Trockenheit des Bodens nach Beginn des Schossens zu suchen sein, welche in Verbindung mit einseitig gesteigerter Verdunstung der der Sonne oder herrschenden Windrichtung zugewendeten Blattreihen ein etwas ungleiches Maass der Imbibition der Halmseiten und da- mit eine ungleiche Ausbreitung des Brandmyceliums hervorruft". Verf. vermuthet auch, dass in abweichenden Imbibitionsverhältnissen es begründet sei, wenn manche Varietäten der Cultur])flanzen we- niger leicht von Pilzparasiten leiden. So ist der „Blumenweizen" eine derjenigen Abänderungen des gemeinen Weizens, welche zwar auch brandig werden können, aber dem Brand auch bei directer Infection weniger leicht und weniger häufig unterliegen, als viele andere Weizensorten. Kühn (Halle). Thttmeii, F. von, Die Pocken des Weinstockes. (Wien 1880.) Dieses Schriftchen referirt über Beobachtungen des Verfassers, die derselbe in Südtirol angestellt hat, über eine Krankheit des Weinstockes, die durch Gloeosporium ampelophagum veranlasst, als Pocken -Krankheit bezeichnet wird. Seit 1876 tritt dieser Pilz be- sonders in Italien und den südlichen Provinzen Oesterreich's in epidemischer Weise auf und zerstört öfters ein Viertel oder gar die — 177 — Hälfte und mehr der Ernte. Der Pilz bildet braune, im Centrum grau- oder röthlich-bereifte Flecken, die anfangs fast kreisrund sind, später oft zusammenfliessen. Sie bestehen aus einem mehrschichtigen Lager blass-brauner, polyedrischer Zellen, die nach oben farblos werden und sich hier zu den kurzen Sterigmen (Conidienträgern) zuspitzen. Die Conidien sind kurz, elliptisch oder eiförmig, farblos, 5—6 mm. lang, 2,5 — 3,5 mm. dick. — Die Entwickelung und massenhafte Ausbreitung des Pilzes hängt besonders von den Feuchtigkeitsverhältnissen ab. Es wird empfohlen, die kranken Theile abzuschneiden und zu ver- brennen. Winter (Zürich). Hoehnel, F. tou, Weitere Untersuchungen über den Ab- lösungsvorgang von verholzten Zweigen. Mit 1 Tafel. 4*^; 12 pp. (A. d. „Mittheil. a. d. forstl. Versuchswesen Oester- reichs" Bd. IL Heft 2. p. 247 ff.) Anschliessend an die im I. Bande dieser Mittheilungen veröffent- lichten Resultate über die anatomischen Ursachen der Zweigab- sprünge zeigt der Verf., dass in allen untersuchten Fällen bei der Abtrennung von Zweigen eine Mohl'sche Trennungsschicht thätig ist, die durch gewisse anatomische Eigenthümlichkeiten der Zweig- basis „Trennungszone" ermöglicht wird. Salix hat keine echten verholzten Absprünge, wirft aber viele einjährige unverholzte Triebe, deren Gefässbündel in der Trennungszone verschmälert sind, durch eine complicirt gebaute Trennungsschicht ab , die aus 3 Schichten besteht, von welchen die oberste verholzt, die mittlere verkorkt und die unterste die eigentliche Trennungsschicht ist. Etwas ähn- liches zeigt sich bei manchen Prunus Padus-Absprüngen. Die Tren- nungszone ist durch den fast gänzlichen Mangel der Verholzung, das Ueberhandnehmen des Parenchyms in Holz und Rinde, das Zu- rücktreten der Gefässe, Tracheiden und der Sklerenchymelemente und einige andere Eigenthümlichkeiten ausgezeichnet ; z. B. Quercus, Populus, Prunus Padus. Bei den Absprüngen von Thuja occiden- talis, den Stauch trieben von Pinus reisst der verengte Holzkörper mechanisch. Bei den Laubhölzern, mit Ausnahme von Salix, durch- setzt die Trennungsschicht den ganzen Holzkörper, dessen Gefässe, Libriformfasern etc. zum Theil schon vor dem Abfalle der Zweige mechanisch reissen, durch das Wachsthum der Trennungsschicht in die Dicke. Bei der Entstehung der Trennungszone, die 2 — viel- schichtig sein und aus einer oder mehreren Zellschichten entstehen kann, finden im Gegensatze zu den Blättern meist keine Längs- theilungen statt. Die Zellen der Trennungsschicht fallen oft durch ihre Grösse auf (Ulmus, Prunus serotina). v. H e h n e 1 (Mariabrunn). 12 — 178 — Breitenlohuer, J., Der Eis- und Duftanhang im Wiener Walde. (Forsch, a. d. Gebiete d. Agriculturphysik , hrsg. von Wollny. Bd. IL Heft 5.) Es giebt Winter und Gegenden, wo bei gewissen atmosphärischen Zuständen jene aussergewöhnliche Condensationsform des Wasser- dampfes auftritt, welche als Duft- und Eisanhang bekannt ist. Ein seltenes Zusammentreffen von Umständen begünstigte vom 27. Januar bis 4. Februar 1879 im Wiener Walde eine ausserordentliche Ent- wickelung dieser forstlichen Calamität, Oceanische und continen- tale, also zwei in Temperatur und Feuchtigkeit so verschiedene Luftströmungen erzeugen sowohl den Duft- als Eisanhang. In der Umgebung von Paris stellte sich das Glatteiswetter um fünf Tage früher ein als in Wien. Inzwischen herrschte in der Schweiz das charakteristische Föhnwetter. Der Artikel enthält eine Schilderung des intensiven Phänomens im Wiener Walde , die Gewichtsermittelung der Eisbelastung an Zweigen verschiedener Bäume, die meteorologischen Zustände in der Umgebung von Wien und an zwei alpinen Stationen und gleich- zeitige , mehr zufällige Beobachtungen in höheren Regionen der Schweiz. Die Erscheinung erklärt sich, entgegen der Ansicht einiger Physiker, welche sich hierbei auf die sogenannte Surfusion des Wassers stützen , in ungezwungener Weise aus der blossen Combi- nation der meteorologischen Factoren. Erwähnenswerth ist noch die Thatsache, dass der Eisanhang zwischen Frankreich und Ungarn nur strichweise auftrat und in seiner östlichen Begrenzung die stärkste Ausbildung zeigte. Breitenlohuer (Wien). Gurnaud, La lumiere, le couvert e^ l'humus, etudies dans leur influence sur la Vegetation des arbres en foret. [Licht, Bestand und Humus; ihr Einfluss auf die Vegetation des Hochwaldes.] (Compt. rend. de Paris. T. XC. No. 3. p. 144.) Aus seinen, seit 1861 fortgesetzten Beobachtungen schliesst Verf. 1) Dass das Licht, welches zwischen dem Laube des Hoch- waldes zur Erde gelangt, der Entstehung von Kohlensäure aus den die Humussubstanz bedingenden Zersetzungen Vorschub leistet, dass 2) das Wachsthum des Hochwaldes abnimmt, obgleich das Laub frei und direkt den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist, wenn das Unter- holz dem Lichte den Zutritt zum Boden versperrt und dessen Re- flex-Wirkung auf den Gipfel der Bäume vermindert; dass 3) diese reflexe Licht- Wirkung eher durch die Zusammensetzung des Unter- holzes, als durch irgendwelche andere Ursache beeinflusst wird, da nach Ausrottung der schiefstehenden Schösslinge die fortbestehenden — 179 — senkrechten dieser Wirkung kein Hinderniss entgegenstellen, und dass 4) bei zu dichtem Unterholz der Humus einen Theil seiner Wirk- samkeit verliert analog dem Stallmist, der, zu tief liegend, während einiger Jahre unwirksam ist. C a p u s (Paris). Pasteiir, L., Sur les maladies virulentes, et en parti- culier sur la maladie appelee vulgairement cholera des poules. (Comptes rend. de Paris. Tom. XC. p. 239 ff.) Pasteur geht davon aus, dass durch die von ihm seit 23 Jahren angestellten Versuche die Unrichtigkeit der Liebig'schen Ansicht von der chemischen Natur der Fermente erwiesen sei, dass man die Fermente vielmehr als lebende Wesen und die Gährungser- scheinungen als Ernährungserscheinungen ansehen müsse. Bald habe sich auch der Arzt dieser Erkenntniss bemächtigt und sich nachzuweisen bemüht, dass auch das Virus oder die Contagien belebte Wesen seien. Bei verschiedenen Krankheiten sei dies ge- lungen, bei einer grössern freilich habe man das Virus noch nicht isoliren und noch weniger lebend zeigen können. Ueberhaupt ver- einige sich Vieles, um aus diesen pathologischen unbekannten Grössen mysteriöse Krankheitsursachen zu machen. So zeige besonders auch die Geschichte der Krankheiten, die sie hervorrufen, ganz ausser- ordentliche Umstände, worunter in erster Linie jedenfalls auch der zu setzen sei, dass eine solche Krankheit einen Organismus nie oder doch nur höchst selten zum zweiten Male befalle Es sei dies eine Thatsache, die man seit undenklichen Zeiten (in Indien) gekannt und die zur Impfung geführt habe. Wunderbar müsse hierbei aller- dings erscheinen, dass das Gift einer mildern virulenten Krankheit, der Vaccine, vor einer schwerern, der Variola, schütze. P. glaubt über derartige Erscheinungen verschiedene Aufklärungen geben zu können. Die Untersuchungen, die er nach dieser Beziehung hin machte, betrafen die Hühnercholera (cholera des poules), eine auf Viehhöfen sehr gefürchtete Krankheit, von der Professor Toussaint in Toulouse den Infectionsorganismus, wenn auch nicht aufgefunden, so doch sicher als die eigentliche Krankheitsursache nachgewiesen hatte. Diesen Microorganismus cultivirte P. in einer Bouillon von Hühner- fleisch, die er durch kohlensaures Kali neutralisirt und durch eine Erhitzung bis über den Siedepunkt (110 — 115" C.) sterilisirt hatte. Die Vermehrung in dieser Flüssigkeit grenzte ans Wunderbare. In wenig Stunden begann die klarste Bouillon sich zu trüben und er- füllte sich mit einer unendlichen Menge kleiner, in der Mitte leicht eingeschnürter Körperchen von äusserster Zartheit, die aber nicht die geringste Beweglichkeit zeigten. Bei der Weitercultur dieses 12* — 180 — Microorganismus fand sich, dass er in Hefewasser (eine Abkochung von Bierhefe in Wasser, die durch Filtration vollkommen klar und durch Erhitzung bis über den Siedepunkt steril gemacht wurde), in dem, besonders nach vorgängiger Neutralisirung, viele andere Bacterien, wie z. B, das des Milzbrandes, sich ganz ungewöhnlich üppig ent- wickelten, nicht gedieh, sondern in weniger als 48 Stunden unter- ging. Dieser Umstand scheint P. vergleichbar mit der Unwirksam- keit, die manche Ansteckungsorganismen bei Einimpfung in gewisse Thierspecies zeigen. Die Unfruchtbarkeit des mit diesen Organismen besäten Hefewassers war ihm zugleich ein werthvolles Mittel zur Prüfung der Reinheit seiner Culturen, denn das Hefewasser blieb stets klar, sobald er nur den betreffenden Organismus ausgesät hatte, während es sich sehr bald trübte, sobald die Cultur durch andere Microorganismen verunreinigt war. Ferner fand P. bei seinen Impfversuchen, dass Meerschweinchen, die mit dem in Rede stehen- den Microorganismus geimpft wurden, keine Allgemeinerkrankung zeigten, wie Hühner und Kaninchen, sondern dass sich bei ihnen die Entwicklung des Bacteriums localisirte, indem sich nur ein Ab- scess bildete, wobei aber das Thier völliges Wohlbefinden zur Schau trug, nichts von seiner Fresslust einbüsste und dergl. m., während die geimpfte Eitermenge aus diesem Abscesse, die die Ansteckungs- organismen stets in reichlichem Maasse enthielt, Hühnern und Ka- ninchen tödtlich wurde. P. weist hierbei auf die Einfachheit der Erklärung verschiedener Ansteckungsvorgänge hin, die uns ohne Kenntniss der vorgängigen Thatsachen geradezu wunderbar er- scheinen müssen. Während nun die in einer bestimmten Weise vorgenommenen wiederholten Culturen auch bei noch so vielmaliger Wiederholung die giftige Wirkung des Ansteckungsorganismus nicht verringerten, gelang es P. aber doch, durch gewisse Aenderungen in der Culturweise, die er vorläufig nicht näher mittheilen will, eine Schwächung derselben herbeizuführen ~ und dies bezeichnet er als den Schwerpunkt seiner Arbeit. Impfversuche ergaben nämlich, dass die Einimpfung des geschwächten Ansteckungsorganismus bei den betreffenden Thieren wohl die Krankheit, aber nur ganz aus- nahmsweise den Tod . herbeiführte und ebenfalls vor einer Wieder- kehr der Krankheit schützte, dass sich also nach seiner Ansicht der geschwächte Ansteckungsstoff" zum bösartigen ganz in derselben Weise verhalte, wie das Gift der Kuhpocken (vaccine) zum Blattern- gift (Variola.) Zimmermann (Chemnitz). Orothe, H., Textil fasern: lute. (Dtsch. allg. polyt. Ztg. f. Textil-Ind. 1880. No. 1.) Corchorus olitorius wird nun auch in Amerika (Florida, Mis- — 181 — sisipi, Louisiana, Texas, Georgia) gebaut, ferner in Brasilien, Au- stralien; dann in Algier, Guyana, Mauritius, Caledonien; seit Alters her in Indien , Sunda-Inseln , China , Egypten. 1872 — 73 wurden 800 Mill. Klgr. lute erzeugt. Die nordpersische Faser Kanaf ist lute. In China heisst die Faser der Sida retusa auch lute. V. Hoehnel (Mariabrunn). B. F. J. The trees and gardens of Mobile. (The Culti- vator and Country Gentleman Albany 1879. p. 820.) Prachtvolle immergrüne Bäume und Sträucher zieren Strassen und Anlagen. Besonders häufig sind : Life-oak (Quercus sp ?), Mag- nolia grandiflora, water-oaks (Quercus palustris ?), langnadelige Kiefer (Pinus palustris?), pitch-pine (P. rigida?) und rothe Ceder, dann gem. Jasmin, Magnolia fuscata, Hex Cassine (zu Hecken) etc. Wittmack (Berlin). Litteratur. Henslow, tJ. , Botany for Children: an Illustr. Element. Text - Book for Junior Classes and young Children. 8. 96 pp. London (Stanford) 1880. 4 s. M'Alpine D. and A. N., Biological Atlas: a Guide to the Practical Study of Plants and Animals, adapted to the requirements of the London Univ. Sc. and Art Depart. and for use in Schools and Colleges; w. accomp. Text, cont. Arran- gement and Explanation, Equivalent Terms, Glossary, and Classification. 423 Figg. and Diagrams. 4. London (W. & A. K. Johnston) 1880. 7 s. 6 d. Brendel, Fred., Historical sketch of the science of botany in North - America from 1635—1858. (Sep.-Abdr. aus Araer. Naturalist, Dec, 1879.) 8. 32 pp. Klein, Herrn. J., Die Fortschritte der Botanik. I. (Sep.-Ausg. a. d. Viertelj.- Rev. d. Naturw. 8. 146 pp. Köln u. Leipzig [E. H. Mayer] 1879; Ref.: Oesterr. Bot. Ztschr. 1880. No. 4. p. 133.) M. 2. 20. Ambronn, H., Ueber einige Fälle von Bilateralität bei den Florideen. (Bot. Ztg. 38. Jahrg. 1880. Nr. 13. p. 209—216; No. 14. p. 225—233. [Schluss.]) Schnetzler, Note sur une algue aerienne (Chroolepus Jolithus). (Bull, de la Soc. vaud. des sc. nat. Ser. 2. Vol. XVI. Nq. 82.) Serres, Hector, Note sur l'Anabaine de la fontaine chaude de Dax. Av. 1 pl. (Bull, de la Soc. de Borda ä Dax. V. [1880.] fasc. 1. p. 13—23.) Lanzi, I funghi della provincia diRoma. (Atti dell' Accad. pontif. de' nuov. linc. XXXU. sess. 19 geun.) Schröter, J., Entwickelungsgeschichte einiger Rostpilze. (Sep.-Abdr. aus Cohn's Beitr. z. Biol, d. Pfl. Bd. Hl. Heft 1. p. 51—93.) Im Auszuge mitgetheilt von Wilhelm Voss. (Oesterr. Bot. Ztschr. 1880. No. 4. p. 118-122.) Schnlzer von MUggenburg, Stephan, Mykologisches. [Fortstzg.] (I. c. p. 107—111.) Theorin, F. (r., Hymenomycetes Gothoborgenses. 8. Lund 1879. M. 1. Coppola, Contribuzione alla storia chimica dello Stereocaulon Vesuvianum. (Ga- zetta chim. ital. X. fasc. 1. Palermo 1880.) Leitgeb, H., Das Sporogon von Archidium. 8. Wien (C. Gerold's Sohn; Comm.) 1880. 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Just, Botanischer Jahresbericht für 1877, p. 122) für die Zwiebelcultur in Amerika hat, indem er auch schon junge Samenpflanzen ergreifen, ihre Zwiebelbildung vereiteln und sie zeitig zu Grunde richten soll, dürfte sein Auftreten in Europa Beach- tung verdienen. Der Pilz stimmt ziemlich genau mit der von Farlow gegebenen Beschreibung überein , nicht bloss in den Sporen , welche 0,013 — 0,022 mm. im Durchmesser halten und meist nur aus einer, sel- tener aus zwei grossen centralen Zellen, aber sehr vielen Nebenzellen zu- sammengesetzt sind, sondern auch in der bemerkenswerthen Eigenthüm- lichkeit, dass Mycelium und Sporen zwischen den Zellen der Nährpflanze sich bilden. Ueber sein Vorkommen in Europa liegt bis jetzt nur eine Bemerkung Schröter 's (Bemerkungen und Beobachtungen über einige Ustilagineen , in Cohn's Beitr. z. Biologie der Pflanzen. 2. Bd.) vor, der im Herbarium der Universität Strassburg ein Exemplar des Pilzes auf Allium Cepa fand, welches in Südfrankreich gesammelt worden ist. Es würde die Frage zu beantworten sein, ob dieser Brand eine selbst- ständige Art ist, oder ob er specifisch identisch ist mit anderen in vege- tativen Theilen von Liliaceen und Colchicaceen vorkommenden Urocystis- Formen. Als solche kennt man die U. Colchici Rabenh, in den Blättern von Colchicum autumnale, zu welcher Fuckel (Symbolae mycologicae, p. 41) auch die auf Allium rotundum, Scilla bifolia, Muscari comosum und Paris quadrifolia vorkommenden Formen rechnet, die Urocystis magica Passer, in den Blättern von Allium magicum, und die Urocystis Ornithogali Kcke in den unteren Theilen der Blätter von Ornithogalum umbellatum. Dergleichen Brandformen kommen sowohl in Europa wie in Nordamerika vor, und wenn der Zwiebelbrand mit ihnen identisch sein sollte, so wäre es denkbar, dass er in beiden Erdtheilen einheimisch und von wilden Pflanzen auf die Zwiebel übergegangen ist. Leipzig, den 24. März 1880. (Originalmittheilung.) 187 Einige Bemerkungen über die von Anguillulen auf Achillea erzeugten Gallen. Von C. Müller. Die von Fr. Thomas zuerst in der Litteratur*) erwähnte, später von Fr. Loew ausführlicher beschriebene**), durch Anguillulen auf Achillea Millefolium L. erzeugte Galle, bestehend in knötchenartiger Ver- dickung der Blattfiederchen, war ich früher geneigt für eine specifisch mittel- und süddeutsche Galle zu halten. Wiederholte Funde derselben haben mich jedoch zu der Ueberzeugung gebracht, dass ihr Verbreitungs- bezirk ein ausserordentlich weiter ist. Thomas erhielt die erste Nach- richt von ihrer Existenz durch Prof. H. Loew in Guben, Er selbst sammelte dieses Cecidium in Thüringen bei Ohrdruf und Waltershausen, in Sachsen bei Königstein , in Böhmen bei Adersbach , in Schlesien bei Cudowa und bei Landeck und schliesslich auf der Alp St. Moritz im Oberengadin. Fr. Loew beobachtete ihr Vorkommen im Wiener Walde an einigen Stellen des Pfalzauthales. Dass ihr Vorkommen jedoch auch in dem nördlichen Tief lande nicht zu den Seltenheiten gehört, dürfte aus den folgenden Angaben erhellen. Aus der Berliner Umgegend er- hielt ich die Galle zum ersten Male von Herrn Dr. P. Magnus, der sie am Ufer des Krampnitz-Sees bei Potsdam fand. Herr Retzdorff be- obachtete sie am Ufer eines Tümpels in der Nähe des Dorfes Weissen- see. Diesen Angaben füge ich noch folgende hinzu : Südlich von Berlin fand ich die Galle auf dem Tempelhofer Felde (dem Exercirplatz der Berliner Garnison). Die Galle sass hier an kleinen, nichtblühenden, ihre Blätter dicht über den Boden hinsendenden Pflänzchen. Ich fand sie weiterhin an einem Ackerraine hinter dem Dorfe Britz, an der Chaussee nach Buckow. Aus der westlichen Umgegend Berlins verzeichne ich ihr Vorkommen von Westend, ferner findet sie sich längs des Zaunes der Witzleben'schen Besitzung hinter Charlottenburg und in der Nähe des Spandauer Bocks. Ostwärts konnte ich das Vorkommen weithin con- statiren. Während des Manövers der 2. Garde-Infanterie-Division im August 1878 beobachtete ich die Galle an den grasigen Rändern des Teiches des Dorfes Münchehofe bei Köpenick, in Rüdersdorf, auf einem Felde bei Wilmersdorf (vor Frankfurt a/0.). Auch jenseits der Oder konnte ich ihr Vorkommen constatiren; ich fand sie in grossen Mengen auf den Feldern vor dem historisch berühmten Kunnersdorf bei Frank- furt a/0. Weit nördlich von Berlin traf ich die prächtigsten Exemplare der Galle in Stettin an den Wällen des Forts Leopold. Die Pflanzen *)Fr. Thomas, Beitr. z. Kenntniss der Milbengallen und Gallenmilben (Giebel's Ztschr. f. ges. Naturw. Bd. 42.) **) Fr. Loew, Tylenchus Millefolii n. sp. (Verb. d. zool. bot. Ges. Wien 1874. Bd. 24. p. 17—24.) — 188 — waren hier stark befallea. Die Gallen sassen vom Grunde der Blätter bis nach der Spitze hin auf fast allen Fiederchen. Oft sassen sie dicht an der Mittelrippe der Blätter, wodurch mannichfache Krümmungen des Blattes hervorgerufen waren. Auch an einigen Stengeln und Blüthen- stielen sassen sackartige, blasige Auftreibungen, in ein Paar Fällen waren selbst die Blättchen des Involucrums durch den Angriff der Anguillulen aufgetrieben. Nichtsdestoweniger waren die befallenen Pflanzen üppig aufgewachsen. Erwähnenswerth ist es, dass Pflanzen, die selbst in Manneshöhe zwischen den Steinen der Wälle hervorwuchsen, von An- guillulen befallen waren, ein Beweis, dass die Thiere vom Boden aus aufwärtssteigend den sich oben ansiedelnden Pflanzen gefolgt waren. Die nördlichsten von mir beobachteten Fundorte sind die grasigen Küsten- ;ibhänge von Skodsborg, einige Meilen nördlich von Kopenhagen, und der Kirchhof zu Malmö. Aus diesen Angaben lässt sich auf eine weitgehende, fast allgemeine Verbreitung dieser Galle im mittleren Europa schliessen. Ihr Vorkommen ist siclier festgestellt für die südliche alpine Region (St. Moritz, Wiener Wald) , für Mittel- und Norddeutschland , sowie für Dänemark (Skods- borg) und Schweden (Malmö). Besondere Hervorhebung verdient das Vorkommen derselben An- guillulen im botanischen Garten zu Schöneberg bei Berlin. Herr Betz- dorf f fand hier Gallen auf den Blättern der Achillea tanacetifolia, die ich sofort für Anguillulen Gallen ansprach, was sich bei genauerer Unter- suchung in der That bestätigte. Entsprechend der stärkeren Blattbil- dung der Achillea tanacetifolia sind auch die daran befindlichen Gallen massiger entwickelt. Es sitzen auch hier meist viele Gallen von 4— 8 mm. Länge auf den Fiederchen der Blätter, oft auch an der Mittelrippe, wo- durch vielfach Krümmungen des Blattes hervorgerufen werden. Die Thiere sind von denen der Gallen von Achillea Millefolium nicht ver- schieden. Die weiteren Resultate meiner Untersuchung, namentlich was die zoologische Seite anbetrifft, hoffe ich in einer ausführlichen Arbeit mitzutheilen. Berlin, den 24. März 1880. (Originalmittheilung.) Instrumente, Präparirungs-u.Conservirungsmethodenetc. Woodwartl, J. J», Memorandum on the Amplifiers of Zeiss. [Notiz über die Vergrösserungslinsen von Zeiss.] (Amer. Monthly Microscop. Journ., Vol. I., Nr. 1.) Verf. hat, auf Wunsch des Professor Abbe, drei neue Zeiss'sche Vergrösserungslinsen mit einer Brennweite von je 10,5 cm. auf ihre Verwendbarkeit für mikrophotographische Zwecke geprüft. Er photo- graphirte zu diesem Behufe Bilder von Amphipleura pellucida, welche — 189 — er mit Hilfe der gedachten Vergrösseningslinsen auf einen Schirm pro- jicirte. Das Resultat ergab, dass die Zeiss 'sehen Linsen gegen eine ähnliche Linsencombination von Tolles bedeutend in ihrer Leistungs- fähigkeit zurückstanden. Brandt, Otto, Ueber Glyceringelatine. (Zeitschr. f. Mikroskopie IL, p. 69 ff.) Verf. empfiehlt, wie Ref. dies ebenfalls gethan (cf. Bot. Centrbl. Nr. 1, p. 25.), behufs Erlangung einer mikroskopisch reinen Glycerin- gelatine die letztere durch Glaswolle zu filtriren. Den Filtrirprocess vollzieht B. im warmen Wasserbade und zwar bevor die Glyceringelatine vollständig fertig gestellt worden. — (Pro domo sei hier noch bemerkt, dass es bei genauer Befolgung der vom Ref. gegebenen Anleitung einer be- sonderen Erwärmung der Glyceringelatine während des Filtrirens nicht bedarf. Ref.) Dippel, Leopold, Einige weitere Flüssigkeiten für homogene Immersion, (Zeitschr. f Mikroskopie IL, p. 57 ff.) D. hat, ausser dem gewöhnlich verwandten Cedernholzöle, noch einige andere Flüssigkeiten auf ihren Werth für homogene Immersion geprüft und dabei folgende Resultate erhalten. Zinkchlorid (Destillat), wässrige Lösung, Brechungsindex 1,504, scheidet bereits nach 10 Minu- ten kleine Krystalle aus und ist deshalb nicht verwendbar. Kalium- cblorid in Glycerin, Brechungsindex 1,504, sowie Zinksulfocarbolat, eben- falls in Glycerin, Brechungsindex 1,501, können allerdings als Ersatz- mittel für Cedernholzöl verwandt werden, empfehlen sich jedoch wegen der durch ihren Glyceringehalt erschwÄ-ten Reinigung der Linsen und Deckgläser weniger als die ätherischen Oele. Copaivabalsamöl , Brech- ungsindex 1,504, kommt in seinen optischen Eigenschaften dem Cedern- holzöle fast gleich und empfiehlt sich zur Verwendung namentlich da- durch, dass es weniger dünnflüssig und deshalb angenehmer zu hand- haben ist, Kaiser (Berlin). Brandt, Otto, Ein neues Mikroskop, insbesondere für Fleischbeschauer bestimmt. (Ztschr. f. Mikr. n. p. 72 ff.) Das Tingiren mikroskopischer Präparate. (Ztschr. f. Mikr. II. p. 113 ff.) Eirchhoff, H., Die Mikroskope auf der Berliner Gewerbe -Ausstellung im Jahre 1879. (Ztschr. f. Mikr. IL p. 66 u. p. 140 ff.) Teasdale, Washington, Od a simple revolving object holder. (Ueber einen ein- fachen Revolver Objecttisch.) (Journ. of the R. Micr. Soc. Vol. III. p. 45 ff.) Sammlungen. Roumegn^re, G., Fungi selecti Gallici exsiccati. Centuria VII, et VIIL Toulouse 1880, Von diesen beiden neuen Centurien der genugsam bekannten, werth- — 190 — vollen Sammlung sei hier der vollständige Inhalt aufgeführt. Es ent- halten : Centurie VII: 601 Agaricus amethystinus Bul. 602 Trogia crispaPers. 603 Corticium lac- teuni Fr. 604 Cyphella villosa (Pers.). 605 Typhula ramealis (Lib.)- 606 Pistil- laria maciüicola Fkl. 6Ö7 Tremella Genistse Lib. 608 Tremella unicolor Fr. 609 Leptostroma Salicis Lk. 610 Leptostroma Teucrii Fr. 611 Leptostroma Eubi (Lib.). 612 Scyzothyr. quere. Lb. S. N. 613 Diplodia Seealis (Lib.). 614 Diplodia Anethi Fr. 615^cidiura irreguläre DC. 616 Trichobasis Geranii Bk. 617 Poly- eistis Ranuneulacear.um. 618 Acalyptosp. nervisequia Dra. 619 Puccinia Gentianae Lk. 620 Puccinia Glechoniatis DC. 621 Puccinia Ribis DC. 622 üredo Cytisi DC, 623 Uredo Polygonorum DC. 624 Melampsora salicina Lev. 625 Cytispora Pinastri Fr. 626 Stigmatea Eanunculi Fr. 627 Dothichiza Sorbi Lib. Sp. N. 628 Dothichiza Pinastri Lib. S. N. 629 Septoria Fraxini Fr. 630 Melaneoniura deplanat. Lib. 631 Stegonosporium pyrif. Cord. 632 Asteroma Ulmi Dm. 633 Aste- roma Robergei Dm. 634 Coryneum Kunzei Cord. 635 Fusarium violaceum Fkl. 636 Helrainthosp. macroc. Gw. 637 Cylindrium elongatura Bn. 638 Psilonia pellicula Diu. 639 Leotia aquatica Lib. Sp. N. 640 Sphaerotheca humilis Lev. 641 Pyronem. Franzonian. DN. 642 Sclerotinia Pruni spinös. Lb. 643 Lachnum mollissimum Lh. 644 Pyrenopeziza lugubris DN. 645 Peziza ciliaris Seh. 646 Pe- ziza Bruyerensis Sp. N. 647 Peziza Rosae Pers. 648 Peziza echinophila Bull. 649 Helotium amenti (Bats.). 650 Helotium citrinum Kt. 651 Helotium flam- meum (A. S.). 652 Cenangium vernicosum Fk. 653 Cenangium Pinastri f. Lib. 654 Cenangium Crepini N. Sp. 655 Cenangium rugosum Nssl. 656 Cenangium Sarothamni Fk. 657 Crumenula belonospora Kt. 658 Pseudopeziza PeltigersB Fk. 659 Phacidium abietinum Kz. 660 Phacidium Trifolii (Brh.) 661 Triblidium caly- ciforme Reb. 662 Lophodermium ciliatum Lib. 663 Trochila pusiila (Lib.) N. Sp. 664 Nectria Erythrinella (Nyl.). 665 Nectria Lecanodes Ces. 666 Xylaria poly- morpha Grev. 667 Scirrhia Pose (Fj;). 668 Polystigma ochraceum Wb. 669 Dia- porthe occulta (Fkl.). 670 Gibberella pulicaris (Fr.). 671 Libertiella Malmedyen. N. S, 672 Lasiosphseria Libertian. N. S. 673 Physalospora clavsebonse Sp. 674 Pe- risporium vag. v. Buxi Ly. 675 Chsetomella atra Fkl. 676 Scolicospor. Fagi Lib. N. Sp. 677 Sphseropsis acieola Lev. 678 Sphasrella corylaria (Wallr.), 679 Ven- turia ilicifolia Cke. 680 Valsa abietis Fr. 681 Sclerotium inconspicuum Lb. 682 Sclerotium Convallari« Lib. 683 Vermieularia dematium P. 684 Spbaeria N. Sp. 685 Sphfflria pilifera Fr. 686 Sph^ria Herb. v. Rhin. Dm. 687 Sphajria Herb. v. Carieis Dm. 688 Sphseria Herb. v. Cerastii Dm. 689 Spbaeria Cyti- sporea Fr. 690 Sphseria Ariae DC. 691 Sphaeria Asphodeli Lamy. 692. Sphaeria aquilina Fr. 693 Sphaeria culmif. v. linear. Fr. 694 Sphaeria minima Dub. 695 Spo- roeadus Arundinis Lib. 696 Vermieularia Bromelise. 697 Rhizomorpha putealis Pers. 698 Erineum pyriuum Pers. 699 Erineum bifrons Fee. 700 Erineum Jug- landinura Pers. Centurie VIII. 701 Agar. lacc. v. ruf. carn. Fr. 702 Polyporus perennis Fr. 703 Stereum frust. a concavum. 704 Stereum hirsut. discoid. Wal. 705 Corticium Oakesii B. C. 706 Corticium nudum Fr. 707 Cantharellus muscigenus Fr. 708 Ciavaria fastigiata L. 709 Ciavaria formosa Pers. 710 Ciavaria argillacea Fr. 711 Cia- varia rugosa Bull. 712 Leotia lubrica Pers. 713 Mitrula cucuUata Fr. 714 Typhula Laschii Reb. 715 Scleroderma vulgare Fr. 716 Leptostroma Iridis Ehrh. 717 Phoraa Aeanthae Sp. nov. 718 Sphaerosis Janiphae Thm. 719 Sphaerosi.s — 191 — Malvae Fkl. 720 Vermicularia periclym. P. 721 Septoria Pistaciae Dm. 722 Septoria Solani Sp. N. 723 Septoria Smilacina Dm. 724 Septoria Eleagni Dm. 725 Septoria Violas West. 726 Septoria arundinacea Sacc. 727 Septoria Oleandrina Sacc. 728 Septoria Vitis Lev. 729 Septoria Clematidis Eob. 730 Septoria Ari Dm. 731 Septoria Eub. b. amygd. D. 732 Ascochyta Wisteriae Sp. N. 733 As- cochyta Robiniae Sp. N. 734 Melanconiura punctatum P. 735 Pestalozzia Abie- tina Sp. N. 736 Glaeosp. ampelop. Sacc. 737 Bispora condensata Cd. 738 Gymnosp. Ananax. N. S. 739 Acalyptospora macul. Sp. 740 Azosma punctum D. Lx. 741 Puccinia clavuligera Wall. 742 Pucciuia discoidearum Lx. 743 Uromyces Anagyridis N. Sp. 744 Melampsora Epilobii Fkl. 745 M. Euph. f. caulium N. F. 746 üredo aecidioides D. C. 747 Pileolaria Terebinthi Gast. 748 Pustularia tricho- pliora Pers. 749 Roestelia lac. f. fruct. petiol. 750 Acrostalagmus cinnabar. Cd. 751 Aecidium Aquilegiae Pers. 752 Aecidium Clematidis D. C, 753 Isaria felina Fr. 754 Exosporium maculans Lk. 755 Mystrosporium pyriforme D. 756 Clado- trichum Roumegueri S. 757 Cercospora Aristoloc. S. N. 758 Gidium monil f. Cydon. Lk. 759 Gidium Erysiphoides Fr. 760 Gidium leucoconium Dm. 761 Psilonia gilva Fr. 762 Gnygena piligena Fr. 763 Perisporium Halymi Gp. 764 Perisporium Aruudinis Dm. 765 Perisporium alienum Fr. 766 Erysiplie graminis D. C. 767 Calocladia Lonicerae Lk. 768 Cyphella monaca Speg. 769 Bulgaria inquinans Fr. 770 Peziza atrat. f, Ebuli Fr. 771 Peziza melaena Fr. 772 Peziza Chailleti Pers. 773 Peziza anomala Pers. 774 Peziza rutilans Fr. 775 Peziza viridis Bolt. 776 Godronia Muhlenbekii L. 777 Cenangium chlorellum Fr. 778 Phacidium Ranunculor. 779 Rhytisma Bauhiuiae Nees. 780 Cordic. ophioglossoides Fr. 781 Cordic. capitata Fr. 782 Thamnomyces hypotrich. S. 783 Antliosto- mella mirabilis. 784 Spbaeria pellita Kl. 785 Sphaeria Buxi Dm. 786 Sphaeria Caprifoliorum Dm. 787 Sphaeria Rubi Dub. 788 Sphaeria luteola Rob. 789 Sphae- ria Panacis Fr. 790 Sphaeria melanostyla D. C. 791 Sphaeria Herb. v. AUii Fr. 792 Sphaeria Herb. v. Brassicae Kl. 793 Sphaeria hirsuta Fr. 794 Sphaeria Pisi Sow. 795 S. Callunae Sp. Nov. 796 Ascospora Smilacina Gast. 797 Sclerotium Leioder- mum Rb. 798 Rhizomorpha subter. Pers. 799 Rhizomorpha discreta Pers. 800 Ba- cillus Anthracis Cohn. Keruer yon Mari]auU', A. , (Verh. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wieo. XXIX. [1880] Sitzber. p. 44—45.) Bespricht ein aus dem Jahre 1587 stammendes Herbar, welches jetzt in der Bibliothek des Benediktiner Gymnasiums zu Meran in Tirol sich befindet. Est ist wohl die älteste Sammlung getrockneter Pflanzen in Oesterreich. Die Pflanzen stammen meist vom M^^. Cassino in Italien. F r e y n (Wien). Lais, I due orti botanici vaticani. (Atti dell' Accad. pontif. de nuovi lincei. Anno XXXII. sess. 19. genn. Roma 1879.) Wagner, H., Cryptogamen-Herbarium. 3. Aufl. 2. Lfg.: Lebermoose, — 3. Lfg.: Flechten. 8. Bielefeld (Helmich) 1880. ä 90. Maguier, M. Ch., Stadtbibliothekar zu St. Quentin (Aisne), giebt eine neue Exsiccaten - Sammlung unter dem Titel „Plantae Galliae septen- trionalis et Belgii" heraus. 192 Personalnachrichten. Prof. Dr. Nils Johau Andersson, bekannter schwedischer Bo- taniker und Reisender, verschied nach längeren Leiden am 27. März d. J. zu Stockholm. A. war am 20. Febr. 1821 geboren, studirte zu Upsala, wurde daselbst 1845 zum Dr. phil. promovirt und habilitirte sich an genannter Universität 1846 als Docent der Botanik. Nachdem er sich an der Expedition der Fregatte „Eugenie" um die Erde (1851 — 1853) betheiligt hatte, deren Ergebnisse er in mehreren kleineren, in verschie- dene fremde Sprachen übersetzten Abhandlungen niederlegte, wurde er 1855 als Demonstr. der Botanik nach Lund, bereits im folgenden Jahre aber als ordentlicher Professor der Botanik, Director des Bergianska'- schen Gartens und Intendant der botanischen Abtheilung des Reichs- museums nach Stockholm berufen. Hier wirkte er bis zu seiner mit Beginn des Jahres 1879 stattgefundenen Emeritirung mit grossem Er- folg, machte auch von hier aus noch zahlreiche, wissenschaftliche Reisen nach Lappland, Norwegen, Deutschland, Frankreich, England etc. Ausser durch mehrere Lehrbücher, Reisebeschreibungen und populäre Schriften hat sich A. besonders durch folgende Werke einen Namen in der Wissen- schaft gesichert: Plantae vasculares circa Quickjock Lapponiae Lulensis (2 Dissert., Upsala 1844 — 45); Salices Lapponiae (ibid. 1845); Couspectus vegetationisLapponicae(ibid. 1846) ; Nordamerikas pilarter (Stockholm 1818) ; Atlas öfver den skandinaviska Flo- rans naturliga familjer (ibid. 1849); Plantae Scandinaviae descriptionibus et figuris analyticis adumbratae (Heft 1 u. 2, die Cyperaceen und Gramineen enthaltend, das. 1849—52); Catabrosa algida Fr. (das. 1851); Om Galopagos - Öarnes Vege- tation (das. 1854) ; Salices boreali-americanae. A Synopsis of Northamerican willows (Cambridge 1858); Monographia Salicum hucusque cognitarum (Theil 1, Stockholm 1867); Apercu de la Vegetation des plantes cultivees de la Suede (ibid. 1867). Ausserdem bearbeitete er die Salices für De CandoUe's Prodroraus systematis na- turalis regni vegetabilis (Bd. 16). Dr. Karl GÖbel hat sich als Docent der Botanik an der Univ. Würzburg habilitirt. Dr. C. 0. Harz, bisher Privatdocent der Botanik an der technischen Hochschule zu München, ist zum Prof. der Botanik und Zoologie an der k, Centralthierarzneischule daselbst ernannt worden, Hansmauu, Franz Freiherr von, sein Leben und Wirken geschildert von Con- rad Fischnaler. (Ztschr. d. Ferdinandeums f. Tirol und Vorarlberg. III. Folge. 23. Heft. [1880.] Geschichtl. Abth. (p. 3—30 mit Portr.) Biographie des Ver- fassers der Flora von Tirol. (Geb. am 16. Sptbr. 1810 zu Bozen, daselbst gest. am 4 August 1878.) Freyn. Verlag von Theodor Fischer in Casael. — Druck voii Leopold & Bär iu Leipzig. KEFERIRENDES ORGAN * für das Gesammtgebiet der Botanik des In- und Auslandes. Herausgegeben unter Bitffirkang zahlreicher fielehrten von D« OSCAR UHLWORM in Leipzig. \n 7/ft ' Abonnement für den Jahrgang mit 28 M., pro Quartal 7 M., IQQA ilü. tlO, , ^urcii alle Buchhandlungen und Postanstalten. ^^^'l* Inhalt: Referate, pa^. 193—239. — Litteratur, pa?. 239—246. — Wissensch. »ittheilnngen : Ludwig, Blutendimorphismua des anemophilen Plantago major, pag. 246—247. Göppert, Notiz über das Vorkommen von Coniferen, pag. 247. Schnetzler, Rother Farbstoff von Am- palopai.^, pag. 247 -2J8. Schnyder, Berichtigung, pag. 248. Grunow, Bemerkungen zu Brun's Diatomeenflora der Alpen, pag. 248—255. — Instrumente, Präparir.- u. Conserv.-Me- thoden etc., png. 255. — Samminngen, pag. 255. — Personalnaehriehten, pag. 255—256. Gelehrte Gesellschaften, pag. 256. — Anzeigen, pag. 256. Referate. stahl, E., lieber den Einfluss des Lichtes auf die Be- wegungen der Desmidien nebst einigen Bemer- kungen über den richtenden Einfluss des Lichtes a u f S c h w ä r m s p r e n. (Verhandl. d. physik-.med. Ges. in Würz- burg, N. F. XIV., p. 24—34.) Auf Grund der Thatsache, dass aus desmidienhaltigem , dem Lichte ausgesetzten Schlamme die Pflänzchen nach einiger Zeit an die Oberfläche kriechen und nach längerer Zeit sich an der der Licht- quelle zugekehrten Seite des Gefässes ansammeln, sowie auf die Angabe AI. Braun's sich stützend, wonach Penium curtum seine Längsaxe gegen das Licht richtet und die jüngere Zellhälfte dem einfallenden Licht strahle zukehrt, stellte Stahl mit Closterium rao- niliferum eine Reihe von Experimenten an, die Folgendes ergaben: Das Licht übt einen richtenden Einfluss auf die Closteriumzelle aus, welche bestrebt ist, ihre Längsaxe in die Richtung der Lichtstrahlen zu stellen; ein gewisser Gegensatz zwischen beiden Zellhälften macht sich dabei insofern geltend, als die eine Hälfte gleichsam vom Lichte angezogen, die andere von demselben abgestossen wird. Aber es ist bei Closterium nicht die jüngere Zellhälfte allein, welche sich dem einfallenden Lichtstrahle zukehrt, sondern es findet ein periodischer Wechsel in der Stellung statt. Sitzt zu einer gewissen Zeit die eine Zellhälfte am Boden der benutzten Glaskammer fest, während 13 — 194 — die andere frei schwebende (verschieden grosse Schwankungen ab- gerechnet) der Lichtquelle zugewendet ist, so neigt sich nach längerer Zeit auf einmal das freie Ende auf den Boden des Gefässes und das andere, vorher festsitzende, hebt sich vom Substrate ab, einen weiten Bogen von 180^ der Lichtquelle zu beschreibend, bis die dem Licht- einfalle parallele Orientirung wieder erreicht ist. Eine neue Um- drehung stellt nach einiger Zeit die ursprüngliche Richtung wieder her und so fort. Die Zeitdauer zwischen zwei Umwendungen schwankte bei 33^ C. Lufttemperatur zwischen 6 — 8, bei 17 o C. zwischen 15 — 35 Minuten. Die Zellen rücken bei diesem Stellungswechsel in gebrochener Linie der Lichtquelle allmählich näher, wozu dann das in den beobachteten P'ällen allerdings weniger ergiebige lang- same Fortrücken auf der Unterlage kommt. Die mitgetheilten Versuche wurden bei diffusem, wenig intensivem Tageslichte ausge- führt; bei zunehmender Lichtintensität stellten sich die Closterium- zellen mit ihrer Längsaxe senkrecht zum einfallenden Lichte, — Die flach-scheibenförmigen Zellen von Micrasterias rotata stellen sich derart senkrecht zum einfallenden Lichte, dass eine Fläche letzterem zugekehrt ist, eine beliebige Kante als Stütze dient, oder von unten beleuchtet die Zelle horizontal liegt. Bei einer nicht näher be- stimmten Mesocarpus-Art, deren Zellen senkrecht zur Längsaxe vom Lichte getroffen wurden, stellte sich das Chlorophyllband bei jedem entsprechenden Lichtwechsel senkrecht zum einfallenden Strahl, wobei der Zellkern bald auf der Licht-, bald auf der Schattenseite des Bandes lag. Bezüglich der Lichtwirkung auf die Bewegung der Schwärm- sporen kann Verf. nach seinen Untersuchungen an Botrydium die Strasburger'scheEintheilung der Schwärmer in photometrische (ihr Mundende einmal der Lichtquelle zu-, ein andermal abkehrende) und aphotometrische (ihre Mundstelle stets nur der Lichtquelle zukehrende — hierher nach Strasburger Botrydium) nicht anerkennen. Auch Botrydium wechselt nach Verf. die Richtung. Das Licht übt einen richtenden Einfluss nur in der Weise aus, dass die Längsaxe der Schwärmspore mit der Richtung des Lichtstrahles zusammenfällt, wobei die Mundstelle der Lichtquelle zu- oder abgekehrt sein kann. „Beiderlei Stellungen können unter sonst unveränderten äusseren Bedingungen mit einander abwechseln und dies zwar, wie ich mich vielfach überzeugt habe, bei sehr verschiedenen Graden der Licht- intensität. Den grössten Einfluss auf die relative Stellung hat die Intensität des Lichtes; die Wirkung dieser letzteren kann, wie aus Strasburger 's schönen Untersuchungen hervorgeht, durch andere Factoren — Wärme, mangelhafte Durchlüftung des Wassers — mo- — 195 — dificirt werden. Eine Consequenz dieser Orientirung ist, dass die Schwärm Sporen in Folge ihrer fortschreitenden Bewegung bald der Lichtquelle entgegensteuern, bald sich von derselben entfernen." Dass diese Richtungsverhältnisse von der rotirenden, vorwärtsschrei- tenden Bewegung selbst unabhängig sind, konnte Stahl mehrfach bei Euglenen constatiren, die mit ihrem zugespitzten Hinterende festsassen, das freie Vorderende der Lichtquelle zu- oder abkehrten, und auf plötzliche Aenderung der Intensität oder der Richtung des sie treffenden lachtes genau so, doch viel langsamer reagirten, wie die freischwimmenden Individuen. Luerssen (Leipzig). Klein, J., Ujabb adatok a tengeri moszatok krystal- loidjairol [NeuereBeiträge überKrystalloide der Meeres algen](Entekezesek a terme szettudomän yok köreböl. Kiadja a magyar tudomänyos Akademia.) 8. 33 pp. mit 1 Tfl. Budapest 1879. (ungar.). Fast gleichen Inhalts wie die in „Flora" 1880. No. 5 (vergl. Bot. Centralbl. p. 34 — 35) erschienene Abhandlung desselben Verf. (Vergl. auch: Liter. Berichte aus Ungarn, herausg. v. P. Hunfalvy. Bd. IIL Hft. 4.) Borbäs (Budapest). Brun, J., Diatomees des Alpes et du Jura et de la Region Suisse et Fran9aise des environs de Geneve. 8. av. 9 pl. Basel [Georg] 1880. Preis 8 M. In der Einleitung giebt der Verf. eine Uebersicht über das Vor- kommen, Einsammeln und Präpariren der Diatomeen, sowie eine den neuesten Forschungen entsprechende Beschreibung des Schalen- baues und des Zelleninhaltes. Auf den hübsch ausgeführten Tafeln sind ca. 260 Arten und Varietäten abgebildet, bei einer Vergrösse- rung von ^50/^ ^jg ^eu werden aufgeführt: Achnanthes flexella var. alpestris, Navicula Mauleri, N. vulgaris var. lacustris, N. neg- lecta var. acuminata, N. pusilla var. alpestris, Cocconeis helvetica, Surirella helvetica und Nitzschia Pecten. Interessant ist das Vor- kommen von Gomphonema geminatum und Tetracyclus lacustris in den Alpen, da diese beiden Arten bisher nur in höheren Breite- graden beobachtet wurden. Grunow (Berndorf). Treichel, A., lieber Polycystis aeruginosa Ktz. als Ur- sache von rothgefärbtem Trinkwasser. (Ber. üb. d. 2. Versamml. d. westpreuss. bot. zool. Ver. zu Marienwerder am 3. Juni 1879. p. 36.) Auf einem Gartenteiche des Gutes Niedamowo, Kreis Bereut in Westpreussen, zeigte sich 1877 von Monat Juni bis Ende August (und 1878 wieder) ein Tages über burgunderfarbener oder roth- broncener, zur Zeit des Sonnenunterganges grün aussehender und 13* — 196 — in allen Schattirungen dieser Farben schillernder Ueberzug, der nach der Untersuchung von Dr. P. Magnus in Berlin von oben genannter Alge herrührte. Luerssen (Leipzig). Cornu, Max, Sur la reproduction des Algues marines [Bryopsis]. (Compt. rend. de Paris T. LXXXIX. No. 24. p. 1049). Die Beobachtungen wurden an Bryopsis plumosa und an einer kräftigen Form von B. hypnoides angestellt. In Bezug auf die orangefarbigen Bryopsis, bestätigt Verf. diePringsheim'schen Daten; es sind dieselben keine Parasiten und von normaler Entwickelung. Die orangefarbigen Schwärmsporen, deren Länge die Hälfte der übrigen beträgt, keimten nicht, was übrigens bei den grünen Zoo- sporen ebenfalls vorkommt. Bei der nur selten zu beobachtenden Keimung werden doppelumrandete Kügelchen gebildet (Thuret u. Frings heim); eine ausgedehntere Entwickelung erfordert 1 Va Monate. Zwischen den beiden verschiedenartigen Schwärmsporen findet keine Conjugation statt, selbst nicht, nachdem die grünen Zoosporen in Ruhezustand übergetreten, Grüne Zoosporen mit 4 Wimpern sind selten. Es giebt keine oogon-artigen weiblichen Organe , daher un- mittelbare Zusammenstellung mit Vaucheria unmöglich; Botrydium ist wahrscheinlich Bryopsis^ näher als Sphaeroplea. In den vegeta- tiven oder in den reproductiven Schläuchen sondern sich hie und da unregelmässig, kurze Zellen ab, welche vielleicht die Rolle asexueller Sporen übernehmen. Phipson, L., Sur deux substances, lapalmelline etla cha- racine, extraites des algues d'eau douce. (Ueber Pal- mellin und Characin, zwei aus Süsswasseralgen ausge- zogene Substanzen.) (Compt. rend. de Paris T. LXXXIX. No. 25. p. 1078.) Palmella cruenta giebt neben Palmellin auch Xanthophyll und Chlorophyll. (Cfr. Compt. rend. 4 aoüt 1879) Verf. gelang es, eine 4. Substanz, das Characin, aus dieser mikroskopischen Alge darzu- stellen. Characin kommt in allen erdbewohnenden Algen, wie Pal- mella, Vaucheria, Anabaina, Oscillaria, Nostoc etc., ferner in Con- ferven und Characeen vor, denen es ihren eigenthümlichen sumpfigen Geruch mittheilt. Es ist eine weisse, fettige, flüchtige, entzündbare Substanz, kommt in der lebenden Pflanze vor und ist kein Zer- setzungsprodukt. Capus (Paris). Waldstein, L., Ein Beitrag zur Biologie der Bacterien. Mit 1 Tfl. (Virchow's Arch. f. pathol. Anat. u. Physiol. u. f. klin. Med. Bd. LXXVIL p. 54 If.) An die Basti an'sche Arbeit (On the conditions favouring Fer- mentation and the appearance of Bacilli, Micrococci and Torulae in — 197 — previously Fluids. — Journal of the Linnean Society. Oct. 24. 1877. London) anschliessend und dieselbe durch verschiedene in ähnlicher Weise angestellte Versuchsreihen controlirend , gelangt Verf. zu folgenden Ergebnissen: Es entstehen allerdings im Urin oder in harnstoftlialtiger Nährlösung Mikroorganismen oder vermehren sich darin, wenn die Flüssigkeit vorher eine bestimmte Zeit der Siede- hitze ausgesetzt war und bei möglichstem Luftabschluss in einer Temperatur von 45 — öO^C, verweilt hat Es treten die Erscheinungen aber erst nach längerer Zeit ein. Das Klarbleiben oder Trübwerden der Flüssigkeiten lässt durchaus keinen Schluss auf den Gehalt an Bacterien zu, weil die Trübung durch andere Beimengungen ent- stehen und andrerseits Bacterien in ganz klaren Flüssigkeiten vor- kommen können. Die Mikroorganismen treten nicht blos in kali- haltigen Retorten auf (wie Bastian behauptete), sondern zeigen sich nach fortgesetzter Einwirkung der Brütetemperatur in allen. Die Kalilauge begünstigt nur die raschere Zersetzung des Harnstoffs resp. die schnellere Lieferung des stickstoffhaltigen Nährmaterials Ammoniak. Aus diesen Resultaten auf Abiogenesis zu schliessen, hält sich der Verf. nicht für berechtigt, bezweifelt vielmehr, dass alle Mikro- organismen oder deren Keime in den Flüssigkeiten oder Behältern derselben zerstört worden seien und meint, dass durch das vorher- gegangene Kochen und den Abschluss von freiem Sauerstoff nur die Entwickelung resp. Vermehrung der Bacterien verzögert wurde. Die nebenbei gewonnene Thatsache, dass Ammoniak, einer ein- fachen stickstofffreien Nährsalzflüssigkeit von bekannter Zusammen- setzung zugefügt, die Vermehrung der Bacterien begünstige, ver- anlassten W., die dabei sich vollziehenden Vorgänge der directen Beobachtung zugängig zu machen, hoffend, zugleich die Lebensge- schichte' dieser Organismen genauer studiren zu können. Zum Vor- versuch diente eine genau nach den Vorschriften Bastian's behandelte Retorte, die statt Urin stickstofffreie Nährlösung und in eingebrachten und später zerschellten Glaskapseln bestimmte Mengen Ammoniak enthielt. Zum Zwecke der continuirlichen Betrachtung aber wurde eine feuchte Kammer verwendet, durch die man mittelst eines Zu- und Ableitungsrohres von Neusilber nach Belieben Ammoniak hin- durchleiten konnte. W. glaubte nun aus einzelnen punktförmigen Gebilden (Micrococcen) nicht blos Zooglöacolonien, sondern auch Ba- cillen, Bacterium termo, ja selbst Sprosspilze hervorgehen zu sehen, so dass er geneigt scheint, anzunehmen, die erwähnten Organismen seien in den ersten Bildungsphasen nicht von einander verschieden, gehen vielmehr erst im Laufe der weiteren Entwickelung ausein- — 198 — ander. Bezüglich der Entwickelung der Bacillen beobachtete er in der Nähe des Luftraums der Kammer stets eine üppigere Ver- mehrung, eine langsamere dagegen tiefer im Innern der Flüssigkeit. Bei Verschlechterung der Vermehrungsbedingungen (bei Verschluss der Kamnieröffnungen) sah er Stäbchen und Fadenbacterien ver- schwinden und an ihre Stelle Micrococcus treten, der sich als dunkle Körnchen im Innern der Stäbchen und Fäden gebildet hatte. Nachdem mehrere Male in Zwischenräumen von 2 Stunden Ammoniak durch die Kammer geblasen worden war, erschienen sie wieder, der Micrococcus war wieder zu Stäbchen bez. Fäden ausgewachsen. Dass Ammoniak die Bacterienentwickelung begünstige, stellte sich abermals heraus. Endlich meint noch der Verf., dass einige seiner Versuche darauf hindeuten, dass die Wirkungsfähigkeit einer Anzahl antiseptischer Mittel nicht sowohl unmittelbar auf Zersetzung der Keime beruhen möchte, sondern darauf, dass sie mittelbar die Ernährung der Bacterien hintanhalten, indem sie ihnen durch che- mische Bindung gewisse Nährsubstanzen entziehen. Zimmermann (Chemnitz); Giard, Alfred, Deux especes d'Entomophthora nouvelles pour la flore fran^aise et presence de la forme Tarichium sur une muscide. (Bull, scient. du depart. du Nord. 2^ Serie. Annee II. No. 11. p. 353 ft.) Nach Besprechung der Arbeiten von F. Cohn, Brefeld und Nowakowski schlägt Verf. vor, als Gattungsnamen „Entomophthora'- beizubehalten, die beiden Entwickelungsphasen aber als die Empusa oder das Tarichium dieser oder jener Entomophthora zu bezeichnen. Als neue Art wird ferner beschrieben : Entomophthora Calliphorae, deren Tarichium-Form im Körper von Calliphora vomitoria (var. du- nensis in Kaninchengängen einer Düne bei Boulogne s. Mer.) beobachtet wurde. Die Sporen des Pilzes bilden eine braune Masse im Innern des Thierkörpers, sind kuglig und von etwa 30 mm. Durchmesser. Ferner wird auf die Existenz eines Tarichiums auch bei Empusa muscae, wie einer Empusa für Entomophthora Calliphorae geschlossen. Die auf den Flügeln und in der Umgebung von durch Empusa getödteten Fliegen, in denen der Pilz bereits zu Grunde gegangen ist, sich findenden Sporen hält Giard für Dauersporen. Dieselben sind noch 2 Monate nach Ihrer Bildung (die aber nicht beobachtet wurde Ref.) lebensfähig. — Die bei Kasan vonSorokin aufgefundene Ent. rimosa Sorok. kommt auch bei Lille vor, jedoch nur in der Empusa-(Conidien) Form. — Ferner wird auf die häufigen Verheerungen eines Tarichiums unter den Raupen von Chelonia caja hingewiesen und vorge- schlagen, die Agrotis segetum durch Besprengung der Runkelrüben- — 199 — felder mit Wasser, welches Tarichium - Sporen enthält, zu be- kämpfen. — (In der That verdienen auf künstliche Empusa-Infectionen be- zügliche Rathschläge, wie dergleichen von populären Schriftstellern in den öffentlichen Blättern bereits nach des Referenten Entdeckung der grossen Pilzepizootien der Forleule 1867 ertheilt wurden, erst nach der Auffindung des Tarichiums vom praktischen Gesichtspunkte aus weitere Beachtung. Ref.) B all (Danzig). Plowrig-ht, Charles B., n t h e p r o p a g a t i o n o f S p h a e r i a (Gnomonia) fimbriata (Pers.). (Grevillea Vol. VIII. 1879. Decbr. p. 68-69.) Erfolgreiche künstliche Infection von Carpinus Betulus mit den Sporen der Gnomonia. Thümen, F. von, Pilze aus Entre-Rios. („Flora" 1880. No. 2. p. 30. 31.) Beschreibung dreier neuen Arten, von Professor Loren tz ge- sammelt: Ustilago Lorentziana Thüm. (p. 30) in Hordei com- pressi ovariis. — Aecidium Modiolae Thüm. (p. 31) ad Modiolae geranioidis folia et caules. — Aec. detritum Thüm. (p. 31) in foliis vivis Phyllanthi Sellowiani. Schulzer von Müggeuburg, Stephan, Mycologisches. (1. c. No. 5. p. 79 ft;) Beschreibung eines neuen Polyporus : P. obversus Schulzer (p. 80), aus der Gruppe, der Apodes, ausgezeichnet dadurch, dass sich die Porenschicht auf der convexen Oberseite des Hutes be- findet. Winter, Georg, Bemerkungen über einige Uredineen. (Hed- wigia 1880. No. 2.) Mittheilungen über eine Anzahl kritischer, falsch bestimmter oder ungenügend bekannter Uredineen. — 1) Auf Compositen kommt unter anderen auf Tragopogon pratensis eine Form vor, die als Puc- cinia Tragopogi (Pers.) bezeichnet wird und ausgezeichnet ist durch den typischen Mangel von Uredo. Ihr nahe verwandte Formen finden sich auf Tragopogon floccosus, Scorzonera humilis und Podo- spermum-Arten; aber diese haben Uredo. Aecidien und Teleuto- sporen sind auf allen Nährpfianzen gleich oder sehr ähnlich. Eben- falls nahestehend ist eine Puccinia auf Crepis tectorum, von andern Crepis-Bewohnern unterschieden durch das weit verbreitete Aeci- dium, wodurch sie der Puccinia Tragopogi ähnlich wird. Die Teleuto- sporen haben kleinere Warzen, doch wird auf dies Merkmal wenig Gewicht gelegt. Ref. weist vielmehr an einem andern Formen- kreis auf Compositen, der als Puccinia flosculosorum (Alb. et Schw.) — 200 — zusaramengefasst wird , und speciell bei der Centaurea- Arten be- wohnenden Form desselben nach , dass alle möglichen Uebergänge in der Bekleidung des Epispor's bestehen. Zu Puccinia flosculoso- rum werden noch gezogen : Puccinia Carthami Cda., Puccinia Doro- nici Voss (während Puccinia Doronici Niessi zu Puccinia Asteris ge- hört), Puccinia minussensis Thümen und Puccinia Lapsanae. — Puccinia Senecionis Libert vereinigt Win^ter mit Puccinia conglo- merata (Strauss). — 2) Auf europäischen Euphorbia-Arten wurden â– 4 Uromyces bisher unterschieden: Uromyces excavatus (DC.) mit glattem oder fein punktirtem Episporium, Uromyces scutellatus (Pers.) mit Leisten auf dem Epispor, Uromyces proeminens (DC.) auf Euphorbia Chamaesyce mit warziger Aussenhaut und Uromyces tuberculatus Fuckel mit grossen Höckern oder Warzen. Ref. weist auch hier die mannigfaltigsten Uebergänge nach, derart, dass es kaum möglich ist, auch nur 2 Arten scharf zu unterscheiden. — 3) Puccinia crassivertex Thümen stimmt in der Teleutosporenform vollständig mit der Puccinia Iridis (DC.) überein ; die Uredoform ist bei letzterer sehr variabel. — 4) Puccinia Berkeleyi Pass. und Puc- cinia Vincae Cast. sind identisch. 5) Auf Stachys recta kommen zwei Puccinien vor, die Körn icke zuerst getrennt hat: Puccinia Stachydis (DC.) und Puccinia Vossii Körnicke. — 6) Puccinia mega- lospora Rostrup ist von Puccinia bullata (Pers.) nicht zu trennen. — 7) Uredo Aspidiotus Peck ist gleich dem europäischen Uredo Filicum , von dem die Form auf Scolopendrium wenigstens als Va- rietät abgezweigt werden muss. — 8) Auf Liliaceen werden vier Uromyces- Arten angenommen : Uromyces Ornithogali Lev. — Sporen glatt oder warzig, mit einem farblosen Spitzchen am Scheitel; Uro- myces Croci Pass. — Sporen warzig, ohne Spitzchen; Uromyces Erythronii (DC.) incl. U. Liliacearum und U. Fritillariae — Sporen mit Leisten und Spitzchen ; und Uromyces Muscari (Duby) — Sporen glatt, ohne Spitzchen. — Die Puccinia auf AUium-Arten mit Meso- sporen (= Uromyces ambiguus (DC), wird Puccinia ambigua (DC.) genannt, weil dieser Name älter und sicherer ist, als Puccinia AUiorum (DC), letzterer auch zu Verwechselungen mit Puccinia Allii Cast. führen könnte. — 9) Schrot er 's Uromyces Acetosae wird mit Uromyces longipes (Lasch) identificirt. — 10) Uromyces Parnassiae scheint nicht zu existiren; wenigstens erwies sich Alles, was Ref. unter diesem Namen untersuchte, als Uromyces Vale- rianae ; Verwechslung der Nährpflanzen ! — 11) Aecidium gra- veolens Shuttleworth ist identisch mit Aecidium Magelhaenicum Brk. — 12) Von Phragmidium unterscheidet Ref. nur 8 (europäische) Arten: Phr. Fragariae (DC) auf Poterium, Potentilla alba, Fraga- — 201 — riastrum und micrantha. — Phr. Potentillae (Pers.) auf verschie- denen Potentilla- Arten ; es gehört dahin Phr. apiculatum und obtu- sum (Kze. und Schm.) — Phr. obtusum (Str.) = Phr. Tormentillae Fckl. — Phr. Kubi Idaei (Pers.) = Phr. effusum, gracile, inter- medium Aut. — Phr. violaceum (Schultz) = Phr. asperum WUr. — Phr. Rubi fruticosi (Pers.) — Phr. subcorticium (Schrank) = Phr. Eosae Fckl. — Phr. Rosae alpinae (DC.) = Phr. fusiforme Schröter. — 13) Thümen's Puccinia Cicutae ist identisch mit Lasch's gleich- namigem Pilze. — 14) Puccinia Hordei Fuckel, Puccinia anomala Rostrup und Puccinia straminis var. simplex Körnicke sind iden- tisch. — 15) Niessl's Puccinia Cardaminis = Puccinia Crucifera- rum Rudolphi. — 16) Die (europäischen) Uredineen auf Juncus- Arten müssen folgendermaassen benannt werden : Puccinia Junci (Strauss) = Pucc. litoralis Rostr. ; Puccinia rimosa (Link) = Puccinia Junci in Thümen's Mycotheca univ. 1235 und Uromyces Junci (Desm.) = Puccinia Junci Desm. — Den Schluss macht die Notiz, dass die bisherige Ustilago flosculorum nicht die De Candolle'sche Uredo flosculorum ist. Diese ist vielmehr = Ustilago intermedia Schröter. Cooke, M. C, Reliquiae Libertianae. (Grevillea. Vol. Vlil. No. 47. März 1880.) Wie Roumeguere (cfr. Revue mycol. 1880. Heft 1 ; Bot. Centralbl. p. 102) hat auch Cooke einen Theil der Libert'schen Pilze zur Sichtung übernommen und giebt hier die Diagnosen der neuen Arten nebst Bemerkungen. Die „novae species" sind fol- gende: Thelephora ozonoides Lib. in Herb. (p. 81), Cyphella Libertiana Cke. (p. 81), Pistillaria ramealis Lib. in Herb. (p. 81), Typhula hirsuta Lib. in Herb. (p. 81), Tremella culmorum Cke. (p. 81), T. crypta Lib. in Herb. (p. 82), Dacrymyces Cerasi Lib. in Herb. (p. 82) , Leptostroma Capreae Lib. in Herb, (p. 82), L. Scorodoniae Lib. in Herb. (p. 82), L.? Poae Lib. in Herb. (p. 82), Leptothyrium Coryli Lib. in Herb. (p. H2) , Septoria pyri (Lib.) Cooke (p. 82), Polystigma luteum Lib. in Herb. (p. 82), Zythia peltigerae Lib. in Herb. (p. 83), Sphaeropsis acuarium Cke. (p. 83), Excipula caricum Lib. in Herb. (p. 83), Melanconium secalis Lib. in Herb. (p. 83), Schizothyrium quercinum Lib. (p. 83), Tri- choderma lateritio-roseum Lib. in Herb. (p. 83), Fusarium Brassi- cae (Lib.) Cooke (p. 83), Psilonia rubella Lib. iii Herb. (p. 84), Dicoccum roseum Lib. in Herb. (p. 84), Peziza Secalis Lib. in Herb. (p. 84), P. spinosae (Lib.) Cooke (p. 84), Vibrissea pezizoides Lib. in Herb. (p. 84) , Tympanis populi Lib. und pini Lib. , zwei nicht näher bestimmbare Arten; Peziza perpusilla (Lib.) Cooke (p. 85), Hysterium (Lophodermium) ciliatum Lib. in Herb. (p. 85), Lasio- — 202 — sphaeria acicola Cooke (p. 87), Sphaeria vacciniicola Lib. in Herb, (p. 87), Venturia conoplea Lib. in Herb. (p. 87), Perisporium Rubi Lib. in Herb. (p. 87), Eurotium album Lib. in Herb. (p. 87). Cooke, M. C, The Sub-Genus Coniophora. (1. c. No. 47.) Eine Aufzählung der 13 bis jetzt bekannten Arten dieses Sub- genus von Corticium, das sich charakterisirt durch: Hymenium pul- verulentum, sporae crassae .... coloratae. Fungi of India. (1. c. p. 93ir.) Verzeichniss einer Anzahl Pilze aus Britisch-Indien, die zum grössten Theil vom Colonel Julian Hob so n gesammelt wurden. Die neuen Arten sind: Leptostroma leguminum Cooke (p. 93), Phoma Rheea (p. 93), Sphaeropsis absus (p. 93), S. cassiaecarpum (p. 93), S. Clitoreaecarpum (p. 93), Sphaeropsis? musarum (p. 93), Diplodia hypoxyloidea (p. 93). D. Rheea (p. 94), Septoria alliacea (p. 94), S. arcuata (p, 94), Phyllosticta cocos (p. 94), Uredo Balsaminae (p. 94), Triphragmium Acaciae (p. 94), Oidium carneum (p. 94), Sterigmatoeystis ferruginea (p, 95), Cercospora Caladii (p. 95), C. annulata (p. 95), Ailographium caespitosum (p. 95), Dothidea annu- lata (p. 95), Asterina congesta (p. 95), A. carbonacea (p. 96), Cap- nodium lanosum (p. 96), C. Eugeniarum Cooke (p. 96). Phillips, W. and Plowright, Charles B., New and rare British Fungi. (1. c. p. 97 ff.) Ausser einer grösseren Zahl schon bekannter Arten, die zum Theil ausführlich besprochen werden, enthält diese Arbeit auch mehrere neue Arten, deren Namen wir folgen lassen: Peziza indis- creta Ph. & PI. (p. 99), P. hirtococcinea Ph. & PI (p. 100), P. Rhytismae Phil. (p. 101), P. nuda Ph. & PI. (p. 101), Ascobolus viridulus Ph. & PI. (p. 103), Ombrophila brunnea Phil. (p. 103), Hypocrea aureo-virida (sie!) Plow. & Cooke (p. 104), Hypomyces terrestris Plow. & Boud. (p. 105), Nummularia gigas Phil. & PI. (p. 106), Sphaeria (Clypeosphaeria) Hyperici Phil. & PL (p. 108). Quelet, Some new species of Fungi from the Jura and the Vosges. (1. c. p. 115 ff. w. plate 131.) Pluteus tenuiculus Qu. (p. 115), Hydnum amicum Qu. (p. 115), Rhizopogon suavis Qu. (p. 116), Tuber fulgens Qu. (p. 116), Peziza arapelina Qu. (p. 116), P. muralis Qu. (p. 116), Phialea lilacea Qu. (p. 116), Helotium sulfurinum Qu. (p. 116), H. stagnale Qu. (p. 116), Peziza opalina Qu. (p. 117), Lachnella lactea Qu. (p. 117), Ascopha- nus ruber Qu. (p. 117). Cooke, M. C, New York Fungi. (Grevillea VIIL No. 47) März 1880. p. 117ff.) — 203 — 31 Arten von G e r a r d gesammelter Pilze aus dem Staate New- York; darunter neu: Coniothyrium rubellum Cooke (p. 117), Diplodia Celastri Cooke (p. 117), D. compressa Cooke (p. 118), Massaria Gerardi Cooke (p. 118), Psilosphaeria melasperma Cooke (p. 118), Conisphaeria peniophora Cooke (p. 119), Sphaerella ilicella Cooke (p. 119). Cooke, M. C, New Zealand Fungi. (Grevillea Vol. VIII. No. 46. p. 54—68.) Aufzählung eines Theils der von Berggren auf Neu-Seeland und bei Melbourne, Australien, sowie einiger von Travers in der Provinz Wellington gesammelten Pilze. Das sehr reichhaltige Ver- zeichniss (178 Arten) umfasst ausser zahlreichen neuen Arten auch viele in Europa vorkommende Species, ist daher als ein interessanter Beitrag zur Kenntniss von der geographischen Verbreitung der Pilze zu bezeichnen. Die neu aufgestellten Arten sind: • p. öd: Cantharellus umbriceps (Maungaroa, 138); p. 55: Polyporus (Placodermei) Zealandicus (Coromandel, 309, 310); P. (Placodermei) leucocreas; p. 5G: Stereura pannosum (Duoedin, 315, Waitaki 342); Peniophora crustosa ( Waitaki, 347) ; p. 57: Cyphella Zealandica C. & Phil. (Winton, 230), Exidia tenax (Winton, 111); P- 58: Coryne rugipes (Waitaki, 82), Cyathus similis (Banks' Peninsula, 216), Crucibulum vulgare var. lanosum (Wellington, leg. Travers.); p. 59: Paurocotylis echinosperma (Melbourne, 360), Rhizopogon induratus (Banks' Peninsula, 403), Phoma viridi- sporum (ibid., 328, Dunedin); p. 60: Sacidium Inerbae (Tuaranga, 326), Discella lignicola (Dunedin, 243), Bactridium magnum (Whangaroa, 386, Waitaki, 295, Maungaroa, Melbourne), Ceratium roseum (Winton, 113), C. fuscum (Waitaki, 112, 297), Cladosporiura sphaeroideura (Canterbury Alps, 398); p. 61: Geoglossum hirsu- tum var. Leotioides (Winton, 213), Peziza (Discina) lumbricalis (Waitaki, 72); p. 62: Peziza (Dasyscypha) filicea C. & Phil. (Dunedin, 400), P. (Dasyscypha) glabrescens C. & Phil. (Melbourne, 379), P. (Dasyscypha lanariceps C. & Phil. (Melbourne, 363), P. (Mollisia) haematoidea C. & Phil. (Waitaki, 100), P. (MoUisia) crispa C. & Phil. (Maungaroa, 211); p. 63: Helotium Berggrenii C. & Phil. (Melbourne, 369), H. brevisporium C. & Phil. (Waitaki, 30b), H. phormium (Maungaroa, 388), H. lacteum Maungaroa, 387); p. 64: Berggrenia aurantiaca (Waitaki, 55, 68), Dermatea fu- mosa C. & Phil. (Dunedin, 207), Stictis virginea C. & Phil. (Waitaki, 289), My- sterium phormigenum (Winton, 390); p. 65: Hypocrea vinosa (Waitaki, 307), H. Berggrenii, Nectria Zealandica (Little River, Banks' Peninsula, 305, Maungaroa, 321), N. quisquilaris (Dunedin 123, Melbourne 389, 362); p. 66: Xylaria apiculata (Maungaroa, 214), X. Zealandica (Wellington, leg. Travers.), Hypoxylon allantoi- deum (Waitaki, 250); p. 67: Massaria australis (Melbourne, 367), Philosphaeria mammoidea (Wellington, leg. Travers.), Sphaeria teuacis (Waitaki, 391 bis) S. Cauli- colae) carduicola (Maungaroa, 316), S. (Pleospora) Zealandica (Waitaki, 391), S. Pleospora) australis (Taupo, 242); p. 68: Pyrenophora nada (Tauranga, 399.). Thüraen, F. de, Fungi aegyptiaci collecti per Georg Schweinfurth. Ser. II. (Grevillea. Vol. VIII. No. 46. p. 49—51.) Aufzählung von 24 von Schweinfurth.in Aegypten gesammelten Pilzen; Ustilagineen und Uredineen, sowie einer Anzahl Conidien- formen höherer Pilze. Darunter 5 neue Arten : Gloeosporium Schwein- — 204 — furthianum Thüm. aufErodium glaucophyllum, Oidium medicagineum auf Medicago denticulata, Sorosporium desertorum in den Frucht- knoten von Coelorrhachis hirsuta, Uredo Isiacae auf Arundo Isiaca und Sphaeropsis Calotropidis auf Calotropis procera. Boudier, A., On tlie importance that should be at- tached to the deliiscence of asci in t he Classifi- cation of the Discomycetes. (Grevillea. Vol. VIII. No. 46. p. 45—49.) Vorschläge zur Theilung der Discomyceten in zwei Gruppen, die durch die Art des Oeffnens der Asci charakterisirt sind. Die erste Gruppe umfasst diejenigen Genera, bei denen sich die Schläuche mit einem Deckel, einem scharf umschriebeneu Membran- stück des Ascus-Scheitel's, öffnen. Dahin gehören: Morchella, Hel- vella, Verpa, die Pezizen aus den Sectionen: Aleuria, Humaria, viele Lachneae , Ascoboli und Vervyandte. Die zweite Gruppe ent- hält die Gattungen, bei denen kein Deckel vorhanden ist, wo die Sporen durch eine nicht scharf umschriebene Oeffnung heraustreten; es sind dies : Geoglossum, Mitrula, Leotia, Phialea, Helotium, Lach- nella, Mollisia etc., alles Formen, bei denen die Sporen vorzugsweise langgestreckt, spindelförmig, cylindrisch etc. und septirt sind. W inter (Zürich). Thümen, F. v., Ueber einen prähistorischen, aus den Pfahl- baustätten bei Laibach stammenden Polyporus. (Sitzber. d. k. k. zool.-bot. Ges. in Wien. XXIX. p. 52.) An dem Pilze war noch deutlich die Structur der Poren zu erkennen. Deren Gestalt und Länge, sowie die fast vollkommen intact erhaltene Rinde machen es mehr als wahrscheinlich , ja fast gewiss, dass man es mit einem Exemplar des echten Feuerschwammes, des Polyporus foraentarius Fr., zu thun habe oder doch wenigstens sicher mit einer diesem sehr nahe stehenden Form. Beck (Wien). Mika, C, (Magyar Növenytani Lapok IV. 1880. [Febr.]) Tritt in einer Besprechung von „Thümen, Die Pocken des Weinstockes" der von Thümen vorgenommenen Trennung von Gloeosporium und Sphaceloma entgegen, eine Ansicht, welche Mika auch bereits vor dem Erscheinen von v. Thümen's Arbeit in „Erdelyi Gazda" 1879. No. 35 ausgesprochen hat. Borbas (Budapest). Hesse, 0., Ueber die Californische Orseilleflechte. (Lieb. Annal. der Chemie u. Pharm. Bd. CIC. p. 338—341; Ref. in Chem. Centralbl. 1880. No. 7. p. 102.) Die Roccella fruticosa Lauer wird vom Verf. als Varietät der R. fuciformis betrachtet, mit welch letzterer sie auch hinsichtlich — 205 — ihres ehem. Verhaltens übereinstimmt. Sie enthält neben sehr ge- ringen Mengen Roccellsäure nur Erythrin, C20 H22 O2o-|-(1V3 — llHüO, welches bei Zersetzung durch Alkohol im Wesentlichen Pikroerythrin- und Orsellinsäureäther giebt, und optisch inactiv ist.~ Holzinger, J. B., Cladonia decorticata. (Verhandl. der k. k. zool.-bot. Ges. in Wien. XXIX. [1880] Sitzber. p. 28.) Die Angabe über das Vorkommen von Cladonia decorticata bei Mödling in Nied.-Oesterr. wird dahin berichtigt, dass damit C. neglecta Flk. forma gemeint ist. Dedecek, Josef, Beiträge zur Literaturgeschichte und Ver- breitung der Lebermoose in Böhmen. (Verhandl. der k. k. zool.-bot. Ges. in Wien. XXIX. [1880]. p. 15-34.) An einen geschichtlichen Ueberblick, der mit F. W. Schmidt 's Flora bohemica inchoata beginnend bis zum Jahre 1878 fortgeführt ist, schliesst sich in systematischer Anordnung , mit den Ricciaceae beginnend , eine Aufzählung von 70 Lebermoosen an , welche der Verf. sämmtlich in Böhmen selbst gesammelt hat. (6 Ricciaceae, 2 Anthocerotaceae, 6 Marchantiaceae , 56 Jungermanniaceae). Neu beschrieben wird keine Art, dagegen sind mehrere der von anderen Forschern aufgestellten Arten eingezogen und muss dieserwegen auf die Synonymie verwiesen werden. Bei vielen Arten werden morpho- logische oder biologische Bemerkungen und bei allen detaillirte Standortsangaben gegeben. Nach Angabe des Verf. erscheint nun Böhmen zu ^/s topographisch erforscht. Freyn (Wien). Massalougo, C, Hepaticologia veneta. (Atti Soc. Veneto-trent. di Sc. Nat. Vol. VI. 2. p. 91.) Verf. giebt mit dieser Arbeit den ersten Theil seiner Flora der venetianischen Lebermoose (mit Diagnosen) heraus, in welcher er als neue Arten: Scapania geniculata, Jungermanuia Raddiana und J. scapanioides beschreibt. Marchesetti (Triest). Benaud, F., Notice sur quelques mousses des Pyrenees (Suite). (Revue bryol. 1880. No. 1. p. 2—5.) Verf. giebt in dieser kleinen Abhandlung eine Fortsetzung seiner, im 4, 5. und 6. Jahrgang der genannten Zeitschrift enthaltenen Mittheilungen über Pyrenaeen -Moose. Er bezeichnet als neu für dieses Gebiet Hypnum Heutleri Jur. , dessen Standort am Pic d'Ar- bizon als einer der südlichsten und als der westlichste in Europa genannt wird. (Findet sich, die Identität mit H. revolutum Lindbg. vorausgesetzt, auch in Tibet. Ref.). Ferner bespricht Verf. das Vorkommen der Barbula papulosa Wils. und vermuthet deren weitere Verbreitung im Gebiet (Obere Höhengrenze bei 650 m., in Deutschland bloss bis 525 m. Ref.), — 206 — spricht sich für die Zugehörigkeit des Mnium insigne Mitt. zu Mu. affine var. elatum Syn. Ed. IL aus (? Ref.) und erwähnt das Wiederauf- finden des Mnium medium durch Husnot. Von Hypnum virescens B. (id. mit H. napaeum Limpr. , H. falcatum Brid. 7. virescens Syn. Ed. II ?) werden verschiedene Standorte angegeben und die seltenen Blüthen beschrieben. Endlich werden noch die Unterschiede von Hylocomium Oakesii einerseits, sowie Climacium dendroides und Hylocomium brevirostre andrerseits kurz angeführt. Holler (Mering). Hampe, E. , Enumeratio muscorum frondosorum Brasiliae centralis, praecipue provinciar. Rio de Janeiro et St. Paulo, adhuc cognitor. (Naturhist. Foren. Vidensk. Meddel. 1879—80. Hft. I.) Enthält unter anderem die Beschreibung folgender neuen Arten : Sphagnum subaequifol. Phascum carinatum. P. Puiggarii. Funaria Beyrichii. Calymperes chlorosum. C. lauceolatum. Hyophila brevi- fol. H. rubiginosa. Syrrhopodon capillaceus. Octoblepharum mi- nus. Hymenostomum striatum. Weisia canaliculata. Dicranum aduncum. D. verticillatum. D. canaliculatum. Zygodon parvulus. Micromitrium Doringianum. Schlotheimia Glaziovii. S. clavata. S. Mülleri. Bryum brevicoma. B. abbreviatum B. validius. Cry- phaea Blumenauiana. Neckera biformis. N. Puiggarii. N. di- versicoma. N. subintegra. N. sciuroides. Eriocladium plumarium. Pilotrichum subambiguum. P. microthamnium. P. tenuicostatum. Dal- tonia aristata. D. Hampeana. Lepidopilum Glaziovii. L. subsubu- latum. L. flavescens. L. laevisetum. Adelothecium Bogotensis. Di- stichophyllum aristatum. Pterogonium Beyrichianum. Porotrichium subcucullatum. Glossophyllum gracile. Hookeria Puiggarii. Hyp- num brachystelium. H. exiguum. H. restitutum. H. citrinum. H. mycostelium. H. pachythecium. H. submacrodontium. H. sub- campaniforme. H. Puiggarii. H. paraphysale. H. subdiminutivum. H. brachypus. H. papillosissimum. H. pungifol. H. leucostomum. H. Mundemonense. H. subdelicatulum. H. subtamariscinum. (Wird fortgesetzt.) Jörgensen (Copenhagen). Beck, Oünther, Entwickelungsgeschichte des Prothalliums von Scolopendrium. (M. Tfl. I u. IL) (Verhandl. der k. k. zool.-bot. Ges. in Wien. XXIX. p. 1—14.) Die Sporen von Scolopendrium vulgare Sym. keimen nur im Lichte, indem die erste Haarwurzel, welche früher als der Vorkeim hervorbricht, das erweichte Exospor an einer beliebigen Stelle durch- bricht. Der Vorkeim verlängert sich rasch fadenförmig und theilt sich in der Segmentzelle unterhalb der Scheitelzelle durch eine — 207 — Längs- oder Tangentialwand, seltener in mehreren Gliederzellen durch intercalare Querwände. Das Flächenwachsthum der Scheitel- zelle erfolgt wie bei den anderen Polypodiaceen. Die Antheridien bestehen aus zwei annullären Zellen und einer Deckelzelle, welche die Centralzelle einschliessen. Bei dieser Art scheint, wenigstens in der Mehrzahl der Fälle, nicht, wie es Stras- burger beobachtete, Inder jungen Antheridie auf die trichterförmige Scheidewand , welche die Basalzelle abtrennt , eine glockenförmige, die Centralzelle abschliessende Wand sich aufzusetzen, sondern die Deckelzelle wird zuerst gebildet und durch eine annuläre Wand die Centralzelle geschlossen. Der aus dieser Zelltheilung entstandene Körper bleibt in beiden Fällen der gleiche. Die Archegonien sind analog denen der anderen Polypodiaceen gebaut. Am Vorkeime von Scolopendrium kommen borstenförmige Trichomgebilde vor, welche den für die Prothallien der Cyatheaceen charakteristischen vollkommen gleichen. Die beigefügten Tafeln veranschaulichen die Theilungsvor- gänge des Vorkeimes und den Bau der Sexualorgane. Beck (Wien). Juränyi, L., Ueber die Gestaltung der Frucht bei Pi- lularia globulifera. (Magy. Tud. Akad. Ertesitöje (Sitzber. d. Ungar. Akad. d. Wiss. 1879. No. 5. p, 111 — 114.) ungar. Verf. ist der Ansicht, dass die Frucht der Pilularia globulifera ein eigenthüralich gestalteter Blattabschnitt sei. Zur Zeit der Fruchtbildung entstehen ausser den einfachen, sterilen Laubblättern zweitheilige Blätter, deren vorderer Abschnitt zum Sporangium wird, während der hintere nach Art der gewöhnlichen Laubblätter weiter wächst. Das sterile Segment dieser zweitheiligen Blätter entwickelt sich früher als das einen Seitenlappen desselben darstellende fertile. Da Verf. wegen Mangels an Material die erste Anlage des frucht- baren Lappens nicht beobachten konnte, so gründet sich seine oben angegebene Ansicht lediglich darauf, dass das Gewebe des Frucht- stieles stets direct in das des hinter ihm befindlichen Blattes übergeht. Anfänglich erscheinen die ganz jungen Früchte als kleine cylin- drische , späterhin stumpf spindelförmig werdende Gewebekörper, deren dünnwandige Zellen mit stark lichtbrechendem Plasma erfüllt sind. Im Centrum dieses Gewebekörpers wird alsbald das procam- biale Bündel, aus welchem das Gefässbündel der Frucht hervorgeht, bemerklich. Während im Anfange das Längenwachsthum des in Rede stehenden Gebildes ringsum ziemlich gleichmässig von Statten geht, wächst später die untere Seite rascher. Die Folge davon ist, dass die Spitze des Gebildes in die Höhe gehoben wird und auf der dem sterilen Blatte zugekehrten Seite concav erscheint. Mit dieser Krümmung es gleichzeitig Keulenform und stellt den Stiel — 208 — . des sich entwickelnden Sporocarpiums dar. Auf diesem werden später vier sichelförmige Blattlappen angelegt , aus welchen die Hauptmasse der entwickelten Frucht hervorgeht und die die Klappen derselben bilden. Sie sind zu je zwei gegenständig und zwar in der Weise, dass ihre concave Seite dem Centrum zugekehrt ist, während die convexe Seite nach Aussen zu liegen kommt. Bald nach ihrer Anlage lassen sich die Spitzen der einzelnen Blattlappen und bald darauf auch diejenigen Höhlen, in welchen die Sporangien entstehen (Lacunae sorales) unterscheiden. Die Ränder der weiter wachsenden Blätter verwachsen endlich, während die Spitzen, welche frei bleiben, ihr Wachsthum noch weiterhin fortsetzen. Nach Ver- wachsung der Blattlappen ist die junge Frucht birnförmig. — Der Ort der Verwachsung der inneren Ränder der Blattlappen fällt mit der centralen Achse der ausgebildeten Frucht zusammen. Die im Querschnitte sichtbar werdenden 4 kreuzweis liegenden Zellreihen, deren Deutung bisher unmöglich war, sind nach dem Gesagten nur die Spuren der Verwachsung der benachbarten Blätter. Durch Verdickung der Wände der oberflächlich gelegenen Zellen der schliess- lich fast kugelförmig werdenden Frucht, deren sorale Höhlen sich geschlossen haben, werden schliesslich die Berührungslinien der Blatt- lappen ganz verwischt. Borbäs (Budapest). Penzig, 0., I cristalli del Rosanoff neUe Celastracee. [Die Rosanoff 'sehen Krystalle bei den Celaster- ge wachsen.] (Nuov. Giorn. bot. ital. XH. 1. p. 24.) Beobachtungen über das Vorkommen der im Pflanzenreiche ziemlich verbreiteten sogenannten Rosanott'schen Krystalle aus oxal- saurem Kalke, die er vor Kurzem auch in der Familie der Celastrineen gefunden hat. Obwohl dieselben in allen von ihm untersuchten Arten von Evonymus, Celastrus und Staphylea vorkommen, fehlten sie in den verwandten Familien der Rhamnaceen und Ilicaceen ganz. Marchesetti (Triest). Warmiug, Eugen, Des vraies homolog ies de l'ovule des plantes et de leurs parties. [Resume]. (Botan. Tidskr. 3. R. 3. Bd. 4. Heft. 1880.) Die dänische Abhandlung enthält eine Darstellung von des Verf. Untersuchungen über die Entwickelung des Eies (in Ann. d. Sc. nat), sowie die früheren Beobachtungen über den Pollensack und ein Referat über die Resultate Vesque's. Dazu kommt als neuer Beitrag zur Auflassung der Eiknospe Folgendes: Der Funicu- lus wird als mit dem Receptaculum des Farnsorus homolog betrachtet; die Eiknospe ist als ein Makrosporangium aufgefasst, welches Re- — 209 — ceptaculum und ohne Zweifel auch Indusium (die Integumeute) besitzt. Jörgensen (Kogenhagen). Hegelmaier, F., Zur Embryogenie und Endospe rment - Wickelung von Lupinus. Mit 2 Tun. (Bot. Ztg. 1880. No. 5—9.) Bei einer Untersuchung der Embryogenie der Leguminosen fand der Verf., dass die Arten von Lupinus in Bau und Lage des Be- fruchtungsapparates der Samenknospe, sowie in Bezug auf den wer- denden Keim wesentlich von allen untersuchten Leguminosen ab- weichen. Die Beobachtungen, welche Hofmeister bei Lupinus hirsutus L. und L. mutabilis Sw. gemacht, konnte Hegelmaier für L. varius L., L. mutabilis Sw., L. polyphyllus Dougl. und L. luteus L. in keinem einzigen Punkte, „selbst nicht etwa einem auf verhält- nissmässig gröbere Verhältnisse bezüglichen'' bestätigen. Während Hofmeister allen Lupinen zum unterschied von anderen Legumi- nosen nur e i n dickes Integument zuschreibt und den Keimsack nur die Mittelregion des Knospenkernes einnehmen lässt unter Zurück- lassung eines Kernwarzentheiles und eines Restes am Grunde des Keimsackes, findet Verf. zwar bei L. varius, mutabilis und poly- phyllus ein, dagegen bei L. luteus noch ein zweites inneres Inte- gument, das aus 2 Zelllagen besteht und nach der Befruchtung rasch desorganisirt wird. Ein Kernwarzentheil ist nur bei L. luteus vor der Befruchtung vorhanden, während derselbe sonst fehlt, indem sich die vom Integument und dem Kernrest umschlossene Höhle, die einen locker anliegenden Plasmaschlauch enthält, scharf zuspitzt. Im fi^eimsack nimmt H o f m e i s t e r 2 seitlich unter der Kernwarze sitzende Keimbläschen an, durch deren Befruchtung ein Vorkeim mit dem Keim am Ende entsteht. Bei L. varius befinden sich nach Hegel- maier dagegen an der Spitze des Keimsackes wohl zwei kernhaltige Zellen, die als Analoga der Synergiden betrachtet werden können, jedoch bei Ankunft des Pollenschlauches im Endostom bereits ver- schrumpfen und dann verschwinden. Dahinter liegt der Kern des Keimsackes mit ihnen durch Protoplasmaplatten verbunden. Weiter aber befindet sich in der Gegend der grössten Convexität der Nu- cellarkrümmung ein feinkörniger Plasmahaufen mit kleinen Kernen — zehn an Zahl, wie sich dann herausstellt, — die den Ort späterer Zellen andeuten. Verf. nennt diesen Complex den Eiapparat, da die hinterste chalazawärts gelegene Zelle desselben zum Ei wird. Die übrigen bilden kurz nach eingetretener Befruchtung den „Neben- zellenapparat" — Antipoden wurden nicht bestimmt beobachtet. Von den 9 Nebenzellen trennen sich o Primordialzellen durch einen kleinen Zwischenraum ab, die „Begleitzellen", die dann der vorderen 14 — 210 — dem Ei entgegengesetzt gelegenen Seite des Plasmaschlaiiches an- liegen. Abgesehen von der Formveränderung der Samenknospe durch vorzugsweise Ausdehnung des Querdurchmessers ist als weitere "Wirkung der Befruchtung das Heranwachsen einer der Begleitzellen zu einem ansehnlichen Ballen zu bemerken, der im Innern eine grosse Zahl wohlausgebildeter Kerne hat, jedoch bei beginnender Zell- theilung des Eies seiner allmählichen Auflösung wieder entgegen- geht. Die 6 eigentlichen Nebenzellen vergrössern sich, ihr Inhalt wird grobkörniger, die Kerne wachsen za scharfbegrenzten Kugeln mit glänzenden Kernkörperchen an. Die Theile dieses in den Samen hineinragenden Complöxes bleiben bis zur Samenreife. Das Ei end- lich bildet sich gleichfalls in abnormer Weise zum Keime um. Zwar bilden sich zwei primäre Vorkeimsegmente, — von einem bemerkens- werthen Träger kann im Gegensatz zu Hofmeisters Beobachtung nicht die Rede sein — die-Theilung der Endzelle jedoch geht in ganz anderer Weise vor sich als bei den Crueiferen, Ranunculaceen, Labiaten u. a. — L. polyphyllus stimmt abgesehen von dem wahr- scheinlichen Fehlen der Begleitzellen wesentlich mit varius übereiU: Auch L. mutabilis hat mancherlei AehnlichkeJt und die Samenknospe hat vor der Befruchtung wesentlich denselben Bau. Nach der Be- fruchtung dagegen findet sich dem Plasmaschlauch des Kernsacks ein Centralstrang von Plasma aufgelagert, der beiderseits blind endigend ungefähr in der Mediane der Samenknospe verläuft und von dem, beiderseits an den Seitenwandungen des Plasmaschlauches herablaufend, je 4 — 5 laterale Stränge ausgehen. In diesem Strang- systeme befinden sich die Kerne der später durch Querwandbildung daraus entstehenden „Nebenzellen", die noch im reifen Samen zu erkennen sind. Das Ei liegt an einem der Verzweigungspunkte des Strangsystems. Die Keimanfänge spotten gleichfalls jeder bekannten Regel. — Noch mehr ist der Ursprungsort (weit von der Mediane abgerückt, an der einen Seitenwand des Plasmaschlauches) der An- fangszelle des Keimes und des zugehörigen Zellenapparates bei Lu- pinus luteus L., der noch in mehrfacher Beziehung von den übrigen Arten abweicht und als Repräsentant einer besonderen Gruppe zu betrachten ist, von den entsprechenden Verhältnissen typisch ge- bauter Samenknospen der Angiospermen verschieden. Die Endo- spermbildung bei Lupinus zeigt gleichfalls Erscheinungen, wie sie sonst noch nicht beobachtet zu sein scheinen. Es ist zu unter- scheiden die Bildung des primären allgemeinen Endosperms, dessen Kerne im ganzen Umfang der Innenwand des Keimsackes anliegen, und des eigentlichen Endospermkörpers, der nur einen Theil der Samenhöhle in der Umgebung des Keimes ausfüllt. Die Bildung — 211 — zahlreicher Kerne des allgemeinen Endosperms beginnt am Mikro- pyletheil, möglicherweise — wie nach Strasburger bei Myosurus — durch Theilung des primären Keimsackkernes und nicht durch freie Zellbildung. Die Vorbereitungen zur weiteren Vermehrung der Kerne in der bekannten Erscheinung der Fäden- und Tonnen- bildung waren nur in einzelnen Präparaten — hier aber in allen Stadien zu erkennen, was für Strasburgers Annahme spricht, dass nur zeitweise eine, alle Kerne gleichzeitig betreffende Theilung zu Stande komme. Die weitere Bildung des Endospermkörpers beruht darauf, dass bei frühzeitiger Rückbildung der im grösseren Theil des Plasmaschlauches vorhandenen Endospermanfänge, ein geringerer Theil unter lebhaftem centripetalen Dickenwachsthume des Plasmaschlauches und Vermehrung seiner Kerne zu zahlreichen Lagen seine Entwicklung fortsetzt. Durch nachfolgende Ausbildung der Scheidewände, die die einzelnen Kerngebiete von einander trennen, kommt dann ein parenchymatisches Gewebe zu Stande. Es sind auch die letzteren Vorgänge wesentlich von den durch den Verf. bei den Papaveraceen u. a. beobachteten verschieden, indem bei diesen ur- sprünglich eine peripherische Schicht abgegrenzter Zellen vorhanden ist^ die dann durch Theilung in radiale Zellreihen zerfallen. Ludwig (Greiz). Jörgensen, Alfred, Bidrag til Rodens Naturhistorie. (Bei- träge zur Naturgeschichte der Wurzel). (Botan. Tidsskr. 3. R. 3. Bind. Dänisch mit französ. Resume und 2 Tafeln.) Mittheilungen über Anatomie und Biologie der Wurzel. Daraus hervorgehoben sei: 1} Korkbildung: Bei den Dikotylen hat diese Bildung normal im Pericambium ihren Sitz, doch kann bei vielen krautartigen Diko- tylen eine Korkbildung in den subepidermalen Schichten, ja selbst in der Epidermis auftreten; bei anderen werden, wie bei den Mono- kotylen, sämmtliche Zellen der Rinde verdickt. Am häufigsten geht die Korkbildung in centripetal- intermedianer Folge vor sich; bei einer kleineren Anzahl der zahlreichen , vom Ref. untersuchten Pflanzen ist diese Entwickelung aber auch in centrifugal-reciproker Folge beobachtet. Wie die Bildung der secundären Wurzeln an bestimmte Partien des Pericambiums gebunden ist, so gelang es auch hier zu constatiren, dass die zuerst wirksamen Kork-Mutter- zellen immer vor dem Räume zwischen zwei Gefässlamellen liegen, weniger genau vor dem primären Phloem. 2) Wurzeln von Drosera und Pingui cula. Die anatomi- schen Untersuchungen der Wurzeln dieser Pflanzen ergaben: Die einzelnen Gewebe-Elemente sind sehr schwach entwickelt; keine Spur 14* — 212 — von secundärem Wachsthum wurde gefunden. Die zahlreichen Wur- zelhaare an Drosera waren auffallend lang, mit dicken, braunen Wänden , sie dienen der kurzen dünnen Wurzel als vorzüglicher An- heftungsapparat. 3) Bifurcation der Wurzelspitze bei Brassica. Au ab- geschnittenen Stengeln von Br. oleracea v. capit., deren Schnitt- fläche nach oben verlief, entwickelten sich unter dem Kallus Wur- zeln, welche als Luftwurzeln senkrecht emporwuchsen. Die Wurzel- spitze war wie die der normalen Wurzeln gebaut; bei nicht wenigen aber zeigte sich das interessante Phänomen einer echten Bifurcation. Verf. verfolgte die Entwickelung derselben von der Anlage zweier Vegetationspunkte unter der Haube an bis zur Ditferenzirung der Gewebepartieen. Bisweilen traten in der Spitze der Wurzeln vier Bildungscentra auf. 4) Vielzellige Wurzelpapillen (Zotten, villi) an der Wurzel von Musa paradisiaca. Kräftige Pihizome (aus dem botan. Garten) zeigten sich sehr stark von Wurzeln durchwebt, welche sich an vielen Stellen im Rhizome verzweigt hatten. Hier war nur die innere Rinde der Wurzeln entwickelt, von der Mutter- schicht der äusseren Rinde (Epiblema) wurden hier und da stark hervortretende Papillen gebildet, welche meistens unregelmässig ge- baut waren. Auch an dem Theile der Wurzel, welcher aus dem Rhizome hervorgetreten war — deren Rindenzellen eigenthümliche Verdickungen zeigten — wurden ganz einzelne starke Papillen ent- deckt, welche sich aus der Epidermis gebildet hatten. 5) Asphodelus tenuifolius. Ref. fand das hypokotyle Glied beinahe vollständig von Wurzeln ausgefüllt; die centrale Wurzel in diesem Bündel war sehr regelmässig gebaut, die übrigen zeigten mehr oder weniger unregelmässig angeordnete Gewebe-Elemente. Bei allen Wurzeln aber war, so lange sie sich innerhalb der Epi- dermis des Stengels befanden, nur die innere, Intercellularräunie führende Rinde entwickelt; erst nachdem sie hervorgetreten, bildet sich eine schwache Aussenrinde im Epiblema, durch sowohl in centri- fugaler wie in centripetaler Folge stattfindende Theilungen. Jörgensen (Kopenhagen). Schwendener, S., Ueber Scheitelwachsthum mit mehreren Scheitelzellen. (Sitzber. d. Ges. naturf. Freunde zu Berlin. 16. Dec. 1879.) Von verschiedenen Autoren wurden den Wurzeln der Marat- tiaceen und Ophioglosseen, den Stammscheiteln von Selaginella und Sprossen von Fucaceen zahlreiche Scheitelzellen zugeschrieben. Indem Verf. den Begriff der Scheitelzelle scharf detinirt, tritt — 213 — das Widerspruchsvolle der früheren Angaben hervor. Als Scheitel- zelle oder als gleichwerthige Scheitelzellen können nur diejenigen angesprochen werden, welche unmittelbar um das Centrum der Scheitelkuppe sich gruppiren und ihren Ort während des Scheitel- wachsthums beibehalten. Ein Theil der aus Scheitelzellen ent- stehenden Tochterzellen verlässt aber diesen Ort, und diese sind, wenn sie auch noch in der Nähe des Centrums liegen, keine Schei- telzellen. Die Anzahl der Scheitelzellen kann zwar grösser als 1 sein; wie aber aus mechanisch-geometrischen Betrachtungen hervor- geht, nicht so gross, wie Russow für die Marattiaceen- Wurzel an- giebt. Derselbe will auf dem Längsschnitt 7 — 10 Scheitelzellen be- obachtet haben. Schwendener fand, dass auf dem Längsschnitt die Wurzel von Marattia nie mehr als 2 Scheitelzellen, rechts und links von der Mediane liegend, zeigt. Der ergänzende Querschnitt ergiebt, dass im Ganzen 4 Scheitelzellen vorhanden sind. Hussow scheint nicht den wahren Scheitel der W^urzel beobachtet zu haben, sondern einen Durchschnitt der Wurzelhaube (siehe Fig. 161 von dessen vergl. Unters.). Die 4 Scheitelzellen berühren sich nicht in einem Punkte, son- dern zwei derselben bilden eine Kante. Laubsprosse von Juniperus communis, Keimpflanzen von Pinus inops, P. Laricio, P. silvestris und Abies alba zeigen ebenfalls 4 Scheitelzellen; auch hier bilden 2 opponirte eine Kante. Hansen (Erlangen). Delpino, Federico, Causa meccanica della fillotassi quin- cunciale. Nota preliminare. (Die mechanische Ursache der quincuncialen Blattstellung. Vorläufige Mittheilung.) Sep.-Abdr. ohne nähere Angabe. Genova 1880. Die geometrischen Verhältnisse der Blattstellung sind durch Schimper's, Braun 's und durch der Gebrüder Bravais' Arbeiten aufgeklärt, während die Ursache derselben bis jetzt unbekannt ist. Verf. beschreibt ein Experiment, welches diese Aufklärung geben soll. Er construirt aus sich gegenseitig berührenden Kugeln einen cylinderähnlichen Körper, dessen Basis von drei Kügelchen gebildet wird. An diesem ergiebt sich eine dreifache Anordnung der Kügel- chen nach Spiralsystemen: eine monostiche Linie ?, zwei distiche antidrome Spiralen i, drei distiche homodrome 1-. An einem ähn- lichen Modell leitet er die Pteihen i, |, |, ferner i, f, i, endlich I, I, TT ab- — Er folgert, dass das „tectologische Princip" eine „continuirliche aufsteigende Auseinandersetzung von ähnlichen Organen ist bis zu einem mechanischen Optimum im Falle der Quin- cunx-Blattstellung, oder bis zu einem mechanischen Bonum oder — 214 — Mediocrum bei den anderen Blattstelliingen." Bei diesen (distich, decussirt etc.) genügt die Mechanik nicht allein, hier seien noch physiologische und biologische Ursachen und Erblichkeit mit im Spiele. (Vi concorrono anche cause fisiologiche, biologiche, ereditarie). — „Die erste Anlage der Blätter (il fondamente primordiale delle foglie) findet nicht in der Peripherie, sondern im Centrum statt, sie ist nicht lateral, sondern apical. Dieses entspricht vollständig der Scheitelzelle von pyramidaler Form mit dreieckiger Basis bei den höheren Kryptogamen. Eine solche muss man deshalb auch bei den Phanerogamen annehmen oder wenigstens ein Seh e i t e 1 g e w e b e (un tessuto generatore). Die Blätter sind keine Appendicularorgane peripherischer Natur, sondern centrale Gebilde. Ein axiles oder Stengelsystem existirt nicht. Der Stengel ist im Gegentheil eine congenitale Fusion von der Basis vieler Blätter, „er ist kein orga- nisches System, sondern nur eine Region und muss daher Phyl- lopodium oder phyllopodiale Region genannt werden." Kormogen ist nur die Wurzel. „Das Blatt ist das einzige tecto- logische Element der höheren Kryptogamen und der Phanerogamen, und hat nicht „die geringste Analogie mit den tectologischen Ele- menten der niederen Kryptogamen." Schwendener's mechanische Blattstellungstheorie wird verworfen ; sie geht nach Verf. von der irri- gen Prämisse aus, dass die Blätter Appendicularorgane seien. — Eine ausführlichere Abhandlung soll binnen Kurzem nähere Details bringen. Behrens (Braunschweig). Lazarski , Jos., Beiträge zur vergleichenden Anatomie der Blätter einiger Cupressineen. (Zeitschr. des allg. österr. Apotheker-V er. 1880. No. 6 u. ff.) Die mikroskopische Untersuchung des off. Pulvis Sabinae führte zur vergleichend histologischen Untersuchung dieser und der nächstverwandten Cupressineen : Juniperus Sabina.. Das Gefässbündel des Blattes ist in seinem ganzen Verlaufe von eigenthümlichen Zellen begleitet, ähn- lich denen, welche H. von Mohl in den Blättern mehrerer anderen Juniperus-Arten und in den Blättern von Sciadopitys beschrieben hat und die de Bary mit dem Namen „Querbalkentracteen" be- legt. Es sind mehr oder weniger gestreckte Parenchymzellen mit verschiedenartigen Verdickungen. „Einmal sind es zapfenartige Vorsprünge in das Lumen der Zelle, oder Balken, die sich ver- zweigen und einander kreuzen, oder es sind behöfte Tüpfel allein, oder es kommt auch vor, dass die behöften Tüpfel als Ansatz- stellen für die zapfenartigen Verdickungen dienen." Neben diesen kommen auch dünnwandige Zellen vor, oder solche, die nur an einer — 215 — oder der anderen Wand kleine Höcker zeigen. Alle Zellen sind verholzt. Niemals wird das ganze Lumen von den Verdickungen ausgefüllt. Im Mesophyll, nahezu genau in der Mittellinie des Blattes, liegt die ellipsoidische, zuweilen gangartig gestreckte Oelhöhle. Sie ist am mächtigsten im unteren Theile des Blattes und erstreckt sich verschieden weit nach oben, bis in die Nähe der Blattspitze; sie grenzt unmittelbar an die Epidermis der Aussenseite. Die subepi- dermale Schicht aus bastfaserartigen, nicht verholzten Zeilen be- stehend, ist am Umfange der Oelhöhle unterbrochen und fehlt gänz- lich in der Spaltöffnungsregion. Die Oberhautzellen besitzen eine starke Cuticula, sind derbwandig mit „tüpfeiförmigen Verdickungen", in der Gegend der Spaltöffnungen dünnwandig. Die Spaltöffnungen selbst sind beiderseits in zwei nach der Spitze zu couvergirende Streifen geordnet. Juniperus virginiana- stimmt vollkommen mit der vorigen überein. Verf. findet die Angabe Hildebrand's, dass bei J. vir- giniana gar keine von Spaltöffnungen unbedeckte Mittelrippe auf der Oberseite vorhanden sei, unrichtig. Juniperus phoenicea. Diese Art ist ausgezeichnet durch zahlreiche geschichtete Steinzellen, die zertreut, selten nesterweise, sowohl im chlorophyllhaltigen Gewebe, als auch im farblosen, gross- zelligen Parenchym vorkommen. Die Querbalkenzellen sind im All- gemeinen stärker verdickt, mitunter bis zur Ausfüllung des Lumens, und auch bei ganz dünnwandigen Zellen wurde hie und da ein be- höfter Tüpfel gesehen. Cupressus sempervirens. Die Zellen der Pallisadenschicht sind lang gestreckt, die Spaltöffnungen breiter und kürzer als bei den vorigen, mit denen sie sonst übereinstimmen. Biota Orientalis unterscheidet sich im Bau der Blätter nicht von J. Sabina und virginiana. De Bary's Angabe, dass in den Quer- balkenzellen der wulstige Rand der Hoftüpfel vielfach in stumpfe Zacken ausgewachsen sei, welche in das Lumen ragen, aber hier blind endigen, ohne Verzweigung und Verbindung mit einander oder der gegenüberhegenden Wand, gilt nicht allein für Biota, sondern auch für Juniperus. Thuja occidentalis. Gleich Biota orientalis; Spaltöffnungen und Querbalkenzellen denen von Cupressus sempervirens ähnlich. Juniperus communis. Spaltöffnungen kommen nur auf der Oberseite des gleichschenkelig dreiseitigen Blattes vor. Hilde- brand sagt mit Unrecht, dass bei dieser Art die spaltöffnungsfreie Mittelrippe fehlt. Die Spaltöffnungen beginnen, etwa 0,5 Mm. von — 216 — der Insertionsstelle des Blattes entfernt, in zwei Streifen, die sich ungefähr in der Mitte des Blattes vereinigen und etwa 0,5 Mm. vor der Spitze aufhören. Die subepidermale Schicht ist ungleichmässig vertheilt, fehlt an manchen Stellen und tritt an anderen in zwei, selbst drei Reihen auf. Die Bastfasern des centralen Gefässbündels sind an verschiedenen Querschnitten verschieden zahlreich, gewöhn- lich liegen 2 — 3 dem Cambium an, selten 6 — 9, in einer geschlos- senen Reihe. Juniperus Oxycedrus. Unterscheidet sich wesentlich da- durch von J. communis, dass der Harzgang der Blattunterseite näher gerückt und von der subepidermalen Schicht ganz oder zum Tbeil umgeben ist. Die letztere findet sich mit Ausnahme der Spalt- öffnungsregion an der ganzen Peripherie der Blätter. Zum Schlüsse werden die histologischen Verhältnisse der Blätter von Taxus baccata erörtert, weil mit diesen ebenso wie mit Sabina Missbrauch getrieben wird. Verf. citirt die Beschreibung des Ge- fässbündels von Frank und fügt hinzu, dass die verdickten Bast- fasern, welche bei Juniperus sich an das Cambium des Fibrovasal- stranges anschliessen, hier fehlen. Das Mesophyll besteht aus un- regelmässig verästelten Zellen; die subepidermale Zellenlage und die Oelhöhle fehlt. Die Spaltöffnungen sind an der Unterseite in 2, etwa 0,4 Mm. von einander entfernte Streifen geordnet- Aus einer Zusammenstellung der Resultate ergiebt sich, dass man nicht im Stande ist, die Blätter der untersuchten Arten im zerkleinerten Zustande zu unterscheiden, wie es für den Pharma- cognosten und Gerichtsarzt mitunter wünschenswerth wäre. Möller (Mariabrunn). Masters, M. J., Notes on the Relations between Mor- phology and Physiology in the Leaves of certain Gonifers. (Journ. of the Linn. Soc. Bot. Vol. XVII [1880] p. 547 — 552). Der Verf. stellt die Richtung, innere Structur und Function der Blätter der Silber-Tannen (Abies continentaler. Picea brittischer Autoren) denen der Sprossen-Fichten (Picea continentaler, Abies brittischer Autoren) gegenüber. Bei den Silber-Tannen finden sich gewöhnlich eine oder zwei Lagen Pallisadenzellen unter dem Hypo- derm der oberen Blattfläche; sie sind mit Chlorophyll angefüllt, dicht an einander geordnet und ihre Längsaxe steht senkrecht oder fast senkrecht gegen die Zellen des darunter liegenden Paren- chyms. Einige dieser Tannen sind mit Bewegungsvermögen ausge- stattet und heben oder senken ihre Nadeln. Keine dieser Eigen- thümlichkeiten findet sich bei den Sprossen- Fichten. Verf. ver- — 217 — muthet daher einen Zusammenhang zwischen der beschriebenen Structur und dem Bewegungsvermögen der Blätter. Bennett (London). Treciil,A., Evolution de l'inflorescence chez les Graminees. Partie I— III. (Compt. rend. ... de Paris 1880. T. XC. Nr. 2, 5, 7, p. 58, 211, 281 ff.) Verf. studirte 1) die Bildung der primären Axe. Bei allen untersuchten Arten zeigte dieselbe anfänglich acropetales, später öfters basipetales Wachsthum. Die ersten Internodien entstehen von unten nach oben. 2) Die Entstehung der Zweige bei Setaria germanica, Tragus racemosus, Sporobolus tenacissimus, Zea Mays, Tripsacum dactyloides, Hordeum murinum und vulgare, Cynosurus cristatus etc., bei Phleum asperum, Ph. Boehmeri, Triticum mono- coccum, Aira pulchella, Mibora verna, Phalaris canariensis etc. An letzteren wachsen die oberen Zweige viel schneller, obgleich sie jünger sind, als die niedriger stehenden. Bei Triticum Spelta, T. vulgare, T. villosum, Glyceria fluitans, Poa annua, Psilurus nardoi- des, Milium effusum, Lolium multiflorum etc. sind die Zweige der mittleren Region entwickelter als die höher und niedriger gestell- ten, später entwickeln sich unter den schon vorhandenen jüngere Zweige in basipetaler Richtung („formation mixte"). Seeale cereale, Phleum pratense, Lagurus ovatus und hauptsächlich Nardus stricta geben hiervon interessante und überzeugende Beispiele. Bei Lepturus subulatus, auf dessen Beschreibung Verf. speciell eingeht, entstehen die Internodien von unten nach oben, während die Zweige sich in umgekehrter Ordnung entwickeln. 3) Ordnungsfolge der Ausbildung: „Die in dem Halm aufsteigenden Säfte be- ,, wirken die Bildung neuer Theile. Nachdem die Vervielfältigung „der Internodien an der Spitze aufgehört, ruft hier der Andrang „der Säfte ein temporär stärkeres Wachsthum als unten hervor, wo „b.isipetales Wachsthum herrscht. Diese Ursache wirkt jedoch nicht „allein, denn 1) verhält sich an den vielblütigen Aehrchen das „Wachsthum anders als an der primären Axe, indem die oberen „Blumen stets die zuletztgebildeten und zuletztentwickelten sind, „und 2) verhalten sich die Zweige der verschiedenen Pflanzen „an der Hauptaxe verschiedentlich." (Beispiele aus obengenannten Arten.) Der 2. Theil beschäftigt sich mit den Structur-Typen der primären Blütenaxe und der Ordnungsfolge des Erschei- nens der ersten Gefässe. Hauptstructur-Typen der pri- mären Blütenaxe: 1) Bei Tripsacum dactyloides zeigt ein Querschnitt durch die Aehre die Hauptgefässbündel in Form . — 218 — eines T, 2) bei Nardus stricta aber sind dieselben bogenförmig an- geordnet, auch findet man einige kleinere mit diesen abwechselnde, mehr nach aussen liegende Gefässbündel; an jungen Blütenstielen bilden sämmtliche Gefässbündel einen Kreis, in welchem die gri3sseren auf einer Seite liegen. 3) Die Bündel haben doppeltbogenförmige Anordnung, als wenn zwei aneinanderstossende Kreise wie in 2) sich in einander verschmolzen; dabei zwei Unter typen: a. Die beiden Bogen sind sehr geöffnet und bilden fast eine Ellipse (Phleum pratense), h. die Bogen sind im Gegentheil sehr seitlich zusammen- gedrückt. Oefters findet man ein oder zwei kleine Bündelchen hin- ter den grösseren (Triticum, Seeale, Hordeum, Lolium etc.). 4) Hier- her gehören jene Blütenaxen, in denen die Gefässbündel ein ellip- tisches oder kreisförmiges Markcentrum umlagern ohne bogenförmige Anordnung (Poa annua, Setaria glauca, germanica etc., Tragus race- mosus, Sporobolus tenacissimus, Zea Mays etc.). Weiter bespricht Verf. die Längsansicht der ersten Gefässe. In einer gewissen Anzahl von Arten erscheinen die ersten Gefässe im Innern der Blütenaxe, in verschiedener Höhe, frei an beiden Enden. Desgleichen öfters auch die ersten Gefässe in den Zweigen und erst später legen sich dieselben denen der Hauptaxe an. Das successive Erscheinen der Gefässe bei Nardus stricta wird eingehend besprochen. In einer gewissen Zeit entsteht ein Gefäss in dem oberen Theile eines jeden Staubbeutelträgers, in wenig älteren Blumen geht dieses Gefäss tiefer dem Grunde zu, bleibt aber noch eine gewisse Zeit unab- hängig. Ferner beschreibt T. die Gefässbildung in der Blütenaxe von Triticum vulgare, monococcum, villosum, Seeale cereale, Hor- deum distichum, Triticum Spelta. In gewissen vielnervigen Klappen und Spelzen findet man die seitlichen vom Grunde ausgehenden und nach oben strebenden Gefässe schon weit vorgeschritten, während die medianen, dem Mittelnerv angehörenden Gefässe die Spitze des betreffenden Organes schon erreicht haben, jedoch unten noch frei geblieben sind. So bei Hordeum vulgare und H. distichum. Der 3. Theil der Arbeit behandelt die Ordnungsfolge des Erscheinens der ersten Gefässe in einigen Phleum, Cy- nosurus, Poa, und giebt eine eingehende Beschreibung der suc-. cessiven Bildung der einzelnen Gefässe bei Phleum pratense, P. asperum ; Cynosurus cristatus, Poa trivialis, P. annua ; Glyceria flui- tans. Bei Poa annua besitzt von den beiden Spelzen die äussere oder untere die ersten Gefässe, jedoch erscheinen 'dieselben erst nach denen der Staubbeutelträger. In der untersten Blüte sitzen letztere Gefässe vor den Klappen. Capus (Paris). — 219 — Baillon, H., Sur les styles des fleurs mäles des Bego- nia (Bull. mens, de la soc Linn. de Paris, Fevr. 1880. No. 30, p. 236). In starkgefüllten Blüten findet man in der Mitte oft ganz mit Narbenpapillen bedeckte Griffel; solche Blüten sind aber nicht weib- lich, sondern wie aus Untersuchung möglichst jugendlicher Zustände hervorgeht, eigentlich männlich, da die überzähligen Petala umge- wandelte Staubblätter sind, und Andeutungen eines Fruchtknotens ganz fehlen. Aehnlich kommt in männlichen Blüten von Ricinus Ausbildung von „branches stylaires" mit Narbenpapillen, ohne son- stige Andeutungen eines Gynaeceums vor. (Et. gen. Euphorbiac. 205. t. 11. f. 5.) Wenn weibliche Begonia-Blüten gefüllt werden, so enthalten sie viel weniger Petala als die oben erwähnten. Dies entspricht dem Umstände, dass solche Begonien, welche in den weib- lichen Blüten ein Androeceum zu enthalten pflegen, dasselbe nur rudimentär in Form weniger Stamina besitzen. Bonnier, Sur la structure de quelques appendices des organes floraux. (Bull. soc. bot. de France. XXVI. (1879); Compt. rend. n. 2. p. 177—178.) Das Anhängsel des Staubfadens: 1) bei Corydalis wird als „eperon du filet" bezeichnet; 2) bei Viola als „lobe de la feuille staminale" auf Grund des Verlaufes und der Orientirung der Ge- fässbündel. Clos, !>., Independance, developpement, anomalies des stipules. (1. c. p. 189-193.) 1) Unabhängigkeit der Stipeln von den Blättern. Aeltere Ansichten darüber. Selbständiges Auftreten von Stipeln ohne Blätter bei Arten von Adesmia, Phaca, Ononis, Rubus (R. arc- ticus), Chesneya, Nelumbium. 2) Entwickelung derStipeln. 3) Abnorme Ausbildung v.on Stipeln sehr selten; einige wenige Fälle werden aufgeführt: Faba vulgaris, Salix pendula, Quercus macrocarpa. 4) Knospen, deren Schuppen als Sti- peln anzusehen sind, werden verschiedenen Pflanzen zuge- schrieben. Duchartre, P. , Notes sur des fleurs monstrueuses de Grenadier. (1. c. p. 215—224) Petala in einer Blüte zu 3, 4 oder mehr in mit den Sepalen alternirenden Gruppen. Fruchtknoten mit verschiedenen Unregel- mässigkeiten in Ausbildung und Stellung der zum Theil sterilen Fächer; ein zweiter Kelchtubus, gleichsam als Dedoublement des äusseren, innerhalb der Staminalinsertionszone, enthält nur Stamina, — 220 — keine Petala und keinen zugehörigen Fruchtknoten. In anderen Blüten fehlten die Fruchtknotenfächer überhaupt. Verf. knüpft an seine Beobachtungen Erörterungen über die Natur der unterständigen Fruchtknoten und schliesst, dass dieselben aus einer inneren Schicht von Carpellarblättern und einer äusseren Schicht axiler Natur bestehen. Baillon, H., Sur deux cas de monstruosites. (Bull. mens, de la soc. Linn. de Paris, fevr. 1880, n. 30. p. 233—234). Als Belege dafür, dass aus Monstrositäten einander ganz ent- gegengesetzte Schlüsse gezogen werden könnten, werden folgende Fälle besprochen: Ein Exemplar von Jasminum grandiflorum zeigte in seinen Blüten einen häutigen und grünen Fruchtknoten , an dessen innerer Wan- dung gegen die Mitte hin oder tiefer 2 Stamina befindlich waren; manchmal standen sie auch ganz an der Blütenachse ohne jede Verbindung mit der Fruchtknotenwandung. (Aehnlich gestellte Stamina sollen bei gewissen Myrtaceen vorkommen). Bei einem Exemplar von Delphinium Consolida mit theilweis vergrünten Blüten und gewöhnlich nur einem Carpell in jeder Blüte war das letztere an der Naht klaffend, öfters mit mehr oder weniger vergrünten Samenknospen an den Spalträndern, zuweilen aber auch gänzlich ohne Ovula; statt dessen standen dann der- gleichen „sur une languette plus ou moins proeminente, dressee de la base de l'ovaire en face de la fente". Diese „placenta ovulifere" erwecke den Schein eines Achselsprosses des Fruchtblatts. Verf. betrachtet diese Erscheinungen als günstig für seine An- sicht, dass die Samenknospen Organe „sui generis" und weder Knospen noch Blätter seien. Ob die Placenta sämmtlich Achsen- oder sämmtlich Blattorgane seien, sei dann unerheblich. Heckel, Sur deux cas de monstruosite observes dans les fruits de Citrus. (Bull. soc. bot. de Fr. XXVI., compt. rend. n. 2. p. 210—212.) Ausbildung eines grünen Flecks auf einer Citrone von der Basis bis zur Spitze der Frucht reichend; von Gestalt und Farbe eines Blatts, mit Mittelnerv, aber ohne jede Spur von Seitennerven; ent- spricht zwei Fruchtfächern. Die Samen in diesen beiden Fächern enthielten Keimlinge mit grünen Kotyledonen ; die grüne Farbe war wahrscheinlich durch Chlorophyll und nicht durch ein anderes Pigment verursacht. Verf. ist geneigt zu glauben, dass der grüne Fleck einen einzigen , innen in zwei Fächer getheilten Carpid an- gehörte. Koehne (Berlin). — 221 — Kling-gräif, t., üeber ein monströses Cyclamen. (Ber, üb. d. 2. Versamml. d. westpreuss. botan.-zoolog. Ver. zu Marien- werder am 3. Juni 1879, p. 11.) Nicht näher bestimmte A.rt. Die Pflanze verhielt sich, als sie vom Handelsgärtner kam, ganz in der für die Gattung normalen Weise. Anfangs Juni jedoch hatte sich aus der Mitte des Rhizomes ein 12 Cmtr. hoher, etwa strohhalmdicker Stengel mit 4 entfernt stehenden Blättern entwickelt, der an seiner Spitze eine Blüte trug. Die unmittelbar auf dem Rhizom stehenden Blätter und Blüten waren sämmtlich verschwunden. Hansteiu, J. v., DasProtoplasma als Träger der pflanz- lichen und t h i e r i s c h e n L e b e n s v e r r i c h t u n g e n. Für Laien und Fachgenossen dargestellt. 8. 188 pp. mit 6 Holzschn. Heidelberg (Winter) 1880. (Aus Sammlung von Vorträgen von Frommel u. Pfaff. 2. Bd. 5.-8. Heft.) Anregend und klar in seiner ganzen Darstellung, giebt der Verf. in den im edelsten Sinne des Wortes populär gehaltenen drei Vorträgen ein anschauliches Bild über Natur und Lebensverrich- tungen des Protoplasmas, Der 1. und 2. Vortrag besprechen die organische Zelle und die Bildung der organischen Gewebe in folgen- den 9 Capiteln: Einleitung; die organische Zelle; Bau der leben- digen Zelle ; Bewegungserscheinungen im Zellenleibe, Saftströmungen, Folgerungen daraus; Verschiebung, Umlagerung und weitere Orts- bewegung des Zellenleibes und seiner Glieder; gestaltende Thätig- keit des Protoplasten nach aussen und innen; Lösung der Wand, Vereinigung der Zellenleiber; Zelltheilung; thierische Zellen und Gewebe. Der 3. Vortrag behandelt das Plasma als Lebensträger; er gliedert sich in die 3 Abschnitte : feinere Leistungen des Proto- plasmas, Selbstbewegsamkeit und Selbstgestaltung, der Lebensträger. Ein Literaturverzeichniss giebt eine kleine Auswahl der wichtigsten Schriften über das Protoplasma. Luerssen (Leipzig). Priugsheim, N. J. 0., Remarques sur la chlorophylle. [Be- merkungen über das Chlorophyll.] (Compt. Rend. de Paris. T. XC. N. 4 p. 161.) Unter Bezugnahme auf die jüngst in No. 20, 21, 22, 23, T. LXXXIX. der Comptes Rendus erschienenen Mittheilungen, macht P. auf zwei im Monatsber. d. Berl. Akad. (Juli u. November 1879j von ihm veröffentlichte Arbeiten über das Chlorophyll aufmerksam und theilt seine bis jetzt gemachten Beobachtungen über das Hy- pochlorin und die physiologische Rolle des Chlorophylls mit. Capus (Paris). — 222 — Baraiietzky, B., Die tägliclie Periodicität im Dickenwaclis- thum der Stengel. (Mem. de l'Acad. imp. des Sc. de St. Peters- bourg. Ser. VII. T. 17. No. 2.) In der vorliegenden Abhandlung theilt der Verf. die Resultate mit, zu denen er bei dem Studium der selbstständigen täglichen Wachsthumsperiode der Stengel verschiedener Pflanzen gelangte. Eine Durchsicht des Textes, sowie der demselben beigegebenen Tabellen und Tafeln lehrt namentlich das Folgende : Gesneria tubiflora. Werden grüne Exemplare dieser Pflanzenspecies normalen Beleuchtungsbedingungen ausgesetzt, so macht sich das tägliche Wachsthumsmaximum der Stengel bei con- stanter Temperatur etc. etwa zur Mittagszeit geltend. Grüne Exem- plare der genannten Pflanzenspecies, bei constanten Temperatur- sowie Feuchtigkeitsverhältnissen des Bodens und der Luft im Dunkeln untersucht, zeigen ebenfalls eine tägliche Periodicität des Wachsthums, und diese wird eben, weil sie nicht Folge unmittel- barer Lichtwirkung ist, als selbstständige bezeichnet. Die Amplituden der täglichen Schwankungen des Wachsthums ver- mindern sich im Finstern sehr rasch, und in dem Maasse, wie dies der Fall ist, treten secundäre Schwankungen auf. Die Zeitdauer und Grösse (Amplitude) dieser durch innere Wachsthumsursachen bedingten unregelmässigen Schwankungen zeigen sich in verschie- denen Fällen verschieden. Die Zeitdauer der Schwankungen kann 2 — 4, oder auch 6 — 8 Stunden betragen. Vergleicht man die Lage der Maxima der selbstständigen täg- lichen Wachsthumsperiode von Gesneria tubiflora in einzelnen Tagen im Laufe einer und derselben Beobachtungsreihe, so zeigt sich gewöhnlich, dass das Maximum an jedem folgenden Tage früher als an dem vorhergehenden zu Stande kommt. Die selbstständige tägliche Wachsthumsperiode von Gesneria im Finstern kann zu- nächst als eine Nachwirkung in Folge des langdauernden Wechsels von Tag und Nacht, dem die Untersuchungsobjecte vor Anstellung' der Versuche ausgesetzt waren, angesehen werden. Eine derartige Auffassung der Verhältnisse bekämpft der Verf. aber auf Grund der Resultate besonderer Untersuchungen (S. U und 12). Dagegen betrachtet Verf. die tägliche Wachsthumsperiode in dem in Rede stehenden Fall als Folge einer anderen Art von Nach- wirkung, welche völlig analog derjenigen sein soll, die Pfeffer in Bezug auf den Ursprung der täglichen Bewegungsperiode von Blättern gefunden hat. Helianthus tuberosus. Grüne Exemplare dieser Pflanze, die unter constanten äusseren Bedingungen im Finstern belassen werden, — 223 — zeigen die tägliche Wachstliumsperiocle seiir deutlich und lange Zeit hindurch. Die Maxima fallen auf die frühen Morgenstunden. In diesem Falle scheint die selbstständige Wachsthumsperiodicität Folge des langdauernden Wechsels der Beleuchtungsverhältnisse zu sein, welchem die Pflanzen vor Anstellung der Versuche ausgesetzt ge- wesen waren. EtioJirte Stengel von Helianthus tuberosus zeigen keine Wachsthumsperiodicität. Brassica Rapa. Die aus den Rüben dieser Pflanze erwachsenen etiolirten Stengel zeigten im Dunkeln merkwürdigerweise eine täg- liche Wachsthumsperiodicität. Aehnliche Erscheinungen, wenngleich nicht in so ausgeprägter Weise, lassen sich an den etiolirten Trieben von Solanum tuberosum beobachten. Detmer, W., Physiologisch-biologische Untersuchungen' über die Wasseraufnahme seitens der Pflanzen. (Journal f. Landwirthschaft , herausg. von Henneberg und Drechsler. 27. Jahrg. 1879. S. 91—123). In dieser Abhandlung sind die Resultate, zu denen man bei dem Studium der Wasser aufnähme der Pflanzen gelangt ist, in zu- sammenhängender Weise dargestellt, und überdies werden die Er- gebnisse neuer Untersuchungen über den Gegenstand mitgetheilt. Was diese letzteren anbelangt, so ist darüber das Folgende zu be- merken. Die Beobachtungen A. Meyer's, Hinrich's, sowie des Verf. haben ergeben, dass die meisten Pflanzen bereits aus Wassermangel zu Grunde gehen, wenn der Boden, in welchem sie wurzeln, noch so wasserreich ist, dass sein Condensationsvermögen für Wassergas noch gar nicht zur Geltung kommen kann. Anders verhalten sich dazu Pflanzen (speciell untersucht wurde vom Verf. Sedum acre, Opuntia microdasys und Echinopsis multiplex), welche in Folge ihrer gesammten Organisationsverhältnisse eine nur sehr schwache Transpiration unterhalten. Diese Gewächse sind noch wasserreich und lebensfähig , wenn der Boden sehr trocken geworden ist und, in eine nicht völlig mit Wassergas gesättigten Atmosphäre ge- bracht, Wassergas zu condensiren vermag. Die Oberfläche unversehrter Laubblätter ist unzweifelhaft im Stande, tropfbar-flüssiges Wasser, mit dem sie in Berührung gelangt, in geringen Quantitäten aufzusaugen. Weiter bespricht der Verf. das Verhalten des Wassers, welches sich in der grossen Blattscheide vieler Pflanzen ansammeln kann. Es wird ferner das Verhalten der Involucralblätter des Blüthenstandes von Carlina acaulis bei Benetzung derselben eingehender besprochen und gezeigt, dass die Bewegungserscheinung der Blätter zu Stande kommt, indem die — 224 — Vorderseite derselben sich lebhaft mit Wasser imbibirt und in Folge dessen convex wird. Das Bewegungsphänomen wird weder durch Temperaturschwankungen noch durch einen Wechsel der Licht- intensität bedingt. Die unversehrte Oberfläche mancher Früchte (Prunus, Vitis) ist im Stande, tropfbar-flüssiges Wasser zu absorbiren. Endlich zeigt der Verf. noch, dass manche Pflanzen sowie Pflanzentheile (Flechten, Samen, Pappushaare) in der Natur so weit austrocknen, dass sie, in eine nicht völlig mit Wassergas gesättigte Atmosphäre gebracht, Wassergas zu condensiren im Stande sind. Detmer (Jena). Caruel, T., e Cazzuola, F., Osservazioni suU'influenza delle • temperature sulle piante, fatte nell' orto botanico pi- sano. [Im bot. Garten zu Pisa angestellte Beobachtungen über den Einfluss der Temperatur auf die Pflanzen.] (Nuovo Giorn. bot. ital. XII. 1. p. 32.) Die Verf. theilen mehrere von ihnen an 47 Pflanzenarten an- gestellte Versuche und Beobachtungen über die Zeitdauer, welche zur Keimung, Blüte und Fructification der einzelnen Arten nöthig ist, mit. Von den beobachteten Pflanzen sprosste Schizanthus grandi- florus schon nach 9 Tagen, während Lobelia Erinus volle 97 Tage zu ihrer Keimung brauchte. Die kürzeste Frist zur Blütenentfaltung brauchte der am 12. Tage hervorgesprosste Anthriscus Cerefolium, während Hyssopus officinalis, der bereits am 11. Tage nach der Aussaat keimte, am spätesten, erst nach 147 Tagen blühte. Zur Fruchtreife gelangte zuerst Anthriscus Cerefolium (84 T.) u. Linum grandiflorum (108 T.), zuletzt Sesamum indicum (174 T.) u. Mar- tynia proboscidea (175 T.) In den beigegebenen Tabellen werden die 13 Mal während des Tages notirten Temperaturen, sowie die Minimaltemperatur während der Nacht, aufgezeichnet. Marchesetti (Triest.) Fuchs, Theodor. Geschlechtliche Affinität als Basis der Speciesbildung.) [Verhandl. der k. k. zool.-botan. Ges. Wien XXIX. (1880). Sitzber. p. 52—54.] Verf. weist darauf hin, dass das Wesen organischer Körper nicht in ihren morphologischen, sondern in ihren physiologischen Eigenschaften wurzle und sucht nachzuweisen, dass die Bildung ge- schlossener Formenkreise bei einzelnen Thier- und Pflanzenarten eine Folge geschlechtlicher Affinität sei und sich als nothwendige Folgeerscheinung derselben ableiten lasse. Würde nämlich durch irgend einen Schöpfungsakt eine grosse Menge Thier- oder Pflanzen- individuen ins Leben gerufen, ohne dass bereits hiebei Arten ent- — 225 — ständen, so würde sich eine solclie Sonderung in wenigen Genera- tionen dennoch ergeben , z. B. dadurch , dass die Individuen von vollkommener geschlechtlicher Affinität auf dem Wege der gegen- seitigen Befruchtung ihre individuellen Eigenschaften austauschen, dann in wenigen Generationen fixiren und sich so von anderen Formenkreisen absondern würden. — Verf. folgert hieraus, dass die einzelnen Arten von Haus aus weder einfache, noch gleichwerthige, sondern zusammengesezte Grössen sind, deren Natur und Umfang von der Anzahl und Beschaffenheit der zusammensetzenden Ele- mente, sowie von dem Grade der Verschmelzung abhängt. Homo- gene, eng begrenzte Arten sind daher durch feste Verschmelzung weniger und unter sich ähnlicher Individuen entstanden ; das Gegen- theil gilt für die polymorphen Arten. Variabilität und Vielgestal- tigkeit sind also ursprüngliche Erscheinungen, die Varietäten einer Art also nicht Neubildungen, sondern nicht vollständig verwischte Reste der Stammformen. — Dieselbe Anschauung bedingt, dass die Züchtung verschiedener Rassen aus einer und derselben Art als die Zerlegung einer zusammengesetzten Grösse in ihre Elemente er- scheint. Ebenso ist die Variabilität nicht unbegrenzt, sondern be- schränkt durch die Beschaffenheit der Stammformen, aus denen die Art hervorging. Der Umstand, dass Kreuzungen von Individuen derselben Art fruchtbar, solche zweier verschiedener Arten jedoch unfruchtbar sind, gestattet nicht die Annahme, dass diese physio- logischen Eigenschaften jeder Art gleichsam als Mitgift gegeben wurden, sondern das ursprünglich Gegebene ist die geschlechtliche Affinität und die Bildung der Arten erst eine Folge derselben. Wäre die Kreuzung zweier verschiedener Arten vollkommen frucht- bar, so müssten sie nach Anschauung des Verf. in kurzer Zeit zu einer Art verschmelzen und dieses Eingehen der Formen müsste so lange währen, als die vollkommene Affinität reicht. — Verf. sucht schliesslich das Entwickelte durch Beispiele aus dem Thier- reiche zu beweisen (Entstehung der Hausthiere aus der Kreuzung verschiedener wilder Stammformen). Freyn (Wien.) Sykutowski, L., Ueber insectenfressende Pflanzen. [poln. : roslinach owadozernych.] (Pnyrodnik 1880. No. 1. u. 2.) Gemeinfassliche Darstellung der Erscheinungen der „Fleisch- verdauung" bei Drosera rotundifolia und Dionaea muscipula. Prazmowski (Sanok). Müller, Hermann, The Fertilisers of Alpine Flowers. (Die Befruchter der Alpenblumen). (Nature, Jan. 22. 1880, p. 275.) 15 _ 226 ~ Schon vor einigen Jahren hat M. in jener Zeitschrift über seine Beobachtungen berichtet, dass in den Alpen die Schmetterlinge als Bliimenbesucher und -Bestäuber eine viel hervorragendere Rolle spielen als im Tieflande (cfr. Bot. Centralbl. pag. 51 f.). Er giebt als Beleg für das Ausgesprochene folgende interessante Zusammen- stellung aller bis jetzt von ihm beobachteten blumenbesuchenden Insecten und ihrer Besuche: 1. Im Tieflande. 2. In den Alpen 3. Oberhalb der überhaupt. Baumgrenze. b. Ver- b. Ver- b. Ver- a. Insec- schiedene a. Insec- schiedene a. Insec- schiedene tenarten. Blumen- besuche. tenarten. Blumen- besuche. tenarten. Blumen- besuche. Coleopteren . . 129 469 83 337 33 134 Dipteren . . . 253 1598 348 1856 210 930 Hymenopteren 368 2750 183 1382 88 519 Lepidopteren . . 79 365 220 2122 148 1190 Andere Insecten . 14 49 7 15 3 6 Zusammen ; 843 5231 841 I 5712 I 482 | 2779. Behrens (Braunschweig). Joos, W., Ueber Cinc honen- Abbildungen unddie Flora Columbiae. (Flora 1880. No. 4. p. 60—64.) Der Verf. hat die K a r s t e n 'sehen Originalexemplare mit dessen Abbildungen in der Flora Columbiae verglichen und gefunden, dass die von 0. Kuntze an letzteren gemachten Ausstellungen ganz unbegründet sind; insbesondere hat C. corymbosa Karst, eine innen behaarte Blumenkrone, was 0. Kuntze bestritten hat. Karsten's Darstellungen der Früchte von C. heterocarpa sind richtig. Karsten, gegen 0. Kuntze, Cinchona-Studien, Leipzig 1878. (Bot. Ztg. 38. Jhg. 1880. No. 11. p. 185—189.) Die von Kuntze an den Beschreibungen und Abbildungen der Flora Columbiae (1861) gemachten Ausstellungen, betreffend 1) das Aufspringen der Frucht gleichzeitig vom Grunde und von der Spitze und das langdauernde Verharren des Kelches auf der Frucht bei C. heterocarpa; 2) das unterhalb der Mitte beginnende Aufspringen der Frucht bei C. Barbacoensis Karst.; 3) die innere Behaarung der Blumenkrone bei C. corymbosa Karst. ; 4) die Länge der Blattstiele in den Abbildungen von C. Tucujensis Karst, werden auf Grund wiederholter Untersuchung der aus dem Petersburger Herbar neuer- dings zur Ansicht erhaltenen Originalexemplare von Karsten zurück- gewiesen. Ad 2) wird noch getadelt, dass C. Barbacoensis von — 227 — Kuntze „laut Flora Columbiae" mit C. Chomaliana Wedd. ver- einigt werde, während diese Flora im Gegentheil beide Arten aus- drücklich scheidet. Ad 3) wird die von Kuntze vorgenommene Vereinigung von C. corymbosa mit der in Blättern und Blüthenstand ganz verschiedenen C. cordifolia Mutis abgewiesen. Beigefügt ist auf Wunsch Karsten's eine von E. Regel unterzeichnete Erklärung, laut welcher Herr Winkler in St. Peters- burg die Cinchonen Karsten's nachuntersucht und des letzteren Angaben der Wirklichkeit entsprechend gefunden hat. Koehiie, E., Ueber zwei von Herrn J. M. Hildebrandt in Sansibar gesammelte Nesaea- Arten. (Sitzber. d. bot. Ver. d. Prov. Brandenb. XXH. [1880], Jan. p. 2—7). No. 1 138 der H i 1 d e b r a n dt 'sehen Sammlung, als N. floribunda Sond. (Stengel behaart) ausgegeben, enthält auch sehr viele Exem- plare von N. radicans Guill. et Perr. (Stengel kahl). Yetter , Note sur le Capsella rubella Reut. (Arch. sc. phys. et nat. Geneve, 3. ser. t. HI. n. 12. p. 736.) Bildung steriler Bastarde von Seiten dieser Art mit C. Bursa pastoris L. als strenger Beweis für die Verschiedenheit beider Arten Koehne (Berlin). Bizzozero , G. , Alcune plante da aggiungersi alla Flora Veneta. (Bull. d. Soc. Veneto Trentina di Scienze Nat. 1879. No. 2. p. 36.) Die von V i s i a n i und S a c c a r d o herausgegebene Flora Veneta wird durch diese Arbeit um folgende neue Arten bereichert: Grammitis leptophylla Sw., Asplenium lanceolatum Hds., Bellevalia trifoliata Knth. und Trifolium Bocconii Savi. Neu für einzelne Pro- vinzen sind: Asplenium septentrionale Sw., Polystichum rigidum DC, Phleum alpinum L., Carex alpestris All., Chamaeorchis alp ina Rieh., Chrysanthemum montanum L. v. heterophyllum, Echinops sphaero- cephalus L., Centaurea nigrescens W. v. albitlora, Phyteuma comosum L. v. velutinum, Myosotis sylvatica Hff., Scrophularia alata Gil., Isopyrum thalictroides L., Dianthus Armeria L. v. albiflorus, Draba muralis L., Trifolium subterraneum L. Marchesetti (Triestj, Oborny, A., Die Flora des Znaimer Kreises. Nach pflanzen- geographischen Principien zusammengestellt. (Sep.-Abdr. aus d. Verhandl. des naturf. Ver. zu Brunn. Bd. XVH. 8. 200 pp. Brunn [Fournier & Haberler] 1879.) 2 M. 40 Pf. Das vom Verf. durchforschte etwa 63 Quadratmeilen grosse Florengebiet umfasst den südöstlichen Theil Mährens im mittleren und unteren Thaiagebiete ; im Norden bilden der Iglauer und Brünner Kreis, im Osten die Oslava, Iglava und Thaia, im Süden 15* — 228 — die niederösterreichischen Lande die Grenze. Die Einleitung liefert einen Beitrag zAir Geschichte der Botanik im Znaimer Kreise und schildert dann Flussläufe und Bodenrelief, sowie die klimatischen, phänomenologischen und geognostischen Verhältnisse des Gebiets. Als bezeichnende Pflanzen des westlichen Plateaulandes, speciell des grauen Gneises, nennt Verf. Cimicifuga foetida L. , Thalictrum Jacquinianum Koch, Aconitum Anthora L., Arabis brassicaeformis Wallr. , Echium rubrum Jacq. , Echinops sphaerocephalus L. , eine Reihe von Hier acien, darunter ganz charakteristisch für die Umgebung von Znaim und Mühlfraun : Hieracium echioides Lumn. und H. cymosum L., ferner Iris variegata L., Lactuca stricta W. K. und Trifolium par- viflorum Ehrh. Auf den Glimmerschieferabhängen bei Schloss Neu- häusel wächst Verbascum speciosum Schrad. und Arabis sagittata DC, bei Hardegg Phyteuma orbiculare L., Genista germanica Willd.,. Aconitum variegatum L. und in grosser Menge Buphthalmum salici- folium L. Der Serpentin von Mohelno zeichnet sich durch Gymno- gramme Maranthae Mett. und Asplenium Serpentini Tausch aus â– Auf dem Granit des Thaiathales bei Znaim gedeihen Hieracium gra- niticum Schultz Bip., H. Schmidtii Tausch, v. crinigerum, H. fragile Jord., H. stiriacum A.Kern., sowie eine Reihe von Rosenformen, wie R. trachyphylla R. f. reticulata Kern. , R. tomentella Lern. , R. dumetorum Thuill. f. obtusifolia Desv. Die Polauer und Nikols- burger , der Juraformation angehörigen, Hügel beherbergen einige Kalkpflanzen, die sonst im Gebiet fehlen. Bedeutung haben end- lich auch die besonders in der Umgebung von Namiest zahlreichen Teiche, an deren Rändern Coleanthus subtilis Seidl., Elatine-Arten,. Bulliarda aquatica DC, Scirpus radicans Schk. und andere wachsen. Die Torfmoor- und Sumpfflora tritt sehr zurück, da Sphagnum-Arten ganz fehlen ; nur einige Cyperaceen , Sedum villosum L. , Viola pa- lustris L. und Drosera rotundifolia L. hebt Verf. als charakteri- stische Vorkommnisse hervor. Das dieser allgemeinen pflanzen- geographischen Schilderung folgende Standortsverzeichniss zählt 26 Gefässkryptogamen und 1309 Phanerogamen auf. Aus dem In- halt derselben sind von bemerkenswerthen Funden ausser den schon angeführten zu nennen: Thesium humile Vahl (in 2 Exempl. 1871 gef,), Hieracium chartaceum Clk. (Granitzthal bei Znaim und Pelz- berg bei Esseklee), H. racemosum W. K. (Namiest, im Thale der Oslava), Viola cyanea Clk. (Granitz- und Leskathal bei Znaim), Tri- gonella monspeliaca L. (Galgen- und Sexenberg bei Pumlitz) etc. Bei Bearbeitung der Rosen des Gebiets wurde Verf. von H. Christ, bei den Brombeeren von W. 0. Focke, bei den Piloselloiden von A. Peter in München unterstützt. Low (Berlin). — 229 — Wacker, H., Zur Flora von Culm. (Ber. üb. d. 2. Versamml. d. west-preuss. bot.-zool. Ver. zu Marienwerder am S.Juni 1879. p. 43). — , — Vierter Nachtrag zur P h a n e r o g a m e n f 1 o r a von Culm nach den Forschungen d e s H e r r n Dr. R e h d a n s in Strassburg. (1. c. p. 49.) Auf p. 46 — 48 specielle Mittheilungen über Carex sparsiflora und C. panicea var. refracta, p. 56 über Corydalis solida und Rubus corylifolius Sm. , p. 57—59 über Pulmonaria, p. 59 über Salsolu Tragus L. und Epipactis microphylla Sw. Luerssen (Leipzig). ßothpletz, A., Die Steinkohlenformation und deren Flora an der Ostseite des Tödi. Mit 2 Tfln. (Abhandl. d. Schweiz. paläontolog. Ges. Vol. VI.) Obwohl das Steinkohlengebirge in der Schweiz nur in geringem Umfange auftritt, ist es doch seit längerer Zeit im Unterwallis nach- gewiesen. Es kommen daselbst Anthrazitlager und in ihrer Nähe an verschiedenen Stellen Sandsteine und grauschwarze Schiefer vor, welche zahlreiche Pflanzenreste einschliessen, die unzweifelhaft der Steinkohlenüora angehören. Dieselbe Anthrazitbildung, mit der sie be- gleitenden Carbon-Flora, können wir vom Wallis aus nach Savoyen und bis in dieDauphine verfolgen. Im Osten der Schweiz hatte man wohl am Titlis, am Bristenstock und am Bifertengrath an der Ostseite des Tödi einige Zoll mächtige Lager von Anthrazit gefunden, doch blieben die wiederholten Versuche, Pflanzen bei denselben zu ent- decken, ohne Erfolg, sodass für die Annahme A. Escher's von der Linth, dass diese Anthrazite demselben Horizonte angehören, wie die des Wallis, der palaeontologische Nachweis fehlte. Glück- licher war Herr A. Rothpletz, welcher letzten Herbst am Bifer- tengräthli in einem dunkelfarbigen Schiefer, der ganz mit dem des Wallis übereinstimmt, deutliche und bestimmbare Pflanzenreste auf- fand, welche die nur auf die petrographischen Verhältnisse und die Lagerung gegründete Ansicht Escher's vollständig bestätigt haben. Verf. hat im ersten Theile seiner Arbeit 17 Pflanzeuarten dieser Localität beschrieben, von welchen 15 aus der Anthrazitbildung des Wallis und Savoyens bekannt sind und die Ref. in seiner Flora fossilis Helvetiae abgebildet hat. Es sind dies: Calamites Suckowii (mit der Variet. cannaeformis Br.), C. Cistii Brgn., Sphenopteris trifoliolata Brgn,, Cyclopteris trichomanoides Brgn., Neuropteris auri- culata Brgn., N. flexuosa Brgn. (mit den Variet. tenuifolia Br. u. Grangeri Br.), Cyatheites arborescens Schi. sp. (mit Variet. Cyathea Br.), C. Candollianus Brgn., C. Miltoni Art. sp., C. dentatus Brgn., Pecopteris Giandini Brgn., Lepidodendron Sternbergii Brgn., Stig- maria ficoides Brgn., Cordaites borassifolius Sternb. sp., und C. pal- — 230 — maeformis Goepp. sp. — Dazu kommen noch 2 Arten, die uns bis jetzt noch nicht aus der Schweiz bekannt waren, nämlich die Pecopteris aquilina Brgn. und der Carpolithus marginatus Art. Auch diese beiden Arten gehören dem Mittelcarbon an und dasselbe gilt von allen übrigen. Es bildet sonach diese Florula des Bifertengräthli's ein Glied der mittelcarbonischen Flora, welche über einen grossen Theil von Europa verbreitet war und den wichtigsten Antheil an der Bildung der Steinkohlen genommen hat. Die Anthrazitflora des Wallis und Savoyens gehört der obersten Abtheilung des Mittelcarbon an, die man als P'arnzone unterschieden hat und dieser muss auch die Florula des Bifertengräthli's eingereiht werden. Sie bildet ein Binde- glied zwischen der Anthrazitflora des Wallis und derjenigen von Tirol und Steiermark und zeigt uns, dass zur Mittelcarbonzeit in der Richtung unserer Centralalpen ein Festland oder eine Kette von Inseln bestand, welche von der Dauphine bis nach Steiermark und Kärnthen verfolgt werden kann und von derselben Flora bekleidet war, welche in den grossen Kohlenbassin von Deutschland, Belgien und Frankreich uns entgegentritt. Den zweiten Theil seiner Arbeit widmet Herr Roth p letz der Architektonik der Steinkohlenformation an der Ostseite des Tödi. Er zeigt, dass die carbonischen Gesteine auf Gneiss aufruhen und von Sernifit (Verrucano) überlagert werden. Der Sernifit wird dem Rothliegenden (Perm) zugerechnet. Heer (Zürich). Bimpau, W., Das Aufschiessen der Runkelrüben. (Landw. Jahrb. IX. 1880. p. 191—203.) Der Verf. recapitulirt die Ergebnisse der von ihm früher*) ver- öffentlichten Untersuchung über das Aufschiessen der Runkelrüben im ersten Vegetationsjahre. Dieses für die Nutzung der Rüben nachtheilige, abnorme Verhalten ist in einer ererbten Disposition des Pflanzen-Individuums begründet und wird durch äussere Um- stände, insbesondere durch frühzeitige Bestellung begünstigt. Durch rationelle Samenzüchtung lässt sich wahrscheinlich eine erhebliche Besserung herbeiführen. Soweit die Resultate der früheren Arbeit; in der vorliegenden wird durch mehrfache Versuche festgestellt, dass, was zunächst die äusseren Einflüsse anlangt, jedwede Ver- langsamung oder Unterbrechung des Wachsthums, sei es während der Keimung, oder gleich nach dem Aufgehen oder in späteren Ent- wicklungsstadien der Pflanze, den Samentrieb im ersten Vegetations- jahr begünstigt. Zum frühzeitigen Aufschiessen neigen besonders die- jenigen Pflanzen, welche noch jung, von Nachtfrösten betroffen werden 1. c. 1876, p. 31 fF. — 231 — und diejenigen, welche aus zu tief untergebraclitem oder aus schwäch- lichem, unvollständig ausgereiftem Samen hervorgingen. Letzterer ist in den kleinen, oben am Stengel sitzenden Knäueln enthalten. Die Erblichkeit der Disposition zum Aufschiessen ergiebt sich aus einer Reihe von Versuchen. Es gelang Rimpau durch Fort- zucht von einjährig gereiften Samen in vierter Generation schon eine Rübe zu erzielen, welche bei Bestellung am 31. März völlig einjährig und in fünfter Generation bei Bestellung am 5. April fast ebenso constant einjährig, wie die gleichzeitig bestellte normale Rübe zweijährig war. Die wildwachsende Beta vulgaris L. ist nach den angestellten Versuchen wahrscheinlich constant einjährig, demnach wäre das Aufschiessen unserer Runkelrüben als Rückschlag auf die Stamm- form aufzufassen. Die Züchtung einer fast constant zweijährigen Varietät gelang durch Verwendung des Samens von sogenannten Trotzern, Rüben, welche erst im dritten Jahre Samen trugen. In zweiter Generation brachte dieser Same unter 4377 Rüben nur 35 Schösslinge =0,80 p. Ct., während der daneben bestellte, auf gewöhnliche Weise gezüchtete Same von 4541 Rüben 447 Schösslinge = 9,84 p. Ct. producirte. Die Befürchtung, dass die von den „Trotzern" abstammenden Rüben ihren Zucker später in den Wurzeln ablagern würden, als die auf ge- wöhnliche W^eise gezüchteten Rüben widerlegt der Verf. durch verglei- chende Analysen. Dieselben ergaben für die ersteren im Mittel einen Zuckergehalt von 13,84%, für die letzteren einen solchen von 12,857o. Verf. empfiehlt, die sehr zuckerreiche, aber zu verfrühtem Auf- schiessen neigende Villmorin-Varietät ebenfalls auf constante Zwei- jährigkeit zu züchten. Schliesslich macht er darauf aufmerksam, dass bei der Nachzucht der Rüben mit der grössten Sorgfalt ver- fahren werden muss, da die protandrische Dichogamie der Blüten das Entstehen von Blendlingen begünstigt. K e 1 1 e r m a n n (Wunsiedel). Baillon, H., Sur un parasite qui detruit les Melons. (Bull, mens, de la Soc. Linn. de Paris. Fevr. 1880. n. 30. p. 234—235.) In mehreren persischen Provinzen trat im Jahre 1879 in Me- lonenpflanzungen die bläulichblühende Phelipaea aegyptiaca Walp. (= Orobanche Delilii Decsne) wahrhaft verheerend auf. Sie ist übrigens auch aus Tunis, Syrien, Armenien, Kurdistan u. s. w. bekannt und befällt ausser Cucurbitaceen auch Kohl und andre Cruciferen, die Baumwollstaude u, s, w. Verf. empfiehlt , den Para- siten vor dem Reifen der Samen auszureissen und zu verbrennen. Koehne (Berlin). — 232 — Renner, A., Az üszögbetegseg, kulonostekintettel a müve- leti növenyeinkre [Der Brand mit besonderer Rücksicht auf die Cultur-Pflanzen Ungarns]. (Mit 1 col. Tfl. und 16 in d. Text gedr. Abbild. („Földmüvelezi Erdekeink" 1879. No. 16, p. 18—28.) Ungar. Verf. gibt unter Berücksichtigung der Litteratur und auf Grund eigener Erfahrungen eine Zusammenstellung des bisher über die Entwickelung und Fortpflanzung der Ustilagineen Bekannten und schildert nach einem historischen Rückblicke im 2. Abschnitte den ganzen Entwickelungsgang und die Fortpflanzung der Ustilagineen, während er im 3. Theile seiner Arbeit 7 Genera und 40 Species aufzählt und kurz characterisirt, sammt den zugehörigen Nähr- pflanzen, und im 4. Abschnitte die den grössten Schaden anrichten- den Brandarten eingehend behandelt, schliesslich im 5. Abschnitte aber die Vorsichtsmaassregeln und Schutzmittel gegen diese Pilze bespricht. Von besonderem Interesse ist die im 4. Abschnitte gebrachte ausführliche Schilderung der Sporenbildung und Keimung von Usti- lago Maydis Lev, dem Maisbrande. Die Sporen desselben keimen, analog anderen Ustilagineen, in feuchter Luft auf einer Glasplatte ausgestreut, innerhalb 24—48 Stunden in der Weise, dass aus einer sehr kleinen, kaum sichtbaren Spalte des Exosporiums das Promy- celium hervortritt, welches gewöhnlich einen dünnen und an Länge kaum Vs — Vs des Durchmessers der Spore erreichenden Schlauch bildet, an dessen Enden und Seiten sich die sehr kleinen, ellipti- schen Sporidien durch Sprossung entwickeln. In manchen Fällen wächst jedoch das Promycelium zu einem längeren, fadenförmigen Schlauche heran, welcher sich durch Querwände in mehrere Zellen theilt, aus welchen die Sporidien ihren Ursprung nehmen. Diese Letzteren sind zahlreich und in verzweigten Reihen angeordnet. Die an der Spitze der Reihen befindlichen Sporidien sind kleiner als die unteren. Bei der Berührung mit einem Wassertropfen fallen sämmtliche Sporidien, aus denen sich in kurzer Zeit ein dünner, manchmal verzweigter Keimschlauch entwickelt, auseinander. An den Stellen, wo die Sporen entstehen, bilden zunächst zahlreiche Zweige des Myceliums grössere oder kleinere Knäuel; ihre stark angeschwollenen Zellwände quellen gallertartig auf, während' das Plasma in zahlreiche rundliche Portionen eingeschnürt wird, welche sich vergrössern und sich mit einer dünnen Zellhaut um- gebend, allmählich zu den mit stachligem, braunem Exosporium versehenen Sporen werden. Borbäs (Budapest). Daubrawa, Heinrich, Das Mutterkorn. (Zeitschr. d. allg. österr. Apotheker-Ver. 1880. No. 5 ff.) Nach Anführung der synonymen Bezeichnungen: Hungerkorn, Hahnensporn, Mutterzapfen, Martinskon, Todtenkopf, Kornvater, Brandkorn , Krähenkorn giebt Verf. eine Zusammenstellung der Pflanzen, an welchen Mutterkorn vorkommt, und führt als solche auf: Roggen, Gerste, Weizen, Lolcharten, Mäusegerste, Ackerquecke, Trespenarten, Süssgrass, Rispengras, Knäuelgras, Glatthafer, Liesch- gras, Wiesen-Fuchsschwanz, Ruchgras, Glanzgras, Windhalm, Bart- gras, Schilf, Blaugras, Sumpfbinse und Simse. An Roggen , Gerste und Weizen wird es am grössten , hier und da werden monströse Formen von 5 Cm. Länge und 5 Mm. Dicke beobachtet. Hieran schliesst Verf. eine Beschreibung des Mutterkorns selbst und eine historische Darstellung der verschiedenen Anschauungen, die man über die Natur dieses Gebildes hatte, von T h a 1 i u s an, der es für einen entarteten Fruchtknoten hielt (1587) — eine Ansicht, die noch 1838 von Antoine Fee vertheidigt wurde — bis zu der durch die Forschungen von Tulasne, und Julius Kühn erzielten endgül- tigen Lösung aller Zweifel. Den Schluss machen Angaben über die bekannten Folgen des Genusses von mutterkornhaltigem Mehl, über den Nachweis der Beimengung und endlich über die medicinische Anwendung des Mutterkorns und seiner Präparate, welche nichts Neues bieten. Möller (Mariabrunn). Eberth, C. J., lieber einen neuen pathogenen Bacillus. Mit 1 Taf. (Virchow's Archiv f. pathol. Anat. u. Physiol. u. f. klin. Med. Bd. LXXVH. Heft 1. p. 29 ff.) Verf. untersuchte eine halbe Stunde post mortem einen Dachs eines zoologischen Gartens , welcher eingegangen war , nachdem er nur wenige Tage verminderte Fresslust und Trägheit als die einzigen Krankheitssymptome gezeigt hatte. Er fand als Todesursache eine Mykose, die, obwohl eine allgemeine, doch ihre Hauptlocalisation in der Leber hatte, auf die sich auch die Parenchymveränderungen beschränkten, die er als durch den Parasiten veranlasst betrachten musste. Der rechte Leberlappen war mit der untern Fläche des Zwerchfells in der Ausdehnung eines Thalers durch einen zarten Fibrinbelag lose verklebt. Unter diesem Exsudat fand sich ein etwa wallnussgrosser Bezirk der Leber bis nahe an die Serosa durch- setzt von einer ziemlichen Zahl, oft dicht gedrängter, punktförmiger bis stecknadelkopfgrosser Abscesse, welche einen dicklichen Eiter entleerten, in dem das Mikroskop keine weiteren Bestandtheile nach- wies, als wohl erhaltene und zum Theil verfettete Eiterkörperchen. Nachdem die Leber in kleinen Stücken in Alkohol erhärtet war, — 234 — zeigten sich jedoch an den mit Essigsäure aufgeheilten Schnitten in der Peripherie der kleinen Abscesse zwischen Eiterkörperchen zahllose Stabbacterien. Besser noch Hessen sich dieselben in Hämatoxilinpräparaten oder an Schnitten, die mit Methylviolett ge- gefärbt waren, auch wo sie vereinzelt vorkamen, nachweisen. In den Blutcapillaren füllten sie oft ohne irgend eine Zwischenmasse, parallel oder etwas schräg zur Capillaraxe gestellt, den Querschnitt vollständig aus. Während an vielen Orten die den Bacillenhaufen zu jeder Seite begrenzende Gefässcontur und die Begrenzungslinie der Leberzellenbalken noch als eine feine deutliche Linie zu er- kennen war, schienen sie an den Bacillenhaufen in Auflösung begriffen und über das zunächst benachbarte Gewebe zerstreut. Dann war eine Grenze zwischen den Gefässzellensträngen nicht mehr zu er- kennen, sie war durch die Bacillen unterbrochen, die überall, wo sie in grösserer Menge auftraten, die Erscheinungen einer hochgradi- gen Necrose hervorgerufen hatten. Die Bacillen bildeten cylindrische, meist ein- und selten zweigliedrige Stäbe, die nur wenig länger als der Durchmesser der rothen Blutkörper waren und deren Inhalt in einer gleichmässigen mattglänzenden Substanz bestand. Erst nach Zusatz einer verdünnten Jodlösung oder von Bismarckbraun traten in manchen von ihnen schmutzigbraune Körner auf, die nach Jod- behandlung einen leicht ins Violette spielenden braunen Ton an- nahmen, und von denen bald nur eins, bald zwei in einem Glied vorkamen. Jedes Korn hatte etwa den Durchmesser wie der Quer- schnitt des Stäbchens. Ob diese Körner als Sporen anzusehen seien, wagt der Verf. nicht zu entscheiden. Von den Bacillen des Milz- brandes unterschieden sich die Parasiten durch eine etwas grössere Breite und Länge. Bei einer grösseren Zahl von Messungen ergaben sich durchschnittlich 5 Mikromillimeter Länge für die Bacillen des Anthrax, dagegen 6 für die im Dachs vorgefundenen. Ferner zeigten sich die ersteren stets quer abgestutzt, während die letzteren leicht abgerundet endeten. Uebrigens erschienen die letzteren sehr kräf- tige Entzündungserreger zu sein, was von den ersteren nicht be- hauptet werden kann. Zimmermann (Chemnitz.) Creyaux, J., Observations fournies par un voyage dans l'Amerique equatoriale. (Compt. rend. de Paris. T. LXXXIX. No. 24. p. 1023.) Mittheilungen über das bei den Indianern übliche Verfahren der Curar e-Bereitung. Am obern Amazonenstrom dient hiezu hauptsächlich eine neue S t ry chnos- Art, St. Castelneae. Verf. hat schon ein zehnfach stärkeres Curare bereiten können als das von den Indianern verfertigte; auch enthält die Rinde obengenannter — 235 — Pflanze ein krystallisirbares, die Eigenschaften des Curare besitzen- des Princip (curarine). C a p u s (Paris). Kosutäny, Tamäs, A dohänynöveny nehäny edelig nem ismert alkotoreszeröl. [Ueber einige bisher un- bekannte Bestandtheile des Tabaks.] (Termeszetlu- domänyi Hözlöny 1880. p. 118—19.) Verf. fand bei der Untersuchung von Tabakblättern Chinasäure, Gallussäure, Succinsäure, Milchsäure und Amide (wahrscheinlich Asparagin) und beschreibt seine Untersuchungsmethode näher. Borbäs (Budapest). Baillon, H., Surun nouvel usage du Redoul [i. e. Ger- berstrauch = Coriaria myrtifolia.]. (Bull. mens, de la soc. Linn. de Paris, Fevr. 1880, n. 30. p. 236-237.) In den Anpflanzungen der Ecole de la Faculte de medecine ist der Ailanthus-Spinner in Menge auf Zanthoxylon fraxineum und besonders auf Coriaria myrtifolia übergegangen. Verf. hält dies Faktura für praktisch wichtig, da man eventuell den Gerberstrauch im Grossen als Futterpflanze für die Raupe jenes Spinners ver- wenden könnte; andererseits ist es der vom Verf. angenommenen Verwandtschaft von Coriaria mit den Rutaceen nicht ungünstig. B e n t h a m und H o o k e r stellen den Gerberstrauch zu den Ana- cardiaceen und Moringeen, Chat in zu den Limnantheen. Sur le Baume de Guatemala. (1. c. p. 237—238.) Durch den Handel seit einiger Zeit „zur Verfälschung des Peru- balsams" eingeführt. Sein Geruch ist weniger angenehm als der des letzteren. Früchte der zugehörigen Pflanze aus Cuantla Morelos an die Herren Rousseau und Olivier geschickt und vom Verf. untersucht, ergaben sich als die einer wahren Toluifera, resp. Myroxylon, wahrscheinlich T. peruifera, einer der beiden vom Verf. beibehaltenen Arten der Gattung (Comptes rendus ass. fran9. av. sc, U. 510. t. 10); die Cotyledonen sind aber weniger tief gerunzelt als bei den bisher bekannten Formen der Art. Koehne (Berlin). Macagno, H., On the tannic acid ofSumach-leaves. (The Chem. News and Journ. of phys. Sc. Vol. XLI. No. 1054. 6. Febr. 1880.) M. bestimmte den Gerbstoffgehalt der Sumachblätter. Er fand, dass der Gerbstoffgehalt im Mittel 15,34 — 21,19 Proc. beträgt, dass aber auffallenderweise die Blätter der Zweigoberseite immer 7 — 13 Proc. Gerbstoff mehr enthalten als die der Zweigunterseite. Dabei betrug der Gerbstoffgehalt im Juni oben 24.93 Proc, unten 17,45, im August: oben 21,91, unten 8,77 Proc V. Höhnel (Mariabrunn.) — 236 — Reparation of Sago. (Journ. of applied science. XI. [1880] p. 4.) An der Westküste von Sumatra werden die Bäume von Metro- xylon Sagus in 4 — 5 lange Stücke gesägt, jedes Stück in 4 Theile gespalten, die Rinde entfernt, das Uebrige zum Trocknen an einen schattigen Platz gestellt, dann das Mark zu grobem Mehl geraspelt, in einen groben baumwollenen Seiher gethan, über einen hölzernen Trog aufgehängt und mit Wasser zu einem dünnen Brei geknetet.. Ist alle Stärke ausgewaschen und hat sich am Boden des Troges abgesetzt, so wird das überstehende Wasser abgegossen und der Rückstand an der Luft getrocknet. (Dies stimmt durchaus nicht mit den gewöhnlichen Angaben und bezieht sich wohl nur auf die erste Gewinnung des Stärkemehls, das dann in den Sagofabriken noch weiter durch Körnein im feuchten Zustande und Erhitzen zu eigentlichem Sago umgewandelt wird. Ref.) Wittmack (Berlin.) Ballaud, De l'influence des climats sur la maturation des bles. [Ueber den Einfluss des Klima's auf die Reifung des Getreides.] (Compt. rend. de Paris. T. XC. No. 3. p. 139.) Verf. berechnet , dass in Orleansville (Algier) gezogener Weizen im Jahre 1877—78 2498 Grad Wärme und 2432 Grad in der Periode 1878—79 aufspeicherte. Diese Zahlen sind denen von Herve-Maugon in der Normandie gefundenen sehr nahe. Wäh- rend aber hier der Weizen zur Erlangung dieser Wärmegrade 270 Tage braucht, genügen am ersteren Orte 180 Tage dazu. C a p u s (Paris.) Einfluss der Blätter auf die Zuckerbildung in den Rüben. (Dingl. Polyt. Journ. 1880. Hft. 3. p. 86). Nach Violette und Corenwinder (1876, H. 219. p. 183) wird der Zuckergehalt der Rüben durch Wegnahme von Blättern vermindert. Schneidet man alle Blätter ab, so gehen 45 Proc. des vorhandenen Zuckers beim Aufbau der neuen Blätter verloren. Corenwinder und Contamine (Zeitschr. d. Ver. f. Rüben- zuckerindustr. 1879 p. 783) haben hierüber weitere Versuche ange- stellt. Rüben mit grossen Blättern haben einen grösseren Zucker- gehalt als solche mit kleinen. Eine genaue Beziehung zwischen Zucker- und Blattmenge zeigte sich aber nicht, was dadurch er- klärt wird, dass die jüngsten Blätter mehr verathmen und weniger assimihren, also verschieden alte Blätter specifisch verschieden stark assimiliren. v. Höhnel (Mariabrunn.) — 237 — Fuchs, Emil, Egy üj, sokat igerö takarmän ynö veny föleg hazänk homoktalajära. (Eine neue, besonders für den Sandbodens Ungarns viel versprechende Futterpflanze. [Aus dem „Magyar Föld" und „ Földmüvelesi Erdekeink". 1880, No. 10, p. 95.) Verf. beschreibt Sorghum Halepense Pers., welches er schon seit vier Jahren cultivirt, und hebt dessen Vorzüge hervor. Als Grünfutter ist es besonders für Kühe zu empfehlen, da die Milch davon, wie nach dem Genüsse von grünem Mais, süss wird, während die Wurzeln von Pferden und Schweinen sehr gern gefressen werden. Die Pflanze gedeiht sehr gut auf Sandboden, wird auch vom Verf. zur Befestigung von Dämmen etc. sehr gerühmt. (Wurde als Futterpflanze auch bereits im Termeszettudomänyi Közlöny 1879. p. 67 empfohlen. Ref.) B o r b ä s (Budapest). Borl)äs,Tmce,A Sorghum Halepense Pers.meghonosodäsäröl. [Ueber die Acclimatisation des Sorghum Halepense. (1. c. No. 11, p. 100- 101.) Ref. spricht sich für die Acclimatisation des S. Halepense in Ungarn aus, da es sich schon längst und vielleicht von selbst in Ungarn eingebürgert hat, und stützt sich dabei auf: Sadler (Fl. comitatus Pestiensis I. p. 75), Neilreich (Aufzählung der in Ungarn und Slavonien bisher beobachteten Gefässpflanzen) und Heuffel (Enumeratio plantarum Banatus Temesiensis p. 186), nach denen die genannte Pflanze an verschiedenen Orten Ungarns eingebürgert vorkommt oder cultivirt wird. (Heuffel giebt es so- gar „in agris arenosis legionum Dlyrico- et Teutonico-banatica- rum" im Temeser Comitate an.) Verf. fand sie auch auf Inunda- tionsboden am Ufer des Cserna bei Orsova und bei der alten „Teu- felsmühle" an der Donau oberhalb Pest, während die anderen Autoren es nur auf trockenem Boden angeben. Für die Richtigkeit seiner Ansicht, dass S. Halepense sich in Ungarn einbürgern konnte, führt Verf. auch den Umstand an, dass hier viele, aus südlicheren Gegenden stammende andere grössere Gräser einheimisch sind (Oryza clandestina, Saccharum strictum bei Szvinica, Triticum villosum MB. (Haynaldia villosa Schur), Milium vernale MB. (bisher nur bei Orsova und bei dem „Eisernen Thor" in der Walachei), Piptatherum holciforme, Lasiagrostis Calamagrostis, Aegilops cylindrica, Beckmannia cru- eiformis und viele Stipa- Arten in Siebenbürgen etc.) oder sich eingebürgert haben (Lolium italicum, Setaria italica, Phalaris canariensis etc). Am Schlüsse empfiehlt der Verf. die Danthonia provincialis DC, die er an einem neuen Standorte, oberhalb des — 238 — Wirthshauses des„Weberhartl" auf dem Alt-Ofner Gebirge massen- haft Wiesen bildend fand, den Landwirthen für Sandwiesen. Marc, F., A nemes fiiz a part-es töltesvedelera szol- gälataban. (Die edle Weide zum Schutze der Ufer und Dämme. („Ellenör" 1889. No. 104. Abendbl.) Verf. empfiehlt die Weidenarten, die nie baumartig, sondern nur 3 — 4 Meter hoch werden und noch längere Wurzeln trei- ben (besonders Salix uralensis, S. purpurea und S. viminalis) zum Anpflanzen bei der Regulirung der Flüsse, da sie rasch elastische Wände bilden, welche die Dämme gegen die CJeber- schwemmungen etc. schützen, ihre Wurzeln aber den Boden binden und diesen gegen das Fortreissen sichern. (Weidenbäume sind zu diesem Zwecke nicht zu empfehlen.) Borbäs (Budapest). Dybdal, J. A., Jordbor og vore vigtigste Frugtbuske, deres Udvikling, Betydning, Varieteter, Dyskning og Sygdomme. (Erd- beeren- und unsere wichtigsten Fruchtsträucher; ihre Entwick- lung, Bedeutung, Varietäten, Anbau, Krankheiten u. s. w.) 389 pp. + VI. + XXXVI. (tabellarische Uebersicht). Mit Holzschn. und 6 col. Taf. Copenhagen 1879. Dieses Handbuch, dessen letzter Theil nach dem Tode des Verf. herausgegeben ist, enthält nebst einer Zusammenstellung der Lite- ratur und Uebersicht der früheren Resultate eine Fülle von eigenen Beobachtungen zur Biologie und Morphologie der Culturpflanzen, welche sowohl von wissenschaftlichem wie praktischem Interesse sind, üeber Erdbeeren-Varietäten giebt der Verf. Beobachtungen an c. 100 Formen, welche im Garten der landwirthschaftlichen Hoch- schule angestellt wurden. Beispielsweise sei hervorgehoben, dass die Dichogamie der Blüthen der Hauptart von Frag, virginiana Ehrh. bei den Varietäten (Frag. Grayana u. a.) nicht beobachtet wurde; alle waren sehr ausgiebig. Die Var. Atkinson ist eine der in Dänemark häufigst cultivirten Formen. Die sogenannten Ana- nas-Erdbeeren werden als durch Kreuzung der Arten virginiana, chiloensis, lucida (und vielleicht grandifiora Ehrh.) entstanden be- trachtet; Ananas-blanche entwickelte sich sehr üppig und war oft ein beschwerliches Unkraut. — Von Rubus Idaeus wurden c. 20 Sorten gebaut. Ferner werden die 24 Varietäten von Ribes Grossularia, welche in Dänemark hauptsächlich cultivirt werden können, beschrieben. Die Stachelbeeren-Varietäten werden sehr häufig von Insectenlarven angegriffen, wie von Nematus-ribesii, Geo- metra grossulariata und wawaria; (Tabaksstaub auf die vorher mit Wasser überspritzten Blätter gestreut, schien das beste Mittel — 239 — gegen diese Gäste zu sein.) An Ribes rubrum wurden Versuche mit c. 30 Variet. gemacht, die ergaben, dass : Gondoin, „Sehr frühe hochrothe" (Maurer), Versaillaise, Knights large red Currant, Red Dutsch, kernlose, „fleischfarbige", striatum, Blanch d'Hollande, macrocarpum steril zu sein scheinen. Von R. nigrum wurden mit 8 Var. Versuche gemacht. Sie zeigten sich sehr wenig verschieden, werden daher alle zur „gemeinen" und „umbrafarbigen" gezogen. Jörgensen (Kopenhagen). Neue u. emphehlenswerthe Zierpflanzen (Regel Gartenflora 1880, Jan. p. 21—27). Abbildungen, Beschreibungen u. Culturmethoden von: 1. Utri- cularia Endresi Rchb. fil. (Costa Rica). 2. Staphylea colchica Stev. (Kaukasus). 3. Ligustrum lucidum Ait. (China). 4. Clerodendron Kämpfer! Fisch. (Ostindien). 5. Lygodium Japonicum Sw. (Japan, China, Ostindien.) 6. Agave striata Zucc. (Mexico). 7. Aloe varie- gata L. (Cap.), 8. Aloe pulchra Jacq. (Cap.). 9. Hymenocallis macrostephana Baker (GartenhybrideV) 10. Bifrenaria Harrisoniae Buchaniana Rchb. fil. (Orchid). 11. Odontoglossum hebraicum Rchb. 12. 0. elegans Rchb. fil. (Ecuador). 13. Od. Phalaenopsis v. solare Rchb. fil 14. Aristolochia promissa Masters. (West Afr.). 15. Lycaste locusta Rchb. fil. (Peru). 16. Coelogyne ocellata v. maxima Rchb. fil. 17. Oncidium Forbesii v. Borvvickianum. 18. Odontoglossum oliganthum Rchb. fil. (Guatemala). 19. Ranunculus Lyallii Hook, fil, (Neuseeland). 20. Phalaenopsis Corningiana Rchb. fil. 21. Pes- catorea Gaiviana Rchb. fil. 22. Pescatorea Klabochorum. Rchb. fil. 23. Liparis tricallosa Rchb. fil. (Borneo). LItteratur. Areudt, Natnrhistorischer Schulatlas. 3. Aufl. von F. Trauraüller. 4. Leipzig (Brockhaus) 1880. M. 1.80; geb. 3. - Schilling, Sanmel, Grundriss der Naturgeschichte der drei Reiche. Thl. II. Das Pflanzenreich. Ausg. B. Anleitung zur Kenntniss desselben nach dem natürl. System mit Hinweisung auf das Linne'sche System. Neue 13. Bearbtg. m. 800 Abbild. 8, Breslau (F. Hirt) 1880. M. 3. — Wills, (J, S. V., Dictionary of botanical Terms. 12. 24 pp. London (Simpkin) 1880. 1 s. Poulsen, V. A., Literaturöfversigt. Oversigt over de i Danmark trykte samt af danske Botanikere i üdlandet publicerede botaniske Arbejder (videnskabelige og populaere). Fortsaettelse fra Botan. Notiser 1879. p. 45. 1880. No. 2. p. 49-53). — 240 — Bertliold, Gr., Die geschlechtliche Fortpflanzung von Dasycladus clavaeformis Ag, (Nachrichten v. d. K. Ges. d. Wiss. Göttingen. 1880. No. 3. p. 151.) Hitchcok and Wolle, notes on Fresh Water Algae. (The Americ. monthly rnicrosc. Journal No. Vol. I. 1). Kautze,Otto, Ueber die Verwandtschaft von Algen undPhanerogamen (Podostemeen) [Bespr. V. E. Krause in Kosmos. III. Hft. 10, p. 292-302.) Stahl, E., Ueber den Einfluss des Lichts auf die Bewegungen der Desmidien nebst einigen Bemerkungen über den richtenden Einfluss des Lichtes auf Schwärmsporen. (Verhandl. d. phys.-med. Ges. in Würzburg. N. F.! Bd. XIV; Refer. in Botan. Notiser 1880. No. 2. p. 54. 55). (Vergl. a. d. Ref. im Bot. Centralbl. p. 193.) Banniug-, Notes on fungi. (The Bot. Gazette. Vol. V. 1880. No. 1. Craw- fordville, Ind.) Bergonzlni, Nuovi studi sui Bacteri. (Annuario d. soc. dei natural, in Modena Xm. p. 162—179.) Böhlendorff, H. von, Beitrag zur Biologie einiger Scbizomyceten. 8. 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Bei Plantago major L. finden sich zweierlei Stöcke : die gewöhnlicheren, deren Aehren rothbraune Antheren tragen, und solche, deren sämmtliche Blüten gelbe bis grünlichgelbe etwas grössere, breitere, oben mehr ab- — 247 — gerundete Antheren euthalteu. Mehrfache Zählungen be Greiz und Schleusingen ergaben übereinstimmend 2 — 3Vo Stöcke der letzten Art. An einem Ort findet man häufig dicht neben einander mehrere gelb- antherige Stöcke, während dieselben sonst sehr zerstreut sind; es dürfte dies eine Erblichkeit dieser Art von Antheren wahrscheinlich machen. Die beiden Formen kommen auch bei der Zwergform Plantago major L. b. nana Trattinik vor. Ueber die biologische Bedeutung der gelben Form konnte ich mir ein sicheres Urtheil noch nicht bilden, soviel ist jedoch wohl sicher, dass sie mit der gleichfarbigen des spitzblätterigen Wegerichs nichts zu thun hat; gegen die Gynodiöcie sprechen die mit Pollen gleichmässig erfüllten Antheren beider Formen. Von dem Nadel- und Adelgras der Hochgebirge, Plantago alpina L., sind mir nur Exemplare mit schwefel- gelben, mit schwärzlichen Spitzen versehenen Staubbeuteln bekannt ge- worden. Greiz, den 2. April 1880. . (Originalmittheilung.) Notiz über das Vorkommen von Coniferen. Von H. R. Gröppert. Unter den Coniferen, die theils in der Kohle, theils versteint in der paläozoischen Formation vorkommen, befand sich bisher nur eine Art, die der Gattung Pinites angehörte, Pinites Witkanii Göpp. (Peuce spec. Lindl.) und bei Ashaw in England entdeckt wurde. Dr. Conwentz fand nun eine zweite Art, P. Conwentzii m., in der Waldenburger Kohlenformation, die ich in einer Monographie der Hölzer der paläozoi- schen Formation veröffentlichen werde. Breslau, d. 13. April 1880. (Originalmittheilung.) Ueber den rothen Farbstoff der Blätter von Ampelopsis hederacea. Von J. B. Schnetzler. Die im Herbste rothgefärbten Blätter von Ampelopsis hederacea diflfundiren in Alkohol einen schön rosenrothen Farbstoff, welcher sich durch eine schwache Kalilösung grün färbt. Durch sehr verdünnte Schwefelsäure geht das Grün wieder in Roth über. Der so erhaltene grüne Farbstoff ist, wie schon Berzelius angab, vom Pigment der grünen Chlorophyllkörner verschieden, was auf frappante Weise durch folgenden Versuch bewiesen wird. In ein Reagenzglas wird 1 Vol. Wasser, 1 Vol. der rothgefärbten alkoholischen Lösung und V2 Vol. Schwefeläther übereinander gegossen und hierauf leicht geschüttelt. Nach kurzer Zeit schwimmt eine schön grün gefärbte roth fluorescirende Aetherlösung des ächten Chlorophyllpigments oben auf. Das rothgefärbte vom Chlorophyllfarbstoff abgetrennte Pigment der Blätter von Ampelopsis. — 248 — findet sich in dem Gemisch von Alkohol und Wasser aufgelöst. Durch Kalilösung wird dieses rothe Pigment in Grün übergeführt, welches aber nicht fluorescirt. Lausanne, 2. Aijril 1880 (Originalmittheilung.) Berichtigung. Das von Grisebach in seinen „Plantae Lorentzianae" sub. Nr. 924 und „Symbolae ad floram argentinam" sub. No. 2262 aufgeführte Farn- kraut ist nicht Polypodium lycopodioides h., sondern P. vaccinii- folium F. et. L. — Ich besitze ein von Dr. Lorentz selbst in Tucu- man gesammeltes Exemplar, ebenso verschiedene aus Entre-Rios und Corrientes und endlich eines aus Montevideo, das im Kew-Herbar be- stimmt worden ist. Die Exemplare aus Entre Rios und Corrientes sind leider steril; auch ist die Form der Blätter etwas mehr eirund als bei denen von Tucuman und Montevideo, Was den allgemeinen Habitus, und zwar ganz speciell die Distribution der Blätter und Schuppen, ganz besonders aber die Nervatur der Blätter betrifft, so sind dieselben mit P. vacciniifolium F. und L. aus Montevideo absolut identisch. Die Nervatur ist Goniophlebii Blume und nicht Phymatodis Prsl. , zu der P. lycopodioides gehört. Uebrigens ist es höchst wahrscheinlich dass P. lycopodioides, vorläufig wenigstens, aus dem Kataloge Ar- gentinischer Pflanzen zu streichen ist, da bis dato meines Wissens dieses Farnkraut von keinem Reisenden in der Argent. Republik aufgefunden worden ist. Bemerkenswerth dürfte noch sein, dass die Exemplare aus Corrientes sowohl von Baumstämmen als von nacktem Steingerölle her stammen. Buenos Ayres, den 23. Febr. 1880. 0. Schnyder. Bemerkungeil zu J. Brun's Diatomeenflora der Alpen. Von A. trrunow. In diesem Werke, welches die interessante Diatomeenflora der Schweizer Alpen behandelt, ist das anerkennenswerthe Streben ausgesprochen, die beobachteten Formen auf möglichst wenig Gattungen und Arten zu beziehen. Es ist indessen in dieser Beziehung hin und wieder zu weit gegangen worden und die citirten Synonyme gehören, nicht immer zu den abgebildeten Arten, so weit sich dieselben erkennen lassen, was wegen der für manche Formen zu geringen Vergrösserung von 2^*^/1 leider nicht immer möglich ist. Ich werde mir erlauben, in den folgenden Zeilen einige dieser Fälle anzudeuten: Achnanthes minutissima Kg. ist keine Varietät von A. exiUs Kg., welche durch die in der Mitte stärkere und radiale Streifung ausgezeich- — 249 — net ist. Schwieriger sind A. linearis, minutissima und microcephala , die sämmtlieh in der Schweiz vorkommen, zu unterscheiden. In der Mono- graphie von Achnanthes, welche demnächst in Cleve und Grunow's Arktischen Diatomeen erscheinen wird, habe ich "dies ausführlich be- sprochen. Achnanthes delicatula Kg. ist eine Art, die in brackischen Localitäten der Meeresküsten vorkommt, und die sich von A. lanceolata durch das Fehlen des hufeisenförmigen glatten Raumes in der Ober- schale unterscheidet. Es existirt im süssen Wasser eine Varietät der A. lanceolata, welche ich var. dubia nenne, und welche die Gestalt von A. delicatula mit der Structur von A. lanceolata vereinigt. Ob dies aber die in Tab. III. Fig. 24 abgebildete Form sei, lässt sich nicht be- stimmen, ist aber nicht wahrscheinlich, da sie als „lisse" beschrieben ist. Achnanthes flexeUa var. alpestris J. Brun scheint mir keine Varietät des Achnanthidium flexellum zu sein, welches in den extremsten Formen immer eine sigmoidische Mittellinie besitzt. Die auf Tab. III, Fig. 26 abgebildete Form ist mir ganz unbekannt. Sie scheint Aehn- lichkeit mit einer auch in der Schweiz vorkommenden eigenthümlichen Diatomee zu haben, über deren generische Stellung ich nicht vollständig im Klaren bin, und die ich vorläufig Cymbella abnormis nenne. Die Schalen dieser kleinen Art sind 0,022— 0,03 mm. lang, 0,007— 0,008 mm. Weit, an den Enden breit abgerundet und fast symmetrisch. Die Quer- s\reifen sind stark (8 — 10 in 0,01 mm.), und fehlen auf einer Strecke in der Mitte der Bauchseite gänzlich, während auf der Rückenseite ein etvas kürzerer Querstreifen wie die übrigen eingeschaltet ist, so dass in dieser Beziehung eine Aehnlichkeit mit manchen Gomphonema-Arten in iie Augen fällt. (Schweden, Norwegen, Normandie.) ICocconeis helvetica Brun. Weder aus der Beschreibung noch aus iev Abbildung geht hervor, ob wir es hier mit einer kleinen Navi- cula ähnlich der N. scutelloides oder mit einer Cocconeis zu thun haben. Bei alen Cocconeis-Arten ist Beschreibung und Abbildung beider Schalen unbedngt nothwendig, da sie immer verschieden gebaut sind. Die Unter- schale hat immer Endknoten, während Herr Brun in seiner Gattungs- beschrtibung von Cocconeis die Endknoten als gänzlich fehlend angiebt. G Platin. Wird das durch Bleiessig erzielte Präcipitat in Wasser suspendirt und Schwefelwasserstoff hindurchgeleitet, so zersetzt sich das Blei- salz, Beim Verdampfen der Lösung erhält man prismatische Krystalle einer Säure, deren Salze in Wasser löslich sind — in geringem Grade gilt dies von dem Baryt- und Bleisalze — und daraus durch Alkohol präcipitirt werden können. Abendroth (Leipzig). Martin, E.,Ueber die aus Kirschgummi entstehendeZucker- art. (Phytochem. Unters, hrsg. von R. Sachsse L p. 69 — 89.) Das Endproduct der Einwirkung von Säuren auf Kirschgummi ist identisch mit der von Scheibler bereits vor längerer Zeit aus arabischem Gummi dargestellten Arabinose. Als Zwischenproduct — 301 — entsteht bei möglichst abgekürzter Säurewirkung eine neue der Arabinose gleich zusammengesetzte, aber von ihr in wesentlichen Eigenschaften abweichende Zuckerart, welche Verf. als Cerasinose bezeichnet. Sandersleben, H. Ton, Ueber den aus Traganth ent- stehenden Zucker. (1. c. p. 90—92). Bei Einwirkung von Säuren auf Traganth erhält man neben grossen Mengen von unkrystallisirbarem Zucker, geringe Mengen eines Zucker's, der mit Scheibler's Arabinose identisch ist. S a c h s s e (Leipzig.) Fekete, Lajos, Eszleletek az erdönek a höolvadäsra gyakorolt befolyäsa felett [Beobachtungen über den Ein- fluss der Wälder auf das Schmelzen des Schnee's]. („Erdeszeti Lapok" [Forstwirthschaftliche Blätter.] XIX, Heft II, 1880. p. 89-98). Verf. stützt seine Ansicht, dass der Schnee nicht in jedem Falle länger in dem Walde liegen bleibt, sondern oft gleichzeitig oder früher als auf offenen Stellen verschwindet, auf seine in der Nähe der Stadt Schemnitz ini zwischen 500 — 1000 Meter liegenden Laub- und Nadelwäldern von 1875 bis zu diesem Jahre gemachten, eingehenden Beobachtungen und theilt letztere in folgenden Punkten mit: A.Ein- zelne Bäume mit ihrer Umgebung verglichen: 1) Unter dem Baum liegt stets weniger Schnee; 2) der Schnee schmilzt um den Stamm des Baumes herum am schnellsten; 3) wo einzelne Bäume an freien Plätzen stehen, schmilzt 'der Schnee stets am frühesten auf dem südlichen oder im Allgemeinen auf dem am meisten be- sonnten Theile des durch die Baumkrone bedeckten Terrains. B. Der Wald verglichen mit den von ihm unabhängigen offenen Plätzen: 1) Im geschlossenen Walde bedeutend weniger Schnee als auf freien Plätzen; 2) in geschlossenen immergrünen Nadel- wäldern, bis zu einer Höhe von 800 Meter über dem Meer, ver- schwindet der Schnee gewöhnlich früher als im Freien; 3) auch in Laub- und Lärchenwäldern verschwindet der Schnee häufig früher, besonders bei geringerer Höhe über dem Meere; 4) die Lücken der schlechtgeschlossenen Hochwälder und lückenhafte junge Bestände von ungleichem Alter dienen als Schneefänger bei Schneegestöbern. Borbäs (Budapest). Griittenljerg, Herrn. Ritter t., Die forstlichen Verhältnisse Bosniens. (Centralbl. f. d. ges. Forstw. VL Heft 2. [Febr. 1880]- p. 49—53.) Dieser für specielle Fachkreise geschriebene Aufsatz enthält — 302 — auch Daten, welche für das Vegetationsbild dieses Landes wichtig sind, und dieserwegen hier auszugsweise mitgetheilt werden. Die Wälder finden sich hauptsächlich in den Gebirgen, von denen für Bosnien zwölf (bis 2128 M. Seehöhe), für die Herzegowina fünf (bis 2200 M. Seehöhe) aufgezählt werden. — Das Klima ist für die Waldvegetation günstig ; im Norden, wo die Rebe wild wächst, dann an der Drina und Narenta, auch für den Weinbau; bei Mostar nebst- dem für Oliven. Mindestens 50 Proc. des gesamraten Bodens füllen Wald und Gebüsche. Der weitaus vorherrschendste Baum ist die Rothbuche. Theils rein, theils gemischt mit Eichen, Ahorn und andern Laub- hölzern bewaldet sie die Höhen des mittleren und südlichen Bos- niens, sowie die Gebirge der Herzegowina. In der Save-Niederung dominirt die Stieleiche; im Innern Bosniens kommt die Trauben- eiche und Quercus conferta vor, in der Herzegowina Q. pubescens und Q. Cerris, erstere als herrschende Holzart, wenn sie sich auch nur als Kopf- oder Buschholz vorfindet. — Als mehr oder minder zahlreiche Einsprengunge der Buchenbestände finden sich Acer obtusatum Kit, A. Pseudoplatanus L., A. monspessulanum L. — In den Niederwäldern sind A. campestre L. und A. opulifolium Vill. häufig. Zahlreich sind wilde Obstbäume: Aepfel-, Birn- und Nuss- bäume, letztere im Bosnathal in ganzen Beständen. In geringerer Zahl finden sich in den Bosnischen Wäldern eingesprengt: Tilia grandifolia Ehrh., T. argentea Desf., Weiss- und Hopfenbuchen, Eschen, Ulmen, „überhaupt die meisten im mittleren und nördlichen Oesterreich wachsenden Holzarten. Dagegen ist die Herzegowina wenigstens in den tieferen Lagen durch eine der dalmatinischen ähnlichen Flora gekennzeichnet. Es gedeihen dort nebst den be- reits genannten zwei Eichen: Fraxinus Ornus, Carpinus duinensis Scop, Prunus Mahaleb L. Terebinthen- Akazien, Celtis australis, Cytisus Weldenii Vis. und immergrüne Gehölze, wie Quercus Hex. L., Arbutus Unedo L., Phyllirea media L. etc. Unter den Nadelhölzern hat die Fichte die weitaus grösste Verbreitung. Namentlich in den Bezirken Livno und Glamoc, dann bei Pruhac undDolniVakuf bildet sie grosse Ireine Bestände. Ausserdem kommt sie noch in vielen andern Wäldern in den Lagen von 1000 m. auf- wärts mit Tannen gemischt war. Letztere kommt schon zahlreich n den Buchenwäldern zwischen 800—1200 m Seehöhe vor, selten in grossen reinen Beständen, weil die Buche in den höheren Lagen durch die Fichte ersetzt wird. — In tieferen Lagen zwischen 500 und 800 m. treten Föhrenarten auf, auf Kalkboden nur die Schwarzföhre und eine ihr verwandte Art mit wesentlich verschiedenen Zapfen und — 303 — Rinde. Auf anderem Substrate kommt ausser der Schwarzföhre noch die Rothföhre vor, theils allein, theils den Trauben-Eichen beigemischt. Auffallend häufig sind beide Föhren auf Serpentin, selten auf Schiefer. — Die Wälder gehen oben in Krummholzvege- tation über. Von Wachholdern kommen Juniperus communis L. und J. nana in Bosnien, J. Oxycedrus L. mitunter baumartig in der Herzegowina vor; die Lärche fehlt vollkommen; ob auch Eiben ist zweifelhaft. (Schluss folgt.) Freyn (Wien.) Künzer, Ueber den Einfluss des Waldes auf den Zug der Gewitter im Kreise Marienwerder. (Bericht üb. d. 2. Versamml. d. westpreuss. bot.-zool. Vereins zu Marienwerder am 3. Juni 1879, 5. 163—172.) „In den letzten 22 Jahren ist niemals ein Gewitter in dem Räume südlich von Marienwerder zwischen Bialken, Marienwerder, Gorken über die Niederung nach der Weichsel und über dieselbe gegangen. Grund für die im Vorstehenden erwähnten Richtungen des Gewitters ist nicht der Fluss, sondern die eigenthümliche Vertheilung der Wälder, besonders der Nadelwälder, die hier weit- aus am zahlreichsten sind, auf den Höhen, welche die Weichsel rechts und links begleiten." Luerssen (Leipzig). Die Gunnera-Arten und deren Kultur. (Hamb. Gart, und Blu- menztg. 1880. No. 1. p. 9.) G. scabra und G. manicata, beide von Peru und Chile, sind die in unsern Gärten bekanntesten Arten. Ausserdem kennt man noch G. magellanica, G. perpensa vom Gap der guten Hoffnung und G. falklandica. Goeze (Greifswald.) Literatur. Behrens, Wilh. Jul., Methodisches Lenrbuch der allgemeinen Botanik für höhere Lehranstalten. Nach d. neuesten Standp. der Wissensch. Mit zahlr. Original-Abbild, in 400 Fig. vom Verf. nach d. Nat. auf Holz gez. gr. 8. 337 pp. Braunschweig (Schwetchske & S.) 1880. geb. 3 M. 50 Pf. Dodel-Port, Arnold, lUustrirtes Pflanzenleben. Lfg. 1. und 2. gr. 8. Zürich (Schmidt) 1880. ä 1 M. Figuier, L., Histoire des plantes. Sme. ed., rev. , augm. et ill. de 451 Fig. dessin. d'apres nature par A. Faguet. 8**. XIV — 656 pp. Corbeil, Paris (Hachette et Ce.) 1880. 10 fr. Kirchner, Zur Entwicklungsgeschichte von Volvox minor. (Coha's Beitr. z. Biol. d. Pfl. Bd. m. lieft 1; Ref. in Hedwigia 1880. No. 3. p. 45-^46.) — 304 — (jerard, W. R., A uew Fungus: Simblum rubescens. 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Blätter zerstreut, am Grunde mit Nebenblättern, die bis zu 1/3 bis 1/2 ihrer Länge verwachsen sind und deren freier Theil ver- kehrt eiförmig, weisshäutig, läugsnervig, nur am vordem Rande grün gefärbt und daselbst dicht netzig-aderig sowie stark und spitz gezähnelt ist. Theilblättchen sehr kurz gestielt, dreieckig ver- kehrt-eiförmig , gestutzt oder herzförmig, an den Seiten rändern ganz, vorne scharf gezähnelt, beiderseits zerstreut abstehend behaart. Blütenköpfchen langgestielt, unbehüUt, eiförmig oder zuletzt etwas länglich-eiförmig (zur Herbstzeit 5-5 Cm. lang, 3 Cm. im Durchmesser; blühend nur 3-5 Cm. lang und 2"5 Cm. im Durchm.). Blüten anfangs sehr gedrängt, zuletzt, wenigstens die unteren, lockerer gestellt. Kelche 10 nervig, am Schlünde innen von einem — 309 — dichten Ringe weisser Wollhaare geschlossen. Die etwas ungleich langen, erst gerade vorgestreckten, zuletzt spreizenden Kelchzipfel 3mal so lang als die Kelchröhre, aus schmal dreieckigem Grunde lang pfriemlich , dreinervig (zur F r u c h t z e i t), ausserdem netzig aderig und wie die Kelchröhre borstig steifhaarig. Die Blumenblätter schwefelgelb; die Fahne beträchtlich länger als der Kelch, bedeutend länger als die Flügel und diese wieder länger als das Schiffchen. Hülse .... Mai. Griechenland. In Aetolien nach Held reich ziemlich verbreitet; ich sah Exemplare vom Berge Arapokephalos bei Agrinion (^^jb.), und aus den Schluchten der Klissura (21/5. 1878). Held reich hat 1878 die Pflanze als Trif. incarnatum var. Molineri vertheilt und nach dessen Mittheilung soll sie auch auf Ithaka gefunden worden sein. Maasse. Th eilb lä ttc hen : 1-4 Cm. lang, 1*2 Cm. breit, der breiteste Theil im vorderen Drittel; Nebenblätter 12-5 Mm. lang, der freie Theil für sich 9 Mm, lang und 8 Mm. breit. Der Kelch nicht ganz 2 Mm. breit, aber 16 Mm. lang, wovon 4 Mm. auf die Kelchröhre kommen, Fahne 15 Mm. (3 Mm. länger als Kelch), Flügel 11-4 Mm., Schiffchen 9-5 Mm. lang. Diese Kleeart ist in der Tracht dem T. Molineri sehr ähnlich, weicht davon aber sehr bedeutend ab. Dieses letztere hat nämlich länglich-eiförmige, zuletzt sehr verlängerte, walzenförmige Köpfchen; die Blättchen sind verkehrt eiförmig, von der Mitte der Seitenränder an klein gezähnelt; die Nebenblätter mehr als '/a ihrer Länge verwachsen, der freie Theil derselben viel kleiner als bei T. xanthinum, ganzrandig oder undeutlich gezähnelt; der Kelchschlund ist offen, sehr zerstreut behaart (ohne Wollring); die Kelchröhre etwas länger, die Zähne aber viel kürzer als T. xanthinum (so dass sie nur 1/2 ^aal länger als die Kelchröhre sind). Da die Corolle des T. Molineri jedoch ebenso gross wie jene des T. xanth. ist, so ragt sie über die Kelchzipfel weit mehr heraus (7 Mm.) als' bei der letztgenannten Art. Die Verwandtschaft des T. Molineri mit T. xanthinum ist also nur eine sehr entfernte. — Sehr nahe steht dieses dagegen dem T. stellatum L. vermöge der Gestalt und Grösse der Nebenblätter, Theilblättchen, Blütenköpfe und den ebenfalls durch einen Wollring geschlossenen Kelch. Es unterscheidet sich aber von dieser Art durch die viel schmäleren und längeren Kelch- zähne, welche 3 mal (nicht zweimal) länger als die Kelchröhre sind, durch die ansehnlichen schwefelgelben (nicht rosenrothen) Korallen, welche über den Kelch um 3 Mm. hinausragen, (nicht in diesem eingeschlossen sind; endlich durch die lange Zeit gerade vorgestreckten, nur zur Fruchtzeit spreizenden (nicht sehr bald nach dem Aufblühen stern- förmig ausgebreiteten) Kelchzähne. — — 310 — Andere Arten kommen nicht in Betracht; die sonst noch ver- "wandten haben schmale, pfriemliche Nebenblätter, walzliche Köpfe ii. s. w. und stehen dem T. xanthinum gar nicht nahe. Wien, April 1880. (Originalmittheilung.) Bemerkungen zu den von Grönlund mitgetheilten Resultaten über Mehl- und Glasgerste. '^) Von Dr. Sanio. Es ist hier eine allgemeine Annahme, dass der Weizen glasig wird, wenn er tiberreif geworden. Trotzdem erndtet man hier den Weizen ziemlich spät, d. h. wenn das Stroh schon braun geworden und hierin finde ich die Erklärung dafür,' dass das Weissbrod hier und überall in Preussen, wo ich es gesehen, bei weitem nicht so weiss ist, wie anderwärts, namentlich in Oesterreich, insbesondere in Wien. Diese Thatsachen hatten schon lange meine Aufmerksamkeit erregt und habe ich darüber in der Litteratur folgende Belehrung gefunden : E n d e V i s in seinem Buche „Nordamerikanische Haus- und Land- wirthschaft". 3. Aufl. Schaffhausen 1865. p. 57 sagt: „Als vor einer Reihe von Jahren so viel amerikanisches Mehl in Europa importirt wurde, geriethen die dortigen Müller in die grösste Noth, mit dessen blendender Weisse konkurriren zu können, da sie auch die besten Mühlen nicht herzustellen vermochten. Sobald ich die erste Erndte in Amerika mitmachte, war mir das Räthsel gelöst, indem ich mich sogleich überzeugte, dass jener Unterschied in der Farbe zwischen europäischem und amerikanischem Mehl davon herrührt, dass man hier den Weizen bei weitem nicht so reif werden lässt, als in Europa." „Die Erfahrung lehrt, dass die beste Periode, den Weizen zu schneiden, ist, wenn das Stroh, in der Ferne gesehen, grün scheint, in der Nähe be- trachtet aber sich dem Gelben nähert. Der Kern, wenn von der Hülse getrennt, ist noch weich und breiartig, jedoch nicht mehr milchig. In diesem Stadium, statt dem der vollkommenen Reife geerndtet, erlangt der Amerikaner folgende Vortheile: ein grösseres Körnergewicht von einem gegebenen Stück Land (hat sich nicht bestätigt. Ref.), welches mehr Mehl und eine bessere Qualität desselben liefert, das Stroh be- sitzt grösseren Futterwerth, das Binden ist leichter und es gehen bei den verschiedenen Manipulationen weniger Körner verloren. In Deutsch- land ist es gebräuchlich, den Weizen zu schneiden, wenn das Stroh bis *) Vergl. das Referat im „botan. Centralbl." p. 144. — 311 zur Aehre hinauf gelb und das Korn so hart geworden, dass man es ausreibeu kann. Während dieses letzten Stadiums der Reife geht mit dem Weizen eine grosse Veränderung vor. Die Haut des Kornes wird viel dicker und härter, d. h. die Kleie bildet sich aus, während das Mehl sich quantitativ vermindert und zwar um so mehr, je längere Zeit zwischen dem Reifen und dem Verhärten des Kornes verstreicht." Diese Mittheilungen einerseits und andererseits die von mir bezüg- lich der Weisse des Weissbrodes in Oesterreich gemachten Erfahrungen veranlassten mich, das Werk einer österreichischen landwirth schaftlichen Autorität, nämlich das Lehrbuch der Landwirthschaft von Pabst, Wien 1865, einzusehen. Indess entspricht die hier für den Zeitpunkt der Erndte gemachte Feststellung nicht der aus der Weisse des Weissbrodes und der amerikanischen Praxis hergeleiteten Erwartung, da sie mit der hier allgemein geltenden Regel, den Weizen im abgegrünten Zustande kurz vor der völligen Abdorrung zu schneiden übereinstimmt. Einen festen Anhalt bieten die in England angestellten Versuche, welche von Hartstein referirt und in der Encyclopädie der Land- wirthschaft Bd. 2 p. 1231 wiedergegeben sind. Ich theile dieselben mit: Erster Versuch des Mr. John Hannam mit Weizen von gleich- massigem Stand; jede der 5 Abtheilungen hielt 20 Quadratruthen": Ertrag pro Ertrag pro Nnmmer des Stückes Grad der Reife Tag des Schneidens Tag des Einfahrens 20 Qaadr Körner Pfd. atrutheu Stroh Pfd. Mor Körner Pfd. gen Stroh Pfd. 1. Sehr grün 12. Aug. 26. Aug. 164 312 1476 2808 2. Grün 19. Aug. 31. Aug. 155 294 1395 2646 3. Unreif 26. Aug. 5. Sept. 217 285 1953 2565 4. Ziemlich reif 30. Aug. 9. Sept. 228 264 2052 2373 5. Ganz reif 9. Sept. 16. Sept. 207 248 1863 2232 Der Körnerertrag der verschiedenen Proben gab in Procenten aus- gedrückt an gutem Mehl, schlechtem Mehl und Kleie: No. Gutes Mehl Geringes Mehl Kleie 1 75 Ve Pi'oc. 71/6 Proc. 172/3 Proc. 2 76% - 71/6 - leVe — 3 81 — 51/2 - ISVa - 4 77 Vs — 7% - 15 — 5 73 — llVio - l5»/io — Aus diesen Versuchen geht schlagend hervor, dass den höchsten Körnerertrag der ziemlich reife Weizen, den höchsten Ertrag an gutem Mehl der unreife Weizen liefert. Lyck, 4eii 10. April 1880. (Originalmittheilung.) — 312 — Instrumente, Präparirungs-u.Conservirungsmethoden etc. Abbe, E., Some Remarks on the Apertome ter. (Journ. of the R. Microscop. Soc, Vol. III, p. 20 u. ff.) Verf. widerlegt in vorstehender Abhandlung verschiedene Einwen- dungen, welche Seitens der Herren Hamilton L. Smith, Wood- ward, Wenham und R. Hitchesck im „Amer. Quart. Micr. Journ." wie im „Journ. of the R. Micr. Soc." gegen seinen Apertometer geltend gemacht worden, und giebt zu diesem Zweck eine genauere Be- schreibung des nach seinen Angaben von Z e i s s gefertigten Instrumentes sowie eine Darlegung der theoretischen Grundsätze, auf denen das Letztere basirt. Wesentlich neuere Gesichtspunkte gegenüber den Aus- führungen D i p p e 1 s (cf. Ztschr. f. Micr. II, pag. 25 ff.) enthält A.'s Arbeit nicht. Die Ausstellungen der amerikanischen und englischen Fachleute werden als auf ungenügender. Würdigung verschiedener wesent- licher Punkte der A.'schen Messungsmethode beruhend nachgewiesen. Van den Broeck, E., Une nouvelle disposition dechambre claire constr uite, d'a pres ses in di cation s, par M. Praz- mowski. (Bull. Soc. beige de microscopie 1880. No. 5. p. 54, 55.) Das der „Societe beige de microscopie" in ihrer Sitzung vom 4. März er. von Vanden Broeck vorgelegte Modell einer von PraÄ- m w s k i nach seinen Angaben gefertigten Camera lucida ist für schwache Vergrösserungen sowohl, wie für Zeichnungen in natürlicher Grösse und in verkleinertem Maassstabe bestimmt. Die Vorzüge des neuen Instru- mentes beruhen namentlich auf der Vollkommenheit der von Prai- mowski verwandten Linsen, und können Vergrösserungen von 1 — 10- fach, sowie Verkleinerungen um die Hälfte und Projectionen in natür- licher Grösse von Objecten, welche selbst einen Durchmesser von 12 — 15 Ctm. besitzen, bei vollständiger Correction der sphärischen wie der chromatischen Aberration erzielt werden. Eine genauere Beschreibung des Instrumentes folgt später. Kaiser (Berlin). Botanische Gärten und Institute. Rathschläge zur Gründung botanischer Museen. Von H. R, (Jöppert, Director des bot. Gartens und bot. Museums in Breslau. Vor geraumer Zeit, 1856, veröffentlichte ich eine Schrift über bota- nische Museen, in welcher ich auf die Nothwendigkeit solcher Institute zur Vervollständigung des botanischen Unterrichts hinwies, zugleich auch mit Rücksicht auf den Inhalt des hiesigen, damals bereits seit einigen Jahren begründeten Museums. Botanische Museen sollten im Allgemei- — 313 — nen Alles das von Pflanzen und deren Theilen enthalten, was sich füglich nicht dem Herbarium anvertrauen liesse. Von Zeit zu Zeit, insbeson- dere in den letzten zehn Jahren, folgten noch mehrere ähnlichen Rich- tungen gewidmete Werke, zum Theil mit zahlreichen, morphologischen Verhältnissen gewidmeten Abbildungen, welche aber insgesammt von meinen botanischen CoUegen sehr wenig beachtet, ja kaum in botani- schen â–  Zeitschriften erwähnt, hie und da selbst wohl sogar als eine eben nur mir interessante res curiosa angesehen wurden. Seit einiger Zeit scheint jedoch eine richtigere Ansicht Platz greifen zu wollen. Wenn jetzt von Einrichtung einer höheren Lehranstalt oder Reorganisation eines botani- schen Gartens die Rede ist (auf deren Nothwendigkeit ich auch schon seit gleich langer Zeit hingewiesen habe), spricht man auch von der Gründung eines botanischen Museums und sucht sich das Material hierzu allerwärts zu verschaflPen. Ich habe schon oft und gern damit ausge- holfen und hoffe daher, dass jetzt auch einige Winke, wie man zu solchem Ziele gelange, vielleicht erwünschte Aufnahme finden dürften. Für morpho- logische Verhältnisse aller Art, normale und anomale, können unsere älteren Wälder von etwa 80 — 100jährigen Beständen, mit eingestreuten sogenannten überständigen Bäumen eine Fülle von Material liefern, freilich nur mit Hülfe kundiger Forstmänner, die mich aber stets bereitwilligst unterstützten, wie ich denn überhaupt in dankbarster Er- innerung wohl sagen kann, dass ich in den verschiedenen Richtungen, in denen sich mein Sammeltrieb bewegte, niemals einen abschläglichen Bescheid erfahren habe. Jedem wünsche ich gleiche erfreuliche Erfah- rungen , gestatte mir aber dabei zugleich zu rathen , auf jede Anfrage und auf jede Sendung stets Antwort zu ertheilen, jedoch im Tone gegen- seitiger Belehrung, nicht in dem eines stolzen Docententhums. Verwachsungen von Stämmen, Maser- und Knollenbildun- gen findet man häufig genug,*) seltener Inschriften.**) Kaum giebt es *) Das Gewicht säramtlicher im botanischen [Garten wegen ihrer Grösse im Freien waldartig aufgestellten Stämme und Zubehör beträgt an 1000 Ctnr. **) Folgende Schriften und Abhandlungon enthalten unter anderen Abbild, und Beschreib, morpholog. Museeugegenstände (etwa 100). Göppert, Ueber das' sogenannte Ueberwallen der Tanuenstöcke. Gr. 4". 3 Taf. Bonn (Cohen und Henry) 1842. Verhandl. des schlesischen Forstvereins 1843, 1852, 1854. Fossile Coniferen, yerglichen mit den lebenden. Leyden 1850. Der botanische Garten der Univers. Breslau. Görlitz (E. Remej 1857. Botanische Museen, insbes. über das an der Univers. Breslau. Görlitz, E. Reme. 1856. 58 pp. Inschriften und Zeichen in lebenden Bäumen. Mit 5 Taf. \-. Breslau, (Morgenstern) 1869. Maserbildungen. Mit 3 Taf. Ebendaselbst 1871. — 314 — eine interessantere makroskopische CoUegiendemonstration als die Ent- hüllung einer solchen Inschrift aus dem Innern eines Stammes, Besteht die Inschrift aus einer Jahreszahl, so hat man nur nöthig, die vorhandenen Jahresringe der Querschnitte zu zählen, um sicher einschlagen zu können, wobei man freilich bei jüngeren und daher sehr runden Stämmen nur sehr vorsichtig zu Werke gehen muss. Mehrere Meissel müssen in glei- cher Entfernung von einander in einer nach Innen gerichteten Curve gestellt und dann gleichzeitig angeschlagen werden, worauf, hat man die Stelle getroffen, die Abschälung meistens gelingt, da die Gegend um die Inschriften wie diese selbst nicht verwachsen ist. Isolirte, an Wegen und Stegen stehende alte Bäume liefern oft erwünschtes Material. Man versehmäht auch nicht die Hülfe von privilegirten Holzhackern, deren Aufmerksamkeit ich die schönsten Exemplare dieser Art verdanke. Viel kommt nun bei allen solchen morphologischen Präparaten, namentlick bei Quer- und Längsschnitten auf die Zubereitung an, die man oft nur zu sehr, ja fast stets vernachlässigt. Rauhe Oberflächen müssen so glatt ge- hobelt werden, dass man wie z. B. bei fussbreiten Eichen als Criterium für zweckmässige Zubereitung, die grossen Markstrahlen vom Mark bis zur Rinde verfolgen kann. Zur Demonstration des Korkes und seiner Bildung findet man im Handel seit einigen Jahren häufiger als früher sich dazu eignende grosse noch ungepresste Platten von sogenanntem wilden und auch zahmen Kork ; erhält auch wohl aus Gefälligkeit auf Bestellung ganze mit Kork noch versehene höchst instructive Stammdurchschnitte. Sehr geräumige gefächerte Markcylinder besitzen unsere Juglans-Arten, die umfangreichsten die Trompetenbäume, die Cecropien, welche gelegent- lich wohl leider auch unsere Gewächshäuser liefern, in denen sie nur selten ein höheres Alter erreichen. Handlungen, die sich mit Lieferungen solcher exotischer Museal-Gegenstände jeder Art beschäftigten, sind mir unbekannt. Bei häufigerer Nachfrage würden sie sich wohl finden. Mit Vergnügen erinnere ich mich noch jener Zeit, vor etwa 30 Jahren, in welcher der auch in dieser Hinsicht hochverdiente Herr mann Karsten aus Centralamerika zahlreiche Farnstämme nach Europa be- förderte, denen ich auch den Grund zu meiner Sammlung von Farn- stämmen verdanke, deren Zahl sich jetzt auf mehr als 100 beläuft. In unsern Tagen haben die Hr. Dr. Baron T h. v. Müller in Melbourne, Schomburgk in Adelaide und Hieronymus in Cordova bedeutende Göppert, Ueber die Polgen äusserer Verletzungen der Bäume; insbesond der Eichen un d Obstbäume. Ein Beitrag zur Morphologie. 90 S. Gr. 8. Mit 56 Holzschnit- ten und einem Atlas mit 10 lithogr. Taf. in Folio. Ebendaselbst 1874. Innere Vorgänge beim Veredlen der Obstbäume. 40 S. Mit 8 Taf. 4". Cassel (Tb. Fischer) 1874. — 315 — Sammlungen von Holzarten ihrer Länder eingesendet , wie auch bei den grossen internationalen Ausstellungen in London, Paris und Wien sehr bedeutende Quantitäten von exotischen Holzarten überhaupt nach Europa gekommen sind, mit denen sich die Museen jener Städte reichlich ver- sorgt haben. Als erste Anlage zu Museen erscheinen grössere Exemplare tropi- scher Hölzer jenen meistens uns nur in kleineren Quer- und Längs- schnitten zukommenden vorzuziehen, wie sie eben durch den Handel in den meisten grösseren Städten Deutschlands, namentlich aber in Breslau, Hamburg, Berlin, Leipzig u. s. w. zu erlangen sind. Ich habe mich mit Untersuchungen über ihren oft nur allzu zweifelhaften Ursprung vor etwa 20 Jahren viel beschäftigt, und die damals erlangten Resultate in dem 10. Jahrgange der -Zeitschrift Bonplandia 1862 p. 230 — 36 veröfFent- licht. Im Ganzen haben unsere Bestimmungen an Sicherheit seit jener Zeit nicht gar viel gewonnen, daher ich mir wohl erlauben darf, Einiges davon anzuführen. Guajacholz, Pockholz, mit und ohne Splint, zuweilen mit In- sekten-Gängen mit noch darin lebenden Larven von grossen Cerambyx- Arten. Es ist fast eben so schwer wie das schwarze Ebenholz, Diospyros Ebenum Retz. Stämme in der Regel ohne Splint, der von schmutzigweisser Farbe und wegen seiner technischen Unbrauchbarkeit schon vor der Versendung abgelöst wird. Sehr selten finden sich auch mitten in schwarzen Querschnitten umfangreiche weisse Stellen (Kern- holzschwäche). Grosse Bäume müssen einen eigenthümlichen Anblick gewähren. Ein kleines aus Samen gezogenes, etwa 6 — 8 J. altes Exemplar unseres Gartens zeigt schwarze Blattnerven und eine ganz abweichende dunkelgrüne Färbung der Blattflächen, jedoch noch weisses Holz im Innern. Sehr selten ist das grüne Ebenholz aus Guyana und Cayenne, das einzige mir bekannte grüngefärbte Holz angeblich von Tecoma leucoxylon Hart. Das rothe Ebenholz aus Brasilien von purpurrother Farbe angeblich von einer Nissolia. Das Cedernholz des Handels mit rothem Kernholz und weissem Splint und von ange- nehmem Geruch stammt von Juniperus virginiana aus N.-Amerika. Das weissliche Holz der ächten Ceder, Pinus Cedrus L., kommt niemals in unsern Verkehr. Die Chilenische Ceder, das berühmte Alerze-Holz, liefert Libocedrus tetragonus Endl., das Cuba-Cederholz, das bekannte Holz der Cigarrenkästen, angeblich Cedrela montana Karst., das west- indische Cedernholz, auch Zuckerkistenholz genannt, Cedrela odorata. Es ist dies das Holz, in dem vor Decennien einst Rohzucker nach Europa gesendet wurde. Nach Aufhören dieses Handels kam es nur selten noch zu uns und wird auch in der Kunsttischlerei wenig mehr benutzt, welche es einst dem Mahagony-Holz gleichstellte. Das — 316 — Mahagony-Holz von Swietenia Mahagony sah ich niemals in Rund- stämmen, sondern stets nur in grossen Balken oder Bohlen, an [denen oft noch JRinde erhalten war. Das eigenthümlich aussehende Mahagony- Pyramidenholz ist nur durch die Art des Schnittes so gestaltet, wenn er durch zwei gegenüberliegende Aeste geführt wird. Diese allmählich pyramideuartig übereinander aufsteigenden Holzlagen zeigt übrigens auf das Schönste der sogenannteBrettb aum, Heretiera von den Molucken, der ohne Einwirkung von Druck nur auf 2 Seiten auf natürliche Weise wächst. Ein Exemplar meiner Sammlung von 6 Zoll Halbdurch- messer und 6 Zoll in der Breite, zeigt 30 Holzlagen über einander. Fossile, jedoch einst stark gepresste Hölzer, wie mehrere prächtige ungarische und andere Braunkohlenhölzer meiner Sammlungen, zeigen Aehn- liches, aber niemals in solcher Regelmässigkeit, daher es wahrscheinlich ist, dass jener Baum wirklich stets so wächst. Ein bei uns cultivirtes, freilich noch sehr junges, etwa 10 Jahr altes Exemplar lässt inzwischen von jener merkwürdigen Wachsthumsweise noch nichts erkennen. Von Gelbhölzern erwähne ich das ungarische Gelbholz von Rhus Cotinus; häufiger ist noch das Westindische, angeblich von Morus tinctoria mit sehr merkwürdig gestalteten Holzkreisen. Teakholz, Tectona grandis L. selten zu erlangen, das beste Schiffsbauholz der Erde. Das Jacarandaholz, fälschlich genannt Polysander oder Polyxander, corrumpirt von Pao-santo Heiligholz, von den Engländern Black Rose Wood, in Mexico Hoaxocar , wird gewöhn- lich abgeleitet von Bignoniaceen , von Jacaranda mimosaefolia und Bignonia chrysophylla. Inzwischen bezieht C. F. Ph. v. Martins den der Tupisprache angehörenden Namen Jacaranda (dessen Abhandlung über die Pflanzennamen der Tupisprache München 1858 p. 11 u. 12) auf keine Bignoniacee, sondern auf Leguminosen und zwar auf nicht weniger als 5 verschiedene Arten von Machaerion und Swartzia, daher die oben angeführte Abstammung noch ziemlich unsicher erscheint. — Öl- baum, Olea europaea, von schmutzig gelber Farbe mit vielen braunen Streifen, die höchst wahrscheinlich nur von eingedrungener Feuchtig- keit herrühreu, aber dem an und für sich sonst so unbedeutenden Holze noch einige Farbe und Werth für Liebhaber verleihen. — Zebraholz des Handels, grau gefleckt, nach Schomburgk höchst wahrscheinlich von einer Connaracee, von Omphalobium Lamberti Schomb. Die zwischen den concentrischeu Kreisen nach den verschiedensten Rich- tungen zu 2 — 3 linienförmig gelagerten grossen Gefässe verleihen ihm ein eigenthümliches Aeussere, — Citronenholz, Citrus Medica, ist hell- gelb, das von Orangen, C. Aurantium, etwas dunkler, beide ohne ge- färbten Splint; das westindische Citronenholz stammt nicht von einer Aurantiaeee, sondern, obschon auch nicht ganz sicher, von einer — 317 — Rujbiacee, von Erithales fruticosa Jacq. oder odorifera Jacq. Unent- behrlich für jedes Museum, da kein anderes Holz so concentrisch wächst wie dieses. Die concentrischen Holzkreise erscheinen A^oUkommen wie mit dem Zirkel gezogene Kreislinien. — Nussbaumholz, ameri- kanisches, von Juglans nigra (Holz der berühmten amerikanischen Wagen) zeigt unter andern die grossartigste Maserbildung; im Handel in 3 — 4 Fuss langen und 2 F. breiten Platten, wie ich sie von keinem andern Baume kenne. — Blau holz, Haematoxylon Campechianum, das gewöhnlichste Holz des Handels, überall zu haben, enthält zuweilen in recht alten knorrigen Stämmen Ausscheidungen des Farbestoffes in Kry- stallen, Haematoxylin. — Das Palmenholz des Handels erscheint gegen- wärtig in grossen bis 10 Fuss hohen, meistentheils bis auf wenige Zoll Breite ausgehöhlten Stämmen, weil nur die zunächst dem Rande liegenden Theile die gehörige zu technischem Gebrauche geeignete Festigkeit be- sitzen, von Astrocaryum Murumuru und A. Ayrii Mart. — Padova- Palme aus Brasilien. Sehr selten im Handel. In morphologischer Hinsicht interessant und wenig bekannt. Ein Wurzelholz, wahrschein- lich von einer Iriartea, wie es Martins und Mohl von Iriartea exor- rhiza und H. Karsten von I. praemorsa abbilden. Die Gefässbündel erscheinen hier nicht zerstreut, wie bei allen andern Palmen, sondern höchst regelmässig strahlig dichotomisch geordnet, wie sie nur bei Zweigen von Lycopodiaceen angetroffen werden. Eine Erinnerung an eine niedere Entwickelungsstufe. Soviel zunächst über die wichtigsten und im Ganzen auch leicht erreichbaren exotischen Hölzer des Handels, obschon sich noch Manches darüber sagen liesse, wie z. B. über die zahlreichen durch zum Theil prächtige Farben und ungemeine Festigkeit sich auszeichnen- den verschiedenen Rosen-, Eisen-, Grenadill-Hölzer des Handels, unter denen das sogenannte Tulpenrosenholz aus Brasilien wohl als das präch- tigste zu verzeichnen ist. Unsere Museen haben überhaupt in dieser Beziehung (auf Stämme) noch ausserordentliche Bereicherungen zu erwarten. Von Cryptogamen liefern freilich nur die Farne Holzstämme. Unter den 34 Familien der Monocotyledonen kommen dagegen schon nicht weniger als 13 mit hol- zigen Stämmen vor; drei, die Pandaneen, Palmen und Xanthorhoeen, be- stehen ganz daraus, desgleichen sämmtliche Gymnospermen (etwa 60 Cycadeen und 450 Coniferen). Unter den 212 Familien der Dicotyle- donen (nach De Candolle's letztgegebener Uebersicht) entbehren nur 25 der Holzgewächse, die übrigen 187 haben dergleichen. Eine nicht geringe Zahl, nahe an 100 Familien, enthalten ausschliesslich nur Holz- pflanzen, so dass also, wenn wir die Zahl sämmtlicher Familien der Ge- fässgewäche etwa mit 264 feststellen, ^k derselben mit Holzstämmen ver- sehen sind. — 318 — Zur Orientiiung in diesem Gebiete dient nun eine ausserordentlich reiche Sammlung von mit der Loupe deutlich erkennbaren Querschnitten von Holzarten, die schon seit geraumer Zeit Oberforstmeister Dr. von Nördlinger in Hohenheim herausgiebt, deren Zahl sich gegenwärtig schon auf 700 Arten aller Familien beläuft und in nicht gar langer Zeit die Zahl Tausend erreichen wird. Bei der Unmöglichkeit, sie in ge- ordneter systematischer Folge zu veröffentlichen, muss man die Mühe nicht scheuen, die Anordnung selbst vorzunehmen, ohne welche jedoch eine ihrem Werthe entsprechende Benutzung nicht möglich erscheint. Auf nicht weniger als 60 Glas-Doppelplatten habe ich die Arten und Gattungen familienweise zusammengestellt, und dazu auch noch eiserne Rahmen besorgt, damit die zu betrachtenden Platten in vertikaler Lage recht genau in Augenschein genommen werden können. Viel leichter als sonst können sich nun unsere Museen auch mit Früchten und Samen versehen. In Deutschland führen die Handelsgärtner H a a g e und Schmidt in Erfurt neben umfangreichen Sortimentspflanzen das reichste Handels-Seminarium der Welt, und es ist hohe Zeit, dass es einmal in einem deutschen botanischen Journal erwähnt wird, ehe dergleichen, wie nur zu oft, nach dem Auslande verlegt wird, wo es nicht zu finden ist. Der neueste Katalog der genannten Firmen enthält auf 192 enggedruckten Octavseiten das Verzeichniss von 15,570 Sämereien, von denen etwa 10,000 zu einzelnen Arten, die übrigen zu Culturpflanzen und deren Varietäten gehören. Mannigfaltigkeit und Seltenheit wechseln; was mau sonst erst nach Jahren mühsam zusammenbrachte, kann man sich hier ohne Schwierigkeit auf einmal verschaffen. Eine der merkwürdigsten Früchte der Erde, die maldivische Nuss oder Meer-Salomons-Cocos (Lo- doicea Sechellarum), die grösste, bis 40 Pfd. schwere Baumfrucht mit dem grössten Vs M. langen und V* M. breiten Samen scheint nicht mehr nach Deutschland zu kommen; sie ist schwer zu haben, grösstentheils in festen Händen. Sie wurde bald nach der ersten Umschiffung des Cap's durch Vasco di Gama in Portugal am Anfange des sechszehnten Jahr- hunderts bekannt, jedoch ein Paar Jahrhundert hindurch nur in der See in der Nähe der maldivischen Inseln schwimmend gefunden, daher von wunderlichen Sagen umwebt als miraculum miraculorum naturae in den Zeiten, welche die Geschichte der Medicin als die Zeit der Signatur bezeichnet, als wahre Panacee gegen Syphilis gepriesen, endlich als die Frucht einer auf der Insel Praslin am Seestrande wachsenden Palme im Jahre 1759 durch Sonne rat nachgewiesen. Die Schale wurde zu angeblich giftwidrigen Trinkgeschirren verwendet, im 16. und 17. Jahr- hundert mit ungeheuren Summen bezahlt, so vom Kaiser Rudolph II. mit 4000 Goldgulden, und oft mit Silber, Gold und Diamanten reich ver- ziert, wie die von C l u s i u^s gelieferte, hier vorgelegte Abbildung eines — 319 — Exemplares zeigte, welches auf der sogenannten unüberwindlichen Ar- mada Philipp's erbeutet wurde. Sie ist jetzt zwar immer noch selten, doch ihr Preis natürlich verschwindend geringer und ihr medicinischer Credit längst geschwunden. Als waldbildend kommt die Palme nur auf 2 Inseln der Malediven vor. 15 Jahr nach der Keimung wächst der Stamm erst in die Höhe, im 30sten blüht er, doch ist er erst in 100 Jahren bis 100 F. hoch als ausgewachsen anzusehen. Die riesigen Blätter brauchen 9 Monate, um sich zu entfalten. Die männlichen Blüten- kolben werden 3 F. lang. Die weibliche Pflanze soll nur 8 F. hoch werden, nur 4 — 11 Blüten in einem Blütenkolben zur Entwickelung gelangen. Die Reife der bis 40 Pfd. schweren Frucht dauert 4 — 5 Jahr. Obigen Samen-Sammlungen stehen zur Seite die vorzugsweise den tro- pischen und subtropischen Gewächsen gewidmeten Kulturen vonWildpret und Schenkel in Orotawa auf Teneriffa (Firma Albert Schenkel in Hamburg), welche ich meinen Herren CoUegen. sowohl hinsichtlich der von ihnen in vorzüglicher Güte gelieferten lebenden Pflanzen, wie auch von Museal-Gegenständen, namentlich Früchten nicht genug empfehlen kann. Die Ernten ihrer dort von Ersterem besorgten Kulturen von Orotawa auf Teneriffa bieten sie alljährlich in einem an seltenen Pflanzen, Früchten und Samen überaus reichen Katalog. Nr. 12 des Kataloges, der mit einer Abbildung einer prächtigen Dattelpalme geziert ist, enthält besonders kar- pologische Artikel für Sammlungen nach eigener Auswahl, 100 starke Pakete 15 Mark, dergl. Früchte, Schoten, Kapseln in schönen Exemplaren. Von ihnen gelieferte Kokosnüsse keimten zuweilen schon nach 6 Wochen Als vortreffliches Demonstrationsobject halte ich sie gern vorräthig wie auch die jungen durch keinen Handelskatalog zu erlangenden Pflanzen, welche man kaum länger als 6 — 8 Jahre lebend zu erhalten vermag, weil wir aus Mangel an chemischer Untersuchung ihrer Bestandtheile nicht kennen, also ihnen nicht das zu geben vermögen, was sie zu ihrem Wachsthum bedürfen. An einem andern Orte habe ich aber bis jetzt auch fast vergebens auf diese grosse Lücke in unserer Pflanzenkultur hingewiesen, die fast durchweg auf reiner Empirie beruht. Belgische Kataloge bieten uns Palmen für 30,000 Fr., Orchideen für 30—40,000 Fr., Baumfarne für 10—15000 Fr., Nepenthes für 1000—1500 Fr. Wie rasch verlieren sich die meisten von ihnen wieder aus unseren Gärten, weil es an rationeller Kulturmethode gebricht. Und doch zeigt der Gartenbau noch keine Lust, dem erhebenden Beispiele des Ackerbaues zu folgen, welches dieser nun schon fast seit 4 Decennien liefert. Wir sind offenbar noch zu reich, um mit Ernst an das Sparen der Summen zu denken, die uns unsere rein empirische Kulturen alljährlich kosten. Fossile Pflanzen gehören jetzt auch zu den Bedürfnissen eines bota- nischen Museums. In Kürze will ich hier darauf zurückkommen und — 320 — zwar mit Nachweisungen zur Erkenntniss der Structurverhältnisse der Stäname aller Fornoationen beginnen, wozu aber noch mancherlei Vor- bereitungen erforderlich sind. Breslau, den 10. April 1880. â–  (Originalmittheilung.) Personalnachrichten. Prof. Dr. Schimper starb in Strassburg am 20. März, 72 Jahre alt. In Nancy ist der durch seine Untersuchungen über Gährungser- scheinungen bekannte Professor Engel gestorben. Der bekannte Reisende und Pflanzensammler Robert Fortune starb am 13. April d. J., 68 Jahre alt, in Schottland. (Nekrol. in The Gard. Chron. 1880. No. 329. p. 487—489.) Dr. Lad. CelakOTSky, Custos des Königl. böhm. Museumherbars und Prof. extraord. der Botanik an der Univ. zu Prag, ist zum ordent- lichen Professor der Botanik (mit böhmischer Unterrichtssprache) an ge- nannter Universität ernannt worden. An Stelle des als Conservator an den botanischen Garten in St. Petersburg berufenen Herrn Constantin Winkler ist der als tüchtiger Kenner der Baltischen Flora bekannte Oberlehrer Gerhard Pahnsch zum Conservator des Herbariums der Dorpater naturforschenden Gesell- schaft ernannt worden. Dr. H. Conwentz hat Breslau, an dessen Botanischem Garten er die erste Assistentenstelle inne hatte, mit Beginn dieses Jahres verlassen und die Direction des Provinzial-Museums zu Danzig übernommen. Emil Möriköfer Ton Frauenfeld ist zum Assistenten an der agriculturchemischen Controlstation am eidgen. Polytechnicum ernannt worden. Die Herren S. Le Marchant Moore und Ridley sind zu Assi- stenten in der Botanischen Abtheilung des British Museum's ernannt worden. Pescetto, (jr. B., Biografia del Prof. Domenico Tiriani, Sep-Abdr. aus Giorn. della Soc. di Lett. e Conversaz. scient. 8. 26 pp. Genova 1879. Enthält ausser der Lebensgeschichte des um die Kenntniss der Flora Ober- Italiens _ hochverdienten Botanikers eine Besprechung und Aufzählung seiner Werke. Freyn, J.,MutiusRitter von Tommasini. EinNachruf. (Oestr. Bot. Zeitschr. XXX. [1880.] No. 3. p. 73—77.) Bringt biographische Daten seit der von Neilreich im Jahre 1866 gegebenen Lebensbeschreibung T.'s und am Schlüsse ein Verzeichniss der seit diesem Jahre erschienenen Publikationen des Verewigten. Perrier, E. Ehrenberg, sa vie et ses travaux. (Brebissonia. IL) Andersson, Nils Johan. (Necrol. in Botan. Notiser 1880. Nc. 2. p. 63. 64.) Zetterstedt, Johan Emannel. (Necrol. in Botan. Notiser 1880. No. 2 p. 62. 63.) Verlag von Theodor Fischer in Casael. — Druck von Leopold & Bär in Leipzig. REFERIRENDES ORGAN * für das Gesammtgebiet der Botanik des In- und Auslandes. Herausgegeben QDter Mitvrirkan^ zahlreicher Gelehrten Dß OSCAR UHLWORM in Leipzig. l^n 11 ! Abonnement für den Jahrgang mit 281«., pro Quartal 7 M., I ^ qqa lAÖt lii j durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. | lOOUf Inhalt: Referate, pag. 321—343. — Litteratnr, pag. 343— 34S. — Wisseusch. Mittheilangen : Magnus, Bemerkungen zu Fiank'd Notiz über den Zwiebelbrand, p. 348-349. Müller, Phy- loptus auf Sedum reflexum L., pag. 349—350. — Instrumente, Präparir.- u. Conserr. -He- thoden etc., pag. 350—351. — Botan. Gärten u. Institute, pag. 352. — Saniniluugen , pag, 352^ — Botan. Taaschvereine, pag. 35-'. — Personalnachrichten, pig. 352. Referate. Lyugbye, Haus Christian, Rariora Codaua. [Opusculi post- humi pars,] Edidit Eugen Warming. (Videnskab. Meddel. fra Naturhist. Forening. Kjöbenhavn 1880). Der botanische Theil einer von dem im Jahre 1837 verstorbe- nen Lyngbye, dem berühmten Verf. der „Hydrophytologia danica", geschriebenen Dissertation, welche sehr interessante Angaben über das Vorkommen der Meeresalgen an den dänischen Küsten enthält. Die grosse Menge der beobachteten Formen wird in drei Höhen- regionen eingereiht: „1. zona Ulvacearum, a superficie maris ad 30 pedes descendens; 2. zona Floridearum, a 30 — 60 pedes desc; 3. zona Laminariarum, a 50 — 90 pedes desc." Nach Aufzählung der einzelnen Species werden die in der grössten Tiefe wachsenden speciell besprochen, da nach Verf. „algae, quae maximam in sinu Codano habent profunditatem, Halymeniam edulem si exce- peris, omnes minoris et pygmaeae sunt staturae;" diese sind: Deles- seria sinuosa var. pumila, Del. sanguinea var. pumila, Sphaerococcus plicatus var. pygmaeus, Sphaerococcus crispus, Sphacelaria plumosa, Calithamnion corymbosum, Hutschinsia lepadicola, Hutschinsia abys- sina sp. n. (scheint nach Agardh der Polysiphonia pulvinata Ag. sehr nahe zu stehen, doch wurden Originalexemplare nicht unter- sucht), Laminaria saccharina. Jörgensen (Kopenhagen). 21 — 322 — Keinsch, P. F., Diatom aceaeofKerguelens- Land. Algae aquae dulcis insulae Kerguelensis, auctore P. F. ReinsclijCum notiilis de distribiitione geographica a G. Dickie adjectis. (Trans. R; See. CLXVIII. p. (36—69; Ref. Grevillea, 1880. No. 47 p. 90-91.) Enthält die Beschreibung einiger neuen Arten, die aber noch unbenannt und nicht abgebildet sind. Kittoii, Fr., The early history of the Diatoni aceae. (Science Gossip 1880, Aprilheft.) Enthält (nach Ehrenberg) Bemerkungen über die zuerst be- obachteten Diatomeen und bi'ingt dann ein Resume der Einleitung zu den Bacillarien aus Ehrenberg's „Die Infusionsthierchen". Grunow (Berndorf). Winter, Georg", Verzeichniss der im Gebiete vonKoch's Synopsis beobachteten Uredineen und ihrer Nähr- pflanzen. (Hedwigia 1880. No. 3.) Ref. publicirt dieses Verzeichniss der ihm bekannten Ure- dineen Deutschlands, Oesterreichs und der Schweiz mit dem Be- wusstsein, dass dasselbe jetzt noch sehr unvollständig ist, gleich- zeitig aber mit der Bitte an Alle, die sich für Pilze interessiren, ihm zur Erreichung möglichster Vollständigkeit ihre Beobachtungen mitzutheilen. Die Nomenclatur erfährt eine sehr weitgehende Um- gestaltung, was Ref., gestützt auf die „Gesetze der botanischen Nomenclatur", damit rechtfertigt, dass es nöthig sei, alle Willkür in der Benennung auszuschliessen. Er folgt daher allgemein nach- stehenden Gesetzen, die durch Beispiele erläutert werden: 1. Der Pilz erhält denjenigen Namen, der zuerst (von Linne an) für die betreffende Art, oder für eine Substratform dieser Art, oder endlich für eine Fruchtform derselben aufgestellt wurde. 2) Hat der älteste Autor, der den Pilz beschreibt, denselben als Varietät betrachtet, so bleibt der Name der Varietät. 3) Hat der älteste Autor mehrere jetzt getrennte Arten als eine Art zusammengefasst, ohne sie als Varietäten von einander zu sondern, so wird der Name der Art auf diejenige jetzige Art über- tragen, die a) nicht schon einen älteren Namen hat, b) dem Namen am besten entspricht. 4) Bei heteröcischen Arten wird der älteste Name, der für die Uredo- oder Teleutosporen-Form existirt, gewählt. In Betreff des übrigen Inhalts muss auf die Arbeit selbst ver- â–  wiesen werden. Nur ein Punkt sei noch hervorgehoben: Es sind auf Caltha palustris zwei verschiedene Puccinia- Arten bekannt; doch — 323 — war es zweifelhaft, welche derselben Link unter seiner Puccinia Calthae verstanden hat. Dieser Zweifel ist jetzt gelöst, indem Zopf in Berlin auf Bitte des Ref. das Link'sche Original untersuchte und constatirte, dass Link's Art identisch ist mit jener, die Schröter provisorisch Puccinia elongata genannt hat. Die andere Art, von Schröter als P. Calthaecola bezeichnet, nennt Ref. (um Verwechse- lungen mit P. Calthae zu vermeiden) Puccinia Zopfii Winter. — Link's Puccinia Salicum wächst auf Prunus und ist identisch mit P. Pruni spinosae Pers. — Mehrere Originale von Wichtigkeit waren dem Ref. leider nicht zugänglich; dies gilt von Puccinia Acerum Link, Caeoma Ornithogali Schlecht, und Caeoma Silenes Schlecht. Zopf, W., Ueber eine neue Methode zurUnter suchung des Mechanismus der Sporenentleerung bei den Ascomyceten und über einige Resultate, welche mittelst derselben gewonnen wurden. (Sitzber. d. Ges. naturf. Freunde zu Berlin. 1880. Nr. 2. p. 29.) Die Bedingungen, unter denen man bisher die Mechanik der Sporenentleerung aus den Ascis und den Fruchtkörpern beobachtete, waren unnatürliche, und es erschien nothwendig, diese Vorgänge im unverletzten Perithecium, in normal beschaffener Umgebung und in möglichst zusammenhängender Weise zu untersuchen. — Die ge- wonnenen Resultate der Untersuchungen sind folgende: Bei Sordaria treten die Asci in Folge bedeutender Streckung aus dem Ostiolum hervor, um hier erst sich zu öffnen. Die Sporen aller ejaculirenden Ascomyceten werden durch verschiedenartige Einrichtungen zu einem zusammenhaltenden Körper vereinigt. Theils sind es Anhängsel, theils Gallerthüllen an den Sporen, welche sie zusammenhalten. Oft werden diese Sporenballen durch besondere Vorrichtungen im Ascus- scheitel festgehalten, was für die Entleerung wichtig ist. Heliotro- pismus findet sich nicht nur bei den ganzen Fruchtkörpern, sondern auch bei einzelnen Schläuchen. Pyrenomyceten, welche kein Ostio- lum besitzen, zeigen oft besondere Vorrichtungen, um das Oefifnen der Perithecien und das Freiwerden der Sporen zu ermöglichen. So hat Chaetomium fimeti am Grunde der Perithecie sehr hygro- scopische haarartige Anhängsel, die sich an andere Gegenstände festheften und durch ihren Zug das Perithecium zersprengen. Bei Cephalotheca tabulata nov. sp. (dürfte identisch sein mit Eurotium pulcherrimum Wint. in Hansen, fungi f. danici p. 104. Ref.) besteht die Wand des Peritheciums aus einzelnen polyedrischen Schildchen, die getrennt sind durch eine Schicht zarteren Gewebes. Sie werden dann durch den Druck der Schlauchmasse leicht aus- einander gedrängt. Winter (Zürich). 21* — 324 — Eidam, E., Nutzen und Schaden der niedern Pflanzen- welt. Ein Vortrag, auf Veranlassung des Humboldt- vereins zu Breslau gehalten. 8. Breslau (Priebatsch) 1880. 60 Pf. Verf. beschreibt nach den im Titel angegebenen Gesichtspunkten in allgemein verständlicher Weise die verschiedenen Ordnungen der Kryptogamen, am ausführlichsten natürlich die Pilze. Zimmermann (Chemnitz). Treul), M.., Sur des cellules vegetales ä plusieurs noyaux. (Archives neerland. des Sc. ex. et natur. Tom. XV. Livr. 1. p. 39 — 60. Mit 3 Tfln.) [Vergl. auch d. vorläufigen Bericht in Comptes Rendus ... de Paris, l"- Sept. 1879.] Früher kannte man in jeder Zelle nur einen Kern und den Ansichten Schleiden's gemäss konnte man auch nur einen an- nehmen. Nägeli, Hartig und Eeichenbach, in späteren Zeiten Strasburger und Elfving, und zuletzt Schmitz (Beobacht. ü. d. vielkern. Zellen d. Siphonocladiaceen) haben deren aber mehrere in einer Zelle gesehen. Treub nun beschreibt in der obengenannten Abhandlung, in Anschluss an seine früheren Untersuchungen über die Zellkerne, das Vorkommen vielkerniger Zellen in den Bastfasern und Milchsaftröhren vieler Angiospermen. Bei Urtica dioica , Kumulus Lupulus und Vinca minor sollen dieselben, nach vorheriger Färbung mit Methyl- grün, Picro-carminsaurem Ammoniak und Hämatoxylin, besonders deutlich hervortreten. Ferner bekennt sich Verf. zu den Ansichten de Bary's über gegliederte und ungegliederte Milchsaftröhren, den Behauptungen David's gegenüber, und weist in den Milchsaft- röhren (letzter Art) das Vorkommen einer Menge Kerne von eigen- thümlicher Form nach. Im zweiten Theil der Arbeit beschreibt Verf. die Vervielfältigung der betreffenden Zellkerne, welche durch Th eilung Statt haben soll, und zu gleicher Zeit in allen Kernen einer Zelle und auf näm- liche Art wie in den Kernen gewöhnlicher Zellen vor sich geht. Es unterbleibt dabei aber stets die Bildung der Zellplatte. Verf. weist schliesslich auf die hohe Bedeutung des Zellkernes im Pflanzenleben, so wie die Verwandtschaft pflanzlicher und thierischer Kerne hin und macht darauf aufmerksam, dass man in Folge noch schärfer wie zuvor zwischen den beiden Phasen der Zellkerntheilung (Bildung der jungen Kerne und Bildung der Zellplatte) zu unter- scheiden habe. Gewissermassen kann die sogenannte freie Zell- bildung als ein Uebergang zwischen der Zelltheilung und den viel- kernigen Zellen betrachtet werden. — Schöne Abbildungen begleiten die Abhandlung. Rauwenhoff (Utrecht). — 325 — Koch, L., Untersuchungen über die Entwickeln ng der Crassulaceen. 4 139 pp. u. 16 lith. Tfln. Heidelberg [Winter] 1879. In der äusserst sorgfaltigen und auch äusserlich vorzüglich aus- gestatteten Arbeit finden wir in erster Linie Bau und Entwickelung des Stammes und der Wurzel, und im Anschlüsse daran diejenige der Laubblätter, der Blüte und des Embryo einer kleinen Anzahl von Arten der Gattung Sedum (S. spurium Bieb., S. album L.. S. rupestre L., S. populifolium L., S. Aizoon L., S. Telephium L.) nach allen Richtungen hin ausführlich erläutert. Da der enge Rahmen des „botanischen Centralblattes" einen weitgehenden Auszug nicht gestattet, kann hier nur das Allerwesentlichste des Inhaltes Berück- sichtigung finden, wie es Verf. zum Theil selbst schon in seinem Rückblicke auf die morphologischen Verhältnisse des Stammes und der Wurzel (p. 92) zusammengestellt hat. Bezüglich der Stamm- und Wurzelbildung ordnet Koch die untersuchten Arten in 3 Gruppen. Eine derselben wird von den rasen bilden den Species mit im Allgemeinen ausdauernden oberirdischen Stammorganen gebildet: Sedum spurium, album, rupestre, anopetalum. Hier ist der oberirdische Stammapparat ein Geflecht von zum Theil kriechen- den älteren, zum Theil von denselben entspringenden aufrecht stehen- den jüngeren sterilen und fertilen Sprossen. Soweit die Sprosse nicht fertil sind, halten sie eine bestimmte Wachsthumsrichtung ein und die von ihnen am Vegetationspunkte angelegten Knospen wachsen in den nächsten Jahren zu fertilen oder sterilen Stämmchen aus. Die blütentragenden Zweige dagegen sterben nach Erfüllung ihrer physiologischen Functionen mehr oder minder tief nach dem Stamm- apparat hin ab; immer aber bleibt von der Mutteraxe aus noch ein Stück von ihnen erhalten, dessen basale Knospen in den nächsten Jahren sich zu entwickeln vermögen. Das Rhizom wird also vor- zugsweise durch die später ebenfalls einer fertilen Entwickelung fähigen sterilen Sprosse quantitativ vermehrt, in vermindertem Maasse durch die Basalsprosse der absterbenden fertilen Zweige. Da die fertilen Stammtheile äusseren Einflüssen den grösseren Widerstand entgegensetzen müssen, so entwickeln sie sich auch am kräftigsten. In ihnen wird ein massiver, lediglich aus mechanischen Elementen zusammengesetzter, intracambialer Libri- formcylinder erzeugt, der die kreisförmig angeordneten Mestom- stränge deckt. Dieser Cylinder läuft an der Basis der fertilen Zweige in ein oder mdirere sichelförmige Holzstücke aus, je nach den Arten sich längere oder kürzere Zeit erhaltend. Bei S. spurium schwinden gewöhnlich die mechanischen Elemente des fertilen Sprosses — 326 — noch ausserhalb seiner Mutteraxe, während bei S. album und noch mehr bei S. rupestre die Holzbildung in die Mutteraxe hineingreift. Die schwächer entwickelten sterilen Sprosse entbehren wie das der Erde aufliegende, zum grossen Theile aus ihnen zusammenge- setzte ältere Rhizom der mechanischen Elemente vollständig. Hier werden die primären Mestomstränge jährlich weiter gebildet und zwar gewöhnlich in einer Art, die ein mehr oder minder unsym- metrisches anatomisches Gesammtbild zur Folge hat. Aeltere Rhizom- theile von S. spurium schliessen von ihren 4 Gefässsträngen 2 von der Weiterentwickelung aus; die anderen 2 opponirten Stränge da- gegen werden jährlich seitens des Cambiums durch entsprechende Zellformen verstärkt. Ihren Grund scheint diese eigenthümliche Verdickungsweise darin zu haben, dass die Seitenknospen der be- treffenden Axe im Grossen und Ganzen nur in einer zum Boden parallelen Ebene auszutreiben pflegen, welche gegenständige Stellung für die Festigkeitsverhältnisse der Mutteraxe von Vortheil sein dürfte. Bei S. album und S. rupestre verliert dies Verhaltniss an Klarheit. Zwar bleiben auch hier von den primären Gefässgruppen einige in ihrer Entwickelung zurück, sie alterniren aber gewöhnlich mit fort- bildungsfähigen Gefässsträngen derart, dass Querschnitte der be- treffenden Stammtheile kein allzu unregelmässiges anatomisches Ge- sammtbild geben. Die diesen Axentheilen ansitzenden Knospen werden daher auch mehr im Gesammtumfange der ersteren ent- wickelt, und es scheint dieses Stellungsverhältniss in Folge der hier vorhandenen mechanischen Elemente (der vom fertilen Spross in die Mutteraxe eingreifenden sichelförmigen Holzkörper) für jene weniger schädlich zu sein. Von den absterbenden fertilen Zweigen ausgehend, treten in den basalen Stammstücken häufig Krankheitserscheinungen auf, die vorzugsweise die mechanischen Zellformen in Mitleidenschaft ziehen. Das diese umgebende Gewebe schützt sich durch Korkbildungen, die mehr oder weniger vollkommenen Holzpartieen jener Theile werden streckenweise auch durch Kork eingehüllt. Etwas Aehnliches findet gelegentlich des langsamen Absterbens älterer Rhizompartieen statt; auch hier begegnen wir häufig centralen Korkbildungen. Durch die genannten Korkbildungen aber, sowie durch die mehr oder weniger vollkommen sichelförmigen, gegenüber den primären Gefäss- strängen verschieden orientirten Holzkörper, gewinnen die basalen Stammstücke abgestorbener fertiler Sprosse ein gewisses Interesse, das bei der weiteren Verdickung dieser Theile, welche ja ebenfalls, wenn auch nur wenige Seitenknospen ausbilden, noch gesteigert^ wird. Bei den gewöhnlich nur sichelförmige Holzzonen enthaltenden — 327 - Stämmen des S. spurium kann, von ansitzenden fertilen Sprossen ausgehend, in späteren Jahren ein weiteres Holzsegment zur Anlage kommen. Bei S. rupestre dagegen, dessen Basalpartieen fertiler Zweige ihren Libriformring noch längere Zeit behalten und Theile desselben bis in die Mutteraxe gelangen lassen, können dann inner- halb eines parenchymatischen, von Gefässstrahlen radial durchsetzten Grundgewebes zwei massive Holzringe eingebettet liegen; dieselben lösen sich in der Nähe der Stelle, wo der betreffende Spross der Mutteraxe aufsitzt, auf und in letzterer selbst finden wir auf gewisse Strecken nur Bruchstücke von ihnen vor. S. album giebt bezüglich dieser Verhältnisse eine Art Uebergangsform zwischen S. spurium und S. rupestre ab. Die dem Rhizom zahlreich entspringenden Wurzeln sind im Allgemeinen für Zugfestigkeit nicht günstig gebaut. Sowohl die in Minderzahl vorhandenen, sich verdickenden Dauerwurzeln, als auch die in grosser Menge auftretenden einjährigen Saugwurzeln entbehren der mechanischen Elemente; indessen scheint die Menge der Wurzeln die geringere Festigkeit der einzelnen Wurzel auszugleichen. An diese erste Gruppe der rasenbildenden Sedum- Arten schliesst sich das morphologisch abweichendes, p o p u 1 i f o 1 i u m an. Hier ist der aufrecht stehende Stamm in Bezug auf Biegungs- festigkeit günstiger gebaut, als derjenige aller anderen vom Verf. betrachteten Arten. Das Grundgewebe mit seinen radial angeord- neten Gefässgruppen tritt zurück; in den ersten Jahren findet ge- wöhnlich die Anlage zweier dicht aufeinander lagernder Holzringe statt, in den späteren Vegetationsperioden vervollständigt sich der mechanische Apparat des Stammes durch neue Holzsegmente, während die älteren ähnlichen Lagen durch Korkzonen aus dem Gewebe aus- geschaltet werden. Mechanisch wirksam sind diese nach ihrer Iso- lirung gewöhnlich vertrocknenden Partieen bis zu einem gewissen Grade immer noch, woraus sich das festere Gefüge und die auf- rechte Haltung der oberirdischen Theile dieser Art erklären. In Folge dieses letzteren Verhaltens sind auch die Wurzeln von S. populifolium in Bezug auf Zugfestigkeit besser ausgerüstet, wie bei den voraufgehenden Arten; sie legen fast durchgängig mechanische Zellformen an, ein mehr oder minder vollständiger Holzring findet sich hier über den zerstreut angeordneten Gefässelementen fast immer vor. Die zweite morphologische, durch S. Aizoon repräsentirte Gruppe besitzt statt des oberirdisch kriechenden Stammes ein unter- irdisches, doch quantitativ nicht so ausgebreitetes Rhizom, das dagegen die Eigenschaft besitzt, sich bis zu — 328 — mehreren Centimetern zu verdicken und (wie bei den rasenbiklenden Arten die Gesammtmasse der kriechenden Stämme) samnit den sich massig verdickenden Dauerwurzeln als Reservestoff- behälter fungirt. Ist die Pflanze genügend erstarkt, so bildet sie die meisten der jährlich über die Erde gesandten Sprossen zu blühenden Stämmchen aus, die später bis zur Bodenoberfläche ab- sterben, während das in der Erde bleibende Basalstück mit seinen Knospen der Träger der im nächsten Jahre über die Erde zu sen- denden Sprosse ist. Die letzteren verhalten sich dann ähnlich wie ihre Mutteraxen, und während so im Allgemeinen an den Basal- portionen fertiler Zweige die oberirdischen Sprosse des nächsten Jahres entwickelt werden, geht aus deren Mutteraxen das unter- irdische Rhizom hervor. Sterile wie fertile oberirdische Organe sind mit einem Holzcylinder versehen, der mit dem Eintritt der Stämme in den Boden sich auflöst und in strangartige Stücke verläuft. Die basalen, im Boden befindlichen Stücke der einzelnen blühenden Sprosse sind mechanisch ähnlich angestrengt, wie etwa die Wurzeln von S. populifolium ; es wirken an ihnen Zugkräfte und darum er- halten sie noch auf kurze Strecken mechanische Zellformen. Das ältere, ziemlich tief in der Erde liegende und von letzterer wie von den ansitzenden Wurzeln festgehaltene Rhizom bedarf deren weniger. Holzzellen finden sich — abgesehen von den Stellen, welche früher oberirdischen Theilen angrenzten — in ihm nicht vor; die radial an- geordneten Gefässgruppen werden ohne diese Zellform weiter ge- bildet. Charakteristisch ist endlich (gegenüber anderen Arten) das langsame, von den ältesten Theilen ausgehende partielle Absterben des Rhizomes. Gefässgruppen sowohl, als auch Partien parenchy- matischen Gewebes des Centrums werden alljährlich durch Kork- bildungen von dem lebenden peripherischen Gewebe abgeschnürt und gehen zu Grunde. Während jene nun eine borkige Beschaffen- heit annehmen, wird das gewöhnlich noch viele Jahre fortlebende Rhizom durch Cambium weiter verdickt. Endlich sind aber die centralen Gewebeabsonderungen, zu denen sich peripherisch Borke- bildung gesellt, so weit fortgeschritten, dass innerhalb eines mehrere Centimeter starken borkigen Rhizomes nur noch ein bandförmiges lebendes Gewebestück eingebettet liegt, das sich später (auch in Folge von Korkbildung) in einzelne Stränge auflöst, endlich auch verschwindet und so den Tod des Rhizomes herbeiführt. — Die sich massig verdickenden Wurzeln entbehren der mechanischen Ele- mente; sie sind dem Rhizom ähnlich gebaut und zeigen ebenfalls eine radiale Anordnung der Gefässgruppen. Als Repräsentant der dritten morphologischen Gruppe kann — 329 — S. Telephium gelten. Das nicht sehr tief liegende unterirdische Rhizom ist im Gegensatze zu S. Aizoon weder stark verdickt, noch scheint es lange Lebensdauer zu besitzen. Um so mehr werden von einer Verdickung die zahlreich vorhandenen, rübenförmig anschwellenden Wurzeln betrotfen , die hier vorzugsweise als Reservestoff behälter zu bezeichnen sind. Sämmtliche oberirdische, fast durchgängig blühende Zweige sterben jährlich ab und ihre in der Erde befindlichen Basalstücke verhalten sich wie bei voriger Art; die vorjährigen unterirdischen Stammtheile ent- wickeln dagegen den qualitativ bedeutenden Wurzelapparat. Hin- sichtlich des mechanischen Aufbaues der blühenden Sprosse kann im Allgemeinen das von S. Aizoon Gesagte gelten. Ihre Basalstücke sind auf gewisse Strecken mit sichelförmigen Holzzonen ausgestattet, und auch das Rhizom enthält ähnliche , von den oberirdischen Sprossen ausgehende mechanische Elemente; Holzstücke sind hier weit häufiger anzutreffen, als bei den analogen Organen von S. Aizoon. Ohne jede Annäherung an den Bau der Wurzeln anderer Arten der Gattung sind die an den älteren Rhizomtheilen in grosser Menge vorhandenen rübenförmig angeschwollenen Wurzeln dieser Gruppe gebaut. Ihre mittleren Partieen besitzen nicht einen einzigen Cam- bialkreis, sondern mehrere Einzelkreise in gewöhnlich kreisförmiger Anordnung, von denen jeder bis zu einem gewissen Grade selbst- ständiges Wachsthum besitzt. Entwickelungsgeschichtlicli sind diese Einzelkreise aus einer einzigen ringförmigen Cambiumzone hervor- gegangen, indem sich letztere später ungleichmässig weiter theilte und Bogenstücke entstanden, die sich aus dem Grundgewebe zu Partialkreisen ergänzten. Mechanisch wirksame Zellformen fehlen diesen Wurzeln, die sich in dieser Hinsicht daher wie diejenigen von S. album, S. spurium und S. rupestre verhalten. Was die Blätter der Gattung Sedum betriff't, so zeigen sowohl die vorherrschenden, namentlich bei den rasenbildenden Species vor- kommenden cylindrisch-nadelförmigen, als auch die flachen mit sel- tenen Ausnahmen (S. populifolium) keinen deutlich ausgebildeten Blattstiel. In die nadeiförmigen Blätter des S. dasyphyllum tritt ein ziemlich starker Blattspurstrang ein, dessen der Oberseite zu- gewendeter Holztheil aus Spiral- und Ringfaser-Tracheiden, dessen der Blattunterseite zugekehrter Siebtheil aus zartwandigen , lang- gestreckten Zellenformen besteht. Zwei bald über der Blattbasis abgehende Randnerven vereinigen sich an der Blattspitze wieder mit dem Mittelnerven, mit dem sie überdies noch durch nur wenige Anastomosen bildende Seitenzweige verbunden werden; freie Nerven- endigungen fehlen; senkrecht zu der in einer Ebene liegenden Ner- — 330 — vatur treten Verzweigungen nur in besonders fleischigen Blättern auf. Das Blattparenchym besteht aus rundlichen, nur in der Grösse differirenden Zellen, in denen die mehr gleichmässig erfolgende, qualitativ spärliche Vertheilung der Chlorophylikörner durch das ganze Blattparenchym auffällt. Der Bau der Epidermis bietet wenig Bemerkenswerthes; Spaltöffnungen finden sich auf beiden Seiten. Die cylindrisch-nadelförmigen Blätter aller anderen untersuchten Arten verhalten sich im Baue genau wie S. dasyphyllum. Unter den flachen Blattformen zeigt die von S. spurium in Bau und Ver- zweigung des Blattspurstranges im Wesentlichen das Verhalten voriger Art, nur etwas reichlichere Verzweigung. Auch die rund- lichen Zellen des Blattparenchyms sind an der Blattperipherie durch- gängig kleiner; dagegen macht sich manchmal bei besonders stark entwickelten Blättern eine wenn auch nur schwache Neigung zur Sonderung eines Pallisadenparenchyms der Blattoberseite gegenüber dem aus mehr rundlichen Zellen bestehenden, grössere Intercellular- räume zwischen sich führenden Schwammparenchym der Unterseite geltend. Deutlicher, wenn auch nicht so scharf wie bei den meisten Dicotylenblättern , tritt eine derartige Sonderung in den flachen Blättern von S. Aizoon hervor; beide zeigen ferner auch die mehr gleichmässige Vertheilung des Chlorophylls durch das gesammte Parenchym. Die Entwickelung der Spaltöffnungen verläuft in der bereits von Strasburger angegebenen Weise; ebenso fand Koch bisweilen mehrere über einer Athemhöhle liegende Spaltöffnungen, ein Fall, der dann eintritt, wenn in einer der Nebenporenzellen abermals eine Schliesszellen-Mutterzelle gebildet wird. Erwähnt sind dann noch die papillenartigen Ausstülpungen der Epidermis- zellen, die spärlich auftretenden Köpfchenhaare bei S. dasyphyllum, sowie die bei manchen Arten zwischen den Oberhautzellen liegenden, Gerbstoff' führenden schlauchförmigen Zellen. Bezüglich der in der Gattung auftretenden Blütenstandsformen verweist Verf. auf die Angaben Caspary's und Wydler's. Die Betrachtung der fertigen Blüte ergiebt nichts wesentlich Neues; die von Bayer gegebene Entwickelungsgeschichte wird von Koch bestätigt und in Betreff' der Obdiplostemonie schliesst Verf. sich der Auffassung Celakovsky's an. Specieller wird dann die Ent- wickelung der Samenknospen verfolgt. Die ersten Ovula entstehen in der Mittelpartie der Carpellränder , von wo aus die Anlage weiterer Samenknospen nach oben und unten vorschreitet. Die erste leichte Erhebung des Ovularhöckers wird durch vorzugsweise radiale Ausdehnung einiger subepidermaler , wie die über ihnen liegenden Epidermiszellen plasmareicher Zellen verursacht. Sie — 331 — theilen sich dann durch Wände parallel und senkrecht zur Ober- fläche, doch spielt nur eine der subepidermalen Zellen eine be- deutendere Rolle, insofern aus ihr durch Kreuztheilungen meistens acht, aus der einen oder anderen seitlichen Zelle weit weniger Tochterzellen hervorgehen. Letztere greifen auch nicht direct in die Bildung des Ovularhöckers ein, sondern geben mehr den Basal- theil der Neubildung ab. Erst wenn der allmählich zapfenförmig werdende Höcker bereits eine ziemliche Krümmung erfahren hat, treten die Integumente auf, die beide in der Epidermis und durch ähnliche Theilungen, wie in den subepidermalen Zellen der Ovu- laranlage angelegt werden. Wie dann in der Ovularanlage eine der Tochterzellen des Füllgewebes durch ungleiches Wachsthum und Verschiebung an die Spitze gestellt wird, so rückt auch bei den Integumenten eine der ersten Tochterzellen in die Kante ein. Später wird das innere Integument vom äusseren überwachsen. In der Spitze des Nucleus findet das langsamste Wachsthum statt; durch zeitweises Unterbleiben der Theilungen kommen hier Zellen von auffallender Grösse zu liegen, die sich später wieder theilen. Aus einer der neugebildeten, durch dichteres Protoplasma ausgezeichneten Tochterzellen geht der Embryosack hervor, der an Umfang zu- nehmend und in der Längsrichtung des Knospenkernes wachsend, die noch über ihm liegenden Zellen verdrängt und schliesslich der Mikropyle direct anliegt. Ueber den Eiapparat kann Verf. wegen der ungünstigen Verhältnisse der Sedum-Samenknospen nichts Be- stimmtes sagen; dagegen werden ausführlich die Analogien in den Kreuztheilungen der Ovularanlage mit entsprechenden gleicher Organe sowie Trichombildungen verschiedener Art erläutert. Der Nucleus ist auch bei Sedum der Scheitel der Samenknospenanlage und keine Neubildung an letzterer. Die auf den letzten beiden Seiten gegebenen kurzen Mittheilungen über Entwickelung des Embryo und des Samens bieten nichts Auf- fälliges; erstere findet im Wesentlichen nach dem bekannten Cru- ciferentypus statt. Luerssen (Leipzig). Ludwig, F., Ueber die Blütenformen von Plantago lanceolataL. und die Erscheinung derGynodiöcie. Mit 1 Tafel. (Zeitschr. f. d. ges. Naturwissensch. 1879. p. 441 ff.) Bei Plantago lanceolata kommen drei Arten von Stöcken vor: zwitterblütige mit weissen Antheren, weibliche mit gelben nur ver- kümmerte Pollenkörner enthaltenden Antheren und reinweibliche. Ausserdem giebt es Stöcke mit gefärbten Sexualorganen und solche mit sehr verlängerten Griffeln. Ueberhaupt variiren die Blüten- theile in weiten Grenzen. — 332 — Es ist diese Species durch Proterogynie vor einer entartenden Inzucht geschützt, durch vortreffliche Anpassung an die Windbe- stäubung zu einer erfolgreichen Xenogamie gerüstet, Behufs reich- licherer Fruchtbildung ist weiter eine Arbeitstheilung durch Ab- trennung besonderer ausschliesslich weiblicher Stöcke eingetreten — die Pflanze ist gynodiöcisch geworden. Die Macrostylie sichert dabei auch den isolirten weiblichen Blüten die Bestäubung durch den Wind. Schliesslich locken die gefärbten Blütentheile mancher besonders weiblicher Stöcke (violette Griffel und lebhafte gelbe An- theren) noch Insekten zur Bestäubung herbei, so dass die Pflanze zu einer dauernd erfolgreichen Bestäubung und Fortpflanzung aufs Beste ausgestattet ist. Die vergleichende Beobachtung einer grösseren Anzahl gyno- diöcischer Pflanzen führt den Ref. zu folgenden Hauptsätzen: 1. Bei allen beobachteten gynodiöcischen Pflanzen treten zuerst neben den Zwitterformen Stöcke auf, deren Staubgefässe mehr oder weniger reducirt sind , deren Antheren ihre Farbe geändert haben (bei Echium vulg. sind z. B. die sonst schieferblauen, bei Plantago lanceolata die sonst weissen Antheren gelb). 2. Erst aus dieser Form scheint die reinweibliche hervorge- gangen zu sein, die durchweg verhältnissmässig selten ist. 3. Die relative Zahl der drei Formen schwankt sehr: bei Thy- mus, Mentha u. a. sind die beiden letzten Formen mindestens eben so häufig als die Zwitterform, bei Knautia, Origanum, Plantago, Echium weit seltener und bei Prunella und Clinopodium kommen sie äusserst selten vor. 4. Alle beobachteten Pflanzen sind mehr oder weniger dichogam. 5. Die relative Anzahl der ^ und 5 steht in unverkennbarer Beziehung zur Blütezeit, so dass bei proterandrischen Pflanzen die $ bei Beginn der Blütezeit in grösserer, bei proterogynischen in geringerer Anzahl auftreten als gegen Ende derselben. (Bei Thy- mus fanden sich zuert 83 Proc. +, zuletzt 40 Proc +.) 6. In den weiblichen Blüten wandeln sich — vielleicht bei allen gynodiöcischen Pflanzen — die Staubgefässe, anstatt völlig zu abor- tiren, zuweilen in gefärbte Perigonblätter um. Bei Knautia arvensis z. B. sind die ^yeiblichen Blüten sehr häufig an manchen Orten fast ausschliesslich gefüllt. 7. Mit dem Uebergang zur Gynodiöcie ist meist eine Reduction der Blumenkrone verbunden. Die Corolle der ° ist kleiner als die der I (z. B. bei Thymus sind die Extreme 2,2 und 6 mm). 8. Verf. beobachtete bei Plantago, wie Darwin bei den gyno- diöcischen Labiaten, dass die + weit fruchtbarer sind als die °. — 333 — Zum Schluss folgt eine Bemerkung über die Ursachen der Gynodiöcie. Im Gegensatz zu der Ansicht Herrn. Müll er' s hält Ref. die Reduction der Staubgefässe für eine Folge der Dichogamie. Nach dem Princip von der Ersparung nutzloser Bildungen oder, um mit Darwin zu reden, in Folge Nichtgebrauchs nutzloser Organe, müssen, wie das in zahlreichen anderen Fällen nachgewiesen, in den Erstlingsblüten der proterandrischen Dichogamen und in den letzten Blüten der proterogynen die überflüssigen Stamina abortiren, an- dererseits wird es, wie dies Ref. bei Thymus serpyllum constatirte, zuweilen vorkommen können, dass in den Letztlingen der Prote- randrischen und den Erstlingen der Proterogynen die Griffel ver- kümmern. Die Reduction der Staubgefässe scheint weiter — nach des Ref. Beobachtungen bei Plantago, Darwin's bei den Labiaten — erhöhte Fruchtbarkeit zu bedingen, während die Reduction der Corolle auf Rechnung der letzteren zu setzen sein dürfte. (Auch bei einer kleinblütigen Form von Collomia Cavanillesii Hook, er- zielte Ref. durch Entfernen der Fruchtstände wieder grosse Blüten.) Ludwig (Greiz). Morreu , Ed., Notice sur le Vriesea guttata Andre et Lind., de la famille des Bromeliacees. (La Belgique horticole XXX. 1880, p. 13-15. pl. I— HL) Die prachtvolle kolorirte Abbildung der in der „Illustr. horticole 1875, p. 43 t. CG." zuerst aufgestellten Species ist begleitet von einer lateinischen Diagnose, einer ausführlichen französischen Be- schreibung nebst Notizen über die 1870 erfolgte Einführung der Art aus Brasilien (S. Catharina) in die europäischen Gärten und über ihre Kultur. Die „sepales" werden beschrieben als „convo- lutes, avec recouvrement ä gauche", die „petales" als ebenfalls „convolutes, avec imbrication ä droite." (Die Abbildung zeigt die 3 Zipfel des äusseren Perigonkreises mit freiem linken Rand, während die Deckung der doppelt so langen inneren Zipfel nicht deutlich dargestellt ist. Ref.) — — Phytarrhiza Lindeni var. Kout sin skvana Morr. (l. c. XXX, 1880, p. 80—81). Die Art gehört zu den Bromeliaceen; ein Exemplar der be- schriebenen von Morren neu aufgestellten „Varietät" zeichnete sich durch eine gefüllte Blüte von 8 cm. Durchmesser aus. Phytarrhiza crocata (l. c. p. 87). Enthält die kurze lateinische Diagnose dieser von M. neu auf- gestellten, aus Rio de Janeiro durch A. Lietze an den Autor ge- sandten Art. , — 334 — Morreu, Ed., Tillandsia caput Medusae (1. c. p. 90). Diese neu aufgestellte Art, deren kurze lat. Diagnose gegeben wird, stammt aus Mexico. Aechmea hystrix (1. c. p. 90 — 91.) Giebt von dieser neu aufgestellten aus Cayenne stammen- den Art eine franz. Beschreibung und längere lat. Diagnose. Ferner wird bemerkt, dass sie zwischen A. Pineliana und A. Mariae Reginae zu stellen ist. Nidularium Binoti (1. c. p. 91). Neu aufgestellt, mit franz. Beschreib, und kurzer lat. Diagn. Heimat: Brasilien, von wo sie durch P. M. Binot eingesandt wurde. Dem N. spectabile M. Moore nahe stehend. Le Vanda Lowi. (1. c. p. 85—86. [Traduit du „Garden", 18. Oct. 1879, p. 354]). Diese Orchidee von Borneo ist dadurch bemerkenswerth, dass die ersten beiden Blüten, welche sie producirt, von anderer Farbe sind als die folgenden. Die Ursache dieser Verschiedenheit ist noch nicht ermittelt. Radlkofer, L., Ueber Cupania und damit verwandte Pflan- zen. (Sep.-Abdr. a. Sitzber. der k. baier. Akad. d. Wiss., Math.- phys. Kl. 1879, p. 457—678.) 8. 221 pp. München 1880. Ueber diese ausführliche und zahlreiche Details enthaltende Arbeit lässt sich leider nur unvollständig berichten. Cupania L. 1737 (bei Plumier schon 1703) hat in dem von Baillon und Hiern an- genommenen Umfange (incl. Ratonia Bth. et Hook.) 211 Arten, ist aber als Tribus Cupanieae Bl. aufzufassen und in 34 Gattungen zu zerlegen; schon Blume hat eine ähnliche Auffassung gehegt. Tribus-Charakter: Je eine aufsteigende Samenknospe in jedem Fruchtknotenfache und eine bald lederig -fleischige, bald holzige Kapselfrucht mit in der Mitte scheidewandtragenden Klappen. Samen oft mit Arillus. Blätter stets nebenblattlos, paarig-gefiedert (zuwei- len scheinbar unpaarig-gefiedert, selten doppelt gefiedert, sehr selten abnormer Weise einfach). Hierauf werden die schon von Blume zu den Cupanieen ge- rechneten Gattungen (p. 461) kurz discutirt und einige wenige aus- geschieden, p. 462 ff. werden die Merkmale besprochen, nach wel- chen die Verwandtschaftsverhältnisse der Gattungen in erster Linie zu beurtheilen sind. Zwei Subtribus: Alle amerikanischen Cupanieen haben einen lomatarrhizen Embryo, ausgenommen Pseudima frutescens (Aubl.) Radlk., alle übrigen mit kaum nennenswerthen Ausnahmen einen notorrhizen; Ausnahmen namentlich bei grosser Kürze des Embryo oder bei sehr ungleicher Ausbildung der Coty- — 335 — ledonen, die zuweilen fast Regel wird. p. 464 ff. : über verschiedene Gestaltungen des Embryo und der Cotyledonenlage. p. 466 ff.: Weitere Eintheilung der amerikanischen Subtribus nach der Be- schaffenheit des Kelches, welcher sich entweder sehr früh öffnet, noch ehe die inneren Blütentheile in gewöhnlicher Weise entwickelt sind (Matayba-Kelch), oder ein normales Verhalten zeigt(Cupania- Kelch); parallel damit geht ein verschiedenes Verhalten der Schup- pen auf der Innenseite der Blumenblätter. Eine dritte Kelchform wird als Bligtria-Kelch unterschieden, eine Art Mittelding zwi- schen den beiden ersten Formen. Blumenblätter öfters ganz trich- terförmig, p. 472 ff. werden einige Gattungen mit Cupania-Kelch von Cupania durch besondere Merkmale abgetrennt, p. 474 ft\ wird für die zweite Subtribus ebenfalls das Vorhandensein derselben drei Kelchformen constatirt, die Gruppen aber geographisch: eine ameri- kanische (Pseudima), eine afrikanische und eine asiatisch-oceanische, alle drei nach ihrer Verbreitung streng gesondert, unterschieden; die einzelnen in jede Gruppe gehörigen Gattungen werden nach Beschaffenheit des Kelches und nach anderen Merkmalen gruppirt Besonders hervorstechende Eigenthümlichkeiten zeigt Guioa (p. 480 — 483) u. A.in dem anatomischen Bau des knorpelartigen Endocarps; ferner Lepiderema (p. 485), welche Gattung durch das Vorkommen von Spalt- öffnungen auch auf der Oberseite der Blättchen ausgezeichnet ist. Manchen Gattungen kommt eine papillöse Epidermis der Blattun- terseite als besonderes Merkmal zu. p. 491 ff. Erläuterungen über , den Werth der vom Verf. unterschiedenen Gruppen, p. 494—503: Conspectus generum mit lateinischer Charakterisirung der Gruppen und Gattungen, p. 504 — 547: Tabellarische Uebersicht der Namen der zu den Cupanieen gehörigen Gattungen und Arten, sowie der irrthümlich dazu gerechneten Pflanzen; die Namen sind alphabetisch geordnet und nummerirt, autoptische Untersuchung ist durch Ruf- zeichen angedeutet; bei jedem Namen ist auf die Nummern der Synonyme verwiesen, p. 548 — 678 Zusätze, welche die Art-Ueber- sichten der mehrgliederigen Cupanieengattungen, die kurze Charak- teristik der neuen Arten und Bemerkungen kritischen und ge- schichtlichen Inhalts enthalten. Die Gattungen sind auch hier alpha- betisch geordnet. Einzelheiten können aus dieser Uebersicht nicht mehr entnommen werden, da die Angaben zu reichhaltig sind. Die 94 vom Verf. aufgestellten neuen Arten (worunter 74 in der Lite- ratur oder in edirten Sammlungen überhaupt noch nicht berührte) sind: Arytera brachyphylla (Neu-Guinea), gigantosperma*) (West- *) Diese Art steht im Nachtrage p. 674. — 336 — Sumatra), angustifolia (Java, Sumatra), chartacea (Neu-Caledonien), pachyphylla (das.), arcuata (das.), lepidota (das.), A. ? oligolepis (Ins. Upolu). — Aporrhiza paniculata. *) — Cupania papulosa (Neu- Grauada), spectabilis (Mejico), tenuivalvis (Bras. Min. Geraes etc.), rugosa (Bras., Bahia), bracteosa (das.), rigida (das.), hispida (Bras. Alto-Amazonas), C. hirsuta (Engl. Guayana), lanuginosa Sagot in sched. (das.), furfuracea (Rio de Janeiro), platycarpa (das.). — Cupaniopsis petiolulata, psilocarpa, apiocarpa, trigonocarpa, chytra- denia, crassivalvis, macrocarpa, azantha, myrmoctona, fruticosa, sub- cuneata, dictyophora, inoplea, glomeriflora, ganophloea, oedipoda (alle Arten dieser Gattung aus Neu-Caledonien). — Dilodendron bipinnatum.**) — Elattostachys duplicatoserrata (Sumatra?, Cele- besV), incisa (Neu-Caledonien). — Gongrodiscus sufferrugineus (das.), parvifolius (das.). — Guioa acutifolia (Amboina, Neu-Guinea, Ins. Key, Ost -Australien), lasioneura (Ost -Australien), venusta (Neu- Guinea), squamosa (Pinang, Tenasserim), subfalcata (Ins. Upolu), gracilis (Neu-Caledonien), ovalis (das.), patentinervis (Molukken), leptoneura (Celebes), bijuga (Malacca), villosa (Neu-Caledonien), fusca (das.), pectinata (das.), rigidiuseula (Neu-Guinea), membrani- folia (das.), pteropoda (das.), crenata (Neu-Caledonien), microsepala (das.). — Lepiderema papuana.). — Matayba macrostylis (Engl. Guayana Bras. Para u. Alto-Amazonas), floribunda (Mejico), lon- gipes (Venezuela), tovarensis (das.), ' robusta (Bras. Alto-Amazonas), peruviana (Oestl. Peru), opaca (Surinam, Bras. Parä), paucijuga (Bras.), elegans (Neu-Granada), camptoneura (Engl. Guayana), mollis (Bras. Minas Geraes), marginata (Bras. Minas Geraes), grandis (Rio de Ja- neiro) , elaeagnoides (Argentina, Prov. Corrientes, Paraguay). — Molinaea macrantha (Ins. Mauritius), retusa (Madagascar), petio- laris (das.), brevipes (das.). — Pentascyphus thyrsiflorus (franz. Guayana). — Rhysotoechia bifoliolata (Ost- Australien), grandifolia (Borneo; Pulo Geben), ramiflora (Celebes), flavescens (Ost-Austra- lien). — Sarcopteryx melauophloea (Neu-Guinea), coriacea (Ins. VVai- giou). — Sarcotoechia cuneata (Ost- Australien), protracta (das.). — Storthocalyx leioneurus (Neu-Caledonien), chryseus (das.), sordidus (das.). — Tina fulvinervis (Madagascar), trijuga (das.), striata (das.), isoneura (das.), dasycarpa (das.). — Toechima subteres (Neu-Guinea.). p. 673 wird der Name Euphoriopsis von p. 499 in Eupho- *) Von dieser Art ist keine Diagnose aufgeführt, sondern auf die „Abhand- lung über Sapindus" verwiesen. **) Für diese Art ist gleichfalls nur auf die „Abhandlung über die Sapin- daceen Ostin(riens" verwiesen. — 337 — rianthus geändert, weil schon Massalongo eine fossile Sapin- daceengattung ersteren Namens aufgestellt hat. Nicht zu übersehen sind mehrere neue, dem Kreise der Cupa- nieen nicht angehörige, hier und da eingeschaltete Sapindaceen- Arten : p, 598 Dysoxylum foveolatum (Timor), p. 599 Harpullia an- gustifolia (Neu-Guinea), p. 606 Placodiscus leptostachys (Trop. West- Africa) ; ferner zwei Meliaceen- Arten: p. 641 Trichilia fu- scescens (Holland. Guayana) und T. cuneata (Guatemala). Morreii, Ed., Notice sur le Stephanophy sum longifo- lium Pohl, de la fam. des Acanthacees. Av. 1 pl. (1. c. XXX. 1880. p. 20—22). Die Einführung der Art in die europäischen Gärten wird be- sprochen, darauf der Umfang der Gattung Ruellia, auf welche Bentham und Hooker 13 andere Gattungen, wie Dipteracanthus Nees, Copiogiossa Miers, Criphiacanthus Nees, Aphragmia Nees, Ophthalmacanthus Nees, Neovedia Schrad., Gymnacanthus Oerst., Fabrya Meyer, Lavysacanthus Oerst., Solenacanthus Oerst., Eury- chanes Nees, Holtzendorffia Kl. und Karsten und Stephanophysum zurückgeführt haben, woran sich eine kurze Beschreibung des St. longifolium und eine Besprechung ihrer weiten Verbreitung in Süd- amerika schliesst. Koehne (Berlin). Suriiigar, W. F. R., Rafflesia Hasseltii Suringar. (Sep.- Abdr. aus Acta Soc. Reg. Scient. Neerland., 25. Oct. 1879; Mid- den-Sumatra. IV. Fol. 3 pp. und 3 Tfln.). Der kleine Aufsatz enthält die systematische Beschreibung und Abbildung einer neuen, in den Wäldern Sumatra's („inter flumina Liki et Lompatan-andjing") wachsenden Species dieser merkwürdi- gen Schmarotzer, nach photogr. Abbildungen und Zeichnungen und einem in Alcohol aufbewahrten Schnitte durch die Blüte, welche die Herren van Hasselt, Veth und Snelleman von der Su- matraischen Expedition mitgebracht haben. R. Hasseltii hält in Grösse etwa die Mitte zwischen R. Arnoldi R. Br. und R. Patma Blume, und nähert sich durch schup- penförmige Bekleidung mehr der ersteren, durch die Zahl der Pro- cessus und grössere Behaarung der Antheren mehr der letzteren Art. Rauwenhoff (Utrecht). Winslow, A. P., Silene inflata (Salisb.) Sm. och Silene maritima With. (Botaniska Notiser 1880. No. 1. p. 7—13.) Der Verf. behauptet, dass Silene maritima With. oder wenigstens die an den Küsten Schwedens wachsende, zuerst von E. Fries hieher gerechnete Silene-Form nichts anderes sei als Cucubalus Beben ß L., von C. Beben a L. (Silene inflata Sm.) durch Standort 22 — 338 — und Habitus verschieden, mit S. infl. var. litoralis Rupr. aber identisch. Hj alm ar-N ilsson (Lund.) Martins und Eichler, Flora Brasiliensis. (Vol. XL pars 1. Fase. 75. [Urban, Ign., Umbelliferae. p. 261—354 et tab. 72-91.]) Enthält 13 neue Arten: Hydrocotyle acuminata, Eryngium echinatum, E. aloifolium Mart. ms., E. Chamissonis, E. Decaisne- anum, E. lacustre Pohl ms., E. marginatum Pohl ms., E. Koehne- anum, E. hemisphaericum, E. Glaziovianum, E. Fluminense, E. steno- phyllum, E. Pohlianum. Die Eintheilung in Tribus und Series ist nach Bentham und Hooker in„Gen. pl.", während die Gattungsdiagnosen fast durchweg reformirt sind. Bei Hydrocotyle ist der Nachweis geführt, dass die meisten Arten mit ausgedehntester geographischer Verbreitung eine erstaunliche Variabilität verbinden. Verf. vertheilt die brasi- lianischen Arten in sechs gut charakterisirte Gruppen (Sammel- Arten). Die Gruppe a umfasst neben H. verticillata Thunb. und H. umbellata L. auch unsere H. vulgaris L. Bei der Gruppe c ist besonders erwähnenswerth eine sehr interessante Zusammen- stellung von 20 in der Lappenbildung sehr variablen Blattformen von H. quinqueloba R. et P. auf Tafel 75. Die Gruppe f wird von H. ranunculoides L. gebildet, einer in fast ganz Amerika verbrei- teten Art, zu welcher auch die zweite europäische Species H. natans Cyr. als nur wenig abweichende Form gezogen wird. Die Linne'sche, vom Autor selbst wieder eingezogene Gattung Cent e IIa wird hauptsächlich wegen morphologischer Eigenthümlichkeiten wieder- hergestellt, und von vier Arten die auch in Brasilien einheimische, sehr polymorphe C. Asiatica (Hydrocotyle Asiatica L. mit 35 Syno- nymen) ausführlich beschrieben. Von Eryngium sind im Gegensatz zu Hydrocotyle die meisten der 35 beschriebenen Arten in beschränkten Gebieten ende- misch (30 im südöstlichen Südamerika), und keine kommt ausser- halb Amerikas vor. Zur Artunterscheidung wird ausgiebiger als bisher die Schuppenbekleidung der Früchte verwendet (Isophlyctidia, Heterophlyctidia und Gymnonota). Bemerkenswerth ist, dass manche Arten sich in den Inflorescenzen ähnlich sehen, aber ganz verschie- dene Basalblätter haben, und umgekehrt; durch Nichtbeachtung dieses Umstandes sind bei früheren Autoren viele Irrthümer ent- standen. Die brasilianischen Arten sind durch ihren Habitus aus- gezeichnet, da die meisten schmale, parallelnervige Blätter besitzen, welche denen von Pandanus-, A^ave- oder Gramineenarten ähneln, und die vom Verf. mit besonder x Sorgfalt gezeichnet sind. In der Anmerkung zu E. Decaisneanum Verden dergleichen Arten für die — 339 — Gartenkultur empfohlen, da sie prächtig aussehen, schnell wachsen, im dritten oder vierten Jahre die hochwüchsige Inflorescenz her- vortreiben und wahrscheinlich nach dem Abhlühen durch Sprosse aus den Achseln der Grundblätter sich erneuern. Zu den erwähn- ten artenreichen Gattungen treten noch einige auf Südamerika be- schränkte Genera hinzu, sowie Apium (mit 2 Arten) und Daucus (mit 1 Art); ausserdem werden noch eine Anzahl eingeschleppter Gattungen aufgeführt. Die morphologischen Resultate der Arbeit sind in den Diagnosen und Anmerkungen versteckt, werden aber vom Verf. hoffentlich an anderem Orte ausführlicher und im Zusammenhange mitgetheilt werden. Als wichtigstes Ergebniss ist vorweg zu er- wähnen, dass es dem Verf. gelungen ist, die bei vielen der behan- delten Gattungen so complicirten Verhältnisse der Inflorescenzen auf einen sehr einfachen Typus zurückzuführen: auf eine wenig- strahlige, zusammengesetzte, blattgegenständige Dolde, welcher der Pedunculus fehlt. Von einzelnen Gattungen sei Folgendes bemerkt: Bei Hydrocotyle zeigen die Blattstiele noch nicht die Scheiden- bildung der Umbelliferen ; dagegen besitzen sie freie Stipulae, welche anfänglich als transversal gestellte Knospenschuppen fungirt haben. Die Dolden sind entweder einfach oder in der Weise verzweigt, dass an Stelle eines oder weniger der Pedicelli des primären Döld- chens Strahlen mit secundären Döldchen auftreten, an welchen die- selbe Verzweigungsweise sich wiederholen kann. Im letzten Falle ist die Inflorescenz als ein Pleiochasium mit sitzenden Köpfchen oder Döldchen zu betrachten (vergl, Verhandl. des bot. Vereins d. Prov. Brandenb., 1879, Sitzber. p. 159). Centella ist ausgezeichnet durch die scheidenartig verbrei- terten Blattstiele, die fehlenden oder median gestellten Knospen- schuppen (die eine dorsal in Bezug auf den Blattstiel), durch die oben angedeutete Inflorescenzbildung und durch einige andere schon bekannte Merkmale. Bei Bowlesia und Spananthe sind die Blätter häufiger opponirt, zwischen ihnen die terminale, gewöhnlich zweistrahlige, sitzende Dolde; aus ihren Achseln entspringen Laubsprosse, welche bei Spananthe die Doldenstrahlen vollständig auseinander drängen. Bei Eryngium- Arten steht manchmal an Stelle des untersten Köpfchens der Dichasien oder Pleiochasien ein eigenthümliches faden- förmiges Gebilde, welches bald ganz solide, bald oberwärts hohl und erweitert und mit schiefer öfters bezähnter oder bedornter Oeffnung versehen ist (vgl. Taf. 8G, f. III a — g). Es sind diese Gebilde 22* — 340 — abortirte Köpfchen; der hohle Theil ist das umgebildete Köpfchen, der solide Basaltheil der Stiel des Köpfchens („pseudophyllum ter- minale"). Bei Hydrocotyle leucocephala Cham, (in Obs. IL) wird das Vorkommen 3-zähliger Früchte erwähnt, desgleichen für H. um- bellata L. var. Bonariensis (Lara.) Spr. Koehne (Berlin). Couwentz, H., Die fossilen Hölzer von Karlsdorf am Zobten. Ein Beitrag zur Kenntniss der im nord- deutschen Diluvium vorkommenden Geschiebe- hölzer. Gr. 8. 47 pp. 8 Tfln. Breslau (Maruschke u. Berendt) 1880. [Sehr. d. naturf. Ges. zu Danzig. IV. 4.] Verf. bringt auf wenigen Seiten eine Fülle von neuen Beobach- tungen und Erscheinungen, die insbesondere die Zusammengehörig- keit der im norddeutschen Diluvium zerstreuten Geschiebehölzer mit tertiären Ablagerungen feststellen. Hölzer beiderlei Vorkommens stellen dieselbe Species dar und zeigen gleiche Erhaltungsart. Der Verf. hat hauptsächlich fossile Hölzer aus Karlsdorf am Zobten bei Breslau (zerstreute und im Gestein anstehende) untersucht und nebenbei die Identität derselben mit Opalhölzern vom Siebengebirge bei Bonn constatirt. Sehr interessant ist der evidente Nachweis der Entstehung von Opalhölzern aus den Braunkohle-artigen durch allmähliche Einlagerung von Kieselsäure. Aus der Arbeit heben wir Folgendes hervor. Die theils in Braunkohle verwandelten, theils stark kiesel- haltigen, theils ganz in Opal übergegangenen Hölzer erwiesen sich zunächst sämmtlich als derselben Art angehörig und sind zum Cypressentypus zu rechnen (Cupressinoxylon Göpp.). Sie stellen sämmtlich Wurzelstücke des genannten Genus dar, was der Verf. durch eingehende Untersuchungen beweist. Die wenigstens bei den Coniferen stets durchführbare Unterscheidung von Stamm- und Wurzelhölzern veranlasste ihre systematische Trennung. Da bei den wenigen distincten Unterscheidungsmerkmalen der Coniferen- liölzer keine wirkliche Structurverschiedenheit vernachlässigt werden dürfe, benutzt Verf. die erwähnte zur Abtrennung der Gattung Rhizocupressinoxylon Conw. vom Göppe rt'schen Cupressinoxylon als Wurzelholz, eine Trennung, die einen entschiedenen Fortschritt in Anatomie und Systematik fossiler Hölzer kennzeichnet. Natürlich ist dabei zu beachten, dass die fossilen Genera den recenten durch- aus nicht gleichwerthig sind, sondern gleichsam Collectivbezeichnungen darstellen. — Nachdem noch einige Pilze, ein dem heutigen Agaricus — 341 — melleus ähnlicher und eine Xenodochus-Art beschrieben sind, das Vorkommen einer Polyporus-Art als wahrscheinlich hingestellt ist, macht Verf. auf eine bisher vollkommen übersehene Erscheinung- aufmerksam. Bei unseren recenten Bäumen kommt es, beispiels- weise in den dichten und theilweise unbenutzten Waldungen des Böhmerwaldes und Riesengebirges vielfach vor (G ö p p e r t) , dass auf einem stehen gebliebenen oder umgestürzten alten Baumstumpfe sich neue Keimpflanzen ansiedeln und ihre Wurzeln in denselben hineintreiben. Sie durchziehen das Holz vollständig und haben darin insofern leichtere Arbeit, als Pilze ihnen vorgearbeitet haben. Ganz dieselben Verhältnisse bieten die Karlsdorfer fossilen Hölzer. Auch hier sind Würzelchen in alte Stumpfe eingedrungen und mit denselben in schönster Weise erhalten. Wo sie eine Höhlung im theilweise schon zersetzten Holze antrafen, bildeten sie ein dichtes Geflecht. Gewöhnlich sind es natürlich Wurzeln derselben Baum- art, doch fand Conw. in unserem Falle auch eingedrungene Erlen- wurzeln und solche einer unbestimmbaren Pflanze. Die Erlenwurzeln stellen die ersten fossil aufgefundenen Holzfragmente dieser Gattung dar und werden als Rhizoalnoxylon inclusum Conw. bezeichnet. — Die versteinende Masse besteht aus einer dem Opal nahestehenden wasserhaltigen Kieselsäure, die wohl aus den umgebenden Serpen- tingesteinen stammt. Eisen- (Magnetit-) Einlagerungen bestätigen diese Vermuthung. — Die Arbeit bereichert somit die Kenntniss der vorweltlichen Flora um zwei neue Holzgenera (Rhizocupressino- xylon und Rhizoalnoxylon Conw.). Schöne Abbildungen auf 8 z. Th. in Lichtdruck ausgeführten Tafeln erläutern das Beschriebene aufs beste. Kaiser (Halle). Low, Fr. Zur n ä h e r e n K e n n t n i s s z w e i e r P e m p h i g i n e n. (Verhandl. k. k. zool.-bot. Ges. Wien. XXIX. p. 65—70.) Die kurze, interessante Abhandlung bezweckt die genauere Kenntniss der Galle von Schizoneura compressa Koch und der von Tetraneura alba Rtzb.— Verf. behauptet, die Galle von: Schizoneura compressa Koch „kommt nur auf Ulmus effusa Willd. einzeln oder auch zu 2 — 3 auf einem Blatte vor und entsteht in den spitzen Winkeln, welche die Seitenrippen mit der Mittelrippe der Blätter bilden; aber stets in einiger Entfernung von diesen Rippen." Mittel- und Seitenrippen nehmen direct keinen Antheil an der Gallbildung. Die Galle ist flach gedrückt, wenig behaart, ihr oberer Rand zackig. Zur Reifezeit öffnet sie sich durch ein Loch an der Basis einer der schmalen Seiten. Tetraneura alba Rtzb. kommt nur auf den Blättern von Ulmus campestris L. einzeln vor. Sie sitzt ipeist am Grunde der Blätter — 342 — auf der Mittelrippe. Diese nimmt an der Bildung der Galle grossen Antheil, indem sie nach unten ausbiegt, und dadurch scheint die Galle gleichsam in das Blatt etwas eingesenkt. Die Galle ist ei- förmig, weisshaarig, hat Verkrümmung der Blattfläche zur Folge. Reif öffnet sie sich durch ein Loch an ihrem oberen Theil. Verf. identificirt weiterhin Tetran. alba Rtz. mit Eriosoma pallida Curtis nach Haliday's Beschreibung*), cassirt das Genus Eriosoma Sam. als zu weit begrenzt und bezeichnet die in Rede stehende Art als Tetraneura pallida Hai. (= Tetr. alba Rtzb.). Low führt ausserdem eine nordamerikanische Ulmengalle an (auf ülmus americana L.). Die Galle ist der von Schiz. compressa Koch äusserst ähnlich. Ihre Erzeugerin ist Byrsocrypta ulmicola Asa Fitch. Low ist der Meinung , dass sie wahrscheinlich zum Genus Schizoneura gehört und tadelt den Gebrauch des Gattungs- namen Byrsocrypta mit grossem Rechte. Eine bestimmte Diagnose dieses Genus existirt gar nicht. Low, Fr., Mitt h eilungen über Psylloden. (1. c. XXIX. p. 549—597.) Dieser ausserordentlich inhaltreichen und für die Systematik der Psylloden äusserst werthvollen Arbeit entnehmen wir bezüglich der Pflanzen gallen folgendes, p. 583 giebt Verf. eine Uebersicht der kleinen, höckerförraigen Ausstülpungen, welche von Weibchen der Trioza-Arten hervorgebracht werden durch Anheften der Eier an die entgegengesetzte Blattseite. Solche Cecidien sind bekannt an Lactuca muralis Don. (Trioza flavipennis Erst.), Hieracium Pilo- sella und H. pratense Tsch. (Tr. proxima FL), Taraxacum officinale Wigg. (Tr. dispar F. Lw.), Rhamnus cathartica L. (Tr. Rhamni Schrk.), Rh. Alaternus L. (Tr. marginepunctata Fl), Berberis vul- garis L. (Tr. sp.?), Aegopodium Podagraria L. (Tr. Aegopodii F. Lw.), Chrysanthemum Leucanthemum L. (Tr. Chrysanthemi F. Lw.), Leontodon hastilis L. (Tr. sp.?), Aposeris foetida Less. (Tr. sp.?), Cardamine silvatica Lk. (Tr. sp.?). Von gallenerzeugenden Psylloden, welche bisher gar nicht oder doch nur ungenügend bekannt waren, finden in der Arbeit ausführ- liche Berücksichtigung Trioza Rumicis n. sp., welche die schon lange bekannten Chloranthien von Rumex scutatus L. erzeugt und Trioza Cerastii H. Lw., deren in Deformation ganzer Triebe be- stehende Gallen bekannt sind von Cerastium viscosum L. (nach Linne's Angabe), Gerast, triviale Lk. und C. semidecandrum L. (viscosum L. pro parte). *) New British Insects, indicated in Mr. Curfcis guide. (Anu. Mag, of Hist. ser. I. Vol. U. 1839. p. 112—121 and 183-190.) — 343 — Die Larven von Psylla pirisuga Frst, bewirken nach L. Ver- krümmungen und Verrunzelungen der Blätter von Pirus communis L., wenn sie dieselben in grosser Zahl befallen. Müller (Berlin). Heinrich, Fr., Ueber die Bestimmung reducirender Zucker neben Rohrzucker. (Phytochemische Untersuchungen hrsg. v. R. Sachsse. I. p. 93—100.) Verf. weist nach, dass die Sachsse'sche Jodquecksilbermethode unter bestimmten Vorsichtsmassregeln zur Bestimmung noch sehr geringer Mengen von reducirenden Zuckern neben Rohrzucker brauch- bar ist. — — Ueber die Zersetzung stickstoffhaltiger organischer Verbindungen durch salpetrige Säure, (l. c. Lp. 101 — 119.) Der Inhalt dieser Arbeit fällt nur zum geringen Theil in den Bereich dieses Blattes. Verf. beschäftigt sich mit den von Sachsse angegebenen Methoden zur Bestimmung des Amidstickstoffs mit Hülfe von salpetriger Säure. Will man den nach diesen Methoden aus Auszügen pflanzlicher Organe entwickelten Stickstoff sicher deuten, so muss man wenigstens wissen, welche Klassen stickstoff- haltiger Verbindungen unter den bei jenem Verfahren einzuhaltenden Bedingungen zersetzt, und in welcher Weise dieselben zersetzt werden. Verf. hat daher versucht, diese Lücke auszufüllen, indem er die stickstoffhaltigen Bestandtheile der Pflanze, soweit sie ihm zugänglich waren, der Behandlung mit salpetriger Säure unterwarf. S a c h s s e (Leipzig). Rodiczky, Jenö, Az igazi säfräny münelese. (Die Cultur des echten Saflors). (Földmünelesi Erdekeink 1880. No. 6. p. 52-53; No. 7. p. 64. 65.) Verf. beschreibt die Saflorcultur näher und theilt Geschicht- liches über sie mit. ß o r b a s (Budapest). Litteratur. Vog'el, H., Kleine Naturgeschichte für einfache Schulverhältnisse. Hft. 2. Bot. u. Mineralogie. 8. Leipzig (Peter) 1880. —30. Marchand, Leon, Botanique cryptogamique. Avec de nombreuses fig. 8. 700 pp. Paris (0. Dein) 1880. (Ref. Rev. mycol. U. No. 2. p. 111.) Bichon, Chi, Description et dessins de plantes cryptogames nouvelles. Pasc. II. 8. 20 pp. 3 Fig. col. Vitry-le-Pran^ais 1879. (Ref. 1. c. p. 91—93.) Coudamy, A., Etüde sur le mode de nutrition des Champignons. 16 pp. Angou- leme 1879. 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Märker, M., Düngungsversuche mit Chilisalpeter für Zuckerrüben. (Ztschr. des landw. Centralver. d'. Prov. Sachsen. XXXV. No. 7. p. 166—169.) — , — , Die Kalisalze und ihre Anwendung in der Landwirthschaft. Berlin, (Wiegandt, Hempel & Parey) 1880. Marc, J., Sorghum Halepense als Futterpflanze. (Oesterr. landw. Wochenbl. V. 1880. No. 48. p. 494.) Naudin, Ch., Essai de culture du cotonnier precoce du Japon ä la villa Thuret, d'Antibes. (Extr. du Bull. Soc. d'Acclimat.) 8. 4. pp. Paris 1880. — 348 — Pagel, A. u. Meyer, H., Düngungsversuche zu Roggen, Weizen und Hafer. (Ztschr. d. landw." Centralver.' d. Prov. Sachsen. XXXV. 1880. No. 11. p. 257-261.) Rouuieguere, C, Le Redoul substitue ä l'Ailante pour Televage du Bombyx. (Rev. niycol. II. No. 2. p. 67. 68.) Steekliuge. (Der Obgarten 1880. No. 17. p. 199.) Wollny, Ueber die Abhängigkeit der Entwicklung landwirthschaftlicher Cultur- gewächse von der der einzelnen Pflanze gebotenen Oberfläche. (Bot. Ver. in München ISitzg. am 6. 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Chron. 1880. No. 328. p. 466.) Wilsou, Joliu, Eupatorium riparium. (1. c. p. 499.) Wissenschaftliche IVlittheilungen. Bemerkung zu A. B. Frank's Notiz über den Zwiebelbrand. Von P. Magnus. Mit Bezug auf die obengenannte (p. 186 des bot. Ceutralbl.) veröffent- lichte Notiz q^öchte ich mir erlauben, auf eine Mittheilung von M. Cornu hinuweiseu, die derselbe in den Comptes reudus des seances de l'Academie des Sciences de Paris T, LXXXIX. Juli 1879. p.51— 53 veröffentlicht hat. Cornu theiltdort mit, dass er bei Paris die Zwiebeln von Urocystis Cepulae Farl. augegriffen beobachtete. Er glaubt, dass diese Krankheit der Zwiebeln bisher noch nicht in Frankreich beobachtet sei und dass sie von Amerika eingewandert sein möchte, wo Farlow ihr Auftreten be- schrieben hatte. Aber, wie Frank schon citirt, lag sie Schroeter (wie er Nov. 1877 veröffentlicht bat) bereits im Strassburger Herbarium aus Südfrankreich gesammelt vor. Auch fällt sie, wie Schroeter und — 349 — Farlow (Bulletin of tbe Biissey Institution. Vol. II. p. 238) schon aussprechen, mit der auf anderen Allium-Arteu, auf Muscari, Scilla bifolia, Ornitbogalum umbellatum auftretenden Urocystis, die Passerini Urocystis magica^ KörnickeUroc. Ornithogali genannt haben, zusammen, während ich mit Farlow 1. c. die auf Colchicum auftretende Urocystis für verschieden von ihr halte. Diese Urocystis möchte daher zum mindesten mit demselben Rechte für in Europa, wie in Amerika ein- heimisch anzusprechen sein. Den Schluss, dass er weder bei Paris noch bei Leipzig in jüngster Zeit eingewandert sein möchte, legt die gleich- zeitige Beobachtung der Krankheit an beiden Orten noch näher, wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir von Urocystis nur eine Generation im Jahre erhalten, nicht viele Generationen, wie z. B. bei Puccinia Malvacearum Mont. Berlin, April 1880. (Originalmittheilung.) Phytoptus auf Sedum reflexum L. Von Karl Müller. Im Sommer vorigen Jahres erhielt ich durch die Güte des Herrn Stud. Matz missbildete Exemplare von Sedum reflexum L. aus Baum- gartenbrück bei Potsdam. Die Untersuchung ergab die Deformation als ein bisher noch nicht beschriebenes Phytoptocecidium. Die neue Galle ist nach der Thomas 'sehen Bezeichnungsweise ein Acrocecidium, d. h.- sie ist wesentlich eine Deformation der Triebspitzen, purch den Angriff der Milben wird nämlich das Längenwachsthum der Internodien am Scheitel der Zweige unterdrückt, die Blätter bleiben daher wie in der Knospe einander genähert und erscheinen in ihrer Gesammtheit als ein dichter, schopfiger Knäuel, welcher die Zweigspitze krönt. Zu dem M.angel der Streckung der Internodien kommt ferner noch der Umstand, dass die das Cecidium bildenden Blätter nicht wie die gesunden Blätter der Pflanze pfriemenförmig-walzig sich ausbilden, vielmehr kurz und breit bleiben, bisweilen fast dreieckig erscheinen. Durch das enge An- einanderschliessen, wohl auch in Folge des Angriffs seitens der Milben, bildet sich ihre Oberfläche unregelmässig höckerig aus. Die äusserst zahlreich zwischen den Blättern lebenden Milben sind ausgezeichnet durch deutlich goldgelbe Färbung. Unter der Lupe be- trachtet, heben sie sich von dem Graugrün der glanzlosen, wie bereift erscheinenden Blätter deutlich ab. Auch die Blütenstände werden durch den Angriff der Milben häufig deformirt. In solchen Fällen sitzen die Blüten knäuelig-gehäuft, öffnen sich nicht, die Blütenorgane sind unvollkommen ausgebildet, die Blüten sind nach dem gewöhnlichen Sprachgebrauch vergrünt, ein — 350 — Ausdruck, der hier recht am Platze ist, da die befalleuen Blüten in der That ihre goldgelbe Farbe einbüssen, meist ganz grün (höchstens mit schwachem Stich in's Gelbe) gefärbt sind. Es dürfte dies das erste auf einer Sedumart bekannt gewordene Phytoptocecidium sein, während andere Crassulaceen bereits ihr Con- tingent zu*der grossen Zahl der bekannten Milbengallen geliefert haben. Berlin,, im April 1880. '(Oiiginalmittheilung.) Instrumente, Präparirungs-u.Conservirungsmethoden etc. Janisch, C, UeberJ. J. Woodwar d's neueste Mikrophoto- graphien von Amphipleura pellucida und Pleurosigma angulatura (Arch. f. mikrosk. Anat. v. Waldeyer u. St. George, XVIII., p. 260 ff.) J. veröffentlicht eine Anzahl Photogramme , welche J. J. W o o d - ward von ein und derselben Frustel von Amphipleura pellucida mit verschiedenen Objectivsystemen der bestreuommirtesten amerikanischen, englischen und deutschen Werkstätten aufgenommen. Die Woodward'- schen Original - Photogramme sind bei Vergrösserungen von 2700— 3400fach angefertigt, und zwar unter Benutzung des nach W. Angaben von Tolles gefertigten Amplifiers, einer achromatischen Concavlinse von 0,7 Zoll Durchmesser und 6,5 Zoll Brennweite, welche, an Stelle des Oculares eingesetzt, gestattet, den Bildabstand in jede beliebige Ent- fernung zu verschieben und dadurch die Vergrösserung der Objective nach Gutdünken zu steigern. Zur Beleuchtung verwandte W, einen Szölligen Illuminator von 12^ Oeffnungswinkel, welcher in einem Winkel von nur 45" gegen die Mikroskopachse geneigt, monochromatisches Sonnenlicht auf das Object warf und dabei bessere Bilder ergab, als ein probeweise ebenfalls angewendeter Immersions - Illuminator bei schönstem Lichteinfall. Photographirt wurde eine in Canadabalsam liegende Frustel von 0,0037 Zoll Länge, welche 102 Querlinien auf Viooo Zoll Engl, aufweist und zwar mit Immersions -Objectiven von Zeiss, Tolles, Spencer und Powell and Lealand. Nach dem Ausfall der Bilder, steht unter allen zur Verwendung gelangten Objectiven das Zeiss'sche Oel-Immersions-System von ^/i2 Zoll, was die Definitions-Fähigkeit anlangt, weitaus obenan; doch ergaben si<;h die Unterschiede in der Leistung der verschiedenen Objectivsysteme als nicht allzu erhebliche, da W. „nur die allerbesten der ihm zur Ver- fügung stellenden Objective benutzt hat". In zweiter Linie rangirt ein Zeiss'sches Oel-Immersionssystem von 7» Zoll, welches allerdings an definirender Kraft durch ein ^lo Zoll Oel-Immersionssystem von Tolles wie durch ein ^e Zoll und ein ^lo Zoll Glycerin-Immersionsystem von Spencer übertroffen wird; welches dagegen aber viel leichter zu band- — 351 — haben ist, als die letztgedachten Systeme, und sofort Resultate ergiebt, die nicht wesentlich geringer sind, als die besten der vermittelst der anderen Objective nur mit vieler Mühe und Zeitverlust erhaltenen. Endlich liefern die W.'schen Photographien noch den Beweis, dass die Ueberlegenheit der Systeme für homogene Immersion nicht nur als blosse Folge des grösseren Oeffnungswinkels derselben angesehen werden darf; da z. B. das Spencer'sche ^/g Zoll Glycerin-lmmersionssystem thatsächlich dieselbe Apertur besitzt, wie ein 7s Zoll Wasser-Immersions- system von Powell and Lealand, welches letztere doch entsprechend bedeutend weniger leistet. — Die von W. photographirte Frustel von Pleurosigma angulatum, bei deren Aufnahme ein Abbe'scher Diffractionsapparat für feinere Struk- turen, bestehend aus einer kleinen Blende mit einem Stege in der Mitte, zur Verwendung gelangte, weist, neben der bekannten sechseckigen Felderung, noch bisher unbekannte, in Richtung der MitteUinie ver- laufende Längsstreifen auf, und liefert damit einen erneuten Be- weis für die' Richtigkeit der Abbe'schen Theorie der mikroskopischen Wahrnehmung. Passauer, M. , Ueber das Erhärten des Canadabalsams • auf den mikroskopischen Präparaten durch h e i s s e Dämpfe. (Zeitschr. f. Mikrosk. II, p. 194 u. ff.) Verf. erhärtet den Canadabalsam auf seinen Präparaten mit Hilfe des folgenden, aus Weissblech hergestellten Apparates. Auf einem runden Gefäss von 18 Ctm. Durchmesser und 6 Ctm. Höhe ruht ein von einem 10 Ctm. langen Rohr durchbohrter viereckiger Deckel, welcher auf beiden Seiten mit einem aufgelötheten Rande ver- sehen ist und mit seinem unteren, runden Rande genau in die Oeffnung des Gefässes passt. Beim Gebrauche füllt man den Apparat zur Hälfte mit kochendem Wasser, legt die Präparate auf den Deckel und erhält das Wasser dadurch in Siedehitze, dass man das ganze Gefäss oberhalb des Brenners einer Berzeliuslampe placirt. Besonderes Gewicht legt Verf. auf den Umstand, dass die Temperatur des Wassers durch Auf- und Niederschrauben des Brenners der Berzeliuslampe innerhalb gewisser Schranken, welche eine Ueberhitzung ausschliessen, gehalten werden kann. Kaiser (Berlin). Beauregard, H. et (xalippe, V., Guide de l'eleve et du praticien pour les travaux pratiques de micrographie, comprenant la technique et les applications du ' microscope ä l'histologie vegetale, ä la pliysiologie , ä la clinique, ä Thygieue et ä la medecine legale. 8". VIII — 904 pp. av. 570 fig. Corbeil, Paris (G. Mas- son) 1880. 15 fr. Frey, H., Microscope and Mi croscopical Technology : Text-Book for Physicians and Students. Translat. and edit. by G. R. C u 1 1 e r. 2. edit. illustv. 8. New- York (London) 1880. 30 s. — 352 — Botanische Gärten und Institute. Joly, Chr., Note sur les serres du jardin botanique de Copenhague. Extr. du Journ. de la Soc. centr. d'hortic. de France. 3. ser. t. II. 1880. 8. 6 pp. Paris 1880. Sammlungen. Enuze, Joli., Fungi selecti exsiccati, collect! ab Joanne Kunze. Pasc. V — VIII (Nr. 201—400.) Eisleben (Mähnert) 1880. ä Fase. 9 M. Botanische Tauschvereine. III. Schwedeu. 1) Botaniska Bytesföreniuger i Upsala. 2) Botaniska Foreuinger i Limd. Diese Tauschvereine sind von Studenten der dortigen Hochschulen eingerichtet und werden von alljährlich unter ihnen neugewählten Vor- ständen geleitet. Personalnachrichten. Julius Hinterhuber , Apotheker und Vorstand des Apotheker- Gremiums in Salzburg, als Botaniker in weiteren Kreisen bekannt, ist am 3. d. M. in Salzburg im Alter von 70 Jahren gestorben. Dr, Warion, Oberarzt (m(idecin major de 1. classe) der franzö- sischen Armee, Mitarbeiter an Cosson's Flora Algiers, starb am 5. März zu Perpignan. Dem verstorbenen Rol). Fortune soll ein Denkmal zu Chiswick oder Chelsea errichtet werden. Prof. Dr. A. W. Eicliler ist von der Berliner Akademie der Wissen- schaften zum Mitglied ihrer physikalisch- mathematischen Klasse gewählt worden. Dr. 0. Debeaux, Oberpharmaceut am Militärhospital zu Perpignan, ist in gleicher Eigenschaft nach Oran (Algier) versetzt worden. Prof. Baylay Balfour ist von seiner Forschungsreise nach Socotora wohlbehalten zurückgekehrt und hat eine reiche Sammlung lebender und getrockneter Pflanzen, Zeichnungen etc. mitgebracht. Der bekannte italienische Mycolog, Dr. C. Spegazziili befindet sich seit Mitte Januar d. J. in Buenos Ayres, wohin auch etwaige Sen- dungen an ihn postlagernd zu adressiren sind. Von seiner Mycotheca argentina wird in kürzester Zeit der erste Theil erscheinen. Verlag vuii Theodor FiacLor in CaSBöl. — J)ruc,k vou Leopold & Bär in Leipzig. KEFERIRENDES ORGAN für das Gesammtgebiet der Botanik des In- und Auslandes. HerausgegeTDen unter Mitwirkung zahlreicher Gelehrten von DB OSCAR UHLWORM in Leipzig. No. 12. Abonnement für den Jahrgang mit 28 M., pro Quartal 7 M., durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. 1880. Inhalt: Referate, pag. 353—373. — Litteratnr, pag. 373—378. — Wisseusch. Mittheilnngen : Warnstorf, Zur Laub- und Lebermoosflora der Umgegend von Verviers, pag. 379—381. — Borbäs, Zwei neue Rosenformen aus Istrien, pag. 381—382. — Instrnmente, Präparir.- n. Conserv. -aiethoden etc., pag. 382. — Sammlungen, pag. 382— 383. — Personalnachrichten, pag. 383 — 384. — Zuerkannte und ausgeschriebene Preise, pag. 384. Referate. Kitton, Fr., Discovery of diatoms in the London clay. (Science Gossip, 1880, Aprilhft.) Besprechung des höchst interessanten Vorkommens dick mit Schwefelkies incrustirter Diatomeen. Diese Incrustation, welche sich auf keine Weise ohne vollständige Zerstörung der Diatomeen ent- fernen lässt, erschwert die Bestimmung der Arten und macht sie theilweise unmöglich. Kitton hat bisher circa 20 Arten unter- schieden, darunter einige neue, von denen aber nur Actinocyclus Eös benannt ist. Grunow (Berndorf). Thümen, F. von, Die Pilze imHaushalte des Menschen. (Vortrag.) Wien 1880. Enthält nichts Neues. Roumegu^re, C, Nouveaux hymenomycetes decouverts parM. le capitaine Lucand et ses dessins colories. (Revue mycolog. IL [1880]. No. 2. p. 65.) Lucand und G i 1 1 o t hatten in der mycologischen Ausstellung, welche 1877 in Paris stattfand (cf. Bull. Soc. bot. tome XXIV.) eine Anzahl für das Departement Saone-et-Loire neuer Hutpilze ausge- stellt. Lucand hat einen Theil dieser Pilze in meisterhaften Ab- bildungen publicirt unter dem Titel: „Hymenomycetes nouveaux pour le departement de Saone-et-Loire, recoltes en 1879." Ganz neue Arten finden sich nicht darunter! 23 — 354 — Roumeguere, C, Une rectification synonymique du nouveau genre Anthracophyllum Ces. (Revue mycolog. IL [1880]. No. 2. p. 67.) Ein von Beccari auf Ceylon gefundener Hymenomycet, der zwischen Schizophyllum und Marasmius steht und Anthracophyllum Beccarianum Ces. genannt worden war, ist nach Kalchbrenner's Untersuchungen schon früher bekannt gewesen und rauss nunmehr Anthracophyllum nigritum (Berk.) heissen. — — Nouvelles recherches sur le genre Schinzia. (1. c. p. 69.) Vorläufige Mittheilung, dass Gravis in den Wurzelanschwel- lungen der Erle ein Plasmodium gefunden hat, welches (wie auch Woronin bestätigte) der Plasmodiophora Brassicae sehr ähnlich ist. Therry , J., Aire et mar che de developpement en France du Peronospora de la vigne pendant l'au- tomne 1879. (1. c. p. 70.) Dieser Pilz, der in seiner Ausbreitung sehr schnelle Fortschritte gemacht hat, wurde 1879 bereits in 11 östlichen Departements von Frankreich, sowie auch im Canton Genf in der Schweiz beobachtet. Eoumegufere, C, Culture en grand des Champignons de couche aux environs de Bruxelles. (1. c. p. 83.) Enthält ein Circular, das von einer belgischen Gesellschaft aus- geht, welche die Cultur der essbaren Pilze mehr und mehr auszu- breiten strebt. Es wird darin auf's Neue die bekannte, grosse volkswirthschaftliche Bedeutung hervorgehoben, welche die Massen- Production von Pilzen und der Massen-Consum derselben haben. Thümen, F. von, Quelques especes nouvelles de Cham- pignons de la France. (I. c. p. 86.) Beschreibung von 6 neuen Arten: Puccinia Castagnei Thüm. (p. 86) auf Apium graveolens, von Puccinia Apii Cda. unterschieden durch punktirte Teleutosporen , die grösser, unregelmässiger, mit dünnern, hinfälligem Stielen versehen sind. — Phoma Brunaudianum Thüm. (p. 87) auf Holz von Esche. — Gymnosporium Brunaudianum Thüm. (p. 87) auf Hydnum subtile. — Ramularia Alaterni Thüm. (p. 87) an Blättern von Rhamnus Alaternus. — Septocylindrium olivascens Thüm. (p. 87) auf den Blättern von Elaeagnus rhamnoides. — Racodium Therryanum Thüm. (p. 87) auf Picea vulgaris. (xillot, X., L'A garicus xanthodermus et ses proprietes SU s pect es. (1. c. p. 88.) Dieser Pilz ist zwar nicht eigentlich giftig, doch ruft sein Genuss besonders bei grösseren Quantitäten verschiedenartige Krank- heitserscheinungen hervor; er ist daher als verdächtig zu bezeichnen. — 355 — Oillot, X., Uli Champignon nouveaii pour la flore fran^aise, le Psathyra bifrons Berk. (l. c. p. 89. j Dieser bisher nur aus dem Norden Europa's bekannte Pilz ist von z a n n im Departement Saone-et-Loire gefunden worden, wo er auf der Erde, nicht wie sonst auf Holz, wächst. Penzig- , 0., Sui rapporti genetici tra Ozonium e Co- prinus. (Nuovo Giorn. bot. ital. 1880. No. 2. p. 132 ff.) Schon mehrfach ist das Zusammenvorkommen von Ozonium, besonders Ozonium auricomum Lk. mit Coprinus beobachtet, doch mehrfach als Parasitismus gedeutet worden. Auch in der Bestimmung des Coprinus gehen die Ansichten auseinander. Während Coemans Coprinus stercorarius Fr., Kickx Coprinus sociatus Schum., Schneider Coprinus deliquescens Fr. in Verbindung mit Ozonium gefunden haben, hat noch in neuester Zeit Roumeguere Coprinus Filholi Four9ade als Parasit auf Dematium aureum ausgegeben. Penzig weist nun nach, dass Ozonium auricomum das sterile Mycelium von Coprinus intermedius Penzig nova spec. sei, der in der Mitte steht zwischen Coprinus stercorarius Fries und Coprinus coopertus Fries. Von ersterem unterscheidet er sich durch den braunroth schimmernden Reif des Hutes und dessen cylindrisch-glockenförmige Gestalt. Von letzterem ist er verschieden durch das Fehlen der Flocken ajn Stiel und die anfangs fleischfarbigen, später braunschwarzen Lamellen. Roumeguere, C, Projet de publication d'un nouveau Sy stenia my cologicum et d'un Index s yn onymiq ue gener al. (Rev. mycol. H. [1880]. No. 2. p. 68.) Enthält die Mittheilung, dass Professor Saccardo in Padua eine „Sylloge fungorum omnium hucusque cognitorum" bearbeitet. Winter (Zürich). Almquist, S., Monographia Arthoniarum Scandinaviae. (Kongl. Svenska Vetensk.-Akad. Handl. XVH, 6 [1880] p. 1-69.) Eine sehr interessante und schätzbare Abhandlung über sämmt- liche bisher in Scandinavien gefundene Arthonien, mit Berücksich- tigung vieler ausser-scandinavischen Arten. Von dem Gesichtspunkte ausgehend, dass die Lichenologie jetzt besonders Monographien nöthig hat, und dass esnichthinreichend ist, die verschiedenen Arten und Formen zu beschreiben, sondern dass man die Natur der Flechten möglichst genau zu erforschen und zu be- stimmen suchen muss, durch welche Bindeglieder die Arten, Gat- tungen und Familien unter einander verbunden sind, versucht der Verf. die Gattung Arthonia zu behandeln. Er fasst sie in fast der- selben Ausdehnung wie Nylander, Leighton u. a. auf und definirt sie in folgender Weise: „excipulum nullum vel rarissime ambiens; 23* — 356 — epithecium peridium non Toimans; asci pyrifoimes; paraphyses in- distinctae; reactio amyli semper distincta, vulgo intensa." Im Zusam- menhange hiermit wird als neue Untergattung unter Mycoporum Dermatina aufgestellt, besonders durch „reactio amyli distincta et ascis ellipticis vel subpyriformibus" von der Hauptgattung verschie- den und folgende Arten umfassend: anastomosans (Ach.) Nyl. (=: Ar- tothel. Beltramianum Mass.; auch A. montellicum Mass. ist vielleicht nur eine Form dieser Art), ruana Mass., rosacea Anzi, melanospila Anzi, obscura Pers. (= gyrosa Ach.). Der Theorie Seh wenden er' s folgend, zählt der Verf. die Arthonien und die übrigen Flechten zu den Ascomyceten, nimmt also an, dass die Gonidien Algen seien. Wären sie besondere Organe, so folgten nach Verf. folgende Ungereimtheiten: a) dass sehr ver- wandte Arten (z. B. Arth. granitophila, negiectula), ja sogar For- men derselben Art (z. B. A. mediella), verschiedene Assimilations- organe hätten, welche unter einander sehr unähnlich seien und ohne Uebergänge, die eine dieser, die andere jener Algengattung in jeder Beziehung glichen; b) dass von sehr nahe verwandten Arten (z. B. A. spectabilis und subastroidea), wie auch von Formen derselben Art (z. B. A. radiata) die eine Assimilationsorgane hätte, die andere diese so wichtigen Organe aber entbehrte; c) dass sowohl die ernährten Hyphen, als auch die Gonidien und die ernährenden Corticalzellen sich ganz und gar gleich verhielten, ganz gleichgiltig, ob Arthonia sich selbst ernähre oder ob sie aus den Corticalzellen Nahrung nelme; d) dass die Structur des Thallus gleich sei, mag nun Ar- thonia Gonidien haben oder mag sie sich der Gonidien anderer Flechten durch Allelositismus bedienen. Die Abwesenheit der Gonidien ist kein hinreichender Grund, eine Pflanze aus der Zahl der Flechten auszuschliessen. [Mehrere von den Arthonien des Verf. werden demnach von Anderen zu den Pseudolichenen oder Ascomyceten gerechnet. Ref.] Die Gonidien derselben oder verwandter Arten sind bald Palmellaceen bald Chroo- lepideen; oft kommen Gonidien beider Arten vermischt vor. Der- artige Beispiele zeigen auch andere Gattungen, z. B. Opegrapha, Lecidea, Lecanora und Calicium. Es ist sonach durchaus zu ver- werfen, allein auf die Verschiedenheit der Gonidien nicht blos neue Gattungen zu gründen, sondern auch oft fast ganz übereinstimmende Arten zu besonderen Tribus zu bringen. (Lecanora Prevostii und Jonaspis epolutica z. B. sind kaum als verschiedene Varietäten zu betrachten). Nicht selten können die Gonidien ihren Ursprung aus dem Thallus anderer Flechten ableiten ; es stammen z. B. die Gonidien der Arth. — 357 — phaeobaea von der Verrucaria ceutocarpa her [Th. Fr. Lieh. Scand. p. 343. Ref.]. Soredien kommen möglicherweise bei gewissen Arthonien vor. Bei A. fusispora kommen apothecienähnliche Bildungen vor, welche der Verf. als Soredien, die, wie diese Pflanze überhaupt, Gonidien entbehren, zu betrachten geneigt ist. Schliesslich wird die Gattung Arthonia in 7 Sectionen mit fol- genden Arten eingetheilt. (Die ausser-scandinavischen Arten und Formen sind hier innerhalb [ ] und ohne Nummer gesetzt. Ref.). I. Coniangium (Fr.) Ahnqu. 1) A. didjma Körb.; 2) A. lurida (Ach.) [a. spadicea (Leight.]; [ß. luri- dofusca (Nyl.)]; y. vulgaris (Fr.); 3) A. helvola Njl ; 4) A. iacarnata (Th. Fr. in litt.) Kullh.' II. C n i 1 m a (Fr.) Almqu. [A. elegans (Ach.) (— A. ochracea Körb.)]; A. gregaria (Weig.). III. Pacnolepia (Mass.) Almqa. 6) A. impolita (Ehrh.). (Pacnolepia lobataKörb. Syst. ist sicherlich nur eine steinbewohnende Form dieser Flechte; P. decussata Körb. Syst. ist nicht eine Arthonia, sondern eine mit Schismatomma abietinum ver- wandte Flechte); 7) A. byssacea (Weig.) (— Lecanactis biformis Körb, p. max. p.); [A. csesia (Fw.)]; 8) A. cinereopruinosa Schsei'., (hiermit wird A. lilacina Körb, vereinigt); [A. fuliginosa Fw.]. IV. T r a c h y 1 i a (Fr.) Almqu. 9) A. leucopellsea (Ach.) (— A marmorata Nyl.); 10) A. mediella Nyl; [A. lecideoides Th. Fr.]; 11) A. granitophila Th. Fr.; 12) A. neglectula Nyl. V. E u a r t h n i a (Th. Fr.) Almqu. 13) A. radiata (Pers.). VI. N a e V i a (Fr.) Almqu. 14) A. scandinavica (Th. Fr.); 15) A. fusispora (Th. Fr.); [A. spjctabilis Fw.]; [A. lirellans n. (sp. Hymen. KOH non reagens, J caerulescit ; sp. transversaliter divisae in circa 6 loculos, vulgo uno alterove loculo lon- gitudinaliter insuper diviso. Ad cort. Ilicis in Hiberuia]; [A. subastroi- deaAnzi]; [*A. orbillifera n.subsp.]; [A. ilicina Tayl.]; [A. aspersa Leight.]; 16) A. punctiformis Ach.; 17) A. dispersa (Schrad.); [* A. Cy- tisi Mass.]; 18) A. excipienda Nyl.; [A. galactites (DO.)]. VII. Lecideopsis n. sect. Fast alle hierher gehörenden Arten kommen parasitisch auf anderen Flechten vor und sind besonders durch die Palmellaceen-Gonidien ausgezeichnet. 19) A. phseobaeaNorm.; 20) A. amylospora n. sp. Hypoth. obscurum; 1 R IJ 1 epith. granulosum, fuscoatrura ; sp. bicellulares -^^ f^; in thallo Le- cideae panseolse (?) parasitans; [A. punctella Nyl.]; 21) A. peltigerea Th. Fr.; 22) A. patellulata Nyl.; 23j A. vagans n. sp. Thallus varius v. rmllus; apoth. minuta v. minutissima, rotundata, fere semper convexa, elevata, hypoth. vulgo obscure fuscum, hymen. incolor. v. sordidum cras- situdine sequans; paraph. indistinctse, gelatinoso-dissolutae; asci pyrifor- mes, membr. sursum haud multum incrassata; sp. mediocres-minutis- simae, fere oblongse, rarius subsolaeformes , bicellulares ; J hymen. vinose — 358 — rubet (etiam membraiia ascoruin). Hierunter werden nebst acht neuen, zum Theil unbenannten Var. mehrere von anderen Verf. als eigene Arten beschriebene Flechten vereinigt: Var. Körberi (Lehm.); var, apatetica (Mass.); var. exilis (Flörke); var. excentrica (Th. Fr.); * A. rugulosa (Kremp.); * A. epimela Norm.; * A. circinata (Th. Fr.) * A. Pelveti (Hepp.),- [A. Clemens Tul.)]; 24) A. apotheciorum (Mass.); * A. coeru- lescens n. subsp.; 25) A. glaucomaria Nji.; var. pallida Rehm.; 26) A. intecta n. sp. (in anderen Flechten parasitisch vorkommend, aus- gezeichnet besonders durch sp. 3-cellul., und fast identisch mit A. parasemoides Nyl.); ß pauperrima n. var.; 27) A. oxyspora n. sp. (mit der vorigen Art verwandt, nur durch sp. angustse, bicellul. ver- schieden). Zahlreiche Bemerkungen über die Synonymie und die Ver- wandtschaftsverhältnisse mit früher beschriebenen Arten und ein zur leichteren Bestimmung der Arten und Formen beigegebener Schlüssel vermehren den Werth dieser Abhandlung. Forsseil (Skara). Mori , A., s s e r V a z i n i s u 1 C i s t o m a d e 1 G a s p a r r i n i (Beobachtungen über Gasparrini's Cistoma). (Nuov. Giorn. bot. it., XII. 2. pag. 148, mit 1 Tafel). Unterhalb der Hofzellen einer Spaltöffnung setzt sich die Cuti- cula der Oberhaut fort und erscheint hier, nach Gasparrini, als geschlossener Sack, für den er die Bezeichnung Cistoma wählt (1842). Die Mehrzahl der Histologen bekannte sich jedoch nicht für das Vorhandensein eines solchen Cistoma, bis in jüngster Zeit Prof. Licopoli*) dasselbe als nothwendigen Theil des Organes er- klärte und ihm die Bedeutung eines Durchlüftungsapparates zu- schrieb. Um das Cistoma bioszulegen schlägt Mori zwei Wege ein. Er schneidet, bei Cereus peruvianus und C. Linkii, Stückchen von der Stengeloberhaut derart weg, dass noch etwas vom darunter liegen- den Gewebe daran haftet, und kocht sie dann durch kurze Zeit in Salpetersäure. Darauf wird unter dem Präparir-Mikroskope mittels Nadel oder tropfenweise angewendeten Wassers die Oberhaut mit der Spaltöffnung herauspräparirt. Bei massiger Vergrösserung war Gasparrini's Cistoma als Fortsetzung der Cuticula deutlich zu sehen, jedoch nicht als blinder Sack, sondern mit offenem Boden. Bei Ficus elastica machte Verf. Schnitte durch die Spaltöffnun- gen auf der Blattunterseite und behandelte sie, unter Deckgläschen, mit Nordhäuser Schwefelsäure, wodurch die umgebenden Zellen zer- stört wurden. Auch hier bleibt die Cuticula mit ihrer Innenaus- kleidüng (cistoma) erhalten, jedoch schliesst leztere nach unten zu *) Gli Storni e le glandole delle plante (Atti della R. Accad. d. Scienze in Napoli; vol. VIII.) — 359 — nicht zusammen, sondern bleibt vielmehr offen; ihr Rand ist etwas verdickt. Dass der Sack wirklich offen ist, erhellt aus der Betrachtung der Spaltöffnungen von der Innenseite. Untersucht wurden in dieser Richtung: Aloe vulgaris, Euphorbia officinarum, Anthurium Scher- zerianum, und zwar bei ähnlicher Behandlung, wie sie für Cereus beobachtet wurde, nur kochte Mori die Schnitte in der Mischung von Salpetersäure und chlors. Kali. Bei nachheriger mikroskopi- scher Betrachtung sieht man die Cuticula unterhalb der Schliess- zellen nach innen ausbiegeir, die Endigung der inneren Auskleidung zeigt sich scharf markirt. Auf entwickelungsgeschichtlichem Wege, zu einer Zeit, bevor noch die beiden Schliesszellen sich getrennt haben, wo aber unter- halb der Epidermiszelle schon ein hohler Raum sich gebildet hat (Agave americana, Aloe vulgaris), gelangt Mori, bei Behandlung der Schnitte mit Chlorzinkjod-Lösung zu einer Bestätigung seiner Beobachtungen und beweist, dass die Zellen am Grunde der Athem- höhle direkt mit der Luft in Berührung sind und dass die cuticu- läre Innenauskleidung nur von nebensächlichem Belange für die Spaltöffnung sein kann. SoUa (Wien). Höhnel, F. y., Beiträge zur Kenntniss der Luft- und Saft- bewegung in der Pflanze. (Pringsheira's Jahrb. f. wiss. Botan. Bd. Xn. Heft 1.) Verf. widerlegt im ersten Abschnitt die bisherige Annahme der Communication der Gefässe mit den Intercellularräumen und Spalt- öffnungen. Ueber diese Frage hatte schon ein vorläufiges Experiment eine Andeutung gegeben: Beim Abschneiden von Zweigen unter Queck- silber trat dieses in die Gefässe ein^ was auf geringe Spannung der Luft in denselben deutet und also gegen die Communication mit Intercellularen und Spaltöffnungen spricht, da diese eine Druck- differenz mit dem äusseren Luftdruck ausschliessen müsste. In geeigneten Apparaten ausgeführte Versuche des Einpres- sens von Luft durch die Spaltöffnungen der Blätter und der mikro- skopischen Beobachtung des Blattstielquerschnittes, an welchem die Luft austrat, ergaben, dass fast die gesammte Menge von Luftblasen aus den Intercellularräumen der Rinde und des Markes, nicht aber aus den Gefässen austrat. Es spricht dies gegen die Verbindung von Spaltöffnungen mit Gefässen. Das Haies 'sehe Experiment, aus welchem dieser schloss, dass eine Communication zwischen Gefässen und Lenticellen bestände, wurde wiederholt und widerlegt Verf. den von genanntem Forscher — 360 — aus diesen Experimenten gezogenen Scliluss und beweist aus ersteren dasGegentheil, die Unabhängigkeit des Gefässtheils von denLenticellen. Beim Versuch, durch ein Zweigstück, welches halb in dem mit der Luftpumpe verbundenen Apparat sich befand, halb in die äussere Luft ragte, Luft durchzusaugen, trat an der unter Wasser befind- lichen Querschnittsfläche aus Rinde und Holz Luft aus, jedoch aus der Rinde bedeutend mehr. Dies oft andauernde Austreten von Luftblasen aus dem Holz ist nicht durch Communication mit den Intercellularräumen bedingt, sondern beruht darauf, dass in den Gefässen vorhandene Luft sich denselben schwer entziehen lässt, wie Verf. durch Calculation be- weist. Daher rührt die Täuschung, dass dieselbe durch die Rinde unter von aussen wirkendem Druck in das Holz gelange. Es schloss sich daran ein Versuch der Einpressung von Luft durch die Rinde eines Zweigstückes, dessen eine Querschnittsfläche verschlossen, die andere in das Wasser ragte, um das Austreten der Luftblasen zu beobachten. Erst traten nur aus der Rinde, allmählich auch aus dem Holz- körper Luftblasen aus, jedoch nie mehr als der 100. — 500. Theil der aus der Rinde stammenden Luft. Das Austreten von Luft aus dem Holz, welches bei einem be- stimmten negativen Druck andauert, hat ausser in den oben ange- führten Verhältnissen seinen Grund darin, dass unter diesem Druck Luft in die Gefässe diffundiren kann. Der 2. Abschnitt der Abhandlung beschäftigt sich mit den Druckverhältnissen der Holzluft. Die Hartig-Böhm'schen Versuche, welche nicht unter Aus- schluss aller Fehlerquellen angestellt sind, werden der Kritik un- terworfen. Zum Verständniss des Folgenden muss Hartig's Ver- such kurz erwähnt werden. In das Bohrloch einer Hainbuche wurde eine mit Wasser bis auf V^ cc. angefüllte tubulirte Retorte mit ihrem Hals gesteckt. In den Tubulus kam ein bis auf den Boden reichendes 4 Fuss langes Glasrohr, durch einen Kork befestigt. Nun wurde die Retorte im Bohrloch umgedreht, so dass das Glasrohr nach unten gekehrt war. Es stand mit der in der Retorte gelas- senen Luft in Verbindung und wurde unten mit Quecksilber ge- sperrt. Saugte nun der Baum Wasser aus der Retorte, so stieg das Quecksilber. Bei diesen Versuchen war namentlich auifallend, dass, wenn sämmtliches Wasser aufgesaugt war, das Quecksilber schnell sank. Diese von den Experimentatoren nicht verstandene Erscheinung erklärt Verf. dadurch, dass während das Holz in Folge der nega- — 361 — tiveu Spannung seiner Luft Wasser aufsaugt, die durch die Lenti- cellen der Rinde einströmende und am Rindenquerschnitt austre- tende Luft diese Spannung auszugleichen sucht. So lange die Auf- saugung des Wassers durch das Holz dauert, steigt das Quecksilber; geht das Wasser aus, so tritt die Wirkung der Rindenluft von atmosphärischer Spannung ein und das Quecksilber sinkt. Der Stand des Quecksilbers ist also bei den Hartig- Böhm' sehen Versuchen kein Ausdruck für die Verdünnung der Luft im Holz. Die ent- gegengesetzte Wirkung der Rindenluft ist in Abzug zu bringen. Der Maximalstand des Quecksilbers giebt nur einen Minimal- werth für den negativen Druck der Holzluft. Bei Experimenten, die Spannung der Luft durch die Höhe der Quecksilbersäule in unter letzterem abgeschnittenen Zweigen zu messen, kann leicht ein irrthümlicher Schluss gezogen werden. Es hat nämlich die Neigung des Zweiges beim Abschneiden unter Quecksilber einen bedeutenden Einfluss auf dessen Steighöhe. Verf. hat über dieses Verhalten eine Anzahl Versuche gemacht und gefunden, dass bei stärkerer Neigung des Zweiges das Quecksilber bedeutend höher in die Gefässe ein- dringt, also keinen Anhalt für die Tension der Luft in denselben geben kann. Die beiden Fragen: 1) In welchem Verhältniss stehen Steighöhe des Quecksilbers in stark geneigten Zweigen zu dem wahren negativen Druck der Gefässluft, und 2) worin liegt die Ur- sache, dass bis über 50 cm. hohe Quecksilbersäulen durch den resti- renden negativen Druck in den Gefässen noch weiter bewegt wer- den, während dieselben (scheinbar) einen grösseren Widerstand repräsentiren, als ihre Höhe angiebt, werden vom Verf. in ausführ- licher Weise durch Capillarwirkung erklärt. Auf Darlegung dieser weitläufigeren Calculationen kann hier nicht eingegangen werden. Im Weiteren wird die Frage nach der Ursache der Schwan- kungen der Druckverhältnisse in der Pflanze zu beantworten gesucht. Die von Hartig beobachtete Thatsache, dass im Laufe des Tages abwechselnd Einsaugen und Saftdruck stattfand, wurde später von Sachs durch Temperaturwirkung erklärt. Verf. hält die durch den Wurzeldruck bedingte Aenderung des Wasser- und Luftgehaltes der Gefässe, welche noch durch Transpiration modificirt werden, für die Ursache. Seine Versuche ergeben, [dass durch die Anfüllung mit Saft durch den Wurzeldruck alle Luft aus den Gefässen getrieben wird. Nimmt nun der Wurzeldruck periodisch ab und findet zugleich Transpiration statt, so muss ein negativer Druck und also Saugung eintreten. Daher zeigen wasserreiche Zweige oft die grösste Saugung. Endlich schliessen sich noch Versuche über die Druckverhält- — 362 — nisse der Holzluft im Laufe der Vegetationsperiode und in verschie- denen Theilen des Holzquersclinittes an. Auch im Winter zeigt sich ein negativer Luftdruck im Holz, jedoch ist, wie Aufsaugungs- versuche zeigen, derselhe geringer, als im Frühling und Sommer. In Bezug auf den zweiten Punkt lehren die Versuche, dass die jüngsten, eben entstandenen Gefässe im Frühjahr den stärksten negativen Druck aufweisen. Erst später schreitet das Wachsen desselben von Aussen nach Innen fort. Es sind nämlich die jüngsten Gefässe mit Wasser ganz erfüllt. Sobald ihnen ein Theil durch Diffusion oder Transpiration entzogen wird, muss in ihnen schnell eine Aenderung der Tension stattfinden. Hansen (Erlangen). Kellner, 0., U e b e r einige Vorgänge bei der Keimung. (Phytochem. Unters, hrsg. v. R. Sachsse. I. p. 53 — 68.) Vorstehende Arbeit ist bereits früher in ihren wesentlichen Theilen a. a. 0.*) erschienen. Verf. hat sie jetzt umgearbeitet und durch einige neuere Beobachtungen ergänzt. Zweck der Arbeit war, zunächst das allmähliche Löslichwerden der unorganischen und orga- nischen Bestandtheile der Samen während der Keimung (Pisum sativum) zu verfolgen. Im Verlauf dieser Beobachtungen glaubte Verf. auch eine Abnahme der präformirten Schwefelsäure während der Keimung constatiren zu können. Veranlasst durch den von E. Schulze**) später erbrachten Nachweis, dass bei Lupinen mit der bei der Keimung erfolgenden Zersetzung der Eiweisssubstanzen eine Vermehrung von Schwefelsäure Hand in Hand geht, hat Verf. seine früheren Untersuchungen wiederholt und muss auf Grund der- selben die Resultate Schulze's bestätigen. Das in seiner ersten Arbeit eingeschlagene Verfahren zur Bestimmung der Schwefelsäure konnte einzig und allein zu dem unrichtigen Ergebniss Veranlassung gegeben haben. Da die vom Verf. eingehaltene Methode der Schwefelsäurebe- stimmung bereits während der früheren Arbeit demselben nicht ganz zuverlässig erschien , so suchte er zu erfahren , ob die bei der Schwefelsäure erstlich gefundenen Resultate in Einklang ständen mit dem Verhalten anderer Säuren in keimenden Samen. Die Sal- petersäure erschien hierzu besonders geeignet, da sie .indess im Samen selbst nicht enthalten ist, so musste sie denselben erst da- durch gegeben werden, dass die Samen in einer Lösung von Kali- salpeter zum Quellen gebracht wurden. Verf. hat nun nachgewiesen, dass in der That die Salpetersäure in Berührung mit der sich *) Landw. Versuchs-Stat'. Bd. 17, p. 408. **) Landw. Jahrbücher, Bd. 5, 1876, p. 821. — 363 — energisch oxydirenden Substanz des in Entwickelung begriffenen Samens nicht zu bestehen vermag, dass sie zerlegt und in andere Verbindungsformen übei'geführt wird, und dass endlich Hand in Hand mit diesem Verschwinden der Salpetersäure eine Beschleunigung der Athmung, die an vermehrter Kohlensäurebildung gemessen werden konnte, zu beobachten ist. Leider sind auch diese Resultate, wie Verf. hervorhebt, nach dem jetzigen Standpunkt der Wissenschaft nicht mehr ganz ein- spruchsfrei. Mit der fortschreitenden Keimung bilden sich Amide und Amidosäuren in sehr erheblicher Menge, welche mit der Sal- petersäure sehr leicht in Wechselwirkung treten können, namentlich wenn die sauren, stark reducirende Substanzen enthaltenden Extracte eingedampft werden. An die Möglichkeit dieser Wechselzersetzung, durch welche ein Theil des Stickstoffs der Salpetersäure, sowie des Amidstickstoffs in Freiheit gesetzt werden könnte, ist bislang bei keiner Untersuchung salpetersäurehaltiger Pflanzentheile gedacht worden. Eine Revision der im Vorstehenden dargelegten Beobach- tungen unter dem soeben berührten Gesichtspunkt behält sich der Verf. vor. Sachsse (Leipzig). Britten, J., M y r m e c o d i a e c h i n a t a u n d M. g 1 a b r a. (Jouru. of Bot. new ser. vol. IX. n. 208. [Apr. 1880.] p. 127.) In der Linn. Soc of Lond., 19. Febr. 1880, besprach Verf. das Verhältniss der Ameisen (Pheidole javana Mayr.) zu den Myrme- codien (von welchen Stämme vorgezeigt wurden), deren junge Pflanzen nach Beccari bald absterben, wenn in ihnen keine Ameisen sich ansiedeln. Masters, Maxwell T., N e p e n t h e s b i c a 1 c a r a t a. (1. c. p. 127.) In der Linn. Soc. of Lond., 19. Febr. 1880, berichtete Verf. über Beobachtungen von Hrn. Burbidge, nach welchen gewisse schwarze Ameisen durch gewaltsamen Einbruch sich ungefährdeten Zugang zu dem Inhalt, der Becher verschaffen. Der Koboldmaki (Tarsius spectrum) besucht gleichfalls die Becher von N. Rafflesiana wegen der darin enthaltenen Insekten, während er bei N. bicalcarata durch die scharfen Stacheln des Deckels an der Erreichung des Inhalts verhindert wird. Eichier, A. W., ZurKenntniss von EncephalartosHil- debrandtii A. Br. et Bche. (Sep.-Abdr. aus Monatsschr. Ver. z. Beförd. d. Gartenb. i. d. k. preuss. Staaten, Jan. 1880. 4 pp. Mit Tafel.) Die Tafel giebt ein Habitusbild von E. Hildebrandtii, und je eine Abbildung der weiblichen Blüte von dieser Art und von E. villosus Lem., um die Verschiedenheit beider Species einleuchtend — 364 — zu machen. Aus der Braun 'sehen nur nach getrocknetem Material angefertigten Beschreibung (Samenkatal. d. Bot. Gart, z, Berlin 1874, p. 18), werden zur Erläuterung der Figur -die hauptsächlichsten Angaben mit einigen durch das frische Material (die Pflanze blühte 1879 im Bot. Gart, zu Berlin) veranlassten Abweichungen wieder- holt. Folgendes sei daraus hervorgehoben: Die grünlichgelbe Blüte (30 cm. lang, 13 cm. unterwärts dick) ist anscheinend terminal und zwischen den obersten Blättern sitzend; die Schuppen sind nach ^^Isi geordnet (Braun fand ^V^!) "Stellung, welche von 1^/34 im Werthe des Divergenzwinkels nur wenig abweicht). Die Apophysen der- selben haben keine gezähnte Querleiste auf der Aussenfläche, während E. villosus eine solche Querleiste besitzt. Man kann Encephalartos nach der Beschaffenheit der Schuppen in 2 Sektionen theilen, wovon die eine E. Hildebrandtii und E. Altensteinii, die andre E. villosus und E. cycadifolius umfasst. Berggren , S., New New-Zealand plant s. (Journ. of Bot. new. ser. vol. IX., n. 208 [Apr. 1880.] p. 104.) Beschrieben werden: Phyllachne Haastii Bergg. (Kelly's Hill, Cauterbury Alps), früher vom Verf. für P. Colensoi Hook. f. ge- halten (vgl. Lund's Physiograph. Sältskaps Minnesskrift 1878, t. IH. f. 1 — 27). Der kurzen lateinischen Diagnose ist eine Notiz über die Unterschiede von P. Colensoi beigefügt. Dracophyllum Kirkii Bergg. (Epacrideae. Mount Toriesse, Canter- bury Alps), früher vom Verf. für D. uniflorum Hook. f. gehalten, (1. c. t. IV. f. 1 — 11) ist von allen Arten der Gattung durch die Gestalt der Blätter (foliis e basi vaginante superne dilatata non auriculata angustatis late subulatis concavis) unterschieden. Carex Buchanani Bergg., früher C. tenax Bergg. (1. c t. VII. f. 1 — 7), mit latein. Diagn. und kurzer Angabe der Unterschiede von C. Raoulii Boott. Koehne (Berlin). Vukotinovic , Lj., Novi ob.ici hrva^tskih hrastovah te ini dodatci na floruhrvatsku. [Novae formae quer- cuum croaticarum et alia addenda adfloramcroa- ticam]. (Sep.-Abdr. aus Rad. jugoslav. akademije znanosti i umjetnosti. Bd. LI. 8. 55 pp. U. Zagrebu [Agram j 1880.) Der Verf. beschreibt als Novitäten Quercus pubescens W. f. Q. oxycarpa, erythrolepis, torulosa, Susedana, pinnatifida, rostrata?, crispa (Q. crispula Vuk. Rad XXII., Q. crispata? Stev.), brachyphylloides Wiesb., Croatica et Buccarana, Q. sessiliflora Sm. f. undulata, angulata, castanoides (Q. sphaerocarpa Vuk. Rad XXII.), Q. conferta Kit. (Q. Esculus Heuff. En. et Kotschy Eichen t. XIV.) et crassifolia, Q. pedunculata Ehrh. f. stenocarpa (Q. leptocarpa Vuk. Rad XXII., — 365 — Q. pendulina Heuff. ?), Rosa austriaca Crantz f. R. Likana, Cineraria rivularis W. K. f. C. glandulifera, C. ramosa, Hieracium villosum Jacq. var. depressa, Heraclenm Pauaces L. var. glabrescens, Castanea vesca Gaertn. var. discolor, Centaurea sciaphila (C. stenolepis X pratensis), Crepis taraxacifolia Thuill. var. ramulifera, Hieracium vulgatum Fr. f. H. dicranocaule, H. murorum L. f. altifolium, H. sylvaticum Gouan f. ovalifolium Jord. (ß. H. murorum subintegrifolium Pollich. VIII. 15, H, atrovirens Froel), Lonicera etrusca Savi f. L. mollis und Quercus pubescens W. f. Q. Tommasinii Kotschy in herb. Tommas. (Q. pubescens-intermedia Vis.). Genista heteracantha Schloss. et Vuk. (Fl. croat. 10) steht zwischen G. germanica L. u. G. sylvestris Scop., Anthyllis tricolor Vuk. (Rad. XXXIV.) ist die vicarirende Form von A. Vulneraria. Filago spathulata Presl, Euphorbia ob- scura Lois., Arenaria leptoclados Guss., Hyacinthus pallens MB., Tulipa oculus solis St. Amm. u. s. w. sind neu für das Land. Salvia grandiflora Vuk. wird, weil dieser Name bereits mehrfach angewendet worden, in S. fruticum umgeändert. Eine Reihe von Standorts- angaben, welche aber nur von localem Interesse sind, bilden den Schluss der Arbeit. Knapp (Wien). Engelmann, George, Catalpa speciosa Warder. (The Bot. Gazette. Vol. V. No. 1. Crawfordville, Ind. 1880.) Enthält die genaue Beschreibung aller Theile dieser in der Neuzeit vielfach wegen ihres raschwüchsigen, harten, äusserst dauer- haften Holzes zum Anbau empfohlenen Art, sowie die Unterschei- dungsmerkmale von C. bignonioides (Bignonia Catalpa L.). (C. speciosa unterscheidet sich ausser durch weit grössere, in Zeichnung und Schnitt der Lippen abweichende Blüten, dickere Früchte, grös- sere Samen, geruchlose Blätter, die um 15 Tage frühere Blütezeit, welche Verf. seit 1841 beobachtet hatte, den rascheren, höheren Wuchs, auch durch die stark abblätternde Rinde.) Ausserdem giebt Verf. die Geschichte der Art, welche im Gebiete des untern Ohio und im Flachlande am Mississippi und dessen Zuflüssen in den Staaten Illinois, Indiana, Kentucky, Tennessee, Missouri und Arkansas zu Hause ist. Sie war schon Michaux bekannt, da die franzö- sischen Ansiedler am Wabash das unverwüstliche Holz sehr schätzten und ihm nach einem dort einheimischen Indianerstamme, den Shawnees, den Namen t)ois Chavanon gaben; indessen wurde sie von den späteren Botanikern für identisch mit der südöstlichen C. bignonioides gehalten. Erst 1853 wurde J. A. War der in Cincin- nati aufmerksam auf einige Bäume dieser Art, die er in Dayton (Ohio) sah, und beschrieb sie kurz im „Western Horticultural Re- view", ohne ihr einen Namen zu geben. War der empfahl sie seit- — 366 — dem als eine ornamentalere Form der C. bjgnonioides unter dem Gärtnernamen C. speciosa und neuerdings findet sie in den Städten Europas bereits eine ziemliche Verbreitung. Purkyne (Weisswasser). Russow, E., Ueber verkieseltesConiferenliolz aus der Kohlen formation bei Kamyschin an der Wolga. (Sitzber. d. naturf. Ges. Dorpat. V. Hft 2. p. 72 ff.) Es fanden sich in einer Höhlung dieses verkieselten Holzes eine Menge vollkommen isolirter Tracheiden, an denen die Anwesen- heit der Schliessmembran des gehöften Tüpfels sich in ausgezeichneter Weise darstellen lässt. Winkler (St. Petersburg). Nathorst , A. G., Om Floran i Skänes kolförande bild- ningar. I. Floran vid Bjuf. Andra haftet. [Die fossile Flora der kohlenführenden Ablagerungen Schönens. I. DieFlora von Bjuf.] Med 8 Taflor. (Sveriges Geolog. Undersökning. Ser. C. No. 33.) Stockholm 1879. 3 Krön. Diese vorliegende zweite Lieferung behandelt die rätische Flora von Bjuf und enthält die Beschreibung der seit der Publication der ersten Lieferung gefundenen Farne und der bisher dort entdeckten Cycadeen. Die pflanzenführenden Lager — ein feiner bituminöser Thon oder Schieferthon im Liegenden und ein schiefriger Sandstein oder Sandsteinschiefer im Hangenden des untersten Flötzes — sind ohne Zweifel an der Mündung eines Flusses abgelagert worden. Die Folge davon ist, dass die Pflanzen meist nur einzeln vorkommen, jedoch mit Ausnahme einiger Arten, die etwas häufiger (und in sehr zahl- reichen Arten) auftreten, so dass man zuweilen ebenso viele Arten als Exemplare finden kann. Bisher sind bereits über 100 verschiedene Arten an genannten Localitäten gefunden • worden. Das Alter der Ablagerung entspricht dem untersten rätischen Lager bei Wilms- dorf und Seinstedt. Während die erste Lieferung der Bjufflora (mit 10 Tafeln) die Beschreibung einer zweifelhaften Alge, eines Blatt-Pilzes, einer Ca- lamarie, 3 Rhizocarpeen und 33 Farne enthielt, werden in dieser zweiten Lieferung beschrieben : Xylomites intermedius Nath., Sphenopteris baieraeformis Nath., Gleichenia? sp.; ferner Adiantites Nilssoni Nath. und A. agnitus Nath., lebhaft an einige jetzige Adianten, doch auch an einige Lindsaeen erinnernd, weswegen auch ausdrücklich hervorgehoben wird, dass die Benennung Adiantites nicht die Verwandtschaft mit den Lind- saeen ausser Frage stellt. Ferner die an einige Dikotyledonenblätter, z. B. Chrysosplenium, sehr stark erinnernden Protorrhipis integrifolia Nath. undP. crenata Nath., die mit den Basalblättern von Platycerium — 367 — vevglicheu werden können. Von Anthrophyopsis Nilssoni Nath., die schon in der ersten Lieferung beschrieben worden ist, wird hier ein vielleicht fertiles Exemplar beschrieben und abgebildet; die Uebereinstimmung mit Anthroph^yum ist übrigens so gross, dass man beinahe eher diese Benennung als Anthrophyopsis gebrauchen möchte. Ferner wird Taeniopteris tenuinervis Brauns aufs Neue abgebildet. Die sich hieran schliessende Beschreibung der Cycadeenblätter beginnt mit der Gattung Ptilozamites Nath., die durch ihre dicken biegsamen elastischen Blätter ausgezeichnet ist. Einige Arten sind zuweilen so gut erhalten, dass sie vom Steine losgelöst und wie trockene Herbarienpflanzen aufbewahrt werden können! Dies ist z.B. der Fall mit dem 530 millim. langen Blatte von Pt. Heeri Nath. und mit einigen Exemplaren von Pt. Carlsoni Nath. Die hier beschrie- benen übrigen Arten sind Pt. fallax Nath., triangularis Nath., acu- minatus Nath., linearis Nath., falcatus Nath., Nilssoni Nath., Blasii Brauns sp. und drei unbestimmbare Arten. Ref. ist jetzt übrigens der Ansicht, dass die Gattung Ptilozamites nur auf Fiedern doppelt gefiederter Blätter gegründet worden ist — vielleicht mit Ctenopteris Brongn. identisch — und in Folge dessen ihre Stellung unter den Cycadeen etwas zweifelhaft ist. Ferner glaubt er, dass die erwähnten Arten zu eng begrenzt worden sind und dass Pt. triangularis und linearis bestimmt, vielleicht auch Pt. acuminatus und acutangulus, zu Pt. Heeri als verschiedene Fiederblätter gehören können. Von Anomozamites werden A. gracilis Nath., marginatus Ung. sp. und minor Brgn. sp., von Pterophyllum Pt. aequale Brgn., affine Nath. und irreguläre Nath. beschrieben. Zu Pterophyllum? werden nicht weniger als 9 andere Arten noch hinzugerechnet, nämlich P. simplex Nath., pungens Nath., cteniforme Nath., obsoletum Nath., confluens Nath., Fr. Zinkenianum Germ., stenorrhachis Nath., und falcatum Nath., welche alle aber ohne Zweifel sehr verschiedenen Gattungen angehören dürften, aber zu fragmentarisch sind, um zur Aufstellung von neuen Gattungen verwendet werden zu können. Sie sind jedoch von grosser Wichtigkeit und bedeutendem Interesse, weil sie das Dasein einer grossen Menge bisher unbekannter Cycadeentypen, die wahrscheinlich auf anderen Standorten gewachsen sind, beweisen. Von Nilssonia kommen neben Bruchstücken von N. polymorpha auch grosse Blätter eines neuen an Dioon erinnernden Typus, N. ptero- phylloides Nath. mit schmalen Fiedern vor. Ferner werden ver- schiedene Formen von Podozamites lanceolatus Ldl. sp., P. S^^henkii Hr., P. gramineus Hr. und P. ensis Nath. beschrieben; letztere scheint zu einem neuen Typus zu gehören. Von Cycadeenstämmen — 368 — werden drei neue Clathrarien, C. Saportana Nath., imbricata Nath. und minuta Nath. beschrieben. Die erste war, wie das gewöhnlich mit Stämmen dieser Gattung der Fall ist, gabelig verzweigt und zeigt abwechselnde Gruppen von drei .verschiedenen Narben, die wahrscheinlich wie bei Cycas den Blättern, Schuppen und fertilen Blättern entsprechen. Schliesslich werden Cycadospadix integer Nath. und attenuatus Nath. und Samen von Cycadeospermum striolatum Nath,, laevigatum Nath., pungens Nath. und Impressum Nath. be- schrieben. Ref. beabsichtigt in feiner bald erscheinenden dritten Lieferung die Addenda zu den Cryptogamen und zu den Cycadeen, nebst der Beschreibung der Coniferen und Monocotyledonen zu geben. Nathorst (Stockholm). Haslinger, Franz, Botanisches Excursionsbuch für den ßrünner Kreis. 2. Aufl. 12. Brunn 1880. Für Studirende berechnet, bringt dieses Werk eine Darstellung der Gattungen und Arten nach der analytischen Methode. Bastarde und Formen sind ausgeschlossen, dagegen sind die wichtigsten Cultur- pflanzen und auch jene der Ziergärten aufgenommen. Freyn (Wien). Bramlza, D., Prodromul florei Romane sau enume- ^ratiunea plantelor pana asta-di cunoscute in Moldova, si Valachia. (Partea I. 8. LXX. u. 128 pp. Bu- curesci (typogr. Acad. Rom.) 1879. Der Verf. beschränkt sich auf das Rumänien vor der Pariser Konvention von 1857 und berücksichtigt weder den an Russland abgetretenen Theil Bessarabiens noch die hinzugekommene Do- brudscha. Die Einleitung enthält eine Geschichte der botanischen Durchforschung Rumäniens vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis heute. Der systematische Theil umfasst die Ranunculaceen, Rosaceen, Papilionaceen, Elaeagnaceen, Thymelaeaceen,Berberidaceen, Papaveraceen und einen Theil der Cruciferen im Sinne Baillon's. Caltha wird zu Trollius, Aconitum zu Delphinium und Adonis zu Anemone gezogen. Neu ist Paeonia romanica mit den Synonymen P. decora Bull. soc. geogr. rom. 1876 p. 77 und P. officinalis var. heterophylla in herb. mus. Vindob. Knapp (Wien). Collies, 0., Illustrazione delle piante rappresentate nei dipinti Pompeani. (Beschreibung der in den pompe- janischen Abbildungen dargestellten Pflanzen, in botanischer, my- thologischer und historischer Beziehung. Mit genauer Angabe der Orte, wo eine jede Pflanze abgebildet zu finden ist.) 4. 74 pp. Neapel 1879. Die Anzahl der aufgezählten Arten beträgt 70, wovon 50 ganz — 369 — deutlich erkennbar, 20 aber schwer erkennbar oder überhaupt zwei- felhaft sind. Ausser einigen Exoten, als: Acacia vera, Cyperus Papyrus , Nelumbium speciosum , Tamarindus indica und Canna coccinea sind es durchweg Zier- und Nutzgewächse der gemässigten Zone Europas. Prichoda (Wien). Warming, Eugen, Syrabola ad floramBrasiliae centralis cognoscendam. Partie. XXV. Oxalidaceae (expos. Pregel), Cyperaceae spec. no vae (d escrips. Böckeier), F u n g i (d e t e r m. Berkeley). (Naturhist. Foren, vidensk. Med- delelser. 1879—80. 1. Hft.) Beschreibung von 18 Species von x a 1 i s, darunter als neue Varietät Oxal. triangularis St.Hil. var. lepida Pohl, und 1 Averrhoa. Von Cyperaceen werden folgende neue Arten beschrieben : Cyperus unicolor, Scirpus (Oncostylis) brunneovaginatus, Pleurostachys grandifolia,Rhyn- chospora distichophylla, R. arundinacea, Cryptangium paucifolium, C. Glaziovii, Scleria atropurpurea, Carex purpureovaginata. Unter den Pilzen sind folgende Species neu beschrieben: Agaricus (Tubaria) coniophora , Glaziella vesiculosa , Trametes dibapha , Polyporus biphorus , Agaricus (Pholiota) Glaziovii, Polyporus (Resup.) aggredi- ens, Polyp. (Merisma) Warmingii, Agaricus (Psathyra) commiscibilis, Ag. (Pleurotus) cantharelloides , Ag. (Omphalia) condiscipulatus, Grandinia luteo-fulva, Polyporus (Pleuropus) Glazovii, Marasraius cohortalis. Jörgensen (Copenhagen) . Bostrup, E., SygdommehosSkovtraeerne, färaarsa- gede afikke-rustagtigeSnyttesvampe. LH. [Krank- heiten der Waldbäume.] (Sep.-Abdr. aus Tidsskr. for Skovbrug. IV. p. 1—86 u. 113—206. 8. 206 pp. Copenhagen [Gyl- dendalske Buchhandl.] 1879—1880. Diese Abhandlung erwähnt nicht die Uredineen, die früher speciell vom Verf. behandelt sind (ibid. Bd. IL p. 111 — 180), giebt aber eine grosse Reihe von Beobachtungen über andere auf den Waldbäumen in Dänemark auftretende parasitische Pilze. Am ausführlichsten sind folgende Formen behandelt: Agaricus melleus, A. ostreatus, Trametes radiciperda, T. Pini, Polyporus fomentarius, igniarius, conchatus, radiatus, sulphureus, suaveolens, populinus, Thelephora laciniata , Stereum hirsutum , Corticium sulphureum , Gymnoasci, Peziza Willkommi, Rhytisma, Lophodermium, Hypoderma, Ustulina, Nectria ditissima, Phyllachora, Cladosporium , Erysiphei, Phytoph- thora Fagi, Schinzia Alni. — Ueber Agaricus melleus theilt Verf. die meisten neuen Beobachtungen mit; dieser Pilz ist nicht allein für beinahe alle Nadelhölzer, die Weisstanne ausgenommen, gefähr- lich, sondern ergreift und tödtet auch viele Laubhölzer, namentlich 24 — 370 — Fagus, Carpinus, Quercus, Alnus, Betula, Populus, Salix Capraea und alba, Acer Pseudoplatanus und Sorbus Aucuparia. Für junge Fichten (5 — 10 Jahre alt) ist dieser Pilz besonders gefährlich, er vernichtet aber auch beinahe alle andern Nadelholzpflanzungen, selbst in den Heide- und Dünen-Plantagen. Der Verf. führt ferner mehrere Beobachtungen über die Verheerungen in den Laubholzwäldern, namentlich von Fagus, Carpinus, Alnus durch diesen Pilz an. Wie bei den Nadelhölzern dringen die Rhizomorphen in den Bast hinein und zerstören das darunterliegende Holz, so dass der Baum von der Ober- fläche her in die Tiefe zersetzt wird. Die weitere Entwickelung des Pilzes wird durch das Verdorren des Baumes gehemmt. Häufig geschieht der Angrifi" dadurch , dass das Mycelium durch das Mark emporwächst und das Kernholz zersetzt, wodurch der Baum lang- samer zu Grunde geht. In beiden Fällen wird der zersetzte Theil des Holzes durch eine schwarzbraune Lage begrenzt; die Beschaffen- heit dieser Lage sowie die Lebens- und Fortpflanzungsweise des Pilzes werden eingehend besprochen. Trametes radiciperda wird ebenfalls ausführlich behandelt und mehrere neue Beobachtungen werden mitgetheilt über die bio- logischen Verhältnisse und schädliche Rolle dieses Pilzes. Es wird ge- zeigt, dass er eine häufige Ursache der Rothfäule der Nadelhölzer ist, dass er auf verschiedene Weise bei der Kiefer und der Fichte auf- tritt, und dass er massenhaft die jungen Buchen tödtet, die als Unterholz in den Kiefernbeständen verwendet werden, — Es wird ferner gezeigt, dass Nectria ditissima zu den schädlichsten Schmarotzern der dänischen Laubholzwälder gehört. Es wird dar- gethan, dass viele der auf den Bäumen vorkommenden Polyporus- Arten echte Schmarotzer sind, die auf verschiedene Weise das Holz zerstören, dass ferner Thelephora laciniata über die jungen Nadelbäume hinwegwächst und sie erstickt, und endlich, dass viele als Saprophyten angesehene Pilze auch schädlich für lebende Bäume auftreten können. Einige neue Arten vom Geschlechte Phyllachora werden beschrieben, so : Ph. Alnicola, Fraxini und Aucupariae, welche die Blätter von Alnus glutinosa, Fraxinus excelsior und Sorbus Aucuparia angreifen. Die Abhandlung ist begleitet von 26 in den Text gedruckten Holz- schnitten, von denen 19 Originale sind. Müller (Copenhagen). Low, Fr., BeschreibungvonneuenMilbeng allen, nebst Mittheilungen über einige schon bekannte. ( Ver- handl. d. k. k. zool-bot. Ges. Wien. XXIX. p. 715—727.) Im Anschluss an seine früheren, verdienstvollen Arbeiten über die von Phytoptus erzeugten Pflanzengallen giebt der Verf. in der ge- — 371 — nannten Abhandlung Mittheilungen über 31 verschiedene Milbengallen. Unter diesen befinden sich 13 bisher noch nicht beschriebene vor, andre sind wegen neu entdeckter Standorte, andre wegen ihres Auf- tretens an Pflanzen theilen, an denen sie bisher noch nicht beobachtet waren, angeführt. Als neu sind Phytoptocecidien von folgenden Pflanzen beschrieben : Artemisia campestris L. Triebspitzendeformation, bestehend in Ver- kürzung der Internodien und der daran sitzenden Blätter und Blatt- achselsprosse. Die Deformation ist durch auffällige Behaarung leicht von der bekannten durch Cecidomyia Artemisiae Bche. hervorge- rufenen Gallbildung zu unterscheiden. — Broraus arvensis L. u. Br. tectorum L. Blütengallen den vom Verf. früher beschriebenen auf Br. mollis L. und Br. erectus gleichend. — Campanula sibirica L. Yergrünung, wie von C. bononiensis L., C. Medium L., C. rapuncu- loides L. und C. Trachelium L. bekannt. — Galium lucidum All. Blattquirlgallen, wie sie von Galium verum L. und G. Mollugo L. beschrieben worden sind. — Jurinea mollis Rchb. Blattgallen von beuteiförmiger Gestalt, auf der Oberseite der Blätter sitzend. Gal- leneingang auf der Blattunterseite,* durch Haarfilz verdeckt. — Li- nosyris vulgaris Cass. Triebspitzendeformation. — Medicago lupu- lina L. Zusammengefaltete und dabei mehr oder minder gedrehte Blätter. — Pimpinella Saxifraga L. Blütendeformation. Blumen- blätter, Staubgefässe, Griff'el und Griff'elpolster fleischig verdickt. — Prunus spinosa L. Nerven Winkelausstülpungen, analog den auf Al- nus, Betula etc. vorkommenden. — Rhododendron ferrugineum L. Gefüllte Blüten. Zwischen Corolle und Staubgefässen erscheint ein Kreis hin und wieder mit einander verwachsener Blätter; Staubge- fässe meist an der Basis blattartig ausgebildet; Fruchtknoten zu einem eigenthümlichen Gebilde umgestaltet. — Syringa vulgaris L. Knospendeformation; unterhalb der befallenen Knospen treten Ad- ventivknospen auf, welche ihrerseits wieder durch den Angriff" ver- kümmern. Es entstehen dadurch Anhäufungen von Knospen. — Valeriana dioica und tripteris L. Vergrünung. Statt der Blüten finden sich Anhäufungen von bandförmig tief zerschlitzten Blättchen, deren Zipfel sich zu förmlichen Köpfchen einrollen. Als bemerkenswerthe Vorkommnisse verdienen hervorgehoben zu werden: Auswachsen der von Phytoptus befallenen Knospen von Corylus Avellana L. [Ref. beobachtete derartige Vorkommnisse gleichfalls in den vorigen Jahren im Bredower Forst bei Spandau]. — Vorkommen der knötchenförmigen Gallen, wie sie von den Laub- blättern der Fragaria collina Ehrh. beschrieben sind, auf Deckblättern, Blütenkelchen und Blumenkronblättern der genannten Pflanze. — Vor- 23* — 372 - kommen des Erineum vitis an Stielen und Kelchen der Blüten von Vitis vinifera L. Die nach Perris*) von einer Gallmücke verur- sachte Deformation von Origanum vulgare L. ist nach L.'s Unter- suchung jedenfalls ein Phytoptocecidium. Eingehend sind ferner die verschiedenen Fälle der durch Milben veranlassten, von Thomas entdeckten Vergrünungen an Gentiana germanica Willd. beschrieben. Müller (Berlin). Om Landbrugets Kulturplaiiter og" destil hörende Fröave» Udgivet af Bestyrelsen for Forening for indenlandsk Fröave. 150. 28 pp. (Ueber die landwirthschaftlichen Culturpflanzen und den dazu gehörenden Samenbau.) Kopenhagen 1879. Der Verein für inländischen Samenbau wurde am 27. März 1876 gestiftet unter Mitwirkung der drei Botaniker Lange, Nielsen und Rostrup. Das Ziel des Vereins ist, durch Versuche mit den Samen und durch Untersuchung der Pflanzen, von welchen die Samen erzielt werden, den Mitgliedern gutes Saatgut zu sichern und den inländischen Samenbau zu fördern. — 1876 wurde eine Ausstellung von Wurzelpflanzen veranstaltet und der Bericht hierüber, welcher zugleich Mittheilungen über die Beobachtungen der Ein- sender enthält, ist die erste Grundlage zu einer Beschreibung der dänischen Wurzelpflanzen. — Die botan. Mitglieder theilen die Re- sultate ihrer Untersuchungen auf den Beobachtungsfeldern mit. Von Prof. Lange wurden Samen von etwa 120 Arten einheimischer Pflanzen (grösstentheils Futterpflanzen) eingesammelt, welche im Garten der Landbauhochschule und im bot. Garten ausgesäet wurden. Von Rostrup wird eine Mittheilung über die beobach- teten Pfianzenkrankheiten gegeben. Die Wicken waren 1877 von Peronospora Viciae sehr stark angegriffen; Vicia Faba von Uromy- ces appendiculatus, während die dazwischen stehenden Erbsen- pflanzen von diesem Schmarotzer verschont blieben. Wo die Erbsen von dem sie bewohnenden Uromyces angegriffen waren, fand er stets in der Nähe Exemplare von Euphorbia Cyparissias, welche ganz von Aecidien bedeckt waren, welche die Wirthspflanze ganz unförm- lich gemacht hatten. Uromyces graminum , sonst nur an Poa und Dactylis bekannt, wurde sehr reichlich an Alopecurus agrestis ge- funden. Die Spelzen der Gerste waren an mehreren Orten von Epicoccum neglectum und einer Pleospora angegriffen, wie auch von kleinen Milben — ob diese die Ursache der an" der Spitze und am Grunde mehrerer Körner in jeder Aehre auftretenden schwarzen Flecken sind, konnte noch nicht vom Verf. festgestellt werden. Auf *) Ann. soc. entom. de France, ser. 4. T. X. 1870 p. 179. — 373 — anderen Feldern zeigte sich eine Krankheit der Gerste, welche sich in der Weise äusserte, dass die Aehren nur zur Hälfte aus den Blattscheiden hervortraten; diese Pflanzen waren stets von einer gelben Fliegenlarve bewohnt, welche an der Aehre beginnend, einen tiefen, gebuchteten Canal im Stengel bildete, bis zum ober- sten Stengelknoten, wo sie sich verpuppte; das entwickelte Insekt war nach einer vorläufigen Bestimmung Oscinis (Chlorops) taenio- pus. — An der Gerste traf Verf. sehr häufig die Puccinia anomala, deren Aecidiengeneration noch nicht bekannt ist. Dieser Pilz wurde auch 1878 sowohl an cultivirten als an wildwachsenden Gersten- pflanzen in ausserordentlicher Menge beobachtet; er hatte keinen Einfluss auf die Entwickelung des Fruchtknotens. Mehrere Gersten- pflanzen, welche von Ustilago segetum angegriffen waren, hatten stark verzweigte Aehren. Cladosporium herbarum hatte (in Ver- bindung mit Aphiden) mehrere Wicken- und Erbsenfelder ganz ver- wüstet. — Hieran schliesst sich ein Bericht von Nielsen über zahl- reiche Aussaatversuche mit Klee- und Grassamen in Erde, deren Zusammensetzung bekannt war. Wenn der Rothklee in der Frucht- folge hintereinander zwei Mal gebaut wurde, misslang er häufi.g, nicht wegen Mangels an Nahrung, sondern weil er vom Klee-Ael- chen (Anguillula Dipsaci s. devastatrix) angegriffen wurde; dieser Wurm scheint überhaupt die nächste Ursache zur herrschenden „Klee-Müdigkeit" zu sein. — Der wichtigste Abschnitt des Buches ist eine an die in Kopenhagen 1878 abgehaltene Ausstellung an- knüpfende Beschreibung der landwirthschaftlichen Culturpflanzen, welche als Grundlage für ein künftiges Handbuch von grossem Werthe ist. Die Beschreibungen der Variet. von Brassica, Beta, Daucus, Solanum werden von zahlreichen Abbildungen begleitet. Jörgensen (Kopenhagen). Litteratur. 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Porto Maurizio e Massa-Carrera) pubblicati per cura del Comizio agrario di Genova. 8. 26 pp. Genova 1880. Wittniack, L., HUttig, 0., Neumann, 0., Die Sojabohne. (Monatsschr. d. Ver. z. Beförd. d. Gartenb. in d. K. Preuss. St. 1880. Aprilheft p. 165—166.) Bouche, C, Ueber Schling-, Rank- oder Kletterpflanzen. (1. c. 1880. Aprilheft p. 173—179.) Coltura degli asi)aragi in grande. (L'amico dei Campi XVI. Jan. u. Feh. p. 33.) Dippel, L., Die Blattpflanzen und deren Kultur im Zimmer. 2. Aufl. 8. Weimar (B. F. Voigt) 1880. 5. — Fröbel, Otto, Einige für den Wiuterflor werthvolle Gewächshauspflanzen. (Garteu- flora. April 1880. p. 106—110.) [a. Euphorbia fulgens oder jacquiniiflora. b. Poin- settia pulcherrima plenissima.] Vaurel, L., Arboriculture, fruitiore. Nouveau traiteraent du pecher. Systeme Chevalier aine de Montreuil. 8. Paris (A. Goin) 1880. — — Culture de Tasperge ä la charrue. 8. Paris (A. Goin) 1880. — 379 — Wissenschaftliche IVlittheilungen. Zur Laub- und Lebermoosflora der Umgegend von Verviers. Ein Beitrag zur Flora von Belgien. Von C. Warnstorf. Während seines Winteraufenthaltes (1879 — 80) in Verviers hat Herr Römer, ein ebenso eifriger wie glücklicher Beobachter deutscher Moose, so manches Interessante zu Tage gefördert, dass ich nicht an- stehe, die Leser dieses Blattes mit seinen wichtigsten Funden bekannt zu machen. Bei dieser Gelegenheit kann ich zugleich nicht unterlassen, einige Arten, wie z. B. Barbula commutata Jur., welche Seh im per in Syn. ed. II mit Stillschweigen übergeht, mit kritischen Bemerkungen, zu begleiten, zu welchen mir die Bearbeitung des von Herrn Römer mir gütigst übermittelten Materials genügende Veranlassung bot. A. Laubmoose: Hymenostylium curvirostre Lindb. Bei aux Surdents an Kalksteinmauern. Diese Art zeigt keineswegs, wie Milde in Bryol. sil. pag. 48 angiebt, vollkommen papillenfreie Blätter, sondern es sind so- wohl Blattfläche wie Rippe mehr oder weniger papillös, wie ich das an zahlreichen Exemplaren aus Steiermark und dem Harze zu sehen Ge- legenheit hatte. — Dicranella Schreberi Hedw. Bei Heusy an feuchten Abhängen auf Coblenz-Schichten. — Fissidens Bloxami Wils. Bei Mangonbroux in Hohlwegen (Gassen) auf Lehmboden mit voriger. — T r i c h o s t o m u m c r i s p u 1 u m Bruch. Bei aux Surdents an Kalksteinmauern, mit noch unentwickelten Früchten. — Barbula aloides B. S. Bei aux Surdents auf Lehmboden. B. r i g i d a Schultz. Bei Dol- hain und Bilstein an Abhängen auf Lehm. B. commutata Jur. An Kalksteinmauern, bei aux Surdents. Viele Bryologen halten diese Art für identisch mit B. convoluta Hedw. var. densa Milde, welche letztere nur ein sehr üppiges Bodenerzeugniss in feuchten Sandausstichen zu sein scheint, wenigstens habe ich hier dieselbe oft 3 — 4 Cm. hohe, dicht braunverfilzte Form, auch in Frucht, an ähnlichen Localitäten angetroffen, wie Milde in Schlesien bei Striegau. Nach sorgfältiger Prüfung undVer- gleichung der märkischen mit der belgischen Pflanze bin ich nun eben- falls zu der Ueberzeugung gekommen, dass beide in ihren vegetativen Organen keine bemerkenswerthen Unterschiede erkennen lassen, sondern Blattform und Zellnetz stimmen vollkommen überein, und nur die Blatt- papillen der B. commutata erscheinen auffallend kleiner und weniger dicht als an B. convoluta. Endgültig lässt sich die Sache indess erst nach Untersuchung von Original -Exemplaren Juratzka's entscheiden. — — 380 - B. rigidula Schpr, Bei aux Surdents auf Kohlenkalk. B. fallax Hedw. var. brevifolia Schpr. Bei Maugonbroux an Abhängen auf Coblenz-Schicliten. Die richtige Bestimmung dieses Mooses hat mir an- fänglich, als mir nur sterile weibl. Exemplare zur Disposition standen, viele Schwierigkeiten gemacht, da es weder mit B. fallax noch mit B. recurvifolia zu vereinigen war. Nachdem Herr Römer aber auch Frucht- exemplare aufgefunden, so dass die Uebereinstimmung im Kapsel- und Sporenbau mit der typischen Form constatirt werden konnte, war die richtige Deutung dieser charakteristischen Varietät leicht. Eigenthüm- lich sind die oft 5 — 6 cm hohen, gracilen, sehr ästigen, in dichten Polstern wachsenden Stengel, die kurzen Blätter und die verhältniss- mässig kleinen Kapseln. — B. subulata Brid. Bei Maugonbroux zwischen Dicranella Schreberi. Macht durch vollkommen ungesäumten und etwas umgerollten Blattrand den Uebergang zu B. inermis Bruch. — Diphy- scium foliosum Mohr. Bei Halaux auf Verneuilli-Schiefer, — Eurhy n- cliium striatulum B. S., Nansiste bei Goe auf Kalkfelseu, Sehr selten in Frucht. Eurhynchium abbreviatum Schpr. Zwischen Stembert und Maugonbroux auf Lehmboden in Frucht. ~ Hypnum flui- tans Dill. Walhorner Haide auf Moorboden mit noch unentwickelten Früchten. H. exannulatum Guemb. var. purpurascens Schpr. Mit voriger, aber nur männlich. H. molluscum Hedw. Ensival, an Kalkfelsen in reichster Fructification. H. stramiueum Dicks. In der Walhorner Haide auf Moorboden in schönen, reinen Rasen, aber nur steril. B. Lebermoose. Sarcoscyphus Ehrharti Corda. Am Ufer der Hill b. Eupeu auf Ardennen-Schiefer in schönen Frucht- und männlichen Rasen. Sarc. Funckii N. v. E. Bei Pepinaster unweit des Schlosses Mazures auf Coblenzschichten, steril. Alien laria compressa N. V. E. Am Ufer der Hill bei Eupen. AI. scalaris Corda. Bei aux Surdents auf devonischem Kalk und bei Renoupres auf Verneuilli-Schiefer. A. minor Limpricht in Kryptogamenfl. v. Schi. pag. 251. Am Ufer der Hill b. Eupen und an Abhängen der Walhorner Haide. — Scapania nemorosa N. v. E. An Waldbächen. — Jungerraannia albicans L. Zwischen Maugonbroux und Heusy und bei Ensival meist mit Kelchen und unentwickelten Früchten. J. minuta Crantz. Bei Haleux auf Verneuilli-Schiefer. J. subapicalis N. v. E. Mit voriger auf Ardennen- Schiefer; bei aux Surdents auf devonischem Kalk und zwischen Ensival und Pepinaster. J. crenulata Sm. Bei Renoupres auf Verneuilli-Schiefer und bei Pepinaster (Schloss Mazures) auf Coblenz-Schichten. J. in f lata Huds. Bei aux Surdents auf Kohlenkalk mit Kelchen. J. barbataSchmid. — 381 — Zwischen Ensival und Pepinaster auf Coblenz-Schichten. J. triclio- phylla L. Sehr verbreitet. J. clivaricata N, v. E. Einliäusig! Zwischen Ensival und Pepinaster auf Coblenz-Schicliten. J. bicuspidata L, In den mannigfaltigsten Formen sehr gemein und häufig mit Kelchen. — Chiloscyphus polyanthus Corda var. rivularis Schrd. Feuchte Waldschluchten bei Ensival. — Lepidoziareptans N. v. E. Zwischen Mangonbroux und Heusy auf Waldboden. — F r u 1 1 a n i a f r a g i 1 i f o 1 i a Tayl. Bei Pepinaster auf Coblenz-Schichten. Nur in einigen spärlichen Pröbchen erhalten, deren Blattoberlappen indessen .stets die characte- ristische, aus verdickten, dunkleren, perlschnurartig angeordneten Zellen gebildete Zellgruppe zeigen. — Fossombronia pusilla Lindb. Bei Heusy an feuchten Abhängen einer sogenannten Gasse (Hohlweg). Die Exemplare zeigen zum Theil noch wohlerhaltene Früchte, was um so bemerkenswerther ist, als das Moos bekanntlich schon im October fructi- ficirt. — Pellia epiphyUa Dill. Zwischen Ensival und Pepinaster, steril. — Aneura pinnatifida N. v. E. Bei Mangonbroux an Ab- hängen auf Coblenz-Schichten mit zahlreichen, noch unentwickelten Früchten. — Preissia commutata N. v. E. Bei aux Surdents aut Kohlenkalk. Neuruppin, im März 1880. (Originalmittheilung.) Zwei neue Rosenformen aus Istrien. Von Dr. Vinc. v. Borbäs. 1. Rosa systyla Bast. f. trichosynstyla, (R. styiosa Freyn Fl. v. Südistrien non Desv.; zwischen Stignano et F. Tnrulla.) Von R. systyla Bast,, R. styiosa Desv. et R. leucochroa Desv, unterscheidet sich meine Form besonders durch behaarte Griffel, welche unter sich mehr oder minder zusammen hängen oder frei sind, und durch kahle Blflthenstiele. Nach Deseglise's tabula Stylosarum analytica ist die f, trichostylosa mit R. virginea Rip. am nächsten verwandt, sie ist aber durch die, an dem Mittelnerv behaarten Blätter, deren serraturae wie bei R. dumetorum f. uncinella (Bess.) mit einem accessorischen Zähnchen versehen sind, durch fiederspaltige (nicht un- getheilte) äussere Sepala, und nicht kahle Griffel davon verschieden. Hätte meine f, trichosynstyla nicht den Character der Griftel der Stylosarum, so könnte man sie mit R. dumetorum f. uncinella vereinigen. 2. R. prostrata D. C. f. microtricha m. (R. arvensis Freyn exsicc, Waldgebüsche bei Canfanaro.). Von R. arvensis Huds. ist diese Form durch die auf der unteren Seite nicht blassgrünen, sondern nur wenig blasseren, aber wie bei R. sempervirens L. glänzenden und zweimal kleineren Blätter, durch die Sepala der R. sempervirens; — 382 — und viel dünnere, gerade oder schwach gebogene Stacheln verschieden. Durch ihre kahlen Griffel ist sie am nächsten mit kleinblättrigen Formen der R. prostrata D. C. verwandt, und ich habe sie mit solchen fran- zösischen Exemplaren (Agen) verglichen. Von diesen weicht meine f. mi er trieb a besonders durch die dünne, fast nur mit der Loupe sichtbare Behaarung der Blättchen und Blattstiele ab. Näher werden diese und andere Formen in meinem monographischen Werke über die ungarischen Rosen beschrieben, das ich bald beendigen will. Budapest, Mai 1880. (Originalmittheilung.) Instrumente, Präparirungs-u.Conservirungsmethodenetc. ThanhoflFer, L. von, Das Mikroskop und seine Anwendung. 8. Stuttgart (Enke) 1880. Sammlungen. Thümen, F. v., Mycotheca universalis. Cent. XVI. Diese neue Centurie enthält: 1501. Lenzites Reichardtii Schulzer nov. spec. 1502. Polyporus hispidus Fr. 1503. Polj^porus vulgaris Fr. 1504. Corticium murinum Berk. et Br. 1505. Athelia scirpina Thüm. nov. spec. 1506. Exobasidium Ledi Karst, nov. spec. 1507. Choiro- niyces maeandriformis Vitt. 1508. Dasyscypha calycina Flick. 1509. Tapesia Rosae Fckl. 1510. Pyrenopeziza Phyteumatis Fuck. 1511. Peronospora viticola De By. 1512. Cystopus Bliti De By. 1513. So- rosporium vesicarium Rostr. 1514. Sorosporium desertorum Thüm. 1515. Entyloma Fischeri Thüm. nov. spec. 1516. Eutyloma Chryso- splenii Schrot. 1517, Aecidium Polygoni Knz. 1518. Aecidium Xylostei Wllr. 1519. Aecidium Iridis Gerard nov. spec. 1520. Aecidium Geranii DC. 1521. Aecidium Symphyti Thüm. 1522. Puccinia Artemisiarum Duby. 1523. Puccinia Thesii Chaill. 1524. Puccinia Calcitrapae DC. 1525. Puccinia solida Schweinz. 1526. Puccinia fallaciosa Thüm. 1527. Uromyces Polygoni Fuck. 1528. Uromyces macrosporus Thüm. 1529. Uromyces striatus Schrot. 1530. Uromyces Ervi West. 1531. Uromyces Onobrychidis Lev. 1532. Coleosporium Safianoffianum Thüm. nov. spec. 1533. Coleosporium Inulae Fckl. 1534. Melampsora Capraearum Thüm. 1535. M. Lini Tul. 1536. Thecopsora areolata Magn. 1537. Puccini- astrum Ledi Karst. 1538. Phragmidium Tormentillae Fuck. 1539. Pi- leolaria Terebinthi Cast. 1540. Sphaerotheca Niesslii Thüm. 1541. Cap- nodium australe Mutg. 1542. Stigmatea circinans Fr. 1543. Venturia cupressina Rehm. 1544. Venturia inaequalis Wint. 1545. Didymosphaeria — 383 — aceriua Rehm. 154G. Leptospora spermoides Fuck. 1547. Trichospora pezizoides Sacc. et Speg. 1548. Lophiostoma compressum Nke. 1549. Nectria punicea Tnl. 1550. Calonectria verruculosa Niessl. 1551. Psen- dovalsa lanciformis As. et d'Not. 1552. Dotbidea puccinioides Fries. 1553. Ascomyces coerulescens Desm. et Mutg. 1554. Ascomyces alu- taceus Tliüm. nov. spec. 1555. Durella macrospora Fckl. 1556. Ditiola radicata Fr. 1557. Patellaria miaor Karst. 1558. Heterosphaeria Pa- tella Fr. 1559. Cenangium Sarothamni Fckl. 1560. Dermatea tabacina Cooke. 1561. Hirudinaria macrospora Ces. 1562. Melauconium conglo- meratum Lk. 1563. Torula Caraganae Thtim. 1564. Dactylium Helmin- tbosporii Tbiim. 1565. Fusidiiim Stacbydis Pass. 1566. Ramularia Co- leosporii Sacc. 1567. Cercospora Vincetoxici Sacc. 1568. Cercospora persica Sacc. 1569. Cercospora Rbamni Fckl. 1570. Septocylindrium olivasceiis Tbiim. 1571. Cladosporium herbarum Lk. var. indutum Tbüm. 1572. Cladosporium Amorpbae Tbüm. 1573. Cladosporium infuscans Tbüm. 1574. Grapbium clavisporum Berk. et Curt. 1575. Epidocbium ambiens Desm. 1576, Leptostroma Scorodoniae Lib. 1577. Fusisporium lacteum Desm. 1578. Gloeosporium Robergei Desm. 1579. Ceutbospora Cookei Tbüm. 1580. Naemaspora crocea Pers. 1581. Exosporium fruc- ticola Sacc. 1582. Diplodia perpusilla Desm. 1583. Diplodia viticola Desm. 1584. Leptotbyrium bryinum Sacc. 1585. Pboma Asparagi Sacc. -1586. Pboma lusitauicum Tbüm. 1587. Pbyllosticta tinea Sacc. 1588. Pbyllosticta osteospora Sacc. 1589. Pbyllosticta Berberidis Rabb. 1590. Pbyllosticta ruscicola Dur. et Mntg. 1591. Septoria epicarpii Tbüm. 1592. Septoria quercicola Sacc. 1593. Septoria Lepidii Desm. 1594. Sep- toria Pistaciae Desm. 1595. Septoria Hepaticae Desm. 1596. Septoria Rosae Desm. 1597. Sclerotium Convallariae Lib. 1598. Pbysarum cine- reum Pers. 1599. Bacteri.um Aceti Tbüm. 1600. Crenotbrix polyspora Colin. Winter (Züricb). Das reicbe Flecbtenberbarium von W. Josbua in Cirencester ist vom British Museum erworben worden. Personalnachrichten. Rev. Eugen O'Meara, M. A., starb am 20. Janua;- d. J. zu New- castle bei Dublin, ca. 65 Jabre alt, wobl bekannt durcb seine zabl- reicben Arbeiten über die Diatomaceen. Rev. R. H. Webb, der Mitverfasser von W. H. Coleman's Flora Hertfordiensis (1849), starb im März d. J. zu Essendon, Hertf., im Alter von ca. 75 Jahren. — 384 — Dr. E. Waiilio ist zum Docenten der Botanik an der Universität zu Helsingfors ernannt worden. Dr. F. Kiirtz hat seine Stelle als zweiter Assistent am botanischen Garten zu Berlin am 1. April d. J. niedergelegt, Dr. Trimeil ist am 15. Februar zu Peradenia auf seinem neuen Posten angekommen. An Stelle des leider so früh gestorbenen Dr. S ch ef f er ist Dr. M. Treulb, Mitgl. der k. Akademie d. Wissensch. zu Amsterdam, bisher Assistent am botanischen Institut der Universität Leiden, zum Director des botanischen Gartens zu Buitenzorg auf Java ernannt worden. Niessl, (x. von. [Verhandl. des naturforsch. Vereins in Brunn. XVII. (1879). Sitzber. p. 33—34.] Nachruf an Job. Ferd. Schur, geb. 1799 zu Königs- berg in Preussen, gest. 1878 in Bielitz in Schlesien, bekannt durch verschiedene phytographische Arbeiten, namentlich durch das Sertum und die Enumeratio der Flora von Siebenbürgen. Frey n. Zuerkannte Preise: Die Academie des Sciences de Paris hat dem Hrn. Criö, Prof. an der „Faculte des Sciences de ßennes", für eine Reihe von 14 Notes, die theils die Cryptogamen, theils Pflanzengeographie betreffen, und dem Dr. Leuduger-Fortmorel für seinen „Catalogue des Diatomees ma- rines de la baie de Saint-Brieuc et du littoral des C6tes-du-Nord" und „Catalogue des Diatomees de File de Ceylan ä titre d'encouragement" je 750. fr. von dem „Prix Desmazieres" zuerkannt. Ausgeschriebene Preise: Von der Academie des Sciences de Paris für bis zum 1. Juni 1881 einzuliefernde Werke (manuscripts ou imprimes, en frangais ou en latin): 1) „Prix Alhumbert" (Medaille im Werthe von 2500 fr.) für „tont Memoire qui eclaircira quelque point important de la Physiologie des Champignons"; 2) „Prix Desmazieres" (Medaille im Werthe von 1600 fr.) „sur tout ou partie de la Cryptogamie" (auteur fran9ais ou oranger); 3) „Prix Bordin" (3000 fr.): „Faire connaitre, par des ob- servations directes et des experiences, l'influence qu'exerce le milieu sur la structure des organes vegetatifs (racines, tige, feuilles), etudier les Variation s que subissent les plantes terrestres elevees dans l'eau, et celles qu'eprouvent les plantes aquatiques forc^es de vivre dans l'air. Expli- quer par des experiences directes les formes speciales de quelques especes de la flore maritime; 4) „Prix Bordin" (Medaille im Werthe von 3000 fr.) für eine: „Etüde comparative de la structure du liege, et en general du Systeme tegumentaire, dans la racine." Verlag von Theodor Fischer in Casgel. — Druck von Leopold & Bär in Leipzig. Hierzu eine Beilage von Julius Springer in Berlin. KEFERIRENDES ORGAN * für das Gesammtgebiet der Botanik des In- und Auslandes. Herausgegeben unter Mitwirkung zahlreicher Gelehrten von Dß OSCAR UHLWORM in Leipzig. No. 13. Abonnement für den Jahrgang mit 28 M., pro Quartal 7 M., durch alle Buchhandlungen und Postanstalten. 1880. Inhalt: Referate, pag. 385—407. — Litteratur, pag. 407—412. — Wisseusch. Mittheilungen: Wainstorf,. Zur Moosvegetation des oberen Donauthales, pag. 412 — 414. — Sammliiiigen, pag. 414—415. — Pei-sonalnachrichten, pag. 410. — Ausgeschriebene Preise, pag. 416-417. Terzeichniss der Botaniker aller Länder, pag. 416. — Gratisextrabeilage Nr. 1—3. Referate. Schilling, Samuel, Grundriss der Naturgeschichte der drei Reiche. Theil II: Das Pflanzenreich. Ausg. B. Anleitung zur Kenntniss desselben nach dem natürlichen System mit Hinweis auf das Linne'sche System. Neue lo. Bearbeitung. 8. 320 pp., mit 800 Abbild. Breslau (Ferd. Hirt) 1880. M. 3. Ein Schulbuch. — Einleitung. Pflanzenanatomie (p. 3—22). Morphologie (23 — 50). Physiologie (51 — 66). Systematik (66 — 290). Pflanzengeschichte (Palaeontologie , 290 — 295). Pflanzengeographie (295 — 311). Die Anatomie und Physiologie sind eingehender behandelt, als in den früheren Auflagen, zu ersterer sind auch mehrere neue Abbildungen, zumeist Copien nach Sachs, hinzugekommen. Bei der Morphologie (hauptsächlich Terminologie,, deutsch und lateinisch) glaubte der Bearbeiter „den in der vorher- gehenden Auflage gemachten Versuch, Blüte und Frucht nach dem Vorgange des vortrefflichen , für eine rein wissenschaftliche Auf- fassung bestimmten Lehrbuches der Botanik von Julius Sachs, getrennt von den Abschnitten über Stamm und Blatt abzuhandeln", aufgeben zu sollen. In der Physiologie ist die Einwirkung der In- secten bei der Bestäubung (ca. IVa Seite) und ein Excurs über die insectenfressenden Pflanzen (ca. 2/4 Seite) ganz neu hinzugekommen. Der Hauptabschnitt des Buches, die „Systematik", führt die natür- lichen Gruppen des Pflanzenreiches auf, beginnend mit den Krypto- gamen. (Die sehr zahlreichen Bilder sind meist sehr mittelmässig. Ref.) * Behrens (Braunschweig.) 25 — 386 — Schumacher, H. A., Linne's Beziehungen zu Neu-Gra- n a d a. (Abhandl. herausgeg. vom naturwissenschaftl. Ver. zu Bremen 1880, VI. p. 559—576). Bekanntlich hat Linne nicht 'allein durch das, was er selbst geleistet hat, bahnbrechend gewirkt, er hat auch (obwohl er ja aller- dings neben sich Niemand dulden mochte) durch seine Anhänger und Schüler so viel gewirkt, dass ihm in dieser Beziehung von den Späteren wohl nur noch Humboldt an die Seite gestellt werden kann. Dr. Schumacher, der mehrere Jahre lang als Minister-Resident in Bogota lebte und jetzt Generalconsul des deutschen Reiches in New-York ist, hat den Einfluss Linne's auf den vielversprechenden Anfang der Erforschung von Neu-Granada (welcher Anfang später in den Schrecken des südamerikanischen Befreiungskrieges zu Grunde ging!) verfolgt und entwirft in diesem Aufsatze ein lebendiges Bild von dem vielseitigen und durch Jahrzehnte hindurch .fortgesetzten Verkehre Linne's mit Mutis, Antonio Escallon, Jose Ruiz u. A. Merkwürdig ist dabei z. B., dass Linne erst in den letzten Jahren seines Lebens erfuhr, wo Bogota liegt , während er bis dahin die Stadt mit Santa Fe in Neu-Mexiko verwechselt hatte. — Im Laufe der Darstellung wird auch die Entstehung der ersten Irrthü- mer dargelegt, welche in den Nachrichten über die Chinabäume ent- standen und welche für die Naturgeschichte dieser wichtigen Pflan- zen so überaus verderblich werden sollten. — Die botanischen Ar- beiten von Mutis sind niemals in extenso publicirt worden; noch heute lagert das Material in einem grossen Saale des botanischen Gartens zu Madrid, welcher die Thürinschrift trägt: Espedicion bo- tänica del Nuovo Reino de Granada. (Die Botaniker werden dem Verfasser sicher dafür dankbar sein, dass er die Müsse seiner diplomatischen Thätigkeit in so erfolg- reicher Weise der Geschichte ihrer Wissenschaft gewidmet hat. Dem Vernehmen nach hat Hr. Dr. Schumacher noch ein grösseres Werk über die wissenschaftliche Blütezeit Neu-Granada's und den Einfluss, welchen Humbold^t auf dieselbe gehabt hat, unter der Feder. Ref.) Buchenau (Bremen). Borlbäs, Yince, A termenyrajzi monographiak szak- könyvtärainkban. [Die naturhistorischen Monographien in unseren Fachbibliotheken.] („Tanäregylet Közlönye", 1879/80 p. 468—71; Ungar.). Verf. hebt die Wichtigkeit der naturhistorischen, besonders botanischen, Monographien hervor und betont, dass wenigstens die- jenigen (auch ausländischen), welche die Vegetationsverhältnisse Ungarns oder die ungarischen Arten berücksichtigen, als „Hunga- — 387 — . rica" in den Ungarischen öffentlichen Bibliotheken nicht fehlen sollten. Borbäs (Budapest). DragendorflP, Ueber Untersuchungen desHrn. stud. med. Schwartz über Einwirkung verschiedener Anti- septica aufBacterien. (Sitzber. d. naturf. Ges. Dorpat. V. Heft 2. p. 57—67.) Bacterien aus Tabaksinfus wurden getödtet bei einem Zusatz der Nährflüssigkeit von: V25000 Chlor (nach Buchholz), V15000 Picrinsäure, V5000 Jod oder Aluminiumacetat, V3333 Brom (nach Buch holz), V2000 Zimmtöl, Nelkenöl, Cassienöl, Zimmtsäure, Vanillin -Chlorhydrat, Arsensäure, Viooo Chrysophansäure. (Tannin verhindert bei dieser Lösung die Fortpflanzung der Bacterien), Vsoo Perubalsam, Styracin, Copaivabalsam, Gurgunabalsam, V312 Salicylsäure, V250 Monobromcam- phor, Vioo Sulfocarbolsaures Zink, Mongumosäure, Paeoniofluorescin, Vso Kaliumchlorat, V25 Phenolcamphor, Carbolsäure (nach Buchholz), V3 Glycerin. Salicin erwies sich als fast wirkungslos; Chloroform wirkte gar nicht, auch bei vollständiger Sättigung der Nährflüssig- keit damit. Borsalze verloren an Wirkung mit dem Borgehalt. Winkler (St. Petersburg). Banniug, M. E., Notes on Fungi. (Bot. Gazette Vol. V. No. 1.) Behandelt die Wirkung der in dem sonst so regenreichen Mary- land ungewöhnlichen grossen Dürre im Juni und Juli 1879 auf die Schwämme, welche der Verf. in den Jahren 1877 und 78 in riesi- gen Exemplaren und prächtigen Farben häufig in den Wäldern 40 Miles im Umkreis von Baltimore in allen Richtungen angetroffen hatte, und welche im Jahre 1879 nur selten und meist in zwergigen Exemplaren auftraten. Auch die häufigen Regen, die im August auftraten, änderten wenig an diesem Verhalten und eine zweite Dürre im September unterdrückte die weitere Entwickelung, wäh- rend sonst eine üppige Pilzvegetation bis in den November beob- achtet wurde. Einige Localitäten waren reicher, auch machten einige Species, wie Amanita muscaria, vaginata, nitida, solitaria, Boletus luridus, Polyporus applanatus, Russula virescens, emetica, rubra, alutacea, Phallus duplicatus, impudicus eine Ausnahme, in- dem sie kräftig entwickelt waren; dagegen waren einige in früheren Jahren häufige, wie Lactarius volemus, Tricholema virescens. Bo- letus ornatipes, Agaricus laccatus, Morchella esculenta, Helvella crispa, Cyathus vernicosus, Geaster fimbriatus, Lycoperdon gem- matum, cyathiforme , Scleroderma vulgare im Jahre 1879 gar nicht zu finden. Zahlreiche interessante Notizen über das Verhalten der einzelnen Arten in den einzelnen Jahren bilden den Schluss der Arbeit. Purkyne (Weisswasser). 25* — 388 — Jörgensen, Alfred, Myxomyceten-Sporangien. (Bot. Vei\ in Kopenhagen, Sitzg. am 29. April 1880; Vortrag.) Vortragender zeigte eine Reihe Präparate von Myxomyceten- Sporangien vor und gab eine vorläufige Mittheilung von seinen Be- obachtungen darüber. Durch sorgfältige Untersuchung der in den letzten Jahren gefundenen sehr zahlreichen Sporangien und Aetha- lien, welche nicht wenige Abweichungen von den bis jetzt beschrie- benen Formen aufwiesen, war er zu dem Resultate gekommen, dass es zur genauen Feststellung der Species noth wendig sei, das Plas- modium, sowie die übrigen Entwickelungsstadien vorher genau ken- nen zu lernen. Jörgensen (Kopenhagen). Nüesch, J., Offener Brief an Herrn Dr. Just in Carls- ruhe. (Flora 1880. Nr. 8.) Verf. beschwert sich darüber, dass seine Arbeit: „Die Nekro- biose in morphologischer Beziehung betrachtet", Schaffhausen 1875. in Just 's Jahresbericht oberflächlich und unwissenschaftlich abge- fertigt sei. Er giebt dann selbst ein Referat über den Hauptinhalt seiner Schrift, dem wir Folgendes entnehmen. Nach Verf.'s Beob- achtungen geht Zelltheilung und Vermehrung in der Weise vor sich, dass „gewisse ditferenzirte Zellsaftbläschen in der Mutterzelle sich vergrössern und wachsen, und schliesslich mit ihren Zellhäuten aneinanderstossen, welche dann als Scheidewände sichtbar werden." Also: „wirkliche Vermehrung durch wachsende Zellen, welche schliess- lich den Inhalt der Mutterzelle resorbiren und frei werden." Bac- terien und Hefe entwickeln sich in auf verschiedene Weise in ihrem natürlichen Wachsthum gehinderten Pflanzen theilen „innerhalb der secundären Zelle . . . aus den körnchengleichen Zellsaftbläschen des Protoplasmas der Gewebezelle." „Die Bacterien und die Hefe sind pathologische Zellenvegetationen." Winter (Zürich). Borbäs , »Vince , Aspidium Opicii Wierzb. (Tanäregylet Közlönye, 1879/80. p. 471.) Mittheilung, dass Aspidium Opicii Wierzb. in Flora 1840 p. 379 laut brieflicher Erklärung A. Braun's, der das Original in der Sammlung des böhmischen Museum sah , entweder eine Jugendform des A. Filix mas (ähnlich A. Heleopteris Borkh.) ist, oder vielleicht zu den Bastardformen zwischen A. spinulosum und A. cristatum gehört, welch letztere Annahme Ref. für minder wahrscheinlich hält, da im Banate A. cristatum fehlt. Borbäs (Budapest). Hegelmaier , Fr., Ueber Blütenentwicklung bei den Salicineen. (Jahreshefte des Ver. f. vaterl. Naturk. in Würt- temberg. XXXVI. 1880. p. 204—242. Mit Taf. III. u. IV.) — 389 — Nach Anführung der geringfügigen Litteratur über diesen Ge- genstand (Aubert, Organogenie de la fleur dans le genre Salix, Adansonia XL p. 183 — 185; Lundström, Studier öfver slägtet Salix, Stockholm 1875) geht Verf. (p. 206) zur Darstellung der Entwickelung der Salix-Aehren über. Auf das Verhalten der me- ristematischen Zellenlagen geht er nicht ein, weil wesentliche Ab- weichungen von anderweitig bekannten entsprechenden Vorgängen nicht vorhanden sind, und weil die theoretische Wichtigkeit der einschlägigen Verhältnisse nicht so gross ist, als von Vielen bisher angenommen wurde. Die Blüten, Anfang August schon grösstentheils angelegt, ent- stehen als Protuberanzen auf der Basis (Hofmeister 's entgegen- gesetzte Angaben, Allg. Morph, d. Gew. p. 411, sind irrig) der Brakteen [welche in zweiumläufigen , vielgliedrigen Schrauben- stellungen (2/9—^/17 etc.) oder in 5—6 gliedrigen alternirenden Wirtein stehen], und zwar in akropetaler Folge, obwohl später die mittleren Blüten einer Aehre sich vor den unteren öffnen. In vor- geschrittenem Stadium ist (bei S. viminalis) das Ende der Aehren- achse so vollständig von Brakteenaii lagen occupirt, dass die Vegeta- tionsspitze eigentlich nur als mathematischer Punkt existirt. Jedoch divergirt das oberste Hochblatt von der Richtung der Aehrenachse. „Es liegt hier einer der Fälle vor, welche dazu beitragen, die . . . Erscheinung verständlich zu machen, dass blattartige Glieder, wie gewisse Staubgefässe , in eine von Anfang an wirklich und im strengsten Sinn terminale Stellung gerückt sich entwickeln können." Männliche und weibliche Aehren sind im Höckerstadium der Blüten nicht verschieden. P. 209 beginnt die Darstellung der Entwicklung männlicher diandrischer Blüten (von Salix viminalis). Nachdem die Blütenan- lage sich seitlich verbreitert hat, treten durch apicale sanfte Aus- randung die beiden Staminalanlagen in Erscheinung, wobei eine mittlere Protuberanz zwischen beiden ganz fehlt. (Aubert hat eine solche abgebildet). Später sind beide nur durch einen scharfen Einschnitt getrennt. Die Furchen der Antheren entstehen an den einander abgekehrten Seiten derselben; jede Anthere ist in der Jugend in Folge von Druckverhältnissen etwas asymmetrisch. Die Drüse entsteht erst spät am Ende der erstjährigen Entwickelungs- periode als sehr schwache Protuberanz und zwar ebenfalls auf der inzwischen etwas intercalar gewachsenen Brakteenbasis, nicht aus dem primitiven Blütenhöcker. Die Streckung der Filamente wie auch der Drüse erfolgt erst im nächsten Frühjahr. P. 212 findet sich eine Anmerkung über den anatomischen Aufbau der Brakteen. — 390 — S. nigricans verhält sich im wesentlichen ebenso, und S. purpurea zeigt nur geringe Abweichungen; namentlich ist bei letzterer das gemeinsame Fussstück beider Staminalanlagen von Anfang an etwas stärker entwickelt und erhält schon früh ein zartes Gefäss, dessen Verdickungsleisten bei der nächstjährigen Streckung des Filaments weit auseinandergezerrt werden. S. rubra, anfänglich ganz mit S. purpurea übereinstimmend, entwickelt ihre Unterschiede von der- selben erst kurz vor dem Aufblühen. P. 215: BeiS. triandra gehen alle drei Staubblattanlagen gleich- falls aus einem Primordium hervor (Untersuchungsmaterial zwischen dem 25. Aug. und 5. Sept. gesammelt), und zwar das eine aus einem mittleren Apicalhöcker, unterhalb dessen die beiden anderen seit- lich, nur etwas nach vorn zusammengeschoben, stehen. Das mittlere Stamen eilt auch in seiner weiteren Differenzirung den seithchen voraus, streckt sein Filament und öffnet schliesslich seine Anthere zuerst. Die 3 Stamina sind also entwickelungsgeschichtlich nicht coordinirt. Sie bekommen ihre Gefässbündel gesondert vom pri- mären Bündel der Braktee. Die hintere Drüse entsteht wie bei S. viminalis, die vordere aus der Basis der Blütenprotuberanz. P. 218: Bei S. pentandra sind die Stamina gleichfalls nicht gleichalterig, indem die ältesten schon deutlich differenzirte Antheren. haben, wenn die jüngsten erst als kleine Höckerchen hervorbrechen Alle gehen aus einem ursprünglich ungetheilten Primordium hervor, da sie an der Basis alle zusammenhängen; sie sind im Allgemeinen symmetrisch disponirt mit typischer Medianzygomorphie: ein mittleres Paar, entsprechend dem einzigen Paar von S. viminalis; ein jüngeres Paar rechts und links, nach hinten etwas zusammengeschoben; die fünfte und jüngste Anlage erscheint, wo Pentandrie besteht, median hinten. Oefters stören geringe Abweichungen in der Stellung der beiden seitlichen Stamina die Symmetrie. Beobachtet wurde auch eine einzige älteste Anlage in der Mitte (nach Art von S. triandra) mit 2 seitlichen jüngeren, und 2 ebenfalls seitlichen, aber etwas nach hinten gerückten jüngsten Anlagen. Die mittlere Anthere ist später nach hinten orientirt. Interessante Abänderungen in der Entstehungsfolge der Stamina werden p. 222 für S. pentandra X alba? angegeben. P. 223 beginnt die Darstellung des Baues und der Entwickelung männlicher Blüten von Populus. Der Discus, ausgesprochen zygo- morph, ist in der Jugend median zusammengedrückt, später ventral gefördert , mit (nicht immer regelmässig gestalteter) 3eckiger Mün- dung; die Spitze des Dreiecks achsensichtig. Die Stamina stehen fast an seiner ganzen Innenfläche ohne deutliche Stellungsregel; nur — 391 — der auf- und einwärts geschlagene Randtheil bleibt frei. Verf. hält den Discus nicht für eine Perigonbildung, sondern für einen eigen- thümlich ausgebildeten Achsentheil, indem er die Möglichkeit einer Betheiligung von 2 seitlichen Vorblättern offen lässt; für solche Be- theiligung könnte nämlich die Gefässbündelvertheilung sprechen. Die Blütenhöcker entstehen, abweichend von Salix, rein blatt- achelständig (Juli und Anfang August); anfangs abgerundet, werden sie bald einem Peziza-Fruchtkörper ähnlich mit FÃ